#fbm09 oder eine Druckerei muss her

Am Eröffnungstag der Frankfurter Buchmesse, noch im Taumel der auf mich einstürzenden Eindrücke, stolperte ich mehr durch Zufall, denn durch gewissenhafte Suche (was einem auffällt: es kommt einem vor, als wären alle Besucher permanent auf der Suche) bei der Druckerei C. H. Beck vorbei. Kurzerhand überwand ich die Schwellenangst (obwohl es auf Messen gar keine Schwellen und Türen gibt) und sprach jemanden an. Herr Mayr bot mir Platz und Kaffee an. Beides lehnte ich natürlich nicht ab. Die Bayrische Bodenständigkeit gefiel mir. Keine Frage, die Druckerei genießt im meinem (natürlich eingeschränkten und sehr subjektiven) Druckerei-Universum einen sehr guten Ruf. Und haben wir nicht erst unlängst gehört (besser: gelesen), dass die Manu dort ihre Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht hat?

Bei der Druckerei CPI Books spürte man die Lässigkeit des Klassenprimus (laut WebSite ist deren Produktionskapazität 800.000 Taschenbücher TÄGLICH! Will ich das glauben? Unfassbar, oder?) Man offerierte mir ein Glas Wein, das ich ablehnte. Ein wenig später ließ ich mich von der entzückenden Frau Fangmann für ein Glas Orangensaft überreden. Ihr alteingesessener Kollege ist bereits das xte Mal (waren es über 26?) auf der Messe. Beeindruckend! Meine Anfrage  („ich würde gerne Taschenbücher drucken lassen“) wurde mit einem Stirnrunzeln beantwortet, weil die gedruckte Stückanzahl doch recht gering ist. Für CPI. Aber da es nun auch eine kleinere Druckerei in der Tschechoslowakei gibt, die zugekauft wurde (Moravia), könnte mein Auftrag bei dieser abgewickelt werden. Fein. Und weil wir gerade beim Plaudern waren, zeigte man mir die neueste Errungenschaft: einen flexiblen Hard-Cover-Umschlag, einen flexiblen Soft-Cover-Umschlag. Kurzerhand gab man mir zwei Musterbücher mit. Die technischen Details muss ich mir im Internet genauer ansehen. Hat mir gefallen. Ich war so frei, Frau Fangmann ein Tiret-Notizbuch zu überreichen. Ich hoffe, es ist bis nach Leck gekommen.

Die Fuldaer Verlagsanstalt bestach durch ostdeutsche Herzlichkeit, will heißen:  es wirkte ein wenig spröde (im Vergleich zu den anderen beiden), dafür gibt es nichts, was die Fuldaer nicht machen würden und  die Herren Rossel und Alt ließen keine Zweifel aufkommen, dass der Kunde nicht an erster Stelle stehen würde. Die Musterbeispiele an Büchern, die sie bei ihrem Stand ausstellten (Karl May Bücher, Krimis vom Gmeiner Verlag), zeigten, dass sie einen guten Job machen. Bei meiner bescheidenen Auflage (wenn die anderen Druckereien nur seufzen, ob der geringen Menge), dürften die Mannen aus Fulda sicherlich nicht Nein sagen. Und das ist gut zu wissen.

Ergänzung: Johnny Duran, der Buchhändler in der Brigittenau, gab mir den Kontakt zu einer Niederösterreichischen Druckerei („sag denen, dass du von mir kommst“). Aha. Vielleicht liegt das Gute doch näher als man denkt.

