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Nur ein Musterbuch von der Druckerei #Schwarzkopf

Heute ist also endlich das Musterbuch von der Druckerei gekommen. Es ist schon faszinierend, dass es immer noch in der Magengegend kribbelt, wenn das Päckchen geöffnet wird. Wie oft habe ich diese Prozedur schon erlebt und erfahren? Mal nachdenken. Also, wenn ich richtig nachgezählt habe, dann ist es bereits das 15. Mal, dass ich in einem Musterbuch blättern durfte. Ja, über die Jahre kommt da schon einiges zusammen.

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Einstellung für Farbauftrag 260 % CMYK

Flyer_KrimiundSpiel_3D_860

Den Flyer-Folder musste ich über Nacht entwerfen (scheinbar kann ich nur noch Aufträge in den frühen Morgenstunden freigeben) und im Overnight-24-Stunden drucken lassen. Da gibt es von der Druckerei die Auflage, dass der Farbauftrag nicht mehr als 260 % ausmachen darf (weil die Farben in der kurzen Zeit nicht trocknen würden; d.h. alle 4 Farben zusammen C-M-Y-K dürfen in Summe nicht mehr als 260 % ausmachen). Da war guter Rat teuer. Wie konnte man InDesign dazu bringen, nicht so dick aufzutragen? Die Lösung ist, dass man sich ein passendes Farbprofil herunterlädt (z.B. auf http://www.colormanagement.org/de/isoprofile2009.html), in dem diese magische Grenze festgelegt ist. Somit rechnet diese die Farbräume herunter. Wie gut oder schlecht sie das macht, nun, das kann ich natürlich nicht sagen. Ich war heilfroh, nicht selber Hand anlegen zu müssen.

Web_SC_FOGRA40_GCR_bas.icc (1,9 MB)
Dieses ICC-Profil basiert auf den Charakterisierungs-daten „FOGRA40L.txt“. Der Gesamtfarbauftrag wurde für die Separation auf 260% begrenzt und das maximale Schwarz beträgt 97%.

Man lädt sich also dieses Profil herunter und installiert es (Windows macht es auf Anhieb richtig, also nur auf die .icc-Datei klicken, rechte Maustaste und sagen, dass man es installieren möchte); ist dies getan, kann man es im InDesign/Photoshop als Profil auswählen. Am besten beim Export ins PDF angeben, dass man bei der AUSGABE die Farbkonvertierung „In Zielprofil konvertieren“, wobei das Ziel erwähntes WEB_SC_FOGRA40-Profil ist. Simsalabim, schon werkelt InDesign fröhlich vor sich hin. Herauskommen sollte ein PDF, das nicht mehr so dick aufträgt. Kontrolle gefällig? Kein Problem. Im Acrobat Prof. wählt man „WERKZEUGE“ – „DRUCKPRODUKTION“ – „AUSGABEVORSCHAU“ und hakt das Kästchen bei „Gesamtfarbauftrag“ an. Jetzt nur noch die gewünschte %-Zahl auswählen (z.B. 260 %) und schon werden auf dem Bild jene Flächen markiert, die diese %-Zahl überschreiten (wobei auch bereits 261 % reichen, also sich nicht gleich verrückt machen). Wenn alles klappt, sollte hier nichts angezeigt werden. Voilà. Schon beruhigt sich wieder das Nervenkostüm. Und man kann erfreut zur nächsten Problemstellung wechseln. Derer gibt es ja mehr als genug, nicht?

Die Fortsetzung eines müsterlichen Blind dates

Mit dem Muster von Schwarzkopf B.E. (B.E.= Black Edition) zog ich also in die Welt, um erste Stellungnahmen zu bekommen. Erste Station: Buchhandlung am Quellenplatz. Der gute Walter, Inhaber der schmucken Buchhandlung, musste sich gerade mit dem Gratisbuch der Stadt Wien herumschlagen („Und Nietzsche weinte“). Er hatte keines mehr. Seine ganze Tranche schon am Vortag ausgegeben. Erboste Kunden und Kundinnen wollten es nicht wahrhaben („Sie Lügner!“). Ich würde ja die Leutchen, die sich so ein Buch einsteckten, nach einem halben Jahr fragen, ob sie es auch gelesen haben. Ich schätze, dass es die wenigsten tun („Hauptsach es is gratis, net?“). Und manch einer hofft vermutlich, es für ein paar Euro losschlagen zu können. So viel mal dazu.

