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ein falscher Hase und eine Reise nach Amstetten

Als ich am Sonntag auf der Comic- und Filmbörse meine Bücher präsentierte, sozusagen feil bot, wurde ich wieder überrascht. Immer, wenn man sich darauf einlässt, wenn man einen Schritt aus seinem geschützten Bereich heraus macht, kann einem so etwas passieren. Muss nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit steigt. Natürlich. Heute reise ich noch nach Amstetten, eine Kleinstadt irgendwo im Westen Österreichs, zwischen Linz und St. Pölten gelegen. Dort gibt es eine Handelsakademie, wo ich aus Schwarzkopf lesen und aus dem verlegerischen Nähkästchen plaudern werde. Liebend gerne hätte ich natürlich aus den Tiret-Bänden zitiert, aber das war nicht so sehr gewünscht. Verständlich. Wer will sich mit diesem scheinbar verworrenen vorrevolutionären Damals abgeben? Ist heute nicht alles anders?

Gestern in einer dieser mieselsüchtigen alles hinterfragenden Stimmung gewesen. Solche Phasen gibt es, muss es vielleicht auch geben. Weil man für eine Zeit stehen bleibt und sich wundert, warum alles so schnell geht. Wer sich im weltweiten Netz herumtreibt, Postings und Kommentare verfasst, einen Blog schreibt, seine Webseite regelmäßig aktualisiert, der bemerkt dieses Rasen, dieses Hetzen. Als würden wir wie die Windhunde einem falschen Hasen nachlaufen oder – vielleicht nicht mehr ganz passend: wie der Esel, der einer Karotte hinterher trippelt und dabei einen schwer beladenen Karren zieht. Die Schnell-Lebigkeit führt sich alsbald ad absurdum. Gewiss. Weil es ja kein Ziel gibt,  nur einen falschen Hasen. Du kannst also so schnell laufen wie du magst, du wirst nicht erreichen, wonach du dich so sehnst – besser: wonach du sehnend gemacht wirst.

Erst vor wenigen Tagen mit iX. lange im Café geplaudert. Sie ist in meinem Alter. Ihre biologische Uhr tickt (sagt sie!), sie möchte noch ein Kind, aber die Männer, die sie bis jetzt getroffen hat, wollen davon nichts wissen. Vier Jahre lang hat sie eine Beziehung gelebt, in der Hoffnung, dass ER sich doch noch für ein Kind entscheidet. „Verfluchte Hoffnung“, lautete einst mein kurzes Poem – und in Azadeh habe ich es literarisch auf den Punkt gebracht. Ja, diese „verfluchte Hoffnung“, sie treibt uns an, aber lässt uns auch allein zurück. Warum fällt mir das jetzt ein? Weil es zeigt, worum es geht. Wirklich geht. Um das Reale, um das Physische, um das Echte. Aber immer mehr driften wir ab, in virtuelle Welten und erträumen uns ein Leben, das es in der Wirklichkeit nicht gibt. Wir gestalten Profile, zeigen uns im besten Licht und gieren nach Aufmerksamkeit. Wir agieren wie Unternehmer, nicht mehr wie Menschen. Wer einen Blog hat, bemerkt bald, dass er mit den üblichen banalen Versatzstücken mehr Leser anspricht, als mit wichtigen Fragen (die Antworten muss jeder selber finden). Der Blogger, der anfänglich nur schreibt, weil es die Möglichkeit gibt, zu schreiben, wird früher oder später nicht nur Redakteur oder Journalist, sondern auch Herausgeber und Chefredakteur, Pressesprecher und Marketing-Leiter. Es entsteht eine Diskrepanz – wie sie auch im wirklichen Unternehmens-Alltag auftaucht: der Journalist hat qualitative/literarische Maßstäbe, der Herausgeber will die Auflage erhöhen und der Marketing-Leiter will am Werbekuchen großer Unternehmen mitnaschen. Man kann diesen Spagat nicht machen. Unmöglich? Unmöglich! Wer es versucht, wird es bald bemerken. Ja, da gäb’s viel zu sagen, viel zu schreiben. Period!

