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Game of Thrones – „Es fühlt sich nicht richtig an“ #kritik

Mehr als 8 Jahre und ganze 73 Folgen haben die Fans der Serie Games of Thrones zuwarten müssen, um herauszufinden, wie alles enden wird. Ich habe dafür freilich nur eine Hand voll Wochen gebraucht. Ich gebe zu, hätte es nicht diesen sogenannten Backlash der Fans gegeben, bezüglich der letzten Staffel, ich hätte mir die Serie wohl nicht angesehen. Aber all diese Wut, all diese Enttäuschung der Leute haben mich stutzig gemacht. Ich wollte wissen, woran die Story bzw. deren Umsetzung scheiterte. Als Schriftsteller vieler Bücher ist es mir ein Anliegen, die Spreu vom Weizen zu trennen, sozusagen schlecht Geschriebenes von gut Geschriebenem zu unterscheiden. Am Ende, die letzte Folge schwingt noch im Kopf nach, ist es, wie John Schnee einmal sagte: „Es fühlt sich nicht richtig an!“

Vorweg möchte ich festhalten, dass solch eine opulente TV-Show auf die Beine zu stellen und filmisch umzusetzen eine beachtliche Leistung darstellt. Respekt. Die vielen Geschichten und Episoden waren freilich von unterschiedlicher Qualität und oftmals hatte ich den Eindruck, dass es den Produzenten und Autoren vor allem darum ging, mit Freizügigkeit nicht zu geizen und mit Brutalität zu schockieren – für die Handlung waren sie selten von Belang. Sex sells, ich weiß. Darüber habe ich lang und breit hier geseufzt: Kritik zur Staffel #1 und #2.

Kommen wir zur eingangs gestellten Frage: Warum fühlt sich die Auflösung der Geschichte nicht richtig an? Nun, der Fehler wurde m. E. nicht in der letzten Staffel begangen, sondern ist einerseits in den Büchern – die ich freilich nicht kenne, weshalb ich Mutmaßungen anstellen muss – andererseits in der Drehbuch-Überarbeitung zu finden. Die Serie beginnt nämlich mit der Gefahr im Norden, mit den Untoten. Gewiss wollten die Produzenten mit einem Big Bang ihr bombastisches TV-Serien-Vorhaben einläuten. Was eignete sich da besser als ein mysteriöses Rätsel rund um Zombies, das immer wieder für brutale Szenen sorgt und so zum Gesprächsstoff der Zuseher werden würde?

Aber damit wurde der Fokus der epischen TV-Serie auf diese große Gefahr aus dem Norden gelegt – auch wenn viele Folgen diesen Erzählstrang nur am Rande streiften, er nahm mit jeder Staffel einen wichtigeren Stellenwert ein. Die blutige Rangelei um den Königsthron rückte immer mehr in den Hintergrund. Bis es zum vermeintlichen Höhepunkt kam: Die Schlacht zwischen den Lebenden und den Toten.

Das war in der 3. Folge, sozusagen knapp vor Halbzeit der letzten Staffel. Der Tod aus dem hohen Norden setzt zum vernichtenden Schlag gegen die Lebenden an: Winter is coming! Ein Krieg, der von den Lebenden nicht gewonnen hätte werden können. Hier ist wohl der zweite Fehler von der Autorenschaft gemacht worden. In dem die Untotenarmee praktisch als unbezwingbar dargestellt wurde, brauchte es eine Achillesferse, die aber leider recht altbacken ausfiel: Man töte den obersten Anführer, den Nachtkönig, und damit zerfällt seine Armee, ist die Schlacht und der Krieg endgültig gewonnen. Aber wie kommt man überhaupt in die Nähe dieses allmächtigen Nachtkönigs, der umgeben ist von Untoten und mächtigen Dienern, ja, der sogar in der Lage ist, die Toten auferstehen und für sich kämpfen zu lassen, der einen Drachen mit einem Speer vom Himmel holte und über Magie zu verfügen scheint, die niemand auch nur im Ansatz verstehen kann. Nun, die Autoren wählten für den „Bogenschuss“, der die Erlösung bringen sollte, ein Mädchen, das in der Fremde ihre Unschuld verlor und in der Nacht zur Frau wurde. Wie aus heiterem Himmel fliegt sie herbei und rettet die Menschheit mittels eines Messerstichs in die Brust des Nachtkönigs. Das war es? Das war es! Die Schlacht ist vorbei, der Krieg gewonnen. Die Lebenden haben obsiegt.

Damit hätte die große Saga zu Ende gehen können. Die „Schlacht um Winterfell“, der Kampf zwischen Leben und Tod, zeigte die Protagonisten gemeinsam in einer ausweglosen Situation. Sie alle hatten den sicheren Tod vor Augen. Das ist die Essenz des heroischen Kampfes, der sich nicht nur am Feld, sondern vor allem im Herzen abspielt. Nichts hätte diese Untoten aufhalten können. Ein Feind, so übermächtig, dass es absurd schien, überhaupt auf einen Sieg hoffen zu dürfen. Doch die Autoren degradierten diesen Überlebenskampf zu einer winterlichen Balgerei im Schnee und wechselten so schnell es ging die Kulisse.

