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Olympische Spiele 1936 im Rückblick und die historische Einseitigkeit im Kurier

1936_Kurier

Gestern stolperte ich über den Kurier-Artikel der Printausgabe: 16 Tage heile Sportwelt: Olympische Spiele 1936 – Während die Nazis der Welt Toleranz vorspielen, bereiten sie im Hintergrund den Krieg vor.

Die Autorin versucht erst gar nicht, objektiv an historische Tatsachen heranzugehen, vielmehr übt sie sich in peinlicher Schuldzuweisungsmalerei. Natürlich ist es einem Kurier oder einem anderen deutschsprachigen Medium nicht erlaubt, die Zeit zwischen 1914 und 1945 akkurat darzustellen. Ist es die große Angst, das rechte Lager zu befeuern? Was auch immer die Gründe dafür sind, Tatsachen schafft man aber nicht aus der Welt, in dem man sie ignoriert. Sagte bereits Aldous Huxley.

Da ich mich aber nicht in gefährliche Untiefen begeben möchte – die Sittenwächter schlagen unbarmherzig zu -, greife ich einen zentralen Punkt des Artikels auf, nämlich die Behauptung, die „Nazis“ hätten bereits im August 1936 im Hintergrund den Krieg vorbereitet. Gibt es dafür Beweise? Die würde ich gerne hören.

Jemand, der sich mit der Historie objektiv auseinandersetzen möchte, könnte beispielsweise beim US-Historiker John Moser und seinem Buch The Blitzkrieg Myth (Harper Collins, 2003) nachlesen, dass beispielsweise in der Zeit zwischen 1935 und 1940 die Franzosen mehr Panzer als die Deutschen produzierten. Auf der selben Seite 51 lesen wir, dass die Produktionszahlen die Behauptung, Deutschland bereite sich auf eine revolutionäre Kriegführung vor, widerlegen: „Whatever German generals later claimed, no matter how brilliant  their theories of warfare, German production statistics give the lie to the claim that the German army was preparing for some revolutionary kind of warfare or had developed the weaponry to suit their ideas.“ Auch wenn Sie es nicht glauben möchten, aber es ist eine Tatsache, dass die deutschen Panzer in den ersten Kriegsjahren den gegnerischen in jeder Hinsicht unterlegen waren. Nur für den Fall, dass Sie noch immer von der technischen Überlegenheit der Deutschen Armee phantasieren.

Wie dem auch sei, bleiben wir bei der Olympiade 1936 in Berlin und hören uns an, was der große Jesse Owens zwei Monate später, darüber zu sagen hatte:

»While at the Olympic Games, I had the opportunity to meet the King of England. I had the opportunity to wave at Hitler, and I had the opportunity to talk with the King of Sweden, and some of the greatest men in Europe. Some people say Hitler snubbed me. But I tell you, Hitler did not snub me. I am not knocking the President. Remember. I am not a politician, but remember that the President did not send me a message of congratulations because people said, he was too busy. […] Now, I will talk about athletics. The Olympic Games were the greatest thing in my life and in the lives of other athletes that went over there. As to the races, my first one was the greatest, the 100-meter. Berlin is a wonderful city. The stands at the Olympics were crowded. There were 125.000 people. They had flags of the country of every person entered in the contests. The track was of a red texture with green around it. And the starters were there on the scene, men in white caps who stood ready with the guns in their hands.« [Artikel]

Mit anderen Worten, Jesse Owens fühlte sich nicht vom Deutschen Reichskanzler, sondern von seinem eigenen (demokratisch gewählten) Präsidenten brüskiert, der es nicht der Mühe wert fand, dem überragenden Athleten seiner Zeit ein Glückwunschtelegramm zu schicken. Es sollten 18 Jahre vergehen, bis die gesetzliche Rassentrennung in den USA per Gerichtsentscheid im Jahr 1954 aufgehoben wird.

Der Kurier-Artikel, der sich als geschichtliche Darstellung der Olympiade 1936 versteht, ist in seiner Einseitigkeit und Doppelbödigkeit ein Paradebeispiel für die Politisierung der Historie. Auf fiese Weise wird die schöne Oberfläche einer Objektivität inszeniert, während im Hintergrund die orwellsche Gedankenpolizei vorbereitet wird. Ja, die ungehemmte Neigung zum Monetären, zum Schönheits- und Gewaltkult bricht in unserer westlichen Gesellschaft durch.

Übrigens, der Boykott der olympischen Spiele von Moskau im Jahr 1980 war ebenfalls eine große Propagandatat, zwar nicht mehr von Josef Goebbles, sondern von Zbigniew Brzezinski, dem nationalen Sicherheitsberater Jimmy Carters. Darüber spricht natürlich kein linientreuer Historiker. Besser, man setzt die Scheuklappen auf und blickt starr auf 1936, weil ignorance is strength.