Cover Schwarzkopf U4
Cover Schwarzkopf B.E. Back (U4)

Walter besah sich das Muster eingehend, während ich mir einen Kaffee gönnte. Er war soweit zufrieden. Der Kontrast am Buchrücken gefiel ihm nicht so sehr. Richtig. Die graue Schrift hebt sich nicht sonderlich gut vom schwarzen Hintergrund ab. Nach meinem zweiten Kaffee und einer kurzen Plauderei, machte ich mich in den ersten Bezirk auf – mit der U1 ist man in wenigen Minuten in der City, am Stephansplatz. Von dort ins TIEMPO, in der Johannesgasse, wo ich die Buchhändlerin (nicht Alice) in ihrer Mittagspause störte. Tja. War mir unangenehm. Aber ich konnte nicht warten. Die Zeit drängte. Schließlich musste ich in wenigen Stunden die Druckfreigabe erteilen. Also zeigte ich ihr das Muster, während sie ihre Suppe löffelte. Sie nickte. „Ich habe ein Problem mit unruhigen Sachen“, meinte sie. Dann, nach einer Gedankenpause fügte sie hinzu, dass es stimmig sei, das Cover. Sie zog die Black Edition der weißen 1. Auflage vor.

Schließlich noch ins TIEMPO Nuevo in der Taborstraße. Die dortigen Buchhändlerin (jetzt hab ich ihren Namen glatt vergessen; ärgerlich!) freundlich und sympathisch bis zum Abwinken. Freilich, wir haben schon das eine oder andere Mal geplaudert. Ehemalige Verlagsangestellte. Sie begutachtete das Muster, das helle Begeisterung auslöste. Sie wolle welche haben. „Bring uns doch welche mit“, sagte sie. Ich versprach, sie auch mit Plakaten und Buttons zu versorgen, was sie ebenfalls erfreute. Ja, so macht das Klinkenputzen Spaß. Wenn man mit seinen Produkten (der Verleger und Marketing-Mensch spricht von Produkten, der Autor von einem literarischen Werk) hausieren (= man klopft freundlich an die Tür) geht, hat man immer ein ungutes Gefühl. Noch mehr, wenn man ein sensibles Wesen ist, das in den anderen hinein horcht. Ich will dem anderen die Chance geben, sich ohne Gesichtsverlust aus der Affäre zu ziehen. Umgekehrt erwarte ich es auch meinem Gegenüber. Das gehört sich so. Freilich, in Zeiten wie diesen, ist das keine Selbstverständlichkeit. Was keine fünf Minuten wieder einmal gezeigt wurde. Ich machte mich in die nächste Buchhandlung auf. Klein. Überschaubar. Ambitioniert. Im Sommer brachte ich dem Buchhändlerehepaar meine drei Bücher vorbei, damit sie prüfen konnten, ob diese etwas für ihr Sortiment wären. Da ich weiß, dass ein Kleinverleger ein Entrée braucht, ließ ich mich von HH., einem künstlerisch Umtriebigen und allseits bekannten Organisator im 2. Bezirk, einführen. Half nix. Ich zeigte dem Inhaber den Folder und meinte, ihm einmal Bücher vorbeigebracht zu haben. Ich musste gar nicht erst ausreden, er wusste sogleich, wer ich war und merkte an, dass er sich die Bücher angesehen habe, aber sie nichts für seine Buchhandlung seien. Wir vereinbarten, dass er die Bücher einem Bekannten aushändigt, den ich hin und wieder sehen. Das war’s. Kein Interesse. Keine Hintergragen. Kein Lächeln. Ich nenne die Buchhandlung nicht. Das gehört sich nicht. Er macht seinen Job. Ich mache meinen. Dass diese Lokalität für mich gestorben ist, muss natürlich klar auf der Hand liegen. Eine Hand wäscht die andere, heißt es. Deshalb lobe und erwähne ich die Buchhandlung am Quellenplatz, das TIEMPO, weil ich dort ernst genommen werde.