Advertisements

Das war die Kriminacht 2009

Das war sie also, die Kriminacht 2009 (alles Wissenswerte dazu gibt’s hier: LINK). Ich hatte die Ehre im Projektlokal K7 „Lebendige Wallensteinstraße“ lesen zu dürfen. Christine Huber-Pachler, die Projektkoordinatorin, der ich es zu verdanken habe, dass ich überhaupt die Möglichkeit bekommen habe, zur Kriminacht zu lesen, hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und fleißig die Werbetrommel gerührt. An vielen Auslagen in den Geschäften der Wallensteintraße klebten größere Banner, die jeweils eine Dialogstelle aus „Schwarzkopf“ zeigten („Binaca: ‚Endlich ist es soweit!‘) und auf die Kriminacht und mich aufmerksam machten. Ich hoffe, ich bekomme noch die Fotos, die diese Banner zeigen. All das ist bitteschön nicht selbstverständlich. Und dafür gebührt ihr und den Leuten vom K7 natürlich ein dickes Lob! Und wenn wir schon beim Loben sind, dann muss ich natürlich auch die Organisatoren der Kriminacht erwähnen. Es fehlte nicht an Werbematerial, Taxigutscheinen, einer Lampe, einem Mikrofon. Sogar ein Pressefotograf wurde ins K7 beordert („Machen wir gleich ein paar Fotos … das Buch bitteschön höher halten … schauen Sie zu mir …“). Aber nun zu den „kriminellen“ Ereignissen des 19. Oktober 2009.

Banner_Schwarzkopf_KN01

Richard K. Breuer liest zur Kriminacht 2009 im K7
Richard K. Breuer liest zur Kriminacht 2009 im K7 (c) Echo Medienhaus

Um 12 Uhr Abfahrt mit dem Shuttle-Bus zur Hauptkläranlage EBS in Wien Simmering. Die offizielle „Gala“-Eröffnung  stand am Programm. Ich schlenderte also zu einer Gruppe, die verdächtig nach erfolgreichen Krimiautoren aussahen (d.h., sie sehen ganz gewöhnlich aus) und begrüßte die illustre Runde. Man grüßte zurück. Leicht skeptisch. Man kennt sich. Man kennt mich nicht. Nachdenkliche Gesichter (könnte der unbekannte Kerl der neue Shootingstar der Krimi-Szene sein? Oder doch nur ein Trittbrettfahrer?). Ich merkte schon, in der Runde konnte man nicht weit kommen. Glückliche Fügung, dass ich auf Marcus Rafelsberger stieß, der genauso wie ich kaum jemanden kannte. Das verbindet. Als ich ihm meinen Namen sagte, nickte er und ließ mir schöne Grüße von Carsten Tergast ausrichten. Aha. Jener Carsten Tergast, den ich auf der Buchmesse in Frankfurt beim Twittagessen treffen durfte. Über Twitter hat Carsten dem Marcus erzählt, dass ich auch bei der Kriminacht dabei wäre. Ja, so funktioniert Web2.0! Irgendwie reduziert sich die Welt auf ein kleines Dorf.

Der Shuttle-Bus kutschierte uns zur EBS, wo wir eine Führung durch die Anlage erhielten. Hat man so etwas schon gesehen? Mehr als 30 Krimi-Autoren und Autorinnen machen auf Sight-Seeing. Die obligate Frage, am Ende der nicht uninteressanten Führung, musste natürlich gestellt werden. Wir können es uns vorstellen, oder? Die Antwort spare ich hier besser aus.  Jede weitere Frage wurde mit einem Murren der hungrigen und durstigen Schriftstellerfraktion quittiert („Welchen Härtegrad hat das Wasser nach der Reinigung?“, „Was hat die Anlage gekostet?“). Hiermit sei beschienen, dass Wien die Donau nicht verschmutzt. Bei uns kommt nur sauber geklärtes Wasser hinein!

Gruppenfoto der Autoren zur Wiener Kriminacht 2009 Echomedia
Gruppenfoto der Autoren zur Wiener Kriminacht 2009 (c) Echomedia

Endlich die Pressekonferenz mit Bürgermeister Häupl, den Veranstaltern und Sponsoren (allen voran die EBS). Der Krimistar war natürlich Håkan Nesser, der später mit Eva Rossmann ein Gespräch führte. Wahrlich, einem Schweden hätte ich solch einen trockenen Humor nicht zugetraut. Respekt. Ein Gruppenfoto aller Autoren musste natürlich auch sein. Sah ein wenig nach Schule aus („Vielleicht stellen sich die Damen nach vor und die Herren dahinter … näher zusammen … noch ein bisschen … und jetzt so bleiben …“). Ja, da fühlten sich viele wieder jung. Mich eingeschlossen natürlich.

