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Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers und das Ende einer Ära #Filmkritik

Vielleicht sollte ich eine Nacht darüber schlafen, bevor ich meine Gedanken zum neuesten Star Wars Film Der Aufstieg Skywalkers ins virtuelle Papier gieße. Gut möglich, dass sich dann mein Groll gelegt hat und ich die Dinge in einem positiveren Licht wahrnehme … [hier geht’s zu meiner Abrechnung mit Episode 8: Die letzten der Jedi]

Jetzt hab ich doch tatsächlich zugewartet, bin ins Bettchen, hab geschlafen und jetzt, nach dem ersten Kaffee am Morgen, möchte ich an der Filmkritik arbeiten, merke aber einen leichten Kopfschmerz im Stirnbereich. Es ist vermutlich jene Gehirnregion, die sich mit der Analyse von Filmen beschäftigt und gerade recht aktiv summt und surrt.

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wehe dem, der nicht klatscht: Woke Hollywood goes broke

Die beiden Kinofilme Terminator Dark Fate (blog) und Charlies Angels (2019), sowie die TV-Serie Batwoman sind ordentlich gefloppt und haben an den Kinokassen bzw. bei den Einschaltquoten eine Bruchlandung hingelegt. Wie bereits beim Fiasko Ghostbusters (2016) und dem lauen Superheldenfilm Captain Marvel (blog) war die Ursache dieser finanziell-kreativen Abstürze schnell gefunden: Männliche Kinogeher, die es nicht ertragen konnten, „starke Frauen“ und Minderheiten in Hauptrollen zu sehen, riefen zum Boykott auf und bombardierten die Foren mit negativer Kritik. Das ist jedenfalls der Tenor, der aus Hollywood und liberal-progressiven Kreisen zu hören ist.

Go woke, go broke

Die verantwortlichen Filmemacher treten somit die Flucht nach vorne an. Vorbei die Zeiten, als sich Regisseure für ihre Flops entschuldigten: (beispielsweise Joel Schumacher und seine ungewollte Lachnummer Batman & Robin 1997) oder die Produzenten zähneknirschend die Schecks ausstellten (Heaven’s Gate, 1980 / Cutthroat Island, 1995). Seit jedoch political correctness in Hollywood Einzug hielt, ist nichts mehr wie es früher einmal war. Die kulturmarxistischen Sittenwächter in den Medien fordern lautstark Gleichberechtigung in allen Belangen: Haupt- und Nebenrollen sollen vermehrt mit Frauen, Minderheiten und LBQT-Charakteren besetzt, mehr progressive Themen behandelt, das Patriarchat verteufelt, die traditionelle Familienstruktur belächelt, die christlich-westlichen Werte ignoriert und Männer, die ohne Fehl und Tadel sind, in den Allerwertesten getreten werden. Kurz und gut, die Filme sollen mehr woke sein.

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Review: Terminator Dark Fate – Best mexican Soap-Opera in 2019

To make a long and boring story short, the new Terminator: Dark Fate is a snoozefest. Nothing new, same old in every scene. Compared to the marvelous JOKER, this movie is embarrissing on all fronts. Hollywood is still rehashing old classics with a broad fan base, because money! Disney did it with The Force Awakens, which was a copy of A New Hope and succeeded – the fans wanted a new Star Wars movie so eagerly, that they accepted a copy and paste script. But with The last Jedi things got out of control. So, the production company for the new Terminator thought to play it safe and copy and paste T2 and hire good ol‘ Arnie and Linda Hamilton. But the times they are a changin‘ and the audience doesn’t accept lukewarm cash grabs anymore. We can only hope that Hollywood got the message.

P.S: The mainstream critics see the new Terminator on par with JOKER. Really? I mean, what kind of brain does it need to think that a generic boring action flick with no soul is as good (or bad) as JOKER? I guess something is rotten in mainstream media. Strangely enough the audience scores for Dark Fate are absurdly high, both at Rotten Tomatoes and imdb. I guess, Hollywood got some help from Silicon Valley.

P.S.S: I have a feeling that soon enough, ranting about a movie will be classified as hate speech. More and more movies and tv shows were made with an underlying political message. This kind of propaganda is despised by the audience. The new Batwoman series (CW) gets destroyed by youtube reviewers left and right (this is funny as hell) and the new mediocre Watchmen (HBO) series has nothing to do with the original comic book or movie.

