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Wenn der Manager zum Politiker wird

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Wirtschaft und Politik auf den Punkt gebracht!

In der ZIB2 vom 11.05.2016 wurde der Voestalpine Chef Wolfgang Eder gefragt, ob ein Manager auch Bundeskanzler werden kann. Seine Antwort:

»Von den Grundproblemen her ist es durchaus vergleichbar. Ein großes Unternehmen zu führen, heißt: zu organisieren, heißt: zu führen, heißt: Ziele zu definieren, heißt: Konzepte zur Zielerreichung zu erstellen und genau dasselbe muss mit einem Land, mit einem Staat passieren.«

Ehrlich gesagt, es ist schon zum Haare raufen, dass solch ein Kommentar widerspruchslos im öffentlich-rechtlichen TV hingenommen wird. In Zeiten von TTIP, Polit-Technokraten und Konzerngiganten mag es natürlich auf der Hand liegen, dass die politische Entwicklung weg vom Volkstribun führt und in Richtung Manager auf Zeit geht. All das ist natürlich im Sinne des Establishments, nicht des gewöhnlichen Bürgers.

Sehen Sie, ein Manager führt einen Betrieb, weil er von den Eigentümern dazu bestellt worden ist. Die Eigentümer sind niemals die Arbeiter und Angestellten eines Betriebes (nennen wir es Demokratie), sondern Strohmänner (Vermögensgesellschaften, die Mehrheitsanteile halten), deren Eigentumsverhältnisse einem gordischen Knoten ähneln (nennen wir es Oligarchie).

Ein Unternehmen muss in erster Linie profitabel sein und darf, ja muss sogar auf Kosten von Belegschaft und Konsumenten gehen. Share holder value, nennt sich das dann und bedeutet nichts anderes, dass der Manager schon mal ein paar Leutchen auf die Straße werfen lassen und die Preise (in Absprache mit der Konkurrenz) in die Höhe schrauben kann, wenn die Kennzahlen den Eigentümern nicht gefallen.

Ein Manager geht über Leichen. Dafür wird er bezahlt. Dafür wird er belohnt. Deshalb sehen wir immer mehr Technokraten in politischen Ämtern. Nicht demokratisch gewählt, nein, sondern von »oben« eingesetzt.Siehe Griechenland, das unter einer Last von Einschnitten stöhnt und sich gesundschrumpfen soll. Was das in Wirklichkeit heißt, wird einem nicht gesagt, aber am Ende geht es darum, die nicht-profitablen Teile des Betriebes – also der Gesellschaft – abzustoßen, das heißt, zu entfernen. Mit anderen Worten: Wer nichts zum BiP beiträgt, soll in der Versenkung verschwinden. Die Bilanz hat immer das letzte Wort. Punktum.

Wenn die Chose so weiterläuft, und daran kann niemand mehr ernsthaft zweifeln, dann wird früher oder später auch die Frage aufkommen, ob nicht ein Manager Papst werden könne. Schließlich ist die katholische Kirche ja eine der größten Unternehmungen der Welt.

Dass Manager und Wirtschaft nicht die Lösung, sondern vielmehr das Problem in einer funktionierenden Gesellschaft sind, das getraut sich keiner zu sagen. Moment, es gab mal einen! Sir James Goldsmith, der sich vom raubtierkapitalistischen Saulus zum globalisierungsfeindlichen Paulus wandelte, sprach in einer Rede vor dem US Senat am 15. November 1994 die folgenden prophetischen Worte:

[meine Übersetzung:] »Wir [Unternehmer] haben alles gemacht, was in einem sozialen Sinne falsch war: Wir haben die Menschen vom Land entwurzelt, wir haben sie förmlich aus ihrer Umgebung herausgerissen, wir haben sie in Städte abgeschoben, wir haben ihnen keine Jobs gegeben, dafür Ghettos und das Sub-Proletariat geschaffen; die Verbrechensrate ging genauso hinauf wie die Drogenabhängigkeit, während die Familien auseinanderfielen – und all das in Zeiten einer extremen Hochkonjunktur. Warum? Weil wir nur an wirtschaftlichen Kennzahlen interessiert waren. Wir vergaßen, dass der Zweck von Wirtschaft nicht jener sein sollte, ständig Kennzahlen zu verbessern, sondern der Zweck von Wirtschaft ist vielmehr, den Wohlstand zu erhöhen, sowie soziale Stabilität und gesellschaftliche Zufriedenheit zu gewährleisten. Und [das Freihandelsabkommen] GATT [heute: TTIP] ist ein typisches Wirtschaftsinstrument um die Profite der Unternehmen zu steigern. Das Ergebnis wird die Zerstörung der gesellschaftlichen Stabilität sein, das weitere Auseinanderbrechen der Familien, erhöhte Kriminalität und Verarmung und all die anderen Krankheiten, an denen wir heute leiden.«

Silvesternacht in Köln und sieben unangenehme Aspekte

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Vor ein paar Tagen habe ich mir Gedanken über die internationale Medienberichterstattung eines lokalen Ereignisses in Köln gemacht. Ich wurde nicht schlau aus dem Ganzen. Das offizielle Narrativ liest sich wie folgt:

[orf.at vom 11.1.2016:] In der Silvesternacht hatten sich nach Angaben der Polizei aus einer Menge von rund 1.000 Männern Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben. Opfer und Zeugen sprachen von Tätern nordafrikanischer oder arabischer Herkunft.

