Schlagwort-Archive: 2008

Als der Himmel voller Bücher hing

Gestern, vor 8 Jahren, ist die Buchpräsentation zu Die Liebesnacht des Dichters Tiret im Wiener MQ über die Bühne gegangen. Der kleine Filmclip lässt das Geschehen Revue passieren. Damals war ich noch recht naiv in den verlegerischen Schlagabtausch gegangen; ja, ich dachte, es gäbe  Chancengleichheit, weil, heißt es nicht, der freie Markt ist für alle da? Aber je mehr ich in das kapitalistische Drumherum drang, desto klarer wurde mir die Aussichtslosigkeit all der ambitionierten Davids, die sich gegen die marktmächtigen Goliaths zu stemmen versuchen. Talente, Gaben und Tugenden sind keine umsatzsteigernden Eigenschaften. Auch der junge Goethe musste das zu Beginn seiner Karriere feststellen, als er auf einen Berg selbst publizierter Götz-Bücher saß und seinen Freunden Brandbriefe schrieb: „Hört, wenn ihr mir wollet Exemplare von Götz verkaufen, ihr tätet mir einen Gefallen.“ [Siehe Seite 176]

Plakat_Tiret_Brouille_Madeleine_Penly

 

Yes, we can!

Hübsch gesprochen, Mister President! Immerhin bin ich nicht vom Stuhl gefallen, vor Müdigkeit. Ich denke, wegen eines McCains wäre ich nicht so lange aufgeblieben. Und bei einem Bush hätte ich gleich abgedreht oder gar nicht erst aufgedreht. Hui, vielleicht tut sich ja doch was, in dieser Welt. Da passt es gut, dass ich über eine ähnliche Situation in Tiret schreiben darf. Über die Hoffnung, die Frankreich überzog, als sie ihre Deputierten zu den Generalständen wählen durften. Gut so. Und ja, vielleicht kann ich mir jetzt eine Vorstellung machen, als John F. Kennedy Präsident wurde und mit ihm eine Nation und die westliche Welt hoffte. Und wir wissen, wie es ausgegangen ist. Paris. Dallas. Aber jetzt geht die Sonne auf. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich gehe heia. Vielleicht hab ich ja auch einen Traum …