Das Buffet war wirklich vom Allerfeinsten. Großes, dickes Lob an die Caterer. Das Servierpersonal freundlichst bis zum Umfallen („Wollen Sie wirklich nichts mehr?“). Dumm, dass der Zeitplan kein langes Gustieren zuließ. Als ich mir zum Abschluss einen Mokka gönnte, wurden noch die warmen Schnitzerln aufgetragen. Zu blöd. Davon hätt ich gerne noch probiert. Und das Mousse au chocolat im Glas, also, das war derart lecker, dass ich deshalb beinahe die Abfahrt des Autobusses versäumt hätte (korrigiere: die Abfahrt hatte ich bereits versäumt). Man sieht: so bekannt bin ich nicht, als dass es jemanden im Bus aufgefallen wäre, dass ich gefehlt hätte. Meine Jogging-Einlage zum abfahrenden Autobus hat wenigstens für Aufsehen gesorgt (wobei zu erwähnen wäre, dass eine Journalistin in meinem Windschatten mitlief). Soll mal einer sagen, Autoren hockten nur an ihrem Schreibtisch und würden sich nicht bewegen. Kennt eigentlich noch jemand „… fahr mit, mit dem Knallroten Autobus“?

Zuvor, als ich mit besagter Windschatten-Mitläufer-Journalistin die Vorspeisen verspeiste, kam der äußerst sympathische und offenherzige „Moderator“ der Pressekonferenz auf uns zu, ebenfalls mit einem Happen am Tellerchen. Er war sogleich per Du mit uns (wofür er sich entschuldigte) und wollte wissen, wer wir denn sind. Bevor ich mit meiner Litanei anfing, tippte ich ihm kurz an den Oberarm und fragt ihn, ob er sonst noch etwas mache, außer Moderationen. Worauf er meinte, dass er Christian Pöttler heiße und ihm der Laden gehörte. (Nein, so hat er es natürlich nicht gesagt, aber für den Witz musste ich es so schreiben) Besagter Christian (hey, wir sind ja bitteschön per Du) ist also der Geschäftsführer des ECHO Medienhauses, das äußerst einflussreich in Wien ist. Ich gab ihm meinen Folder. Er besah sich diesen, fragte, welcher Verlag das sei und als er hörte, dass ich meine Bücher selber verlege, meinte er, dass ich mich bei ihm melden solle, vielleicht könnte man da etwas machen. Aha.

Im Autobus dann (keuchend) mit Marcus Rafelsberger und Nora Miedler nett geplaudert. Die üblichen Fragen wurden gestellt („Wie lange lest ihr?“) und mit einem Schulterzucken beantwortet („Mein Buch ist nicht so umfangreich …“, „Wenn ich sehe, dass die Zuhörer einschlafen, dann …“). Als mir Nora Miedler ihr Vorlese-Exemplar gab und ich es durchblätterte, da fiel mir auf, dass sie einzelne Dialoge durchgestrichen hatte. Ich war verblüfft. Und wurde dadurch auf die Idee gebracht, ebenfalls großflächig Dialoge zu streichen, wenn sie mir nicht passend zum Vorlesen erschienen. Und das war gut so. Demzufolge muss ich Nora danken. Und auf einen Kaffee einladen. Ja, ja.

Als ich mit meinen Büchern ins K7 kam, wurde ich von Christine Huber-Pachler herzlich empfangen. Sie erledigte noch die letzten Aufgaben, holte Brötchen (vom Catering Hannovermarkt zur Verfügung gestellt!) und Sekt. Auch das ist bitteschön nicht selbstverständlich. Das Kaffeehaus von nebenan besorgte die Heißgetränke. Die Bestuhlung samt Tischchen entsprachen einem kleinen gemütlichen Café. Da meiner einer noch keine Erfahrung mit Mikrofon und Verstärker hatte, musste ich mit dem guten Geist des K7 lange herumprobieren, bis wir alle Einstellungen so getroffen hatten, dass die Lautstärke optimal aus dem Lautsprecher kam. Diese Vorab-Lesung war gar nicht mal schlecht. So erhielt ich Sicherheit und Erfahrung.