Joker

Der neue Film JOKER von Todd Phillips ist eine unbedingte Empfehlung. Sollten Sie dieses Meisterwerk noch nicht gesehen haben, tun Sie es. Sie werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Eigentlich dachte ich, dass es diese Art von Filme gar nicht mehr geben dürfte, aber hin und wieder geschehen kleine Wunder. Auch in Hollywood.

Der Film entwickelt von Beginn an einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, so man sich darauf einlässt. Joaquin Phoenix spielt die Klaviatur des Dramas nahezu in Perfektion. Überhaupt ist die besondere Atmosphäre des Films herauszustreichen, angefangen von der Kameraführung, über die Farben bis hin zur (bereits mit dem Script entstandenen) Musik und der Ausstattung. Es ist wahrlich beeindruckend, wie hier die Vision eines Regisseurs in allen Belangen umgesetzt wurde (Interview). JOKER ist ein Autorenfilm, der – das ist zu vermuten – ohne dem Markenzeichen DC-Comics/Batman vermutlich nur geringe Aufmerksamkeit bekommen hätte. Zusätzlich befeuerte der mediale Ausnahmezustand das Interesse eines Publikums, das sich immer mehr vom Mainstream emanzipiert und das Hillary Clinton abschätzig als „basket of deplorables“ in einer Wahlkampfrede bezeichnete: „They’re racist, sexist, homophobic, xenophobic – Islamophobic – you name it.“ Es ist die übliche politische Strategie, mit gravierenden Anschuldigungen um sich zu werfen, in der Hoffnung, irgendetwas davon würde schon hängen bleiben.

Der Film selbst zeigt eine (fiktive) Gesellschaft, die am Rande des Zusammenbruchs steht. Die politisch-wirtschaftliche Elite schert sich nicht mehr um das Wohl des Einzelnen („They don’t give a shit about people like you, Arthur. And they don’t give a shit about people like me either.“) und bezeichnet jene, die unter die Räder des Systems gekommen sind, abschätzig als „Clowns“. Soziale Einrichtungen werden geschlossen, Kürzungen in allen Bereichen der städtischen Infrastruktur vorgenommen. „Die Leute brauchen Jobs“, hört man aus dem Radio, „Es sind schwierige Zeiten“.

Im gegenwärtigen Klima wird es für den gewöhnlichen Bürger immer schwieriger seinem Unmut Luft zu machen. Die Sittenwächter kontrollieren bereits den größten Teil des virtuellen Kommunikations-Highways (youtube, facebook, twitter, Kommentarseiten, usw. ), weshalb politische Kommentare, die gegen den Mainstream gerichtet sind und eine hohe Zugriffsrate haben, unterdrückt oder gelöscht werden. Es ist eine virtuelle Säuberungswelle, die man gut aus der nahen Vergangenheit kennt. Wie kann der Einzelne nun seine unbequeme Meinung im Netz veröffentlichen und zur Diskussion stellen?

Der Weg führt ins Kino und vom Kino zur Filmkritik. Hier ist es noch möglich, gegen den Strom zu schwimmen und die glatt gebügelte Mainstream-Meinung aufs Korn zu nehmen, ohne dabei Gefahr zu laufen, Job und Karriere zu verlieren oder abgemahnt und vor Gericht gestellt zu werden.

Begonnen hat es mit Star Wars – The last Jedi. Viele der apolitischen Fans erkannten zum ersten Mal die große Diskrepanz zwischen Mainstream- und Publikumsmeinung. „Wie kann es sein“, haben sie sich gefragt, „dass dieses trainwreck, dieser katastrophale Film, der alles, was Star Wars ausmacht, mit Füßen tritt, wie kann es sein, dass dieser Film von den bezahlten Kritikern gepriesen und geschätzt wird?“

Der nächste filmische Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte, war Captain Marvel, ein von den bezahlten Kritikern gelobten, von den meisten Fans verachteten Superheldenfilm im Marvel-Universum. Auch hier klaffte ein großes Loch zwischen Mainstream- und Publikumsmeinung, aber diesmal ging es nicht um die mutwillige Zerstörung eines Kinomärchens, sondern um die bewusste Inszenierung eines gesellschaftlich-politischen Narrativs. Mit einmal wurde die Filmkritik mit political correctness aufgeladen. Wem der Film nicht gefiel, der wurde verdächtigt, ein misogynist, ein Frauenfeind, zu sein und so mancher der größeren alternativen Filmkritiker auf youtube musste klar stellen, dass er (oder sie) kein misogynist sei.