Am Samstag, nach der Köhlmeier-Lesung im MQ (er las Kurzgeschichten aus seinem neuesten Buch und ich muss sagen, dass diese wahrlich meisterhaft gelungen sind; eine der Geschichten erinnerte mich stark an Sempés „Le petit Nicolas“, den ich in meiner Jugend rauf und runter gelesen habe), stellte mir Elke, die Organisatorin der Lesereihe, einen Buchhändler der Buchhandlung Frick vor. Ich zeigte ihm das Muster, gab ihm einen Folder. Er nickte. Meinte, man könne es mal mit 10 Büchern probieren („Wie lieferst du? Mit Lieferschein?“ Natürlich liefere ich mit Lieferschein). Erfreulich. Außerdem würde er mit der Vertreterin eines Verlages über mich sprechen, die sich auf Regionalkrimis spezialisiert hat.  Vielleicht ergibt sich hier eine Synergie. Mal schauen. Wir sehen: es geht auch anders. Freilich, ich hatte das beste Entrée, das man sich wünschen kann. Mein Buch lag bei ihm auf dem Nachtkästchen (er hatte es aber nicht gekauft!). Alles klar?

Die literarische Lesereihe im Quartier21 im MQ ist wirklich eine feine Sache. Intimer Rahmen (Barock-Saal), gute Akkustik und im Anschluss gibt’s Wein und Brötchen. Für schlappe 3,- ist das wirklich eine gute Sache. Also hingehen, wenn das nächste Mal bekannte und unbekannte AutorInnen aus ihren Büchern oder Manuskripten lesen. Vielleicht steht ja so ein dreitagesbärtiger Autor beim Buffet-Tisch und schlägt sich den leeren Dichtermagen voll. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ich es bin. Noch mehr, wenn man einen dreitagesbärtigen Kleinverleger sieht, der höflich und dezent, aber sehr bestimmend, dem Gesprächspartner einen Folder in die Hand gibt („Agatha Christie?“ „Leider … Brouillé ist erst für Anfang des Jahres geplant …“).

Zu Hause angekommen, also am Freitag, 13. November (!), musste ich noch die eine oder andere Änderung machen. Erhöhte den Kontrast der grauen Schrift auf der Rückseite (U4), sowie die Tagline („5 Tage, 4 Nächte, 3 Leichen, 2 Männer, eine einzige Katastrophe“). Das vormals eher dunkle Rot von „eine einzige Katastrophe“ wurde leuchtender gemacht. Auf der Vorderseite wechselte ich das „gelbliche Grau“ in ein „weißes Grau“ aus. Hopefully, dass es dann so wird, wie ich es mir vorstelle. Die letzten Tage immer wieder mit meinem Muster im Gepäck die Leute „beglückt“. TC., sonst strengste Kritikerin meiner Werke, meinte, es sei perfekt (sie hatte aber bereits zwei Glaserln Wein intus!). Und auch sonst gab es keine harsche, niederschmetternde Ablehnung. Gut so. Darauf kann man aufbauen. Das Werkpapier von Munken 90m² und 1,5Volumen ist fantastisch. Es hat für die Seitenzahl (304) und die Größe (13,5 x 19 cm) die perfekte Anmutung. Ich könnte stundenlang mit dem Buch in der Hand herumtun. Aufblättern. Zublättern. Aufschlagen. Zuschlagen. Die Klappen (9 cm!) erfreuen sich größter Beliebtheit. Weil sie sich so schön ins Gesamtbild einfügen. Und die Innenseite, die ist bitteschön bedruckt. Was bin ich froh, dass mir diese Idee noch gekommen ist. Kostete ein paar Cent mehr und gibt gleich eine Menge her. Huh. Wir sehen: die anfängliche Enttäuschung ist einer großen Zufriedenheit, beinahe bin ich versucht zu sagen: Glückseligkeit, gewichen. „Schwarzkopf B.E.“ hat Kultpotenzial. Ist es zu hoch gegriffen? Vielleicht. Aber ich spreche von Möglichkeiten. Von Visionen. Von Hoffnungen. Und das muss bitteschön erlaubt sein. Immer. Freilich, die Gefahr, sich lächerlich zu machen, hat man wohl oder übel in Kauf zu nehmen.

