richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Kategorie-Archiv: about krise

Denkverbote #0: Reden wir darüber

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Die gemeinsten Meinungen und was jedermann für ausgemacht hält,
verdient oft am meisten untersucht zu werden.

Georg Christoph Lichtenberg (1742-99)
erster Professor der Experimentalphysik

Begibt man sich als skeptischer Zeitgenosse auf eine Reise zum Mittelpunkt der Wahrheit, dann begegnet einem auf dem Weg eine Reihe von Denkverboten. Gewiss, diese Verbote werden für gewöhnlich nicht direkt ausgesprochen und zielen auch nicht auf das Denken selbst ab – noch darf und kann man denken, was man will. Aber wehe, man brächte ketzerischen Gedanken zur Sprache oder aufs Papier, trüge diese auf Händen in die Öffentlichkeit. Mit einmal würde das Gesagte oder Geschriebene oder Gezeichnete auf die goldene Waagschale gelegt. Maßstäbe, die vor Gericht ‚offenkundige Tatsachen‘, im Alltag ‚Allgemeinwissen‘ heißen, werden angelegt. Urteile werden gefällt, mediale Pranger aufgestellt, Bücher verbrannt und Scheiterhaufen entzündet. Der Ungläubige hat abzuschwören und vor den erbosten Richtern einzugestehen, auf dem falschen Weg gewandelt zu sein. Weigert er sich – sei es aus Prinzip, sei es aus gekränktem Stolz – ist seine Existenz keinen Pfifferling mehr wert. Nach Verbüßen der ihm auferlegten Strafe wird er zum Paria erklärt und stirbt eines einsamen Todes. Wer sich dieser modern-kafkaesken Hexenverfolgung nicht ausliefern möchte, muss schweigen und vergessen lernen. Vielleicht, seufzt der Frevler in einem melancholischen Moment, hätte ich besser die ketzerischen Gedanken nie gedacht.

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Flüchtlingswelle 2015. Analyse einer Analyse.

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So sieht also eine Analyse zum Thema Flüchtlingswelle 2015 im Mainstream aus. Nach Lektüre des Artikels im Sonntagskurier vom 3.9.2017 ist man freilich keinen Deut klüger. Im Gegenteil. Es ist geradezu bestürzend, wenn man sieht, dass sich Autor und Redaktion gar nicht erst bemüht haben, Widersprüche in ihrem Narrativ aufzulösen. Scheinbar gehen diese klugen Leute davon aus, dass ihre Leserschaft gar nicht mehr in der Lage ist, selbstständig zu denken oder wenigstens den Hausverstand, der tagtäglich von Werbeslogans überschüttet wird, zu aktivieren. Ja, vermutlich leben diese Medienmacher auf Wolke 7 und lachen sich am Abend, an der Theke ihrer Stammkneipe, ins Fäustchen, die Leute von der Straße wieder für dumm verkauft zu haben. Gut, vielleicht tue ich den jungen Journalisten und alten Hasen in den Redaktionsräumen Unrecht und sie sind einfach nur einem gnadenlosen System ausgeliefert, das Befehlsverweigerung mit (beruflichem) Selbstmord bestraft. Faites vos jeux.

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Wenn der Manager zum Politiker wird

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Wirtschaft und Politik auf den Punkt gebracht!

In der ZIB2 vom 11.05.2016 wurde der Voestalpine Chef Wolfgang Eder gefragt, ob ein Manager auch Bundeskanzler werden kann. Seine Antwort:

»Von den Grundproblemen her ist es durchaus vergleichbar. Ein großes Unternehmen zu führen, heißt: zu organisieren, heißt: zu führen, heißt: Ziele zu definieren, heißt: Konzepte zur Zielerreichung zu erstellen und genau dasselbe muss mit einem Land, mit einem Staat passieren.«

Ehrlich gesagt, es ist schon zum Haare raufen, dass solch ein Kommentar widerspruchslos im öffentlich-rechtlichen TV hingenommen wird. In Zeiten von TTIP, Polit-Technokraten und Konzerngiganten mag es natürlich auf der Hand liegen, dass die politische Entwicklung weg vom Volkstribun führt und in Richtung Manager auf Zeit geht. All das ist natürlich im Sinne des Establishments, nicht des gewöhnlichen Bürgers.

