richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: afghanistan

Märchenhafte Flüchtlingsroute oder Wenn sich vier Jihadisten mit einem Schlauchboot auf den Weg machen

Schön langsam sollten wir wissen, dass den Medienhäusern kein bisschen mehr zu trauen ist. Journalisten schreiben gegen Bezahlung, was ihnen vorgegeben wird. Die gut bezahlten Redakteure hinterfragen keine behördliche Aussendung, mag sie noch so widersprüchlich sein. Regierungsgewäsch über mehr Überwachung, mehr Polizei, weniger Bürgerrechte, mehr Zentralisierung in Brüssel, all das wird sakrosankt in den Himmel gelobt bzw. im Namen der Wählerschaft gefordert. Jeder, der einen Schreiberling in einen der Medienhäuser persönlich kennt, sollte ihn darauf aufmerksam machen, dass er mit seinem Schweigen, seiner Duldung und seiner Komplizenschaft genauso Mitschuld trägt wie Politiker und Beamte, wenn in Zukunft der Stiefel des Großen Bruder in das Gesicht unserer Kindeskinder tritt. Immer und immer wieder. Schlag nach bei Orwell.

In der ›Qualitätszeitung‹ Der Standard lesen wir folgende Geschichte:

»Österreich hat zwei mutmaßliche Jihadisten, den Algerier AH. (29) und den Pakistaner MU. (35), heute, Freitag, an französische Behörden am Flughafen Salzburg übergeben. [Die beiden] waren im Oktober 2015 als Flüchtlinge getarnt und gemeinsam mit zwei der späteren Paris-Attentäter – AM. und MM. – in den Schengenraum gereist. Das Quartett gelangte mit einem Flüchtlingsboot am 3. Oktober auf die griechischen Insel Leros. Im Gegensatz zu den zwei späteren Attentätern wurden der Algerier und der Pakistaner von der griechischen Justiz wegen falscher Dokumente festgenommen. Ende Oktober wurden  AH. und MU. jedoch freigelassen. Als sie Ende November in Österreich landeten, waren die Pariser Anschläge schon ausgeführt. Aufgrund der in Griechenland genommenen Fingerabdrücke wurden sie in einem Salzburger Flüchtlingslager am 10. Dezember festgenommen – abermals wegen falscher Dokumente.«

Der Artikel wurde von der Austria Presse  Agentur (APA) übernommen. Kein Standard-Journalist hat sich die obigen Zeilen jemals angesehen. Kein Wunder also, wenn Behörden und Politiker leichtes Spiel haben. Es braucht gerade einmal die Gehirnleistung eines Apfelstrudels, um bei der obigen Story nachdenklich zu werden.

Also! Wie kommen ein Algerier und ein Pakistani in ein Flüchtlingsboot? Wo hat das Boot abgelegt? Davon ist im Artikel nichts zu lesen. Wir können nur annehmen, dass es an der türkischen Küste war. Die griechische Insel ist etwa 40 km vom türkischen Festland entfernt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie sind AH. und MU. in die Türkei gekommen? Sie sollen sich ja als Flüchtlinge getarnt haben und müssten demnach von Syrien in die Türkei „geflüchtet“ sein. Gut. Aber wie sind sie nach Syrien gelangt? Kann man eine ISIS-All-Inclusive-Syrien-Rundreise im Reisebüro buchen? Wie kann diese Terror-Miliz Reisebüros in Pakistan und Algerien unterhalten?

Vermutlich sind die beiden Terroristen in spe in die Türkei geflogen. Und von dort dann – über versteckte Landwege – zu einem der Flüchtlingslager. Glauben Sie, das geht so einfach? Glauben Sie, die türkischen Behörden – immer in Alarmbereitschaft, immer ausforschend, immer suchend, immer schnüffelnd – sehen sich nicht die „Touristen“ an, die sich da so auf ihrem hübschen Boden tummeln? Die Medienhäuser, genauso wie Regierungen und Behörden, versuchen Sie für blöd zu verkaufen – das ist deren Geschäft. Sie können davon ausgehen, dass in Zeiten von Putschversuchen und Kurdenaufständen keine Menschenseele so einfach in die Türkei reisen, herumfahren und und wieder verschwinden kann. Jene „Flüchtlinge“, die in Schlauchboote sitzen, wurden von den türkischen Behörden natürlich ausgewählt und für die TV-Leute und Foto-Reporter in Szene gesetzt. Oder glauben Sie wirklich, dass es da einen (geheimen) Schlauchboot-Fährverkehr zwischen Griechenland und der Türkei gibt? Zwischen jenen zwei Staaten, die sich am liebsten an die Gurgel springen wollen? Pulverfass Zypern, you know!