In den letzten Tagen versuchte ich die mir vorliegenden Puzzlestücke zusammenzusetzen, aber ein Bild wollte nicht und nicht entstehen. Immer wieder bemerkte ich die Widersprüchlichkeiten in den behördlichen und medialen Berichten. Warum, so frage ich mich, ist es nicht möglich, festzustellen, was in jener Nacht tatsächlich geschah?

Wer sich mit traumatischen Vorfällen in letzter Zeit auseinandergesetzt hat, erkennt ein seltsames Muster: die Medien gehen bereits nach kurzer Zeit von einer faktenbasierenden zu einer interpretierenden Darstellung über. Obwohl noch nicht alle offenen Fragen restlos geklärt sind, wird das offizielle Narrativ („muslimische Attentäter verüben Verbrechen“) bereits als Tatsache festgemacht und die Auswirkungen der Tat auf Politik und Gesellschaft lang und breit diskutiert. Es scheint, als wollten all die Journalisten und Redakteure sowie die Politiker und Behörden so schnell wie möglich das traumatische Geschehnis für sich „ausschlachten“.

Beispielhaft sei an den Charlie-Hebdo-Vorfall erinnert, der die westliche Welt förmlich vor den Kopf stieß. Die „Presse- und Meinungsfreiheit“ wurde genauso zum Thema gemacht wie der ausufernde „Antisemitismus“ durch französische Muslime – aber über die widersprüchlichen und zuweilen unglaublichen Hinweise der Behörden und Aussagen der Zeugen wurde alsbald der Mantel des Schweigens gelegt. Schließlich, um einen Schlusspunkt zu setzen, versammelten sich all die Staatsoberhäupter in Paris, um Einigkeit zu demonstrieren: Man wolle sich nicht von Terroristen einschüchtern lassen. Die Ironie dabei ist, dass all die anwesenden Regierungschefs über den effizientesten pyramidalen Terror-Apparat der Menschheit verfügen, sei es das Militär, sei es der Geheimdienst, seien es die Spezialeinheiten der Polizei. Wie formulierte es der Historiker William Blum so süffisant „A terrorist is someone who has a bomb but doesn’t have an airforce“. Aber solch einen Satz werden Sie in den Zeitungen nicht lesen, in der Tagesschau nicht hören.

Zurück zu Köln und und zu jener Silvesternacht, die Deutschlands Bevölkerung traumatisiert(e). Wie hat alles begonnen? Eine simple Frage, die – seltsamerweise – nicht leicht zu beantworten ist. Wenn wir das allwissende Internet befragen, bekommen wir folgende Puzzleteile:

31.12.2015 – 23:51Twitter
„Man kommt in Köln an und wird von allen Seiten umarmt. Ich feiere eigentlich kein Silvester, aber heute ist das wundertoll.“

31.12.2015 – 23:54Twitter
„Weiß einer was am Bahnhof los ist ? Menschenmassen von der Polizei eingeschlossen #Koeln“

Ansonsten konnte ich keine relevanten Twitter-Meldungen mit dem Suchwort „Köln“ zwischen 31.12. und 1.1. finden.

1.1.2016 – Kölner Stadt-Anzeiger
„Sexuelle Belästigung in der Silvesternacht: Frauen im Kölner Hauptbahnhof massiv bedrängt“ betitelte die lokale Stadtzeitung die Vorfälle. Der Artikel liest sich unspektakulär und recht vage, trotzdem gibt es zwei interessante Aspekte, die ich zitieren möchte:

Wie die Polizei mitteilte, wurden die Beamten zum Bahnhof gerufen. … Als die Polizisten am Tatort eintrafen, hatte sich die Situation jedoch bereits aufgelöst.
In der Facebook-Gruppe Nettwerk Köln gab es mehrere Beiträge über die Situation. Der ursprüngliche Post wies eine ausländerfeindliche Tendenz auf, Frauen würden in Deutschland immer mehr zu Freiwild, hieß es darin. Die Nettwerk-Betreiber reagierten prompt und löschten den Beitrag.
1.1.2016 -11:43Facebook-Seite der Polizei NRW Köln
„Ausgelassene Stimmung – Feiern weitgehend friedlich. Die Polizei Köln zieht Bilanz“, heißt es im Posting.
Kommentar 14:20  „es war alles wie immer Vorjahr? Was ist den an den Berichten zu Schlägereien und sexueller Übergriffe gegen zahlreicher Frauen von massen an Arabisch Sprechender Männer am Kölner Hauptbahnhof dran ?“
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Kommentar 15:25 Nrw Köln, auch sehr viele Menschen wurden gestern beklaut. Auch wenn die Täter identifiziert werden konnte, hat die Polizei vor Ort nichts dagegen gemacht!!!!!!“
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Mehr relevante Kommentare gab es nicht an diesem Tag. Auch ist nicht klar, ob sich der erste Kommentator (14:20) erst deshalb zu Wort meldete, weil er den Artikel im Kölner Stadtanzeiger gelesen hatte.
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1. Conclusio: Die Katze beißt sich in den Schwanz!
Der Beitrag in der facebook-Gruppe Nettwerk ist leider gelöscht worden, deshalb können wir die dortigen Kommentare nicht mehr einsehen. Ich habe die Gruppe nach weiteren relevanten Beiträgen und Kommentaren durchsucht, konnte aber zum 1.1. keine finden. Erst am 2.1., nach dem die Polizei bekannt gab, eine Sonderkommission einzurichten und die Medien in größerem Umfang berichteten, wurde dies kommentiert.
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Bezüglich der facebook-Seite der Polizei NRW Köln ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass relevante Kommentare gelöscht wurden.
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Aber wie man es auch dreht und wendet, die Annahme der Medien, dass der Vorfall am Kölner Bahnhof erst durch das „Hochkochen“ in den sozialen Medien nicht mehr verschwiegen werden konnte, kann ich so nicht feststellen. Erst durch die mediale Berichterstattung gerieten die sozialen Netzwerke außer Rand und Band. Wer nur einen flüchtigen Blick auf all die Kommentare und Beiträge wirft, geht davon aus, dass es diese auch rund um die Silvesternacht gegeben haben muss, was ich aber so nicht feststellen konnte.
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2. Conclusio: Wem können wir noch vertrauen?
Wenn wir annehmen, dass die Dienststelle der Polizei in Köln den ersten Bericht „geschönt“ hat, warum geht man nun davon aus, dass die folgenden Berichte „ungeschönt“ bzw. korrekt sind?
Wenn wir annehmen, dass wir es mit einer „Lügenpresse“ zu tun haben, warum hat gerade diese Presse die (politisch unangenehmen) Vorfälle ins Groteske gesteigert („Sex-Mob“, „Sex-Terror“) und ins internationale Rampenlicht gestellt? Der langjährige Präsident (1994-2000) des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz Helmut Roewer bekannte unlängst in einem Interview bezüglich der Presse: „Es ist alles eine Soße. Es wird gefälscht, dass sich die Balken biegen. […] Wenn Sie heute gucken, wer sich da in diesen Medien alles rumtreibt, die ich aus anderen Zusammenhängen kenne [zuvor erwähnte er, dass ihm ein WDR-Kamermann erzählte, dass „wir alle bei der DKP sind“], dann schluckt man natürlich als alter preußischer Beamter und fragt sich, wie isses nur möglich.“
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3. Conclusio: Die Traumatisierung der Frau
Was auch immer in dieser Nacht geschehen oder nicht geschehen ist, die Frau wurde und wird durch die Medienberichterstattung traumatisiert. Spätestens dann, wenn sie einer Gruppe junger fremdländisch aussehender Männer begegnet, wird sie unwillkürlich einen Anflug von Angst oder Befremden empfinden. Trauma-Aufarbeitung ist ein langes, mühsames Unterfangen und noch heute, beinahe 15 Jahren später, sind viele Mitmenschen durch 9/11 traumatisiert, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Kurz und gut, je größer und intensiver die Angst der Menschen ist, um so einfacher kann die Gesellschaft durch die Obrigkeit geführt/gelenkt werden. Auch nicht unwichtig ist der Umstand, dass weibliche Journalisten an der „Front“ immer wieder Opfer sexueller Übergriffe werden, dies aber (aus beruflichen Gründen) zumeist verschweigen. „In gesetzlosen Gegenden, wo Schusswaffen allgegenwärtig und Konsequenzen für Straftaten nicht zu fürchten sind, werden weibliche Reporter zu Zielen“ – „Female reporters are targets in lawless places where guns are common and punishment rare„, schreibt Auslandskorrespondentin Judith Matloff in einem Essay.
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4. Conclusio: Das Ende der Wahrheitssucher
Je widersprüchlicher, konfuser und irritierender die behördliche, politische und mediale Berichterstattung abläuft, umso unmöglicher wird es für den skeptischen Bürger, das Wirrwarr zu entflechten und den wahren Kern freizulegen. Ohne juristische Befugnisse und behördliche Vollmachten ist es völlig ausgeschlossen, festzustellen, was sich in jener Nacht tatsächlich ereignet hat. Gewiss, jeder skeptische Bürger ist eingeladen zu spekulieren, aber diese Spekulationen tragen (für gewöhnlich) nichts zur Wahrheitsfindung bei. Wahre und authentische Kommentare und Augenzeugenberichte in den sozialen Netzwerken vermischen sich mit fingierten, manipulierenden und verfälschenden. Zu glauben, dass die sozialen Medien ein Abbild der Wirklichkeit sind, in der die Menschen Einfluss auf die Politik nehmen können, ist eine (gewollte) Illusion der Strippenzieher. Oder glauben Sie wirklich, dass facebook die „Erfindung“ von ein paar amerikanischen Studenten ist?
