richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: 9/11

Die Hörigkeit der klugen Leute bezüglich 9/11

Die letzten Tage ist das Gespräch auf den Anschlag vom 11. September 2001, sprich 9/11, gekommen. Kluge Leute saßen da mit mir am gemütlichen Tisch. Abitur. Studium. Technisch durchaus versiert. Liberal. Aufgeklärt. Und doch verteidigen sie mit Händen und Füßen die offizielle Version des Anschlags. Warum?

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Akte X – Episode 3.20: Alles, was Sie über die Wirklichkeit wissen müssen

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Gleich vorweg muss ich ein Geständnis machen: Die Serie Akte X hat mich seinerzeit nicht die Bohne interessiert. Deshalb habe ich auch keine einzige Folge zur Gänze gesehen. Bis gestern. Der Hype um die Neuinszenierung vulgo „Aufwärmerei“ hat mich natürlich auch erreicht – soll es doch (aber nicht nur) um tatsächliche, also reale Verschwörungen gehen, sei es beispielsweise die Vertuschung der Hintergründe von 9/11, sei es die amerikanische Entwicklung von einer demokratischen Republik zu einem totalitär-orwellschen Polizei- und Überwachungsstaat. Nichts Neues für den skeptischen Bürger, natürlich. Aber gut möglich, dass der eine oder andere FOX-TV-Zuseher nachdenklich die Stirn runzelt und für kurze Zeit unangenehm berührt am Sofa wetzt. Sollte das tatsächlich der Fall sein, dann hätte die neue Akte-X-Serie bereits viel geleistet. Mehr als so manche ernstzunehmende Dokumentation.

Im Zuge meiner virtuellen Erkundungsreise rund um das Akte-X-Universum bin ich auf die (angeblich) beste aller Episoden gestoßen. Es ist die 20. Episode in der 3. Staffel:
Jose Chung’s ‚From Outer Space

Eine Kurzzusammenfassung möchte ich hier gar nicht erst geben, weil es zu viel verraten würde. Nur so viel, dass ein ehrwürdiger Schriftsteller ein Buch über alien abductions, also die Entführung von gewöhnlichen Menschen durch Außerirdische, schreiben möchte. Auf die Idee ist er freilich nicht selbst gekommen, vielmehr war es sein Verlag (und der entsprechende Vorschuss), der ihn für dieses Thema gewinnen konnte. Der Schriftsteller interviewt Dana Scully und andere Involvierte einer kürzlich erfolgten Entführung und versucht sich so ein Bild der tatsächlichen Geschehnisse zu machen. Beeindruckend bei alledem ist nicht nur, dass es sich bei dieser amüsanten Episode um eine Parodie der eigenen Serie handelt, sondern dass die Montage der vielen vergangenen und gegenwärtigen Ereignisse perfekt ineinandergreifen.

Jeder angehende Drehbuchautor sollte diese Episode gesehen haben – um zu begreifen, wie ein komplexes Puzzlestück ausgebreitet und Stück für Stück zusammengesetzt wird, ohne zu viel vorwegzunehmen, ohne den Zuseher zu überfordern oder ihn bei der Hand zu nehmen.

Aber auch wenn es sich um eine Parodie auf die Serie selbst bzw. auf das Genre handelt, so werden dann doch auch wieder faktische Tatsachen eingeworfen, beispielsweise das seinerzeitige geheime (und illegale) CIA-Programm Mk ULTRA, in der gewöhnliche Menschen einer Gehirnwäsche bzw. -programmierung (Mind Programming) unterzogen wurden. Es fehlt auch nicht an sonst selten gehörten Fragen, etwa, ob der Buchverlag, der zum military-industrial-entertainment-Komplex gehört, nicht mit Kalkül absurde Geschichtchen von/über UFO-Freaks publiziert, um ernstzunehmende Wahrheitssucher lächerlich zu machen. Oder die Frage, ob der Beamtenapparat – sei dieser FBI oder Justizbehörde – an  Aufdeckungen im militärischen Umfeld überhaupt interessiert ist.

Aber wirklich witzig ist der Umstand, dass kein geringerer als Ex-Navy Seal, Wrestler und spätere Gouverneur von Minnesota Jesse Ventura in dieser Folge einen der beiden Black Men verkörpert, deren Job darin besteht, Zeugen einzuschüchtern oder auf die richtigen Gedankensprünge zu bringen. Ja, jener Ventura, der 2009 seine eigene (durchaus empfehlenswerte) TV-Serie erhielt: Conspiracy Theory.