Auf der griechischen Insel Leros werden die mit dem Schlauchboot Ankommenden unter die Lupe genommen. Siehe da, man nimmt AH. und MU. wegen falscher Dokumente fest. Bei diesem Satz müssen alles Warnlampen angehen. Die Flüchtlinge wurden demnach kontrolliert? Und nicht nur das, die griechischen Behörden stellten fest, dass die beiden mit „falschen Dokumenten“ reisten. Warum hatten sie überhaupt Dokumente mitgeführt, fragt man sich. Sie hätten doch sagen können, sie seien Syrer, oder? Das wurde uns doch laufend von den Medien gesagt, dass die Flut an Flüchtlingen jegliche Konrolle unmöglich machte? Die griechischen Behörden nahmen den beiden sogar Fingerabdrücke ab – man will es nicht für möglich halten, wie korrekt die griechischen Behörden gearbeitet haben. Demnach muss es eine europäische „Flüchtlings-Datenbank“ gegeben haben – bereits im Oktober 2015. Wo sonst hätten die österreichischen Behörden im Dezember 2015 die Fingerabdrücke von AH. und MU. finden sollen? Sie werden ja wohl kaum die griechische Botschaft in Wien angerufen und die Fingerabdrücke gefaxt haben.

In der ›Qualitätszeitung‹ SZ schlägt ein Artikel in eine ähnliche Kerbe. Darin heißt es: »Hunderttausende Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr von Griechenland aus nach Westen gelangt. Inzwischen ist die Balkanroute dicht. Bilder zeigen: Wo die Flüchtlinge unterwegs waren, herrscht nun Leere.«

Im Artikel sieht man nun eine Fotostrecke. Damals. Heute. Sehen Sie sich dieses Foto und diese Foto an. Was fällt Ihnen auf? Dieser Flüchtlingsstrom, so wird es angedeutet, soll die Strecke von Griechenland nach Slowenien zu Fuß gegangen sein. Wirklich? Das sind etwa 1400 Kilometer. In den beiden Fotos kann man Kinder sehen – davon ein kleines Dickerchen! Allesamt sind die Flüchtlinge recht casual angezogen und wirken nicht gerade entkräftet. Falls Sie jetzt fragen, wie all die Flüchtlinge sonst an die Grenze zu Slowenien gelangen hätten können, dann gibt es ja nur eine mögliche Antwort: Sie wurden dorthin gefahren. Knapp vor den jeweiligen Grenzen hat man sie aus dem Bus steigen, ein paar hundert Meter gehen und dann in den nächsten bereitgestellten Bus steigen lassen – dazwischen durften die bezahlten Fotoreporter ihre Bilder für die Presseagenturen machen. Voilà, schon war die »Flüchtlingskatastrophe« in den Köpfen der gutgläubigen Leser verankert.

Falls Sie nun wissen wollen, was es mit dem Konflikt in Syrien wirklich auf sich hat, dann lesen Sie doch einfach meine Analyse: Afghanistan 1980 vs. Syrien 2015: Der Vergleich macht Sie sicher.

Ja, nichts ist, wie es in Ihrer  Zeitung geschrieben steht! Gewöhnen Sie sich daran.

Advertisements

Afghanistan 1980 vs. Syrien 2015: Der Vergleich macht Sie sicher.

Eigentlich ist es ganz einfach. Wirklich.

Eigentlich ist es ganz einfach. Wirklich.

Als am 25. Dezember 1979 sowjetische Truppen die Grenze zu Afghanistan überschritten, war ich gerade mal 11½ Jahre jung und wusste nur so viel, dass dem Ostblock nicht zu trauen ist und dass dieser die alleinige Weltherrschaft anstreben würde. Einzig die Westmächte, allen voran die USA, waren in der Lage, dieser Bedrohung zu begegnen. Ja, damals wusste ich und all die anderen gutgläubigen Bürger nichts von dem, was hinter der geopolitischen Kulisse ablief. Und weil ich befürchte, dass es heutzutage nicht anders ist, braucht es hin und wieder eine kurze und hoffentlich erhellende Aufklärungslektion.

Zuerst muss man wissen, dass der Kalte Krieg eine Erfindung Washingtons ist. Sehen Sie, die UdSSR wäre alleine nicht in der Lage gewesen, die Deutsche Wehrmacht zu schlagen – es brauchte einerseits Unmengen an Rüstungsgütern und Knowhow von Seiten der USA (Lend-Lease-Act), andererseits Spionagenachrichten (Spion Werther im OKH) und eine zweite bzw. dritte Front im Westen. Nach 1945 war die UdSSR ausgeblutet und wenn es nach General George Patton ging, hätte man die Sowjets damals aus Europa verjagen sollen. Militärisch hätte das keine große Mühe gemacht, aber Washingtons Elite dachte nicht daran, den Osten Europas zu befreien, ganz im Gegenteil. Die Gründe sind mannigfaltig, aber einer davon war, Moskau in Zukunft als allmächtigen Gegenpol und Feind darzustellen.