FB. hat mir nun die Druckfahne zu MADELEINE durchgesehen und kleinere Korrekturen angemerkt. Die nächsten Tage werde ich mich also ins Jahr 1789 zurückziehen und einen endgültigen Punkt zum Band III machen. Jedenfalls, was den Text betrifft. Wann das Buch gedruckt wird, hängt ja von der Mitgliederzahl im Club der 99 ab. Bis dato haben mir vierzig Leute das Vertrauen ausgesprochen, rund zehn wollen ebenfalls mitmachen, haben aber die Münzen noch nicht auf den Tisch gelegt. Die Hälfte ist also erreicht. Auch nicht schlecht.

 

Glattauer, Cruz, Glavinic und andere Augenauswischerein

Die Kurzfassung für alle, die es eilig haben: Wäre ich bekannter, berühmter und erfolgreicher, würde ich keine laaangen Blog-Beiträge verfassen, sondern mir in Havanna die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, einen Cocktail schlürfen und auf Hemingways Schreibmaschine ein breuereskes Werk verfassen. Und wenn ich gerade dabei bin, tät ich sicherlich ne Zigarre paffen. Ich denke, damit haben Sie den Kern dieses (und aller zukünftigen Beiträge) erkannt. Sie sehen, ich habe Ihnen viel Zeit erspart. Schließen Sie mich also in Ihrem nächsten Gebet um Steuersenkungen, Armenausspeisungen und Medienkontakte mit ein.

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Eigentlich hätte ich ja längst den längeren Eintrag zum Museum Liechtenstein schreiben sollen, aber ich warte noch auf die eine oder andere Antwort und so lange ich diese nicht habe, will ich nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Gut. Gut. Deshalb – sehr unüblich um diese recht späte Uhrzeit – kurz ein paar Zeilen über Vergangenes und Zukünftiges. Es soll ja Leser geben, die sich hin und wieder für die leisen Zwischentöne meines Tuns interessieren. Angeblich.

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Title : MA VILLE Ean : 9782951645547
MA VILLE Ean: 9782951645547 prix: 11 euros Edition Populaire

Vermutlich ist das kleine Päckchen – besser: luftgepolstertes Kuvert – schon ein paar Tage im Postkasten gelegen, bis ich es endlich entdeckte – besser: ich mal die Post holte. Das Kuvert hatte eine längere Reise hinter sich. Ich gehe davon aus, dass sie strapaziös war – auch wenn man es ihm nicht ansah. Der Absender ist ein glühender Fan meiner Schreibe. Das klingt natürlich ein wenig überzeichnet – und ist doch untertrieben! Wir halten fest: Gunar kommt aus Maastricht. Er stolperte in XING über einen meiner Einträge. Er bestellte kurzerhand Tiret. Später dann Brouillé. Und ich glaube, er hat auch Rotkäppchen 2069 genommen. Und Schwarzkopf? Vermutlich. Müsste ich nachsehen, aber gehen wir mal davon aus, dass er alle meine (noch erhältlichen) Bücher hat. Mehr noch, er war der erste, der beim Club der 99 sofort mit den 25 Münzen bei der Hand war und sie mir nach Wien schickte. Seine Rezension zu den Tiret-Bänden im XING-Bücher, Bücher, Bücher – Forum quellen über vor Begeisterung – und ich kann dazu nur freundlich nicken, weil es sich als Autor nicht ziemt, dem Rezensenten überschwänglich zu danken. Man muss schon die Distanz wahren. Mehr oder weniger. Jedenfalls hat mir Gunar ein kleines, quadratisches Büchlein ins gepolsterte Kuvert gesteckt – und dazu einen von Hand geschriebenen Brief. Sehr persönlich gehalten. Ich war und bin zutiefst gerührt. Weil es nicht selbstverständlich ist, dass man mir ein Geschenk macht, weil meine Bücher „so viel Spaß gebracht haben“. Ja, ja. Das Büchlein Ma Ville,  je l’aime ist eine bitterbös schwarzhumorige, beinahe zynische Liebeserklärung an Paris in dunklen Strichen skizziert, mit wenigen (bis gar keinen) Worten auskommend. Gezeichnet ist es famos. Mir gefällt der Stil. Und der Humor bricht schon mal die politische Korrektheit mit einer brachialen Härte entzwei. Respekt. Und so bleibt mir wohl nur, mich bei Gunar auf diese Weise zu bedanken, mit diesen Zeilen. Und wenn er dann mal Madeleine in Händen hält, wird er sich sagen können: ich habe großen Anteil daran. Oui, das hat er 🙂

