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Unruhen in London – Chefredakteure, die Merkeln – ein Löschantrag für „Zeuge der Finanzkriminalität“ und die Frage, was hat das mit mir zu tun?

Mattscheibe
Mattscheibe

Ehrlich. Die Zeit läuft ab. Nicht unbedingt jene der Welt. Die wird sich auch noch drehen, wenn diese seltsame Spezies wieder dort angelangt ist, wo sie ihren Anfang nahm: in einer unbedeutenden Anhäufung von Zellen, die sich verbinden. Als die Chose vor hunderten von Millionen Jahren los ging, hätte sich wohl keiner gedacht, dass mal ein Kerl darüber bloggen würde. Okay. Kommen wir zum Punkt. Der ist ein wenig schwammig, wie Sie aus dem Titel entnehmen können. Sprunghaft, könnte man sagen. Aber so ist das, wenn man sich mit einem Thema kurzzeitig beschäftigt und dann bemerkt, dass andere da irgendwie auch von Bedeutung sind, wenn man die Zusammenhänge verstehen möchte. Ja, ehe man sich versieht, wuchert einem eine undurchdringliche Dornenhecke an offiziellen und manipulierten und unter den Tisch gekehrten Fakten, sowie die daraus fußenden Vermutungen und Meinungen entgegen. Freilich, jeder kann, darf und soll sich heute ein BILD (sic!) machen. Falls einem nicht die interessantesten Informationen vor der Nase weggelöscht werden.

Der youtube-Clip Zeuge der Finanzkriminalität mit dem Journalisten Dr. Schumann wurde ratzeputz aus dem Verkehr gezogen. Grund: Urheberrechtsverletzung – eingebracht von der Teudschen Fermögensperatungs AG – laut deren Webseite eine der größten eigenständigen Vinanzfertriebe mit 37.000 Fermögensberatern. Ich schätze, da dürften einige Perater Zeit und Muße haben, das Internetz nach Urheberrechtsverletzungen zu durchforsten – ich hoffe, die Satire ist angekommen. Dass der Inhalt des Clips vermutlich kritische Töne gegen die Finanzindustrie gesungen hätte, nun, das ist freilich irrelevant, nicht? Und wenn Sie noch immer denken, diese ganze Internetz-Urheberrechts-Debatte hätte mit Beatles- und Rolling Stones- und Justin Bieber-Songs oder mit armen brotlosen Musikern und Schriftstellern zu tun, äh, ja, dann würde ich sagen, schlafen Sie bitte weiter und stören Sie nicht meine Kreise.

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Gedanken zum Bachmannpreis 2011

Bachmannpreis 2011 3sat Web-TV
Das TV-Bild ist flöten gegangen!

Heute hat also der »Lesemarathon« zum Bachmannpreis begonnen. 14 Autoren lesen ihre Wettbewerbstexte einer Jury vor und hoffen auf gnädige Akzeptanz. Aha. Im TV und im Web wird dieser literarische Event live-haftig ausgestrahlt und der geneigte Literaturzampano in spe kann somit an den Lippen der Autoren hängen. Aha.

Heute standen demnach 5 Autoren im Rampenlicht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich gehe davon aus, dass diese Angelegenheit explizit gegen die Genfer Konvention verstößt, aber das juckt natürlich niemanden. Wir wissen doch, wozu solche Casting-Shows in erster Linie dienen, oder? Wenn es also den Verantwortlichen des Bachmannpreises um Literatur und die (ernsthafte, also längerfristige) Auseinandersetzung mit literarischen Texten ginge, dann würden sie alles daran setzen, die Veranstaltung in der bücherfreundlichsten Stadt durchzuführen und nicht in Klagenfurt, die laut Schriftsteller Winkler keine einzige Stadtbibliothek hat. Das ist, man verzeihe mir diese brachiale Wortmeldung, erbärmlichst. Wirklich.

