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Wien, im März 1938: Wirtschaftswunder vs. Totenüberschuss

Heute vor 80 Jahren wurde der Anschluss Österreichs mit dem damaligen Deutschen Reich vollzogen. Folgerichtig gibt es allerlei Hintergrundberichte und Dokumentationen, Zeitungsartikel und Rückschauen. Doch was erfährt der gewöhnliche Bürger von diesem Damals, das so unendlich lang zurückzuliegen scheint? Am Ende, gestehen wir es uns ein, dient die heutige, morgige und übermorgige Auseinandersetzung nur dazu, die ewig gleichen Erklärungen wieder und wieder unter das Volk zu bringen. Die ewig gleichen Fragen werden gestellt. Die ewig gleichen Antworten werden gegeben. Möchte man sich des geschichtlichen Themas von der sogenannten Maschekseite nähern, also abseits des geradlinigen Weges, der vorgegeben ist, stolpert man durch ein Dickicht spitzer, feindseliger Dornen. Es ist, als hätte es einen Voltaire, einen Kant, einen Orwell, einen Solschenizyn nie gegeben.

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Was Sie schon immer über die 1930er Jahre wissen wollten … Teil 1

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„Falls Sie wissen möchten, worum es in einem Krieg ging, sehen Sie sich die Friedensbedingungen an“, schrieb Henry Noel Brailsford in seinem Buch ‚After the Peace‘, erschienen im Verlag Thomas Seltzer, New York 1922.

Wer sich auch immer als Mitteleuropäer mit den 1930er-Jahren beschäftigt, läuft Gefahr, von Sittenwächtern in die Ecke gestellt und ausgeschimpft zu werden. Fragen Sie mich nicht, warum das so ist. Scheinbar ist diese Wunde, die das Schicksal geschlagen hat, noch immer nicht verheilt. Wie dem auch sei, ich dachte mir, ich zitiere einen Absatz, der mir interessant scheint. Die Interpretation überlasse ich dem geneigten Leser, der geneigten Leserin.

Im Jahre 1935**) aber, in dem in Österreich nur mehr 89.000 Menschen geboren wurden, während 92.000 starben, verwandelte sich der Geburtenüberschuß in einen T o t e n ü b e r s c h u ß, was seit dem Weltkrieg noch in keinem Kulturstaat der Erde vorgekommen war. Von Österreichs Nachbarstaaten ist die gleichzeitige außerordentliche Entwicklung im Deutschen Reich am bemerkenswertesten, wo um 30% mehr Kinder geboren wurden als im Jahr 1933***).

**) Statistische Nachrichten, XIV. Jg., Nr. 3, Wien 1936
***) Wirtschaft und Statistik, XVI. Jg., Nr. 9, Berlin 1936

entnommen der Seite 36 in:

Bevölkerungs-Spiegel Österreichs
Lebenswichtige Ergebnisse der Volkszählung 1934
veranschaulicht von Oskar Gelinek
Carl Ueberreuters Verlag in Wien, IX., 1936 (2. Auflage)

Würden Sie alles auf Albert Einstein setzen?

 

Lichtenberg_Zitat

Jetzt mal Hand aufs Herz! Was wissen wir wirklich, von dieser Welt, von unserem Sonnensystem, von diesem einen Kosmos, unserem Universum? Wir plappern nach, was man uns – beinahe täglich – vorsetzt. Jeder, der die (all-)gemeinsten Meinungen mit einem kritischen Blick, mit einer gesunden Skepsis betrachtet, macht sich verdächtig. Ist es nicht seltsam, dass wir zwar in einem aufgeklärten Zeitalter leben, aber noch immer von einer Religion dominiert, ja förmlich eingeschüchtert werden: Es ist die Religion der Scheinheiligkeit.

Also, ist Albert Einstein am Ende mit seiner Theorie falsch gelegen? Hat er – konspirativ gesprochen – nur eine Rolle auf der Bühne gespielt, weil man sie ihm spielen ließ? Ehrlich gesagt, ich bin weder Mathematiker noch Physiker, ich verstehe von all diesen Theorien und Formeln wenig bis gar nichts. Ich gehe davon aus, dass es Ihnen genauso geht. Mit anderen Worten, wir beide sind auf Experten angewiesen, die uns zur (vermeintlichen) Wahrheit führen. Die Frage ist demnach, welchem Wissenschaftler wir unser Vertrauen aussprechen. Das ist alles, was Sie und ich tun können.

Wäre die Wissenschaft ein Casino, ich würde all mein Hab und Gut auf das österr.-ungarischen Erfindergenie Nikola Tesla setzen (1856-1943). Seine zahlreichen Erfindungen haben die moderne Welt begründet. Yep. Daran gibt es keine Zweifel. Während also das Establishment seinerzeit – dank medialer Unterstützung – einen Edison und einen Einstein auf Podeste emporhob, kehrte man Tesla unter den Teppich. Ja, man ging so gar so weit, seine Projekte mit allen Mitteln zu sabotieren. Am Ende starb Tesla einsam und verlassen in New York, hinterließ aber eine Unmenge an Aufzeichnungen, Plänen und Erkenntnissen. Diese Unterlagen, Sie ahnen es sicherlich, wurden von den amerikanischen Behörden kurzerhand beschlagnahmt. Ja, so einfach geht das, weil, wer die Macht hat, hat auch das Recht auf seiner Seite. Wie dem auch sei, acht Jahre vor seinem Tod teilte er in einer Pressekonferenz mit, dass die Relativitätstheorie, im Lichte seiner [experimentellen] Beobachtungen der kosmischen Strahlung, zu dem geworden ist, was er längst vermutet hatte, nämlich ein ‚Bettler, der in Purpur gekleidet ist und den die Unwissenden fälschlicherweise für einen König halten‚.

Dr. Tesla asserted that relativity, in the light of his observations of cosmic rays, becomes what he long has considered it – „a beggar dressed in purple which the ignorant mistake for a king.“
St. Petersburg Times vom 11. Juli 1935, link