Jesse Ventura and his team of investigators dig deep into the behind-the-scenes government doings. What he reveals will shock you and awe you, but still, you’re left to make up your own mind about what you do or do not believe.

Was uns die TV-Serie Wayward Pines über die Welt verrät

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Haben Sie bereits von der US-TV-Serie Wayward Pines gehört? Kein geringerer als M. Night Shyamalan zeichnete für die erste Staffel (10 Episoden) verantwortlich. Ja, das ist jener Filmemacher, der vor vielen Jahren mit Filmen wie The Sixth Sense, Unbreakable und The Village für Furore sorgte. Tja, aber  der Hype hielt nicht lange an und die Flops sind heute bereits Legende (The Last Airbender, After Earth).

Wie dem auch sei, wer sich für ein unheimliches Katz-und-Maus-Spiel in einer amerikanischen Kleinstadt interessiert, in der nichts ist wie es scheint und der Protagonist (Matt Dillon) anfänglich genauso im Dunkel tappt wie der Zuseher, der ist mit der TV-Serie bestens bedient. Freilich, ein Meisterwerk darf man sich bei alledem nicht erwarten, aber die Spannung reicht, um hängen zu bleiben. Nur gegen Ende schlägt die Serie über die üblichen Genre-Klischee-Stränge und enttäuscht.

Nichtsdestotrotz würde ich die TV-Serie empfehlen. Aber schalten Sie dabei Ihr Gehirn nicht aus, nein, vielmehr verstehen Sie das Ganze als eine Parabel auf die Zeit des Kalten Krieges und des (gegenwärtig andauernden)  War on Terror. Stellen Sie sich nur mal vor, die Filmemacher und die Produzenten und das Studio hätten Eier in der Hose gehabt, die Serie hätte ein Meilenstein in der Geschichte der Mainstream-TV-Literatur werden können. Aber da niemand die Hand beißt, die ihn füttert, bleibt es Ihnen und mir überlassen, die Parabel in allen Details weiterzuspinnen.

Falls Sie nun angebissen haben, dann gucken Sie sich die Serie an und kommen dann an diese Stelle wieder zurück – denn nun beginnen die Spoiler. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Will man den Plot auf den Punkt bringen, dann ist es, dass ein (größenwahnsinniger / menschenfreundlicher ?) Wissenschaftler gesunde Menschen in der Gegenwart auswählt, diese entführt und in einen Tiefschlaf versetzt, um sie tausende Jahre später für ein neues Zivilisationsprojekt heranziehen zu können, da die Menschheit und die Zivilisation, so wie wir sie kennen – dank Umweltverschmutzung und Krankheiten -, aufgehört hat, zu existieren.

Der Wissenschaftler und sein Team sorgen in der Abgeschiedenheit Iowas dafür, dass eine Kleinstadt namens Wayward Pines, umgeben von Bergen und Zäunen, zur letzten Insel der Zivilisation im Jahr 4028 wird. Es steht viel auf dem Spiel, weshalb der Wissenschaftler und seine Helfer danach trachten, die Bewohner zu täuschen, zu beobachten und eventuelle Verfehlungen gegenüber der Gemeinschaft streng zu ahnden. Zusätzlich werden die jüngsten Bewohner in der Schule indoktriniert und darauf vorbereitet, in den kommenden Jahren eine Führungsrolle einzunehmen. Gäbe es da nicht eine Untergrundbewegung, die mittels Anschlägen die „Wahrheit“ ans Licht bringen und flüchten möchte, wäre die Kleinstadt tatsächlich der friedliche Himmel auf Erden.

Nun, in der Serie wird einem bald klar gemacht, dass es eine tatsächliche Gefahr außerhalb der Stadt gibt und die Zivilisation aufgehört hat zu existieren. Aber nehmen wir nur mal an, dem ist nicht so. Mit anderen Worten, wir befinden uns noch immer in der Gegenwart und das Ganze ist nichts anderes als ein behördliches Geheimprojekt (Black Ops). Die Aufgabe der „Kontrolleure“ würde nun darin liegen, den Einwohnern die Illusion einer großen Gefahr, die vor der Stadt lauert, zu verdeutlichen (Ja, das erinnert natürlich an The Village). Dabei könnte sogar der Wissenschaftler selbst ein Getäuschter sein.

