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Was zu tun befiehlt die Eitelkeit oder Der Ansporn eines Verlegers

Gut, gut. Es wird Zeit. Zeit, die nahe Zukunft verlegerisch durchzudenken und dem (einzigen) Autor in meinem Verlage klar zu machen, dass es wieder ernst wird. Um zu guter Letzt nicht wieder in eine perfektionistische Endlosschleife zu gelangen (»vielleicht sollte ich den Text des 7. Kapitels doch noch mal überarbeiten?!«), ist es am besten, wenn man der Öffentlichkeit mit stolz geschwellter Brust gegenübertritt und großspurig die nächsten Publikationen hinausposaunt. Damit mache ich mir den notwendig Druck. Ja, der innere Schweinehund und der überängstliche Perfektionist sind ein gefährliches Gespann, wenn es um nahe Veröffentlichungstermine geht. So. Wie geht es also weiter?

Vorablesen?
Vorablesen?

Con$piracy ¦ Zu aller erst, denke ich, wird es Zeit, die konspirativen Machenschaften, die es da in dieser, unserer Welt gibt, auf den Punkt zu bringen. Der Clou, wenn man so will, ist, dass ich den Text noch nicht offiziell publiziere, sondern vorerst nur in einer sogenannten ARC, einer Advance Reader’s Copy, einer Vorab-Lese-Exemplar-Version anbiete. In US Verlagen ist es scheinbar Gang und Gäbe, treuen Lesern solche Exemplare schon mal vorab zukommen zu lassen. Grund genug, es auch zu versuchen, nicht? Freilich werde ich mir erlauben, einen Kostenersatz zu veranschlagen, somit ist gewährleistet, dass nicht jeder, pardon, Schlurf aufzeigt und um eine Kopie bittet. Natürlich wird der Text in der üblichen Form als Taschenbuch (A5) erscheinen, die Letztkorrektur ist aber noch ausständig. Und wer weiß, vielleicht ist das Feedback zum Text so fruchtbar, dass ich die Ärmel aufstricke und am Manuskript weiter arbeite. Alles möglich. Bis dato haben sich rund 10 Leutchen gefunden, die bereit sind, meine ersten Gehversuche im populären Sachbuchbereich zu unterstützen. Wer zu den Vorab-Lesern gehören und zwanzig €uro loswerden möchte, bitte bei mir anklopfen. Der voraussichtliche Erscheinungstermin dürfte bereits im Juni sein.

MadeleineAnatomie einer Tragödie (Band III der Tiret-Saga) ¦ Ja, das längst druckfertige Buch hat eine Weile im Schatten gewartet. Grund war der Selbstversuch, herauszufinden, ob es möglich ist, ein Buch über Crowd-Funding zu finanzieren. Wie der geneigte und treue Leser weiß, suchte ich 99 abenteuerlustige Club-Mitglieder für Madeleine. Bei etwa 60 Mitgliedern hat es sich eingependelt. Wobei ich gestehen muss, diesbezüglich keinerlei Ambitionen an den Tag gelegt zu haben. Keine Bettelei, keine nervtötenden E-Mail-Aussendungen, keine tränenreichen Aufrufe oder befeuernde Trommelein. Ich wollte sehen, ob sich eine Eigendynamik einstellt und wenn ja, wie diese abläuft (»Da musst du dabei sein!«). Die Erkenntnisse aus dieser Versuchs-Anordnung werde ich natürlich später einmal lang und breit ausführen. Als erstes Conclusio würde ich sagen, dass die Dinge trotz Social Media und Web nicht einfacher geworden sind, was wiederum daran liegen könnte, dass viele, ja, sehr viele Unglückliche ihr Glück im virtuellen Eiertanz versuchen. Voraussichtlicher Publikationstermin für Madeleine kann freilich nur der 14. Juli sein. Jedenfalls für die Club-Mitglieder. Offiziell werde ich wohl im September mit Madeleine herausrücken.

