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Very FONTS indeed

fonts4Über Schriftarten/Fonts könnte man Bände füllen (was schon andere getan haben). Im Zuge meiner „ich mache mir mein Buch wie es mir gefällt“-Tour sind mir jene WebSites eine wesentliche Unterstützung gewesen. Vielleicht hilft es den geneigten Leser und Typographen in spe.

Meine Profi-Fonts kaufe ich gegen Dollarscheine bei myfonts. Die Preise sind moderat, Auswahl gibt es natürlich genug. Und die Möglichkeit, sich mit den Fonts vor dem Kauf herumzuspielen, erleichtert jede Kaufentscheidung (im Normalfall). Für Typo-Fetischisten also genau die richtige Spielwiese, um sich auszutoben (und viele Stunden zuzbringen). Natürlich sollte man auf diese Weise eher spezielle, ausgefallene Schriftarten suchen und kaufen. Möchte man eine gute Schriftart, die hohe Lesbarkeit erfordert (für Zeitung, Bücher, Magazine usw.) und alle wesentlichen Schnitte (Kursiv, Fett, Kapitälchen, usw.) beinhaltet, sollte man auf die „üblichen Verdächtigen“ zurückgreifen. Hierzu erstand ich vor ein paar Jahren die ADOBE Type Basics Open Type Edition um läppische USD 99,- die 65 zuweilen hochkarätige Fonts inkludiert. Diese sind noch immer der Font-Stamm, auf denen meine Publikationen aufbauen. Ein Profi-Typograph würde es vermutlich erkennen und über die Limitierung lächeln, aber was nutzen mir 2400 Fonts (die Collection gibt es auch zu kaufen – kostet ein kleines Vermögen), die mich überfordern würden. Am Anfang bäckt man besser kleine Kuchen. Wer es günstig und ausgefallen mag, der kann sich z.B. auf dafont nach kostenlosen (oder Shareware) Schriftarten umschauen. Da gibt es schräääge Sachen. Prinzipiell sprießen die Gratis-Font-Verteiler wie Pilze aus dem Boden. Kein Wunder, die heutige Software macht es möglich, im Handumdrehen seinen eigenen Font zu basteln. Die Ergebnisse reichen demnach von „jössas“ bis „gar net schlecht“ und darüber hinaus. Ausprobieren heißt die Devise. Und wer keine gestrengen Kritiker überzeugen muss, kann ruhigen Gewissens tun, wie es ihm oder ihr in den Sinn kommt. Freilich, die professionelle Maxime „weniger ist mehr“ gilt auch hier.

An Büchern kann ich alle von Hans Peter Willberg empfehlen. Als Einstieg empfiehlt sich die kostengünstigen schmalen Ratgeber Erste Hilfe Typografie, Wegweiser Schrift und Schriften erkennen. In diesen habe ich so manche „Nächte“ zugebracht, mir die Haare raufend, welche Textschrift ich für mein erstes Buch wählen sollte. Die Angst, ich könnte eine „unleserliche“ wählen, raubte mir oftmals den Schlaf. Im Grund kann ich jetzt guten Gewissens sagen oder behaupten, dass die gängigen Book-Fonts (Garamond & Co) von namhaften Verteilern (Adobe, Linotype, FontFont, usw.) allesamt gut lesbar sind. Ob die Schriftart zum Buch/Medium passt, steht auf einem anderen Blatt Papier und ist natürlich Geschmackssache. Times New Roman ist aber im Normalfall keine Alternative. Es sei denn, man setzt sie bewusst ein, um einen Grafiker oder Designer zu ärgern. Tja. Als „Bibel“ (die Ausmaße kommen in etwa hin) gilt für mich noch immer Friedrich Forssman und Ralf de Jongs Standardwerk Detailtypografie. Was darin steht, ist für mich ehernes Typo-Gesetz. Freilich, am Ende entscheidet immer der Macher und sonst niemand (der muss auch Spott und Häme ertragen, wenn er daneben greift).

Erst heute das kleine Tool von Microsoft heruntergeladen und installiert: Font properties extension Mit dieser unscheinbaren Erweiterung, kann man alle relevanten Daten eines Fonts im Explorer auslesen (z.B., ob man sie einbetten kann oder nicht – embedding allowed, Info zum Vendor usw. und so fort). Habe dafür ewig im Internet gesucht, deshalb stelle ich es hier mal rein – sollte ich es wieder einmal benötigen.

Na, Hoppla, was les ich denn da. „Funny Font Forging Industry“. Die Website sanskritweb.net gibt lang und breit Auskunft, dass … äh, nun ja … Fonts (in D) kein Kunstwerk oder Softwareprogramm sind und deshalb auch urheberrechtlich nicht geschützt sind. Schlapperlot. Dass die Site noch online ist, wundert mich. Heutzutage werden ja Kanonen gegen laut zwitschernde Spatzen aufgefahren, wenn diese das einträgliche Geschäft vermiesen wollen. Interessant ist der (diskussionswürdige) Ansatz allemal, denn eines steht fest: viele Schriftarten stammen noch aus Urzeiten des Buchdrucks. Und wenn ich mit der Caslon von William Caslon schreibe, sollte man bedenken, dass mit seinen Bleilettern bereits die amerikanische Unabhängigkeitserklärung gesetzt wurde. Das ist nun wahrlich eine Zeit her. Ob er sich freut, wenn ein brotloser Dichter, der die Freiheit des Bürgers in Worte fassen und unters Volk bringen möchte, das letztes Hemd für seinen Schriftenentwurf hergeben muss? Darüber muss ich nachdenken …