Der Wettbewerb sieht vor, dass der Autor seinen Text vor Publikum, Jury und laufenden Kameras vorliest. Danach wird diskutiert. Also, die Jury befindet über den Text – und damit natürlich auch über den Verfasser. Das erinnert mich an jene Eltern, die im Beisein ihrer Kinder über ihre Kinder erzählen. Ich finde dieses Verhalten ziemlich grotesk. Weil es ja den Kindern anzeigt, dass sie wie eine stumme Sache wahrgenommen werden, über die man sprechen kann. Genauso verhält es sich auch in Klagenfurt. Die Jury lästert sich einen ab, beflegelt Sätze und Komposition und zieht allerlei literarische Querverweise. Die Eitelkeit der Jury-Mitglieder findet jedenfalls Raum und Zeit sich hübsch hässlich zu entfalten. In Zeiten der Casting-Shows sind die Jury-Mitglieder ja die heimlichen Stars. Jedenfalls wollen sie das glauben.

Über die Texte will ich nicht viel sagen. Ich finde das ganze Getue irgendwie seltsam übertrieben. Gewiss, ein bisschen Trommelwirbel im sonst so leisen Literaturbetrieb kann nicht schaden. Aber die Ernsthaftigkeit geht dabei flöten. Ich meine, man stelle sich vor, es käme, sagen wir, Ernest Hemingway auf die Bühne und liest einen seiner Texte. Würde er im Anschluss duckmäuserisch den Kommentaren der Jury lauschen? Würde er sich vielleicht eingestehen, dass er besser Journalist bleiben sollte? Nope. Ich würde mir wünschen (und das ist jetzt natürlich dem Mythos Hemingway geschuldet), der junge Hemingway steht langsam auf, geht zu einem der Jury-Mitglieder, nimmt diesen am Kragen und zischt ihm ein »An intelligent man is sometimes forced to be drunk to spend time with some fools.« – Und dann würde er langsam aus dem Saal gehen und in die nächste Bar. Ja, das würde ich mir wünschen. Das ist nämlich gelebte Literatur. Die heutigen Schreiberlinge sind brav und angepasst und entwickeln sich zu seltsam langweiligen Bürokraten ihrer Texte. Gut. Das muss wohl für viele so sein. Texte entstehen nicht in der Bar, sondern am Schreibtisch und vor allem im Kopf. Punkt.

Der Bachmannpreis hat so viel mit Literatur zu tun wie Catchen am Heumarkt (Wrestling) mit Sport. Amüsanter Nervenkitzel. Aber am Ende tut sich keiner wirklich ernsthaft weh. Schließlich geht es um Show. Und Verkaufszahlen. Aber nicht um Bücher und Bibliotheken.

Ich habe mir schon oft Gedanken darüber gemacht, wie es sein kann, dass in einem Land, das von sich behauptet einer aufgeklärten kulturell hochstehenden Zivilisation anzugehören, dass in diesem Land es zwar hunderte von Glücksspiel-Lokalitäten gibt, die rund um die Uhr offen haben, aber keine einzige kulturelle Einrichtung, die dem Bürger 24/7 offen steht. Wer jetzt mit der Erklärung kommt, dass es dafür kein Geld gäbe, wird sofort und auf der Stelle ausgepeitscht. Wirklich. Wofür in einer Gesellschaft Geld da ist, bestimmt die Gesellschaft, also die Bürger. Niemand sonst. Wenn morgen die Finanzwelt kollabiert, mit all ihrem virtuellen Derivat-Spielgeld, dann werden die Bürger gebeten, ihrer Bürgerpflicht nachzukommen und die horrenden Verluste der privatwirtschaftlichen Banken- und Finanzwelt zu tragen. Ohne dass darüber lang und breit befunden werden würde. Was sein muss, muss wohl sein. So heißt es. Tja. Schöne neue Welt.

Was ist Google+ bitteschön? Erste handfeste Gedanken zur Konkurrenz von facebook!

So sieht es aus, die neue soziale Ordnung!

