Beweihräucherungskärtchen #2

stempelschwarzkopf01Irgendwann muss es sein. Der Schritt in die Öffentlichkeit. Viele Monate ringst du mit der Story, dem Stoff, der Geschichte alleine, dann mit deiner Lektorin und einer überschaubaren Anzahl (man nehme eine Hand und rechne Daumen und kleinen Finger weg) an willigen Test-LeserInnen. Später. Es wird Zeit. Mit der Leseprobe hausieren zu gehen. Ein seltsames Gefühl beschleicht einen da, wenn man die E-Mails so fröhlich verschickt. Zum einen ist es „die frohe Kunde, dass der Autor in bälde sein neuestes, so lang ersehntes Buch veröffentlichen wird“ (sagt der Künstler!).  Zum anderen ist es „die aufdringliche Info (vulgo Spam), dass der lästige Kerl schon wieder so ein unnötiges selbstfabriziertes Buch gemacht hat“ (sagt der genervte End-User). Die Wahrheit (so es sie gibt) liegt wohl irgendwo dazwischen. Deshalb tut es immer gut, wenn es Rückmeldungen gibt, die süß wie Honig schmecken. Freilich, zu viel Honig macht nur Löcher in die Zähne. Ein Glück, dass ich gestern eine Zahnarztassistentin kennen gelernt habe.

[…] ich bin endlich dazu gekommen, mir die Leseprobe anzusehen und mir war
schon nach wenigen Seiten klar: das muss ich haben. Die Gestaltung ist
absolut erstklassig, Front- und Backcover sind ein Traum. Das muss man
wohl wirklich selbst machen, um so etwas tolles zu bekommen. Die Kapitel-
überschriften haben mich sehr angesprochen und der Humor könnte mein
eigener sein. […]

[…] Möchte nicht unverschämt klingen, aber wann ist das ganze Buch fertig? […]

[…] die Rettung aus der Langweile 🙂 […]

[…] vor allem bei der Namensgebung der Akteure sowie deren österreichischen
Eigentümlichkeiten hast Du ja wirklich aus den Vollen geschöpft, Kompliment!
Und überhaupt, starke Dialoge! […]

[…] bin natürlich sehr an deinem neuem werk interessiert,
gibt’s das schon irgendwo im „handel“ […]

end of honeypot/to be continued

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Kriminalistische Hasenjagd

Gestern auf der Buchpräsentation von Fred Rumpls Jäger auf Hasenjagd, der im Wiener Echomedia Verlag erschien. Ein schmucker kleiner Verlag, der eine Reihe dem Wiener Krimi gewidmet hat. Auffallend, dass sich die Leutchen tatsächlich bemüht haben, das Erscheinungsbild der vielen Krimis in dieser Reihe anzupassen. Als Freund von reduzierten Typo-Covers kann ich nur sagen, dass mich die Buchumschläge ansprechen. Passiert sowieso selten genug. Aha. Jetzt, wo ich auf die WebSite des Verlages geschaut habe, fällt mir auf, dass die attraktive Dame, die gestern mit dem Autor abgelichtet wurde, die Geschäftsführerin des Verlages ist. Schau mal einer an.

Als wir uns vor Jahren (wenn ich solche Phrasen schreibe, laufe ich immer zum Spiegel und hoffe, dass ich noch keine grauen Haare habe und alles an seinem Stehplatz ist) auf der Leipziger Buchmesse über den Weg gelaufen sind (besser: ich besuchte den gemütlichen Wiener Literaturverlag Luftschacht) und ins Gespräch gekommen sind, da hätten wir beide gelächelt, hätte man uns gesagt, wir würden alsbald im Krimigenre landen. Zugegeben, mit Krimis kann ich nicht viel anfangen. Abgesehen von ein paar Simenons („Maigret“) kann ich keinerlei Lese-Erfahrungen ins todbringende Rennen führen. Da hat sich Manfred schon besser „vorbereitete“, wie er mir erzählte. Ich denke, es hilft, wenn man sich im Krimi-Dschungel auskennt und die Spreu vom Weizen trennen kann (Machete nicht vergessen!). Ich hab mal hin und wieder versucht, in die gängigen Top-Krimis hineinzulesen. Kläglich gescheitert. Kein Mankell, keine Leon, die mich reizten. Dafür Graham Greens „Unser Mann in Havanna“ (in einer ersten Übersetzung! Die nachgeschobene modernisierte Übersetzung aus den späten 80ern/frühen 90ern ist ein Graus) und John Nivens „Kill your friends“ (rabenwarze Thriller-Komödie) haben Spaß gemacht. Das war’s dann auch schon. Deshalb versteh ich natürlich T., die mir auf non-chalante Art (hat es mit Ostdeutschland zu tun?) mitteilte, dass sie auf den Kinofilm von „Schwarzkopf“ warte. Gut, dann warten wir eben beide.

