Romancier und Realität

An diesem einen, letzten Sonntag, bei sommerlichen Temperaturen, meldete sich meine Muse zurück. Im Augarten sitzend, am frühen Morgen, tippte ich endlich wieder einen literarischen Brief, der sich an der Wirklichkeit anlehnte, dabei aber ins Innere hinabstieg.

Der Romancier steht mit einem Bein in seiner phantastischen Innenwelt, mit dem anderen in einer Realität, die er nicht zu beherrschen weiß. Das Schicksal setzt oftmals den Hobel an und der Mensch, der die größten Heldengeschichten in Kopf und Finger hat, ist am Ende nur ein kleines Boot im Sturm des Schicksals. Hin- und hergeworfen wird es, das Boot – und es ist schon eine Meisterleistung, nicht abzusaufen. Den Kurs zu halten, freilich unmöglich. So ist das.

Wie lange wird sich also die dichterische Innenwelt zu Wort melden, wird sie sich auf dem Papier austoben dürfen? Ungewiss ist der Anfang. Und das Ende – wie jedes schriftstellerische Toben – bleibt so lange offen, bis es mit zauberhaftem Schrecken geschlossen wird.

Die Poesie, gar jede wahre Kunst, braucht realen Anstoß, einen Zündfunken im Hier, der den kreativen Motor in Gang bringt, der schließlich aus dem Inneren schöpft. So viele faszinierende Geschichten liegen in einem selbst brach und warten nur darauf, entdeckt, abgestaubt und hübsch präsentiert zu werden.

Eine Muse ist es, faszinierend und fantastisch, die sich des Dichters bemächtigt.

Niemals umgekehrt.
Niemals umgekehrt.

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