Gestern von Heike Schmidt (UTB Verlag) einen Invite zum neuen sozialen Netzwerk von Google bekommen. Hui. Da ist es ja kurzzeitig drunter und drüber gegangen. Ja, so ist das mit (künstlich herbeigeführten) Beschränkungen: jeder möchte eingeladen werden (gestern schrieb ich über die Analogie zwischen Social Media und einer Party – und voilà, schon gibt’s die nächste steile Fete und plötzlich brauchst du ne Einladung, um dabei zu sein). Warum will jeder eingeladen werden? Ein soziales Netzwerk ist ja de facto nur eine Hülle, anaolg der Party-Location. Die kann vielleicht so toll sein, dass es dir die Schuhe auszieht, aber nach einer kleinen Weile wirst du dich umsehen und nach bekannten oder interessanten Gesichtern Ausschau halten. Und wenn sie nicht da sind, tja, dann kann es noch so funkeln und glühen, du gehst zur nächsten Fete. Dort, wo ordentlich etwas los ist.

Gestern haben sich also viele der üblichen Verdächtigen in meinen Kreisen bewegt. In der Tat gibt es in Google+ die Möglichkeit, seine Beziehungen in Listen oder Kreisen anzuordnen. So könnte man einen Kreis mit seinen Fußball-Spezis machen und etwaige Beiträge nur für sie freischalten (man will ja keinen Platz- respektive Profilsturm aufgebrachter Fans auslösen). Das ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Klar. Damit muss man erst lernen, umzugehen. Überhaupt ist ja jedes neue Tool, jedes neue soziale Netzwerk eine stetige Herausforderung an Körper und Geist. Kommt nicht von ungefähr, wenn es heißt, dass man ein Leben lang lernen müsse.

Ich habe also gestern ein paar Stunden mit Google+ zugebracht. Viel kann ich jetzt noch nicht sagen. Tja. Da gibt es wohl andere, bessere Beiträge, die ins Detail gehen und jeden Button zerlegen. Zum Beispiel jener von Felix Disselhoff. Er spricht in seinem Artikel davon, dass Google+ das „sozialere Social Network“ ist. Gut. Dann machen wir die Probe aufs Exempel und „befreunden“ uns mit Felix. Nope. Ich kenn ihn nicht. Er kennt mich nicht. So. Schon zu einem neuen Kreis hinzugefügt: Medienleute. Zugegben, wenn man nicht aufpasst, hat man dann hundert Circles und ist so verwirrt, wer wo in welchem hinzugefügt wurde – oder eben nicht, dass man am Ende vermutlich sowieso wieder alles freischaltet. Tja. Das ist ja das Problem mit diesen komplexen sozialen Netzwerken. Es braucht Zeit und Muße, um sich zurechtzufinden. Und natürlich den Willen. Tatsächlich ist ja das Beziehungsgeflecht eines Menschen eine Anhäufung chaotischer Systeme. So etwas zu strukturieren kann ja nur mühsam und schwierig, vielleicht sogar unmöglich sein.

Aber wo Felix (ich kenn ihn noch immer nicht, obwohl wir jetzt natürlich in Google+ verknüpft sind) Recht hat, ist, dass das neue Netzwerk in der Tat sozialer tut. Während man sich in facebook im Prinzip nur mit jenen Leutchen verbinden darf, die man auch im realen Leben kennt (oder anderwertig kennengelernt hat), ist es Google+ herzlich egal, wie du mit jemanden im richtigen Leben in Verbindung stehst. Das macht durchaus Sinn. Jedenfalls so lange,  bis die Psycho-Stalker einem die Tür einrennen (okay, zumeist kennt man solche Geschichten nur vom Hörensagen, was wohl daran liegt, dass mein Profil-Foto einen abgehalfterten Typen zeigt und kein hübsches Mädel mit Modelmaßen ). Ja, in Facebook hat man immer im Hinterkopf, dass der andere, der einem gerade eine Freundschaftsanfrage geschickt hat, ein durchgeknallter Typ sein muss. Wie sonst ist es zu verstehen, dass einem Facebook fragt, ob man diesen Freund wirklich kennt. Und falls man ablehnt und zugibt, den Kerl nie gesehen zu haben, tja, dann schätze ich, wird das Zuckerberg-SWAT-Team ausgeschickt und …

