Alle Beiträge von Richard K. Breuer

Schriftsteller & Verleger

Joker

Der neue Film JOKER von Todd Phillips ist eine unbedingte Empfehlung. Sollten Sie dieses Meisterwerk noch nicht gesehen haben, tun Sie es. Sie werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Eigentlich dachte ich, dass es diese Art von Filme gar nicht mehr geben dürfte, aber hin und wieder geschehen kleine Wunder. Auch in Hollywood.

Der Film entwickelt von Beginn an einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, so man sich darauf einlässt. Joaquin Phoenix spielt die Klaviatur des Dramas nahezu in Perfektion. Überhaupt ist die besondere Atmosphäre des Films herauszustreichen, angefangen von der Kameraführung, über die Farben bis hin zur (bereits mit dem Script entstandenen) Musik und der Ausstattung. Es ist wahrlich beeindruckend, wie hier die Vision eines Regisseurs in allen Belangen umgesetzt wurde (Interview). JOKER ist ein Autorenfilm, der – das ist zu vermuten – ohne dem Markenzeichen DC-Comics/Batman vermutlich nur geringe Aufmerksamkeit bekommen hätte. Zusätzlich befeuerte der mediale Ausnahmezustand das Interesse eines Publikums, das sich immer mehr vom Mainstream emanzipiert und das Hillary Clinton abschätzig als „basket of deplorables“ in einer Wahlkampfrede bezeichnete: „They’re racist, sexist, homophobic, xenophobic – Islamophobic – you name it.“ Es ist die übliche politische Strategie, mit gravierenden Anschuldigungen um sich zu werfen, in der Hoffnung, irgendetwas davon würde schon hängen bleiben.

Der Film selbst zeigt eine (fiktive) Gesellschaft, die am Rande des Zusammenbruchs steht. Die politisch-wirtschaftliche Elite schert sich nicht mehr um das Wohl des Einzelnen („They don’t give a shit about people like you, Arthur. And they don’t give a shit about people like me either.“) und bezeichnet jene, die unter die Räder des Systems gekommen sind, abschätzig als „Clowns“. Soziale Einrichtungen werden geschlossen, Kürzungen in allen Bereichen der städtischen Infrastruktur vorgenommen. „Die Leute brauchen Jobs“, hört man aus dem Radio, „Es sind schwierige Zeiten“.

Im gegenwärtigen Klima wird es für den gewöhnlichen Bürger immer schwieriger seinem Unmut Luft zu machen. Die Sittenwächter kontrollieren bereits den größten Teil des virtuellen Kommunikations-Highways (youtube, facebook, twitter, Kommentarseiten, usw. ), weshalb politische Kommentare, die gegen den Mainstream gerichtet sind und eine hohe Zugriffsrate haben, unterdrückt oder gelöscht werden. Es ist eine virtuelle Säuberungswelle, die man gut aus der nahen Vergangenheit kennt. Wie kann der Einzelne nun seine unbequeme Meinung im Netz veröffentlichen und zur Diskussion stellen?

Der Weg führt ins Kino und vom Kino zur Filmkritik. Hier ist es noch möglich, gegen den Strom zu schwimmen und die glatt gebügelte Mainstream-Meinung aufs Korn zu nehmen, ohne dabei Gefahr zu laufen, Job und Karriere zu verlieren oder abgemahnt und vor Gericht gestellt zu werden.

Begonnen hat es mit Star Wars – The last Jedi. Viele der apolitischen Fans erkannten zum ersten Mal die große Diskrepanz zwischen Mainstream- und Publikumsmeinung. „Wie kann es sein“, haben sie sich gefragt, „dass dieses trainwreck, dieser katastrophale Film, der alles, was Star Wars ausmacht, mit Füßen tritt, wie kann es sein, dass dieser Film von den bezahlten Kritikern gepriesen und geschätzt wird?“

Der nächste filmische Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte, war Captain Marvel, ein von den bezahlten Kritikern gelobten, von den meisten Fans verachteten Superheldenfilm im Marvel-Universum. Auch hier klaffte ein großes Loch zwischen Mainstream- und Publikumsmeinung, aber diesmal ging es nicht um die mutwillige Zerstörung eines Kinomärchens, sondern um die bewusste Inszenierung eines gesellschaftlich-politischen Narrativs. Mit einmal wurde die Filmkritik mit political correctness aufgeladen. Wem der Film nicht gefiel, der wurde verdächtigt, ein misogynist, ein Frauenfeind, zu sein und so mancher der größeren alternativen Filmkritiker auf youtube musste klar stellen, dass er (oder sie) kein misogynist sei.

Und nun haben wir JOKER. Auch hier klafft ein großes Loch zwischen Mainstream- und Publikumsmeinung. Diesmal ist es die Befürchtung der professionellen Filmkritiker, dass der Film die Gewaltbereitschaft der Incels (jungfräuliche Sonderlinge) befeuern würde. Jeder, der den Film über die Maßen lobt, wird verdächtigt, politische Veränderungen mit Gewalt durchsetzen zu wollen (ironischerweise ist das die Vorgehensweise der US-Regierungen im Ausland).

JOKER ist jedenfalls ein grandioser Autorenfilm, der über den Umweg eines Comic-Verfilmung ein breites Publikum anlockt. Vielleicht hat Todd Phillips, ohne es zu wollen, das Ende des bombastischen und damit für Studios extrem teuren Superheldenfilms eingeläutet. Die Kinogeher, die mit Iron Man aufgewachsen sind, sind fünfzehn Jahre älter und damit reifer geworden. Mit dem zu recht bejubelten Infinity War und dem eher enttäuschenden Endgame ist Phase 4 von Marvel zu Ende gegangen. Phase 5 bietet nichts Vergleichbares und richtet sich vorrangig an ein junges Publikum (siehe die Teenie-Komödie Spider-Man: Far from home). DC und die X-Men Franchise haben in letzter Zeit enttäuscht oder nur Mittelmaß abgeliefert. Die Zahl der Kinogeher, die intelligente und gut gemachte Filme sehen wollen, steigt mit jedem Jahr und jedem Flop.

