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Paris, mon amour

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Nun ist es also soweit. Morgen Nacht sitzt der Dichter zu Wien am Gare du Nord und hofft, abgeholt zu werden. Laptop wird mitgenommen – Akku ist zwar kapütt, aber ansonsten funktioniert das Werkl so halbwegs. Oder sollt ich mir noch schnell einen neuen kaufen? Der jetzige war auch ein Spontankauf, vor 4 Jahren, weil ich unbedingt die Idee zu Rotkäppchen fest- halten musste. Im Geschäft gab es genau zwei zur Auswahl. Ich entschied mich für den einen deshalb, weil er so hübsche blaue Lämpchen hatte und noch immer hat. Äh, ja, natürlich hatte er auch 128 MByte mehr Arbeitsspeicher als der andere.

Ach ja – heute die letzte Vorstellung vom „Katrinchen“ besucht. Irgendwie rührend. Ein Plakat zerknittert mit nach Hause genommen. Wird bald eingerahmt an der Wand hängen. Da könnte ich gleich noch ein paar am Boden stehende Bilder mit aufhängen. Aber es ist mir ein Gräuel, einen Nagel in die Wand zu hämmern. Ist mir zu unflexibel. Am besten, ich lehne es dann einfach an die Wand. Geht ja auch. Irgendwie.

Maureen hat mich auf „Summer Wine“ aufmerksam gemacht. Das Video ist nicht von schlechten erotischen Eltern. Uschi Obermeiers Leben sei Dank, welches als Vorlage dient.

Peut-être werd ich in Paris online gehen. Oui, oui, c’est possible. Au revoir, mes amis.

[update 8.06.07] da war doch glatt der falsche Link zum Video gesetzt … wie konnte das nur passieren?

Dreimal ist keinmal

Gestern also zum dritten Mal im Theater, im TWW. Ich kann scheinbar noch immer nicht genug bekommen. Woran es wohl liegen mag? Natürlich, ich habe Anteil daran und freue mich, wenn gelacht und geschmunzelt wird, wenn das Publikum aufmerksam ist und die Pointen und Bonmots nicht nur gierig hinunterhört, sondern es sich diese genüsslich auf dem Ohr zergehen lassen. Aber der wahre Grund ist wohl die alles überstrahlende Sympathie, die jede Aufführung angenehm einhüllt und in ein berauschendes, ja erregendes Seelen- spiel färbt! Beinah könnte man danach süchtig werden. Ob ich morgen wieder hingeh?

Gestern. X. sagte mir ab („Babysitten für eine sehr gute Freundin“) Y. sagte mir ab („Ich hab es dir nicht versprochen!“). Ich war verärgert. Sehr verärgert. Also „nur“ mit T. ins Theater. Nach dem Umtrunk wieder zurück nach Wien, diesmal aber mit Jean Paul und Princess am Rücksitz. Unterhaltsam war’s, die automobile Kleinkunstbühne. Und aus dem Ärger ist Trotz geworden.

Theatralisches Fieber

Einigermaßen aufgedreht und aufgewühlt aus dem Zug gestiegen. Wieder im Theater gewesen, das zweite Mal, wieder das Stück und die Schauspieler und die Inszenierung bewundert und beklatscht. Je mehr ich drüber nachdenke, umso mehr muss ich meinen Hut ziehen. Von einer Provinzbühne sind wir da meilenweit entfernt – man sollte sich mal das „Fever“ von Janne Kliegl auf dem Ohr zergehen lassen! Wahrlich, ein Augenschmaus!

Vorm Beginn bringt mir Uli den Ausschnitt der Nieder- österreichischen Nachrichten (NöN), die über die Premiere geschrieben hat. Die Zeitung lobt es über den Klee. Ich bin ein bisserl skeptisch (liegt in meiner Natur), vermeine eine Spende des Imkerverbandes habe hier nachgeholfen, um den süßen Honig in die Rezension zu schmieren, aber meine hübsche Begleitung nickt anerkennend, klopft mir förmlich auf die Schulter. Ja, das sind die Momente, in denen mir kurzzeitig bewusst wird, dass es der stille Applaus ist, der mich stärkt.

Freilich, nach zwei Achterln Wein, einem sehr gut besuchten Haus (ich dachte schon, es kommen vielleicht keine, an einem ver- regneten kalten Sonntag) und der überaus charmanten Plauderei mit meiner Begleitung (ja, wir erreichen den letzten Zug ohne Probleme), komme ich zum Schluss, dass ich von allem mehr will. Momenterl … was hab ich da gerade geschrieben? Ach so … ich bin ja Dichter*! Die Übertreibung ist es, die den Kern der Wahrheit umhüllt. Jetzt werd ich noch ein bisserl die Welt umarmen. Das hab ich mir redlich verdient. Ja, jeder bekommt am Ende das, was er verdient. Ich geh jedenfalls davon aus.