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Text of Jesse Owen’s Adress, Afro-American, October 10, 1936

 

 

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Märchenhafte Flüchtlingsroute oder Wenn sich vier Jihadisten mit einem Schlauchboot auf den Weg machen

Schön langsam sollten wir wissen, dass den Medienhäusern kein bisschen mehr zu trauen ist. Journalisten schreiben gegen Bezahlung, was ihnen vorgegeben wird. Die gut bezahlten Redakteure hinterfragen keine behördliche Aussendung, mag sie noch so widersprüchlich sein. Regierungsgewäsch über mehr Überwachung, mehr Polizei, weniger Bürgerrechte, mehr Zentralisierung in Brüssel, all das wird sakrosankt in den Himmel gelobt bzw. im Namen der Wählerschaft gefordert. Jeder, der einen Schreiberling in einen der Medienhäuser persönlich kennt, sollte ihn darauf aufmerksam machen, dass er mit seinem Schweigen, seiner Duldung und seiner Komplizenschaft genauso Mitschuld trägt wie Politiker und Beamte, wenn in Zukunft der Stiefel des Großen Bruder in das Gesicht unserer Kindeskinder tritt. Immer und immer wieder. Schlag nach bei Orwell.

In der ›Qualitätszeitung‹ Der Standard lesen wir folgende Geschichte:

»Österreich hat zwei mutmaßliche Jihadisten, den Algerier AH. (29) und den Pakistaner MU. (35), heute, Freitag, an französische Behörden am Flughafen Salzburg übergeben. [Die beiden] waren im Oktober 2015 als Flüchtlinge getarnt und gemeinsam mit zwei der späteren Paris-Attentäter – AM. und MM. – in den Schengenraum gereist. Das Quartett gelangte mit einem Flüchtlingsboot am 3. Oktober auf die griechischen Insel Leros. Im Gegensatz zu den zwei späteren Attentätern wurden der Algerier und der Pakistaner von der griechischen Justiz wegen falscher Dokumente festgenommen. Ende Oktober wurden  AH. und MU. jedoch freigelassen. Als sie Ende November in Österreich landeten, waren die Pariser Anschläge schon ausgeführt. Aufgrund der in Griechenland genommenen Fingerabdrücke wurden sie in einem Salzburger Flüchtlingslager am 10. Dezember festgenommen – abermals wegen falscher Dokumente.«

Der Artikel wurde von der Austria Presse  Agentur (APA) übernommen. Kein Standard-Journalist hat sich die obigen Zeilen jemals angesehen. Kein Wunder also, wenn Behörden und Politiker leichtes Spiel haben. Es braucht gerade einmal die Gehirnleistung eines Apfelstrudels, um bei der obigen Story nachdenklich zu werden.

Also! Wie kommen ein Algerier und ein Pakistani in ein Flüchtlingsboot? Wo hat das Boot abgelegt? Davon ist im Artikel nichts zu lesen. Wir können nur annehmen, dass es an der türkischen Küste war. Die griechische Insel ist etwa 40 km vom türkischen Festland entfernt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie sind AH. und MU. in die Türkei gekommen? Sie sollen sich ja als Flüchtlinge getarnt haben und müssten demnach von Syrien in die Türkei „geflüchtet“ sein. Gut. Aber wie sind sie nach Syrien gelangt? Kann man eine ISIS-All-Inclusive-Syrien-Rundreise im Reisebüro buchen? Wie kann diese Terror-Miliz Reisebüros in Pakistan und Algerien unterhalten?

Vermutlich sind die beiden Terroristen in spe in die Türkei geflogen. Und von dort dann – über versteckte Landwege – zu einem der Flüchtlingslager. Glauben Sie, das geht so einfach? Glauben Sie, die türkischen Behörden – immer in Alarmbereitschaft, immer ausforschend, immer suchend, immer schnüffelnd – sehen sich nicht die „Touristen“ an, die sich da so auf ihrem hübschen Boden tummeln? Die Medienhäuser, genauso wie Regierungen und Behörden, versuchen Sie für blöd zu verkaufen – das ist deren Geschäft. Sie können davon ausgehen, dass in Zeiten von Putschversuchen und Kurdenaufständen keine Menschenseele so einfach in die Türkei reisen, herumfahren und und wieder verschwinden kann. Jene „Flüchtlinge“, die in Schlauchboote sitzen, wurden von den türkischen Behörden natürlich ausgewählt und für die TV-Leute und Foto-Reporter in Szene gesetzt. Oder glauben Sie wirklich, dass es da einen (geheimen) Schlauchboot-Fährverkehr zwischen Griechenland und der Türkei gibt? Zwischen jenen zwei Staaten, die sich am liebsten an die Gurgel springen wollen? Pulverfass Zypern, you know!

Auf der griechischen Insel Leros werden die mit dem Schlauchboot Ankommenden unter die Lupe genommen. Siehe da, man nimmt AH. und MU. wegen falscher Dokumente fest. Bei diesem Satz müssen alles Warnlampen angehen. Die Flüchtlinge wurden demnach kontrolliert? Und nicht nur das, die griechischen Behörden stellten fest, dass die beiden mit „falschen Dokumenten“ reisten. Warum hatten sie überhaupt Dokumente mitgeführt, fragt man sich. Sie hätten doch sagen können, sie seien Syrer, oder? Das wurde uns doch laufend von den Medien gesagt, dass die Flut an Flüchtlingen jegliche Konrolle unmöglich machte? Die griechischen Behörden nahmen den beiden sogar Fingerabdrücke ab – man will es nicht für möglich halten, wie korrekt die griechischen Behörden gearbeitet haben. Demnach muss es eine europäische „Flüchtlings-Datenbank“ gegeben haben – bereits im Oktober 2015. Wo sonst hätten die österreichischen Behörden im Dezember 2015 die Fingerabdrücke von AH. und MU. finden sollen? Sie werden ja wohl kaum die griechische Botschaft in Wien angerufen und die Fingerabdrücke gefaxt haben.

