„F*ck the EU!“: Der Konflikt rund um die Ukraine und die einzige Frage, um die sich alles dreht #Russland #USA

Ich bin es bereits müde, über all die geopolitischen Auswüchse der letzten Zeit zu befinden. Es ist das immergleiche Spiel. Da die Guten, dort die Bösen. Alles andere wird ausgeblendet oder so lange verdreht, bis oben unten und unten oben ist. Jeder, der sich mit der Historie unvoreingenommen auseinandersetzt, weiß um diese Propaganda-Farce, die da vom Mainstream tagtäglich auf den gutgläubigen Medienkonsumenten niedergeht. Emotionen werden geschürt, Fakten ignoriert. Die klugen Medienleute stellen sich dumm. Dafür werden sie bezahlt.

Wer wissen möchte, was sich da in der Ukraine zusammenbraut, muss mehr als hundert Jahre zurückreisen, in das Moskau der Zaren. Sie herrschten absolut und mit brutaler Strenge. Das galt freilich auch für ausländische Finanziers. Deren Mittel zum Zweck war immer die Bestechung. Aber wie besticht man einen Zaren, der alle Reichtümer dieser Welt längst hatte und absolutistisch regieren konnte? Diese Überlegung betraf freilich alle Herrscher, aber Russland spielte de facto in einer eigenen Liga. Dieses schier ins Endlose gehende Reich, hatte unermessliche Bodenschätze und einen enormen Bevölkerungsvorrat. Es war abzusehen, dass mit jedem Jahr das Reich in wirtschaftlichen als auch militärischen Angelegenheiten mächtiger werden würde. Dieser Umstand schwebte wie ein Damoklesschwert über das britische Empire, das allen internationalen Handel kontrollierte. So war es nur allzu verständlich, dass die Briten um 1900 den japanischen Drang nach Westen und damit den kurzen Krieg gegen Russland beförderten, der vernichtend für den Zaren ausfiel. Eine erste revolutionäre Gärung wurde von den loyalen Truppen niedergeschlagen.

Das Deutsche Reich hatte unter Kanzler Bismarck vertragliche Vereinbarungen mit Russland. Somit wurde eine französisch-russische Einkreisung verhindert. Aber als Bismarck den Hut nehmen musste, liebäugelten die Deutschen mit einer britischen Verbindung. Da London mit Moskau auf Kriegsfuß stand, lag es für Berlin auf der Hand, dass man die vertraglichen Vereinbarungen mit Russland auslaufen lassen und nicht verlängern würde. Hier sehen wir, wie verzwickt und verzwackt geopolitische Entscheidungen sein können. Die britische Elite hatte niemals ernsthaft die Absicht, die aufstrebende Wirtschaftsmacht Deutschlands groß werden zu lassen und spielte die jungfräuliche Diva, die der Kavalier gerne umgarnen, aber niemals gewinnen würde können. In aller Heimlichkeit wendeten sich die Briten dem Erzfeind Frankreich zu. Aus heutiger Sicht – im Nachhinein ist man immer schlauer – deutet alles darauf hin, dass die damaligen Globalisten einen Krieg gegen Deutschland und Russland vom Zaun brechen wollten. Auf diese Weise konnten zwei potenzielle Wirtschaftsmächte in ihrer Entwicklung für lange Zeit gehemmt und die Herrscher in die Schranken gewiesen werden.

Mit dem Großen Krieg, wie der 1. Weltkrieg vor 1939 noch hieß, wurde dieses Ziel erreicht, gleichzeitig ruinierte der internationale Konflikt die britische Einfluss-Sphäre so nachhaltig, dass das Empire auf Hilfe der Vereinigten Staaten von Amerika angewiesen war. Der Weltkrieg machte die USA zur Supermacht, die sich von da an in alle auswärtigen Angelegenheiten einzumischen begann – sei es politisch, propagandistisch, militärisch oder geheimdienstlich. Schließlich ging es um Absatzmärkte und Dollar-Investitionen, die geschützt werden mussten.

Zurück zum Zarenreich, das noch während des Weltkriegs durch eine Revolte erschüttert und de facto zertrümmert wurde. Der bürgerliche Aufstand war in seiner Form gemäßigt und erst der Kampf der bolschewistischen Revolutionäre ließ das Blut überlaufen. Finanziers und Impulsgeber dieser roten Machtübernahme waren zu jener Zeit in London und New York zu finden. Die Bankiers der Wall Street machten keinen Hehl daraus, die revolutionäre Bewegung gegen eine „despotischen“ Zaren zu fördern.

In der Tat finanzierten erzkapitalistische Bankiers die bolschewistischen Revolutionäre, die sich das im Elfenbeinturm fabrizierte Wirtschaftsmodell von Marx auf die Fahnen geheftet hatten. Mit anderen Worten, die Kapitalisten des Westens befördern die Kommunisten des Ostens.

Es gäbe darüber viel zu schreiben, aber belassen wir es einfach damit, dass die globale Elite kein Heimatland kennt, sondern nur Bilanzierungsberichte und Einfluss-Sphären. Damals wie heute werden Staaten und Regierungen zum Spielball mächtigster Finanzinstitutionen und einflussreichster Finanziers. Kriege und Pandemien sind nur die Fortführung der Wirtschaftspolitik mit anderen Mitteln, könnte man zynisch das Zitat von von Clausewitz abändern.