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.frisch gespielt – das Spielemagazin 3/2010 ist vorgestern in Druck gegangen. Diesmal bin ich sehr zufrieden mit mir. Auch wenn ich das Endresultat noch nicht in Händen halte, so gehe ich davon aus, dass uns ein großer Wurf gelungen ist. Auf der Buchmesse werde ich alle Ausgaben, die ich designt habe, wohlfeil bieten. Wir werden hübsche  und supergünstige Pakete schnüren, mit guten Brett- oder Kartenspielen oder meinen Büchern, vorrangig natürlich Schwarzkopf. Wer also mal das 52seitige Magazin aus nächster Nähe anschauen und durchblättern möchte: BUCH WIEN Stand 732, direkt gegenüber der Messe-Buchhandlung. Das groooße Schwarzkopf-Plakat sollte den Weg leuchten.

So nebenbei sei angemerkt, dass mir die liebe Autorenkollegin Helene Köppel (link) im Spiele-Magazin über den Weg gelaufen ist. Sie hat nämlich zum Brettspiel Carcassonne – Das Schicksalsrad (link) den zugehörigen historischen Roman geschrieben, der nun gemeinsam im Paket mit dem Spiel verkauft wird. Es ist schon merkwürdig, wie die Fäden der Begegnungen so verlaufen. Die gute Helene war die erste Autorin aus einem Publikums-Verlag, die sich mit mir ernsthaft befasst hat, mehr noch, sie hat mich von Beginn an unterstützt, sei es, dass sie meine Bücher gegen viele Münzen gekauft (während sie mir z.B. Die Affäre Calais (amazon) einfach so nach Hause schickte, natürlich reizend signiert), sei es, dass sie ihr Lob über die Tiret-Bände (Schwarzkopf gefiel ihr auch, bitteschön!) nicht verheimlichte, sondern in Rezensionen bekannt machte. Wer auf die Umschlag-Rückseite von Brouillé guckt, wird die Helene dort finden. Hier gibt’s die Seite mit der Spiele-Rezension als PDF: link

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Christoph, Gründer des ebook-stores beam-shop, hat mir einen Flyer zu Der Fetisch des Erik van der Rohe gesponsert. 2500 Stück werde ich nächste Woche bekommen. Ich habe sie heute gestern in die Druckerei geschickt. Die Zeit drängte, da ich sie ja während der Buchmesse verteilen möchte. Es gilt auf das ebook LYDIA hinzuweisen, das für schlappe 99 Cent zu haben ist. Für über 40 Seiten sollte es ein angemessener Preis sein, nicht? Gut, über den Inhalt kann man vermutlich streiten. „Glattauer für den reifen Leser“, ist dahingehend mein Werbe-Slogan. A., die bereits einige Kapiteln lesen durfte, bestätigte es mir offiziell auf meiner facebook Fan-Seite zu Erik. Ach ja, wer noch immer kein Fan ist, der sollte sich aber mal sputen. www.facebook.com/erikvanderrohe Dort findet man dann auch die Bilder zum Flyer und all die hübschen Damen, zehn an der Zahl, die jede ein Kapitel bekommt. Deshalb wurde das Konvolut auf zwei Bände aufgeteilt. Wer das Buch in gedruckter Ausführung haben möchte, muss auf euryclia.de eine verbindliche Vorbestellung abgeben. Kommen rund 1000 Vorbesteller zusammen, geht das Buch in Druck. Ohne Hilfe von Seiten der Leser passiert natürlich nichts. Aber man kann somit schon zu aller Anfang erkennen, ob überhaupt ein generelles Interesse an einer recht expliziten autobiographischen Fiktion besteht. Man wird sehen.