In der ›Qualitätszeitung‹ SZ schlägt ein Artikel in eine ähnliche Kerbe. Darin heißt es: »Hunderttausende Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr von Griechenland aus nach Westen gelangt. Inzwischen ist die Balkanroute dicht. Bilder zeigen: Wo die Flüchtlinge unterwegs waren, herrscht nun Leere.«

Im Artikel sieht man nun eine Fotostrecke. Damals. Heute. Sehen Sie sich dieses Foto und diese Foto an. Was fällt Ihnen auf? Dieser Flüchtlingsstrom, so wird es angedeutet, soll die Strecke von Griechenland nach Slowenien zu Fuß gegangen sein. Wirklich? Das sind etwa 1400 Kilometer. In den beiden Fotos kann man Kinder sehen – davon ein kleines Dickerchen! Allesamt sind die Flüchtlinge recht casual angezogen und wirken nicht gerade entkräftet. Falls Sie jetzt fragen, wie all die Flüchtlinge sonst an die Grenze zu Slowenien gelangen hätten können, dann gibt es ja nur eine mögliche Antwort: Sie wurden dorthin gefahren. Knapp vor den jeweiligen Grenzen hat man sie aus dem Bus steigen, ein paar hundert Meter gehen und dann in den nächsten bereitgestellten Bus steigen lassen – dazwischen durften die bezahlten Fotoreporter ihre Bilder für die Presseagenturen machen. Voilà, schon war die »Flüchtlingskatastrophe« in den Köpfen der gutgläubigen Leser verankert.

Falls Sie nun wissen wollen, was es mit dem Konflikt in Syrien wirklich auf sich hat, dann lesen Sie doch einfach meine Analyse: Afghanistan 1980 vs. Syrien 2015: Der Vergleich macht Sie sicher.

Ja, nichts ist, wie es in Ihrer  Zeitung geschrieben steht! Gewöhnen Sie sich daran.

Das Trauma eines Anschlags oder Die merkwürdige Gefühllosigkeit des Betrachters

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Seltsam, dass mir gestern Abend wieder einmal dieses unangenehme Thema zu Herzen ging. Hin und wieder – zu meist nach einem weiteren Anschlag in Europa oder den Vereinigten Staaten – bemerke ich, wie Medienkonsumenten publizierte Bilder und Videoclips des Ereignisses für bare Münzen nehmen. Sie sind der festen Überzeugung, etwas Authentisches, Echtes, Reales gesehen und gehört zu haben. Woher Sie den Unterschied kennen, zwischen Echtem und Unechtem, bleibt schleierhaft. Niemand, der für gewöhnlich solch traumatische Szenen mit eigenen Augen gesehen, mit seinem eigenen Körper erspürt hat. Würde man ihnen Ausschnitte aus dem Film Blair Witch Project zeigen, würden sie überhaupt erkennen können, dass es sich bei den gezeigten Bildern nur um die low budget Produktion eines Filmstudios handelte?

Der kritiklose Bürger akzeptiert das ihm Gesagte, das ihm Gezeigte. Er hinterfragt nicht. Er nimmt es at face value, weist skeptische Einwände zurück und schlägt Widersprüche in den Wind. Woher kommt diese Leichtgläubigkeit? Erinnert all das nicht an Hans Christian Andersens Märchen Des Kaisers neue Kleider? Wenn ›alle‹ das prachtvolle Kleid des Kaisers sehen, dann muss es doch existent sein, nicht wahr? Oder möchten Sie am Ende behaupten, der Kaiser würde sich tatsächlich nackt dem Volke zeigen? Diese Verschwörungstheorie ist grotesk, geradezu lächerlich. Wir sind demnach in einer Epoche angelangt, in dem die Mehrzahl der Bürger der westlichen Gesellschaft nicht mehr zwischen Echtem und Unechtem unterscheiden wollen. Zukünftige Generationen werden deshalb in eine Welt geboren, die sich – medial betrachtet – künstlich anfühlt. Junge Menschen werden keinen Unterschied mehr machen können, zwischen verordneten und erlebten Gefühlsausbrüchen. Diese Bilder, wird ihnen eindringlich gesagt, sollen Trauer und Mitleid auslösen – und jene Entsetzen und Angst. Mit jeder medialen Berichterstattung über ein weiteres ›traumatisches‹ Ereignis werden die jungen Menschen konditioniert, sozusagen wie der Pawlowsche Hund, abgerichtet. Auf ein bestimmtes in Szene gesetztes filmisches Konstrukt hin – für gewöhnlich sind die Bilder verwackelt, unscharf und von kurzer Dauer – soll der Bürger jeglichen kritischen Gedanken fallen lassen und den Behörden uneingeschränkte Machtbefugnisse zugestehen; nebenbei darf er in Trauer und Agonie die Opfer beweinen, sich mit ihnen solidarisieren, aber niemals dürfe er auch nur daran denken, über den medial-behördlichen Tellerrand zu sehen.