Demnächst also werde ich mir die „kriminalistische Hasenjagd“ zu Gemüte führen. Ein bisserl Philsophie soll sich darin ja auch „verstecken“. Das ist schon mal ein guter Anreiz.

Sodala. Jetzt gibt’s Kaffee und Kuchen. Nach der überstandenen Kränklichkeit der letzten Tage – ich war verkühlt wie ein Schwein *oink* – habe ich mir das schwarze Gold redlich erschwitzt.

Beweihräucherungskärtchen #1

Zugegeben, die Idee, Vanity Cards zu veröffentlichen, stammt natürlich nicht von mir, sondern von einem gewissen Chuck Lorre (US-Sitcom-Creator), der seine Karten am Ende einer Sitcom-Folge einblendet und über Gott und die puritanische US-Studiowelt philosophiert (Augenschonender ist es natürlich, auf die WebSite zu gehen und sie in Ruhe zu lesen).

Heute also mein erstes Beweihräucherungskärtchen (aller Anfang ist EINS), in dem es um nichts anderes geht, als um jene Zeilen, die ein Schriftsteller so gerne hören oder lesen oder gemorst bekommen möchte (heute hat Samuel Morse Geburtstag – sagt die Startseite von Big Google). Und ja, die zwei Absätze sind rechtsbündig.

 

Glückwunsch zum neuen Buch!!! Ich hab grad net die Zeit, mich näher damit zu beschäftigen (Druckfahnen-Korrektur etc.); bestelle es aber sozusagen „blind“ – nicht zuletzt, weil mir bislang alles aus Deiner Feder gefiel! Bitte mit Signatur und Rechnung, wie üblich. Helene Köppel, Autorin

 

 

 


Madeleine: Übertragungsüberarbeitungsstartschuss

Heute vor sieben Uhr aufgestanden. An den schwarzköpflichen „Werbeeinschaltungen“ gearbeitet. Zur Seite gelegt. Werde sie morgen an EJ. schicken. Dann ist Schwarzkopf zur Gänze beim Korrektorat und abgehakt. Zeit für MADELEINE. Gerade begonnen, den Text ins InDesign zu übertragen. Damit startet die letzte Überarbeitungsphase („auf die Plätze, fertig, los!“). Schon seltsam, aber wenn das Geschreibsel in ein Buch-Layout gepresst wird, beginnt man jeden Satz, jedes Wort anders zu bewerten, zu gewichten. Man fragt sich, ob man es so haben möchte. Oder könnte einem der nicht gerade freundliche Leser (vulgo Kritiker oder langjährige Freund) daraus einen Strick drehen („schwülstige Groschenheftsprache!“)? Ja, hier beginnt der Schriftsteller Blut und Wasser zu schwitzen, wenn er nicht völlig  geerdet und sich seiner Sache sicher ist (welcher Künstler ist von Zweifel jemals erhaben? Eben!). Man will sich weder blamieren, noch eine Blöße geben („AUTSCH!“).  Alles, nur das nicht.

Übrigens, was ist der Unterschied zwischen „aufdringlicher Anbiederung“ und „bodenständige Verbundenheit mit seinen treuen Fans“? Ich schätze, etwa 10.000 verkaufte Bücher/CDs. Wobei die Zahl natürlich nach oben keine Grenzen kennt.

Schriftsteller & Verleger