Archiv der Kategorie: gedankliches

Über Weltbilder, kognitive Dissonanz und wie wir unsere Meinung bilden #Google #Medien #Zukunft

Ich führte die letzten Tage ein Gespräch mit M. über die US-Wahl und welche Konsequenzen diese für die zukünftige Welt haben wird. Sie erwähnte nebenbei, dass sich ihre beiden Kinder viele Gedanken über Trump machten. Ich bat sie, dass mir die beiden ihre größten Probleme mit Trump zukommen lassen, um herauszufinden, welche Argumente hier ins Feld geführt werden. Doch bevor wir uns damit im Detail beschäftigen, gilt es herauszufinden, wie junge und alte Menschen zu einer Meinung kommen.

»Als Bürger muss ich fragen: Was ist wahr? Was ist unwahr?« – Nobelpreisrede von Harold Pinter, 2005

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Als die Kinderlogik an die Macht kam, anno 2020 #Covid19 #BLM #Climatechange

Ach, Kinder können wahrlich die allersüßesten Gedanken hegen, wenn sie mit einem Problem konfrontiert werden. Wir kennen diese kindlichen Lösungsansätze, haben sie ja selbst vor den Erwachsenen stolz hinausposaunt – nur um von diesen aufgeklärt und belehrt zu werden, dass die Welt nicht so simpel ist, wie wir sie uns vorstellen. Trotzig beharrten wir auf unseren Standpunkt, führten den Ansatz weiter aus und wurden nach einer Weile mit strengem Blick ins Kinderzimmer geschickt. Dort ballten wir die Faust und sagten leise, wenn wir einmal groß sind, dann werden wir alle Probleme der Welt lösen. Es ist ja so einfach.

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Das Credo der Französischen Revolution von 1789: „All Lives Matter“

Heute, vor 231 Jahren, wurde vom Pariser Volk bekanntlich die Bastille gestürmt. Wobei, zu Erstürmen war da eigentlich nichts, die dicken Mauern, von einem tiefen Graben geschützt, hätten von den wenigen im Inneren stationierten Invaliden und Schweizern gut verteidigt werden können, so man es denn vor gehabt hätte. Aber der alte Gouverneur, ängstlich bemüht kein Blutbad anzurichten, versuchte, mit den Angreifern zu verhandeln. Doch diese wollten von einer Kapitulation, das heißt, freies Geleit der Besatzung, nichts wissen. Der Mob hatte Blut geleckt und wollte Blut sehen. So kam es, dass der alte Gouverneur die Zugbrücke herunterließ und auf Gnade hoffte, die ihm freilich nicht gewährt wurde. Die wütende Menge schnitt ihm auf den Stufen zum Rathaus die Kehle durch und pflanzte seinen Kopf auf eine Pike.

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Eine Clementine aus Korsika und ein turbulenter Flug von Nizza nach Wien

Das Festival International des Jeux in Cannes ging Sonntags zu Ende. Die Stadt zeigte sich von ihrer schönsten, so mild-frühlingshaften Seite – sah ich nicht sogar einen abgebrühten Kerl im Meer schwimmen? – der Abschied fiel wahrlich schwer. Die Abreise am Abend vom kleinen, hübsch aufgeräumten Flughafen in Nizza begann mit Verspätung. Da konnte keiner der Fluggäste ahnen, dass die Reise nach Wien recht turbulent werden würde. Aber der Reihe nach. Ich saß in der 29.

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Die Wiederholungsprüfungen des Lebens

Als ich heute Morgen im Café mein Frühstück (Mokka mit Schlagobersgupf) zu mir nahm, hörte ich vom Nebentisch eine Dame sagen, dass sie auf ihren Enkel warte, der eine Wiederholungsprüfung zu machen hat. Das Wort „Wiederholungsprüfung“ hat in meinem Kopf eine gehörige Lawine an Erinnerungen zu Tal und ans Licht befördert. Freilich keine angenehmen.

Wie lange mag das jetzt her sein? Vor über 30 Jahren musste ich mich dieser Prüfung (und weitere sollten im Verlauf der Schulzeit folgen) stellen. So viel hängt davon ab. Wie kann eine Gesellschaft solch eine Folter erlauben und gutheißen? Noch dazu trifft es junge Menschen, unsicher, was die Welt (und das Berufsleben) im Köcher für sie hat. Grausam, dieses ernste Spiel mit unreifen Seelen.

Freilich, die Schule ist nur Teil eines Räderwerks, das tut, wie es (einstmals) konstruiert wurde (analog einer Fabrik). Möchte man also eine Änderung vornehmen, dann geht das nur über die Gesellschaft selbst. Eine Unmöglichkeit, ich weiß.

Auf dem Nachhauseweg dachte ich an all die Prüfungen, die einem das Leben abverlangt. „Der Sinn des Lebens ist es, stärker zu sein“, hatte Wolfgang Ambros einst gesungen. Damals, als ich es Mitte der 1980er Jahre zum ersten Mal hörte, verstand ich nur Bohne, trotzdem merkte ich mir diese Zeile. Vielleicht, sagte ich mir, offenbart sich mir einmal der Sinn des Lebens.

Und dann? „Dann schreib ich ein Buch darüber und werde ein berühmter Schriftsteller.“ Ach, wie herrlich schillern all unsere Jugendträume gleich einer Seifenblase, die zum Himmel schwebt.