Noch hat der aufgeklärte skeptische Bürger die Möglichkeit, sich mit der Faktenlage vergangener und gegenwärtiger Events vertraut zu machen. Im Web kann jeder eine Vielzahl an Zeugenaussagen finden – seien sie Opfer, seien sie Helfer, seien sie zufällige Bystanders – mal mit, mal ohne Kamera. Man ist erstaunt, was man da zu hören – und vor allem nicht zu hören – bekommt. Beispielsweise sei an dieser Stelle das einstündige Interview einer jungen und hübschen Australierin erwähnt, die im Pariser Bataclan Event mit einer AK 47 in den Allerwertesten geschossen wurde. Eine Woche war gerade einmal vergangen, da sitzt sie bereits strahlend im Studio und lächelt verschämt über ihre Verwundung. Wahrlich, könnte man zur Ansicht gelangen, vielleicht sollte jeder solch eine traumatische Prüfung am eigenen Leib erfahren, um gestärkt und optimistisch in die Zukunft blicken zu können.

Wenn wir uns mit echtem Leid, echten Verwundungen, echten Menschen, echten Kämpfen, echten Kugeln, echten Todesfällen, echten Verlusten auseinandersetzen, bekommen wir einen ganz anderen Eindruck. Gefühle können weder die Beteiligten noch die Unbeteiligten aus dem Nichts erschaffen. Der Mensch erkennt im Gesicht, in der Haltung, in der Aura seines Gegenübers wahre Trauer, wahren Schmerz, wahres Leid, wahren Schock. Noch sind wir nicht gänzlich abgestumpft, noch sind wir empathisch genug, um zwischen Schauspielerei und echtem Leben zu unterscheiden. Aber je öfter wir der Schauspielerei im echten Leben ausgesetzt sind, umso öfter verschwimmen auch für uns die Grenzen. Deshalb ist es wichtig, wirklich wichtig, dass wir uns mit dem Authentischen befassen – so unangenehm und abstoßend es auch sein mag. Es führt kein Weg vorbei, leider. Weil Behörden und Medien alles daransetzen, und ich meine wirklich alles, um Sie und mich in einer Illusionsblase gefangen zu halten. Ein gutes Gegenmittel gegen diese Einlullung ist beispielsweise die gut gestaltete interaktive Webseite über das Attentat auf dem Oktoberfest von 1980 des Bayrischen Rundfunks. Leider sind einige der Videos nicht mehr abspielbar, trotzdem geben all die Clips, Bilder, Interviews und Dokumente einen guten Eindruck, was geschieht, wenn das Unvorstellbare blutige, sehr blutige Realität wird. Die Folgen sind Chaos, Ungläubigkeit, Wahnsinn, Schock, Apathie, Verzweiflung, Hysterie, Scham, Angst, Furcht, Leere, Schmerz, Hilflosigkeit, Stress, Ungewissheit, Ahnungslosigkeit, Ratlosigkeit, Ruhelosigkeit, Sinnestaumel, Gehörsturz, Taubheitsgefühle in Glieder und Seele, Kopflosigkeit und vieles mehr. Mit Sicherheit ist allen Beteiligten – seien sie Opfer oder Zeugen – das so einschneidende Erlebnis im Gesicht, in den Augen, in der Haltung abzulesen; wir spüren es (noch) instinktiv.

Gut. Kommen wir nun zum Punkt. Ich zitiere hier Stimmen, die wissen, was es heißt, wenn Menschen in einen blutigen Konflikt geraten und wie es ihnen dabei ergangen ist.

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»Es gibt kein Ding wie ›sich an den Kampf gewöhnen‹ … Jeder Moment eines Kampfes verursacht eine so große Belastung, dass Männer – in Relation von Intensität und Dauer – zusammenbrechen. Psychische Verletzungen sind im Kriegsfall genauso unvermeidlich wie Schuss- und Splitterwunden …« [meine Übersetzung:] There is no such things as ‚getting used to combat‘ … Each moment of combat imposes a strain so great that men will break down in direct relation to the intensity and duration of their exposure … psychiatric casualities are as inevitable as gunshot and shrapnel wounds in warfare … S. 329, The Face of Battle, John Keegan

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» … ist fünf Minuten einer Schlacht verrichten die Organe im Körper des Soldaten die Arbeit von 24 Stunden. Bean, Australiens offizieller Historiker, beobachtete dass ›die Überlebenden, auch noch nach einem Tag Ruhe, ausgesehen haben, als würden sie in der Hölle gewesen sein. So gut wie ohne Ausnahme sah jeder Mann ausgezehrt und todmüde aus und wirkte so benommen, dass man meinte, die Männer würden schlafwandeln und ihre Augen waren glasig und leer. … Sie waren wie Jungs, die nach einer langen Krankheit ihr Bett verließen.« [meine Übersetzung:] … in five minutes of battle, the physical organs performed the work of twenty-four hours. Bean, Australia’s official historian, observed that »the survivors, even after a day’s rest, looked like men who had been in hell. Almost without exception, each man look drawn and haggard  and so dazed that the men appeared  to be walking in a dream and their eyes looked glassy and starey. … They were like boys emerging from a long illness« S. 186f., Death’s Men: Soldiers of the Great War, Denis Winter