Sehen Sie, ein Manager führt einen Betrieb, weil er von den Eigentümern dazu bestellt worden ist. Die Eigentümer sind niemals die Arbeiter und Angestellten eines Betriebes (nennen wir es Demokratie), sondern Strohmänner (Vermögensgesellschaften, die Mehrheitsanteile halten), deren Eigentumsverhältnisse einem gordischen Knoten ähneln (nennen wir es Oligarchie).

Ein Unternehmen muss in erster Linie profitabel sein und darf, ja muss sogar auf Kosten von Belegschaft und Konsumenten gehen. Share holder value, nennt sich das dann und bedeutet nichts anderes, dass der Manager schon mal ein paar Leutchen auf die Straße werfen lassen und die Preise (in Absprache mit der Konkurrenz) in die Höhe schrauben kann, wenn die Kennzahlen den Eigentümern nicht gefallen.

Ein Manager geht über Leichen. Dafür wird er bezahlt. Dafür wird er belohnt. Deshalb sehen wir immer mehr Technokraten in politischen Ämtern. Nicht demokratisch gewählt, nein, sondern von »oben« eingesetzt.Siehe Griechenland, das unter einer Last von Einschnitten stöhnt und sich gesundschrumpfen soll. Was das in Wirklichkeit heißt, wird einem nicht gesagt, aber am Ende geht es darum, die nicht-profitablen Teile des Betriebes – also der Gesellschaft – abzustoßen, das heißt, zu entfernen. Mit anderen Worten: Wer nichts zum BiP beiträgt, soll in der Versenkung verschwinden. Die Bilanz hat immer das letzte Wort. Punktum.

Wenn die Chose so weiterläuft, und daran kann niemand mehr ernsthaft zweifeln, dann wird früher oder später auch die Frage aufkommen, ob nicht ein Manager Papst werden könne. Schließlich ist die katholische Kirche ja eine der größten Unternehmungen der Welt.

Dass Manager und Wirtschaft nicht die Lösung, sondern vielmehr das Problem in einer funktionierenden Gesellschaft sind, das getraut sich keiner zu sagen. Moment, es gab mal einen! Sir James Goldsmith, der sich vom raubtierkapitalistischen Saulus zum globalisierungsfeindlichen Paulus wandelte, sprach in einer Rede vor dem US Senat am 15. November 1994 die folgenden prophetischen Worte:

[meine Übersetzung:] »Wir [Unternehmer] haben alles gemacht, was in einem sozialen Sinne falsch war: Wir haben die Menschen vom Land entwurzelt, wir haben sie förmlich aus ihrer Umgebung herausgerissen, wir haben sie in Städte abgeschoben, wir haben ihnen keine Jobs gegeben, dafür Ghettos und das Sub-Proletariat geschaffen; die Verbrechensrate ging genauso hinauf wie die Drogenabhängigkeit, während die Familien auseinanderfielen – und all das in Zeiten einer extremen Hochkonjunktur. Warum? Weil wir nur an wirtschaftlichen Kennzahlen interessiert waren. Wir vergaßen, dass der Zweck von Wirtschaft nicht jener sein sollte, ständig Kennzahlen zu verbessern, sondern der Zweck von Wirtschaft ist vielmehr, den Wohlstand zu erhöhen, sowie soziale Stabilität und gesellschaftliche Zufriedenheit zu gewährleisten. Und [das Freihandelsabkommen] GATT [heute: TTIP] ist ein typisches Wirtschaftsinstrument um die Profite der Unternehmen zu steigern. Das Ergebnis wird die Zerstörung der gesellschaftlichen Stabilität sein, das weitere Auseinanderbrechen der Familien, erhöhte Kriminalität und Verarmung und all die anderen Krankheiten, an denen wir heute leiden.«

Silvesternacht in Köln und sieben unangenehme Aspekte

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Vor ein paar Tagen habe ich mir Gedanken über die internationale Medienberichterstattung eines lokalen Ereignisses in Köln gemacht. Ich wurde nicht schlau aus dem Ganzen. Das offizielle Narrativ liest sich wie folgt:

[orf.at vom 11.1.2016:] In der Silvesternacht hatten sich nach Angaben der Polizei aus einer Menge von rund 1.000 Männern Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben. Opfer und Zeugen sprachen von Tätern nordafrikanischer oder arabischer Herkunft.

In den letzten Tagen versuchte ich die mir vorliegenden Puzzlestücke zusammenzusetzen, aber ein Bild wollte nicht und nicht entstehen. Immer wieder bemerkte ich die Widersprüchlichkeiten in den behördlichen und medialen Berichten. Warum, so frage ich mich, ist es nicht möglich, festzustellen, was in jener Nacht tatsächlich geschah?