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5. Conclusio: Die orwellsche Gedankenpolizei hat Sie fest im Griff
Wir leben, so heißt es, in einer Demokratie, in der Meinungsfreiheit und Toleranz gilt. Aber wehe, man weicht vom „vorgegebenen“ politisch korrekten Weg ab, dann werden die Sittenwächter aktiv. Die Begriffe „Hasser“, „Verhetzer“, „Antisemit“, „Neonazi“, „Rechtsextremer“ usw. werden in den Händen der Sittenwächter zu Totschlagargumenten, die einen gewöhnlichen Bürger nicht das Leben, aber die Existenz kosten kann. Ohne, dass man uns dies gelehrt hätte, wissen wir, was wir in der Öffentlichkeit sagen dürfen und was nicht. Wir zensurieren uns selbst, deshalb braucht es keine behördliche Zensurstelle. So ist eine mögliche Interpretation der wenigen (öffentlich einsehbaren) Kommentare im Social Web jener, dass die Opfer einerseits aus Schamgefühl, andererseits aus Angst, eine politisch unkorrekte Aussage zu treffen, darauf verzichteten, zu dokumentieren, was ihnen widerfahren ist.
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Die Vorfälle zur Silvesternacht in Köln haben jedenfalls alle Dämme brechen lassen. Zum ersten Mal war und ist es dem gewöhnlichen Bürger möglich, seine sonst nur im Stillen geäußerte politisch nicht korrekte Meinung, auszusprechen. Klammheimlich frage ich mich ja, ob es sich nicht bei alledem um eine gut geplante Aktion handelte, um all die sonst so Unauffälligen aus der Reserve zu locken. Falls Sie das jetzt für völlig absurd halten, sollten Sie einmal nachblättern, wie die westlichen Behörden im Kalten Krieg vorgegangen sind, um Kommunisten und kommunistische Sympathisanten auszuforschen und zu beobachten. Der ehemalige britische Bereichsleiter des MI5 Peter Wright schreibt in seiner Autobiographie Spy Catcher:
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„Als ich 1955 in den Dienst eintrat, gab es etwa zwei Millionen persönliche Akten. Die Zahl blieb ziemlich konstant und begann erst in den späten sechziger Jahren mit den studentischen Unruhen dramatisch anzusteigen.“ [S. 45]
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Diesbezüglich werden Sie in der Zeitung nichts lesen, im Gegensatz zum allseits lieb gewonnenen Verschwörungstheoretiker-Bashing – beispielsweise in der Süddeutschen Zeitung: „Wo dunkle Mächte wirken“. Besser Sie hören, was der Schweizer Daniele Ganser zu diesem Thema zu sagen hat.
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„Angriffe auf Ausländer in Köln“ ist bereits dem ORF eine Schlagzeile wert. Interessant der Umstand, dass die Medien zwar die Opfer, nicht aber die Täter als „Ausländer“ bezeichnen (dürfen). Die Herkunft des Täters, so heißt es bei der Polizei, wird nur dann genannt, wenn es beim Verbrechen eine Rolle gespielt hat. So weckt die Schlagzeile „Angriffe auf Ausländer“ keine Ressentiments bei den Sittenwächtern, während die Schlagzeile „Angriffe auf Inländer“ einen Aufschrei zur Folge hätte.
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In einer kürzlich geführten Gesprächsrunde stellte der frühere Justizminister von Niedersachsen und Kriminologe Christian Pfeiffer klar: „Die ersten beiden Interviews, die ich dem Fernsehen über Köln geben durfte, da fragten mich die Journalisten: ,Bitte, reden Sie nicht über Flüchtlinge.‘ Dann habe ich gesagt, dann brauche ich gar nicht erst anzufangen. Dann ist das Ende des Interviews. Dann haben sie sich besonnen und das wieder aufgelöst. Wo kommen wir hin, wenn wir die Wahrheit nicht mehr benennen – die, die sich andeutete? Es war noch völlig unsicher, das habe ich auch gesagt, ob es Flüchtlinge sind. Aber es von vornherein auszuschließen, wie es der Kölner Polizeipräsident gemacht hat, das ist unerträglich, wenn die verantwortlichen Behörden die Wahrheit nicht mehr benennen.“
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6. Conclusio: Das Große Ganze einer „hochherzigen Dummheit“
Man muss stutzig werden, wenn man in einer Op-Ed Kolumne der New York Times liest, dass „Deutschland am Rande des Abgrunds“ stehen soll (vgl. dazu die Titelei des Magazins Spiegel: „Auf der Kippe“) und der Autor die „Abdankung“ von Frau Merkel für ihre „hochherzige Dummheit“ fordert: „It means that Angela Merkel must go — so that her country, and the continent it bestrides, can avoid paying too high a price for her high-minded folly.“ Nebenbei empfiehlt der Autor über Twitter interessierten Journalisten, die sich über die Situation in Deutschland ein Bild machen möchten, niemand geringeren als den politisch unkorrekten Schriftsteller Akif Pirinci.
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Würde also Frau Merkel den Hut nehmen, wer würde ihr nachfolgen und welche politischen Lösungen könnte die neue Regierung den erhitzten Gemüter überhaupt anbieten? Geht es den „dunklen Mächten“ darum, eine neue (neo)konservative Hardliner-Partei an die Spitze zu bringen, die einerseits gewillt ist, die Flüchtlingsfrage rigoroser anzugehen (und die Bürgerrechte weiter einzuschränken  – SPD-Chef: „Wir brauchen einen starken Staat“ – Die Zeit sah das bereits prophetisch voraus), andererseits aber auch bereit ist, ausländischen Konzernen Tür und Tor zu öffnen und Washington im Kampf gegen Moskau und Peking noch vehementer zu unterstützen? Zwei Dinge liegen für mich jedenfalls klar auf der Hand: Frau Merkel tat nur, was man ihr sagte und die „Massenbewegung“ des letzten Jahres war gesteuert.
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7. Conclusio: Willkommen in der Realität 2.016
Thomas Mann, the expatriate writer, recorded a message to the German people. It was broadcast by the BBC. „What shall become of you?“ Thomas Mann asked. „If you are defeated, the vindictiveness [Rachsucht] of the whole world will break loose against you.“ It was March 1941.
Nicholson Baker, Human Smoke, p. 298