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»Ich liege wie versteinert. Jeder Pulsschlag schwemmt eine neue Welle Todesangst in meine vom Übermaß gereizten Sinne. Ich habe einmal Dantes ›Divina Commedia‹ gelesen. Wie konnte er das Grauen der tiefsten Hölle beschreiben, wenn er dies hier nie erlebte?! [S. 45f.] Dem Bordmechaniker muß das zerschossene Bein heute doch amputiert werden. Er war die ganze Nacht vor Schmerzen nicht mehr recht bei Sinnen und wollte immerzu aufstehen. Sie haben ihn eben aus dem Operationssaal wieder hergebracht. Er liegt mit offenen Augen in dem Bett drüben an der Wand und spricht kein Wort. Ich spüre, wie er sich innerlich quält. Ich würde ihm gern helfen, aber welche Trostworte nützen in einer solchen Lage? [S.35]  Drüben an der Wand liegt einer mit einem schweren Bauchschuß. Er stirbt langsam und ich muß immer wieder zu ihm hinschauen. Mit großen, angsterfüllten Augen schaut er immerzu in der Runde umher, fassungslos. Er kann nicht begreifen, daß er nun sterben soll. Sein stummer Blick scheint uns alle zu fragen, was seine Schuld wohl sei, daß es gerade mit ihm jetzt zu Ende geht. Er ist zu einem lebenden Skelett abgemagert; aber was die Schwester ihm auch zu essen reicht, er würgt und bricht es wieder heraus. Einmal sehe ich, wie er die Hand der Schwester ergreift und fest umklammert hält. Mit seinem todtraurigen Blick fleht er sie wortlos an, ihm doch zu helfen, daß er nicht sterben müsse. Aber es gibt ja keine Hilfe mehr.« S. 47f., Besiegt und Befreit, Gert Naumann

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»Im Kasemattblock verursacht der Durchschlag einen gewaltigen Luftstoß, der die Türen aufreißt und alles durcheinanderwirbelt. Da gleichzeitig die Lampen verlöschen, entsteht eine heillose Verwirrung. Flüche, Schreie, Hilferufe gellen durch die Finsternis, Taschenlampen zucken auf, jemand schreit fortwährend: „Sanität! Sanität!“ Tragbahren werden vorbeigeschleppt, die ratlos Umherstehenden kommen erst zur Besinnung, als einer den Einfall hat, die Alarmglocke zu läuten. Der Drill ist so groß, daß dieses Signal das Chaos überwindet … Nun flammt das Licht wieder auf. Aus dem Verbindungstunnel zum Batteriegang quillt schwarzer Rauch, auf dem Boden liegen ohnmächtig gewordene Kameraden. Trappelnde, schleifende Schritte sind zu hören, Sanitäter mit Rauchmasken kommen aus dem verqualmten Loch. Was sie auf ihren Bahren daherschleppen, sind formlose, verbrannte Massen. Als letzten bringen sie einen, dem Kopf und Rumpf völlig plattgequetscht sind. Sie sagen, es sei Valentiner … Während dieser schrecklichen Minuten sitze ich auf den Stufen der Eisentreppe, die zur Flankierbatterie führt. Dorthin hat es mich geworfen. Es ist schwierig, sich später über den Hergang solcher Geschehnisse genaue Rechenschaft abzulegen. Der betäubende Schlag, die Finsternis, das Durcheinander erfolgten zu rasch, um tiefer ins Bewußtsein zu dringen.« S. 86f., Sperrfort Rocca Alta, Luis Trenker

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»Und während wir für gewöhnlich hören konnten, wenn eine Granate angeflogen kam und wir in Deckung gingen, gab es bei einem Gewehrschuss keine Vorwarnung. Und obwohl wir mit der Zeit lernten, dass wir uns vor einer Gewehrkugel nicht zu ducken bräuchten, weil, wenn man den Schuss einmal gehört hatte, musste die Kugel einen bereits verfehlt haben, so machte uns Gewehrfeuer weit nervöser.« [meine Übersetzung:] And whereas we could usually hear a shell approaching, and take some sort of cover, the rifle-bullet gave no warning. So, though we learned not to duck a rifle-bullet because, once heard, it must have missed, it gave us a worse feeling of danger. S. 83, Goodbye to All That, Robert Graves.

Wie sich ein echter Bombenanschlag in der Berichterstattung anfühlen muss

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Ich wusste bereits in der Kindheit, worauf es ankommt.