Jetzt noch schnell zwei kleine Buttons (24 mm) anfertigen lassen (Button4you – die Firma gibt’s bei mir gleich ums Eck und ich bin sehr zufrieden mit ihnen). Die gestrige Entwurfsphase, begleitete von M.D. aus A., gestaltete sich ein wenig schwierig („sag mal du verstehst mich einfach nicht, ne?“ oder „hmpf 😦 sieht genauso albern aus wie alle andern vor dem perfekten gerade“). Sie gehört ja unbedingt zur Zielgruppe „kleine Buttons braucht das Land“. Ihren Vorschlag („jetzt noch ein Button wo Schwarzkopf draufsteht (und das K verkehrtherum, du weißt schon 🙂 mit Blutklecks!!!“)
konnte ich mustergültig umsetzen („Schwarzkopf sieht geil aus!!!!“). Wer sagt’s denn? Gut Ding braucht Weile, nicht?

Auf der BUCH Wien mit einem netten Vertreter der Firma Europapier geplaudert. Er gab mir ein paar Muster der verschiedenen Papierhersteller mit. Ja, so etwas kann man gut gebrauchen. Außerdem legte er mir ein US-Papier ans Herz, das nachhaltig produziert und nur einen kleinen CO2-Fußabdruck hat. Interessant. Man will ja schließlich als Verleger nicht unbedingt Schuld sein, wenn sich die nächsten Generationen warm anziehen müssen, weil das Klima ungemütlicher wird. Wir tragen ja alle eine Verantwortung (was sich aber noch nicht herumgesprochen hat, oderrr?) für diese eine Welt. Abgedroschene Phrase, ich weiß. Aber sie stimmt. Jedenfalls sah ich auf dem Stand ein hübsches schwarzes Sackerl aus Karton (Tüte). Auf diesen müsste ich den weißen „Schwarzkopf“-Button befestigen und schon gäb’s eine schmucke Verpackung ab. Stylish zum Niederknien. Sag ich mal. Ist alles eine Frage der Kosten. Natürlich. Aber für ein exklusives Produkt sollte man (vorderhand der Produzent) auch keine Kosten und Mühen scheuen. Ja, ja.

Jetzt gilt  es, ein passendes Marketingkonzept für all diese Werbemittel (Poster, Buttons, Folder, Säckchen) zu finden. In die Menge schütten? Verschenken? Verkaufen? Horten? Tauschen? Anstecken? Und die exquisiten TaschenBuchTaschen von Miriam Spies und ihrem Gonzoverlag aus Mainz? Stimmt. Die sollten ja auch bald kommen. Abgestimmt auf Schwarzkopf B.E., bitteschön! Die gibt’s aber nur limitiert. Sind ja handgefertigt. Wenn wir Glück haben, werden ihre TBTs die Freitag-Taschen der Zukunft. Für Bücher. Taschenbücher.

[Anm.: im obigen 3D-Bild ist das Gemälde ein bisserl breit geworden; ist es natürlich nicht]

Blind date mit Harry oder designte Ausmaßlosigkeiten

plakate_ausmasseEigentlich wollte ich noch gestern, weit nach Mitternacht, diesen Blog-Beitrag schreiben. Gehört sich so. Am Puls des Geschehen, sozusagen. Aber die Müdigkeit ließ mich wie einen vertrockneten preußischen Generalstabsoffizier klingen. Kein Witz. Keine Ironie. Staubtrockenes Abhandeln der letzten Tage. Derweil, es böte sich an, das Geschehene in amüsante Worte zu verpacken. Freilich, schenkelklopfenden Humor kann ich nicht bieten. Aber ich denke, das erwartet jetzt auch niemand. So viel zur Einleitung. Kommen wir zum Wesentlichen – denn alsbald sollte ich auf die BUCH Wien. Mich dort ein bisserl umsehen. Am frühen Nachmittag wird die Autorenstammtischrunde des TIEMPO die Messe unsicher machen. Claudia Toman und Vicotria Schlederer (wir besuchten am Mittwoch ihre erste Lesung im W3 Thalia) sind mal dabei. Um 17 Uhr Lesung im MQ von Köhlmeier. Um 20 Uhr die CD-Präsentation von Irmie Vesselsky im Haus der Musik. Edler Rahmen. Genau das Richtig für die Musik von Irmie, die mich schon vor einem Jahr dermaßen begeistert hat, dass ich sie und ihr Klavier zu einer Lesung ins Prückel einlud, wo sie für den passenden musikalischen Rahmen  sorgte. Mit ihrem vorzüglichen Lied „Run“ unterlegte ich übrigens einen meiner Videoclips. Hoffe, sie hat nicht vergessen, mich auf die Gästeliste zu setzen.