Hin und wieder, als umtriebiger Indie-Autorenverleger (Beware! In früheren Zeiten haben die Leutchen ihre Häuser verschlossen, wenn so ein Gringo in das Dorf geritten kam), klickt man auf Profile und sieht sich Fotos und Einträge an. Man will ein Gefühl für den Menschen bekommen. Und ob er oder sie mich interessiert. Man könnte sagen, es ist, als würde man sich zu einer Gruppe stellen und einfach nur mal den Gesprächen folgen. Später würde man vielleicht gerne den einen oder anderen Einwurf machen, tja, das geht aber nicht, weil du vorab mit den Leuten befreundet sein musst, um zu kommentieren (wobei, man könnte es in den Sicherheitseinstellungen festlegen, ob auch Fremde kommentieren dürfen – aber wer will schon, dass einem wildfremde Typen auf die Türmatte pinkeln? Eben!).

Google+ steht diesbezüglich besser da. Wenn dich der andere nicht mag, kann er dich blockieren (geht in Facebook natürlich auch). Das heißt, wir haben es hier in der Tat mit zwei philosophisch moralischen Grundhaltungen zu tun:

  • Google+ geht davon aus, dass alle Menschen miteinander auskommen und falls einer sich nicht an die Regeln hält, na gut, dann wird er aus der Kommunikation ausgeschlossen („Pfui! Stell dich in die Ecke!“).
  • Facebook geht davon aus, dass alle Menschen NICHT miteinander auskommen. Primär werden mal alle  in die Ecke gestellt. Und nur jene, die sich bereits irgendwo, irgendwann, irgendwie über den Weg gelaufen sind, können es miteinander probieren.

Ja, als kommunikativer Indie-Autorenverleger (Fenster und Türen schließen!) kommt mir Google+ sehr gelegen. Immerhin kann ich dann meiner voyeuristische Leidenschaft frönen. Ich meine, woher soll ein Autor seine Ideen schließlich bekommen? Bestimmt nicht aus dem echten Leben. Dafür ist keine Zeit. Das echte Leben ist nun die virtuelle Welt. Hui. Dort bin ich Kaiser. Wo sind meine Kleider?

Bilderberg? Nur ein Häufchen Elite, Folks.

update: Bilderbullshitting the Public – Taki’s Magazine

update: Bilderberg 2011 – The tipping point – Guardian

Schon mal den Namen BILDERBERG gehört oder gelesen? Hm. Ja, wenn man sich mit alternativen Medien herumschlägt, dann taucht der Name immer wieder auf. Im gleichen Atemzug mit Weltverschwörung und New World Order. Hm. Wenn man sich das Who is who der Teilnehmer anguckt, die sich über die Jahrzehnte so versammelt haben, dann ist das schon recht ordentlich. Was hinter gut gesicherten und absolut verschlossenen Türen so palavert wird, nun, das weiß niemand so recht. Es darf vermutet werden, dass es nicht um das Wetter oder die anstehende Frauen-Fußball-WM in Germanien geht (wobei, die DFB-Damenauswahl hat nen hübschen Kalender gemacht, auf der die Damen, nun ja, recht freizügig abgelichtet wurden – also, für mich wäre das schon ein Gesprächsthema).

Keiner weiß also wirklich etwas, außer, dass sich sehr einflussreiche, sehr wohlhabende, sehr blaublütige, sehr angesehene, sehr interessante, sehr politische Menschen (zumeist natürlich Männer) für ein paar Tage treffen und palavern. Punkt.

Interessanter finde ich, wie über dieses Treffen in den Mainstream-Medien berichtet wird. Um ehrlich zu sein, ich glaube fast, dass der gewöhnliche Bürger von diesen Konferenzen (wollen wir sie mal so benennen) so gut wie nichts erfährt. Oder wussten Sie, dass die Konferenz für dieses Mal in der Schweiz, in St. Moritz, abgehalten wird? An diesem Pfingstwochenende? Immerhin, der Guardian schreibt darüber, wenn auch um den heißen Brei.

