Archiv der Kategorie: P.

Der magische Kompass, der an einen Ort führt, der nicht mehr Norden, noch nicht Süden ist.

Der Magnetismus ist schon eine recht undurchschaubare Kraft. Man könnte meinen, Anziehung und Abstoßung würden aus dem Nichts entstehen und doch sind hier Kräfte am Werk, von denen der Mensch nichts verstehen kann, auch wenn er sich bemüht, das nicht zu Verstehende mit Formeln und physikalischen Gesetzen zu erklären. Ähnlich verhält es sich mit dem magischen Kompass, der die Richtung anzeigt, in der jene besondere Türe zu finden ist, die in ein neues Universum führt. Noch hat keiner dieses Universum gesehen oder gelebt, sind es doch einzig zwei Seelenschlüsseln, die den Zutritt gewähren. Aber während der eine Schlüssel irgendwo im Norden längst gefunden wurde, ist der andere tief im Süden vergraben und versteckt. Da mag auch der magische Kompass nicht helfen, da braucht es Bauchgefühl und Instinkt, vielleicht auch nur den klar denkenden Verstand, der das Versteck aufzuspüren weiß.

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Ein Meister der gedichteten und gedachten Illusion fällt in die Grube und auf den Kopf

Als Meister der gedichteten und gedachten Illusion kann ich viele Geschichten erzählen. Wahr sind sie alle. Erfunden die wenigsten. Sie sind hingeworfen, um den Leser, der Leserin ein Bild im Kopf zu schenken. Nicht lange ist es her, da fiel der Meister in die Illusions-Grube, die er selbst gegraben hat. Diese Grube war eigentlich nur dem Aushub zu verdanken, dessen Erde ein Luftschloss erbauen hätte sollen. Das Luftschloss konnte nicht fertiggestellt werden, vielleicht waren die Baupläne zu phantastisch oder die Dimensionen ins Übernatürliche gesteigert, jedenfalls blieb eine Baustelle und eine Grube. In die der Schreiber dieser Zeilen kopfüber fiel. Eigentlich sollte man ja meinen, solch luftige Gruben federn jeden Fall. Aber der Aufprall war dann doch erstaunlich und erstaunlich hart. Ich könnte auch schreiben, ich fiel auf den Hosenboden, besser, auf den Boden der Tatsache, die in der Illusion niemals Fundament sein darf.

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Neues Buchprojekt: Über die Entdeckung der Liebe

Die nächsten Tage beginne ich also mit dem neuen Buchprojekt, das sich um Die Entdeckung der Liebe dreht. Die Rohfassung ist eigentlich niedergekritzelt, jetzt gilt es ins Reine zu kommen. Schon eine Weile nicht mehr hineingesehen. Es braucht ab und zu Abstand, um der Essenz nahezukommen.

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Nur der Spalt einer Tür

Es ist schon recht seltsam. Wenn die Sonne am frühen Morgen aufgeht, werden erst jene Gedanken und Gefühle geweckt, die einen die Augen öffnen. Im Inneren wie im Äußeren. Alles beginnt damit, dass der Schreiber dieser Zeilen den Spalt in einer Tür erkennt, vielleicht auch nur zu erkennen glaubt. Wenn Enttäuschung in Verzweiflung übergeht und Verzweiflung in Enttäuschung, setzt der alles zerfressende Zweifel ein. Dieser Zweifel lässt ihn vergessen. Er erinnert sich nicht mehr an jene Momente, als es ihm gesagt wurde. Er blendet aus, dass eine Tür geöffnet wurde. Von beiden Seiten. Er vergisst ganz einfach, dass ihm dieses Öffnen so eindringlich vor Augen geführt wurde, dass sein Herz zu zerspringen drohte. Ja, dieser Spalt, der so unscheinbar wirkt, müsste für ihn doch das größte Glück darstellen. Aber der Zweifel lässt den klaren Blick nicht zu.

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Ein flüchtiger Gedanke, in Schwarz und Weiß

Gestern war es, als sich in mir ein flüchtiger Gedanke regte, der meiner Traumwelt entsprungen sein musste. Dieser so unscheinbare Gedanke veranlasste mich, in eine verschlungene Poesie einzutauchen, mich zu verlieren, um einen magischen Moment zu gewinnen. Dieser magische Moment fand am Ende der Dichtung den Weg in die Realität. Dort, wo sich das Schwarze mit dem Weißen vor den Augen des Dichters in höchster Vollendung verband, wo es ein Ziehen und ein Loslassen gab, welches die Spannung aufrechtzuerhalten schien. Nicht für lange. Nur für eine kurze Weile. Aber was wurden da für Gefühle in des Dichters Brust losgetreten? Wonne, möchte man schreiben, aber wie kläglich ist es, wenn der Mensch nach Worten und Begriffen suchen muss, die nichts, aber auch gar nichts erklären und immer nur Platzhalter für das ganz Besondere sind.

Augenblick um Augenblick. Viele Bilder, die da kommen und gehen. Der Herzschlag ist dabei merklich erhöht. Es gilt sich zu kneifen, will man am Ende die Gewissheit haben, dass der Traum Realität und die Realität Traum wurde. Das Wogen eines überkreuzten schwarzen Sterns, verbunden mit einem weißen Knoten, der das träumerische Konstrukt fest zusammenband, lässt mich in einen siebten Himmel fallen. Die Bereitwilligkeit im Geben war so überwältigend, dass es das Herz förmlich zum Zerspringen brachte.

Ja, selten sind solche Momente, deshalb werden sie auch magische genannt. Und wenn du Glück hast, sehr großes Glück, dann wird dir solch ein Moment zuteil. Du wirst ihn nicht fassen, nicht halten können, und doch wird er ewig in dir sein.

Als Stern und Knoten voneinander gelöst wurden, als sich der Moment wieder verabschiedete, war mit einmal alles an seinem natürlichen Platz. Nur des Dichters Herzschlag pochte übernatürlich laut.

Du hast ihn geahnt
Du hast ihn gehört.
Du hast ihn verstanden.