Jedenfalls, wenn die Bürger an die Illusion einer Gefahr vor der Stadt glauben, werden sie bereit sein, alles zu tun, um diese „Gefahr“ abzuwenden. So funktioniert Massenbeeinflussung. Damals wie heute. Gestern waren es Kommunisten, die die Welt unterjochen wollten, heute sind es Terroristen, die die westliche Zivilisation in ein blutiges Chaos stürzen möchten und übermorgen sind es Gestaltwandler, die danach trachten, die Menschheit auszurotten. Der Phantasie sind bei alledem keine Grenzen gesetzt – den für gewöhnlich vertauensseligen Menschen muss nur ordentlich Angst eingejagt werden, der Rest ist ein Kinderspiel.

Und jetzt spinnen wir die Sache weiter. Also, die ganze Angelegenheit ist ein behördliches „Forschungsprojekt“ in der Größenordnung des Manhattan-Projekts*. Die Filme-Macher hätten nun Schicht für Schicht die Befehls-Struktur freilegen können, hätten zeigen können, wie geheime (und illegale) Operationen geplant, ausgeführt und geleugnet werden, hätten andeuten können, mit welchen Werkzeugen die Verantwortlichen arbeiten, um beteiligte Leute, die Bescheid wissen („in the know„) bei Stange zu halten: Manipulation, Erpressung, Militärbefehl, Bestechung, Drohung, Schmierkampagne, Mord, usw.

Bei wichtigen geheimen Projekten legen die Verantwortlichen zu mindest drei „Wahrheits“-Schichten fest. Die erste Schicht ist die offizielle Version. Nehmen wir die Ereignisse von 9/11 als Beispiel. Hier ist die erste Wahrheit jene, dass 19 muslimische Selbstmordattentäter vier Flugzeuge entführten und damit in Gebäude flogen bzw. fliegen wollten, um diese zum Einsturz zu bringen. Mit dieser „Wahrheit“ werden nun die Menschen – ob klein, ob groß – tagein tagaus von den Mainstream-Medien gefüttert, sozusagen konditioniert.

Nun gibt es aber Personen, die Fakten kennen, die der offiziellen Version widersprechen. Beispielsweise, dass zwei, der vier „entführten“ Flugzeuge gar nicht erst in der Luft waren. Oder dass alle vier Passagierflugzeuge in den Datenbanken der Fluglinien noch für eine ganze Weile als „aktiv“ gekennzeichnet waren. Oder dass die (Mobil)Telefonanrufe der Passagiere bzw. der Flugbegleiterinnen zu jener Zeit technisch nicht möglich gewesen sind oder dass die Flugzeuge noch keine Telefone im Rücken der Sitze hatten. Mit anderen Worten, die Manager, Direktoren und höheren Bereichsleiter der beiden Fluglinien, die Zugriff zu den relevanten Informationen hatten, wissen, dass die offizielle Version so nicht stimmen kann. Ähnliches trifft auch für die Verantwortlichen in den TV-Stationen zu, die bereit waren, die Flugzeuge in die „Live“-Bilder einzufügen und Anweisung zu geben, was von wem gesagt werden durfte und was nicht.

All diesen Leuten „in the know“ (dazu zählen auch Politiker und Abgeordnete) muss die Behörde also „die Wahrheit“ erzählt haben, die in Wirklichkeit nur eine zweite „offizielle Version“ ist. Beispielsweise könnte man ihnen gesagt haben, dass die Angriffe mit Marschflugkörper erfolgten, die von einem „entführten“ U-Boot, das an der Atlantikküste aufgetaucht ist, abgeschossen wurden.

Was auch immer an diesem Tag geschehen bzw. nicht geschehen ist, auch nach 14 Jahren tappt der Bürger im Dunkel. Während der Gutgläubige all die Widersprüche zur offiziellen Version in den Wind schlägt, wird der Skeptiker das unangenehme Gefühl nicht mehr los, von Politikern, Behörden und Medienhäusern getäuscht worden zu sein. Aber noch unangenehmer für ihn ist die Befürchtung, dass es diese behördlich-mediale Täuschung seit vielen, sehr vielen Jahren gibt. Ja, nichts ist, wie es scheint, in Wayward Pines

update: Die bisher letzte [große Krisen- und Verschwörungsepoche] habe mit den Anschlägen auf Amerika vom 11. September 2001 begonnen. In manchen Kreisen – nicht nur bei Rechtsradikalen – ist wider alle Fakten die Idee sehr populär, die USA (respektive „die Juden“) hätten den Angriff vom 11. September selbst inszeniert.