Ich weiß, das Thema ist heikel und verärgert gutgläubige Bürger. Trotzdem muss ich es – immer und immer wieder – ans Licht zerren: Die Unterscheidung zwischen einem inszenierten und einem tatsächlichen Bombenanschlag. Zugegeben, ich bin kein Experte in der Forensik, war auch noch nie – gottlob – im Zentrum oder Peripherie einer Explosion und doch fühle ich instinktiv, ob Bilder und Töne authentisch, ob Aussagen und Erinnerungen stimmig sind. In den letzten Jahren, vermutlich seit 9/11, versuchen die Medienleute das offizielle Narrativ, also die einzig richtige Sichtweise eines (vermeintlich) blutigen Ereignisses förmlich an sich zu reißen. Widersprüche und Ungereimtheiten werden bei der Berichterstattung schlichtweg ignoriert, alternative Erklärungsversuche mit einem Lächeln beiseite geschoben, behördliche Pressemitteilungen als absolute Wahrheit verkündet. Niemand in den Medienkonzernen, der sich wirklich ernsthaft über all die vielen Details eines Anschlags (Logistik, Planung, Wahrscheinlichkeiten, Auswirkungen, Hintergründe, usw.) Gedanken machen möchte. So verkommt das (vermeintlich) blutige Ereignis zu einer klischeehaften und geglätteten Darstellung, die einem schlechten Filmscript entnommen zu sein scheint.

Um zu verstehen, was ich meine, ist es wichtig, dass Sie sich die Berichterstattung eines authentischen Bombenattentats zu Gemüte führen. Das kann äußerst unangenehm sein, ist aber notwendig. Die gemachten Erfahrungen und die erlebten Empfindungen der Opfer werden ihnen mit Sicherheit nahegehen. Manchmal möchten Sie die Details gar nicht erst hören, würden am liebsten weghören, wegsehen. Genau darin unterscheidet sich der echte Anschlag von einem inszenierten: Die authentischen Bilder von Verletzten und Toten sind für uns so fremdartig, so abstoßend, so anders. Im Gegensatz dazu, kommen uns inszenierte Bilder vertraut vor, weil wir sie beinahe täglich in TV- und Kinofilmen sehen.

Die folgende Frage mag jetzt absurd klingen, aber woher wissen Sie wirklich, dass in einem Kinofilm die Menschen nicht wirklich erschossen, nicht wirklich verwundet werden? Was, wenn ein TV-Moderator der Abendnachrichten eine kurze Szene aus Die Hard 2 einspielt und dazu verlautbart, dass es sich bei den Bildern um einen Terroranschlag am Flughafen von Washington D. C. handelte? Gut möglich, dass Sie den Unterschied sofort erkennen. Aber was ist mit Ihrem 5-jährigen Sohn? Oder Ihrer 4-jähriger Tochter? Wie erklären Sie den beiden den Unterschied? Und was meinen Sie zu diesem Foto? Fakt oder Fiktion? Die Auflösung finden Sie hier.

Also, sollten Sie sich nicht gerade in einer dunklen Stimmung befinden, dann gucken Sie sich unbedingt diesen Dokumentarfilm über das im Jahr 1980 verübte Bombenattentat auf dem Münchner Oktoberfest an. Dabei reicht es, wenn Sie sich die ersten fünf Minuten angucken. Sie werden staunen, was Sie von den Augenzeugen zu hören, welche Photographien Sie zu sehen bekommen. Ja, nichts für sensible Leute. Im Vergleich dazu, fühlt sich die Berichterstattung aus Brüssel wie ein Kindergeburtstag an. Jedenfalls hätte ich noch keine Augenzeugen gehört, die von Verbrennungen sprachen, von zerschossenen Lippen und Zähnen, von Blut, das aus der Hose lief (beim Boston Bombing kann man  Fotos von Opfern sehen, deren Hosen, aber nicht deren Beine zerfetzt waren), von unzähligen Splitterverletzungen, von herausgerissenen Innereien, von einer zusammengebrochenen Welt oder von einer (echten) jahrelangen Verarbeitung des traumatischen Geschehnisses.

Wenn Ihnen also eine Fotografin erzählt, dass sie ganz in der Nähe der Explosion gestanden sei, nur wenige Meter entfernt, und dabei völlig unverletzt blieb, möchten Sie es glauben? Und dass sie die Wucht der Explosion nicht einmal von den Füßen geholt hatte? Deshalb konnte Sie dann auch jene Hand voll Fotos machen, die in den Medien weltweit herumgereicht und gezeigt wurden – immer und immer wieder – und als »Beweis« gelten, dass ein Anschlag am Flughafen von Brüssel stattgefunden hatte. Authentisch, my ass.

 

Afghanistan 1980 vs. Syrien 2015: Der Vergleich macht Sie sicher.

Eigentlich ist es ganz einfach. Wirklich.
Eigentlich ist es ganz einfach. Wirklich.

Als am 25. Dezember 1979 sowjetische Truppen die Grenze zu Afghanistan überschritten, war ich gerade mal 11½ Jahre jung und wusste nur so viel, dass dem Ostblock nicht zu trauen ist und dass dieser die alleinige Weltherrschaft anstreben würde. Einzig die Westmächte, allen voran die USA, waren in der Lage, dieser Bedrohung zu begegnen. Ja, damals wusste ich und all die anderen gutgläubigen Bürger nichts von dem, was hinter der geopolitischen Kulisse ablief. Und weil ich befürchte, dass es heutzutage nicht anders ist, braucht es hin und wieder eine kurze und hoffentlich erhellende Aufklärungslektion.