Damals wie heute ist es noch immer die große Sorge der Globalisten um ein erstarktes und selbstbewusstes Russland. Da der gegenwärtige „Zar“ Putin weder korrumpiert noch bedroht werden kann, braucht es einen innerrussischen Konflikt, herbeigeführt durch äußere Umstände. Hier meine Gedanken zu einem Interview, das Putin dem ORF im Sommer 2018 gab.

Es ist davon auszugehen, dass mit einer Präsidentin Clinton dieser außerrussische Konflikt an mehreren Fronten in Gang gesetzt worden wäre. Syrien und Ukraine hätten sicherlich zu den ersten Konfliktherden gezählt. Aber wie durch ein Wunder zieht Donald Trump ins Weiße Haus und verständigt sich mit Putin. Wer hatte da zur rechten Zeit am rechten Ort die Knöpfe gedrückt? Es deutet darauf hin, dass Teile des Establishments diese Konfrontation (noch?) verhindern wollten.

Aber nun, mit einem Joe Biden im Amt, kann der geopolitische Schlagabtausch beginnen. Bereits 1980 hatte Washington mit dieser Strategie Erfolg. In dem heimlich die souveräne Regierung in Afghanistan destabilisierte wurde – dank von US-Geheimdiensten ausgebildeten und finanzierten Glaubensfanatikern – musste die Sowjetunion in ihrem Nachbarstaat, der zu zerbrechen drohte, militärisch eingreifen. Diese „Invasion“, die tatsächlich einem Hilfegesuch der afghanischen Regierung geschuldet war, wurde vom Westen zum Anlass genommen, die Sowjetunion zu boykottieren und die „Rebellen“ offiziell mit Geld, Waffen und Expertise zu unterstützen. Washington wollte Moskau deren „Vietnam“ geben. Und dieser äußere Konflikt war der Beginn vom Ende der Sowjetunion.

Warum also nicht dieses geopolitische Rezept in die Gegenwart holen? Osterweiterung der NATO vorantreiben? Check. Ukraine in die NATO holen? Scheitert im letzten Augenblick! Deshalb Plan B: Ukraine destabilisieren? Check. Color Revolution? Check. Eine moskaufeindliche Regierung einsetzen (Victoria Nuland: „F*ck the EU!“)? Check. Den „Abwehrkampf“ gegenüber dem mächtigen Nachbarn mit allen Mitteln befördern? Check.

Will ich glauben, dass dieser kalte Konflikt, mit all den Drohgebärden und propagandistisch vorgetragenen Anschuldigungen der Gegenseite, dass dieser kalte Konflikt zu einem heißen wird und es zu einem weiteren „Vietnam“ der Russen in der Ukraine kommt?

Das halte ich für unrealistisch und für ein viel zu gewagtes Spiel, da es recht leicht außer Kontrolle geraten könnte. Andererseits hatte die Elite keine Hemmungen eine ganze Welt in das Mittelalter zu werfen, in dem man den „Krieg gegen die Viren“ ausrief. Niemals hätte ich gedacht, dass solch ein menschenunwürdiges Vorgehen der westlichen Regierungen von der Bevölkerung akzeptiert werden würde. Es brauchte zwei Jahre, bis es zu einem ernsthaften Riss im Narrativ kam. Gerade rechtzeitig kocht ein geopolitischer Konflikt hoch und lenkt vom Wesentlichen ab.

Mit dem „Krieg gegen den Terrorismus“ wurde die Basis für ein Kontroll- und Überwachungssystem gelegt. Mit dem „Krieg gegen die Viren“ wurde dieses Kontroll- und Überwachungssystem flächendeckend auf die ganze Bevölkerung ausgedehnt. Ein „Terrorist“ wird in der Begrifflichkeit schleichend erweitert zu einem „ansteckenden Infektionskranken“ oder „aufrührerischen Demonstrant“. Beide stellen eine neue Gefahr für Ordnung und Stabilität in der Gesellschaft dar, die Regierungen durch Aussetzung der Menschen- und Bürgerrechte begegnen wollen.

Die Schlinge zieht sich mit jedem Tag enger. Ist einmal die digitale Identität (digital ID) eingeführt – der Grüne Pass ist ein erster Versuch in diese Richtung – können die Behörden mit Implementierung eines Social Credit Systems (siehe China) gemeinsam mit einem digitalen Zentralbankengeld ein orwellsches Kontrollsystem aus dem Hut zaubern, das praktisch unangreifbar werden würde.

Es liegt klar auf der Hand, dass die internationale Elite von solch einem Kontrollsystem seit Jahrhunderten träumt und alles daransetzt, dieses Wirklichkeit werden zu lassen.

Die einzige Frage, die es jetzt noch zu stellen gibt, ist, wie viele der klugen und aufgeklärten Leute noch aufgeweckt werden können, bevor der Punkt erreicht ist, an dem es kein Zurück mehr geben wird.

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