Wo dunkle Mächte wirken
Süddeutsche Zeitung, 1. Jänner 2016

*) ehrlich gesagt, ich frage mich, was in der „Forscherstadt“ Los Alamos wirklich vor sich gegangen ist

Die Angst all der Streeruwitze vor Donald Trump

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Im Feuilleton Österreichs führender Qualitätszeitung (O-Ton der Webseite) Der Standard habe ich den langen Essay der Schriftstellerin Marlene Streeruwitz mit dem Titel Die Stunde der Wahrheit des Geldes gelesen. Es geht darin – wie man unschwer auf dem großflächigen Foto, das dem Artikel vorangestellt ist, sehen kann – um Donald Trump, einer der republikanischen Anwärter für den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf.

Es sieht ganz danach aus, als würde Oscar Bronners Journal Stimmung gegen Trump machen wollen. Das ist ein gutes Zeichen und spricht für The Donald. Unbedingt.

Die Autorin, die in Wien, Berlin, London und New York lebt, versucht in ihrem Essay Trump mit der üblichen Anschwärzung bzw. Anbräunung zu diffamieren. So stellt sie gedankliche Querverbindungen auf – von der FPÖ eines Haiders und Straches bis hin zum „Führer“, der in der „Wochenschau großer Gesten und gebrüllter Sätze bedurft“. Aha. Im Vorbeigehen erwähnt sie dabei, dass das „Lueger-Denkmal weiter ohne Infragestellung vor sich hinprangen kann“. Zu guter Letzt führt sie noch die Abwertung der Migranten bzw. Flüchtlinge an, die sich für einen Hungerlohn von Kapitalisten wie Trump ausbeuten lassen. Die „Menge johlt“. Die „Hetzrufe aus der Beislecke“ werden nun durch die Postings in „virtuellen Stammtischen“ ersetzt. Tja. Gegen solch eine linkische Darstellung der „Wahrheit“ ist kein rechtes Unkraut gewachsen.

Ich frage mich, welchen Eindruck dieser Essay auf einen unwissenden Leser macht. Hält er es wirklich für möglich, dass Trump mittels einer „reaktionären Comedyrevolution“ die USA in einen „Comedy-Faschismus“ führt? Vielleicht ist es der Autorin noch nicht aufgefallen, aber „Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist längst keine echte Demokratie mehr. Es ist eine Schein-Demokratie hinter der sich eine „Oligarchie mit grenzenloser Korruption“ (Jimmy Carter) verbirgt. Barack Obama – wie all die anderen Präsidenten der letzten Jahrzehnte – ist nur eine Marionette der Elite und aus ihrem Geld „geschnitzt“. Jene Elite, diese ominösen 1 %, für die es „nur noch darum geht, die anderen 99 Prozent in Unsicherheit zu wiegen und damit zur Disposition zu haben“. Apropos Unsicherheit. Dass Streeruwitz die Anschläge von Paris im gleichen Atemzug mit 9/11 und Boston erwähnt, zeigt, wie einfach es mittlerweile für die Medienleute und Politiker geworden ist, mittels des Trauma-Schlüsselworts der westlichen Gesellschaft (9/11) im Bürger den gewünschten Angst-Sorge-Effekt auszulösen. Nebenbei bemerkt, gibt es bei all den Anschlägen der letzten Jahre unzählige Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten, die bis dato weder die Behörden noch die Medien bekümmern.

„An den Universitäten in den USA ist eine neue Diskussion über politische Korrektheit begonnen worden“, schreibt die Autorin und vergisst zu erwähnen, dass es der kulturelle Marxismus war und ist, der die Studenten zu den meinungsunfreiesten Bürgern ihres Landes gemacht hat. Aber für die Autorin ist die gegenwärtige Uni-Diskussion ein „Prozess der Demokratisierung“. Der springenden Punkt bei alledem ist freilich, dass jene Gruppe, die die politische Korrektheit vorgibt, auch den intellektuellen Diskurs mittels der orwellschen Thoughtpolice dominiert. Versuchen Sie doch nur mal die Frage aufzuwerfen, ob eine behördlich festgesetzte Quotenregelung für Gruppe X nicht diskriminierend gegenüber Gruppe Y ist. Oder ob es unwidersprochen hingenommen werden soll, dass sich eine Minderheit, dank Opferrolle und Schuldzuweisung, in eine günstigere gesellschaftliche Position bringen kann. Haben wir es da nicht mit einem „Alle Tiere sind gleich, nur manche sind gleicher“-Mantra zu tun? Ich gehe davon aus, dass die „Diskussion“mit der Diskreditierung des Fragestellers eröffnet und damit auch gleichzeitig beendet wird.

