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Fans und angereichertes Uran in einem Milchwölkchen

[update: der blog ist nun im ovistore erhältlich: link]

So! Wieder am Schreibtisch. Wieder am Fabrizieren eines Blog-Eintrages. Seltsam ist’s, zugegeben, dass ich schon wieder die dringende Lust verspüre, hier meine kreative Befindlichkeit zu Papier zu bringen. Ein gutes Zeichen. Weil es auch Tage gibt, wo ich mir nur denke, dass ich nichts vorweisen kann, worüber es wert wäre, zu bloggen. Im Moment darf ich mich nicht beklagen, es geht drunter und drüber. Mehr seitwärts, denn vorwärts, aber immerhin, ich bleibe in Bewegung. Und mal schauen, wie schnell es braucht, bis Kollege @carstentergast diesen Beitrag twittert. Gut möglich, dass er gerade ostfriesischen Tee mit einem Milchwölkchen trinkt und das Cup-Aus von Werder Bremen  betrauert *harhar*.

Lade mich hoch!

Gut! Wo beginnen? Bezugnehmend auf meinen letzten Beitrag (und der von Jana Herwig) habe ich gestern doch tatsächlich noch die NOKIA App für meinen Blog gemacht: das heißt, man kann nun mit dieser App alle meine Blog-Beiträge auf einem NOKIA Smartphone abrufen und lesen. Coolio, ha? Diese App aus dem ovistore zu machen, geht wirklich kinderleicht, da gibt es keine technischen Hürden mühsam zu überwinden. Alles ist auf seinem richtigen Platz und wird mit guten Hilfetexten erklärt. Ich denke, dieses User-Interface sollten sich viele Software-Unternehmen mal genauer ansehen, wenn sie es richtig machen wollen. Zurück zur App. Noch ist die Prüfung nicht abgeschlossen. Gut möglich, dass es noch ein paar Tage dauert. Schließlich könnte ich ja böses oder hässliches oder verunglimpfendes Zeugs hochgeladen haben. Geht nicht. Nicht auf einem NOKIA. Bis jetzt gibt es in meinem Umfeld drei Leutchen, die so ein Smartphone besitzen. Ich darf also davon ausgehen, dass die App im Store drei Mal heruntergeladen wird. Und nur wer mich und mein Blog kennt, wird auch diese App finden. In Zukunft kann man also diese Zeilen unterwegs lesen. So man das überhaupt möchte. Aber darüber will ich jetzt besser nicht befinden. Interessanter ist schon, dass ich mich mit ein paar Bildern herumschlagen musste. Schließlich will so eine App auch hübsch daherkommen, am Mobilo. Dumm, wenn man Ästhetikfetischist und Perfektionist ist. Dann tüftelt man eine geraume Weile an einem kleinen Bildchen, an einem größeren Banner und an einem Logo und muss sich die Frage gefallen lassen: wozu? Die drei Leser kennen mich und meinen Blog und meine Texte, diese muss ich nicht sonderlich überzeugen und die anderen werden diese App nicht finden. Aber man hat halt einen Ruf zu verlieren und will sich anständig und hübsch präsentieren. Jawohl. Soll ja auch Frauen geben, die sich ordentlich schminken, bevor sie Milch und Butter und Semmeln fürs Frühstück vom Bäcker holen. Ja, so ähnlich verhält es sich auch hier. Man weiß nie, wer einem da begegnen könnte.