Jetzt könnte man natürlich sagen, diese Mitteilung ist von keinem medialen Interesse. Gut. Möglich. Aber nehmen wir den Fall, dass sich die Präsidenten und Spitzenfunktionäre der angesehensten Fußballvereine der Welt für drei Tage in eine Hotel-Anlage zurückziehen, wäre da nicht der Teufel los, im Blätterwald? Würde man da nicht beginnen, sich zu fragen, was zum Teufel die da besprechen? Und wozu sie sich treffen? Neugier ist schnell geweckt, wenn sich eine illustre Schar zusammenfindet. Das war schon immer so. Das wird auch immer so bleiben. Warum also bringen die Medien es nicht auf die erste Seite? Spekulieren über Inhalte und Themen und Agenden – zum Beispiel: über Griechenland und die EU und den Euro und die Probleme, die die Bankiers und Finanzleute alsbald haben werden. Oder über die USA, deren Wirtschaftslage gefährlich nach Depression aussieht. Oder über den arabischen Frühling und was er ausgelöst hat. Oder über die gegenwärtige inhumane Vermögensverteilung. Oder über die Gefahren des Internets und der E-Books … okay, streichen wir E-Books.

Die Welt ist komplex! Wirklich. Aber es gibt einen Wirkstoff, der in allen Ländern, in allen Köpfen funktioniert: Geld! Gut, gut, es gibt natürlich unerschrockene Leutchen, die nicht korrumpierbar sind. Aber was nutzt es, wenn du einen Unbestechlichen unter hundert Bestechlichen hast? Nichts. Eh man sich versieht, wird der Unbestechliche aus dem Rennen genommen. Ein medialer Skandal ist schnell gemacht. Und wenn das auch nichts nutzt, nun, für Geld lässt sich Vieles glatt bügeln. Yep. Das sollten wir nicht vergessen. Geld und Macht gehören zusammen. Wer Geld hat, hat auch Macht. Und wer Macht hat, hat auch Geld oder kann zu welchem kommen. Das ist wiederum nicht sonderlich komplex, oder?

Die Gefahr, mit so einem Blog-Beitrag als Verschwörungstheoretiker in eine Ecke gestellt zu werden ist groß. Sehr groß. Deshalb will ich hier und jetzt sagen, dass ich in keiner Weise daran denke, dass diese ausgesuchte Elite in irgendeiner Weise negativen wie positiven Einfluss am Weltgeschehen nimmt. Es sind nur ältere Herren, die sich für ein paar Tage eine Auszeit nehmen und das Leben genießen. Ja, das würde ich auch gerne.

Wer also ernsthaft wissen möchte, was wirklich wirklich hinter verschlossenen Hotel-Türen so besprochen wird, nun, der könnte ja eine freundliche Anfrage an einen der Herren richten. Zum Beispiel an Herrn Rothensteiner. Oder an Herrn Scholten.  Oder an Herrn Bronner. Oder an Herrn Nass. Oder an Herrn Steinbrück. Oder an Herrn Faymann. Ach so, ja, die beiden Letztgenannten sind demokratisch gewählte Politiker, die natürlich nur das Gemeinwohl ihrer Bürger im Sinn haben. Natürlich. Und wenn man sich die Leute anguckt, aus welchen Bereichen sie allesamt kommen, dann gibt’s dort alles, was man so zum Leben nicht braucht: Arzneimittelabfall, Lebensmittelmüll, Softdrinkabwasser, Elektroschrott, Autoschrott, Medienmüll und so weiter und so fort. Künstler oder Querdenker oder Philosoph oder Humanist konnte ich jedenfalls noch keinen ausmachen.Vermutlich haben sich diese als Hotelangestellte verkleidet und bedienen die Herrschaften für ein paar Münzen.

Also, ich geb zu, da kann einem schon schwindlig werden, wenn man die Liste durchsieht. Beinahe bin ich versucht, mir ein Kopfschmerzmittel einzuwerfen. Und wenn ich gerade dabei bin, frage ich mich gerade, wer die Preise für Arzneimittel, Lebensmittel, Softdrinks und dergleichen festlegt? Und wer prüft eigentlich, welche Stoffe sich denn so in den Lebensmittel, Softdrinks und Arzneimittel befinden dürfen? Und wer informiert eigentlich den Bürger? Hmm. Ja, da schmerzt der Kopf ordentlich.