Ich verzichte auf die Auflistung all der amerikanischen Interventionen in souveränen Ländern zwischen 1945 und 1979, das würde den Rahmen sprengen. Historischer Fakt ist, dass Washingtons politische Elite im Ausland nach Belieben schalten und walten konnten – dank eines Mainstream-Apparates, der das Narrativ »Osten=böse und Westen=gut« bis zum Erbrechen in die Köpfe der Bürger verankerte: Da wurden demokratisch gewählte Regierungen abgesetzt, Revolutionen geschürt, Diktatoren eingesetzt, Regimegegner umgebracht, souveräne Staaten destabilisiert, Terrorbanden unterstützt und Kriege vom Zaun gebrochen. Die Begründung Washingtons war immer die gleiche: Fällt ein Land dem Kommunismus anheim, folgt das nächste und so fort. Diese Dominotheorie war nichts anderes als der Persilschein für größenwahnsinnige Schlüsselspieler in Washington.

Würden Sie heute einen Journalisten oder Politiker fragen, was in Afghanistan 1979/1980 geschehen ist, werden Sie für gewöhnlich das Mainstream-Narrativ hören: Die UdSSR wollte sich widerrechtlich Afghanistan aneignen. Aber warum wollte sie das? Weil die Kommunisten nach der Weltherrschaft strebten, heißt es dann. Klingt gut, ist aber falsch. Als die sowjetischen Truppen die Grenze zu Afghanistan überschritten, taten sie es, um der demokratisch gewählten (!) Regierung in Kabul zu helfen. Vor wem musste die Regierung und die Bürger geschützt werden? Vor muslimischen Terrorgruppen, die mit blutigen Übergriffen das Land ins Chaos stürzen wollten. Und hier zeigt sich eine erste frappante Ähnlichkeit zur gegenwärtigen Lage in Syrien: Auch dort versuchen muslimische Truppenverbände mittels Blut und Schwert die Regierung zu entmachten.

Die zweite frappante Ähnlichkeit ist, dass Moskau den beiden bedrängten Regierungen zu Hilfe geeilt ist und Washington dies in beiden Fällen scharf kritisiert hat. Damals, während des Kalten Krieges, konnte die westliche Presse ohne Probleme alle Welt davon überzeugen, dass es die Sowjetunion war, die völkerrechtswidrig in ein souveränes Land einmarschiert ist und es besetzt hält. Deshalb machte es für alle Sinn, dass Washington als Antwort auf diese Handlung Moskau wirtschaftlich, politisch und sportlich boykottierte.

Die dritte frappante Ähnlichkeit ist der Umstand, dass diese muslimischen Terrorgruppen nicht der Hölle entstiegen sind, sondern gezielt nach Afghanistan bzw. Syrien eingeschleust wurden. Diese „Gotteskrieger“ waren schlicht und einfach Söldner, die von Seiten Washingtons (und dessen Verbündeten) ausgebildet, indoktriniert, angeleitet und in die jeweiligen Zielländer eingeschleust wurden. Osama bin Laden war einer von vielen Kontaktpersonen, die Söldner anwarben und finanzierten – im Auftrag von Washington (und dessen Verbündeten). Falls Sie nun den Kopf schütteln und meinen, ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank, dann hören Sie, was Zbigniew Brzezinski, der damalige Berater von Präsident Jimmy Carter, zu sagen hat:

nouvel observateur: »Der ehemalige Direktor des CIA, Robert Gates, sagt in seinem Buch, dass die USA die Mudschahedin in Afghanistan bereits sechs Monate vor der sowjetischen Invasion unterstützten. Zu dieser Zeit waren Sie der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Jimmy Carter und haben damit eine wesentliche Rolle in dieser Angelegenheit gespielt. Können Sie die Aussage von Robert Gates bestätigen?«
zbigniew brzezinski: »Ja. In der offiziellen Version des CIA begann die Unterstützung der Mudschahedins im Laufe des Jahres 1980, also nach dem die sowjetische Armee am 24. Dezember 1979 einmarschiert ist. Aber die Wirklichkeit, die bis jetzt geheimgehalten wurde, ist gänzlich anders: Es war am 3. Juli 1979, als Präsident Carter die erste Direktive für verdeckte Hilfsleistungen gab, die Gegnern des pro-sowjetischen Regimes in Kabul zugute kamen. An diesem Tag habe ich dem Präsidenten eine Notiz zukommen lassen, in der ich ihm erklärte, dass durch diese Hilfe die Sowjets dazu verleitet werden, eine militärische Intervention durchzuführen.«

Vincent Jauvert, Les Revelations d’un ancien conseiller de Carter
Nouvel Observateur No. 1732 vom. 15.01.1998

Verstehen Sie vielleicht jetzt, warum dieser Kriegerhaufen Islamische Staat (IS/ISIS) bis jetzt nicht in die Knie gezwungen werden konnte? Weil er bis dato von Seiten Washingtons (und dessen Verbündeten) gehegt und gepflegt wurde, d.h., die willigen Männer werden ausgebildet, indoktriniert, bezahlt und ausgerüstet.