Gestern, bis spät in die Nacht, wieder an Bildern und Bannern getüftelt. Langsam, aber sicher kristallisiert sich eines heraus: das Web ist eine visuelle Reizmaschine. Wer mit einem Bild nicht punkten kann, hat verloren. Um Inhalte geht es kaum mehr. Analog des heutigen Literaturbetriebs, wo sich die Bücher generell durch Umschlag und Titel (und Chart-Platzierung) verkaufen. Der Inhalt ist nur noch zweitrangig. Es soll ja einmal eine Zeit gegeben haben, da wurden die Bücher erst gar nicht gebunden, vielmehr konnte der Käufer entscheiden – je nach Budget – wie er den Buchblock, also die losen Seiten, gebunden haben wollte. Der eine nahm teures Leder, der andere billigen Karton. Deshalb heißt auch die erste Seite heute noch „Schmutztitel“, obwohl diese ja schon längst hübsch oder zweckmäßig eingepackt ist. Wie dem auch sei, ohne grafischen Leckerbissen wird jedes Buch geflissentlich ignoriert. Gerade im Web. Deshalb ist es unverständlich, dass es noch immer Verleger gibt, die dem Umschlag ihrer Büchern nicht die nötige Aufmerksamkeit geben. Freilich, in ein paar Jahren ist das natürlich Geschichte. Ich gehe davon aus, dass es eine App geben wird, die hübsche passende Umschläge gestaltet. Schon jetzt kann ein Laie mit gutem Auge schon Beachtliches leisten – die nötigen Tools vorausgesetzt. Die passenden Fotos oder Illustrationen kann man ohne viel Aufwand in den foto-communitys lizenzieren. Ärgerlich nur, dass das Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek für kommerzielle Vervielfältigung einen kräftig zur Kassa bittet, obwohl die Bilder  längst gemeinfrei sind, sich aber im Besitz der Bibliothek befinden. Es mag natürlich in Ordnung sein, Unternehmen bezahlen zu lassen, wenn diese kräftige Profite machen, aber Kleinverleger, die sich nach der Decke strecken müssen, werden genauso behandelt wie Multis. Und man sollte nicht vergessen, dass die Bibliothek die Digitalisierungen auch durch mein Steuergeld (ja, auch ich zahlte mal kräftig Lohnsteuer) finanzierte. Da würde ich mir dann doch mehr Fingerspitzengefühl erwarten. Aber gut möglich, dass nie so heiß gegessen, wie gekocht wird.

Zurück zur gestrigen Nacht, die lange dauerte. Ich habe nun das Projekt Azadeh auf startnext eingestellt und warte auf die Freigabe. Darüber werde ich sicherlich noch lang und breit und ausführlich sprechen. Kurz erklärt: startnext ist eine neue Plattform, die das Crowdfunding-System in den deutschen Sprachraum holt (ob sie wirklich die ersten sind, kann ich nicht sagen). Die Idee ist simpel: hier gibt es jemanden, der ein hübsches Kunstprojekt auf die Beine stellen will, aber nicht die notwendigen finanziellen Mitteln hat; dort gibt es viele Kunstinteressierte, die auf der Suche nach interessanten Projekten sind und diese durch Einwurf vieler Münzen fördern wollen. Eine Win-Win-Situation. Dass die Sache natürlich viele Haken und Ösen aufweist, soll nicht verschwiegen werden und wird auch nicht. Aber alles zu seiner Zeit. Aha. Da schau her. Sie haben sich mein Projekt angesehen und sind nicht ganz glücklich. Versteh ich. Weil ich ja eigentlich nur im hochpreisigen Segment meine Förderer finden wollte. Da sieht auf den ersten Blick nach einem Typen aus, der keine Ahnung von der Materie hat. Tatsächlich habe ich in der Zwischenzeit zu viel gesammelt und bin deshalb zum Schluss gekommen: ein paar Münzen zu erbetteln ist nicht nur mühsam, sondern führt zu nichts (wenn man in größeren Dimensionen denkt). Aber ein großes Plus, dass sich die Leutchen von startnext eingehend mit den Projekten befassen und das Gespräch mit den Projektemachern suchen.

Der Buch-Trailer ist mal im Kasten, respektive am Laptop von @medienpirat aka Flow. Bis auf ein paar (wunderbare) Fotos habe ich bis jetzt noch keine bewegten Bilder gesehen. Flow arbeitet daran. Und meine virale Idee gibt es ja auch noch. Ob sie umsetzbar ist und welcher Aufwand es bedeutet, wird natürlich an anderer Stelle verraten. Man will ja nichts vorwegnehmen, nicht? Übrigens, das Foto, das ich für das App Store Icon verwende, ist von Flow.