Ein bisschen Krieg, ein bisschen Sonne, für unsere Wirtschaft, unter der wir stöhnen

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Es geht ganz einfach, wirklich!

Weil im Moment in manchen Köpfen die Sicherungen durchbrennen, möchte ich zeigen, wie einfach es ist, die Leutchen dazu zu bringen, sich die Schädel einzuschlagen. Deshalb, seien Sie kritisch/skeptisch, wenn Sie bemerken, dass die Zeitungen oder TV-Nachrichten Sie dazu bringen möchten, ein politisches Lager zu hassen oder zu fürchten. Bedenken Sie, dass in (Vor-)Kriegszeiten in allen Staaten eine offizielle Propaganda-Stelle (in George Orwells 1984 heißt diese sinnigerweise Wahrheitsministerium) für den „richtigen“ Ton und die „notwendigen“ Schlagzeilen in den Medien sorgt. Die Wahrheit, wie man bekanntlich weiß, ist im Kriegsfall das erste Opfer. Aber glauben Sie ja nicht, dass nach Ende der Kampfhandlung der Sieger die Historie geraderückt, ganz im Gegenteil. Der Sieger, auch das ist eine Binsenweisheit, schreibt die Geschichte in seinem Sinne.

Die belgische Historikerin Anne Morelli hat die Prinzipien der Kriegs-Propaganda auf 10 springende Punkte gebracht – ich habe mir erlaubt, die eine oder andere Anmerkung dazu zu machen:

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1. Wir wollen den Krieg nicht
Vgl. die pazifistischen Wahl-Slogans von den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson (1913-1921), Franklin D. Roosevelt (1933-1945) und Barack Obama (2008-2016).

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2. Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung
Vgl. Pearl Harbour und die zuvor von Washington durch Sanktionen in die Ecke gedrängte Japanische Regierung – „Der Gegner gab den ersten Schuss ab!“

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3. Der Führer des Gegners hat dämonische Züge
„Die Achse des Bösen/The Axis of Evil“

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4. Wir kämpfen für eine gute Sache
„The good war!“

The myth of the good war: [meine Übersetzung] „Die Glorifizierung des Zweiten Weltkriegs hatte auch praktische und unheilvolle Konsequenzen. Es verführte uns zu einer leichteren Akzeptanz von „liberalen Interventionen“, begründet in der Annahme, dass nur wir im Westen so rechtschaffen und qualifiziert seien, um die Unterscheidung zwischen dem politisch Richtigen und dem politischen Falschen zu treffen – und die Überzeugung, dass unsere verinnerlichte Rechtschaffenheit alle Mittel heiligt, welche Zwecke auch angewendet werden und so ziehen wir [guten Gewissens] eine Feuerschneise von Dresden über Bagdad bis nach Tripolis. Worse than that, the glorification of the second world war has had practical and baleful consequences. It has led us to an easier acceptance of “liberal interventionism”, founded on the assumption that we in the west are alone virtuous and qualified to distinguish political right from wrong – and the conviction that our self-evidently virtuous ends must justify whatever means we employ, lighting up a bomber flare path from Dresden to Baghdad to Tripoli.“

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5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen
Präsident George Bush Oktober 2002: „Das irakische Regime besitzt und produziert chemische und biologische Waffen. Es versuch, an Nuklearwaffen heranzukommen. The Iraqi Regimet possesses and produces chemical and biological weapons. It is seeking nuclear weapons.“

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6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Versehen
Vergleiche die Bombardierung eines Spitals von Ärzte ohne Grenzen der US-Luftwaffe in Kunduz und den Vorwurf Washingtons, dass russische Streitkräfte Spitäler bombardiert hätten, ohne jedoch faktische Beweise vorzulegen. Die westliche Presse übernahm die Vorwürfe ungeprüft.

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7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm
Präsident George Bush Sr. Jänner 1991: „I’m hopeful that this fighting will not go on for long and that casualties will be held to an absolute minimum.“

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8. angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache
Hollywood Goes to War: Patriotism, Movies and the Second World War from Ninotchka to Mrs Miniver: „Hollywood ging mit Enthusiasmus in den Krieg […] und versuchte die Kriegsanstrengungen zu zu verstärken. Hollywood went to war with gusto […] was trying to boost the war effort.“

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9. Unsere Mission ist heilig
Präsident George Bush Mai 2003: „In this battle, we have fought for the cause of liberty and for the peace of the world.“

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10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners.
Präsident George Bush November 2001: „You’re either with us or against us in the fight against terror.“

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Ich würde noch einen weiteren Punkt anführen:
11. Nur der Gegner betreibt Propaganda, während wir unsere Bürger aufrichtig informieren.
Somit ist es unmöglich, für einen aufrichtigen Politiker, der Weltöffentlichkeit jemals Fakten und Beweise vorzulegen, ohne vom Presseapparat diskreditiert und der Propaganda beschuldigt zu werden. Vgl. Staatsstreich in Guatemala 1954 – angezettelt und ausgeführt mit Unterstützung der CIA: In den USA werden zu jener Zeit Artikel in den Zeitungen publiziert, die davon sprechen, dass (Präsident von Guatemala) Arbenz tausende politische Gegner inhaftiert hätte (was freilich nicht stimmte). Vor der UN-Versammlung in New York fordert der Außenminister von Guatemala einen neutralen Ausschuss, der die vorgebrachten Anschuldigungen der USA prüfen soll. Aber die USA und ihre Verbündeten tun diese Anschuldigungen als Propaganda ab und blockieren durch ihre Stimmen im Sicherheitsrat die Bildung eines Ausschusses und damit eine offizielle Prüfung der politischen Lage in Guatemala. Die Folge war der Sturz der demokratisch gewählten Regierung. Guatemala versank für 30 Jahre in einen Bürgerkrieg, der rund 200.000 Zivilisten das Leben kosten sollte. Die Opfer waren in der Mehrzahl Ureinwohner (Mayas) des Landes. Kommt uns das jetzt nicht alles irgendwie bekannt vor?