Zuerst muss man wissen, dass der Kalte Krieg eine Erfindung Washingtons ist. Sehen Sie, die UdSSR wäre alleine nicht in der Lage gewesen, die Deutsche Wehrmacht zu schlagen – es brauchte einerseits Unmengen an Rüstungsgütern und Knowhow von Seiten der USA (Lend-Lease-Act), andererseits Spionagenachrichten (Spion Werther im OKH) und eine zweite bzw. dritte Front im Westen. Nach 1945 war die UdSSR ausgeblutet und wenn es nach General George Patton ging, hätte man die Sowjets damals aus Europa verjagen sollen. Militärisch hätte das keine große Mühe gemacht, aber Washingtons Elite dachte nicht daran, den Osten Europas zu befreien, ganz im Gegenteil. Die Gründe sind mannigfaltig, aber einer davon war, Moskau in Zukunft als allmächtigen Gegenpol und Feind darzustellen.

Ich verzichte auf die Auflistung all der amerikanischen Interventionen in souveränen Ländern zwischen 1945 und 1979, das würde den Rahmen sprengen. Historischer Fakt ist, dass Washingtons politische Elite im Ausland nach Belieben schalten und walten konnten – dank eines Mainstream-Apparates, der das Narrativ »Osten=böse und Westen=gut« bis zum Erbrechen in die Köpfe der Bürger verankerte: Da wurden demokratisch gewählte Regierungen abgesetzt, Revolutionen geschürt, Diktatoren eingesetzt, Regimegegner umgebracht, souveräne Staaten destabilisiert, Terrorbanden unterstützt und Kriege vom Zaun gebrochen. Die Begründung Washingtons war immer die gleiche: Fällt ein Land dem Kommunismus anheim, folgt das nächste und so fort. Diese Dominotheorie war nichts anderes als der Persilschein für größenwahnsinnige Schlüsselspieler in Washington.

Würden Sie heute einen Journalisten oder Politiker fragen, was in Afghanistan 1979/1980 geschehen ist, werden Sie für gewöhnlich das Mainstream-Narrativ hören: Die UdSSR wollte sich widerrechtlich Afghanistan aneignen. Aber warum wollte sie das? Weil die Kommunisten nach der Weltherrschaft strebten, heißt es dann. Klingt gut, ist aber falsch. Als die sowjetischen Truppen die Grenze zu Afghanistan überschritten, taten sie es, um der demokratisch gewählten (!) Regierung in Kabul zu helfen. Vor wem musste die Regierung und die Bürger geschützt werden? Vor muslimischen Terrorgruppen, die mit blutigen Übergriffen das Land ins Chaos stürzen wollten. Und hier zeigt sich eine erste frappante Ähnlichkeit zur gegenwärtigen Lage in Syrien: Auch dort versuchen muslimische Truppenverbände mittels Blut und Schwert die Regierung zu entmachten.

Die zweite frappante Ähnlichkeit ist, dass Moskau den beiden bedrängten Regierungen zu Hilfe geeilt ist und Washington dies in beiden Fällen scharf kritisiert hat. Damals, während des Kalten Krieges, konnte die westliche Presse ohne Probleme alle Welt davon überzeugen, dass es die Sowjetunion war, die völkerrechtswidrig in ein souveränes Land einmarschiert ist und es besetzt hält. Deshalb machte es für alle Sinn, dass Washington als Antwort auf diese Handlung Moskau wirtschaftlich, politisch und sportlich boykottierte.

Die dritte frappante Ähnlichkeit ist der Umstand, dass diese muslimischen Terrorgruppen nicht der Hölle entstiegen sind, sondern gezielt nach Afghanistan bzw. Syrien eingeschleust wurden. Diese „Gotteskrieger“ waren schlicht und einfach Söldner, die von Seiten Washingtons (und dessen Verbündeten) ausgebildet, indoktriniert, angeleitet und in die jeweiligen Zielländer eingeschleust wurden. Osama bin Laden war einer von vielen Kontaktpersonen, die Söldner anwarben und finanzierten – im Auftrag von Washington (und dessen Verbündeten). Falls Sie nun den Kopf schütteln und meinen, ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank, dann hören Sie, was Zbigniew Brzezinski, der damalige Berater von Präsident Jimmy Carter, zu sagen hat:

nouvel observateur: »Der ehemalige Direktor des CIA, Robert Gates, sagt in seinem Buch, dass die USA die Mudschahedin in Afghanistan bereits sechs Monate vor der sowjetischen Invasion unterstützten. Zu dieser Zeit waren Sie der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Jimmy Carter und haben damit eine wesentliche Rolle in dieser Angelegenheit gespielt. Können Sie die Aussage von Robert Gates bestätigen?«
zbigniew brzezinski: »Ja. In der offiziellen Version des CIA begann die Unterstützung der Mudschahedins im Laufe des Jahres 1980, also nach dem die sowjetische Armee am 24. Dezember 1979 einmarschiert ist. Aber die Wirklichkeit, die bis jetzt geheimgehalten wurde, ist gänzlich anders: Es war am 3. Juli 1979, als Präsident Carter die erste Direktive für verdeckte Hilfsleistungen gab, die Gegnern des pro-sowjetischen Regimes in Kabul zugute kamen. An diesem Tag habe ich dem Präsidenten eine Notiz zukommen lassen, in der ich ihm erklärte, dass durch diese Hilfe die Sowjets dazu verleitet werden, eine militärische Intervention durchzuführen.«

Vincent Jauvert, Les Revelations d’un ancien conseiller de Carter
Nouvel Observateur No. 1732 vom. 15.01.1998

Verstehen Sie vielleicht jetzt, warum dieser Kriegerhaufen Islamische Staat (IS/ISIS) bis jetzt nicht in die Knie gezwungen werden konnte? Weil er bis dato von Seiten Washingtons (und dessen Verbündeten) gehegt und gepflegt wurde, d.h., die willigen Männer werden ausgebildet, indoktriniert, bezahlt und ausgerüstet.