Von Donnerstag auf Freitag Nacht den Designer raushängen lassen. Gut. Designer kann sich jedermann, jedefrau schimpfen oder nennen oder auf seine/ihre Visitenkarte drucken. Verhält sich wohl so ähnlich wie mit der Bezeichnung Schriftsteller. Vermutlich wird es alsbald den Schriftsteller-Führerschein geben – samt den dazugehörigen Überprüfungen („Haben Sie etwas getrunken?“, „Wo ist der Verbandskasten?“, „Haben Sie Tabletten genommen?“, „Wann haben Sie das letzte Mal etwas veröffentlicht?“). Jedenfalls, um nicht abzuschweifen, meinte TB., es wäre gut, wenn der Stand des Spielemagazins auf dem SPIELEFEST (20. – 22. 11. im Austria Center) einen Banner hätte. Vielleicht auch noch gleich so einen Rollup Banner zum aufziehen. Kostet ja heutzutage nicht mehr die Welt. Also habe ich mich hingesetzt (nein, gesessen bin ich ja schon) und habe mich mal schlau gemacht, was es denn da so zu beachten gilt, wenn man Plakate und Banner in solchen Ausmaßen bastelt. Die wichtigste Frage schlechthin: wie hoch müssen Grafiken und Bilder aufgelöst sein, damit sie nicht pixelig wirken. Da Banner und Plakate ja nicht mit der Nase gelesen werden, reichen üblicherweise geringer aufgelöste Bilder als für, sagen wir, den Fotodruck in einem Buch (300 dpi aufwärts). In einem der unzähligen Foren, die sich mit diesem Thema beschäftigen („Hey, ich soll für eine Band ein Plakat machen, aber ich hab das noch nie gemacht. Muss ich da wirklich die Fotos mit 300 dpi nehmen … da wird die Datei so groß, oder reicht da weniger. Ich kenn mich da nicht so aus. Wäre um Unterstützung dankbar.“), konnte ich eine interessante Info finden (leider habe ich mir nicht mehr gemerkt, wer und wo es war):

Bildgröße                    Bildauflösung    Dateigröße

DIN A4                         300 dpi min      min. 35 MB
von 1 m² – 3m²          100 dpi min.    min. 61 MB/m²
von 4 m² – 10 m²          72 dpi min.   min. 31 MB/m²
von 11 m² – 25 m²        50 – 10 dpi     max. 15 MB/m²

Wie die Angaben zu den Dateigrößen zu verstehen sind, entzieht sich meiner Kenntnis, aber falls jemand etwas damit anfangen kann, hab ich es mal eingestellt. Wichtiger ist ja die Bildauflösung im Verhältnis zur Bildgröße. Damit ist klar, dass man für ein Riesenplakat sein Foto, das in 300 dpi vorliegt, vergrößern kann. Zwar stößt man auch hier bald an seine Grenzen und es bedarf wohl des einen oder anderen Tricks (Software zum Skalieren, ausgedrucktes Bild einscannen), aber es ist gut zu wissen, woran man ist bzw. woran man zu arbeiten hat. Tutorials (vulgo „Wie-mache-ich“) gibt es im Web ja genug. Eine Site hat ein paar nette Tutorials im Angebot: http://www.dma.ufg.ac.at Zwar hab ich diese nur überflogen, dürften aber eine gute Einführung in die Materie sein.

Nachdem ich also die einfachste Lösung für die Riesendinger gefunden habe (bzw. stand es schon von vornherein fest), nämlich eine reine Schriftenlösung zu machen, ist das Herumdoktern natürlich um Vieles leichter. Schriften sind ja in Kombination mit Größe und Farbe eine probates Mittel, um aus wenig mehr zu machen. In einer Woche wissen wir, ob ich Recht behalten sollte. Wobei, das ist das Gute an der Sache: sollte die Chose in die Hose gehen, dann hätte ich nur ein paar hundert Euro versenkt (vielleicht kann man sich mit dem PVC-Banner einwickeln … hm?! Bitte mich zu erinnern, dass ich mir den Banner genau anschaue; eventuell wäre das etwas für die gute Miriam aus Mainz, die neuerdings TaschenBuchTaschen aus Kunststoff-Tischdecken schneidern lässt … ich sag ja, man muss nur blöd in der Gegend herumschreiben und schon stößt man auf eine Idee – während im Hintergrund „My Heart Asks Pleasure First“  von Michael Nyman läuft). Um die Ausmaße und Dimensionen einschätzen zu können, habe ich die verschiedenen Plakat- bzw. Bannergrößen gegenübergestellt. Ziemlich beeindruckend, oder?