Welchen Weg Hollywood einschlagen wird, ist noch nicht abzusehen. In wenigen Monaten wird der dritte und letzte Teil der Disney Star Wars Saga in die Kinos kommen. Man darf gespannt sein, wie stark Mainstream- und Publikumsmeinung auseinanderklafft und ob die schmerzhafte Wunde, die The last Jedi vor zwei Jahren verursacht hat, erneut aufgerissen und der wütende Mob die Disney-Bastille stürmen wird.

Sicher ist nur, dass die Filmkritik auch in Zukunft ein Ventil für uns „Clowns“ bietet. Ja, das ist für manche deplorable, aber die philosophischen Aufklärer des 18. Jahrhunderts mussten auch alle Tricks und Kniffe anwenden, um die königlich-katholische Zensur zu umgehen. Wir sehen, die Geschichte wiederholt sich. Damals war es eine Tragödie in Moll. Heute ist es eine Farce, unterlegt mit Frank Sinatras That’s life.

Dürfen wir Fleisch noch essen? Zwei Studien und eine Richtlinie geben die Antwort.

Wenn ich mit X. einen ausgedehnten Spaziergang mache, irgendwo im Süden Wiens, kommen wir immer wieder auf das Thema Ernährung zurück. Während sie ihren Fleischkonsum stärker einschränken und vermehrt auf pflanzliche Nahrung setzen möchte, ist es bei mir umgekehrt. Die Frage, die sich nun stellt, ist, welche Herangehensweise ist die richtige. Beide zitieren wir Studien bzw. Medienberichte, in denen Studien genannt werden, beide sind wir überzeugt, den richtigen, sozusagen gesünderen Ernährungsansatz gefunden zu haben. Kurz, wir drehen uns im Kreis, werfen mit Verdächtigungen und Anschuldigungen um uns und befürchten, der andere könne seine zukünftige Gesundheit aufs Spiel setzen.

Zucker vs. Tierfett

Ich möchte nicht behaupten, dass in der Frage der Ernährung das letzte Wort überhaupt gesprochen werden kann, vielmehr stehen wir gesellschaftlich am Anfang einer weiteren Grundsatzdiskussion, die ernsthaft in den 1970er Jahren (in den USA) ihren Anfang nahm, als (staatliche!) Gesundheitsorganisationen tierischem Fett die Schuld an allerlei Krankheiten gab. Auf diese Weise konnte die Industrie das teure Tierfett gegen billigen Zucker (corn syrup) austauschen, sowie industrielle Abfallprodukte (Schmiermittel Pflanzenöl) als „gesund“ vermarkten. Konzernmanager und Aktionäre rieben sich erfreut die Hände, während die Fälle schwerer Zivilisationskrankheiten (z.B. Diabetes II, Fettleibigkeit) sowie Herzerkrankungen Jahr um Jahr zunahmen. Finden Sie es nicht ebenfalls merkwürdig, dass die in den 1970er Jahren empfohlene „gesunde“ Ernährungsweise (weniger tierisches Fett, mehr Kohlenhydrate) genau das Gegenteil erreicht hat? Das westliche Gesundheitssystem steht nach 50 Jahren am Rande eines Kollaps. Aber niemand scheint dafür verantwortlich zu sein.

Das Dilemma all dieser Diskussionen rund um die „richtige“ Ernährung ist der Umstand, dass sich jeder Interessierte eine Studie bzw. Expertenmeinung herauspicken kann, die seine Vorstellung von einer richtigen Ernährung bestätigt. Nichtsdestotrotz möchte ich in diesem Beitrag zwei wissenschaftlichen Arbeiten anführen, die zeigen, dass der Konsum von Fleisch keine relevanten gesundheitsschädlichen Auswirkungen hat und die medial-politische Panikmache („Fleisch verursacht Krebs“) völlig überzogen ist. Schließlich verweise ich auf eine klinische Richtlinie, die sich in erster Linie an die Ärzteschaft richtet und eine Reduzierung von Kohlenhydraten als therapeutische Maßnahme empfiehlt.

Im Wissenschaftsjournal Critical Reviews in Food Science and Nutrition gingen die Professoren F. Leroy (Universität Brüssel) und N. Cofnas (Universität Oxford) der Frage nach, ob Ernährungsrichtlinien einen geringe(ere)n Fleischkonsum empfehlen sollten:

Should dietary guidelines recommend low red meat intake?

Im abstract heißt es: „Die gegenwärtigen Ernährungsempfehlungen raten der Bevölkerung dazu, aus Gesundheitsgründen sowie Umweltaspekten, ihren Konsum von rotem Fleisch zu minimieren. Erst kürzlich veröffentlichte die EAT-Lancet Kommission einen großen Bericht, der eine weltweite Ernährung empfahl, die hauptsächlich aus Pflanzen bestehen und nur eine sehr geringe Konsumation von rotem Fleisch (14 g pro Tag) beinhalten sollte. Wir argumentieren, dass die Behauptungen bezüglich der gesundheitlichen Gefahren von rotem Fleisch nicht nur unwahrscheinlich sind – im Licht unserer evolutionären Geschichte betrachtet -, sondern auch, dass die wissenschaftlichen Beweise weit davon entfernt sind, dies klar und deutlich zu bestätigen.“ [meine Übersetzung]

In der Zusammenfassung heißt es: „Wir behaupten, dass ein großer Teil der Fälle gegen Fleisch(konsumation) auf Basis von speziell herausgepickten (cherry-picked) Beweisen und qualitativ minderwertigen (low quality) Beobachtungsstudien entstanden sind. Die kühne Behauptung, dass rotes Fleisch ‚ungesunde Nahrung‘ (unhealthy food) sei, ist völlig (wildly) unbegründet.“

Ein wissenschaftliches Konsortium stellte sich ebenfalls die Frage, welche Rolle der Fleischkonsum in den Ernährungsrichtlinien spielen sollte und veröffentlichte vor kurzem seinen Bericht, der sogar der New York Times einen Artikel wert war: Eat Less Red Meat, Scientists Said. Now Some Believe That Was Bad Advice. Natürlich kommt hier die Gegenseite ebenfalls zu Wort. Hier nun der Link zum Bericht:

Unprocessed Red Meat and Processed Meat Consumption: Dietary Guideline Recommendations From the Nutritional Recommendations (NutriRECS) Consortium

Wie bereits in der vorigen wissenschaftlichen Publikation kommt das Konsortium ebenfalls zum Schluss, dass es keine starken Beweise gibt, die zeigen würden, dass der Konsum von Fleisch gesundheitsschädlich sei. Nebenbei stellt das Konsortium Ernährungsstudien generell in Frage, da diese entweder nicht realisierbar (klinische Blindstudien über einen langen Zeitraum) oder unzureichend (empirische Beobachtungsstudien) sind.