Gegen 19 Uhr, als sich alle Plätze gefüllt hatten (auch nicht selbstverständlich), die Getränke geordert und gebracht wurden (die gute Manu tauchte ein wenig spät auf!), die Einführung von Marcus Girardi, der Projektleiter „Lebendige Wallensteinstraße“ und die „Laudatio“ vom Vize-Bezirksvorsteher auf den Autor gehalten wurde („Er ist in der Brigittenau geboren und lebt auch hier.“ worauf ich anmerkte, dass ich in Meidling geboren wurde und dort die ersten 7 Jahre meines Lebens verbrachte, kam eine Wortspende aus dem Publikum: „Das merkt man nicht mehr.“), durfte es losgehen.

Lesungen sind so eine Sache. Bis dato hatte ich mich ja konsequent geweigert, selber zu lesen, weil ich davon ausgehe, dass es nette Leutchen (vulgo SchauspielerInnen) gibt, die das besser können. Warum sollte ich also den Inhalt, den Text meiner Bücher durch eine schlechte Lese-Performance entwerten? Freilich, hat man es zu einer (lokalen) Berühmtheit gebracht, dann ist es den Gästen (fast) egal, wie der Autor liest; man möchte den Künstler hautnah erleben, etwas von seinem Genie abbekommen, von dieser Göttlichkeit kosten. Nebenbei sei bemerkt, dass „Schwarzkopf“ (wie „Rotkäppchen 2069“) in Dialogform geschrieben ist. Deshalb bietet sich der Text regelrecht dazu an, szenisch, also mit mehreren SchauspielerInnen, gelesen zu werden. Interessanterweise habe ich gerade aus jenem Buch szenisch lesen lassen, das eigentlich eher einem typischen Roman entspricht („Tiret“). Seltsam. Das fällt mir erst jetzt ein. Hm. Wie dem auch sei. Es war also das erste Mal, dass ich vor versammelten Publikum gelesen habe (der erste Versuch, im Tunnel, ging ja völlig in die Hose, darüber habe ich natürlich nichts im Blog geschrieben; man will sich ja nicht zum Affen machen, oder?).

Und so las ich aus dem zweiten Kapitel von „Schwarzkopf“. Strich viele Szenen und Dialoge, legte den Fokus auf die Krimi-Story (um zu bemerken, dass sich die kurzen witzigen Szenen großer Beliebtheit erfreuten) und wurde von Minute zu Minute sicherer. Ein gutes Zeichen! Als ich zu einem Ende kam, fragte, wie spät es sei und ob ich nicht schon aufhören solle, wurde ich angehalten, weiter zu lesen („Jetzt wird es ja erst spannend!“). Eine Dame aus dem Publikum fragte mich, ob ich nicht noch eine heiße Tasse Tee haben möchte, was mich sehr, wirklich sehr verblüffte (und natürlich freute). Solch ein zuvorkommendes Publikum kann sich nur jeder Autor, jede Autorin wünschen. Deshalb las ich dann noch die turbulente Szene im Konzerthaus (den von mir heiß geliebten running Gag der „Sammelwut“ musste ich natürlich weglassen) und konnte nach etwa 70 Minuten meinen verdienten Applaus abholen. Sehr schön.

Ich beantwortete noch die eine oder andere Frage und merkte an, dass es nur noch jene Exemplare zu kaufen gäbe, die am Verkaufstisch liegten („Das ist bitteschön kein Marketing-Schmäh!“), was dem Verkauf sichtlich gut tat. Alle Exemplare fanden ein (hoffentlich) nettes Zuhause. Damit ist „Schwarzkopf“ offiziell ausverkauft. Dumm, dass ich meine Füllfeder zu Hause vergessen hatte (auf was man nicht alles zu denken hat!), so musste ich die Widmungen/Signierungen mit dem Kugelschreiber ins Buch kratzen, was mir ungut aufstößt. Aber den BuchkäuferInnen (80 % weiblich, 20 % männlich) störte das nicht. Sie freuten sich. Eine ältere Dame gratulierte mir aufrichtig („Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten.“)  Mit einer (ehemaligen?) Falter-Redakteurin lange gesprochen. Später, als sich die Kriminacht im K7 zu Ende neigte, ich mir das letzte Brötchen gönnte, bemerkte ich, dass ich meine Buttons nicht ausgeteilt hatte (ich bin mein eigener Marketing-Guru). Ärgerlich! Immer vergess ich darauf. Wo sie doch so „COOLIO! aussehen. Den Büchertisch machte übrigens die einzige (vor wenigen Monaten eröffnete) Buchhandlung in der Brigittenau! Der Inhaber, Johnny Duran, ist ein ganz ein sympathischer Büchermensch. Wir beschlossen, gemeinsame Aktionen und Events zu machen, um die Buchhandlung bekannter zu machen. Wer also in der Gegend des Hannovermarkts, der Wallensteinstraße zu tun hat, unbedingt ein Sprüngerl vorbeischauen.

