Alle Beiträge von Richard K. Breuer

Schriftsteller & Verleger

BuchQuartier 2019 Resümee und die Lisafizierung meines Wellenlängen-Receivers

Am Wochenende im MuseumsQuartier meine Bücher ausgestellt und – so es jemand ernsthaft darauf anlegte – verkauft. Das milde Herbstwetter am Sonntag war wohl dafür verantwortlich, dass die Besucherzahl unter den Erwartungen blieb. Exakte Zahlen hab ich freilich keine, das ist einfach eine persönliche Einschätzung. So ich nicht gerade den einen oder anderen Besucher über meine Publikationen aufgeklärt habe („Historische Roman-Reihe … Agatha Christie Krimi … Wiener Krimikomödie … Kennen Sie den Film ‚Der dritte Mann‘? …), besuchte ich meinen Tischnachbar und Spezi Jürgen (Septime Verlag) und fachsimpelte mit ihm über Gott und die Verlagswelt. Als aufstrebender Quereinsteiger-Verleger hat er zahlreiche Anekdoten und viele amüsante Erlebnisse im Repertoire. Das verkürzte uns die Wartezeit auf den nächsten Besucheransturm.

Ja, ich war ziemlich früh da, zum Aufbauen!

Bezüglich der sogenannten Verkaufsgespräche habe ich noch immer nicht den Experten-Durchblick. Auf meinen kurz eingeworfenen Hinweis, dass die Bücher alle von mir sind („Ja, die hab ich alle selbst geschrieben und veröffentlicht!“), reagieren die einen unbeeindruckt („Und?“) und die anderen erstaunt („Wirklich? Da haben Sie ja viel geschrieben!“). Ist jemand interessiert, ist es mein Enthusiasmus, der schließlich den Ausschlag für den Kauf gibt. Ich bemerke nämlich, wenn die Chemie nicht stimmt, wird meine Stimme monoton, mein Verhalten defensiv. Ich schätze, in einem Verkaufsseminar würde man mir das schon austreiben, aber ich bin wie ich bin und eine weitere Maske aufzusetzen, will mir gar nicht gefallen.

Die Lisafizierung meines Wellenlängen-Receivers!

Kommen wir zu Lisa. Eine junge sympathische Frau, die sich eingehend für meine Bücher zu interessieren schien und die Absicht hatte, ihrer Großmutter einen Krimi zu schenken. Ich konnte nicht umhin, Brouillé in den höchsten Tönen zu loben und anzupreisen. Gerade für die ältere Generation sollte solch ein geradliniges Kriminalstück („Hercule Poirot lässt grüßen“) alte Erinnerungen wecken. Schließlich verabschiedete sie sich mit den Worten „Ich werd‘ Geld abheben gehen und komme dann …“ Ja, und dann, dann ward sie nie wieder gesehen. Ähnlich erging es mir zwei Mal am Spiel(e)fest, wobei viele Jahre dazwischen liegen. In allen drei Fällen (vielleicht waren es sogar mehr) hatte ich ein reizendes, sehr wohlwollendes Gespräch. Man war sogleich per Du, tauschte die Vornamen aus und plauderte munter darauf los. Ehrlich, ich hätt diesen Damen (Mädls darf man in dieser überkorrekten Epoche nicht mehr öffentlich schreiben; was wohl der gute Schnitzler darüber sagen würde?) die Bücher ja geschenkt, wissend, dass es ihnen, den Bücher, bei ihnen, den Mädls, gut gehen würde. Man hört ja immer wieder, wie brutal und grausam manche Besitzer mit ihren Büchern umgehen, nicht?

Jedenfalls beschäftigte mich diese Nichteinlösung eines gegebenen Wortes. Wobei, so ehrlich muss ich schon sein, versprochen hat mir keine etwas. Vielmehr träumte sich mein Schriftsteller-Kind (Sigmund F.) in eine bunte und blühende Phantasie. Und wenn wir eines über alte Schriftsteller wissen, dann ist es der Umstand, dass sie bei hinreißend sympathischen Mädls den Kopf verlieren und sich wie Idioten verhalten (schlag nach bei Goethe). Gut, gut, vielleicht sollte ich mal meinen Wellenlängen-Receiver zum Service bringen.