Der zweite Erzählstrang, die Rangelei um den Königsthron, musste in den letzten drei Folgen ebenfalls zu einem Ende gebracht und die verschiedenen Plotknäuel aufgelöst werden. Vermutlich hätte fast jede Lösung die Fans unzufrieden gemacht – so oder so mussten sie alle Abschied nehmen, von einer TV-Serie, die vielen Fans über die Jahre mehr und mehr ans Herz gewachsen ist, oftmals zitternd, ob ihr Lieblingsprotagonist noch die nächste Staffel erleben wird.

Aber seltsam, das Ende der epischen Reise wirkte recht lustlos inszeniert – als würden die Autoren und Produzenten nur noch daran interessiert sein, den Schlusspunkt so rasch wie möglich zu setzen. Das Ganze ist nicht zu vergleichen mit den ersten Staffeln – als sich die Geschichte langsam entfaltete und man als Zuseher das Gefühl hatte, dabei zu sein, bei all den wichtigen und entscheidenden Momenten. Als in der allerletzten Folge die Lords und die Ladys im Kreis saßen, um ihren König zu wählen, wirkte es auf mich wie der Mitschnitt der Abschiedsfeier am Filmset. Die Charaktere hätten hitzig diskutieren müssen, womöglich wären verletzende Worte gesprochen worden, die den Keim des nächsten Krieges in sich getragen hätten. Aber nichts dergleichen. Alles Eitel Wonne. Hätten die Charaktere diese gleichgültige Einstellung bereits in den ersten Folgen der Serie gehabt, es hätte kein Blut vergossen werden müssen. Gemeinsam einigen sich die verbliebenen Protagonisten die Wahlmonarchie einzuführen – mit einem simplen Nicken wird eine politische Neuordnung abgesegnet und es erweckt den Anschein, als würde damit der Frieden endlich für lange Zeit gewahrt werden können. Aber eine Wahlmonarchie macht weder Kriege noch Ränke obsolet – und ob immer der kompetenteste Monarch gewählt wird, wage ich zu bezweifeln. Ein Blick in unsere Vergangenheit sollte diesbezüglich genügen. Ja, die Autoren enttäuschen auf ganzer Linie, weil sie nur noch bemüht sind, mit einem Happy End abzuschließen: „Seht, jetzt ist Frieden im Lande und alle leben sie glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind, dann …“

Brüderlein fein, Schwesterlein fein, musst mir ja nicht böse sein …

Die stärksten Momente hatte die Serie, wenn sich die Autoren von shakespearschen Königsdramen inspirieren ließen und jegliche Hemmungen verloren. Die „rote Hochzeit“ war ein dramaturgisch beeindruckendes Schauspiel, das eine enorme Wucht entfaltete. Im Gegensatz dazu gestaltete sich die Rache als banales Hollywoodkino. So pendelt die TV-Serie oftmals zwischen gewaltiger Ernsthaftigkeit und peinlichem Klischeefest. Die Episoden in Dorne sind sicherlich der Tiefpunkt der Serie und man fragt sich, was die Verantwortlichen getrunken oder geraucht haben müssen, um nicht zu erkennen, wie lächerlich die Szenen auf einen nüchternen Betrachter wirken müssen.

Ganz anders wiederum die Schlacht der Bastarde (#6/9). Auch wenn die Einkreisung inszeniert wirkte und die Kavallerie – wie in den alten Westernfilmen – doch noch im letzten Augenblick am Horizont auftauchte und die ersehnte Rettung brachte, so wurde das Gemetzel sehenswert umgesetzt. Nichts für zarte Gemüter, versteht sich.

Hin und wieder gab es Deus Ex Machina Momente, die nicht hätten sein müssen – aber weil sich die Autoren in eine Sackgasse schrieben, konnten sie keine plausible und realistische Lösung mehr finden – und für die Story wesentliche Charaktere sterben zu lassen war freilich keine Option. So verkommt das einigermaßen realistisch anmutende Königsdrama zu einer Fantasy-Seifenoper mit meterdickem plot armor .

So! Jetzt werde ich mir endlich die zynischen Kritiken anhören können, die sich über die letzten Staffeln ergossen haben. Ja, die Fans können ganz schön wütend werden, wenn man sie mit billigen und blödsinnigen Plot-Lösungen abzuspeisen versucht – siehe Star Wars Episode 8.

Zu guter Letzt fällt mir noch ein Zitat von Novalis ein, das die Geschichte von Game of Thrones auf den Punkt zu bringen versteht:

Noch hat jeder, der Vorgab, das Paradies auf Erden zu errichten, die Hölle geschaffen.