Und nun haben wir JOKER. Auch hier klafft ein großes Loch zwischen Mainstream- und Publikumsmeinung. Diesmal ist es die Befürchtung der professionellen Filmkritiker, dass der Film die Gewaltbereitschaft der Incels (jungfräuliche Sonderlinge) befeuern würde. Jeder, der den Film über die Maßen lobt, wird verdächtigt, politische Veränderungen mit Gewalt durchsetzen zu wollen (ironischerweise ist das die Vorgehensweise der US-Regierungen im Ausland).

JOKER ist jedenfalls ein grandioser Autorenfilm, der über den Umweg eines Comic-Verfilmung ein breites Publikum anlockt. Vielleicht hat Todd Phillips, ohne es zu wollen, das Ende des bombastischen und damit für Studios extrem teuren Superheldenfilms eingeläutet. Die Kinogeher, die mit Iron Man aufgewachsen sind, sind fünfzehn Jahre älter und damit reifer geworden. Mit dem zu recht bejubelten Infinity War und dem eher enttäuschenden Endgame ist Phase 4 von Marvel zu Ende gegangen. Phase 5 bietet nichts Vergleichbares und richtet sich vorrangig an ein junges Publikum (siehe die Teenie-Komödie Spider-Man: Far from home). DC und die X-Men Franchise haben in letzter Zeit enttäuscht oder nur Mittelmaß abgeliefert. Die Zahl der Kinogeher, die intelligente und gut gemachte Filme sehen wollen, steigt mit jedem Jahr und jedem Flop.

Welchen Weg Hollywood einschlagen wird, ist noch nicht abzusehen. In wenigen Monaten wird der dritte und letzte Teil der Disney Star Wars Saga in die Kinos kommen. Man darf gespannt sein, wie stark Mainstream- und Publikumsmeinung auseinanderklafft und ob die schmerzhafte Wunde, die The last Jedi vor zwei Jahren verursacht hat, erneut aufgerissen und der wütende Mob die Disney-Bastille stürmen wird.

Sicher ist nur, dass die Filmkritik auch in Zukunft ein Ventil für uns „Clowns“ bietet. Ja, das ist für manche deplorable, aber die philosophischen Aufklärer des 18. Jahrhunderts mussten auch alle Tricks und Kniffe anwenden, um die königlich-katholische Zensur zu umgehen. Wir sehen, die Geschichte wiederholt sich. Damals war es eine Tragödie in Moll. Heute ist es eine Farce, unterlegt mit Frank Sinatras That’s life.

Game of Thrones – „Es fühlt sich nicht richtig an“ #kritik

Mehr als 8 Jahre und ganze 73 Folgen haben die Fans der Serie Games of Thrones zuwarten müssen, um herauszufinden, wie alles enden wird. Ich habe dafür freilich nur eine Hand voll Wochen gebraucht. Ich gebe zu, hätte es nicht diesen sogenannten Backlash der Fans gegeben, bezüglich der letzten Staffel, ich hätte mir die Serie wohl nicht angesehen. Aber all diese Wut, all diese Enttäuschung der Leute haben mich stutzig gemacht. Ich wollte wissen, woran die Story bzw. deren Umsetzung scheiterte. Als Schriftsteller vieler Bücher ist es mir ein Anliegen, die Spreu vom Weizen zu trennen, sozusagen schlecht Geschriebenes von gut Geschriebenem zu unterscheiden. Am Ende, die letzte Folge schwingt noch im Kopf nach, ist es, wie John Schnee einmal sagte: „Es fühlt sich nicht richtig an!“

Vorweg möchte ich festhalten, dass solch eine opulente TV-Show auf die Beine zu stellen und filmisch umzusetzen eine beachtliche Leistung darstellt. Respekt. Die vielen Geschichten und Episoden waren freilich von unterschiedlicher Qualität und oftmals hatte ich den Eindruck, dass es den Produzenten und Autoren vor allem darum ging, mit Freizügigkeit nicht zu geizen und mit Brutalität zu schockieren – für die Handlung waren sie selten von Belang. Sex sells, ich weiß. Darüber habe ich lang und breit hier geseufzt: Kritik zur Staffel #1 und #2.