Ein Mädchen gegen den Rest der sturen Welt

Anderes Thema. Auf meinem Tisch lag auch eines meiner beiden letzten Exemplare von Con$piracy: Eine andere Wahrheit. Ich dachte mir, falls sich jemand dafür interessiert, schick ich ihm gegen Kostenersatz eine E-Mail mit dem PDF der Arbeitsunterlage. In den zwei Tagen hatte freilich nur eine Person das über 600 Seiten dicke Buch vom Tisch genommen und darin geblättert. Diese Person war ein hochgewachsenes Mädchen aus Oberösterreich, das noch ihre Matura abzulegen hatte. Danach, hieß es, wolle sie auf eine technische Universität gehen. Ehrlich, ich kam und komme aus dem Staunen nicht heraus. Ich versprach, ihr das PDF zukommen zu lassen, was ich im Anschluss an diese Bloggerei tun werde. Vielleicht, sag ich mir, setzte das Schicksal an diesem Wochenende seinen Hobel an und deutete mir an, dass es noch Hoffnung gäbe, mit der Welt, mit der jungen Generation. Im gegenwärtigen Klima der Hysterie ist es bekanntlich verpönt, sich seines eigenen (gesunden) Verstandes zu bedienen; lautstarke Gefühlsduselei macht jeglichen sachlichen Diskurs unmöglich.

2020 wird das Jahr des George Orwell!

Apropos. George Orwells Ableben jährt sich 2020 um 70. Male. Das bedeutet, dass seine Schriften nun gemeinfrei erhältlich sind, da das Urheberrecht erlischt. Vielleicht ist es für mich nun an der Zeit, seinen Roman 1984 neu zu übersetzen und mit Anmerkungen zu versehen, die dem heutigen Leser anzeigen, wie weit sich seine dunkle Zukunftsvision bewahrheitet hat.

Schwarzkopf

Humor hat, wer trotzdem lacht. Deshalb arbeite ich gerade an der 4. Auflage von Schwarzkopf. Eine Hand voll zeitgemäßer amüsanter Seitenhiebe möchte ich unbedingt hinzufügen. Ei, was für ein Spaß.

besuch mich im BuchQuartier 2019: 7./8.Dezember im MQ

Dieses Wochenende, 7. und 8. Dezember, werde ich meinen Mann respektive Autorverleger im Wiener MuseumsQuartier stellen. Das BuchQuartier ist von 11 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Bücher können für bare Münze bei den Ausstellern erworben werden.

Nebenbei bemerkt, wenn alles klappt, werde ich am Sonntag die letzte Lesung halten (18h30). Ich werde aus Erik lesen. Natürlich nur die jugendfreien Passagen 😉

Und ja, über Besuch würd ich mich sehr freuen. Nur dass du es weißt.

wehe dem, der nicht klatscht: Woke Hollywood goes broke

Die beiden Kinofilme Terminator Dark Fate (blog) und Charlies Angels (2019), sowie die TV-Serie Batwoman sind ordentlich gefloppt und haben an den Kinokassen bzw. bei den Einschaltquoten eine Bruchlandung hingelegt. Wie bereits beim Fiasko Ghostbusters (2016) und dem lauen Superheldenfilm Captain Marvel (blog) war die Ursache dieser finanziell-kreativen Abstürze schnell gefunden: Männliche Kinogeher, die es nicht ertragen konnten, „starke Frauen“ und Minderheiten in Hauptrollen zu sehen, riefen zum Boykott auf und bombardierten die Foren mit negativer Kritik. Das ist jedenfalls der Tenor, der aus Hollywood und liberal-progressiven Kreisen zu hören ist.

Go woke, go broke

Die verantwortlichen Filmemacher treten somit die Flucht nach vorne an. Vorbei die Zeiten, als sich Regisseure für ihre Flops entschuldigten: (beispielsweise Joel Schumacher und seine ungewollte Lachnummer Batman & Robin 1997) oder die Produzenten zähneknirschend die Schecks ausstellten (Heaven’s Gate, 1980 / Cutthroat Island, 1995). Seit jedoch political correctness in Hollywood Einzug hielt, ist nichts mehr wie es früher einmal war. Die kulturmarxistischen Sittenwächter in den Medien fordern lautstark Gleichberechtigung in allen Belangen: Haupt- und Nebenrollen sollen vermehrt mit Frauen, Minderheiten und LBQT-Charakteren besetzt, mehr progressive Themen behandelt, das Patriarchat verteufelt, die traditionelle Familienstruktur belächelt, die christlich-westlichen Werte ignoriert und Männer, die ohne Fehl und Tadel sind, in den Allerwertesten getreten werden. Kurz und gut, die Filme sollen mehr woke sein.