Weit nach Mitternacht habe ich also die beiden Banner in Auftrag gegeben (Lieferzeit etwa 5 Tage! Und in einer Woche brauchen wir die Dinger – da heißt es, machen und nicht trödeln). Und weil ich auf den Geschmack gekommen bin (es verhält sich mit dem Baden ähnlich: ist man einmal im (anfangs) kalten Wasser, fühlt man sich darin recht wohl und will gar nicht mehr raus), habe ich mir gedacht, mache ich gleich ein Plakat für „Schwarzkopf Black Edition“. Weil es sich ja förmlich aufdrängt. Wer als Hauptton bzw. Hintergrund Schwarz wählt, kann eigentlich nicht mehr viel falsch machen – es sieht im Normalfall stylish cool aus. Da auch hier die Schriftenlösung im Vordergrund stand, konnte ich natürlich aus dem Vollen schöpfen. Weil ich bereits am Buchrücken der neuen Auflage die Quotes („Erinnert an die Werke von Wolf Haas!“, „Ja, fast schon Monty Python!“) in eine mir passende Form gebracht habe, konnte ich diese ohne weiteren Aufwand übernehmen, eine funktionierende Größe finden und auf dem Plakat arrangieren. Dazu garniere man mit dem einen oder anderen grafischen Detail (Wien-Silhouette, Schw-arz-koPf-Hintergrund vom Buch … jetzt fällt mir gerade ein, dass ich diesen über das ganze Plakat gehen hätte lassen können … hm?!), versehe es am Kopf und am Fuß mit einem amüsanten Schmankerl („5 Tage, 4 Männer …“ und „Hollywood kommt nach Wien …“) und biete den Interessierten noch die Gelegenheit, im Kleingedruckten zu lesen, was es mit dem Plakat auf sich hat (Titelei, ISBN und, ach ja, der Autor und – wichtig – die WebSite). Voilà. Fertig ist ein Plakat. Zwar kann ich nicht sagen, ob  die Farben versprechen, was sie am Bildschirm halten (RGB vs. CMYK), aber für einen ersten Wurf sollte es schon okay sein. Die Auflagenhöhe beträgt übrigens 500 Stück. Vielleicht gebe ich eines zu jedem Buch dazu. Oder verpacke es damit. Oder mach Confetti daraus, falls ich mich genieren sollte („Was soll’n das für ein Plakat sein? Is ja super peinlich!“). Die gute Elli, mit der ich gestern noch in facebook zwitscherte, und die mich auf dem Spielefest besuchen kommt, zeigte sich sehr begeistert davon, dass ich ihr zum Buch ein Poster dazugebe (okay, sie hat es noch nicht gesehen). Falls alle Welt so reagieren würde, ich wäre ein gemachter und zufriedener Mann. Ja, ja. Ich werde vielleicht auch noch Buttons machen (gleich notieren, sonst vergess ich!). Diese Buttons (Marijke traf fast der Schlag, weil sie so groß waren, derweil sind es die 08/15-Buttons) erfreuen sich ja bei Literaturkritikerinnen der Leipziger Volkszeitung großer Beliebtheit („Anstecker nun am Rucksack“). Und am Josefstädter Straßenfest waren sie der Renner bei den Buben („Wie viel kostet der?“ – worauf ich mit einer generösen Geste ihm bedeutete, er könne sich einen nehmen, wenn er ihn gleich ansteckte – was er auch tat).