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Buchtrailer zu TiretVorgestern wieder ein paar Buch-Trailers in der Gegend herumverschickt. Teil 2 – eine Art von Weiterführung des bisherigen Trailers. Kürzer. Vielleicht sogar spannender – wenn man den Prelude noch nicht kennt. Matthias Brömmelhaus, ein Schreibtäter aus Überzeugung, hat ja über Tiret und Brouillé sehr lobend zu berichten gewusst. Mein kleines virales Buchtrailer-Experiment hat ihn zu einem Blog-Eintrag inspiriert, das mich natürlich sehr freut: „Virales Marketing“  – jedenfalls, nur wenn es mir gelingt, die Kreise, in denen ich mich im Moment virtuell bewege, zu durchbrechen, kann so eine virale Aktion Erfolg haben. Auf facebook habe ich heute ebenfalls den Buchtrailer (1)  gestellt. Und siehe da, schon gab es ein paar alte neue Gesichter – wie zum Beispiel die Spanierin Nunu (die mich an Penelope Cruz erinnert), die den Umschlag von Schwarzkopf für mich ins Spanische übersetzte und sich dafür ein Exemplar „erkaufte“: una absurda comedia criminal vienesa sobre hollywood y otras truculencias de richard k. breuer. Man möchte es nicht glauben, aber Nunu hatte Spaß mit Schwarzkopf – die Wiener Mundart, die hin und wieder im Text aufblitzt, dürfte dem Verständnis nicht im Wege gestanden sein. Jedenfalls, auch Nunu hat sich den Trailer angeguckt und mit „mag ich“ gekennzeichnet. Schön. Aber die große virale Wellenbewegung konnte ich (noch) nicht ausmachen. Dafür ist der Trailer wohl zu spezifisch, zu „literarisch“ und wenig breitenwirksam (ein tanzender Affe, der Whiskey süffelt, ist viral um Vieles wirksamer und effektiver zu verbreiten).

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Sonst? Die reizende Gabriele aus Salzburg hat nicht nur eine wohlwollend Buchbesprechung über Brouillé in ihrem Literaturblog der bluecher blog gemacht, sondern ist auch so freundlich, einen meinen Werbebanner auf der Startseite zu präsentieren. Das freut mich sehr. Überhaupt hat der bluecher blog alle bisher erschienen Bücher rezensiert. Ich glaube, damit schießt er den Vogel ab und bekommt von mir die Goldene Unterstützungsmedaille. Nebenbei ist Gabriele seit heute offizielles Mitglied im Club der 99. Wenn die Mozartstadt schon keine ordentliche Fußballtruppe hat, so kann sie mit einem tollen Literaturblog aufwarten. Ja, ja. Und das hübscheste Foto von Brouillé hat sie auch gemacht. Dafür gibt’s ein Extra-Lob.