Wer sich mit traumatischen Vorfällen in letzter Zeit auseinandergesetzt hat, erkennt ein seltsames Muster: die Medien gehen bereits nach kurzer Zeit von einer faktenbasierenden zu einer interpretierenden Darstellung über. Obwohl noch nicht alle offenen Fragen restlos geklärt sind, wird das offizielle Narrativ („muslimische Attentäter verüben Verbrechen“) bereits als Tatsache festgemacht und die Auswirkungen der Tat auf Politik und Gesellschaft lang und breit diskutiert. Es scheint, als wollten all die Journalisten und Redakteure sowie die Politiker und Behörden so schnell wie möglich das traumatische Geschehnis für sich „ausschlachten“.

Beispielhaft sei an den Charlie-Hebdo-Vorfall erinnert, der die westliche Welt förmlich vor den Kopf stieß. Die „Presse- und Meinungsfreiheit“ wurde genauso zum Thema gemacht wie der ausufernde „Antisemitismus“ durch französische Muslime – aber über die widersprüchlichen und zuweilen unglaublichen Hinweise der Behörden und Aussagen der Zeugen wurde alsbald der Mantel des Schweigens gelegt. Schließlich, um einen Schlusspunkt zu setzen, versammelten sich all die Staatsoberhäupter in Paris, um Einigkeit zu demonstrieren: Man wolle sich nicht von Terroristen einschüchtern lassen. Die Ironie dabei ist, dass all die anwesenden Regierungschefs über den effizientesten pyramidalen Terror-Apparat der Menschheit verfügen, sei es das Militär, sei es der Geheimdienst, seien es die Spezialeinheiten der Polizei. Wie formulierte es der Historiker William Blum so süffisant „A terrorist is someone who has a bomb but doesn’t have an airforce“. Aber solch einen Satz werden Sie in den Zeitungen nicht lesen, in der Tagesschau nicht hören.

Zurück zu Köln und und zu jener Silvesternacht, die Deutschlands Bevölkerung traumatisiert(e). Wie hat alles begonnen? Eine simple Frage, die – seltsamerweise – nicht leicht zu beantworten ist. Wenn wir das allwissende Internet befragen, bekommen wir folgende Puzzleteile:

31.12.2015 – 23:51Twitter
„Man kommt in Köln an und wird von allen Seiten umarmt. Ich feiere eigentlich kein Silvester, aber heute ist das wundertoll.“

31.12.2015 – 23:54Twitter
„Weiß einer was am Bahnhof los ist ? Menschenmassen von der Polizei eingeschlossen #Koeln“

Ansonsten konnte ich keine relevanten Twitter-Meldungen mit dem Suchwort „Köln“ zwischen 31.12. und 1.1. finden.

1.1.2016 – Kölner Stadt-Anzeiger
„Sexuelle Belästigung in der Silvesternacht: Frauen im Kölner Hauptbahnhof massiv bedrängt“ betitelte die lokale Stadtzeitung die Vorfälle. Der Artikel liest sich unspektakulär und recht vage, trotzdem gibt es zwei interessante Aspekte, die ich zitieren möchte:

Wie die Polizei mitteilte, wurden die Beamten zum Bahnhof gerufen. … Als die Polizisten am Tatort eintrafen, hatte sich die Situation jedoch bereits aufgelöst.
In der Facebook-Gruppe Nettwerk Köln gab es mehrere Beiträge über die Situation. Der ursprüngliche Post wies eine ausländerfeindliche Tendenz auf, Frauen würden in Deutschland immer mehr zu Freiwild, hieß es darin. Die Nettwerk-Betreiber reagierten prompt und löschten den Beitrag.
1.1.2016 -11:43Facebook-Seite der Polizei NRW Köln
„Ausgelassene Stimmung – Feiern weitgehend friedlich. Die Polizei Köln zieht Bilanz“, heißt es im Posting.
Kommentar 14:20  „es war alles wie immer Vorjahr? Was ist den an den Berichten zu Schlägereien und sexueller Übergriffe gegen zahlreicher Frauen von massen an Arabisch Sprechender Männer am Kölner Hauptbahnhof dran ?“
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Kommentar 15:25 Nrw Köln, auch sehr viele Menschen wurden gestern beklaut. Auch wenn die Täter identifiziert werden konnte, hat die Polizei vor Ort nichts dagegen gemacht!!!!!!“
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Mehr relevante Kommentare gab es nicht an diesem Tag. Auch ist nicht klar, ob sich der erste Kommentator (14:20) erst deshalb zu Wort meldete, weil er den Artikel im Kölner Stadtanzeiger gelesen hatte.
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1. Conclusio: Die Katze beißt sich in den Schwanz!
Der Beitrag in der facebook-Gruppe Nettwerk ist leider gelöscht worden, deshalb können wir die dortigen Kommentare nicht mehr einsehen. Ich habe die Gruppe nach weiteren relevanten Beiträgen und Kommentaren durchsucht, konnte aber zum 1.1. keine finden. Erst am 2.1., nach dem die Polizei bekannt gab, eine Sonderkommission einzurichten und die Medien in größerem Umfang berichteten, wurde dies kommentiert.
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Bezüglich der facebook-Seite der Polizei NRW Köln ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass relevante Kommentare gelöscht wurden.
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Aber wie man es auch dreht und wendet, die Annahme der Medien, dass der Vorfall am Kölner Bahnhof erst durch das „Hochkochen“ in den sozialen Medien nicht mehr verschwiegen werden konnte, kann ich so nicht feststellen. Erst durch die mediale Berichterstattung gerieten die sozialen Netzwerke außer Rand und Band. Wer nur einen flüchtigen Blick auf all die Kommentare und Beiträge wirft, geht davon aus, dass es diese auch rund um die Silvesternacht gegeben haben muss, was ich aber so nicht feststellen konnte.
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2. Conclusio: Wem können wir noch vertrauen?
Wenn wir annehmen, dass die Dienststelle der Polizei in Köln den ersten Bericht „geschönt“ hat, warum geht man nun davon aus, dass die folgenden Berichte „ungeschönt“ bzw. korrekt sind?
Wenn wir annehmen, dass wir es mit einer „Lügenpresse“ zu tun haben, warum hat gerade diese Presse die (politisch unangenehmen) Vorfälle ins Groteske gesteigert („Sex-Mob“, „Sex-Terror“) und ins internationale Rampenlicht gestellt? Der langjährige Präsident (1994-2000) des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz Helmut Roewer bekannte unlängst in einem Interview bezüglich der Presse: „Es ist alles eine Soße. Es wird gefälscht, dass sich die Balken biegen. […] Wenn Sie heute gucken, wer sich da in diesen Medien alles rumtreibt, die ich aus anderen Zusammenhängen kenne [zuvor erwähnte er, dass ihm ein WDR-Kamermann erzählte, dass „wir alle bei der DKP sind“], dann schluckt man natürlich als alter preußischer Beamter und fragt sich, wie isses nur möglich.“
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3. Conclusio: Die Traumatisierung der Frau
Was auch immer in dieser Nacht geschehen oder nicht geschehen ist, die Frau wurde und wird durch die Medienberichterstattung traumatisiert. Spätestens dann, wenn sie einer Gruppe junger fremdländisch aussehender Männer begegnet, wird sie unwillkürlich einen Anflug von Angst oder Befremden empfinden. Trauma-Aufarbeitung ist ein langes, mühsames Unterfangen und noch heute, beinahe 15 Jahren später, sind viele Mitmenschen durch 9/11 traumatisiert, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Kurz und gut, je größer und intensiver die Angst der Menschen ist, um so einfacher kann die Gesellschaft durch die Obrigkeit geführt/gelenkt werden. Auch nicht unwichtig ist der Umstand, dass weibliche Journalisten an der „Front“ immer wieder Opfer sexueller Übergriffe werden, dies aber (aus beruflichen Gründen) zumeist verschweigen. „In gesetzlosen Gegenden, wo Schusswaffen allgegenwärtig und Konsequenzen für Straftaten nicht zu fürchten sind, werden weibliche Reporter zu Zielen“ – „Female reporters are targets in lawless places where guns are common and punishment rare„, schreibt Auslandskorrespondentin Judith Matloff in einem Essay.
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4. Conclusio: Das Ende der Wahrheitssucher
Je widersprüchlicher, konfuser und irritierender die behördliche, politische und mediale Berichterstattung abläuft, umso unmöglicher wird es für den skeptischen Bürger, das Wirrwarr zu entflechten und den wahren Kern freizulegen. Ohne juristische Befugnisse und behördliche Vollmachten ist es völlig ausgeschlossen, festzustellen, was sich in jener Nacht tatsächlich ereignet hat. Gewiss, jeder skeptische Bürger ist eingeladen zu spekulieren, aber diese Spekulationen tragen (für gewöhnlich) nichts zur Wahrheitsfindung bei. Wahre und authentische Kommentare und Augenzeugenberichte in den sozialen Netzwerken vermischen sich mit fingierten, manipulierenden und verfälschenden. Zu glauben, dass die sozialen Medien ein Abbild der Wirklichkeit sind, in der die Menschen Einfluss auf die Politik nehmen können, ist eine (gewollte) Illusion der Strippenzieher. Oder glauben Sie wirklich, dass facebook die „Erfindung“ von ein paar amerikanischen Studenten ist?