Als ich mit dem Schwarzkopf-Plakat zu einem Ende gekommen bin, dachte ich an meine anderen beiden Bücher. Und weil man als Vater keines seiner Kinder allzu sehr hervorheben sollte, entschloss ich mich, weiter zu machen. Gegen 2 Uhr früh fing ich also an, eine Lösung für „Rotkäppchen 2069“ zu finden. Auch das ist keine Hexerei. Cartoons von Gunther Ecki gibt’s ja genug (die Auflösung war ausreichend, noch mehr, wo ich eigentlich sogar eine pixeligen Effekt  erzielen wollte, da die Figuren ja in der Virtuality stecken … aber ich habe davon dann doch Abstand genommen, weil ich ja befürchten muss, dass man mich belächelt). Der „binäre“ Hintergrund hat bereits im Folder seine gute Wirkung gezeigt (überhaupt ist anzuraten, zuerst im Kleinen die Ideen zu überprüfen; da ich den Folder und die Postkarten immer bei mir am Tisch herumliegen habe, kann ich einen kurzen Blick darauf werfen und weiß, wie grafische Elemente und Farben zueinander wirken – Mikro-Design, sozusagen, das dann aufgeblasen wird; das muss nicht funktionieren, ist aber ein guter Anhaltspunkt und besser, als vor einem leeren Plakat zu sitzen und sich das Hirn zermartern). Da ich ja mein eigener Verlag bin (psst!), muss ich natürlich ein corporate design einfügen. Also habe ich die „Fußnote“ mit den Informationen einfach aus dem Plakat von „Schwarzkopf“ kopiert und bei Rotkäppchen eingefügt (natürlich die Daten soweit korrigiert – der Autor und die WebSite sind gleich geblieben, ja?). Das Ganze dann natürlich auch bei „Tiret“. Da wären wir auch schon beim Stichwort. Rotkäppchen war recht schnell fertig. Bei „Tiret“ musste ich kurz inne halten. Es gab ja nicht nur ein Buch, sondern derer vier (wir erinnern uns: Kheira Linder illustrierte die nächsten 3 Bände für mich: „Brouillé“, „Madeleine“, „Penly“). Jetzt war guter Rat teuer. Der einfachste und zugleich schlechteste Weg wäre gewesen, alle vier Illustrationen zu verwurschten. Geht nicht. Weil es plötzlich vier gleichwertige Illustrationen gegeben hätte, die sich gegenseitig konkurrieren. Wohin soll der Betrachter dann gucken? Es würde ihn ablenken (die Grafik soll ihn nur hinführen, soll eine positive Stimmung vermitteln – so dann soll er die Information wahr nehmen und nicht auf den Grafiken verbleiben). Also entschied ich mich für die erste Illustration aus „Tiret“. Leider nur in einer kleinen Auflösung. Ich habe sie ein wenig vergrößert. Hoffe, dass sie nicht zu sehr pixelt. Wäre jammerschade. Danach die Titelei der drei Folgebände mittels der passenden Schriftart und den dazugehörigen Farben (blau, braun, rot) am Plakat arrangiert. Wesentlich natürlich auch hier die Quotes. Ohne diesen geht gar nix. Warum sollte einer mein Buch kaufen? Eben! Man muss dem potenziellen Käufer einen guten Grund geben („Hey, das Buch wird mit Terry Pratchett verglichen … und das andere mit Wolf Haas … wir könnten es ja X. schenken, der hat ja alle Haas-Bücher, oder?“). Und wenn ich sage, dass meine Bücher gut geschrieben sind, naja, das zählt Elfe, also nix. Die Leute wollen an der Hand geführt werden. Und keine Verantwortung übernehmen („Du findest das Buch nicht gut? Komisch. Auf dem Buchrücken sind sie alle begeistert …“).

Kurz und gut. Gegen 7 Uhr Morgens war ich fertig. Sowohl als auch. Schickte meine PDFs an die Druckerei und gab den Auftrag zum Druck. Die beiden anderen Plakate haben die Hintergrundfarbe weiß. Deshalb entschied ich mich für ein hochgläzendes Fotopapier. Sollte Eindruck machen. Die Plakate gibt’s dann bitteschön nicht zu erstehen. Da hilft auch kein Betteln. Ich habe mir nur eine Hand voll machen lassen. Und für meine Events, nun, da brauch ich diese, sonst weiß ja keiner, was da so gelesen, beworben und verkauft wird, nicht?