Kommen wir zur eingangs gestellten Frage: Warum fühlt sich die Auflösung der Geschichte nicht richtig an? Nun, der Fehler wurde m. E. nicht in der letzten Staffel begangen, sondern ist einerseits in den Büchern – die ich freilich nicht kenne, weshalb ich Mutmaßungen anstellen muss – andererseits in der Drehbuch-Überarbeitung zu finden. Die Serie beginnt nämlich mit der Gefahr im Norden, mit den Untoten. Gewiss wollten die Produzenten mit einem Big Bang ihr bombastisches TV-Serien-Vorhaben einläuten. Was eignete sich da besser als ein mysteriöses Rätsel rund um Zombies, das immer wieder für brutale Szenen sorgt und so zum Gesprächsstoff der Zuseher werden würde?

Aber damit wurde der Fokus der epischen TV-Serie auf diese große Gefahr aus dem Norden gelegt – auch wenn viele Folgen diesen Erzählstrang nur am Rande streiften, er nahm mit jeder Staffel einen wichtigeren Stellenwert ein. Die blutige Rangelei um den Königsthron rückte immer mehr in den Hintergrund. Bis es zum vermeintlichen Höhepunkt kam: Die Schlacht zwischen den Lebenden und den Toten.

Das war in der 3. Folge, sozusagen knapp vor Halbzeit der letzten Staffel. Der Tod aus dem hohen Norden setzt zum vernichtenden Schlag gegen die Lebenden an: Winter is coming! Ein Krieg, der von den Lebenden nicht gewonnen hätte werden können. Hier ist wohl der zweite Fehler von der Autorenschaft gemacht worden. In dem die Untotenarmee praktisch als unbezwingbar dargestellt wurde, brauchte es eine Achillesferse, die aber leider recht altbacken ausfiel: Man töte den obersten Anführer, den Nachtkönig, und damit zerfällt seine Armee, ist die Schlacht und der Krieg endgültig gewonnen. Aber wie kommt man überhaupt in die Nähe dieses allmächtigen Nachtkönigs, der umgeben ist von Untoten und mächtigen Dienern, ja, der sogar in der Lage ist, die Toten auferstehen und für sich kämpfen zu lassen, der einen Drachen mit einem Speer vom Himmel holte und über Magie zu verfügen scheint, die niemand auch nur im Ansatz verstehen kann. Nun, die Autoren wählten für den „Bogenschuss“, der die Erlösung bringen sollte, ein Mädchen, das in der Fremde ihre Unschuld verlor und in der Nacht zur Frau wurde. Wie aus heiterem Himmel fliegt sie herbei und rettet die Menschheit mittels eines Messerstichs in die Brust des Nachtkönigs. Das war es? Das war es! Die Schlacht ist vorbei, der Krieg gewonnen. Die Lebenden haben obsiegt.

Damit hätte die große Saga zu Ende gehen können. Die „Schlacht um Winterfell“, der Kampf zwischen Leben und Tod, zeigte die Protagonisten gemeinsam in einer ausweglosen Situation. Sie alle hatten den sicheren Tod vor Augen. Das ist die Essenz des heroischen Kampfes, der sich nicht nur am Feld, sondern vor allem im Herzen abspielt. Nichts hätte diese Untoten aufhalten können. Ein Feind, so übermächtig, dass es absurd schien, überhaupt auf einen Sieg hoffen zu dürfen. Doch die Autoren degradierten diesen Überlebenskampf zu einer winterlichen Balgerei im Schnee und wechselten so schnell es ging die Kulisse.

Der zweite Erzählstrang, die Rangelei um den Königsthron, musste in den letzten drei Folgen ebenfalls zu einem Ende gebracht und die verschiedenen Plotknäuel aufgelöst werden. Vermutlich hätte fast jede Lösung die Fans unzufrieden gemacht – so oder so mussten sie alle Abschied nehmen, von einer TV-Serie, die vielen Fans über die Jahre mehr und mehr ans Herz gewachsen ist, oftmals zitternd, ob ihr Lieblingsprotagonist noch die nächste Staffel erleben wird.