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Am Montag Abend lud die VIENNA FILM COMMISSION (link) zu einem Stelldichein zwischen Film- und Verlagswirtschaft. Nun, der Abend hat mir wieder deutlich vor Augen geführt, woran es in Österreich – respektive Wien – mangelt: an frischem Wind. Man muss vielleicht wissen, dass es in Wien gerade einmal eine Hand voll Produktionsfirmen gibt, die in der Lage sind, einen ansprechenden Kinofilm mit mittlerem Budget zu stemmen (aber ohne Förderungen geht gar nix!). That’s all, folks! Diese Firmen sind schon lange im Filmgeschäft, haben allesamt Projekte und Ideen in der Lade liegen. Warum sollten sie nun das Buch eines kleinen, mittleren Verlages verfilmen? Eben! Macht keinen Sinn. Deshalb stufen wir mal den Abend unter „Augenauswischerei“ ein. Freilich, es bot die Möglichkeit, sich zu kontakten. Leider konnte ich mit der Dame, „die viel Geld hat“, nur kurz plaudern. Aber es reichte hoffentlich aus, um einen kleinen Eindruck zu hinterlassen. Die Dame ist weder reich, noch sonst wie begütert, sondern sitzt einfach nur in der Film-Förderstelle des Bundes und hilft mit, Projekte zu finanzieren (natürlich entscheidet ein Kremium, was gefördert wird und was nicht). Das Highlight des Abends war sicherlich Thomas Glavinic, der in einer recht lockeren, jovialen Art den Bestseller-Autor heraushängen ließ und sich deshalb kein Blatt vor den Mund zu nehmen brauchte. Seine negativen Erfahrungen mit der Filmwirtschaft  – als Drehbuchschreiber bzw. als Rechte-Inhaber seiner Bücher – verschwieg er natürlich nicht. Ich denke, er hat den wesentlichen Kern getroffen, wenn er meinte, dass es im Film-Biz Leute gibt, die sich kreativ einmischen, obwohl man ihnen jegliche Kreativität absprechen müsste. Ich habe nur mal Vorzimmer-Film-Luft geschnuppert und kann bereits diese Feststellung bestätigen. Und wer sich für die Filmwirtschaft generell interessiert, der weiß auch aus Anekdoten und Erzählungen von Filmleuten, was da so abgeht. Kein Zuckerschlecken für kreative Genies. Wahrlich nicht. Die Fotos des Abends sind übrigens sehr gelungen. Von mir und meiner Agentin SP. gibt es übrigens ein hübsches Foto. Leider blieb meine Anfrage, ob man auf einzelne Fotos verlinken dürfe, unbeantwortet. Hier ist der Link zu allen Fotos. Viel Vergnügen beim Durchklicken. Spannend wird es um die Nummer 160 😉

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Die Ausleihe von digitalen Büchern und Magazinen in der virtuellen Wiener Bücherei ist bereits möglich. Wer hätte das gedacht? Ist ja eine interessante Sache. Gestern, in facebook auf der Seite der Wiener Bücherein, davon erfahren, gleich eine Anfrage gestellt („ich will auch meine eBooks von euch verleihen lassen“), eine Antwort bekommen und mich an das zuständige Unternehmen DiVBib gewandt, das diese digitale Ausleihe technisch möglich macht. Ich denke, dass man mich alsbald kontaktieren wird und wenn alles rund läuft, dann sollte man meine eBooks in naher Zukunft offiziell ausleihen können. Zu kaufen gibt es diese übrigens auch. Für ein paar Münzen. Will ich nur deponiert haben. Während die Verlage ja horrende Preise festsetzen (okay, sie müssen auch ordentlich Geld verdienen), sehe ich die eBooks im Moment nur als Auflagenbringer. So wurde Rotkäppchen 2069 innerhalb eines Monats rund 1000 Mal, Tiret (da waren es schon zwei Monate) sogar 3000 Mal herunter geladen. Das hätte ich mit einer Papierauflage nie erzielen können. Vielleicht sollte ich nun sagen, dass ich sie gratis anbot. Als Marketing-Aufmerksamkeits-Aktion. Würde ich das aber nicht dazu sagen, ich wette, Sie wären erstaunt gewesen. Und hätten sich vielleicht auch ein eBook heruntergeladen (freilich erst nach Einwurf von ein paar Münzen), nur um zu schauen, ob es wirklich das Geld wert ist. Ja, so funktioniert der Bestseller-Lemming-Effekt. Der Inhalt tut dann (fast) nichts zur Sache. Glauben Sie mir das!

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Und zu guter Letzt nur ein kleiner, feiner Hinweis auf das Crowdfunding-Projekt AZADEH (link) – meinem Erstlingswerk, eine Wiener Fin-de-Siècle-Liebesgeschichte (1899) auf startnext.de. Ein einführendes Video gibt es auch zu begucken. M.D. aus A. gefällt dieses besser als der Tiret-Trailer. Vermutlich, weil es mehr von Wien zu sehen gibt. Richtig bewerben werde ich das Projekt wohl erst nach der Buchmesse. Sonst glauben die Leutchen ja, ich würde Ihnen nur noch Geld aus der Tasche ziehen wollen. Richtig. Damit schließt sich wieder der Kreis. Wäre ich bekannter, berühmter und erfolgreicher hätte ich das nicht nötig. So! Jetzt mixe ich mir einen Cocktail und paffe eine Zigarre. Glauben Sie nicht?