Nun, noch leben wir in einer Gesellschaft, in der es jedem einzelnen erlaubt ist, sich für oder gegen den Kauf eines Kinotickets zu entscheiden. Vielleicht, wer weiß, wird eine Zeit auf uns zukommen, in der es verdächtig ist, einen progressiv-liberalen Aufklärungsfilm nicht im Kino gesehen bzw. diesen nicht in den höchsten Tönen gelobt zu haben. Ähnliches konnte man ja seinerzeit im leninistisch-stalinistischen Gleichberechtigungsparadies erleben, wo Parteifilme ausnahmslos von Genossen und Genossinnen beklatscht und bejubelt werden mussten. Wehe dem, der seinen grenzenlosen Enthusiasmus nicht den nötigen Ausdruck verlieh. Gewiss, damals wurde man auch schon für geringere politische „Verbrechen“ vom NKWD abgeholt, gefoltert und schließlich nach Sibirien verfrachtet.

Action? Here we go!

Wie dem auch sei, ich möchte auf zwei gut gemachte Action-Flicks hinweisen, in denen jeweils eine starke Frauen die Hauptrolle spielt und in denen die Männer nicht wie vollkommen unfähige Idioten mit einem IQ knapp über Raumtemperatur dargestellt werden:

Atomic Blonde (2017) mit Charlize Theron ist ein realistisch anmutender Spionage-Thriller, der während des Kalten Krieges in Berlin der 1980er spielt. Der männliche Gegenspieler ist ein gut aufgelegter James McAvoy, der sichtlich Spaß hatte, die schauspielerische Sau aus sich raus lassen zu dürfen. Die Action-Szenen sind wahrlich eine Augenweide. Falls Sie den Film nicht kennen, auf youtube sollte ein Videoclip zu finden sein, der die besonders gelungene Kampfeinlage im Stiegenhaus zeigt. Muss man und frau gesehen haben. Die Kamera folgt mehrere Minuten der Protagonistin, wie sie sich ihren Weg freiprügelt und -schießt, ohne dabei auf theatralische Musik zu setzen oder mit schnellen Schnitten zu verwirren. Eine wahrlich beeindruckende Kampf-Choreographie!

Der andere empfehlenswerte Film ist Anna (2019) von Luc Besson. Die Ähnlichkeiten zu Nikita (1990) und dem schwachen amerikanischen Remake Point of No Return (1993 – Das Kinoplakat hatte ich mir seinerzeit aus New York mitgenommen) sind nicht zu verkennen – aber 30 Jahre sind eine sehr lange Zeit im Filmuniversum und Luc Besson hat in der Zwischenzeit im femme-fatale-Genre dazugelernt. Der Film ist ein mit Action versehener klassischer Spionagefilm, der mit Überraschungen aufwartet und den Zuschauer bis zum Schluss im Dunkeln tappen lässt. Die russische Schauspielerin Sasha Luss, die die Hauptrolle spielt, überzeugt jedenfalls in allen Belangen.

creativity vs. cash grab

Da liegt jedenfalls die Häsin im Pfeffer: Atomic Blonde und Anna (noch mehr: Joker) sind Filme, die eine kreative Wertigkeit haben. Die Verantwortlichen hatten eine ganz bestimmte Vision und setzten alles daran, diese in eine Filmsprache umzusetzen. Anders Terminator Dark Fate, Charlies Angels oder Ghostbusters (2016), die aus rein finanziellen Gründen vom Management aus der Taufe gehoben und mit progressiv-liberalen Tamtam vermarktet wurden. Dass diese Filme gefloppt sind, ist als gutes Zeichen zu sehen. Wir Kinogänger wollen einen gut gemachten Film sehen, in der alle Beteiligten mit ganzer Kraft an einem kreativen Strang ziehen, an einer Vision arbeiten und die Sache ernst nehmen. Was wir nicht wollen ist ein weiteres lustlos abgedrehtes Malen-nach-Zahlen-Filmchen, dessen Drehbuch in der Marketing-Abteilung entstanden und vom Ministry of Truth genehmigt worden ist.

Star Wars The Rise of the Shitstorm & A new hope

Apropos. Bald wird der dritte und letzte Teil der neuen Star Wars Saga The Rise of Skywalker in die Kinos kommen. Nach dem (berechtigten!) Shitstorm, der sich über The last Jedi (hier meine gebloggten Gedanken) ergoss, wird sich zeigen, ob Disney den Gold-Karren noch aus dem Dreck ziehen kann. Der Konzernvorstand dürfte jedenfalls den „Sturm im Kinoglas“ ernst genommen haben: Die neue Disney+ TV-Serie, die im Star Wars Universum spielt (The Mandalorian), ist der perfekte Buben-Traum: ein Science-Fiction-Western mit coolen Kerlen und vielen Shootouts. Kein Wunder, wenn nun Stimmen in den sozialen Medien laut werden, dass Frauen in der TV-Serie zu kurz kommen würden.

Titanic? 1943!