Zurück zum Artikel, wo es Eingangs heißt: „Während der Mindestlohn im Jahr 1968 bei zehn Dollar lag, werden heute 7,25 Dollar in der Stunde bezahlt.“ Wie es zu dieser Verschlechterung des Mindestlohns kommen konnte, erfährt der Leser nicht. Weil die Antwort bei all den Steeruwitze Unbehagen auslösen könnte. Sehen Sie, als in den 1960ern und frühen 1970ern Jahren die Wirtschaft boomte, kamen schlaue und gut bezahlte und bestens vernetzte Denkfabriksmitarbeiter weltweit auf die Idee, Arbeiter aus dem Ausland in das Inland „hereinzuholen“ und die Frauen für die Arbeitswelt zu „rekrutieren“. Politiker und Fachleute und Medienhäuser waren sich einig: Die Wirtschaft benötige dringend mehr Arbeitskräfte. Freilich nur für die Dauer des Aufschwungs. Man prägte den Begriff „Gastarbeiter“ und definierte ihn als einen Arbeiter, der für eine Weile im Inland beschäftigt ist und dann, wenn die Arbeit getan ist, wieder „nach Hause geht“. Der Trick bestand darin, dass die Wirtschaftskapitäne mit den neuen Arbeitskräften nun ein probates Druckmittel in den folgenden Gehaltsverhandlungen hatten. Am Ende bewahrheitete sich die Befürchtung der alten Arbeiter, nämlich dass die neuen ihnen früher oder später den (angemessen bezahlten) Job wegnehmen würden (es sei denn, sie würden zu ähnlichen Bedingungen wie diese arbeiten). Nun, in den 1970ern Jahre war es für den Arbeiter noch möglich, seine Familie gut durchzubringen. Heutzutage ist das nicht mehr möglich. Um es auf den spitzfindigen Punkt zu bringen, könnte man sagen, dass der gutgläubige Mann der Arbeiterklasse vonthe intelligent few aufs Glatteis geführt worden ist. Und jetzt, wo er vor einem Scherbenhaufen seiner Existenz steht, zu recht verzweifelt ist, weil ihn Medien, Politik und Wirtschaft als überflüssig erachten, mahnt Frau Streeruwitz vor der Gefahr, die solch eine massenhafte Verzweiflung auslösen könnte. Sie erwähnt es nicht, aber zwischen den Zeilen schreit es einen förmlich an: Deutschland 1933!

Es ist dieser zynisch herbeifabulierte Umkehrschluss, der die Opfer zu zukünftigen Tätern stempelt, während die tatsächlichen System-Verbrecher unbehelligt ihr gutbürgerliches Dasein in Management-Etagen, Denkfabriks-Salons und Redaktions-Stuben fristen dürfen. All diese Steeruwitze sind nur das Produkt einer gut geölten Propaganda-Maschine, die versucht, die Hände der Täter in Unschuld zu waschen und jene, die frei von Schuld sind, in Blut zu tauchen. Donald Trump mag nicht die beste Wahl sein, aber er zeigt, dass er sich (noch) nicht dem kulturellen Marxismus beugt, ja, dass er für die politische Korrektheit, die eine Minderheit vorgibt, nur ein müdes Lächeln übrig hat. Das erzürnt freilich die Wächter der politischen Korrektheit und sie versuchen alles in ihrer Macht stehende zu tun, um diesen „Komödianten“ zu Fall zu bringen. Es steht zu befürchten, dass es ihnen gelingen wird. Dann wird mit Hillary Clinton zum ersten Mal ein Frau ins Oval Office einziehen. Ich schätze, Frau Steeruwitz würde das begrüßen. Einen Vorgeschmack auf den Humor von Hillary Clinton haben wir bereits erhalten, damals, als sie als Außenministerin die Ermordung von Muammar al-Gaddafi mit einem Lachen quittierte: „We came, we saw, he died …

Lustig, nicht?