Gegen 22 Uhr fuhr ich mit Christine Huber-Pachler im Taxi (Gutscheine!) zum Abschlussfest ins Café Korb. Als wir dort ankamen, die Taxe beglichen, drehte sich der Taxifahrer um und fragte Christine, ob sie Autorin sei. Sie schüttelte den Kopf und deutete auf mich „Er ist der Krimiautor.“ Der Taxifahrer dreht sich zum mir: „Haben Sie vielleicht noch ein Buch mit, das ich ihnen abkaufen kann? Meine Frau liest so gern Krimis.“ Tja. Vermutlich war es das erste Mal, dass ich nach einem Buch gefragt wurde und keines mit hatte. Jedenfalls, was soll ich sagen, ich war zutiefst gerührt.

Das Café Korb (vor vielen Jahren konnte ich einen Blick auf eine gewisse Elfriede Jelinek werfen; damals noch un-nobelpreist; mich überraschte, wie klein und schmächtig sie war; das Korb wurde auch vom Time Magazine mit Ruhm überhäuft, wie man der WebSite entnehmen kann) ist eine literarische Raucherhölle. Kaum einer der kreativen Geister (und derer gab es dort genug!), der nicht an einer Zigarette zog. Sogar der gute Hinterberger, dem die Ärzte mit Sicherheit schon darauf hingewiesen haben, dass er das Rauchen sein lassen sollte, konnte nicht umhin, am Glimmstengel zu ziehen. Da ich ja kaum jemanden kannte, war ich froh, einen Platz am kleinen Tisch von Nora Miedler (sie las im Café Dreier – wäre  sicherlich eine gute amüsant augenzwinkernde Kurzgeschichte) zu bekommen. Da saßen wir nun. Im verqualmten und lauten Korb (ich musste beinahe über den Tisch brüllen, wenn ich mich verständigen wollte). Später setzte sich Beatrix M. Kramlovsky zu uns. Sie las im Hawelka, wo es sich noch nicht herumgesprochen hat, dass man während einer Lesung vielleicht nicht unbedingt rauchen sollte. Ich unterhielt mich mit Beatrix und konnte so interessante Einblicke in den internationalen Literaturmarkt bekommen. Sieht so aus, als würde die Verlagslandschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten gehörig durcheinenander gewirbelt werden. Das hängt vor allem mit den technischen Möglichkeiten zusammen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal.

slup_kriminacht09

Später gesellte sich ein gewisser Stefan Slupetzky (ach du grüne Neune … die WebSite ist eines Shooting-Stars der heimischen Literaturszene nicht angemessen, mehr noch, ich bin angemessen erschüttert) zu uns (besser: zu Sabina Naber, die Amüsantes über ihre Lesung im Lusthaus zu berichten wusste; auf ihrer WebSite erfährt man ja so einiges – nur über ihre Beziehungen spricht sie in diesem Forum nicht; ich schätze, dazu braucht es ein Glaserl Wein). Ich sag’s nur deshalb, damit ich in einem Atemzug mit Slupetzky genannt werden kann („Ja, der Breuer ist neben dem Slupetzky g’sessen. Ich hab’s mit eigenen Augen g’sehen. Und bei der Verabschiedung, da hat er ihn an der Schulter kurz berührt.“ – „Und der Slupetzky kennt den Breuer?“ – „A wo.“) Sabina Naber ist eine ganz eine Nette. Hat mich bereits in facebook als „Freund“ akzeptiert. Genauso wie Marcus. Nora lässt noch auf sich warten. Kurz konnte ich noch mit Franz Zeller (las im Café Haller – darüber sollte er auch schreiben) plaudern. Immerhin twittern wir jetzt gemeinsam. Auch schon was, oderrr?