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5. Conclusio: Die orwellsche Gedankenpolizei hat Sie fest im Griff
Wir leben, so heißt es, in einer Demokratie, in der Meinungsfreiheit und Toleranz gilt. Aber wehe, man weicht vom „vorgegebenen“ politisch korrekten Weg ab, dann werden die Sittenwächter aktiv. Die Begriffe „Hasser“, „Verhetzer“, „Antisemit“, „Neonazi“, „Rechtsextremer“ usw. werden in den Händen der Sittenwächter zu Totschlagargumenten, die einen gewöhnlichen Bürger nicht das Leben, aber die Existenz kosten kann. Ohne, dass man uns dies gelehrt hätte, wissen wir, was wir in der Öffentlichkeit sagen dürfen und was nicht. Wir zensurieren uns selbst, deshalb braucht es keine behördliche Zensurstelle. So ist eine mögliche Interpretation der wenigen (öffentlich einsehbaren) Kommentare im Social Web jener, dass die Opfer einerseits aus Schamgefühl, andererseits aus Angst, eine politisch unkorrekte Aussage zu treffen, darauf verzichteten, zu dokumentieren, was ihnen widerfahren ist.
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Die Vorfälle zur Silvesternacht in Köln haben jedenfalls alle Dämme brechen lassen. Zum ersten Mal war und ist es dem gewöhnlichen Bürger möglich, seine sonst nur im Stillen geäußerte politisch nicht korrekte Meinung, auszusprechen. Klammheimlich frage ich mich ja, ob es sich nicht bei alledem um eine gut geplante Aktion handelte, um all die sonst so Unauffälligen aus der Reserve zu locken. Falls Sie das jetzt für völlig absurd halten, sollten Sie einmal nachblättern, wie die westlichen Behörden im Kalten Krieg vorgegangen sind, um Kommunisten und kommunistische Sympathisanten auszuforschen und zu beobachten. Der ehemalige britische Bereichsleiter des MI5 Peter Wright schreibt in seiner Autobiographie Spy Catcher:
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„Als ich 1955 in den Dienst eintrat, gab es etwa zwei Millionen persönliche Akten. Die Zahl blieb ziemlich konstant und begann erst in den späten sechziger Jahren mit den studentischen Unruhen dramatisch anzusteigen.“ [S. 45]
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Diesbezüglich werden Sie in der Zeitung nichts lesen, im Gegensatz zum allseits lieb gewonnenen Verschwörungstheoretiker-Bashing – beispielsweise in der Süddeutschen Zeitung: „Wo dunkle Mächte wirken“. Besser Sie hören, was der Schweizer Daniele Ganser zu diesem Thema zu sagen hat.
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„Angriffe auf Ausländer in Köln“ ist bereits dem ORF eine Schlagzeile wert. Interessant der Umstand, dass die Medien zwar die Opfer, nicht aber die Täter als „Ausländer“ bezeichnen (dürfen). Die Herkunft des Täters, so heißt es bei der Polizei, wird nur dann genannt, wenn es beim Verbrechen eine Rolle gespielt hat. So weckt die Schlagzeile „Angriffe auf Ausländer“ keine Ressentiments bei den Sittenwächtern, während die Schlagzeile „Angriffe auf Inländer“ einen Aufschrei zur Folge hätte.
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In einer kürzlich geführten Gesprächsrunde stellte der frühere Justizminister von Niedersachsen und Kriminologe Christian Pfeiffer klar: „Die ersten beiden Interviews, die ich dem Fernsehen über Köln geben durfte, da fragten mich die Journalisten: ,Bitte, reden Sie nicht über Flüchtlinge.‘ Dann habe ich gesagt, dann brauche ich gar nicht erst anzufangen. Dann ist das Ende des Interviews. Dann haben sie sich besonnen und das wieder aufgelöst. Wo kommen wir hin, wenn wir die Wahrheit nicht mehr benennen – die, die sich andeutete? Es war noch völlig unsicher, das habe ich auch gesagt, ob es Flüchtlinge sind. Aber es von vornherein auszuschließen, wie es der Kölner Polizeipräsident gemacht hat, das ist unerträglich, wenn die verantwortlichen Behörden die Wahrheit nicht mehr benennen.“
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6. Conclusio: Das Große Ganze einer „hochherzigen Dummheit“
Man muss stutzig werden, wenn man in einer Op-Ed Kolumne der New York Times liest, dass „Deutschland am Rande des Abgrunds“ stehen soll (vgl. dazu die Titelei des Magazins Spiegel: „Auf der Kippe“) und der Autor die „Abdankung“ von Frau Merkel für ihre „hochherzige Dummheit“ fordert: „It means that Angela Merkel must go — so that her country, and the continent it bestrides, can avoid paying too high a price for her high-minded folly.“ Nebenbei empfiehlt der Autor über Twitter interessierten Journalisten, die sich über die Situation in Deutschland ein Bild machen möchten, niemand geringeren als den politisch unkorrekten Schriftsteller Akif Pirinci.
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Würde also Frau Merkel den Hut nehmen, wer würde ihr nachfolgen und welche politischen Lösungen könnte die neue Regierung den erhitzten Gemüter überhaupt anbieten? Geht es den „dunklen Mächten“ darum, eine neue (neo)konservative Hardliner-Partei an die Spitze zu bringen, die einerseits gewillt ist, die Flüchtlingsfrage rigoroser anzugehen (und die Bürgerrechte weiter einzuschränken  – SPD-Chef: „Wir brauchen einen starken Staat“ – Die Zeit sah das bereits prophetisch voraus), andererseits aber auch bereit ist, ausländischen Konzernen Tür und Tor zu öffnen und Washington im Kampf gegen Moskau und Peking noch vehementer zu unterstützen? Zwei Dinge liegen für mich jedenfalls klar auf der Hand: Frau Merkel tat nur, was man ihr sagte und die „Massenbewegung“ des letzten Jahres war gesteuert.
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7. Conclusio: Willkommen in der Realität 2.016
Thomas Mann, the expatriate writer, recorded a message to the German people. It was broadcast by the BBC. „What shall become of you?“ Thomas Mann asked. „If you are defeated, the vindictiveness [Rachsucht] of the whole world will break loose against you.“ It was March 1941.
Nicholson Baker, Human Smoke, p. 298

