Irgendwo in Irland

Den Trailer zu „Once“ sollte man gesehen haben. Es gibt sie also, diese Schauspieler und Schauspielerinnen, denen man nicht anmerkt, dass sie einem etwas Vorspielen. Sie verhalten sich nicht gekünstelt ungekünstelt. Sie scheinen aus dem Leben gegriffen. Man könnte meinen, dass man sie erst gestern gesehen hätte. Oder kommen einen bekannt vor. Diese Filme sind selten, die das wahre Leben einfangen und es nicht simulieren. ABER, am Ende bleibt der Film was er ist: eine Illusion. Gut gemacht. Wunderbar gespielt. Ja, für ein paar Minuten ist man der Wirklichkeit enthoben und erfreut sich an der gespielten Schönheit eines Lachens. Irgendwo in Irland.

Und als Zugabe, weil’s gar so schön ist das Liederl, hier das Video zu Falling Slowly.

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A + B + C + D – XYZ = 0

Du verschickst Einladungen an A, B, C und D für einen gemütlichen Abend mit Wein und Plauderei. Nun ist es so, dass A Interesse an B, B Interesse an C, C Interesse an D und D Interesse an XYZ hat. Der Zusage-Reigen setzt mit einem „Ja, warum nicht?“ oder „Ich hab’s mir mal notiert.“ ein.

Dann erfährt D, dass am selben Tag XYZ (von der/dem du ja nix weißt) Zeit für ihn/sie hätte. Aha. D schickt also ein „Sorry!“. Was wiederum C veranlasst, sich ebenfalls zurückzuziehen („Warum kommt der/die D nicht?“). B ist es peinlich, mit einmal doch keine Zeit zu haben. Und A? („Nur wir zwei?“)

Die Moral von dieser Geschichte?
Wir sind mal der Gastgeber, mal A, mal B, mal C, mal D – selten XYZ.

Im Übrigen, das Wort „sorry“ kommt bei mir gar nicht gut. Es riecht nach Schulterzucken. Es schmeckt nach Wurschtigkeit. Es verkürzt die Erklärung, die nicht gegeben werden muss, die aber für den höflichen und respektvollen Umgang notwendig ist. Wir wollen uns die Rosinen aus dem Kuchen (na gut, Rosinen kann ich net leiden, aber …) picken, vermeinen ein Recht darauf zu haben. Legen uns nicht fest. Entscheiden kurzfristig. Es wird abgewogen. Es wird gerechnet. Kalkuliert. Justiert. Deshalb braucht es Bezugspersonen. Deshalb sehnen sich so viele nach einer Partnerschaft, im Glauben, dass dadurch alles Problem gelöst wird. Wird es?

[update des Beitrages „Tonic„]

l’appel de l’orient

Eigentlich wollte ich ja hier und jetzt lang und breit über die (familiäre) Podiumsdiskussion vom Team Teichenberg zur Programm-Reform des ORF erzählen. Diese fand im Quartier der Digitalen Kunst (QDK) im MuseumsQuartier statt. Die Diskussion an sich war jetzt nicht so aufregend, aber das Drumherum, das Persönliche, das Networking, das Aufgenommene, ja, das wäre und ist ein Eintrag wert – vielleicht morgen.

Während ich also gerade den Hunger stillte, zappte ich blöd herum und landete auf Wiens erstem offenen Fernsehkanal (OKTO), wo ein Gespräch mit Angelika Herta und Anna Walch, zwei Literatur- wissenschaftlerinnen, gesendet wurde, die marokkanische Schrift- steller vor Ort interviewt und daraus den Dokumentarfilm l’appel de l’orient gemacht haben. Das klingt jetzt nicht gerade spannend. Ist es aber! Denn was diese älteren Herren (und eine Dame) aus Marokko zu sagen haben, das ist tief beeindruckend. Jetzt habe ich die beiden natürlich gleich angeschrieben – in der Hoffnung, dass sie mir eine DVD (gegen Bezahlung) schicken werden.

Ach, es ist halt eine große Freud, wenn man engagierte Menschen kennen lernen darf, die die festgefahrenen Pfade (wenigstens für kurze Zeit) verlassen bzw. verlassen haben. Wenn dich andere durch ihr Tun oder ihre Präsenz beeindrucken, beeinflussen sie dich. Jeder Einfluss, ob gut, ob schlecht, tropft in deine Seele. Bis diese überläuft. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, diesen Überfluss in eine Form zu bringen, diesem eine Form zu geben. So entsteht Inspiration. So entsteht schlussendlich wahre Kunst.

Titelseite!

Das Kommunizieren in einem News-Blog (ein Blog, das von einer Zeitung zur Verfügung gestellt wird) ist, als würde man mit hundert JournalistInnen um die Wette schreiben. Du versuchst alle Kniffe, alle Tricks der Verführung, jeden Tag aufs Neue, aber am Ende kommt immer ein anderer auf die erste Seite und du gehst leer aus. Demnach ist die schreibende Rauferei eigentlich Zeitverschwendung, weil du ja auf die Titelseite möchtest. Willst du nur eine unter- haltsame, gute Zeit verbringen, dann ist es natürlich perfekt!

Lesbe!

Das Kommunizieren in einem Community-Blog ist, als würde man mit einer Lesbe flirten: du versuchst alle Kniffe, alle Tricks der Ver- führung, aber am Ende geht sie mit einer Frau, nicht mit dir, nach Hause. Demnach ist die Flirterei eigentlich Zeitverschwendung, weil du ja mit ihr ins Bett gehen möchtest. Willst du nur eine gute, unterhaltsame Zeit verbringen, dann ist es natürlich perfekt!

Schriftsteller & Verleger