Game of thrones: Staffel #1 & #2 – Softporno trifft Seifenoper

Ja, ich weiß, ich bin ziemlich spät zur Party erschienen. Jetzt, da die Serie Games of Thrones mit der 8. und letzten Staffel zu einem Ende gekommen ist – im Gegensatz zu der Buchserie A Song of Ice and Fire von George R. R. Martin – dachte ich mir, es ist nun an der Zeit, sich in das Jahr 2011 zu begeben, damals, als diese TV-Show ihren Anfang nahm und Einschlug wie eine Bombe. Bumm!

Ich konnte der Serie nicht viel abgewinnen, damals. Alle redeten davon, noch mehr verfolgten das Ränkespiel um den Thron der 7 Königreiche und überwarfen die Show mit Lobeshymnen. Auch wenn die letzten beiden Staffeln bei vielen Fans Enttäuschung und Kopfschütteln hervorrief, das IMDB-Rating reiht die Fantasy-Seifenoper knapp hinter Band of Brothers und Breaking Bad. Starker Tobak. Hust, hust.

Anfänglich dachte ich, ich würde nun ein Shakespeare-TV-Drama mit Blut und Intrigen sehen. Sean Bean ziert bekanntlich das Cover der ersten Staffel und ich wusste, dass er seinen Kopf nicht all zu lange auf seinen Schultern behalten würde. Vielleicht ist es bereits in Hollywood ein running gag, Schauspieler Sean Bean nur noch solch todbringende Rollen anzubieten. Und bevor ich mit meiner Tirade beginne, sei gleich vorweg gesagt, dass sich die Produzenten mit der Verpflichtung von Sean Bean keinen guten Dienst erwiesen haben. Er ist in der ersten Staffel der wesentliche Charakter, um den sich alles dreht. Nicht nur, weil es die Story vorsieht, sondern vor allem weil es nun mal Sean Bean ist, der einzige Schauspieler in der Serie, den vermutlich jedes Kind kennt – Herr der Ringe sei dank. Aber als der von Sean Bean verkörperte Charakter vorzeitig seinen Kopf verlor, wurde aus dem Drama eine episodenhafte Seifenoper.

Ich war auf sehr viel vorbereitet, als ich den Pilotfilm, also die erste Folge, einschaltete. Gewalt, Blut und Intrigen – Verrat, Hass und Meuchelmorde. Wenn es in der Literatur und im Kino um Könige und Fürsten geht, um verwaiste Throne, dann wissen wir, wie sich das Ränkespiel in etwa darstellen wird. MacBeth ist vermutlich das beste Beispiel dafür und die Verfilmung aus dem Jahr 2015 ist zwar (realistisch) langatmig, aber dafür visuell atemberaubend. Da hätten sich die Filmemacher eine Scheibe abschneiden können.

Aber worauf ich nicht gefasst war, ist das viele nackte Fleisch, das hier dem Voyeur dargeboten wird. In meiner Jugend wären die filmische Darstellung fleischlicher Gelüste als Softporno klassifiziert worden. Solch eine TV-Serie, damals, hätte einen Sturm der Entrüstung heraufbeschworen und der Küniglberg wäre vermutlich wie Königsmund (King’s Landing) gestürmt und dem Erdboden gleichgemacht worden. Aber die Zeiten ändern sich, ich weiß – und trotzdem bin ich ziemlich verärgert über diese Freizügigkeit. Die Lustwandlungen, in all ihrer Deutlichkeit auf den TV-Schirm gebracht, zwischen Mann und Frau, Frau und Frau oder Mann und Mann, führen die Geschichte in keiner Weise weiter. Sie sind nur deshalb in der Story, um die Serie aufzupeppen. Und das stinkt mir. Genauso ist es auch mit der Gewalt. Ja, das finstere Mittelalter war schmutzig und brutal, Frauen wurden von den Horden gegen ihren Willen genommen und Kinder abgeschlachtet. Auch wenn wir niemals wissen können, wie es sich im Mittelalter tatsächlich gelebt hat – die meisten Berichte sind nämlich Erfindungen von Mönchen oder schreibenden Scharlatanen – die Leute hatten damals genauso einen gesunden Menschenverstand wie heute. Der größte Teil der zivilisierten Bevölkerung sucht den Frieden und die Ruhe und nur die wenigsten wollen in den Krieg ziehen. Und noch etwas: Jeder Mensch hat ein Gewissen und eine Seele.

Zurück zum Koitus. War das notwendig? Wirklich notwendig. Jedes Mal wenn eine der hübschen Frauen – eine hässliche konnte ich bis jetzt keine ausmachen – mit einem Mann allein im Zimmer oder Zelt stand, war davon auszugehen, dass sie ihre Hüllen fallen lassen und ihre makellosen Brüste und noch ein bisschen mehr zeigen würde. Und so verkommt das shakespearesche Möchtegerndrama zu einer softpornographischen Seifenoper. Seltsam, dass die Kritiker diesen wolllüstigen Sachverhalt kaum erwähnt haben. Vermutlich hatten und haben sie die (berechtigte) Befürchtung, sie würden als prüde Spießer verlacht werden. Bevor man mir diesen Vorwurf macht, werfe er oder sie einen Blick auf meine publizierten Bücher. Danke.