Während also Fleisch- sowie Zuckerkonsum in den Medien und in der Medizin immer wieder hinterfragt werden, bleiben die Kohlenhydrate (kurz: carbs) unbehelligt. Manche Experten sehen aber gerade in der übermäßigen Zuführung von Kohlenhydraten in der Ernährung eine bestimmende Ursache vieler Zivilisationskrankheiten. Die Vereinigung Low Carb USA hat nun eine Richtlinie für die Ärzteschaft (in mehreren Sprachen) publiziert, die von etwa 45 Ärzten und Wissenschaftler unterstützt wird, darunter auch jene, die sich für Low Carb über viele Jahre eingesetzt haben und dabei einem starken Gegenwind ausgesetzt waren: Tim Noaks, Garry Fettke, Georgia Ede …

Klinische Richtlinien für die therapeutische Kohlenhydratrestriktion

In Punkt 5.2. heißt es: „Eine kohlenhydratarme Ernährung ermöglicht die Aufnahme natürlicher Fette zur Sättigung. Dazu gehören alle Nicht-Transfette wie Olivenöl, Kokosnussöl, Avocado-Öl, Vollmilchprodukte und Butter, sowie die Fette, die von Natur aus in Vollwertproteinquellen enthalten sind. Die Kohlenhydratrestriktion schränkt die Aufnahme von Getreide (Reis, Weizen, Mais, Hafer) und Getreideprodukten (Getreide, Brot, Kekse, Haferflocken, Nudeln, Cracker), gesüßte Milchprodukte (Fruchtjoghurt, aromatisierte Milchprodukte) und gesüßte Desserts (Gelatine,Pudding, Kuchen) stark ein. Geringe Mengen von stärkehaltigem Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst können in einer wenigen restriktiven Kohlenhydratreduktion verwendet werden, wenn die Mengen innerhalb der täglichen Kohlenhydrataufnahme liegen. Nicht stärkehaltiges Gemüse, Samen und Nüsse werden in Verbindung mit oder anstelle von Obst als Quelle für lösliche und unlösliche Ballaststoffe und Mikronährstoffe empfohlen.“

Ist damit alles gesagt?

Natürlich nicht. Nur ein weiterer Tropfen in den Weiten des Meinungsmeeres.

Ernährungsumstellung – ein Jahr danach

Ein Jahr ist es jetzt her, dass ich meine Ernährung umstellte und damit einen neuen Blick auf meine bisherigen Essgewohnheiten werfen konnte: Ich ernährte mich „ausgewogen“, vermied Fertigprodukte, aß wenig Fleisch und Fett, verzichtete auf Zuckerzugaben, kochte in meiner Freizeit immer wieder Pasta, und hatte Äpfel und vor allem Getreideprodukte im Schrank. Süßes war seit meiner Jugend Balsam auf der geknechteten Seele. Die Kaffeejause, am Vormittag und am Nachmittag – zumeist Weißmehlgebäck mit Butter und Marmelade/Honig – war Teil meines Alltagslebens geworden.

Als ich vor vielen Jahren aus Neugier eine Ernährungsberaterin aufsuchte und ihr eine Auflistung meines Speiseplans gab, versuchte sie mich von diesen süßen Extravaganzen abzubringen. Sie versuchte mich auf den richtigen Weg zu führen, aber Körper und Geist konnten/wollten auf die süßen Pausen nicht verzichten. Ich verband damit eine wohlige Entspannung und besänftigte nebenbei ein aufkommendes Hungergefühl. Man gönnt sich ja sonst nichts, sagte ich mir und biss genüsslich in die Marmeladesemmel. Nebenbei bemerkt, kommt es nur mir so vor oder werden die in den Filialen aufgebackenen Semmeln bereits nach wenigen Stunden zäh?

Heute ist mir klar, dass ich in einer Abhängigkeit steckte. Zucker, wie jeder wissen sollte, macht süchtig und die Einnahme befeuert die gleichen Gehirnregionen wie Kokain. Davon loszukommen wäre für mich ohne Ernährungsumstellung kaum möglich gewesen. Besteht die Nahrung hauptsächlich aus Kohlehydraten, bekommt der Körper nicht die nötigen Nährstoffe, die er benötigt. Zucker ist bekanntlich nur eine Kohlehydratform und unser Organismus unterscheidet nicht zwischen Würfelzucker und Semmel, für ihn sind beides Kohlehydrate.

Kurz und gut, im September 2018, also vor einem Jahr, gab es einen Heureka-Moment und ich begann mich mit der Ernährung im Detail zu beschäftigen. Schon bald stellte ich fest, dass auch bei diesem so grundlegenden Thema Vieles im Argen und Verborgenen liegt und die Gesellschaft genauso wie der Einzelne mit althergebrachten Theorien beeinflusst, vielleicht sogar manipuliert wird. Meine Reise in die Abgründe der „Ernährungswissenschaften“ habe ich in mehreren Blogbeiträgen festgehalten.