Aber seltsam, das Ende der epischen Reise wirkte recht lustlos inszeniert – als würden die Autoren und Produzenten nur noch daran interessiert sein, den Schlusspunkt so rasch wie möglich zu setzen. Das Ganze ist nicht zu vergleichen mit den ersten Staffeln – als sich die Geschichte langsam entfaltete und man als Zuseher das Gefühl hatte, dabei zu sein, bei all den wichtigen und entscheidenden Momenten. Als in der allerletzten Folge die Lords und die Ladys im Kreis saßen, um ihren König zu wählen, wirkte es auf mich wie der Mitschnitt der Abschiedsfeier am Filmset. Die Charaktere hätten hitzig diskutieren müssen, womöglich wären verletzende Worte gesprochen worden, die den Keim des nächsten Krieges in sich getragen hätten. Aber nichts dergleichen. Alles Eitel Wonne. Hätten die Charaktere diese gleichgültige Einstellung bereits in den ersten Folgen der Serie gehabt, es hätte kein Blut vergossen werden müssen. Gemeinsam einigen sich die verbliebenen Protagonisten die Wahlmonarchie einzuführen – mit einem simplen Nicken wird eine politische Neuordnung abgesegnet und es erweckt den Anschein, als würde damit der Frieden endlich für lange Zeit gewahrt werden können. Aber eine Wahlmonarchie macht weder Kriege noch Ränke obsolet – und ob immer der kompetenteste Monarch gewählt wird, wage ich zu bezweifeln. Ein Blick in unsere Vergangenheit sollte diesbezüglich genügen. Ja, die Autoren enttäuschen auf ganzer Linie, weil sie nur noch bemüht sind, mit einem Happy End abzuschließen: „Seht, jetzt ist Frieden im Lande und alle leben sie glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind, dann …“

Brüderlein fein, Schwesterlein fein, musst mir ja nicht böse sein …

Die stärksten Momente hatte die Serie, wenn sich die Autoren von shakespearschen Königsdramen inspirieren ließen und jegliche Hemmungen verloren. Die „rote Hochzeit“ war ein dramaturgisch beeindruckendes Schauspiel, das eine enorme Wucht entfaltete. Im Gegensatz dazu gestaltete sich die Rache als banales Hollywoodkino. So pendelt die TV-Serie oftmals zwischen gewaltiger Ernsthaftigkeit und peinlichem Klischeefest. Die Episoden in Dorne sind sicherlich der Tiefpunkt der Serie und man fragt sich, was die Verantwortlichen getrunken oder geraucht haben müssen, um nicht zu erkennen, wie lächerlich die Szenen auf einen nüchternen Betrachter wirken müssen.

Ganz anders wiederum die Schlacht der Bastarde (#6/9). Auch wenn die Einkreisung inszeniert wirkte und die Kavallerie – wie in den alten Westernfilmen – doch noch im letzten Augenblick am Horizont auftauchte und die ersehnte Rettung brachte, so wurde das Gemetzel sehenswert umgesetzt. Nichts für zarte Gemüter, versteht sich.

Hin und wieder gab es Deus Ex Machina Momente, die nicht hätten sein müssen – aber weil sich die Autoren in eine Sackgasse schrieben, konnten sie keine plausible und realistische Lösung mehr finden – und für die Story wesentliche Charaktere sterben zu lassen war freilich keine Option. So verkommt das einigermaßen realistisch anmutende Königsdrama zu einer Fantasy-Seifenoper mit meterdickem plot armor .

So! Jetzt werde ich mir endlich die zynischen Kritiken anhören können, die sich über die letzten Staffeln ergossen haben. Ja, die Fans können ganz schön wütend werden, wenn man sie mit billigen und blödsinnigen Plot-Lösungen abzuspeisen versucht – siehe Star Wars Episode 8.

Zu guter Letzt fällt mir noch ein Zitat von Novalis ein, das die Geschichte von Game of Thrones auf den Punkt zu bringen versteht:

Noch hat jeder, der Vorgab, das Paradies auf Erden zu errichten, die Hölle geschaffen.