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Und der Gewinner in der Kategorie Antisemitismus geht an: Oscar So White

Facts_Huxley

Haben Sie es auch gehört, dass gerade ein Sturm der Entrüstung auf Hollywood niedergeht. Grund ist, dass die schwarzafrikanischen Kandidaten für die diesjährige Oscar-Verleihung leer ausgingen. Kein Wunder, so heißt es, sind doch von den 6300 Juroren – Mitglieder der Academy Awards – ganze 94 Prozent weiß (77 Prozent männlich und das Durchschnittsalter liegt bei 63 Jahren). Grund genug, einen Boykott der Hollywood-Beweihräucherungszeremonie mit dem Slogan Oscars So White zu fordern.

Der Aufschrei der Ignorierten – seien sie schwarz oder weiblich – klingt jetzt natürlich in Zeiten der political correctness nachvollziehbar und durchaus vernünftig. Aber einen wesentlichen und wichtigen Punkt übersehen all die politisch korrekten Leutchen in den Redaktionsstuben: Hollywoods Entscheidungsträger sind zum größten Teil jüdisch. Marlon Brando hatte 1997 keine Scheu es Larry King in einem TV-Interview zu sagen (»Hollywood is run by jews«), aber generell wird dieser Umstand verschwiegen. Warum? Aus Angst, als Antisemit abgestempelt und vom Futtertrog Hollywoods verdrängt zu werden. Mel Gibson kann darüber ein Lied singen. Genauso Charlie Sheen, Courtney Love oder John Galliano – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auf der anderen Seite ist es Mel Brooks oder Larry David oder Woody Allen hoch anzurechnen, dass sie „ihre“ Angelegenheit auch mit Humor betrachten.

Wenn es also einen Boykott-Aufruf gegen „Hollywood“ gibt, dann schwingt meiner Meinung nach unterschwellig eine antisemitische Haltung mit. Viele sind sich dessen nicht bewusst, aber so funktioniert nun mal Manipulation auf subtiler Ebene. Ehe man sich versieht, verliert man seinen Job oder wird vor Gericht gestellt, weil man im guten Glauben 140 Zeichen für die gute Sache in die humorlose Welt entließ.

Kurz und gut, wir haben uns mit der Political Correctness gesellschaftlich ins Knie geschossen. Früher oder später wird niemand mehr wissen, welche Vorwürfe andere Vorwürfe entkräften können. Darf beispielsweise ein muslimischer Asylwerber aus Afrika einen jüdischen Beamten in den USA der Diskriminierung beschuldigen – oder macht er sich damit des Antisemitismus schuldig? Darf ein homosexueller Mann seine Vorgesetzte der Inkompetenz beschuldigen – oder wird er als sexistischer und frauenfeindlicher Mann denunziert? Kann ein syrisch-christlicher Asylwerber der Hetze und Diskriminierung gegenüber türkisch-muslimischer Österreicher belangt werden? Könnte die Jury des Amadeus-Awards 2015 des Sexismus und der Frauenfeindlichkeit bezichtigt werden, weil sie in der Kategorie „Künstlerin des Jahres“ einen Mann den anderen nominierten Frauen vorzogen? Und schließlich muss die Frage erlaubt sein, warum ich das Gefühl habe, dass ein „weißer christlicher heterosexueller Mann“ sich niemals diskriminiert fühlen darf.

Man kann es drehen und wenden wie man möchte, political correctness ist nur ein Werkzeug des Establishments um Dissidenten und Zweifler und Wahrheitssucher und investigative Journalisten und populäre Politiker und unangenehme Professoren aus dem Verkehr zu ziehen. Also passen Sie ja auf, welchen Boykott-Aufruf sie öffentlich unterstützen und welchen Teufel Sie beim wahren Namen nennen. Gut möglich, dass es ihre eigenen vom System politisch korrekt erzogenen Kinder sind, die Sie ausspionieren und verraten werdem. Aber wer weiß, vielleicht sind Sie dann sogar stolz darauf.

Je suis … encore

Jesuischarlie2016

Ein Jahr ist das Ereignis rund um den Anschlag auf das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo alt und noch immer sind viele Fragen unbeantwortet. Präsident Hollande nutzte jedenfalls den Jahrestag um schärfere Gesetze anzukündigen und eine Gedenktafel für die Opfer „schwerbewaffneter Islamisten“ zu enthüllen. Interessanterweise fehlt hier Kommissar Helric Fredou, der sich in seinem Büro mit seiner Dienstwaffe das Leben genommen haben soll, nach dem er die Familie eines der Opfer der Anschläge besuchte. Depression und Burn-Out waren die Ursachen des Suizids, liest man. Jetzt mal Hand aufs Herz: Glauben Sie das wirklich? Und weil es so un-glaublich ist, haben die großen und kleinen Medienhäuser das gemacht, was sie am besten können: Ein unerklärliches Ereignis unter den Teppich kehren und so tun, als gäbe es hier nichts zu sehen. Man muss schon in der Asia Times nachblättern, um etwas über dieses mainstream news blackout zu erfahren. Da passt es ganz gut, wenn ein CDU-Politiker die Mainstream-Medien in Bezug auf die Berichterstattung über die Vorfälle zur Silvesternacht in Köln als  Schweigekartell bezeichnet.

Ebenfalls unter den Teppich gekehrt wurde der kryptische Kommentar des türkischen Präsidenten Erdogan, der meinte, dass die Täter des Anschlags französische Bürger seien und man es Muslime in die Schuhe schieben wolle. Der Bürgermeister von Ankara ging einen Schritt weiter und erklärte, dass hinter den Anschlägen der israelische Geheimdienst Mossad stehen würde, um die westliche Welt gegen den Islam aufzubringen.

Auch wenn viele Aussagen und Kommentare und Überlegungen zu all den traumatischen Ereignissen der letzten Jahr im ersten Augenblick haltlos und absurd und konspirativ scheinen, so gehören sie trotzdem gehört und zur Diskussion gestellt. Unangenehme Informationen und Fakten in den Wind zu schlagen sowie behördliche Erklärungen als heilig und unantastbar hinzustellen, nur um ja keine Wellen zu schlagen, ist eine mediale Politik, die früher oder später den Verantwortlichen auf den Kopf fallen wird – siehe Köln, anno 2016.

Ich möchte mir wünschen, dass der eine oder andere Bürger in Zukunft den Medien und den Behörden mit mehr Skepsis begegnet und der Maxime von Literaturnobelpreisträger Harold Pinter folgt:

Als Bürger muss ich fragen: Was ist wahr? Was ist falsch?

Hier noch zwei meiner damaligen Blog-Beiträge, die sich mit den Anschlägen in Paris auseinandersetzen.

gebloggt Freitag, 16. Jänner 2015:
Inszenierte Terror-Anschläge – Eine Einführung

gebloggt Montag, 12. Jänner 2015:
Je suis …