Der neueste Schrei ist die Nahrungsaufnahme mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen. Über diese angeblich von Menschen verursachte Klimaerwärmung gäbe es eine Menge zu sagen, aber nur so viel, dass die Beweislage nicht eindeutig ist und es eine Vielzahl von Wissenschaftler gibt, die sich getrauen, mit Fakten gegen den Strom zu schwimmen. Es kommt nicht von ungefähr, dass gerade der (von reichen Familien wie die Rockefellers gegründete) Thinktank Club of Rome bereits in den 1960er Jahren auf die Gefahren einer Überbevölkerung und deren Auswirkungen auf die Umwelt aufmerksam machte. Eine zukünftige Rohstoffknappheit **) wurde in den politischen Fokus gerückt.

Heutzutage werden bereits die Weichen für eine fleischlose Zukunft gestellt. Als Ersatz sieht Politik und Industrie biochemische Abfallprodukte vor, die billig in der Herstellung und (wichtig für den Einzelhandel) lange haltbar sind. Ähnlich verhielt und verhält es sich ja mit Margarine und dem „gesunden“ Pflanzenöl (eigentlich sind es ja die Kerne, die zu einer öligen Substanz gepresst und mit viel Chemie stabil gemacht werden). Nach dem man die Öle als Schmiermittel in den Fabriken eingesetzt hatte, wurden sie später als „gesunde“ Alternative zu herkömmlichen Fett angepriesen. Wer es genauer wissen möchte, den verweise ich auf die US-Journalistin Nina Teicholz, die in ihrem Buch The Big Fat Surprise: Why Butter, Meat and Cheese Belong in a Healthy Diet darüber erzählt. Auf youtube können Sie eine Reihe von Vorträgen und Interviews sehen.

Vor einem Jahr reduzierte ich also die Einnahme von Kohlehydraten (unser Körper würde auch ohne gut auskommen) und aß mehr (tierisches) Fett und Fleisch – wenn möglich – vom Bauernmarkt. Nach kurzer Zeit bemerkte ich, dass mein Heißhunger auf Süßes nicht mehr so stark ausgeprägt war wie zuvor. Auch konnte ich beim neuen Trend Intervallfasten ohne Probleme mitmachen. So gibt es Tage, in denen ich erst nach 16 Stunden oder später wieder zum Esstisch gehe. Gegenwärtig besteht mein Frühstück aus einem Espresso mit Schlagobers – früher einmal wäre das unvorstellbar gewesen, da ich bereits am Morgen mit knurrendem Magen aufgewacht bin und nach fester Nahrung gierte, obwohl ich am Vorabend ausreichend gegessen hatte.

Hin und wieder kommt es vor, dass ich nur eine Mahlzeit am Tag zu mir nehme. Es ist nicht so, dass ich darauf abziele, es geschieht einfach. Abends esse ich für gewöhnlich so gut wie nichts. Habe ich Rohmilch im Kühlschrank, wärme ich diese und gebe noch ein wenig Rohmilchbutter dazu. Im Winter kann es schon mal vorkommen, dass ein bisschen Honig hinzugefügt wird. Von pasteurisierter Milch halte ich nichts. Ob die im Handel erhältliche Rohmilch tatsächlich unbehandelt ist, habe ich noch nicht in Erfahrung bringen können.

Von den Carbs, also Kohlehydraten, loszukommen, ist ein langwieriger Prozess und es gibt noch immer Phasen, in denen ich Getreideprodukte nicht ausweichen kann bzw. will. Vor allem beim auswärtigen Essen tue ich mir manchmal schwer, das Richtige zu finden. Und manches Mal ist der gesellschaftliche Druck so hoch, dass ich versuche, am Esstisch mit meinen Extravaganzen nicht aufzufallen. Wer nämlich auf kohlehydrathältige Hauptspeisen oder Beilagen verzichtet, wird verdächtigt, einer schwachsinnigen Esoterik-Diät zu folgen, die nie und nimmer gesund sein kann.

Ein wunderbarer Nebeneffekt meiner Umstellung ist die Bereitschaft, selbst Hand an Pfannen und Töpfe zu legen. Mit dem Kochen hatte ich früher nichts am Hut. Es interessierte mich einfach nicht. Aber vor einem Jahr bemerkte ich, wie einfach das Ganze sein kann. Es ging nicht mehr um komplizierte Kochvorgänge, die viel Erfahrung benötigen, sondern in erster Linie darum, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu bekommen. Ein gutes Stück Fleisch* oder Fisch in die Pfanne zu hauen ist keine Hexerei. Als „Beilage“ kommt alles auf den Tisch, was der Kühlschrank so hergibt: Eier, Käse, Joghurt, Gurken, Sauerkraut, Speck, Rohmilchbutter, usw. Danach der obligate Kaffee mit Schlagobers – hin und wieder, wenn der Himmel voller Wolken oder Geigen hängt, ein frisch gebackenes Acma (türkisches Hefe-Croissant) mit Butter, Schinken und Käse oder einen (im Meer gefangenen) geräucherten Lachs.

Ein Jahr habe ich nun mit dieser Form der Ernährung zugebracht und bin soweit zufrieden. Ist es der letzten Weisheit Schluss? Natürlich nicht. Unser Organismus ist so komplex, dass der Mensch wohl niemals alle biochemischen Mechanismen, die da am Werk sind, verstehen wird können. Was bleibt ist der Selbstversuch. Es gilt auszuprobieren, was dir gut tut und was nicht. Noch kannst du wählen. Als wähle – und lass dich nicht vom Gerede verrückt machen.

***

*) Falls Sie der Meinung sind, (rotes) Fleisch sei schlecht für die Gesundheit, dann verweise ich auf das aktuelle wissenschaftliche Paper Should dietary guidelines recommend low red meat intake? von den Professoren Frédéric Leroy und Nathan Cofnas, publiziert im Magazin Critical Reviews in Food Science and Nutrition, vom 5.9.2019. Darin wird festgestellt, dass es in den verschiedenen Studien keine Beweise gibt, die belegen würden, dass (rotes) Fleisch die Lebenserwartung verringert. Des Weiteren kritisieren die Autoren Institutionen (beispielsweise WHO), die trotz einer unzureichenden Beweislage Diätrichtlinien vorschlagen, in denen Fleischverzicht empfohlen wird. Es scheint, für mich jedenfalls, als fußen diese Diätrichtlinien politischen bzw. industriellen Vorgaben.