Die Buchmesse steht auch schon vor der Tür. Gottlob kümmert sich mein Kollege Albert Knorr vorbildlich um alle Details, während ich nur nicke und die eine oder andere kleinere Idee einwerfe („Monitor? Yep. Da steht bei mir einer herum!“). Gratiskarten gibt es jedenfalls mal für die Aussteller. Wenigstens. Ich werde sicherlich die eine oder andere unter meine Fans werfen, respektive verlosen oder verschenken. Gehört sich so.

Apropos Fans. Die Fan-Seite auf facebook von Der Fetisch des Erik van der Rohe hat sich nun bei 45 eingependelt. Von allein geht da gar nix weiter – der Trugschluss, wenn Unbedarfte von Social Media reden: „Da braucht man net viel tun, das machen dann deine Fans!“ – Leider sind wahre Fans schwerer zu bekommen als angereichertes Uran. In beiden Fällen hofft man in späterer Folge auf eine Kettenreaktion. Natürlich alles im friedlichen Rahmen. Ja, ja. Nichtsdestotrotz komme ich zum Schluss, dass du viele, sehr viele Fans brauchst, um etwas Auszulösen. Wie viele kann ich noch nicht sagen, aber ich befürchte, mehr, als ich persönlich erreichen kann. Auch wenn ich alle meine Social Media Kanäle zusammen nehme. Da frage ich mich dann immer, wie es wohl anderen ergeht, ihre Fan-Basis auf die Beine zu stellen, wenn sie weniger Zeit als ich im Web verbringen. Da fällt mir ein: gestern auf facebook mit der Autorin Zoe Beck amüsiert geplaudert und ihre Einträge kommentiert. Vermutlich habe ich den Bogen überspannt, weil es den Anschein machte, ich würde sie vielleicht gar facebooklich stalken. Das ist mir jetzt natürlich schon sehr peinlich. Aber es gibt ein Foto von ihr, ich muss sagen, das ist dermaßen beeindruckend, dass ich mir gut vorstellen könnte, es RIESENGROSS zu plotten und an die Wand zu knallen. Es kann ruhig grobkörniger aufgelöst sein, umso besser, das unterstreicht das kreative Potenzial. Ach so, ja, hier geht’s zum Foto auf flickr. Ich hoffe, die gute Zoe bekommt diese Zeilen jetzt nicht in die falsche Kehle, aber ich denke, sie versteht das schon. Immerhin ist sie ja auch Autorin und sehnt sich nach der großen Bühne und dem Scheinwerferlicht.

Scheinwerferlicht? Zu guter Letzt noch ein kleines Schmankerl aus der Twitterwelt. Auf dass auch für mich ein Rest von Licht meine Eitelkeit bestrahlt. Das Gespräch fand zwischen der Autoren-Kollegin Heike Koschyk und mir statt (nur falls es jemand noch immer nicht weiß, dass ich im Twitter-Universum @dschun bin/heiße). Nebenbei habe ich gerade bemerkt, dass die gute Heike schon mal den Agatha-Christie-Krimipreis abgeräumt hat. Respekt.

 

@heikekoschyk: Melde mich aus dem Off. Sitze beim Friseur und nutze die Zeit, um an einem Autorenportrait für die Facebook-Seite von Quo Vadis zu arbeiten.

@dschun: Quo Vadis hat ne Facebook Seite?

@heikekoschyk: Ja, der Autorenkreis Quo Vadis. Wär das nicht auch was für Dich?