Nun weiß ich natürlich nicht, welche Episoden in der zugrundeliegende Buchserie besser und ausführlicher beschrieben wurden, aber auch diese Serie, die sich realistischer und authentischer als alle bisherigen Fantasy-TV-Filmchen geben will, mangelt es an Kohärenz. Mit anderen Worten, man hat als Zuseher keine Ahnung, welche Regeln in dieser für uns fremden Welt gelten. Das Mittelalter – soweit wir wissen – hatte ein recht ausgefeiltes Rechts- und Ehrsystem installiert, um die Ordnung im Reich und im Fürstentum aufrechtzuerhalten. Es wurde verhandelt, es wurden Absprachen getroffen. Verträge wurden aufgesetzt und mit Brief und Siegel garantiert. Als der am Totenbett liegende König seiner „rechten Hand“ ein Schreiben aufsetzen lässt, das diesen nach des Königs Tod als Reichsverwalter einsetzt, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Ohne Zeugenschaft ist solch ein Papier wertlos. Warum aber keiner der beiden „Berufsfürsten“ diesen Punkt bedachte, zeigt, dass es mit dem Drehbuch nicht weit her ist. Das eine Mal haben wir es mit klugen und gewitzten Ränken zu tun, die viel Verstand und Erfahrung erfordern, das andere Mal stellen sich die Protagonisten an, als könnten sie nicht bis drei zählen und tappen in ausgelegte Fallen, die sogar der dümmste Esel bemerkt hätte.

Des Weiteren sind Ränkespiele am Königshof für den Zuseher nur schwer einzuordnen. Wer hat welche Macht? Was ist überhaupt Macht? Solch ein Gespräch ist tatsächlich in der TV-Show geführt worden und die Königinmutter erklärt dem Schatzmeister, was „wirkliche Macht“ ist: ihre Wachen halten dem verängstigten Schatzmeister das Schwert an den Hals und ein Wink der Königinmutter hätte ausgereicht, ihn zu töten. Aha. Aber wenn es so einfach ist, zwielichtige Hofleute und nervige Ratgeber zu töten, wozu sich in (gewaltlosen) Ränke verstricken? Der junge König wiederum ist das lächerliche Abziehbild eines verzogenen Bengels, der Unschuldige foltert und bei alledem mit keiner Grausamkeit spart, weil „ein König alles machen kann, wie es ihm beliebt“. Ist das so? Für einen König gibt es also keine Gesetze, keine Regeln, keinen Ehrenkodex? Nur schwer vorstellbar, meinen Sie nicht? Jedenfalls gibt es – wie an jedem (filmischen) Königshof – eine königstreue Garde, sozusagen Prätorianer. Während in der 1. Staffel die „rechte Hand“ (Sean Bean) von dieser hintergangen wird, tauscht die neue „rechte Hand“ (Peter Dinklage) in der 2. Staffel den Oberkommandierenden einfach mit einem seiner Gefolgsleute aus und – schwupps – hat er die Garde auf seiner Seite. So schnell wechselt also die Macht seinen Besitzer. Hm.

Die Ironie bei alledem ist, dass der vorletzte König ziemlich verrückt gewesen sein soll – und deshalb von seiner „rechten Hand“ gemeuchelt wurde. Aha. Scheinbar ist es also kein großes Ding, einem König die Kehle durchzuschneiden – freilich nur dann, wenn das „ärztliche Attest“ klar und deutlich die Diagnose „verrückt“ festhält. Wer stellt also in dieser Welt bei einem König oder Fürst den geistigen Gesundheitszustand fest? Hm.

Ein anderes Problem, dass die TV-Show hat, ist die Eingrenzung von Magie und Zauber. Anfänglich heißt es, Drachen und Magie seien vor vielen, vielen Jahren verschwunden und sind jetzt nur noch alberne Gerüchte. Doch in Staffel 2 gebiert eine rothaarige Priesterin des Lichts – im wahrsten Sinne des Wortes! – einen Schattendämon, der einen Königsanwärter in seinem Zelt – umgeben von tausenden seiner loyalen Soldaten – tötet. Zack. Prack. Tot. Aha. So einfach geht das. Diese magische Geheimwaffe könnte bei allen Feinden eingesetzt werden und – Zack, Prack – ist keiner mehr übrig. Ende gut, alles gut, nicht wahr? Wozu also langwierige Kriege führen? Warum also diese schwarze Magie nicht öfters einsetzen? Deshalb gilt es in Literatur und Film jegliche Magie Regeln zu unterwerfen – ansonsten wird es recht bald langweilig oder völlig konfus. Als langjähriger Fantasy-Papier-Rollenspieler weiß ich, wovon ich rede.