 

 

Michael Fleischhacker und die Sache mit der Lügenpresse

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Letzte Woche war es, als ich mit jungen Verlagsmenschen im „Redaktionsbüro“ der NZZ.at saß und den Ausführungen des Chefredakteurs und Co-Geschäftsführers Michael Fleischhacker lauschen durfte. Fleischhacker ist ein intelligenter Mann, gerade einmal ein Jahr jünger als ich, und weiß, wo er zu stehen hat. Auf meine Frage der „politischen Ausrichtung“ der NZZ.at antwortet er zuerst kurz und bündig mit „liberal“. Zwei Atemzüge später erwähnt er den Aufsatz von „Austrian“ F. A. Hayek mit dem sprechenden Titel Why I am not a Conservative. Gerade diese, beinahe im Vorbeigehen hingeworfenen Wissensgustostückerln machen einen Pressemann von Welt aus, wenigstens in den Köpfen gutgläubiger Medienkonsumenten.

In seinem – für gewöhnlich nur zahlenden Abonnenten zugänglichen – Newsletter vom 4. Oktober 2015 macht sich Fleischhacker Gedanken über seine Zunft. Im Beitrag, versehen mit der Überschrift Wir von der Lügenpresse, gesteht der Autor, dass die „anonymen Postings in den Userforen reichweitenstarker Nachrichtenportale […] zum Teil […] berechtigt“ sind und dass „die Auskünfte, die solche Foren über die Stimmungslage in der Bevölkerung geben, in der Regel näher an der Realität sind als die Artikel, unter denen sie gepostet werden“. Allerhand, nicht?

Beinahe möchte man einen zufriedenen Seufzer machen, im Glauben, dass es wenigstens einen Chefredakteur gibt, der bereit ist, über den vorgegebenen Tellerrand zu schreiben. Aber auf meine Frage, ob er auch „alternative Medien“ im Web durchsehe, bekomme ich die Antwort, die man von einem in Lohn und Brot stehenden Redakteur eines großen europäischen Medienkonzerns erwarten darf: Nein! Sehen Sie, genau da liegt der Hase im Pfeffer, weil, wenn all die Journalisten und Redakteure und Herausgeber immer nur die üblichen Quellen – also Presseagentur-Meldungen, Artikel in internationalen Leitmedien sowie Sachbücher renommierter Autoren – studieren, wie sollen diese dann überhaupt in der Lage sein, zu erkennen, was in der Welt gespielt wird? Die nächste Frage, die sich aufdrängt, ist jene, ob Medienleute überhaupt Interesse an der „Wahrheit“ bzw. „Wirklichkeit“ haben, weil “It is difficult to get a man to understand something, when his salary depends upon his not understanding it!” – Upton Sinclair.

Ich denke, der Lackmustest für Medien und deren Mitarbeiter ist der Umgang mit den Ereignissen von 9/11: So lange diese an der [offiziellen] Verschwörungstheorie festhalten und sie propagieren, kann man davon ausgehen, dass diese kein Interesse an der Wahrheitsfindung in gegenwärtigen oder zukünftigen Ereignissen haben werden. Deshalb versuche ich, soweit möglich, allen Mainstream-Produkten aus dem Weg zu gehen. Sie sind sowieso nur dazu da, den gutgläubigen Bürger in seiner Meinungsfreiheit einzuschränken. Oder wie schrieb 1965 der Mitherausgeber der FAZ:

Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.
Paul Sethe*

Zu guter Letzt bleibt mir nur, Herrn Fleischhacker das Online-Magazin Taki’s Magazine zu empfehlen, das in keiner Weise in die Kategorie „alternativ“ fällt, vielmehr versucht es die vom Mainstream festgemachten Grenzen der political correctness Ordnungshüter zu überwinden. Manchmal ist das komisch, manchmal schockierend, manchmal erhellend – und die Kommentare sind eine (amüsant-kluge) Welt für sich. Kudos.

We at Taki’s Magazine take our politics like we take life – lightly. We believe political labels such as conservative and liberal are as outdated as flared trousers and Nazis. Ideology is a false god, a secular religion that seeks vainly to create a paradise on Earth. Our only ideology is to be against the junk culture foisted upon us and mirages of a new world order. Think of us what you will, but read us. Our writers are never boring.

* Lesen Sie die Einblicke dieses Medien-Insiders, dann wissen Sie, was da draußen los ist! Zu finden in Hartmus Soell, Zum Problem der Freiheit des Journalisten. Aus der Korrespondenz Fritz Erler – Paul Sethe 1956/57, Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte (im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte München), 23.Jahrgang 1975, 4. Heft.