Gedankensprünge zum Thema Flüchtlingskrise: Von Majestätsbeleidigung über kontrollierte Opposition bis hin zur Ketzerei

Orwell_Liberty_QuoteVor ein paar Jahren war es, als mich X. als Doomster bezeichnete, weil ich die Zukunft recht dunkel einfärbte. Gegenwärtig sehe ich weder einen Regenbogen noch einen Silberstreifen am Horizont heraufdämmern. Rosarote Brillen, gewiss, werden genauso zahlreich verteilt wie all diese blauen Pillen, die einen die Realität vergessen lassen. Darin liegt ja die Crux aller Krisen, nämlich dass der gewöhnliche Bürger von der überschäumenden Propaganda-Flut hinweggespült und von der political correctness Tollwut zerfleischt wird. Zur Erinnerung sei hier angemerkt, dass es ein gewisser Immanuel Kant war, der im September 1784 in seinem Aufsatz schrieb:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. […] Sapere aude! ›Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‹

Tja. 231 Jahre später kehren wir wieder zum Ausgangspunkt zurück. Die regierenden Fürsten teilen ihren Untertanen mit, was sie zu denken, woran sie zu glauben und was sie zu tun haben. Verfehlungen werden rigoros bestraft. Damals hieß der Verbrecher Ketzer, heutzutage Hetzer. Die Majestätsbeleidigung, die einen in den Kerker bringen konnte, gibt es noch heute – einzig, dass die (imaginäre) Majestät je nach welt- und gesellschaftspolitischer Lage wechselt. Toleranz, das Ergebnis einer humanistischen Gesinnung in Europa, wird zu einem totalitären „Entweder-oder“ entstellt. Wer Art und Ausmaß „humanitärer Hilfe“ besprechen und Grenzen ziehen möchte, ist bereits verdächtig, den rechten Teufel in sich zu tragen. Haupt- genauso wie nebenberufliche Exorzisten sorgen mittels Zuckerbrot und Peitsche dafür, dass all die Schafe, die vom linken Wege abgekommen sind, zur Herde zurückkehren. Man könnte meinen, im dunklen Mittelalter (das in Wirklichkeit so dunkel nicht war) aufgewacht zu sein.

Hier ein paar Gedankensprünge zum Thema.

Ist Ihnen bereits aufgefallen, dass es mehr Arbeitslose in Griechenland (25 %) und Spanien (21 %) gibt, als im Irak (16 %)? Sie können sich gerne den Kopf darüber zerbrechen, wie es sein kann, dass in einem von blutigen Anschlägen verwüsteten Land, die Wirtschaft nicht völlig am Boden liegt. Wie dem auch sei, es ist nun mal so, dass eine Bevölkerung alles unternimmt, um ihr Fortbestehen zu sichern, egal wie trostlos, wie hoffnungslos die Situation auch scheinen mag – siehe Deutschland im Herbst 1945 – vorausgesetzt, die Bewohner geben ihr Land nicht auf.

[7] All German cities above 50,000 population and many smaller ones were from 50 to 80 per cent destroyed. Dresden, as large as Pittsburgh, was wiped out and nearly all of its 620,000 inhabitants buried under the ruins.

[8] Cologne, with a population of 750,000, was turned into a gigantic wasteland. Hamburg, with its 1,150,000 people, was blasted by huge attacks, in one of which the flames rolled a mile into the sky and roasted alive hundreds of thousands of civilians in street temperatures of a thousand degrees. Frankfurt-on-Main, a city of 500,000, was reduced to a mass of rubble. All cities and industrial areas, such as the Ruhr and Saar regions, were laid waste.

[7] United Press, London, Feb. 14, 1945 and Associated Press, London, March 5, 1945
[8] Associated Press, London, March 24, 1945
Quellen wurde von meiner Seite nicht verifziert

Kennen Sie den Begriff „kontrollierte Opposition“? Interessanterweise konnte ich kein Definition im Deutschen finden. Im Englischen findet sich die folgende:

[meine Übersetzung:] Eine kontrollierte Opposition ist eine Protestbewegung, die in Wirklichkeit von einem Regierungsagenten geführt wird. So gut wie alle Regierungen haben in der Vergangenheit diese Technik angewendet, um ihre politischen Gegner auszutricksen und sie zu bändigen. Lenin hat einmal gesagt: „Der beste Weg, die Opposition zu kontrollieren ist, sie selbst anzuführen.“ A controlled opposition is a protest movement that is actually being led by government agents. Nearly all governments in history have employed this technique to trick and subdue their adversaries. Notably Vladimir Lenin who said „The best way to control the opposition is to lead it ourselves.“ Urban Dictionary