Ein weiteres Problem der TV-Serie ist die Definition von Moral und Loyalität. Der Wink des Königs lässt seine Wache einen unbewaffneten Mann töten oder foltern. Ohne ersichtlichem Grund, einfach aus Spaß an der Freude wurde der Befehl gegeben und der Befehl ausgeführt. Aber in jeder zivilisierten Gesellschaft gibt es eine Gerichtsbarkeit, die Verbrechen ahndet und Urteile ausspricht. Es gibt moralische Grundsätze. Der edle Ritter, wenn wir der romantisierenden Minne folgen – hat die Unschuldigen zu beschützen und ein gerechtes Urteil zu fällen. Im Film Kingdom of Heavens (Directors Cut!) wird die Aufgabe eines Ritters – und vor allem seine Verantwortung – klar und deutlich dargestellt. Ein Insert zeigt das Motto des Malteser Ordens aus dem Jahr 1185:

„Das Wahre liegt in der rechten Handlung, und steh mit Mute jenen zur Seite, die wehrlos sind.“

Und so verkommt die Geschichte zu einem Mischmasch aus Rittern in schimmernden Rüstungen, die sich wie Feiglinge, Söldner, die sich wie geistig abnorme Rechtsbrecher und Psychopathen, die sich wie Psychopathen benehmen. All das geschieht im Namen von Loyalität, kurz „ich hab einen Eid geschworen“-Blabla. Nur Sean Beans Charakter – wie zu erwarten – widersetzt sich den moralisch zweifelhaften Befehlen seines Königs. Aber ohne Sean Bean gibt’s in der TV-Serie auch kein moralisches Zentrum mehr. Jeder für sich und so viel er tragen kann.

Wohl am schlimmsten ist jedoch der Umstand, dass die Charaktere keinen blassen Schimmer haben, was ihre blutigen Taten auslösen, obwohl sie in eine Welt geboren wurden, in der Blutrache kein leeres Wort ist. Ganz im Gegenteil. Den Rache-Reigen setzt „Königsmorder“ Jaime in Gang, in dem er den jungen Stark namens Bran, noch ein Kind, aus dem Turmfenster in die Tiefe stößt. Einfach so. Weil der Junge sah, was er nicht hätte sehen sollen: Bruder und Schwester beim intimen Inzest-Techtelmechtel. Ja, was für ein Schock. „Was macht man nicht aus Liebe?!“, blickt Jaime in die Tiefe, dort, wo der junge Bran regungslos und scheinbar tot liegt. Hm. Wie stärker und realistischer wäre es gewesen, in dem sich Jaime den Jungen nur greifen will, doch dieser, vor Angst völlig klamm, verliert die Balance und stürzt in die Tiefe. Ein dummer Unfall. Vielleicht hätte ihn Jaime umgebracht. Vielleicht nur gedroht. Auch wenn die Autoren Jaime als unbekümmerten und rücksichtslosen Schwertkämpfer zeichnen, so ist er nicht völlig verblödet. Den Sohn einer angesehenen Familie zu töten ist keine Lappalie. Dass er es aber nicht einmal der Mühe wert findet, sicherzustellen, dass der junge Bran tatsächlich mausetot ist, scheint mir die zweite Dummheit. Und die dritte einen Meuchelmörder mit einem ganz besonderen Dolch auszustatten, der den Verdacht auf seine Familie lenkt. So viel Dummheit gehört freilich bestraft. Und wird bestraft.

Um wie viel stärker würde die Seifenoper sein, hätte man es nicht hie und da mit Klischee-Charakteren zu tun. Der junge König ist beispielsweise das größte Problem der ersten beiden Staffeln, da er auf eine Weise gezeichnet wird, die ihn so unsympathisch macht, dass er zum Parade-Antagonist avanciert. Hätten die Autoren ihn menschlicher gezeichnet, seine Anordnungen nachvollziehbarer gestaltet, ihn sozusagen zu einem Spielball des Hofes und seiner Unsicherheit gemacht, die Serie hätte mehr Drama denn Seifenoper sein können.

Welch Potenzial hier vergeudet wurde, konnte man in jener Szene erkennen, als die Königinmutter ihren jüngsten Sohn zu vergiften gedenkt, da die Rebellen die Stadt belagern und keine Gnade hätten walten lassen. Das war eine ergreifende Szene – und erinnert an jene so schreckliche Tat, die sich vor 74 Jahren in Berlin zutrug, tief unter der Erde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vielleicht muss eine so teure TV-Produktion die Geschichte auf den einfachsten Nenner bringen: Böser König. Guter Lord. Zwielichtige Günstlinge. Loyale Fürsten. Grausame Nordmänner. Unaufhaltsame Zombie-Armee (!) und viele nackte Brüste.