@dschun: Autorenkreis? Haha. Ich bin Eigenverleger, you know! Außerdem war ich schon länger nicht mehr beim Friseur 😉

@heikekoschyk: Und? Bist Du deswegen etwa kein Autor??? Na, immerhin siehst Du fesch aus. Auch ohne Friseur 😉

Taschenbuchtaschen & A British Movie Masterpiece

Denn die Menschen sind so einfältig und gehorchen so sehr dem Eindruck des Augenblicks, dass der, welcher sie hintergeht, stets solche findet, die sich betrügen lassen.

Machiavelli (um 1514)
geschrieben für die Fürsten der Werbebranche des 21. Jahrhunderts

TBT & DVD & BE

Gestern die Taschenbuchtaschen (TBTs) von Miriam Spies, gONZo Verlag, bekommen. Sehr hübsch. Sehr trendy. Ich zeigte sie heute IMS., die ein wenig verwundert war, dass man Bücher schützen wollte, vor den Widrigkeiten des Lesers („ich lese in der Badewanne und beim Frühstück und man sieht es den Büchern an, deshalb borge ich mir keine aus!“) und machte den Vorschlag, sie für anderes zu verwenden („Schminkzeug“). Gut. IMS. ist demnach nicht die Zielgruppe für die TBTs. Andererseits hat sie natürlich auch wieder Recht. Das Täschchen ist für vielerlei Zwecke zu gebrauchen und dieser heiligt ja bekanntlich die Mittel. Übrigens, Miriam möchte klar stellen, dass sie  „zu keinem Zeitpunkt sexuellen Kontakt“ mit ihren Praktikantinnen hatte. Des Weiteren gilt noch zu sagen, dass die gute Miriam den Prelude und das Vorwort zu Tiret eingelesen hat. Wer sich ihre tolle Stimme anhören will, bitte sehr: LINK

Ich habe die DOUBLE DISC SPECIAL EDITION von The third man mit ins rechte Bild gerückt. Ist günstig in London zu bestellen. Das Bonus-Material (Dokumentation) muss ich mir erst anschauen. Die beiden TRAILERS sind jedenfalls erschreckend einfallslos und brüllen förmlich um Aufmerksamkeit. So haben die Trailers wohl vor sechzig Jahren ausgesehen. Trotzdem bleibt der Film ein Klassiker und muss man gesehen haben. Unbedingt.

Gestern ein Box-Package (Schwarzkopf & Tiret) bei RS. vorbeigebracht. Nett geplaudert. Über seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen (Mathematik) und dass man an diesen nicht viel verdienen könne (die Autoren kümmerten sich auch um das Layout und Lektorat – der Verlag ließ es nur noch in Indien (!) drucken – ich schätze, die Rechnung könnte wirtschaftlich aufgehen). Er zollte mir Lob für Schwarzkopf, merkte aber noch einen Kritikpunkt an, den ich erklären konnte. Erfreuliches Gespräch. Schenkte ihm ein Rotkäppchen 2069 A2-Hochglanzplakat. Wenn er schon für eine tolle Quote sorgt, die am Plakat prangt, gehört sich das, nicht?

EH. rief mich am späten Abend an. Teilte mir mit, dass der FRICK am Graben keine Exemplare mehr von Schwarzkopf habe – jedenfalls konnte man keines finden (was nicht heißt, dass die guten Leute schon alle verkauft hätten, sondern dass es gut möglich ist, dass man die Bücher ausgelagert oder unter den Teppich gestapelt hat; werde dem wohl morgen nachgehen). In der MORAWA Filiale, Wollzeile, gab es noch drei Exemplare (Taschenbuchabteilung; sie wurden bei Neuerscheinungen eingereiht). Jetzt sind’s nur noch zwei. Gut. Ich bin zufrieden. Schlimm, wenn vor Weihnachten, der umsatzstärksten Zeit im Buchhandel, kein einziges Buch verkauft worden wäre. Andererseits, die Leutchen kaufen ja auch nicht alles, was ihnen vor die Füße fällt („Breuer, wer?“). Und falls der Buchhändler nicht dahinter ist, wird sich nicht viel tun („Dieses Buch kann ich nur empfehlen …“).

