Archiv der Kategorie: Entdeckung der Liebe

Das Lösen einer Handbremse #Leben #Liebe #Literatur

Die Handbremse zu lösen, bedeutet, ins Rollen zu kommen. Langsam wird sich das Fahrzeug, beinahe magisch, ohne Zutun, ohne Antriebskraft, in Bewegung setzen. Die physikalischen Gesetze können uns exakt berechnen und damit skizzieren, was da gerade vor sich geht. Aber diese schnöde Rechnerei ist für mich jetzt nicht von Belang. Es gilt, sich diesen Moment des Anrollens zu vergegenwärtigen. Es wird noch eine Weile dauern, bis das Momentum es zulässt, den Motor wie von Geisterhand anzuwerfen, um endlich die Heimreise antreten zu können, vorausgesetzt, der Fuß wagt es, das Gaspedal zu drücken. Mit jedem Kilometer, der nun zurückgelegt wird, verschwindet das Bedrückende, Einengende und Hoffnungslose, doch gleichzeitig lässt man die Weite, die einem Ozean gleicht und einen sehnsüchtig geträumten Wunschtraum, zurück. Dieser Wunschtraum, in vielen Jahren gereift, muss nicht als ausgeträumt betrachtet werden. Das Leben bietet viele Möglichkeiten und jede hat ihre Zeit.

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Der Moment der absoluten Schwerelosigkeit #Leben #Liebe #Literatur

Gestern war es, als der Abend in die Nacht überging, als der Schreiber dieser Zeilen in die grün gemalten Augen seiner Muse blicken durfte, die ihm eine Frage stellte, die keine war. Diese Feststellung, einmal ausgesprochen, einmal gehört, aber noch nicht im vollsten Umfang für ihn begreiflich und erfassbar, reißt den Dichter wie eine Flutwelle mit sich. Ausgeliefert ist er diese Naturgewalt, die von einer sehnsüchtigen Hoffnung, einem oft geträumten Herzenswunsch erzählt, der mit einem Male in Erfüllung geht. Die Ordnung ist wieder hergestellt, alles ist an seinem natürlichen Platz, was oben war, ist oben, was unten war, ist unten. Nur das Herz und das Hirn des Dichters, sie taumeln und torkeln wie betrunken durch ausgesprochene Worte und hingeworfene Sätze, absolut wahr, zwingend wahrhaftig, und versuchen sich zu halten, zu fangen. Der Dichter kann nichts anderes tun, als auf die Wirkung zu warten, die diese Gefühlsoffenbarung in ihm auslöst.

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Als der Minnegesang dem Dichter gar zauberhaft ins Herz fuhr

Als Schriftsteller, der sich der Poesie verschrieben hat, wenn die Umstände es erfordern, vielleicht sogar erzwingen, hat man es recht leicht, wenn es gilt, sein Innerstes auf das Papier zu werfen. Es braucht weder langwierige Konzepte noch kurzweilige Aphorismen. Nichts dergleichen ist nötig. Es ist, als würde man zum Diktat befohlen und schreibt einfach nur auf, was da einem so ins Ohr geflüstert wird. Mehr war nicht. Mehr ist nicht.

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Ein Geburtstag wie noch keiner.

Heute also begehe ich den Jahrestag meiner Geburt. Ein Sonntagskind, das an einem Samstag zur Welt gekommen ist. In aller Früh. Vermutlich hält es mich deshalb selten lange im Bett, beinahe so, als würden mich die kreativen Kräfte aus dem Schlafzimmer zerren. Selten geschieht es, dass ich am Morgen zuallererst mit einem Blogbeitrag beginne und die Tagebuchkritzelei auf später verschiebe. Dabei gäb’s viel zu notieren. Die Erinnerung wird mich hoffentlich nicht im Stich lassen. Wiewohl, hab ich mir nicht gestern Nacht, die andere als einen späten Abend ansehen würden, Notizen gemacht?

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Aber grandios in ihrer Wahrheit! Von Tagebüchern und Innenansichten

Kurz zuvor in Bernward Vespers Autobiographie Die Reise geblättert (mein Beitrag). Es bietet ein Stück Innenansicht, die in der Literatur unerreicht ist. Er, Bernward, ein Zerrissener zwischen zwei Welten. Zum einen die Welt Ostdeutschlands, mit dem großen Gut der Mutter und dem Vater, der ein großer Dichter war, aber zu Bernwards Kummer die falschen Götter anbetete. Das niedergelegte Gespräch zwischen Vater und Sohn, das Bernward schonungslos auf eine dichtgedrängte Seite zwängt, ist grandios wahr – und würde heute wohl der Zensur zum Opfer fallen. Weil die andere Seite – und immer gibt es eine andere Seite – nicht gehört werden darf.

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