Apropos Zombie-Armee. Ganz erschließt es sich mir nicht, warum der Pilot, also die erste Folge, mit einer blutigen Szene im hohe Norden beginnt. Vermutlich, weil es für eine Weile kein Schlachten und Blutvergießen gegeben hätte und die Produzenten mit einem Knall starten wollten. Überhaupt gehören die Episoden, die im hohen Norden, hinter der Mauer spielen, zum Schwächsten der Serie. Die rothaarige Wildlingsfrau ist freilich ebenfalls eine Schönheit. Es hätte nicht viel gefehlt, und sie hätte sich auch entblößt und hingegeben. Den eisigen Temperaturen sei dank, blieb es bei einem Vorspiel. Dass die Protagonisten keine Kopfbedeckung tragen, bei arktischen Temperaturen, lässt mich am gesunden Menschenverstand der Drehbuchautoren zweifeln. Gewiss, die Produzenten wollen die Gesichter der Schauspieler zeigen, aber realistisch ist das bitteschön nicht. Nur wenn es um Gewaltexzesse, Schlachtgemetzel, Foltermethoden und sexuelle Hingabe geht, dann wollen es die Produzenten so realistisch wie nur möglich und verlangen vom Regisseur, die Kamera draufzuhalten.

Wobei, die Episoden im Süden, besser im Osten, gehören auch nicht gerade zum Besten der TV-Serie. Die amüsanteste Witzfigur der ersten Folgen ist mit Sicherheit Viserys Targaryen, Nachkomme des verrückten Königs und somit rechtmäßiger Erbe, der mit seiner Schwester Daenerys vor den Schergen der damaligen Rebellen nach Essos geflohen ist. Sie sind die letzten ihrer Familie. Ein wenig „Der letzte Mohikaner“, wenn man so will. Das Bruder-Schwester-Verhältnis ist in folgendem Dialog gut erkennbar; dabei muss man wissen, dass der Bruder seine Schwester einem Barbarenkönig zur Frau geben möchte und sich auf diese Weise eine Armee verspricht, die für ihn den Thron erobern soll:

Daenerys: „I don’t want to be his queen. Please, please, I don’t want to, I want to go home.“
Viserys: „I’d let his whole khalasar fuck you, all forty thousand men and their horses too, if that’s what it took. Come, dry your eyes.“

Ach, was soll man aus solch Dialogen nur machen? Und als der gute Bruder schließlich in einem Anflug von Machtrausch ins Zelt stürmt und die schwangere Daenery, längst Ehefrau des blutdürstigen Barbarenkönigs, mit dem Schwert bedroht, greift man sich als Zuseher nur noch an den Kopf, den Visery natürlich verliert. Keine Ahnung, wie das alles im Buch gelöst wurde, in den TV-Episoden ist dieser Handlungsstrang einfach nur lachhaft. Auch hier wäre weniger mehr gewesen. Aus meiner Sicht hätte man sich die ganze Backstory sparen und mit der Ankunft vor den Stadttoren von Qarth beginnen können. Aber die Produzenten wollten wohl unbedingt ungezügelten Barbaren-Sex in der Show haben. Wer weiß, vielleicht hatten sie sogar schon überlegt, 40.000 Statisten und Pferde anzufordern, für, na, sie wissen schon …

Nun stelle man sich vor, die Autoren hätten die beiden Geschwister, die letzten einer altehrwürdigen Familie, realistisch gezeichnet, hätten Viserys nicht völlig verblödet sterben lassen, sondern beispielsweise bei einem Attentatsversuch auf seine Schwester. Dadurch wäre Daenerys Hass auf die Stadt Königsmund für den Zuschauer nachvollziebar; dadurch wäre die Zerstörung der Stadt am Ende der Serie nicht völlig aus dem Nichts gekommen.

Ja, die Serie hätte Potenzial gehabt. Gut möglich, dass es einmal eine abgespeckte TV-Serie geben wird. Weniger Monumentalschlachten, dafür mehr Dialoge und Intrigen – und Brüste.

Wie kommt es also, dass diese TV-Seifenoper so hochgelobt wurde? Vielleicht, weil es 2011 nichts Vergleichbares gab. Ich meine, wann kann man sich schon im Kreise seiner Familie einen Softporno angucken, ohne dabei rot zu werden? Weil, so war das eben, damals, im finsteren Mittelalter.

  • Falls Sie sich für einen realistischeren Blick auf das Mittelalter und das Rittertum interessieren, empfehle ich den youtube-Kanal Modern History TV. Dort erfahren Sie, was es heißt, eine Ritterrüstung zu tragen oder ein Pferd für die Schlacht vorzu bereiten. Eine langwierige Prozedur, versteht sich. Sein Schlachtross also wegen einer Lappalie zu enthaupten ist genauso, als würde man sein Auto wegen eines Reifenplatzers in kleine Stücke hacken.
  • Leider können die Filmemacher einfach nicht damit aufhören, Brandpfeile verschießen zu lassen, obwohl deren Wirksamkeit und vor allem Durchführbarkeit viele Fragen aufwirft. Freilich, visuell ist es ein Hingucker. Lindybeige hat sich damit in einem Beitrag Fire Arrows auf amüsante Weise auseinandergesetzt. Kurz: „It’s a silly idea.“
  • Die wohl witzigste youtube-Serie Pitch Meeting von ScreenRants bringt in gerade einmal fünf Minuten diese TV-Show auf den springenden Punkt. Lustig!
  • Macbeth (2015): Der Trailer haut einen einfach nur um. Atemberaubend! Und man kann gut erkennen, was es heißt, Blut und Verrat an seinen Händen kleben zu haben. In GoT wäre das freilich nur eine Nebenepisode, ein Meuchelmord ist kaum der Rede wert.
  • Kingdom of Heavens (2005): Der Trailer ist bemerkenswert. Der Directors Cut ein Muss. Auch hier gibt es eine Königinmutter, die Angst um ihren Sohn hat – aber welch Unterschied in Script und Rolle. Abgesehen von den Böslingen haben die Protagonisten allesamt ein Gewissen.