Zu guter Letzt – die Zeit drängt – noch schnell erzählt, dass ich Stunden später aus dem Schlaf geläutet wurde (nein, zuerst rief mich TB. an und fragte, ob die Banner in Auftrag gegeben wurden). Eigentlich öffne ich keinen unangemeldeten Besuchern die Türe (da könnte ja jeder kommen, also hallo?!), aber nach einem Hin und Her musste ich bemerken, dass der Bote der Druckerei mein Muster hatte („Don’t shoot the Messenger!“). Da war sie also, die Black Edition von Schwarzkopf. Nun könnte ich sagen, dass ich vor Begeisterung auf die Knie gefallen bin und ein Halleluja gen Himmel (Plafond) ausgerufen habe. Nein, dem war natürlich nicht so. Wie es sich mit Blind dates nun einmal verhält (und da kenne ich mich aus, wahrlich!), ist die Vorstellungskraft so stark, dass die  Realität nie mithalten kann (freilich, Ausnahmen bestätigen wiederum diese Regel). Was soll ich also sagen. Wie bei einem Blind date, das nicht den Erwartungen entspricht, macht man das beste daraus und versucht sich einzureden, dass alles gut ist. Ist es natürlich nicht. Aber was bleibt über.

Das Muster war nicht cellophaniert. Dadurch konnte ich schon mal nicht erkennen, wie die Farben durch die glänzende Oberfläche noch einmal um eine Nuance hervorgehoben worden wären. Und dann, Schreck lass nach, musste ich bemerken, dass eine „graue“ Farbe ein wenig gelblich wirkte. Sie stieß mir unangenehm auf. Überhaupt, der Kontrast war nicht so überwältigend wie gedacht, erhofft. Und die Titelei ragte in den Falz hinein. Muss man natürlich ändern. Gehört sich nicht. Mit gerade einmal zwei Stunden Schlaf machte ich mich mit dem Taschenbuch also auf, in die weite Welt und zog Erkundigungen ein. Schließlich, eine Binsenweisheit, muss es nicht mir gefallen, sondern jene, die es verkaufen bzw. kaufen, also Buchhändler.

Über die späte Liebe (besser: ans-Herz-wachsen) zur Black Edition erzähle ich dann ein anderes mal mehr. Ich muss mich fertig machen. Los, los!

Napoleon & Schwarzkopf

Was hat Napoleon mit Schwarzkopf zu tun? Auf den ersten (und vermutlich auch auf den zweiten) Blick natürlich nicht viel. Eigentlich geht es nur darum, ein Taschenbuch in der zweiten Auflage zu drucken. Keine große Sache, wenn man nicht eine daraus machen würde. Da kommt Napoleon ins Spiel und aufs gedankliches Schlachtengetümmel.

Der Feldherr der Grande Nation wusste jenen Moment zu erahnen, an dem eine Schlacht an der Kippe stand. Ohne noch länger zuzuwarten, warf er seine Reserven und Elitetruppen gegen jene feindliche Stellung, die mit einmal verwundbar schien. Durch diese Genieblitze erreichte er zuweilen das Unmögliche. Freilich, es kostete hundertausenden Männer das Leben, das sollten wir weder vergessen noch verschweigen. So genial also der französische Feldherr, so lähmend die österreichischen Generäle. Sie zauderten und zögerten. Konnten sich nicht entscheiden. Warteten. Und hofften. Ehe sie begriffen, was geschah, war die Schlacht auch schon vorbei. Ich glaube, es steckt in der österreichischen Seele. Dieses Zögern. Dieses Abwarten. Diese Hoffnung, dass sich morgen das Schlachtenglück zum Positiven wenden könnte. Nur nichts übereilen. Nur nichts riskieren. Wen wundert es also, dass die Österreicher so bedächtig agieren, zumeist reagieren. Damals wie heute. Ja, ja.

Ich habe nun den Buchumschlag von Photoshop ins InDesign übertragen. Das klingt lächerlich, kostet aber viele Stunden. Aber was bleibt über, wenn man professionell erzeugte PDFs an die Druckerei schicken will, vielleicht sogar muss. Früher reichte ein PDF, das ich aus Photoshop generierte. Heute geht das nicht mehr. Viele Einstellungen müssen getroffen, der schwarze Hintergrund korrekt angelegt  werden (K=100%). Natürlich in CMYK. An und für sich ist das kein Ding. Aber alsbald werde ich zu nichts mehr kommen, werde das Spielemagazin layoutieren. In 6 Tagen muss es zum Druck. Es werden wohl einige schlaflose Nächte folgen. Ich sag’s gleich mal hier und jetzt. Später werde ich wohl keine Gelegenheit haben.

Sodala. Genug geplaudert. Back to work. Hurtig!