Ich erwähne diesen Sachverhalt deshalb, weil der gewöhnliche Bürger davon ausgeht, dass die Dinge so sind, wie sie in den Medien bzw. in der Schule dargestellt werden. Die Einflussnahme, die da draußen, in der Realität geschieht und von der die Medien nur flüsternd berichten, ist eine Tatsache (schlag nach bei COINTELPRO) und ich gehe davon aus, dass alle Protest- bzw. Bürgerbewegungen, die „Fahrt aufgenommen haben“, unterwandert sind. Ich bin sogar versucht zu sagen, dass die eine oder andere größere Bewegung durch (geheime) behördliche Initiativen entstanden ist. Dass auch und gerade populäre „Rädelsführer“ den Behörden zuarbeiten, sollte nach dem Mauerfall und der Öffnung der Stasi-Archive jedem Deutschen klar sein.

[meine Übersetzung:] Bürgerbewegungen, die während dieser Periode [der 1960er] aufkamen und die fundamentale Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft herbeiführen wollten, durften sich nicht frei entwickeln; statt dessen lösten sie sich vorzeitig auf oder wurden von Infiltratoren und Provokateuren unterwandert, deren korrupter Einfluss schließlich dazu führte, dass die Bewegungen für die Öffentlichkeit unglaubwürdig gemacht wurden. Somit ist es unmöglich festzustellen, in welche Richtung diese Bewegungen gegangen wären oder was sie hätten erreichen können, wenn es keine geheimen behördlichen Interventionen gegeben hätte.

Donna A. Demac, Liberty denied: the current rise of censorship in America
Rutgers University Press 1990, S. 78

Bezüglich der Presse, kann ich nur sagen: Seien Sie ja auf der Hut! Generell gilt: Wenn Artikel und (vor allem Fotos) versuchen, Ihre Emotionen anzusprechen, dann möchte man Sie manipulieren. Die Aufgabe der Qualitäts-Presse sollte in erster Linie die Sichtung und Aufbereitung von Fakten sein bzw., wenn Fakten und Daten fehlen, diese von Behörden oder Institutionen einfordern. Plumpe Stimmungsmache hat noch keine Krise gelöst, im Gegenteil, sie verschärft nur die Gegensätze innerhalb der Bevölkerung und verhindert den sachlichen Diskurs. So sind es gerade die jungen Leute, seien sie Internationalisten, seien sie Nationalisten, die gegenüber der Stimmungsmache am anfälligsten sind und deren Hemmschwelle noch am geringsten ausgebildet ist.

Wenn die tatkräftigsten und am besten ausgebildeten Staatsbürger vor den Kriegswirren aus ihrer Heimat flüchten und sich in ihrem Asylland eine neue Existenz aufbauen dürfen, dann ist die Frage, ob das nicht gegenüber den im Krieg zurückgebliebenen Bürgern eine Ungerechtigkeit darstellt. Schließlich, wer soll das Land, wenn der Friede wieder einkehrt, aufbauen? Wer soll für Ruhe und Sicherheit sorgen? Ein Arzt oder Bautechniker, der nicht mehr zurückkehrt, lässt sein Land, sein Volk im Stich. Kurz und gut: Jeder funktionierende Staat benötigt eine gebildete Mittelschicht, die als Puffer zwischen unten und oben dient und somit für zivilisatorische Ordnung sorgt. Ist dies nicht der Fall, verkommt der Staat zu einer regionalen Arena, in der Familien und Stämme und Parteien um den „Thron“ kämpfen und erneut blutige Wirren auslösen, die wiederum erneut für Fluchtwellen sorgen. Ist es das, was wir uns für die Zukunft wünschen?

Sollten Sie ein skeptisch-kritischer Geist sein, so seien Sie vorsichtig, Ihre Gedanken in aller Öffentlichkeit zu formulieren. Gegen den Geschrei des Pöbels, der von Berufsdemonstranten und professionellen Propagandisten eingepeitscht wird, kommt der Einzelne nicht an. Weiters würde ich an der Teilnahme von „groß angekündigten“ Demonstrationen bekannter als „rechtspopulistisch klassifizierte Organisationen“ (O-Ton Wikipedia) abraten, da jeder Teilnehmer zu einem Spielball medialer und politischer Handlanger wird. Achten Sie auf die Wortwahl! Demonstrieren Sie nicht, versammeln Sie sich! Es geht nicht um eine Protest-, sondern um eine Bürgerbewegung. Verlegen Sie Versammlungen auf einen Sonntag Vormittag. Mit Kind und Kegel. Mit Ihren Eltern und Großeltern. Gehen Sie in die Kirche – vielleicht können Sie dort Ihre Sorgen und Ängste zum Ausdruck bringen. Versuchen Sie sich von unerwünschten „Zaungästen“ zu lösen. Seien Sie sich im Klaren, dass es draußen eine Schar an Agent Provocateurs gibt, deren einzige Aufgabe es ist, auf ein Foto oder in die Nachrichten zu kommen – sei es mit verunglimpfenden Plakaten, sei es mit brutalen Gesten, sei es mit hasserfüllten Sprechchören.