Vielleicht wird das Jahr 2019 jenen Wendepunkt markieren, der Hollywood zur Besinnung gebracht hat. Aus heutiger Sicht ist es noch nicht abzusehen, ob Filmstudios und Kreative auch in Zukunft vor den progressiv-liberalen Sittenwächtern zu Kreuze kriechen und diesen allerlei Zugeständnisse einräumen. Wenn Hollywood eines versteht und immer verstanden hat, dann ist es, dass Kinofilme Geld einspielen müssen. Ohne Geld gibt’s ka Musi, heißt es ja bekanntlich. Es sei denn, jemand im Hintergrund ist bereit, für Propaganda-Arbeiten tief in die Tasche zu greifen. Weil, wenn es darum geht, die Gesellschaft zu formen oder Feindbilder zu schaffen, dann hatte Geld noch nie eine große Rolle gespielt. Schlag nach beim einstigen Propagandaminister Goebbels, der das Filmprojekt Titanic (1943) finanzieren ließ, welches am Ende die teuerste Filmproduktion seiner Zeit war. Der Schuss ging freilich nach hinten los: Goebbels musste die Aufführung des Films in Deutschland verbieten, da er auf Grund der Kriegslage eine Demoralisierung des Volkes befürchtete.

Wir sehen, das Publikum ist – wie Graf Mirabeau einst beteuerte – eine undankbare Geliebte.

Spielefest 2019 im Wiener Austria Center 15.11-17.11

Das Spielefest im Wiener Austria Center öffnet dieses Wochenende (15.11.-17.11.) seine Pforten und es gibt zahlreiche Brett- und Kartenspiele zum Ausprobieren.

Ich werde am Stand von frisch gespielt meinen Mann und Autor stehen. Mit dabei natürlich meine Bücher. Falls du am Spielefest bist, würd’s mich freuen, wenn du mich besuchen kommst. Vielleicht brauchst du ja noch literarische Weihnachtsgeschenke – direkt vom Erzeuger und garantiert laktosefrei 😉

Die ausgewählte Schoko gibt’s dazu, freilich nur für gaaanz besonders liebe Kunden.

P.S: Die absurde ScienceFictionFantasyComedy Ro2069B muss ich nachbestellen.

facebook: https://www.facebook.com/events/386302192209237

PIATNIK: SMART 10 #SPIEL #KurzKritik

Letztens hat mich der Wiener Spieleverlag PIATNIK eingeladen, deren Neuheiten am Brettspielsektor auszuprobieren. Nach der Messe in Essen konnte ich deshalb ein weiteres Mal SMART 10 unter die Lupe nehmen. „Das Quizspiel der besonderen Art“, erdacht von zwei Wienern, überzeugt in allen Belangen. Man möchte nicht glauben, dass man in diesem Spielgenre noch überraschen kann, aber die Idee samt Umsetzung bringt frischen Wind in die Frage-Antwort-Spielerei.

Funktionieren tut die Sache ziemlich einfach: in der großen kreisrunden Öffnung der quadratischen Quizbox sind 10 Fragen wie auf einem Ziffernblatt angeordnet, während die 10 Antwort jeweils unter einem Knopf versteckt sind. Der erste Spieler kann sich demnach die für ihn einfachste Frage aussuchen, die Antwort geben und, in dem er den Knopf entfernt, überprüfen, ob sie stimmt. Liegt er richtig, behält er den Knopf und gibt die Box weiter. Der nächste Spieler sucht sich nun eine der verbliebenen 9 Fragen aus usw. Es geht so lange, bis alle Fragen beantwortet sind oder keiner mehr eine Antwort geben möchte. Gibt ein Spieler eine falsche Antwort, muss er alle sein bisherig gesammelten Knöpfe abgeben und geht für diese Runde leer aus.

Dadurch, dass alle Spieler mit der selben Frage konfrontiert sind, kommt es zu spannenden Duellen. Ich kann das Quiz guten Gewissens empfehlen. Weitere Fragen-Pakete, so hat man mir versichert, sind in Arbeit. Einziger Kritikpunkt (wohl eher Wermutstropfen), den ich finden konnte, ist vielleicht der Preis des Spiels. Es wäre deshalb zu wünschen, dass die demnächst erscheinenden zusätzlichen Fragen-Pakete eine moderate Preisgestaltung erfahren. So würde die Anschaffung einer Quiz-Box als Investition angesehen werden können.

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Übrigens, vom 15. – 17. November findet wieder das Spiele-Fest im Wiener Austria Center statt. Dort dürfen Brett- und Kartenspiele nach Herzenslust ausprobiert und – so das Taschengeld reicht – auch gekauft werden. Solltest du dort sein, würde es mich freuen, wenn du mich am Stand des Spielemagazins frisch gespielt besuchst.