9/11 again and again and again

Jetzt hätte ich beinahe 9/11 übersehen. Dabei war dieser 11. September 2001 ein Wendepunkt in der Geschichte der zivilisierten Welt. Die Veränderung trat freilich nicht sofort ein. Es brauchte seine Zeit, bis die Weichen gestellt waren. In diesen Septembertagen, vor 18 Jahren, waren wir alle, also die gewöhnlichen Bürger, in einem Schockzustand. Diese beiden Hochhäuser, die Twin Towers in New York, wer kannte sie nicht aus Film und TV?, waren sprichwörtlich zu Staub zerfallen. Da war nichts mehr übrig. Nada. All das und mehr konnten 19 muslimische Terroristen mit einem Teppichmesser in der Tasche, dem Koran im Kopf und die Fluganleitung im Koffer bewerkstelligen. Die gottgläubige Gruppe, wissend um ihren nahen Tod, kostet das freie und süße Leben in den USA in vollen Zügen aus: mit Lapdance, Kokain und Alkohol. Yeah, America rocks!

What is America to me?, sang einst Frank Sinatra und wenn man das Lied hört, dann weiß man, dass es dieses Amerika nicht mehr gibt:

The air a feeling free // And the right to speak your mind out
That’s America to me …

Manche Details dieses terroristischen Angriffs kamen mir schon damals recht merkwürdig vor. Wie konnten diese Terroristen, die noch nie zuvor ein Passagierflugzeug geflogen haben, dieses Ding so punktgenau ins Ziel bringen? Jeder, der schon mal das Cockpit mit den vielen Instrumenten und Knöpfen und Tasten und Bildschirmen gesehen hat, kann sich kein bisschen vorstellen, wie ein Laie, der nur ein paar Flugstunden mit einer kleinen Propellermaschine hinter sich gebracht hat, solch eine Herausforderung meistern will. Und wie konnten diese unerfahrenen Piloten, ohne Hilfe der Flugleitung bzw. eines Leitsystems, ihre Ziele überhaupt ansteuern? Haben Sie aus dem Fenster geguckt? Und warum konnte kein einziger der Berufspiloten ein Mayday-Signal abschicken? Das waren für mich die ersten Ungereimtheiten, die mir sofort im Kopf herumspukten. Die Medien akzeptierten freilich die behördlichen Erklärungen und zäumten das Pferd von hinten auf: So unwahrscheinlich der Ablauf der Ereignisse auch war, er musste stimmen, weil es sich eben so zugetragen hat.

Und heute, 18 Jahre später, stellen sich Journalisten und Medienleute, genauso wie Wissenschaftler und Techniker, noch immer blind und taub. Die Zeitungen wiederholen die Schlagzeilen von damals und holen aus dem Archiv der Presseagenturen all jene Fotos, die sich längst ins Bewusstsein der Menschen eingebrannt haben. In gewisser Weise setzen Behörden wie Medien darauf, dass diese Texte, diese Bilder, diese Filme erneut einen kleinen Schock auslösen, um so zu verhindern, dass der gesunde Menschenverstand Oberhand gewinnt. Auf diese Weise ist nach ein paar Tagen die Sache vergessen – bis zum nächsten Erinnerungstag.

Was würde uns der gesunde Menschenverstand vor Augen führen, welche Fragen würden wir stellen?

Beispielsweise, wie war es möglich, dass das am besten gesicherte und überwachte Gebäude der Welt, das Pentagon, erfolgreich angegriffen werden konnte und es weder Abwehrmaßnahmen noch Überwachungsaufnahmen gab? Die einzigen Bilder des „Flugzugeinschlags“ entstammen einer Kamera, die auf einem Parkplatz aufgestellt war und ausfahrende Autos filmte. Die pixeligen Bilder zeigen alles und nichts. Es ist der Phantasie des Zusehers überlassen, auf den Videobildern ein Passagierflugzeug zu erkennen. Bleiben wir beim Pentagon. Der Terroristen-Pilot hätte das Flugzeug geradewegs auf das Gebäude fallen lassen können, abe rer wählte seltsamerweise den schwierigsten Zielanflug. Mit maximaler Geschwindigkeit überflog er das Pentagon, drehte eine Anflugs-Abstiegs-Pirouette (in einer 270 ° Bogenspirale), fing das Flugzeug nur wenige Meter über dem Boden ab, knickte mit den Flügeln mehrere Straßenlampen und knallte schlussendlich in die Mauer. All das halten Berufspiloten für ein Ding der Unmöglichkeit. Welch Zufall, dass der Einschlag just in jenem Gebäudeteil des Pentagon erfolgte, wo die Buchhaltung untergebracht war, die gerade auf der Suche nach einem Fehlbetrag von 2,3 Billionen Dollar (!) war. Am Vortag von 9/11 musste Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vor laufender TV-Kamera einräumen, keine Ahnung zu haben, wofür 2.300 Milliarden Dollar ausgegeben wurden. Dieser Skandal (wurden mit dem Geld illegale Operationen durchgeführt oder ausländische Regierungen bestochen?) ging freilich am nächsten Tag in Rauch auf und im Feuer unter. Das nennt man dann wohl Glück im Unglück, für Rumsfeld und die damalige Bush Jr.-Regierung.

Dann stellt sich natürlich die Frage, wie es möglich war, dass die entführten Passagierflugzeuge unbehelligt ihren Zielen entgegen fliegen konnten. Als Erklärung, warum Jagdflugzeuge viel zu spät aufgestiegen waren, um noch eingreifen zu können (scramble), wird lapidar verlautbart, es gab an diesem Tag mehrere Übungen und man wusste nicht, welche Flugzeugentführung echt und welche fake war. Ach? Wollen wir das glauben? Gewiss, die Medienleute nehmen es zur Kenntnis, nicken es ab. Seltsam, dass niemand der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurde, vielmehr wurden sie befördert. Irgendetwas dürften sie demnach an diesem leidvollen Tag richtig gemacht haben.