Carsten Tergast, Sachbuchautor aus dem hohen Norden,  den ich auf der Frankfurter Buchmesse und über Twitter kennen lernen durfte, schickte mir ein dickes Buchpaket. Wir vereinbarten einen Tausch. Unterm Weihnachtsbaum werde ich das Päckchen aufmachen. Seines hat er schon geöffnet. Konnte nicht warten. Sowas.

– in Vorbereitung-

Ein A0-Plakat will ich demnächst drucken lassen (Größe: ca. 120 x 80 cm).  Postkarten dito. Mal schauen.

Postkarte Schwarzkopf BE Rückseite

Einstellung für Farbauftrag 260 % CMYK

Flyer_KrimiundSpiel_3D_860

Den Flyer-Folder musste ich über Nacht entwerfen (scheinbar kann ich nur noch Aufträge in den frühen Morgenstunden freigeben) und im Overnight-24-Stunden drucken lassen. Da gibt es von der Druckerei die Auflage, dass der Farbauftrag nicht mehr als 260 % ausmachen darf (weil die Farben in der kurzen Zeit nicht trocknen würden; d.h. alle 4 Farben zusammen C-M-Y-K dürfen in Summe nicht mehr als 260 % ausmachen). Da war guter Rat teuer. Wie konnte man InDesign dazu bringen, nicht so dick aufzutragen? Die Lösung ist, dass man sich ein passendes Farbprofil herunterlädt (z.B. auf http://www.colormanagement.org/de/isoprofile2009.html), in dem diese magische Grenze festgelegt ist. Somit rechnet diese die Farbräume herunter. Wie gut oder schlecht sie das macht, nun, das kann ich natürlich nicht sagen. Ich war heilfroh, nicht selber Hand anlegen zu müssen.

Web_SC_FOGRA40_GCR_bas.icc (1,9 MB)
Dieses ICC-Profil basiert auf den Charakterisierungs-daten „FOGRA40L.txt“. Der Gesamtfarbauftrag wurde für die Separation auf 260% begrenzt und das maximale Schwarz beträgt 97%.

Man lädt sich also dieses Profil herunter und installiert es (Windows macht es auf Anhieb richtig, also nur auf die .icc-Datei klicken, rechte Maustaste und sagen, dass man es installieren möchte); ist dies getan, kann man es im InDesign/Photoshop als Profil auswählen. Am besten beim Export ins PDF angeben, dass man bei der AUSGABE die Farbkonvertierung „In Zielprofil konvertieren“, wobei das Ziel erwähntes WEB_SC_FOGRA40-Profil ist. Simsalabim, schon werkelt InDesign fröhlich vor sich hin. Herauskommen sollte ein PDF, das nicht mehr so dick aufträgt. Kontrolle gefällig? Kein Problem. Im Acrobat Prof. wählt man „WERKZEUGE“ – „DRUCKPRODUKTION“ – „AUSGABEVORSCHAU“ und hakt das Kästchen bei „Gesamtfarbauftrag“ an. Jetzt nur noch die gewünschte %-Zahl auswählen (z.B. 260 %) und schon werden auf dem Bild jene Flächen markiert, die diese %-Zahl überschreiten (wobei auch bereits 261 % reichen, also sich nicht gleich verrückt machen). Wenn alles klappt, sollte hier nichts angezeigt werden. Voilà. Schon beruhigt sich wieder das Nervenkostüm. Und man kann erfreut zur nächsten Problemstellung wechseln. Derer gibt es ja mehr als genug, nicht?