At least three years of US efforts to train rebels to overthrow the Syrian government has produced, as General Lloyd Austin, Commander of US Central Command, testified last month, “four or five” trained and vetted “moderates” in Syria. The $500 million appropriated for this purpose has disappeared.
Ron Paul

The CIA began a covert operation in 2013 to arm, fund and train a moderate opposition to Assad. Over that time, the CIA has trained an estimated 10,000 fighters, although the number still fighting with so-called moderate forces is unclear.
Associated Press

Immerhin stellt sich nun das US-Finanzministerium (!) die Frage, woher diese Terror-Milizen all diese nagelneuen Toyota-Trucks haben. Das Unternehmen Toyota weist alle Spekulationen zurück und meint, man habe eine „wir verkaufen an keine Terroristen“-Politik. Aha. Die Frage bleibt also offen. Weiters muss man sich auch fragen, woher diese Banden ihr Benzin für all diese Autos beziehen und wie sie es logistisch verteilen. In einer recht kahlen Landschaft wäre es recht auffällig, mit Tanklastwagen herumzufahren – vor allem in Zeiten der Satelliten- und Luftraumüberwachung.

zerohedge: The scholars, who have previously given evidence before the UK Parliamentary Foreign Affairs Select Committee, further report that despite large convoys transporting IS oil through Syria, Iraq and Turkey, “allied US air-raids do not target the truck lorries out of fear of provoking a backlash from locals” (although killing up to a thousand Syrian civilians is apparently fine). As a result, “the transport operations are being run efficiently, taking place most of times in broad daylight”.

paper: ISIS EXPORT GATEWAY TO GLOBAL CRUDE OIL MARKETS

George KIOURKTSOGLOU &Dr Alec D COUTROUBIS
University of Greenwich, London
Kein Wunder also, dass die ersten sowjetischen Luftschläge gegen IS-Ziele erfolgreich ausfielen. Im Gegensatz dazu blieb die US-Luftwaffe, die völkerrechtswidrig und damit illegal in Syrien herumbombt, recht harmlos – vermutlich, weil Pentagon primär den „gemäßigten“ Rebellen Luftunterstützung gewährt und somit den Weg unabsichtlich absichtlich für ISIS freiräumt.
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Übrigens waren es nicht die Mudschaheddin, sondern vielmehr deren vom Pentagon zur Verfügung gestellte Ausrüstung, die die Sowjettruppen in den 1980ern aus Afghanistan vertrieben, beispielsweise: Kommunikationseinrichtungen, präzise Scharfschützengewehre mit großer Reichweite, Panzerabwehrraketen, (US-Marine-)satellitengestützte Zieleinrichtungen für Mörser, das effektive Flugabwehrraktensystem Stinger, sowie Zeitzünder und tonnenweise C-4 Plastiksprengstoff für Sabotageaktionen. Hätte damals die sowjetische Luftwaffe ungehindert ihre Search-and-Destroy-Missionen gegen die feindlichen Nachschubwege fliegen können, wäre der „Krieg“ in Afghanistan bald zu Ende gegangen. Aber dank der amerikanischen Stinger-Flugabwehrrakete, die ein Mann „idiotensicher“ vom Boden aus abfeuern konnte, mussten die Missionen eingeschränkt bzw. aufgegeben werden. Dass die Terrortruppen in Syrien ebenfalls mit Stinger-Raketen ausgerüstet worden seien, behauptete bereits 2012 ein russischer General.
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Mit anderen Worten, der von Washington initiierte Regimewechsel in souveränen Ländern erfolgt immer nach dem gleichen Schnittmuster – siehe auch Libyen und Ukraine:

. geheime Hilfe von Regierungsgegner (Geld, Kontakte, Netzwerk, NGOs …)
. Negative Presse für die Regierung (undemokratisch, despotisch, gefährlich, …)
. Positive Presse für Regierungsgegner (freiheitsliebend, mutig, Underdog, pro-westlich, …)
. Massendemonstrationen und Streiks werden initiiert und durch die Presse aufgebauscht

Tritt die Regierung friedlich ab, sprechen wir von einer Color-Spring-Revolution.
Falls nicht, geht es weiter im Programm:

. Eskalation durch Gewaltanwendung von „Polizeikräften“ (Agent Provocateure)
. Washington sorgt für außenpolitischen Druck gegenüber der Regierung
. blutige Übergriffe von „Regierungstruppen“ (Agent Provocateure)
. „Bürgerkrieg“ (Söldnerbanden)
. Washington erklärt das neue pro-US-Regime als legitime Regierung und sorgt für gute Presse. Vorhang.

Von alledem werden Sie in der Qualitätszeitung Ihrer Wahl nichts lesen.
Niemand pisst auf die Hand, die ihn füttert. Willkommen in der Realität.