Die überraschenden Einstürze der drei WTC-Türme, allesamt Stahlskelettbauten, ausgelöst durch Kerosin- bzw. Bürobrände in den oberen bzw. (WTC-7) unteren Stockwerken, ist einzigartig in der Geschichte des modernen Hochbaus. Übrigens ist in den 1940er Jahren ein Bomber der US-Luftwaffe im Nebel in das Empire State Building geflogen! Deshalb achtete der Architekt der Twin Towers darauf, dass solch ein Zwischenfall keine Auswirkung auf die Statik der beiden Türme haben würde („vergleichbar mit einem Fliegengitter, das von einem Bleistift durchstochen wird“). Wenn es also zwei Gebäude in New York City gab, die einen Flugzeugeinschlag wegstecken konnten, dann waren es der Nord- und der Südturm.

Zurück zu „Ground Zero“. All der Stahl der drei Gebäude, der sich am Boden hätte auftürmen müssen, fehlte. Pulverisiert. Wie war das möglich? (TV-Sprecher: „the rubble simply felt down, into the ground and was just pulverized, evaporated“). Stellen Sie sich vor, ein Kran würde umfallen. Würden Sie davon ausgehen, dass sich die Stahlträger und Metallverstrebungen „pulverisieren“, sich sozusagen in Luft auflösen? Ausgeschlossen! Während der Live-TV-Übertragung waren die Moderatoren noch über diesen Umstand verblüfft und konnten sich keinen Reim darauf machen, warum es so wenig Schutt gab, waren die Türme über 400 Meter hoch. Stunden später durfte über diese „Schuttlosigkeit“ sowie die Ursache der Einstürze natürlich nicht mehr gesprochen werden und man lenkte den Fokus auf die möglichen Drahtzieher dieses Anschlages, während die (seltsamerweise) bereitgestellten Trucks den wenigen Schutt abtransportierten. Die Stahlträger – manche wirkten wie eine moderne Skulptur, so verbrezelt sahen sie aus – ließ man erst gar nicht untersuchen, sondern verschickte sie einfach nach China.

Gottlob getraute sich die Universität von Alaska dem Einsturz des WTC-7 Gebäudes nachzuspüren. Nach mehrjähriger Forschungsarbeit ziehen die Professoren in ihrem 120-seitigen Bericht den Schluss, dass die offizielle Erklärung (Einsturz durch Feuer) nicht stimmen kann. Was mag demnach das 47-stöckige Gebäude (Stahlskelettbau), in dem unter anderem die Börsenaufsicht untergebracht war, die dort die gesammelten Dokumente und Unterlagen der letzten Skandale aufbewahrt hatte, zum Einsturz gebracht haben? Faites vos jeux.

Wer waren nun die Drahtzieher dieser Anschläge? Wer wurde dafür verantwortlich gemacht? Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Keine Stunde nach dem ersten Flugzeug-Einschlag wurde bereits die Terror-Organisation Al-Qaida und Osama bin Laden als wahrscheinliche Täter ausgemacht. Kein Experte erwähnte, dass Al-Qaida eine Schöpfung der CIA war und Osama bin Laden die längste Zeit auf der payroll, auf der Gehaltsliste, von US-Behörden stand (Deckname: Tim Osman). Am Vortag von 9/11 hatte sich Osama bin Laden noch in einem pakistanischen Militärkrankenhaus in Rawalpindi aufgehalten um sich behandeln zu lassen. So berichtete es CBS. Vergessen sollten wir dabei nicht, dass das pakistanische Militär mit US-Personal durchsetzt ist. Sollte der Bericht stimmen, hätte man am Tag der Anschläge sofort gewusst, wo sich Bin Laden befand. Nebenbei wurden am 11. September Familienmitglieder der arabischen Bin Laden Familie aus den USA ausgeflogen – trotz eines generellen Startverbots. Die Erlaubnis muss demnach von ganz oben, sprich dem Weißen Haus, gekommen sein. Es ist kein Geheimnis, dass die Bush- und die Bin Laden Familie in enger geschäftlicher Verbindung standen. Obwohl es nachweislich eine arabisch-pakistanische Beteiligung bei den Anschlägen gab, mussten Afghanistan und später Irak als Sündenböcke herhalten. Regime Change auf die harte Tour, sozusagen.

Und dann waren da noch diese ominösen Anthrax-Briefe, die – seltsamerweise – an Kongressabgeordnete verschickt wurden, die sich gegen den (orwellschen) Patriot-Act aussprachen. Der „Einzeltäter“, wie die Behörden versicherten, wollte demnach unbedingt den Weg in Richtung Überwachungsstaat forcieren. Merkwürdig, dass die Bio-Waffe nur im militärischen Umfeld hergestellt hat werden können und die chemische Analyse auf ein Militärlabor in den USA verwies. Der erste Verdächtige wurde vom FBI zu unrecht der Anschläge bezichtigt (er zog mit einer Schadenersatzklage vor Gericht!), der andere nahm sich spontan das Leben mit einer Überdosis Paracetamol. Obwohl er innerhalb weniger Stunden im Spital behandelt wurde (die Todesrate ist dann praktisch 0; siehe Interview mit Dr. Heiko Schöning), wachte er nicht mehr aus dem Koma auf, sondern verstarb zwei Tage später. Natürlich wurde seine Leiche kremiert. Obduktion? Fehlanzeige. Eine der größten Ermittlungen in der Geschichte des FBIs waren damit abgeschlossen, auch wenn es keine eindeutigen Beweise für seine Beteiligung gab. Die Frage, warum eine Laborratte in einem Militärlabor todbringende Anthrax-Briefe in arabischer Sprache an Kongressabgeordnete und Journalisten senden soll, ist bis heute nicht zur Zufriedenheit beantwortet worden. Aber wollte man die Kritiker der zukünftigen Politik der Neocons (d.h., Angriffskriege führen und einen Überwachungsstaat einführen) verstummen lassen, dann waren die Anthrax-Briefe das beste Schweigemittel. Nebenbei bemerkt musste das Kongressgebäude für viele Wochen geschlossen werden – wegen Kontaminierung. Früher einmal hätte man Feuer gelegt, im Jahr 2001 reichten Milzbrandsporen. Ach, da fällt mir ein, hatte nicht das erste Opfer der Anthrax-Briefe, ein Foto-Journalist, Bilder vom Töchterlein des amtierenden Präsidenten Bush Jr. veröffentlicht, die sie im Suff zeigen? Ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Die Liste der Ungereimtheiten, Merkwürdigkeiten und Widersprüchlichkeiten rund um 9/11 ist so lang, dass es schwer ist, diese im Kopf zu behalten. Was fällt mir auf die Schnelle ein?