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Fans und angereichertes Uran in einem Milchwölkchen

[update: der blog ist nun im ovistore erhältlich: link]

So! Wieder am Schreibtisch. Wieder am Fabrizieren eines Blog-Eintrages. Seltsam ist’s, zugegeben, dass ich schon wieder die dringende Lust verspüre, hier meine kreative Befindlichkeit zu Papier zu bringen. Ein gutes Zeichen. Weil es auch Tage gibt, wo ich mir nur denke, dass ich nichts vorweisen kann, worüber es wert wäre, zu bloggen. Im Moment darf ich mich nicht beklagen, es geht drunter und drüber. Mehr seitwärts, denn vorwärts, aber immerhin, ich bleibe in Bewegung. Und mal schauen, wie schnell es braucht, bis Kollege @carstentergast diesen Beitrag twittert. Gut möglich, dass er gerade ostfriesischen Tee mit einem Milchwölkchen trinkt und das Cup-Aus von Werder Bremen  betrauert *harhar*.

Lade mich hoch!

Gut! Wo beginnen? Bezugnehmend auf meinen letzten Beitrag (und der von Jana Herwig) habe ich gestern doch tatsächlich noch die NOKIA App für meinen Blog gemacht: das heißt, man kann nun mit dieser App alle meine Blog-Beiträge auf einem NOKIA Smartphone abrufen und lesen. Coolio, ha? Diese App aus dem ovistore zu machen, geht wirklich kinderleicht, da gibt es keine technischen Hürden mühsam zu überwinden. Alles ist auf seinem richtigen Platz und wird mit guten Hilfetexten erklärt. Ich denke, dieses User-Interface sollten sich viele Software-Unternehmen mal genauer ansehen, wenn sie es richtig machen wollen. Zurück zur App. Noch ist die Prüfung nicht abgeschlossen. Gut möglich, dass es noch ein paar Tage dauert. Schließlich könnte ich ja böses oder hässliches oder verunglimpfendes Zeugs hochgeladen haben. Geht nicht. Nicht auf einem NOKIA. Bis jetzt gibt es in meinem Umfeld drei Leutchen, die so ein Smartphone besitzen. Ich darf also davon ausgehen, dass die App im Store drei Mal heruntergeladen wird. Und nur wer mich und mein Blog kennt, wird auch diese App finden. In Zukunft kann man also diese Zeilen unterwegs lesen. So man das überhaupt möchte. Aber darüber will ich jetzt besser nicht befinden. Interessanter ist schon, dass ich mich mit ein paar Bildern herumschlagen musste. Schließlich will so eine App auch hübsch daherkommen, am Mobilo. Dumm, wenn man Ästhetikfetischist und Perfektionist ist. Dann tüftelt man eine geraume Weile an einem kleinen Bildchen, an einem größeren Banner und an einem Logo und muss sich die Frage gefallen lassen: wozu? Die drei Leser kennen mich und meinen Blog und meine Texte, diese muss ich nicht sonderlich überzeugen und die anderen werden diese App nicht finden. Aber man hat halt einen Ruf zu verlieren und will sich anständig und hübsch präsentieren. Jawohl. Soll ja auch Frauen geben, die sich ordentlich schminken, bevor sie Milch und Butter und Semmeln fürs Frühstück vom Bäcker holen. Ja, so ähnlich verhält es sich auch hier. Man weiß nie, wer einem da begegnen könnte.

