Alle Beiträge von Richard K. Breuer

Schriftsteller & Verleger

Paris, mon amour

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Nun ist es also soweit. Morgen Nacht sitzt der Dichter zu Wien am Gare du Nord und hofft, abgeholt zu werden. Laptop wird mitgenommen – Akku ist zwar kapütt, aber ansonsten funktioniert das Werkl so halbwegs. Oder sollt ich mir noch schnell einen neuen kaufen? Der jetzige war auch ein Spontankauf, vor 4 Jahren, weil ich unbedingt die Idee zu Rotkäppchen fest- halten musste. Im Geschäft gab es genau zwei zur Auswahl. Ich entschied mich für den einen deshalb, weil er so hübsche blaue Lämpchen hatte und noch immer hat. Äh, ja, natürlich hatte er auch 128 MByte mehr Arbeitsspeicher als der andere.

Ach ja – heute die letzte Vorstellung vom „Katrinchen“ besucht. Irgendwie rührend. Ein Plakat zerknittert mit nach Hause genommen. Wird bald eingerahmt an der Wand hängen. Da könnte ich gleich noch ein paar am Boden stehende Bilder mit aufhängen. Aber es ist mir ein Gräuel, einen Nagel in die Wand zu hämmern. Ist mir zu unflexibel. Am besten, ich lehne es dann einfach an die Wand. Geht ja auch. Irgendwie.

Maureen hat mich auf „Summer Wine“ aufmerksam gemacht. Das Video ist nicht von schlechten erotischen Eltern. Uschi Obermeiers Leben sei Dank, welches als Vorlage dient.

Peut-être werd ich in Paris online gehen. Oui, oui, c’est possible. Au revoir, mes amis.

[update 8.06.07] da war doch glatt der falsche Link zum Video gesetzt … wie konnte das nur passieren?

„Über die Liebe“

von Henry Beyle (Stendhal) verkaufte sich zu seinen Lebzeiten gerade 22 Mal. Derweil liest es sich gut. Ob man(n)/ frau da noch was lernen kann? Wer einen Blick riskieren will, bitte sehr: gutenberg

Die Kartause von Parma hingegen, die liest sich wie eines meiner alten Schulaufsätze. Erschreckend. Zugegeben, ich habe nur in die Schlachtendarstellung reingelesen, es virtuell durchgeblättert, aber in die Balzacsche und Zweigsche Bewunderung kann ich nicht einstimmen. Vermutlich fehlen mir dazu 21 Gramm Genie.

O-Ton Stendhal: „Während ich die Kartause schrieb, habe ich jeden Morgen, um den Ton zu stimmen, zwei, drei Seiten im Bürgerlichen Gesetzbuch gelesen. Ich wollte immer natürlich sein. Ich will die Phantasie des Lesers nicht mit unechten Mitteln gewinnen.“

perfektes Blog-Styling

Es gibt Blogs, die sehen derartig gut gemacht aus, so irrsinnig glatt und gestylt, dass man nicht weiß, wer da seine schreibenden Finger drinnen hat. Ich denke, ab dem Zeitpunkt, ab dem du nicht mehr klar sagen kannst, ob hinter dem Blog ein einzelner Mensch oder eine Gruppe steht, ab dem Zeitpunkt ist es die neue Form eines virtuellen journalistischen Magazins. Das kann sehr gut gemacht sein. Ist es auch zu meist. Aber ich, für meinen Teil, möchte mit Menschen zu tun haben, die etwas über sich erzählen wollen und können. Möchte einen Namen. Ein Geschlecht. Ein Bild. Ansonsten tut es das Magazin am Kiosk, in der Trafik auch. Dafür braucht es nicht das Web 2.0.

Einnahmen vs. Ausgaben 2006

Geschafft. Mein Spesenverteiler für 2006 ist fertig. Hm?! Nein, eigentlich war er natürlich bereits Anfang 2007 fertig – falls jemand von der Finanz fragen sollte. Der sorgfältige Kaufmann stellt die Einnahmen und die Ausgaben so bald wie möglich zusammen. Ja, ja, so sorgfältig sollt er schon sein.

Wer also wissen will, ob sich so ein Privatdruck denn rechnet, dem darf ich folgende Zahlen präsentieren:

113 171
1667,20

171 Exemplare wurden mir 2006 aus der Hand gerissen. 113 Personen waren im Gegenzug bereit, mir dafür Geld zu überweisen bzw. bar auszuzahlen, was sich mit dem Sümmchen von € 1667,20 niederschlägt. Die Druckkosten für 250 Stück betrugen € 1.595,- die Kosten für Lektorat und Software sind gesondert zu sehen!

Wir sehen, es läppert sich zusammen.
Und, seien wir ehrlich, wegen des Geldes, also nein, wegen des Geldes mach ich mir nicht die Mühe! Blöd, wenn ich dann gefragt werde, wie viel ich schon verkauft habe. Zu meist lächle ich freundlich und murmle „Etwa 200 Stück“. Das beruhigt den Fragesteller zu meist, weil er endlich im Kopf zu multiplizieren und zu rechnen beginnen kann. Ja, heutzutage wird alles und jeder auf die Waagschale gelegt und abgewogen. Was und wer sich nicht rechnet, wird verächtlich auf den Müll der Illusionen geworfen. Aber man möchte nicht meinen, welch wunderbaren Blüten dort gen Himmel sprießen!