Goldiges Layout

Cover_fg02_2009_klein_72neuDas war’s also. Das österreichische Spielemagazin „frisch gespielt“ 02/2009 endgültig fertig. Die letzten Austauschseiten an die Druckerei geschickt. Nächste Woche werden wir die nervenaufreibende Designschlacht begutachten können. Am Freitag zu Mittag begonnen, am Mittwoch, gegen 2 Uhr früh die 52 auf Hochglanz polierten Seiten auf den Server der Druckerei hochgeladen. Heute, am frühen Abend, den Plott durchgesehen und 4 Austauschseiten vereinbart. Hübsch, so ein Andruck der Magazin-Seiten auf einem Bogen (70 x 100 cm). Bald werde ich so einen in meinem Zimmer an die Wand hängen dürfen. In kalten Tagen kann ich mich damit zudecken (oder einheizen).

Dass Rapid Wien den Hamburger SV aus dem Happel-Stadion schießt, also, wer hätte das gedacht? 3 : 0! Wahrlich, es gibt ja doch noch große (Fußball) Wunder 🙂

ich haben fertig: frisch gespielt 01/2009

fg_plott_2aDie letzten Wochen im InDesign und Photoshop geschlafen. Sozusagen. Das Spielemagazin (nix Computer oder Playstation, nur Brett- und Gesellschaftsspiele) „frisch gespielt“ brauchte ein neues attraktives und peppiges Kleid. Also hingesetzt und begonnen zu schneidern. Die älteren Ausgaben, die mir als Muster vorgelegt wurden, nun, sie sind nett anzuschauen, aber bieder und mit seltsam verschrobenem, wirrem, unzeitgemäßem Layout („was nicht passt, wird passend gemacht bzw. wir finden Platz für jedes Foto“) . Das deutsche Pendant, die „Spielbox“ – der Platzhirsch der Spielemagazine im deutschsprachigen Raum – glänzt auch hier mit einer gewissen Einfallslosigkeit. Immerhin, wer es aufblättert, der weiß sofort, was er erwarten darf. Auch hier – erschreckend festzustellen – finden Fotografien Verwendung, die noch nicht mal das Prädikat „Schnappschuss“ verdienen. Darin unterscheiden sich die heutigen (und vermutlich auch damaligen) Magazine: hochwertige Grafiken und Fotos. Zu mal der Textanteil immer geringer und die bunten Aufpeppungen immer mehr werden. Der Trend geht wohl eindeutig in Richtung „Bilderbuch für Erwachsene“. Lesen ist bekanntlich anstregend und erfordert ein gewisses Maß an Konzentration. Bilder „begucken“ kann sogar der Schimpanse aus dem Tiergarten Schönbrunn (der älteste der Welt, angeblich – der Tiergarten, nicht der Schimpanse).

So ein 50seitiges Magazin zu layouten ist kein Zuckerschlecken. Besonders, wenn man es noch nie gemacht hat und nicht weiß, worauf man sich einlässt. Zum anderen kommt es natürlich darauf an, welche Vorgaben man bekommt. Manchmal sind sie hilfreich, manchmal störend, manchmal eine designtechnische Katastrophe. Gut, ich darf mich nicht beklagen, diesbezüglich, da mir weitestgehend freie Hand gelassen wurde, auch wenn ich mich an den Vorgängerausgaben grob zu orientieren hatte.

Wo beginnt man also? Beim Raster! Wer Ordnung und Struktur in die Bilder- und Textflut bringen will, kommt um einen Raster nicht herum. Dann heißt es aber auch, sich am Raster zu orientieren und nur wenn es ästhetisch sinnvoll ist, sollte die Struktur aufgebrochen werden. Nicht aber, weil man noch eine Abbildung unbedingt reinquetschen will. Das stört. Und der Betrachter blättert weiter.