Fürliches

widmung_25proz Meine Güte. Ich sollte ins Bett. Die letzten zwei Stunden (vielleicht war es auch nur eine, wer weiß das schon?) wie gestört an der Widmung herumgeschoben. 9 Wörter! Jetzt weiß ich, warum die Verlagsbücher allesamt aus einer Schriftart gesetzt sind – egal ob es sich um Meta-Info oder die Geschichte selbst handelt. Denn die Widmung hat ja per se nix mit der Story zu tun – also müsste man sie auch typographisch von dieser absetzen. Naja, vielleicht bild ich’s mir auch nur ein, dass es so gehörte. Gibt ja kein Allgemeines Grundbücherliches Gesetz, oder? Eben! Deshalb werde ich auch eine schonungslos harsche Kritik an ro2069 in meine „büchliche Werbeeinschaltung“ aufnehmen und mich dahingehend am Verfasser rächen, dass ich ihm die Comic Sans „anziehe“. Ha, das wird ein Spaß. Zugegeben, ich hab schon mal besser gelacht, aber für den Anfang sollte es reichen. Merke nämlich, dass die letzten Einträge in der Ironiefreien Egozone geschrieben wurde. Selten gefährlich. Weil dann das Geschreibsel eine Wichtigkeit (von mir) erhält, die es (vom Leser) nicht bekommt. Diese Schieflage ist – sehr oft – eine peinliche Geschichte. Und gibt es im Netz nicht schon genügend Beweihräucherer, deren Eigenlob zum Himmel stinket? Uups. Bemerke, ich muss kurz durchlüften. Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass diese „Status-Quo-Buch“-Litanei den Zweck hat, dass ich mich später einmal erinnere, wann ich was wie lange gemacht habe. Denn, wenn wir eines wissen, dann das, dass uns das Gedächtnis die gröbsten Streiche spielt. Ankerpunkte – und wenn sie nur aus ironiefreien Blogeinträgen bestehen – braucht man. Sonst dümpelt man im Meer der wahnwitzigen Vorstellungen herum („Wie lange ich für die Widmung brauchte? Ha, das Layout dafür war ein Kinderspiel, das hab ich schwuppdiwupp aus den Ärmeln geschüttelt.“) Jetzt habe ich auch noch hunger.

Finaler Schnitt

Ad Schwarzkopf: Ich habe mit dem Satz begonnen. Das heißt, ich schaufle die Kapitel vom OpenOffice ins InDesign. Das hat den Vorteil, dass ich mir jedes Wort, jeden Satz, jede Zeile zu mindest einmal anschauen und richtig formatieren muss. Dabei fallen einem dann immer wieder Unzulänglichkeiten auf, die sofort verbessert werden können bzw. müssen. So lange nicht gravierende Änderungen anfallen, hat es also Vorteile, bereits jetzt damit anzufangen, vor dem Endlektorat. Das Ganze ähnelt demnach der Herstellung eines Filmes. Vor dem finalen Cut wird der Film einem Testpublikum gezeigt und je nach dem entschieden, wie es weiter geht. Freilich, wenn der Film Shit ist, dann hilft auch das Herumschneiden nichts. Dann müssen die Dollars ins Marketing gesteckt werden. Ich fang schon mal zum Sparen an. Sicher ist sicher.

STAR TREK 11 bietet einen der besten Trailers auf, die ich in letzter Zeit gesehen habe. WOW! Ob der Film hält, was der Trailer verspricht, naja, bleibt abzuwarten. Der Schauspieler, der Kirk spielt, haut mich nicht vom Hocker. Könnte direkt von O.C. California kommen. Oder ist das jetzt Dawsons Creek?

Da fällt mir ein – meine VLB-Meldung wurde von amazon übernommen. Erfreulich.

Header mit Köpfchen

banner_schwarzkopf01a1 file stack: © Feng Yu – Fotolia.com
blood, dreadful, background: © creative – Fotolia.com

Der neue Header im Blog wurde mit den obigen Illustrationen bzw. Fotos von Fotolia erstellt. Natürlich habe ich diesbezüglich die Lizenzen rechtmäßig erstanden. Schließlich will man ja auch sein Buchcover legal damit schmücken. Ja, die Zeiten ändern sich. Heute kann schon jeder Möchtegern-Designer auf Teufel komm raus Buchumschlag oder CD-Album fabrizieren. Dem Internet sei Dank, wo hunderttausende Illustrationen, Fotos und Zeichnungen nur darauf warten, in das rechte Licht gerückt zu werden. Freilich, im Arrangement trennt sich dann die laienhafte Spreu vom professionellen Weizen. Aber gut Ding braucht Weile. Und kein Meister ist noch vom Photoshop-Himmel gefallen. *aua*

die Endnotenkatastrophe

#*?Grmpfl! Ist ja nicht zu glauben, aber ADOBEs InDesing CS2 (und angeblich auch die gerade erschienene CS3) kann mit Endnoten oder Quellenangaben nicht umgehen (man lässt sie sang- und klanglos unter den Tisch fallen) – immerhin bietet der Hilfetext an, dass man diese aus einer Word- oder RTF-Datei importieren kann. Na Bravo! Fast 100 Endnoten darf ich nun per Hand justieren – und wehe, mir würde eine dazwischen rutschen oder rausfallen. Da soll man nicht kruzi werden. Das gibt auf jeden Fall mal die gelbe Karte für ADOBE. Und ich strick mir die Ärmel hoch.

4Fonts

Im Übrigen habe ich mich für die Schriftart JENSON PRO von Robert Slimbach entschieden. Wenigstens. Hm?! Die Caslon wär natürlich auch recht fein. Immerhin ließ George Bernhard Shaw bestand darauf, dass alle seine Bücher in der Caslon gesetzt werden müssen. Weshalb man ihn in Fachkreisen als „Caslon man at any rate“ bezeichnete. Sagt jedenfalls der Typo-Guru Erik Spiekermann – und der muss es ja wissen.