Ein Film der Frauen unserer Zeit: Captain Marvel und Liebe 47

Seltsam, nicht wahr? Wie schnell die Zeit vergeht. Und vor allem, wie schnell der Mensch vergisst. Vermutlich ist dieses Vergessen ein Schutzmechanismus, um nicht dem Irrsinn anheim zu fallen, wenn einen das Schicksal ordentlich beutelt. Glücklich ist, heißt es in einer bekannten Wiener Operette, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist. Sigmund Freud & Co haben das freilich anders gesehen und darüber gäb es sicherlich auch viel zu schreiben, aber das ist eine gänzlich andere Geschichte. Und wir wollen doch nicht gleich zu Beginn den Faden verlieren.

Nun gut, ich habe jetzt den Disney-Blockbuster Captain Marvel gesehen. Nicht, weil ich ein Superhelden-MCU-Nerd bin, sondern weil es rund um den Film zahlreiche Kontroversen gab, die in Zeiten des Internets in Foren und Kommentaren auf der einen und auf Plattformen der großen Medienhäuser auf der anderen Seite ausgefochten wurden. Wie viel Öl von der Hollywood-Marketing-Abteilung ($$$) mit Absicht ins Feuer geschüttet wurde, ist schwer abzuschätzen, wir können jedoch davon ausgehen, dass es zumindest ein Benzinkanister (Super) war. Aber als sich das Strohfeuer zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand entwickelte, rief man eilends die Google-Algorithmen-Feuerwehr, während die jungen und junggebliebenen Bürschleins als Brandstifter-Trolle ausgemacht und ausgebuht wurden.

Seit sich Sigmund Freuds (aha, schon wieder) Doppelneffe Edward Bernays der subtilen Manipulation der Massen verschrieben hatte, beginnend in den 1920er Jahren, ist es heutzutage für Unternehmen, Regierungen oder ominösen Kräften nicht sonderlich schwer, unpopuläre unternehmerische oder politische Ziele zu erreichen und die Gesellschaft gegen ihren Willen zu formen. Dem Mainstream, der als Werkzeug dient, sei dank. Ob uns das Internet dabei hilft, dieser Manipulation entgegenzuwirken ist in meinen Augen zweifelhaft. Um ausgeklügelte Lügengespinste zu erkennen braucht es nicht nur einen hellen Kopf, sondern auch Zeit, Geduld und die Bereitschaft, gegen den Strom zu denken.

Wie dem auch sei. Die hitzige Debatte rund um den Film Captain Marvel drehte sich in erster Linie um die Frage nach dem Platz der Frau in dem von Männern dominierten Superhelden-Genre. Die Mehrheit der Kinogänger wollte freilich einfach nur ein buntes, gut gemachtes Actionspekatakel sehen, ohne in kulturpolitischen und gesellschaftskritischen Dingen mit dem Holzhammer belehrt zu werden. So schreibt man(n): „I don’t care if the main character in a movie is male or female I just care about delivering a good performance and having a good movie.“ Als absehbar war, dass der Holzhammer im Film ordentlich geschwungen werden würde, flammte lautstarker Protest auf. Dieser Protest wurde in feministischen Augen als Bestätigung aufgefasst, dass (junge) Männer im 21.Jahrhundert noch immer gedanklich in der „Steinzeit“ stecken und Frauen in ihrer (beruflich künstlerischen) Entfaltung einschränken würden wollen. Und so schallte es Gleichberechtigung herüber, dröhnte Frauenpower aus den Lautsprechern und verfasste so manch eine(r) giftige Kommentare: „You guys got triggered by a woman having the audacity to tell you that a film with a female lead who does not need a man to protect her isn’t for you.“

Vor 70 Jahren kam der deutsche Nachkriegsfilm Liebe ’47 in die (wenigen) Kinos – basierend auf das Borchert-Bühnenstück Draußen vor der Tür. Wenn Sie Glück haben, können Sie den Film, den ich Ihnen sehr ans Herz legen möchte, in seiner ganzen Länge irgendwo auf youtube finden. Es ist ein beeindruckendes Werk, zeigt es ungeschönt die hässliche Seite des Schicksals – und welche Kraft es braucht, um in den Trümmern nicht liegen zu bleiben, sondern wieder aufzustehen, sich sozusagen aufzurappeln. Am Ende ist es nicht Liebe, sondern ein Versprechen, das einer Frau und einem Mann wieder Hoffnung gibt. Die letzte Einstellung des Films ist von einer grandiosen Schlichtheit und kaum noch zu übertreffen.