Ein bisschen Krieg, ein bisschen Sonne, für unsere Wirtschaft, unter der wir stöhnen

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Es geht ganz einfach, wirklich!

Weil im Moment in manchen Köpfen die Sicherungen durchbrennen, möchte ich zeigen, wie einfach es ist, die Leutchen dazu zu bringen, sich die Schädel einzuschlagen. Deshalb, seien Sie kritisch/skeptisch, wenn Sie bemerken, dass die Zeitungen oder TV-Nachrichten Sie dazu bringen möchten, ein politisches Lager zu hassen oder zu fürchten. Bedenken Sie, dass in (Vor-)Kriegszeiten in allen Staaten eine offizielle Propaganda-Stelle (in George Orwells 1984 heißt diese sinnigerweise Wahrheitsministerium) für den „richtigen“ Ton und die „notwendigen“ Schlagzeilen in den Medien sorgt. Die Wahrheit, wie man bekanntlich weiß, ist im Kriegsfall das erste Opfer. Aber glauben Sie ja nicht, dass nach Ende der Kampfhandlung der Sieger die Historie geraderückt, ganz im Gegenteil. Der Sieger, auch das ist eine Binsenweisheit, schreibt die Geschichte in seinem Sinne.

Die belgische Historikerin Anne Morelli hat die Prinzipien der Kriegs-Propaganda auf 10 springende Punkte gebracht – ich habe mir erlaubt, die eine oder andere Anmerkung dazu zu machen:

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1. Wir wollen den Krieg nicht
Vgl. die pazifistischen Wahl-Slogans von den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson (1913-1921), Franklin D. Roosevelt (1933-1945) und Barack Obama (2008-2016).