Generell gilt die Losung, dass jeder Mensch, der das Gesetz achtet – sei es in der Tradition, sei es in der Kultur verankert -, der sich an die goldene Regel hält und der mithelfen möchte, diese Welt mit friedlichen Mitteln in die Zukunft zu führen, dieser kann kein böser Mensch sein und darf nicht abgewiesen werden. Jeder Mensch, der das Gesetz missachtet, die Ordnung willentlich stört und mit verbrecherischen und gewalttätigen Mitteln seine Existenz auf Kosten anderer bestreiten möchte, sollte nicht in die Gemeinschaft aufgenommen werden.

Was Sie schon immer über das Geld und Griechenland wissen wollten

Die Pyramide hat man in Frankfurt auf die Spitze getrieben
Die Pyramide hat man in Frankfurt auf die Spitze getrieben

update: die Dokumentation Gier bietet gute Hintergrundinfos zum Thema Geld und kann auf Servus-TV angesehen werden: http://www.servustv.com/at/Medien/Servus-Reportage13

Ich versuche es Ihnen so schonend wie nur möglich beizubringen, dass alles, was Sie über das Geld und das Finanzsystem wissen, falsch ist. Natürlich werden Sie mir nicht glauben. Ich verstehe das. Niemand möchte sein (festgefahrenes) Glaubenssystem ins Wanken bringen. Es ist ein Fundament, auf dem all Ihre Überlegungen aufbauen. Nimmt man Ihnen dieses Fundament, tja, was dann?

Also, Fakt ist, dass im heutigen Finanzsystem Geld nur durch eine Schuldverstrickung in den Wirtschaftskreislauf gebracht werden kann. Wenn Sie also hören, dass die amerikanische oder europäische Zentralbank „Geld druckt“, dann heißt es nichts anderes, dass Kredite vergeben und Schulden gemacht werden. Mit anderen Worten, im gegenwärtigen Finanz- und Geldsystem können Schulden niemals zur Gänze zurückgezahlt werden. Würden von heute auf morgen alle Schulden zurückgezahlt (was nicht mal theoretisch möglich ist, da es die Zinseszinsfunktion gibt), würde es de facto kein Geld mehr im Wirtschaftskreislauf geben. Ergo: Das bestehende Finanz- und Geldsystem ist darauf angewiesen, dass der Einzelne wie die Gesamtheit Schulden über Schulden über Schulden über Schulden usw. macht.

Die finanzielle Malaise in Griechenland ist deshalb nichts Außergewöhnliches. Über kurz oder lang werden alle Institutionen und alle Staaten bankrott machen. Es ist demnach nicht die Frage, ob, sondern die Frage wann. Diese Tabelle zeigt das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Japan und Irland und Portugal und Singapur und Belgien und die Niederlande, sie alle haben ein höheres Schulden/BIP-Verhältnis als Griechenland. Warum ist Griechenland trotzdem ins Kreuzfeuer der Politiker und Medien geraten? Darüber können wir nur spekulieren. Ich gehe davon aus, dass mit der „Akte Griechenland“ ein Präzedenzfall geschaffen werden soll – schließlich, wie wir nun wissen, wird ja ein Staatsbankrott dem anderen folgen. Die skrupellosen Geldwechsler (niemand kennt sie) versuchen alles, um die Schuldner zu zwingen, das Familiensilber zu veräußern. Natürlich zu einem „vernünftigen“ Preis. Am Ende, wenn alles, was Wert hat, dem Bankrotteur abgepresst worden ist, erlässt man ihm gnädigerweise die Schulden und es geht wieder von vorne los. Unser Geld- und Finanzsystem ist ein Perpetuum Mobile der Vermögensanhäufung. Freilich nur für jene elitäre Gruppe, die das System am Laufen hält und den Rest für Dumm verkauft.

Hin und wieder gibt es mutige Querdenker, die dieses legale Pyramidenspiel anprangern und öffentlich zur Diskussion stellen. Einer von diesen war ein gewisser Ezra Pound, der – wie kann es anders sein – nach allen Regeln der Kunst in den Schmutz gezogen und ins Gefängnis gesteckt wurde. Machen wir uns nichts vor, werte Leser, wenn wir am bestehenden Geld- und Finanzsystem nichts ändern, werden wir oder unsere Kinder oder deren Kinder auf die Galeeren geschickt. So sah es das römische Recht in der Antike vor: Wer seine Schulden nicht bezahlen konnte, wurde selbst zur Ware, die der Geldgeber veräußern konnte. Mit anderen Worten: Der Zahlungsunfähige wurde Sklave. Shit happens, ich weiß.

Was wir also die letzten Jahre und Jahrzehnte gesehen haben, ist nichts anderes als eine imposante Vermögensanhäufung skrupelloser Geldwechsler (niemand kennt sie). Aber es ist nicht nur die Vermögensanhäufung, nein, nein, es ist vielmehr das mindset, die Geisteshaltung, die Denkart, die uns und damit die ganze Welt ins Verderben stürzen wird. Die Mehrheit akzeptiert nicht nur dieses betrügerische Pyramidenspiel, eines Charles Ponzi mehr als würdig, sondern tut alles, um es aufrechtzuerhalten und durchzusetzen.

Okay, und was will ich damit sagen? Ich schätze, unsere einzige Überlebenschance besteht darin, dass wir eine Führerfigur erwählen, die den Tempel von all den Händlern und Geldwechslern säubert und sie mit einer Geißel aus Stricken davonjagt. Yep, ist noch nicht wirklich lange her, das letzte Mal.