Mit Farben bin ich vorsichtig. Zum einen, weil ich keine Erfahrung habe, wie die Farben im Offset-Druck aussehen bzw. wirken (ja, zwischen RGB-Monitor-Farben und CMYK-Farben gibt es schon Unterschiede). Jetzt, nach dem ersten Heft, kann ich mich natürlich „kalibrieren“ („aha, so schaut also dieses helle Blau auf dem Papier aus … ein bisserl zu dunkel“). Noch schwieriger wird es, wenn inverse Schrift gewählt wird (z.B. weißer Text auf dunklem Hintergrund) oder wenn im Hintergrund der Seite eine Abbildung durchscheint (Transparenz!). Wenn man Pech hat, ist die Hintergrundabbildung so aufdringlich, dass man den Text nicht mehr lesen kann bzw. man stört sich daran. Auch hier kann nur das Endresultat am Papier Aufschluss über die Transparenz-Fähigkeit geben. Also machte ich aus der Not eine designtechnische Tugend und ließ den Text Text sein, also Schwarz auf Weiß, während die Abbildungen – dazwischen und am Seitenrand – hübsch bunt die Sache auflockern. Wir sollten ja nicht vergessen, warum jemand das Magazin kauf: um es zu lesen. Die bunten Verhübschungen sollten also dem Text helfen, wahrgenommen zu werden bzw. das Interesse zu wecken, einerseits für den Text, andererseits natürlich auch für das rezensierte Spiel. Zugegeben, manchmal hatte ich wahrlich Lust das Layout in die Ecke zu stellen und eine Brettspielpartie zu machen. Ein gutes Zeichen, denke ich.

Die Druckerei Ueberreuter Print GmbH in Korneuburg darf ich an dieser Stelle lobend erwähnen, da sie unkompliziert und hilfreich dem überforderten Gestalter zur Seite stand. Gegen Mittag die Daten überliefert, gegen 17 Uhr bereits den Plott (ein Vorabdruck, der jeden Schnitzer penibel aufdeckt) mit CW. durchgegangen. Man glaubt gar nicht, wie wichtig so ein Vorabdruck sein kann. Für mich jedenfalls, der doch unsicher war, in Bezug auf die Druck-Spezifikationen. Schlussendlich einigten wir uns darauf, 5 Austauschseiten zu schicken. Voilà. Erfreulich, dass es so unproblematisch von Statten ging.

Davor. Sonntag, gegen Mitternacht mit TB. das Layout durchgegangen. Ein paar Sachen fehlten noch. Kein Problem, meinte ich, bis Dienstag zu Mittag ist alles fertig. Ungläubiger Blick. Weil der Termin von Dienstag auf Montag vorverlegt wurde. Tja. Keine Ahnung, ob ich diese terminliche Änderung verschlafen habe oder man sie mir nicht explizit mitgeteilt hatte. Wie auch immer, Sonntag Nacht wurde zum Tage gemacht. Der nächste Morgen, der Montag, ein einziges Rotieren. Am Stand. Eine Werbeseite wurde nicht und nicht geliefert, trotz oftmaliger Anrufe. Gegen Mittag, nach dem alles beisammen war, dann die letzte große Hürde: Export aus dem InDesign in ein druckfähiges PDF. Schlapperlot. Während der PC ächzend herumwerkelte, konnte ich gemütlich duschen, eine Kleinigkeit essen und mich ein halbes Stündchen entspannen. Ja, gut Ding braucht Weile. Ungeduldig darf man nicht sein. Und wenn ich ehrlich bin, ich hatte schon ein wenig Angst, dass bei dieser immensen Rechenleistung Soft- oder Hardware schlapp macht. Was dann? Ich hätte mir die CMYK-Kugel gegeben  – übrigens: man spricht sie in Fachkreisen ZMÜK aus; jetzt weiß ich es auch ;-).

Das erste Mal ist immer eine Reise in ein unentdecktes Land („The undiscovered country“ – wer kennt den Film?“), wo viele Gefahren (Käfer!) und Fallstricke (wer legt die eigentlich aus?) lauern. Die nächsten Male sind zwar immer noch aufregend, aber fast schon ungefährlich. Und früher oder später schleicht sich wohl die Routine ein – und man lächelt wissend in sich hinein. Ja, ja.