Gestern, bis spät in die Nacht, wieder an Bildern und Bannern getüftelt. Langsam, aber sicher kristallisiert sich eines heraus: das Web ist eine visuelle Reizmaschine. Wer mit einem Bild nicht punkten kann, hat verloren. Um Inhalte geht es kaum mehr. Analog des heutigen Literaturbetriebs, wo sich die Bücher generell durch Umschlag und Titel (und Chart-Platzierung) verkaufen. Der Inhalt ist nur noch zweitrangig. Es soll ja einmal eine Zeit gegeben haben, da wurden die Bücher erst gar nicht gebunden, vielmehr konnte der Käufer entscheiden – je nach Budget – wie er den Buchblock, also die losen Seiten, gebunden haben wollte. Der eine nahm teures Leder, der andere billigen Karton. Deshalb heißt auch die erste Seite heute noch „Schmutztitel“, obwohl diese ja schon längst hübsch oder zweckmäßig eingepackt ist. Wie dem auch sei, ohne grafischen Leckerbissen wird jedes Buch geflissentlich ignoriert. Gerade im Web. Deshalb ist es unverständlich, dass es noch immer Verleger gibt, die dem Umschlag ihrer Büchern nicht die nötige Aufmerksamkeit geben. Freilich, in ein paar Jahren ist das natürlich Geschichte. Ich gehe davon aus, dass es eine App geben wird, die hübsche passende Umschläge gestaltet. Schon jetzt kann ein Laie mit gutem Auge schon Beachtliches leisten – die nötigen Tools vorausgesetzt. Die passenden Fotos oder Illustrationen kann man ohne viel Aufwand in den foto-communitys lizenzieren. Ärgerlich nur, dass das Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek für kommerzielle Vervielfältigung einen kräftig zur Kassa bittet, obwohl die Bilder  längst gemeinfrei sind, sich aber im Besitz der Bibliothek befinden. Es mag natürlich in Ordnung sein, Unternehmen bezahlen zu lassen, wenn diese kräftige Profite machen, aber Kleinverleger, die sich nach der Decke strecken müssen, werden genauso behandelt wie Multis. Und man sollte nicht vergessen, dass die Bibliothek die Digitalisierungen auch durch mein Steuergeld (ja, auch ich zahlte mal kräftig Lohnsteuer) finanzierte. Da würde ich mir dann doch mehr Fingerspitzengefühl erwarten. Aber gut möglich, dass nie so heiß gegessen, wie gekocht wird.

Zurück zur gestrigen Nacht, die lange dauerte. Ich habe nun das Projekt Azadeh auf startnext eingestellt und warte auf die Freigabe. Darüber werde ich sicherlich noch lang und breit und ausführlich sprechen. Kurz erklärt: startnext ist eine neue Plattform, die das Crowdfunding-System in den deutschen Sprachraum holt (ob sie wirklich die ersten sind, kann ich nicht sagen). Die Idee ist simpel: hier gibt es jemanden, der ein hübsches Kunstprojekt auf die Beine stellen will, aber nicht die notwendigen finanziellen Mitteln hat; dort gibt es viele Kunstinteressierte, die auf der Suche nach interessanten Projekten sind und diese durch Einwurf vieler Münzen fördern wollen. Eine Win-Win-Situation. Dass die Sache natürlich viele Haken und Ösen aufweist, soll nicht verschwiegen werden und wird auch nicht. Aber alles zu seiner Zeit. Aha. Da schau her. Sie haben sich mein Projekt angesehen und sind nicht ganz glücklich. Versteh ich. Weil ich ja eigentlich nur im hochpreisigen Segment meine Förderer finden wollte. Da sieht auf den ersten Blick nach einem Typen aus, der keine Ahnung von der Materie hat. Tatsächlich habe ich in der Zwischenzeit zu viel gesammelt und bin deshalb zum Schluss gekommen: ein paar Münzen zu erbetteln ist nicht nur mühsam, sondern führt zu nichts (wenn man in größeren Dimensionen denkt). Aber ein großes Plus, dass sich die Leutchen von startnext eingehend mit den Projekten befassen und das Gespräch mit den Projektemachern suchen.

Der Buch-Trailer ist mal im Kasten, respektive am Laptop von @medienpirat aka Flow. Bis auf ein paar (wunderbare) Fotos habe ich bis jetzt noch keine bewegten Bilder gesehen. Flow arbeitet daran. Und meine virale Idee gibt es ja auch noch. Ob sie umsetzbar ist und welcher Aufwand es bedeutet, wird natürlich an anderer Stelle verraten. Man will ja nichts vorwegnehmen, nicht? Übrigens, das Foto, das ich für das App Store Icon verwende, ist von Flow.