Das vierte Flugzeug, das in Shanksville abstürzte, hinterließ nur einen Krater, der mit Müll gefüllt war. Keine Flugzeug-, keine Wrackteile, keine Koffer, keine Taschen, keine Leichen oder Leichenteile. Nada. Die Erklärung? Das Flugzeug wurde zur Gänze vom weichen Boden einer stillgelegten Mine verschluckt. Klingt nach einem schlechten Witz, ist aber die offizielle Erklärung.

Apropos Flugzeugteile. Beim Pentagon finden sich nur kleine Wrackteile, die in keiner Weise auf ein großes Passagierflugzeug schließen lassen, sondern vielmehr auf eine Drohne oder Rakete hindeuten. Warum ausgerechnet der US-Verteidigungsminister die kleinen Wrackteile am Rasen vor dem Pentagon aufsammelt, ist rätselhaft. Gab es nicht in den Stunden nach den Anschlägen Wichtigeres zu tun? Nebenbei hat das Passagierflugzeug mehrere Mauern des Gebäudes durchschlagen. Kreisrund und mannshoch sind sie, die Löcher. Wozu Aluminium so im Stande ist. Allerhand.

Der Reisepass eines Terroristen wird am Boden von „Ground Zero“ zufällig aufgefunden. Der Reisepass „überlebte“ demnach den Einschlag des Flugzeuges, die Explosion, das Feuer und schließlich den Gebäudeeinsturz. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass von über 1.000 Personen nicht mal ein DNA-Abgleich gemacht werden konnte, weil es einfach nichts mehr von ihnen gab.

Manche der „Augenzeugen„, die während des 11. Septembers im TV interviewt werden, erwecken den Eindruck, als würden sie ein auswendig gelerntes Script aufsagen („due to structural failure, because the fire was to intense“).

Die Polizeimeldung, dass ein Lieferwagen (auf der Seite waren die Twin-Towers mit einem Flugzeug aufgemalt) mit Sprengstoff angehalten wurde und sich der Fahrer, ein Israeli, lautstark beschwerte, dass sich die Polizei nicht um die Terroristen kümmere, verschwindet am nächsten Tag im memory hole.

Dann sind da die sogenannten „tanzenden Israeli“, die auf einem New Yorker Parkplatz festgenommen wurden und die – so berichten es Zeugen – gejubelt hätten, als die Türme einstürzten. Nach ihrer schnellen Freilassung hatten sie einen Gastauftritt im israelischen TV, wo sie sich brüsteten, Aufnahmen von den Anschlägen gemacht zu haben. In meinen Ohren klang es, als hätten sie bereits gewusst, was an diesem Tag geschehen würde. Warum kein Journalist nachgefragt hat, wie das Ganze zu verstehen sei, zeigt, wie es mit dem Journalismus in den letzten Jahren bestellt ist.

Milliardär Larry Silverstein mietete das WTC-Gelände samt Hochhäuser wenige Monate vor 9/11 und lässt sie gegen Terroranschläge so hoch versichern, dass keine Versicherung alleine dieses Risiko tragen möchte. Am Ende sind es zwei Dutzend Versicherungen, die sich das Risiko teilen. Silverstein ist es auch, der nach 9/11 in einem TV-Interview freimütig einräumte, dass die Feuerwehr das Gebäude WTC-7 „niederreißen“ musste (to pull), da das Feuer nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden konnte. Bitte zu beachten, dass bis dato noch kein Stahlskelettbau durch Feuer eingestürzt ist und Feuerwehrleute darüber natürlich Bescheid wissen. In investigativen Kreisen wird noch immer darüber diskutiert, wie Silversteins Aussage zu interpretieren sei. Wurde WTC-7 tatsächlich „abgerissen“, also gesprengt? Was freilich die Frage aufwirft, wie man ein 47-stöckiges Hochhaus innerhalb weniger Stunden „verkabeln“ kann. Deshalb ist der Einsturz von WTC-7 ein solcher Zankapfel. Wurde das Gebäude tatsächlich gesprengt, dann musste dies bereits vor 9/11 vorbereitet worden sein, was natürlich Pandoras Kistchen öffnen würde. Behörden und Medien sind sich jedenfalls darin einig, das größte Verbrechen des 21. Jahrhunderts als geklärt zu betrachten. Case closed! Deshalb versuchen Behörden und – vor allem – Medien den mysteriösen Einsturz von WTC-7 unter den Teppich zu kehren oder nur am Rande zu erwähnen. Apropos. CNN und BBC berichteten bereits VOR dem Einsturz des Gebäudes, dass es eingestürzt sei. Ja, das kann schon mal in der Hektik vorkommen, nicht?

Wer verwendete den Begriff „Ground Zero“ für das in Trümmern liegende WTC-Gelände und warum haben die Medien diesen Begriff sofort, beinahe unisono, übernommen? Würde man im September 2001 ein Lexikon aufgeschlagen haben, erführe man, dass damit der Ort einer Atomexplosion bezeichnet wird.