Im Übrigen, wer es noch nicht weiß, ein unkompliziertes Abo von „frisch gespielt“ kostet für drei Ausgaben schlappe € 12,90 – inkl. Versand und Spesen innerhalb Österreichs. Nach der dritten Ausgabe endet das Abo. Das ist fair, meine ich. Weshalb sich das Abo gut verschenken lässt. Für die Einzelausgabe sind € 4,50 zu berappen.  Die Auflage beträgt ca. 5.000 Stück, die an den Fachhandel, Abonnenten und einen Lesezirkel. Wer also mal beim Augenarzt sitzt oder beim Friseur und zu einem der vielen aufliegenden Magazine greift, kann ein Exemplar von „frisch gespielt“ ergattern. Oder einfach hier bestellen: www.frisch-gespielt.at

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Events muss es natürlich auch geben. Deshalb, hier mal zum Vormerken, die nächsten Termine, an denen ich mitwirke:

Montag, 10. August 2009:  Cocktail-Lounge Chill out „Finissage“
Wie schon im Juni gibt es auch diesmal einen gemütlichen Abend im Chill out, wo man sich trifft, trinkt und tratscht.  Wer erinnert sich noch an die chillige Buchpräsentation von Schwarzkopf im Juni, ha? Hier geht’s zur Gedächtnisauffrischung. Happy Hour beginnt um 18 Uhr und endet um 20 Uhr. Frühes Erscheinen ist also angebracht. Während Petra Kaindel ein letztes Mal Ihre Bilder zeigt, bevor sie am nächsten Morgen verschwinden, werde ich mit Thomas Bareder das Spielemagazin „frisch gespielt“ vorstellen (= den Leutchen unter die Nase halten); eventuell werden wir auch das eine oder andere passende Brettspiel im Gepäck haben. Und Schwarzkopf gibt’s natürlich auch noch. Die letzten Exemplare werde ich dort an den Mann oder Frau bringen. Gehört gleich gefeiert, der Ausverkauf. Eventuell schnüren wir ein spielerisch literarisches Package.

Freitag, 18. September 2009: Josefstädter Straßenfest
Am Stand von „frisch gespielt“ werde ich zwischen 12hoo und 22 Uhr anwesend und für ein Plauscherl zu haben sein. Das eine oder andere Krimi-Brett-Spiel kann vor Ort ausprobiert werden.

Freitag, 2. Oktober 2009: Buchhandlung am Quellenplatz
Diesmal wird nicht gespielt, sondern diskutiert. In der Buchhandlung am Quellenplatz. Nach einer Lesung aus Tiret (französische Revolution!) wird über die politischen Zustände in unserem Land befunden werden können. Und was man dagegen machen kann. Das Liberale Forum (LIF) lädt zur Diskussion und anschließend wird Wein und Käse gereicht.

Montag, 5 Oktober 2009: kriminalistisch literarischer Abend
In der Genuss-Buchhandlung Tiempo werden die neuesten und coolsten Krimi-Brett-Spiele vorgestellt und können auch gleich vor Ort ausprobiert werden. Mit dabei eine Hand voll ambitionierter Krimi-AutorInnen, die sich gerne für ein Spielchen zur Verfügung stellen. Claudia Toman hätte sich mal vorsichtig angesagt, musste aber gerade feststellen, dass sie sich den Vampiren hingeben wird. Details hierzu (zum Spiele-Abend, nicht zu den Vampiren) folgen natürlich noch.

Freitag, 20. November – Sonntag, 22. November: Spielefest Wien
im Austria Center werden wieder die Würfel gerollt. Am Stand von „frisch gespielt“ werde ich gerne Rede und Antwort stehen – und für ein Spielchen (ab 18 Jahren) gerne zu haben sein (ich suche das aus!) *; also vorbeikommen, plaudern, spielen.

*) „Notgeiler Wiener Autor möchte auf seine Kosten kommen“, meint M. D. aus A. – deshalb hier die Entwarnung: alles ganz harmlos, es handelt sich hier nur um Brettspiele für Erwachsene!