Ein bisserl schwach fand ich, dass die Damen und Herren Autoren nur zwei Getränke-Gutscheine bekamen. Vermutlich hofften die Organisatoren, dass das Honorar, das sie auszahlten, im Café Korb bliebe. Ich jedenfalls, ich tauschte die Gutscheine gegen zwei weiße Spritzer (Marijke würde jetzt lachen, weil es ja in Germanien „Schorle“ heißt und das Wort „Spritzer“ einen anrüchig sexuellen Beigeschmack hat). Und das erfreulichste des Abends? Ich hatte am nächsten Morgen kein Kopfweh. Coolio, ha?

FOTOS werden nachgereicht, so bald sie mir zukommen.

Kriminacht 2009 im Wiener Kaffeehaus

den guten „Schwarzkopf“, die amüsant augenzwinkernde Krimicomedy von Richard K. Breuer, sollten wir natürlich bei der u.a. Aufzählung nicht vergessen, nicht wahr? Wo? Im K7, Klosterneuburgerstraße 7 im 20. Bezirk, nähe U4 Friedensbrücke bzw. Gaußplatz (kennen wir, den Kreisverkehr!). Wann? 19 Uhr!

[PRESSEAUSSENDUNG:] Bei der bereits fünften Kriminacht wird ganz Wien zur Krimibühne. Krimiautoren aus Nah und Fern – allen voran Stargast Håkan Nesser – werden in mehr als 40 verschiedenen Lokalen Auszüge aus ihren Büchern zum Besten zu geben.

(EKW) Die Kriminacht im Wiener Kaffeehaus feiert heuer am Montag, den 19. Oktober, ein kleines Jubiläum. Bereits zum fünften Mal lesen Autorinnen und Autoren eine Nacht lang in mehr als 40 Cafés der Stadt. Krimifans können bei Mocca oder einem Glaserl Roten wieder eine „tiefschwarze Nacht“ erleben. Der Eintritt ist wie immer frei. Stargast der fünften Kriminacht ist der schwedische Schriftsteller Håkan Nesser, Krimilesern bestens bekannt durch seine „Van Veeteren“-Krimireihe, die auch erfolgreich im TV läuft. Im Gepäck hat er sein neues Buch „Das zweite Leben des Herrn Roos“, in dem wieder Inspektor Barbarotti ermittelt. Mit ihm kommt der bekannte Tatort-Schauspieler Dietmar Bär, der die deutsche Fassung lesen wird. Weitere nicht minder bekannte Gäste aus dem Ausland: Der amerikanische Krimischreiber Jason Starr („Stalking“), der deutsche Autor Friedrich Ani („Totsein verjährt nicht“) und der Schotte Martin Walker mit seinem in der französischen Provinz spielenden kulinarischen Krimi „Bruno Chef de police“. Aus Polen reist Marek Krajewski an, dessen Breslau-Krimis um Kriminalrat Mock längst Kult sind. living books erstmals auch bei der Kriminacht „Lebende Bücher“, sogenannte Krimimenschen, stehen in der angenehmen Atmosphäre des Cafe Korb für Zweiergespräche zur Verfügung. Interessierte „Leserinnen“ und „Leser“ haben bei living books die Gelegenheit, einen vom jeweiligen Krimimenschen ausgewählten Krimi sozusagen „persönlich“ kennen zu lernen. Und alle „lebenden Bücher“ haben selbstverständlich auch einen „Buchtitel“. So werden z.B. „Der verbotene Ort / Fred Vargas“ (Ingeborg Sperl, Kritikerin im „Standard“, http://www.krimiblog.at) oder „Der Brenner und der liebe Gott / Wolf Haas“ (Otmar Mittermayr, Präsident KinderrechteBüro Österreich, ambitionierter Amateur-Krimifan) zur Auswahl stehen. Selbstverständlich wird sich auch die heimische Crème de la Crème des Krimis bei der Kriminacht ein Stelldichein geben. Stefan Slupetzky stellt seinen neuen Lemming vor und zeigt im Anschluss gleich die brandaktuelle erste Lemming-Verfilmung „Der Fall des Lemming“ im Künstlerhauskino. Alfred Komarek, Edith Kneifl, Ernst Hinterberger, Sabina Naber oder Thomas Raab mit seinem neuen Metzger-Fall haben sich unter vielen anderen angesagt. Mit Lesungen im Untergrund wird an das 60. Jubiläum des Filmklassikers „Der dritte Mann“ erinnert. Krimifans werden mit Tatort-Krimischreiber und DesAno-Sänger Max Gruber in das Wiener Kanalsystem absteigen. Und wiederum können am 19. Oktober auch viele neue Krimiautorinnen- und autoren entdeckt werden. Die Kriminacht bildet die Entwicklung des Genres ab und hat sich längst als Leistungsschau der Krimiliteratur etabliert. Bespielt werden die Traditions-Kaffeehäuser in und um die Wiener Innenstadt ebenso wie Kaffeehäuser in den Außenbezirken nebst einigen Special Locations wie die Hauptbücherei Wien oder die EBS-Simmering (mit Shuttle- Bus!). Erwarten werden etwa 15.000 Krimifans.