Die Buchmesse steht auch schon vor der Tür. Gottlob kümmert sich mein Kollege Albert Knorr vorbildlich um alle Details, während ich nur nicke und die eine oder andere kleinere Idee einwerfe („Monitor? Yep. Da steht bei mir einer herum!“). Gratiskarten gibt es jedenfalls mal für die Aussteller. Wenigstens. Ich werde sicherlich die eine oder andere unter meine Fans werfen, respektive verlosen oder verschenken. Gehört sich so.

Apropos Fans. Die Fan-Seite auf facebook von Der Fetisch des Erik van der Rohe hat sich nun bei 45 eingependelt. Von allein geht da gar nix weiter – der Trugschluss, wenn Unbedarfte von Social Media reden: „Da braucht man net viel tun, das machen dann deine Fans!“ – Leider sind wahre Fans schwerer zu bekommen als angereichertes Uran. In beiden Fällen hofft man in späterer Folge auf eine Kettenreaktion. Natürlich alles im friedlichen Rahmen. Ja, ja. Nichtsdestotrotz komme ich zum Schluss, dass du viele, sehr viele Fans brauchst, um etwas Auszulösen. Wie viele kann ich noch nicht sagen, aber ich befürchte, mehr, als ich persönlich erreichen kann. Auch wenn ich alle meine Social Media Kanäle zusammen nehme. Da frage ich mich dann immer, wie es wohl anderen ergeht, ihre Fan-Basis auf die Beine zu stellen, wenn sie weniger Zeit als ich im Web verbringen. Da fällt mir ein: gestern auf facebook mit der Autorin Zoe Beck amüsiert geplaudert und ihre Einträge kommentiert. Vermutlich habe ich den Bogen überspannt, weil es den Anschein machte, ich würde sie vielleicht gar facebooklich stalken. Das ist mir jetzt natürlich schon sehr peinlich. Aber es gibt ein Foto von ihr, ich muss sagen, das ist dermaßen beeindruckend, dass ich mir gut vorstellen könnte, es RIESENGROSS zu plotten und an die Wand zu knallen. Es kann ruhig grobkörniger aufgelöst sein, umso besser, das unterstreicht das kreative Potenzial. Ach so, ja, hier geht’s zum Foto auf flickr. Ich hoffe, die gute Zoe bekommt diese Zeilen jetzt nicht in die falsche Kehle, aber ich denke, sie versteht das schon. Immerhin ist sie ja auch Autorin und sehnt sich nach der großen Bühne und dem Scheinwerferlicht.

Scheinwerferlicht? Zu guter Letzt noch ein kleines Schmankerl aus der Twitterwelt. Auf dass auch für mich ein Rest von Licht meine Eitelkeit bestrahlt. Das Gespräch fand zwischen der Autoren-Kollegin Heike Koschyk und mir statt (nur falls es jemand noch immer nicht weiß, dass ich im Twitter-Universum @dschun bin/heiße). Nebenbei habe ich gerade bemerkt, dass die gute Heike schon mal den Agatha-Christie-Krimipreis abgeräumt hat. Respekt.

 

@heikekoschyk: Melde mich aus dem Off. Sitze beim Friseur und nutze die Zeit, um an einem Autorenportrait für die Facebook-Seite von Quo Vadis zu arbeiten.

@dschun: Quo Vadis hat ne Facebook Seite?

@heikekoschyk: Ja, der Autorenkreis Quo Vadis. Wär das nicht auch was für Dich?

@dschun: Autorenkreis? Haha. Ich bin Eigenverleger, you know! Außerdem war ich schon länger nicht mehr beim Friseur 😉

@heikekoschyk: Und? Bist Du deswegen etwa kein Autor??? Na, immerhin siehst Du fesch aus. Auch ohne Friseur 😉

Mehr als tausend Worte!

zopot

Meine „about a boy“-Seite aufgepeppt. Mit ein paar halbwegs an- sehnlichen Photos des Dichters zu Wien. Freilich, Bildbearbei- tungsprogramm sei Dank, kann man da schon einiges kaschieren und überbelichten. Die Details gehören nicht aufs Foto, sondern in den Lebenslauf. Alles andere macht die Phantasie.

bei Phantasie kommt mir kein f hinein! Beim Photo lass ich mit mir reden, okay?