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2. Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung
Vgl. Pearl Harbour und die zuvor von Washington durch Sanktionen in die Ecke gedrängte Japanische Regierung – „Der Gegner gab den ersten Schuss ab!“

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3. Der Führer des Gegners hat dämonische Züge
„Die Achse des Bösen/The Axis of Evil“

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4. Wir kämpfen für eine gute Sache
„The good war!“

The myth of the good war: [meine Übersetzung] „Die Glorifizierung des Zweiten Weltkriegs hatte auch praktische und unheilvolle Konsequenzen. Es verführte uns zu einer leichteren Akzeptanz von „liberalen Interventionen“, begründet in der Annahme, dass nur wir im Westen so rechtschaffen und qualifiziert seien, um die Unterscheidung zwischen dem politisch Richtigen und dem politischen Falschen zu treffen – und die Überzeugung, dass unsere verinnerlichte Rechtschaffenheit alle Mittel heiligt, welche Zwecke auch angewendet werden und so ziehen wir [guten Gewissens] eine Feuerschneise von Dresden über Bagdad bis nach Tripolis. Worse than that, the glorification of the second world war has had practical and baleful consequences. It has led us to an easier acceptance of “liberal interventionism”, founded on the assumption that we in the west are alone virtuous and qualified to distinguish political right from wrong – and the conviction that our self-evidently virtuous ends must justify whatever means we employ, lighting up a bomber flare path from Dresden to Baghdad to Tripoli.“

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5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen
Präsident George Bush Oktober 2002: „Das irakische Regime besitzt und produziert chemische und biologische Waffen. Es versuch, an Nuklearwaffen heranzukommen. The Iraqi Regimet possesses and produces chemical and biological weapons. It is seeking nuclear weapons.“

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6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Versehen
Vergleiche die Bombardierung eines Spitals von Ärzte ohne Grenzen der US-Luftwaffe in Kunduz und den Vorwurf Washingtons, dass russische Streitkräfte Spitäler bombardiert hätten, ohne jedoch faktische Beweise vorzulegen. Die westliche Presse übernahm die Vorwürfe ungeprüft.

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7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm
Präsident George Bush Sr. Jänner 1991: „I’m hopeful that this fighting will not go on for long and that casualties will be held to an absolute minimum.“

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8. angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache
Hollywood Goes to War: Patriotism, Movies and the Second World War from Ninotchka to Mrs Miniver: „Hollywood ging mit Enthusiasmus in den Krieg […] und versuchte die Kriegsanstrengungen zu zu verstärken. Hollywood went to war with gusto […] was trying to boost the war effort.“

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9. Unsere Mission ist heilig
Präsident George Bush Mai 2003: „In this battle, we have fought for the cause of liberty and for the peace of the world.“

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10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners.
Präsident George Bush November 2001: „You’re either with us or against us in the fight against terror.“

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Ich würde noch einen weiteren Punkt anführen:
11. Nur der Gegner betreibt Propaganda, während wir unsere Bürger aufrichtig informieren.
Somit ist es unmöglich, für einen aufrichtigen Politiker, der Weltöffentlichkeit jemals Fakten und Beweise vorzulegen, ohne vom Presseapparat diskreditiert und der Propaganda beschuldigt zu werden. Vgl. Staatsstreich in Guatemala 1954 – angezettelt und ausgeführt mit Unterstützung der CIA: In den USA werden zu jener Zeit Artikel in den Zeitungen publiziert, die davon sprechen, dass (Präsident von Guatemala) Arbenz tausende politische Gegner inhaftiert hätte (was freilich nicht stimmte). Vor der UN-Versammlung in New York fordert der Außenminister von Guatemala einen neutralen Ausschuss, der die vorgebrachten Anschuldigungen der USA prüfen soll. Aber die USA und ihre Verbündeten tun diese Anschuldigungen als Propaganda ab und blockieren durch ihre Stimmen im Sicherheitsrat die Bildung eines Ausschusses und damit eine offizielle Prüfung der politischen Lage in Guatemala. Die Folge war der Sturz der demokratisch gewählten Regierung. Guatemala versank für 30 Jahre in einen Bürgerkrieg, der rund 200.000 Zivilisten das Leben kosten sollte. Die Opfer waren in der Mehrzahl Ureinwohner (Mayas) des Landes. Kommt uns das jetzt nicht alles irgendwie bekannt vor?