* und beschwipst *hicks*

Was für ein Theater!

Da hat der Autor dieser Zeilen also ein Theaterstückl geschrieben (Idee und Inspirationsquelle und Inszenierung Uli), förmlich aus dem dichtenden Ärmel geschüttelt. Die erste Version mit den SchauspielerInnen gelesen – und sogar gelacht ) Dann hat Uli den Text zusammengekürzt und inszeniert und gleich mal eine Rolle einstudieren müssen (weil eine Schauspielerin ausgefallen ist). Am Samstag, 28. April 07 dann die Premiere im TWW in Guntersdorf bei Hollabrunn.

Was ist die Liebe, Katarine?
eine musikalische Entdeckungsreise“

Ich habe keine Ahnung, was mich dort erwarten würde. Das Theater, mit gerade mal 5 Sitzreihen, ist schmal, aber heimelig. Glücklicherweise nicht so intim, wie es die Kleinkunstbühnen sind (wo du aufpassen musst, dem Schauspieler nicht ins Gesicht zu husten). Die Bühne ist geräumig und das Bühnenbild gefällt mir.

Dann geht es los (zuvor musste ich noch ein Achterl trinken). Nach den ersten Zeilen darf ich bemerken, dass an den Dialogen so gut wie nichts verändert wurde. Erfreulich. Dumm, dass ich nun ein wenig ins Publikum höre. Wann wird wo gelacht? Wo geschmunzelt? Überlege, ob es am Geschriebenen, Inszenierten oder Publikum liegt, wenn eine Pointe nicht wahrgenommen wird. Dafür wieder verblüffend feststellen müssen, dass man mit sehr wenig sehr viele Lacher erzielen kann. Hier ist der Uli zu gratulieren – weil sie es (mit ihrer Bühnenerfahrung) verstanden hat, das das Gesagte alleine nicht ausreicht. Es muss mit Gesten und einer Mimik begleitet werden, während die Kostüme, die Aufmachung es auf den Punkt bringen müssen. Während der Dichter seine Charaktere viele Tage und Nächte durchdenkt, muss der Zuschauer in kürzester Zeit eine Ahnung bekommen, wer sich hinter dem „Peterchen“ oder dem „Katrinchen“ verbirgt.

Die Songeinlagen („eine musikalische Entdeckungsreise“) können mich überzeugen (da war ich anfänglich skeptisch), das Kontrabass, das durch Zufall zu den restlichen Musikinstrumenten (Klavier, Gitarre) stieß, ist eine wundervolle Bereicherung. Im Besonderen (und wie zu erwarten war) singt sich Janne in die Erotik. Das gefällt natürlich.

Vor der letzten Szene gibt es eine Pause, was mich anfänglich verwirrt (warum erst jetzt?), bis ich bemerke, dass die Bühne ja umgebaut werden muss. Auch hier – die Fragestellung (ein Raum füllt sich mit Protagonisten – wo haben sie zu stehen, was zu tun?) ist keine einfache – kann ich nichts bemängeln.

Die Kürzungen und kleinen Veränderungen fallen nicht sonderlich ins Gewicht – ich kann es gut verkraften (was aber nicht heißt, dass ich sie vergessen habe – jetzt weiß ich wenigstens, wie sich ein Dramatiker fühlen muss, wenn der Dramaturg oder Regisseur den Stift nimmt und zu streichen beginnt ;)

Zu guter Letzt darf geklatscht und gejubelt werden!
Ich werde auf die Bühne gerufen [aha, so schaut es also von da oben aus] und verneige mich, als hätte ich einen Besen geschluckt, weiß nicht, wo ich meine Hände hingeben soll. Ich glaube, ich sollte Schauspielunterricht nehmen („Monsieur, Sie bewegen sich ja wie ein Stück Holz. Mehr Grazie, mehr Leichtigkeit, wenn ich bitten darf. Also, von vorne!“).

Jetzt bin ich natürlich gespannt wie ein Pfitschipfeil, auf die nächsten Vorstellungen und wie sie ausfallen werden. [sagt man nicht, dass eine Premiere generell die schlechteste Vorstellung ist, weil es seine Zeit braucht, bis es sich eingespielt hat?]. Freilich geh ich noch mal hin! Das hab ich mir verdient, oder?

TWW ProgrammzeitungSchön war’s!
*klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch klatsch * (c) Foto: Scan der Programmzeitschrift des TWWs No 1 2007