Der Fetisch des Erik van der Roheeine autobiographische Fiktion ¦ Wahrlich, der gute Erik liegt schon seit 2003 in der Lade. Immer wieder aus der Lade geholt, immer wieder in die Lade gegeben. Dann und wann mit Eifer und Energie am Manuskript herumgetan, jedenfalls so lange, bis die Lust im Keller war und ich mich anderen Texten widmete. Aber damit soll nun endgültig Schluss sein. Die Lesung im Ragnarhof hat mich davon überzeugt, dass die Qualität des Textes durchaus nicht übel ist – jedenfalls wenn man(n) das Glück hat, den weiblichen Part von einer talentierten und hübschen Schauspielerin vorgelesen zu bekommen. Die Idee, einen kurzen Clip zu drehen, spukt natürlich im Kopf herum. Schön. Aber bevor ich den Faden verliere, muss noch angemerkt werden, dass ein paar Korrekturen am Text notwendig sind. Die enormen Kürzungen haben gezeigt, dass ein zuvor wesentliches Kapitel nun nicht mehr so wesentlich ist, was wiederum zu Verständnisschwierigkeiten führt. Tja. Zu den gegenwärtigen rund 310 Seiten werden wohl noch 40 Seiten dazukommen. Vorsichtig geschätzt. Aber immer noch akzeptabel, wenn man sich vor Augen führt, dass das Konvolut einst über 600 Seiten aufwies. Ja, wenn ich mal schreibe, dann gibt es kein Halten. Wirklich. Jetzt ist die Frage, wann denn das Buch erscheinen wird. Wieder vorsichtig geschätzt würde ich sagen: Oktober. Vielleicht früher. Vielleicht später. Die Auskopplung Die Erotik des Erik van der Rohe belasse ich vorerst nur als E-Book.

Rotkäppchen 2069B ¦ Ach, das Rotkäppchen, das gäb’s ja auch noch. Schon seit längerem längst druckfertig, aber als Taschenbuch bis dato eher ein Stiefkind meines Verlagsprogramms, tue ich mir schwer, es zu positionieren. Als E-Book macht es hingegen eine passable Figur. Eventuell werde ich eine Kleinstauflage drucken, um zu sehen, wie die neue Version (nicht mehr im Drehbuchstil, sondern romanhafter) angenommen wird. Veröffentlichen könnte ich das Taschenbuch natürlich jederzeit, aber besser, ich warte noch ein wenig zu. Warum?  Keine Ahnung. Ein verlegerisches Bauchgefühl, wenn man so will.

Azadeh ¦ Penly ¦ 88/6 ¦ Eigentlich sind alle 3 Texte – soweit – fertig. Aber es fehlt die Überarbeitung. Und bei 88/6 wollte ich eigentlich noch ein absurdes Finale schreiben, aber die Lust hat sich in Luft aufgelöst und jetzt habe ich nur ein schmales Bändchen, das als schriftstellerisches Experiment anzusehen ist. Freilich, durchaus nicht uninteressant. Und wer weiß, vielleicht werde ich später einmal, in einem anderen Text, auf das Experiment zurückgreifen. Wer weiß denn schon, was die Zukunft bringt, nicht? Penly? Sollte eigentlich im Winter 2012 erscheinen. So das ehrgeizige Ziel. Damit wäre die Tiret-Saga um den (vorläufig) letzten Band reicher und ich könnte mir dann endlich, endlich, überlegen, wie es mit der Saga weitergeht. Wenigstens, denke ich, sollte die Generalständeversammlung abgehalten und die Bastille gestürmt werden. Aber da will ich mich besser nicht aus dem Fenster lehnen. Zwar hat sich die Höhe zwischenzeitlich verringert (vom 8. Stock in den 5. Stock), aber für höhenängstliche Tagträumer ist es noch immer ein gewagtes Unterfangen. Und Azadeh? Ach, meine kleine Azadeh …

Der (vorläufige) Schlusspunkt für Penly

Am 13. August 2011 habe ich mit der 2. Überarbeitung von Penly begonnen. 17 Tage und rund 390 Seiten später ist die 2. Überarbeitung soweit mal unter Dach und Fach. Eigentlich ging ich davon aus, dass es recht zügig gehen würde, aber wie es so ist, kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Die Sackgasse, die mir eine unruhige Nacht bescherte, wurde bestens umgeleitet und konnte mit einem köstlich absurd schwarzhumorigen Geballere gelöst werden. Natürlich freut man sich anfänglich wie ein kleines Kind, aber nach einiger Zeit und wenn die ersten „Najas“ und „Hmms“ der Testleser eintreffen, dann weiß man, dass es noch viel Arbeit gibt. So ist das, mit dem Schreiben. Die Idee mag recht schnell aufs Papier gebracht werden, aber bis es sich rund und stimmig und glatt und süffig und weich und amüsant liest, muss noch viel geschliffen und gebohnert werden. Da kann es dann schon passieren, dass man Stunden an einer klitzekleinen Dialogzeile herumdoktert, um es schlussendlich doch wieder so zu belassen, wie es anfänglich war. Na, die üblichen Leiden eines Schreiberlings halt. Mitleid sollte man hier nicht erwarten, schließlich hat man es sich selber ausgesucht – am ehesten könnte man noch seiner Muse den Schwarzen Peter zuschieben, weil sie einen gar so intensiv geküsst hat, aber hey, warum sollte man sich das Knie wegschießen?