Im Gegensatz dazu zeigt uns Hollywood mit Captain Marvel – knallend und krachend, tobend und taumelnd – dass Frauen ordentlich austeilen und zuweilen einstecken und ‚ihren Mann stehen‘ können. Die stimmungsvolle Montage vom Fallen und Aufstehen hätte in einem besseren Film sicherlich viel Gänsehaut verursacht. Schad drum. Und so verschwimmen auf dem Zelluloid langsam die Grenzen zwischen Mann und Frau. Die einen wittern dabei das große Geld, die anderen die große Befreiung und eine kleine Gruppe gebildeter Leute, the intelligent few, definiert im Hintergrund, was gesellschaftlich akzeptabel ist und was nicht. Auf diese Weise lernen wir, dass das politisch korrekte Ergebnis von 2+2 = 5 ist. Sie möchten doch nicht daran zweifeln, oder?

Zu guter Letzt möchte ich einen längeren Dialog-Ausschnitt aus Liebe ’47 anführen – nur damit Sie sehen, wie schnell sich unsere Sicht auf die Dinge gewandelt hat.

Filmaufbau Göttingen, Spielfilm aus dem Jahr 1949

Beckmann: „Ob 3 Tote oder 2 Tote? Wer fragt heute nach 3 Toten? Gestern waren es vielleicht 3.000, vorgestern 100.000, morgen 4.000 oder 6 Millionen. Abgewandert in die Massengräber der Welt. Und wer fragt danach? Keiner!“

Anna Gehrke: „Aber tun Sie etwas dagegen. Sie sind doch ein Mann. Das ist doch eine Aufgabe. Denken Sie mal nach wie es früher war. Es ist noch gar nicht so lange her, da konnten die Leute in Deutschland nicht einschlafen, weil man in Amerika ein Kind entführt hat.“

Beckmann: „Früher, früher? Ja, wann war denn das? Vor 10.000 Jahren? Heute tun’s ja nur noch Tote mit sechs Nullen. Die Menschen entsetzen sich nicht mal, sondern sie schlafen ruhig und fest, sofern sie noch ein Bett haben. Und sie werden mit Zahlen gefüttert, die sie kaum aussprechen können, weil sie so lang sind. Und diese Zahlen bedeuten Tote, Granattote, Splittertote, Bombentote, Verzweiflungstote, Kältetote, Hungertote, Verlorene, Vertriebene, Verschollene; diese Zahlen haben mehr Nullen als ich Finger an der Hand …“

Anna: „Das Leben geht auf und ab, mal ist es dunkel, mal ist es hell. Kein Grund zum Verzweifeln, wenn es mal etwas länger dunkel ist. Jedenfalls nicht für einen Mann. Aber, sieh doch uns an. Sind wir noch Frauen? In hoffnungsloser Überzahl, nicht mehr Frauen, sondern Nummern. Arbeitseinsatz, Dienstverpflichtung, Frauenbataillon. Und wer’s nicht will, der muss sich verkaufen. Legal oder illegal. Aber du [Mann], du hast eine Aufgabe. Mach’s besser. Ändere die Welt.“


BBC TV-Serie ‚Bodyguard‘ – gut gemachter Nonsens

Die 6-teilige TV-Serie Bodyguard der BBC zeigt wieder einmal, wie der gewöhnliche Bürger an der Nase geführt und für Dumm verkauft wird. Spannende Unterhaltung auf der einen Seite, Mainstream-Propaganda – mit political correctness gemixt – auf der anderen. Die sattsam bekannte War-on-Terror-Panikmache dient(e) als Grundelement der fiktiven Filmrealität. Die wesentlichen Fragen – wohl viel zu heiß für ein staatliches Medienkonglomerat – werden nur kurz und beiläufig angeschnitten und gleich wieder vergessen.

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Als Star Wars den jungen Menschen die politische Welt (v)erklärte, anno 1977 und 2017

Als ich seinerzeit Star Wars: Eine neue Hoffnung in einem der Wiener Kinos sah (yep, Holzklappstühle und Papiertickets, die aus einem Büchlein gerissen wurden – 50 öS/7 DM kostete damals der Filmspaß), war ich gerade einmal 10 Jahre jung. Damals wusste ich freilich nichts von der politischen Welt, in der ich all die Cowboy-und-Indianer-Filme nachstellte und die lustigen Comic-Taschenbücher verschlang. Gewiss, eines wusste auch der verspielteste Tagträumer, nämlich, dass es den bösen Osten und den guten Westen gab.

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