Weitere Informationen zu diesen und allen anderen Programmpunkten unter www.kriminacht.at

#fbm09, ein JA und der Freitag

Nach dem ich die Wochenzeitung (ist es eine?) Der Freitag auf der Buchmesse kennen gelernt und gelesen habe, dachte ich mir, ich schreib den Leutchen, dass mir gerade ein Beitrag (darüber wird noch mal zu lesen sein) besonders gut gefallen hat, weil es die momentane Situation der brotlosen Künstlerei auf den Punkt bringt. Selten liest man solche profunden Analysen. Warum? Vermutlich, weil manch einem schwarz vor Augen wird, wenn er hörte, dass gerade einmal 4% aller verkauften Bücher Gewinn einfahren. Der Rest? Subventioniertes Allerlei.

Jedenfalls gefiel mir der lockere Sprachduktus auf ihrer WebSite www.freitag.de, weshalb es mir leichter fiel, mich anzumelden und ein paar Zeilen zu schreiben. Und weil ich gestern Nacht in einer euphorischen Stimmung war – kein Wunder, ich hatte die Frankfurter Messetage ohne Schaden überstanden – schrieb ich auch gleich einen Blog-Beitrag. Über die Frankfurter Buchmesse. Es war nur ein kurzer Beitrag, in dem ich natürlich die Frage stellte, warum ich mein Geschreibsel (Web2.0-Sprache: Content) umsonst auf ihre WebSite stellen soll (wenn ich doch ein eigenes Blog unterhalte … wenn mich jetzt einer fragt, wie die Webadresse für das Weblog ist, knalle ich ihm eine!). Tatsächlich machte sich ein gewisser Jakob Augstein die Mühe, sehr nett und einladend auf mich einzuwirken. Wiki sei Dank weiß ich jetzt, dass dieser JA (so zeichnete er seinen Kommentar) nicht irgendein freundlicher Journalist ist, sondern der Eigentümer der Zeitung (und des Verlages „Rogner & Bernhard“). Gut. Natürlich kann sich hinter dem Profil noch immer einer unterbezahlter Student der Germanistik verstecken, der angehalten wurde, Vielschreiber mit sehr netten und einladenden Worten zu ködern. Ich habe natürlich angebissen. Wer hätte das nicht? Nun bin ich in der seltsam schizophrenen Situation, zwei Blogs über die Frankfurter Buchmesse zu füllen. Während ich also dort Content fülle, schreibe ich hier, dass ich dort Content gefüllt habe und wie es mir dabei ergangen ist. Vielleicht sollte ich in einem dritten Blog über die Schizophrenie eines Bloggers schreiben. Huh. Eigentlich müsste ich schon seit einer Stunde meine Haare waschen, aber ich kann mich nicht von der Tastatur lösen. Und Hunger hab ich auch. Und das Teewasser wird gerade kalt. Blöd. Häng einem (schreibenden) Esel eine augsteinsche Karotte vor die Nase und schon wird auf Teufel komm raus gebloggt.

Was sagt uns das? Zeitungsverleger sollten Studenten der Germanistik einstellen. Die kosten nicht viel. Falls die zu teuer sind, na, dann nimmt man eben einen Schriftsteller. Den Beruf gibt es übrigens schon gar nicht mehr. Sagt der besagte Artikel im „Freitag“.

So! Jetzt ist ne Kopfwäsche fällig.

Schriftsteller & Verleger