Das Vorwort und die Danksagung vor wenigen Stunden aufs Papier gebracht. Sozusagen aus dem Bauch heraus. Das PDF mit allem Drum und Dran vor wenigen Minuten an V. und A. verschickt. Für E. werde ich es noch in ein epub-Format konvertieren. Dann kann ich Penly mal zur Seite legen und mich anderen Dingen widmen. Derer gibt es ja viele.

Eine Umleitung in Penly

Gestern also noch gehadert, die Haare gerauft und nicht mehr recht weiter gewusst, als ich in der Sackgasse stand. Das ist die Grube, die sich auftut, wenn man nicht aufpasst und wie blöd gräbt und später dann hineinfällt. Jeder Schreiberling, der keinen Routenplan macht, sondern nur Anfangs- und Endpunkte kennt, kommt unweigerlich vom Weg ab. Dafür entdeckt man Orte, die vorher gar nicht auf der Karte eingezeichnet waren. So war es heute. Die Nacht noch unruhig geschlafen. Der Morgen, als ich mich zum Tisch setzte und den Bleistift spitzte, brachte mir auch noch keine neue Erkenntnis. Gut. Und dann öffnete sich mit einmal die Kiste der Inspiration. Keiner weiß, woher sie kommt und wer sie einem schickt. Plötzlich ist sie da. Es fängt mit einer Idee an, mit einem Setting. Man besetzt die Bühne und lässt laufen. Und siehe da, es greift ineinander. Und mit einmal tut sich ein neues Kapitel auf (besser: es ersetzt ein altes), das ich noch vor Tagen nicht hätte schreiben können. Es ist immer wieder eines der Wunder, die ich im kreativen Schreibprozess beobachte, nämlich dass aus Fragmenten und Andeutungen und Anspielungen am Ende, wenn man alles richtig gemacht hat,  etwas Ganzes, Rundes, Fertiges entsteht. Es braucht freilich viel Zeit und viel Muße – und hin und wieder natürlich auch eine Muse, aber das ist eine andere Geschichte. Morgen, wenn ich mich ranhalte, sollte die zweite Überarbeitung unter Dach und Fach sein. Und dann? Fängt es wieder von vorne an. 480 Seiten. Wer hat gesagt, dass Schriftstellerei eine spannende Angelegenheit wäre? Ich nicht, oder? Haha.

Eine Sackgasse in Penly

Sowas. Gestern das (erste) Ende von Penly überarbeitet. Sehr emotional. Hier, auf Seite 296, könnte man schon ausblenden und das Buch zuklappen. Weil es gar so stimmig rund ist. Aber das Leben meiner Protagonisten ist bekanntlich kein Kindergeburtstag. In Anlehnung an den Marquis, heißt es dann: Man muss mit kalter Feder schreiben, um die Herzen der Leser zu rühren. Jedenfalls, in der ersten Fassung lässt man zwei Charaktere am Leben und ist zufrieden. Doch jetzt, bei der Überarbeitung, stellt man fest, dass man sich dadurch in eine erzählerische Sackgasse manövriert hat, aus der man nicht mehr herauskommt, weil es kann nur einen geben – in Anlehnung an Highlander. Gewiss, man könnte als Schriftsteller Kniffe und Tricks anwenden, um zu begründen, was sich de facto nicht begründen lässt. Also gut, sagte ich mir, dann wird wohl einer der beiden ins Gras beißen müssen. Tja. So schnell werden die Würfel gerollt und Entscheidungen gefällt, auch wenn es viel Arbeit bedeutet. Und das bei subtropischen Temperaturen, hier, in Wien.

 

Der Absch(l)uss von Penly oder Alle guten Dinge sind vier

So. Vor rund einem Jahr die erste Überarbeitung an Penly gemacht. Gespräche mit EJ. geführt. Leider schon vieles vergessen. Tja. Nichtsdestotrotz, es geht frisch ans Werk. Der (vorläufige) Abschluss der Tiret-Saga mit Band IV soll in trockene Tücher gewickelt werden. Ja, blutige Verwicklungen und Verstrickungen gibt es da genug. Ich sattle mal die Pferde. Für die nächste Zeit wird es hier und auf meinen Social Media Kanälen ein wenig still werden. Das ist der Preis der musischen Konzentration. Darüber ließe sich noch viel sagen. Aber nicht jetzt. Nicht jetzt.