Gab es nicht Telefonate aus den entführten Flugzeugen? „Let’s roll!“ Die gab es – und auch wieder nicht. Widersprüchliche Angaben. Aber die Storys waren zu gut um sie zu hinterfragen. Theodore Olsen, damals immerhin Oberster Anwalt der USA, gab zu Protokoll, dass ihn seine Frau Barbara vom Flug AA77 (Pentagon) von ihrem Mobiltelefon angerufen und Details über die Entführer (Teppichmesser!) bekanntgegeben hätte. Fünf Jahre später teilte das FBI mit, dass diese Anrufe nicht über das Mobiltelefon stattgefunden hätten. Gab es demnach Bordtelefone? Laut einem Mitarbeiter der Fluglinie gab es keine. Und was machen wir aus der Tatsache, dass ein Mobiltelefongespräch nach dem Absturz noch für 15 weitere Minuten aktiv war? Über die mysteriösen Telefonate, die nie stattgefunden haben, berichtet Giulietto Chiesa .

Dann ist da die Sache mit der 9/11-Kommission, die den Anschlägen auf den Grund hätte gehen sollen. Aber von den zehn Mitgliedern, haben sich bereits sechs zu Wort gemeldet (bzw. ein Buch geschrieben) und bekanntgegeben, dass sie mit dem Endergebnis (Report) nicht zufrieden sind. Manch einer geht sogar so weit, zu behaupten, dass diese Kommission von Beginn an zum Scheitern verurteilt war, sei es, weil das Budget zu knapp, der Zeitrahmen zu eng und die Behörden zu unwillig waren, die notwendigen Auskünfte zu geben bzw. wichtige Unterlagen einsehen zu lassen. Wir haben es hier mit Sabotage zu tun. Angeordnet von ganz oben.

Kurz und gut, der Anschlag vom 11. September 2001 ist auch nach 18 Jahren ein Mysterium, ein Rätsel, ein Verbrechen, das noch nicht mal im Ansatz aufgeklärt wurde. Im Übrigen stelle ich keine Hypothesen an, was an diesem Tag tatsächlich geschehen ist, dazu sind die öffentlich zugänglichen Daten nicht ausreichend. Desghalb ist es umso wichtiger, die gewöhnlichen Bürger dazu zu bringen, für eine neue Ermittlung einzutreten. Es sollte eine juristische Untersuchung sein, mit weitreichenden Befugnissen der Staatsanwaltschaft bzw. der Grand Jury. Top Secret Unterlagen müssen eingesehen und wichtige Schlüsselspieler unter Eid befragt werden dürfen (wir erinnern uns an Bush Jr. und Dick Cheneys „Befragung“ hinter verschlossenen Türen – kein Eid, kein Protokoll). Forensiker müssen erneut ans Werk. Genauso Chemiker, Ingenieure, Piloten und Techniker. Diesmal sollten das Weiße Haus, das FBI und die CIA die die Ermittlungsarbeiten unterstützen und nicht sabotieren, um so eine lückenlose Aufklärung zu ermöglichen.

Leider ist die Mehrzahl der gewöhnlichen Bürger noch immer der Meinung, dass eine große Lüge nicht lange Bestand hätte, weil „irgendwann würde ja sicherlich einer auspacken“. Aber die Wirklichkeit zeigt, dass die größten Lügen am einfachsten aufrechterhalten werden können – eben weil der gewöhnliche Bürger es nicht für möglich hält, in diesem Ausmaß belogen zu werden. Mondlandings, you know.

Für all die Truthseekers da draußen, sieht es so aus, als würde ein seltsamer Zauber die Menschen daran hindern, klar zu sehen, klar zu denken. All das erinnert frappant an das alte Märchen Des Königs neue Kleider. Solch ein magischer Zauberbann ist demnach keine Erfindung der modernen Psychologie. Es geht vorrangig um den sozialen Status des Einzelnen, damals wie heute. Der Obrigkeit zu widersprechen konnte einem in vergangenen Zeiten den Kopf, heutzutage die Karriere kosten. Die Gefahr des sozialen Abstiegs lässt viele Leute verständlicherweise die Augen schließen.

Fehlt es unserer heutigen Zeit an Helden, die bereit sind, sich für Wahrheit und Ehrlichkeit einzusetzen? Oder braucht es einfach nur Kinder, ohne Scheu, ohne Angst, die lautstark ausrufen, dass der König keine Kleider trägt, sondern vollkommen nackt ist?

Die Wiederholungsprüfungen des Lebens

Als ich heute Morgen im Café mein Frühstück (Mokka mit Schlagobersgupf) zu mir nahm, hörte ich vom Nebentisch eine Dame sagen, dass sie auf ihren Enkel warte, der eine Wiederholungsprüfung zu machen hat. Das Wort „Wiederholungsprüfung“ hat in meinem Kopf eine gehörige Lawine an Erinnerungen zu Tal und ans Licht befördert. Freilich keine angenehmen.

Wie lange mag das jetzt her sein? Vor über 30 Jahren musste ich mich dieser Prüfung (und weitere sollten im Verlauf der Schulzeit folgen) stellen. So viel hängt davon ab. Wie kann eine Gesellschaft solch eine Folter erlauben und gutheißen? Noch dazu trifft es junge Menschen, unsicher, was die Welt (und das Berufsleben) im Köcher für sie hat. Grausam, dieses ernste Spiel mit unreifen Seelen.

Freilich, die Schule ist nur Teil eines Räderwerks, das tut, wie es (einstmals) konstruiert wurde (analog einer Fabrik). Möchte man also eine Änderung vornehmen, dann geht das nur über die Gesellschaft selbst. Eine Unmöglichkeit, ich weiß.

Auf dem Nachhauseweg dachte ich an all die Prüfungen, die einem das Leben abverlangt. „Der Sinn des Lebens ist es, stärker zu sein“, hatte Wolfgang Ambros einst gesungen. Damals, als ich es Mitte der 1980er Jahre zum ersten Mal hörte, verstand ich nur Bohne, trotzdem merkte ich mir diese Zeile. Vielleicht, sagte ich mir, offenbart sich mir einmal der Sinn des Lebens.

Und dann? „Dann schreib ich ein Buch darüber und werde ein berühmter Schriftsteller.“ Ach, wie herrlich schillern all unsere Jugendträume gleich einer Seifenblase, die zum Himmel schwebt.