Europa: Spielplatz der Mächtigen #Ukraine

Später einmal, wenn sich der Rauch gelegt hat und die natürliche Ordnung wieder hergestellt ist, wird man auf diese Tage zurückschauen. Und sich wundern. Wie so oft, wenn Propaganda eine verbrannte Erde in den Köpfen der Menschen hinterlässt, ist Wahrheit und Realität von Lug und Trug kaum noch zu unterscheiden. Deshalb ist es wichtig, dass ich immer wieder meine Sicht auf die Dinge festhalte. Es ist nur ein Mosaiksteinchen. Das mosaische (sic!) Gesamtbild, das werden andere zusammensetzen – später einmal, wenn Sieger und Verlierer ausgemacht sind.

Seit Ende Februar läuft die Militär-Operation der Russischen Armee in der Ukraine. Eine Invasion, ein Angriff auf ein friedliches Land, heißt es im Westen. Vergessen die Invasionen in den Irak, in Afghanistan oder Libyen oder der gewalttätige Umsturzversuch in Syrien. Die Liste der westlichen militärischen Interventionen gegenüber friedlichen Ländern ist legendär und zahlreich. Aber der gutgläubige Bürger vergisst leider zu schnell und die Verantwortlichen in den Medienhäusern haben gar nicht die Absicht, Erinnerungsarbeit zu leisten. Im Gegenteil. Hass wird geschürt. Gewalt gefordert. Fakten ignoriert. So ist das, im aufgeklärten 21. Jahrhundert.

Schlägt man die Zeitung auf, schaltet man die TV-Kanäle durch, so wird einem sofort klargemacht, wo man zu stehen hat, will man zu „den Guten“ gehören. Nicht anders war es in all den Kriegen zuvor. Die Bevölkerung wurde von einer kleinen intellektuellen Schar eingestimmt und mit klingender Marschmusik oder dröhnendem Dudelsackgepfeife zur Schlachtbank geführt. Jeder Bürger, mit einem halbwegs funktionierenden Gehirn, müsste sehen, was hier abläuft, was hier gespielt wird – und doch ist er blind und taub gegenüber einer komplexen geopolitischen Welt, die mehr als nur zwei Seiten einer Medaille kennt.

Man stelle sich vor, Präsident Putin hätte seinen Verteidigungsminister nach New York und zur UN-Generalversammlung geschickt, wo er in einer Rede auf die (von Washington finanzierten) Biowaffenlabore in der Ukraine hinwies, die eine Gefahr nicht nur für Russland, sondern die ganze Welt darstellen. Sie wissen vermutlich, worauf ich hinaus will. Die amerikanische Regierung behauptete seinerzeit, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hätte sowie muslimischen Terroristen, die mit 9/11 in Verbindung standen, Unterschlupf gewähre. Es gab dafür freilich keinerlei Beweise. Im Gegenteil. Aber der Krieg wurde trotzdem in Gang gesetzt. Und der gewöhnliche Bürger akzeptierte die Zerstörung eines funktionierenden Staatsgebildes und den Tod zahlreicher unschuldiger Menschen.

Man stelle sich vor, Präsident Putin hätte vor der UN-Generalversammlung darauf hingewiesen, dass der ukrainische Präsident auf seine eigenen Leute schießen würde (Ost-Ukraine!) und er nicht mehr Herr der Lage sein würde. Das waren seinerzeit die Argumente von Washington und Paris, um Libyen in die Steinzeit zu bomben.

Russland wird diesen Konflikt für sich entscheiden. So viel steht fest. Wie lange es dauert, wie viel Zerstörung und Leid dafür nötig ist, ist nicht abzusehen. Washington – und im Windschatten Brüssel – ist gewillt, bis zur letzten ukrainischen Patrone, sprich bis zum letzten Soldat, zu kämpfen. Das britische Imperium war seinerzeit ein Meister darin, andere „für die gute Sache“ bluten zu lassen. Die Amerikaner haben aus ihren südostasiatischen Debakeln gelernt. Nun werden Söldnerhaufen ausgerüstet, angeleitet und in die Konfliktzonen geschickt. Wie viele ausländische Spezialeinheiten in der Ukraine eingesetzt sind, ist noch nicht klar. Wie viele ausländische Offiziere – samt ihrem Nachrichtendienst – im ukrainischen Militär ihren Dienst tun, bleibt ebenfalls unklar. Überhaupt ist die Frage zu stellen, wie hoch der ausländische Anteil an diesem Konflikt ist. All die Geldgeschenke (tatsächlich Kredite) und Waffenlieferungen (die mittels der Kredite bezahlt werden!) in die Ukraine verlängern das Bluten auf beiden Seiten. Washington gibt unumwunden zu, dass es darum geht, Russland zu schwächen – wohl wissend, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die ukrainische Führung ins Exil gehen und einen Scherbenhaufen hinterlassen wird.

Man unterschätze niemals die grenzenlose Skrupellosigkeit der Globalisten, die kein Vaterland kennen und die deshalb alles tun werden, um ihre Weltherrschaft zu bewahren. Es steht zu befürchten, dass Washington den lokalen Konflikt ausweiten und Europa in den Schlamassel hineinziehen wird wollen. Es rächt sich, dass Westeuropa seit 1945 am amerikanischen Gängelband hängt und Osteuropa die brutale Sowjetherrschaft noch nicht vergessen hat.

Was, wenn polnische Militärflugzeuge – an die Ukraine „verliehen“ – von einem Stützpunkt, irgendwo an der polnisch-ukrainischen Grenze – Angriffe gegen russische Verbände fliegen? Oder einfach willkürlich russische Siedlungen bombardieren? Die russische Armee würde den Flugplatz, der polnisches Territorium darstellt, kurzerhand in Schutt und Asche legen. Die westlichen Medienhäuser würden diesen Angriff auf Polen natürlich ausschlachten.

Washington will die Eskalation. Man wirft mit Geld, Versprechungen und Drohungen nur so um sich, um die restliche Welt gegen Russland (und damit gleichzeitig auch China) aufzubringen. Angst vor einem atomaren Schlagabtausch hat keiner. Was nur den einen Schluss zulässt, dass die Atomwaffe ein spitzfindiger Propaganda-Einfall der Amerikaner war – und alle haben sie später brav mitgespielt. Eine andere Erklärung gibt es nicht. Es sei denn, sie glauben wirklich, dass die einflussreichsten Familien dieser Erde ein mögliches Ende der Zivilisation zulassen würden. Konventionelle Weltkriege hingegen, wie schrecklich die Auswirkungen auf die Bevölkerung auch sein mögen, stellen für die Elite Möglichkeiten dar.

Europa, wieder einmal, wird zum Spielplatz der Mächtigen.

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