At least three years of US efforts to train rebels to overthrow the Syrian government has produced, as General Lloyd Austin, Commander of US Central Command, testified last month, “four or five” trained and vetted “moderates” in Syria. The $500 million appropriated for this purpose has disappeared.
Ron Paul

The CIA began a covert operation in 2013 to arm, fund and train a moderate opposition to Assad. Over that time, the CIA has trained an estimated 10,000 fighters, although the number still fighting with so-called moderate forces is unclear.
Associated Press

Immerhin stellt sich nun das US-Finanzministerium (!) die Frage, woher diese Terror-Milizen all diese nagelneuen Toyota-Trucks haben. Das Unternehmen Toyota weist alle Spekulationen zurück und meint, man habe eine „wir verkaufen an keine Terroristen“-Politik. Aha. Die Frage bleibt also offen. Weiters muss man sich auch fragen, woher diese Banden ihr Benzin für all diese Autos beziehen und wie sie es logistisch verteilen. In einer recht kahlen Landschaft wäre es recht auffällig, mit Tanklastwagen herumzufahren – vor allem in Zeiten der Satelliten- und Luftraumüberwachung.

zerohedge: The scholars, who have previously given evidence before the UK Parliamentary Foreign Affairs Select Committee, further report that despite large convoys transporting IS oil through Syria, Iraq and Turkey, “allied US air-raids do not target the truck lorries out of fear of provoking a backlash from locals” (although killing up to a thousand Syrian civilians is apparently fine). As a result, “the transport operations are being run efficiently, taking place most of times in broad daylight”.

paper: ISIS EXPORT GATEWAY TO GLOBAL CRUDE OIL MARKETS

George KIOURKTSOGLOU &Dr Alec D COUTROUBIS
University of Greenwich, London
Kein Wunder also, dass die ersten sowjetischen Luftschläge gegen IS-Ziele erfolgreich ausfielen. Im Gegensatz dazu blieb die US-Luftwaffe, die völkerrechtswidrig und damit illegal in Syrien herumbombt, recht harmlos – vermutlich, weil Pentagon primär den „gemäßigten“ Rebellen Luftunterstützung gewährt und somit den Weg unabsichtlich absichtlich für ISIS freiräumt.
.
Übrigens waren es nicht die Mudschaheddin, sondern vielmehr deren vom Pentagon zur Verfügung gestellte Ausrüstung, die die Sowjettruppen in den 1980ern aus Afghanistan vertrieben, beispielsweise: Kommunikationseinrichtungen, präzise Scharfschützengewehre mit großer Reichweite, Panzerabwehrraketen, (US-Marine-)satellitengestützte Zieleinrichtungen für Mörser, das effektive Flugabwehrraktensystem Stinger, sowie Zeitzünder und tonnenweise C-4 Plastiksprengstoff für Sabotageaktionen. Hätte damals die sowjetische Luftwaffe ungehindert ihre Search-and-Destroy-Missionen gegen die feindlichen Nachschubwege fliegen können, wäre der „Krieg“ in Afghanistan bald zu Ende gegangen. Aber dank der amerikanischen Stinger-Flugabwehrrakete, die ein Mann „idiotensicher“ vom Boden aus abfeuern konnte, mussten die Missionen eingeschränkt bzw. aufgegeben werden. Dass die Terrortruppen in Syrien ebenfalls mit Stinger-Raketen ausgerüstet worden seien, behauptete bereits 2012 ein russischer General.
.
Mit anderen Worten, der von Washington initiierte Regimewechsel in souveränen Ländern erfolgt immer nach dem gleichen Schnittmuster – siehe auch Libyen und Ukraine:

. geheime Hilfe von Regierungsgegner (Geld, Kontakte, Netzwerk, NGOs …)
. Negative Presse für die Regierung (undemokratisch, despotisch, gefährlich, …)
. Positive Presse für Regierungsgegner (freiheitsliebend, mutig, Underdog, pro-westlich, …)
. Massendemonstrationen und Streiks werden initiiert und durch die Presse aufgebauscht

Tritt die Regierung friedlich ab, sprechen wir von einer Color-Spring-Revolution.
Falls nicht, geht es weiter im Programm:

. Eskalation durch Gewaltanwendung von „Polizeikräften“ (Agent Provocateure)
. Washington sorgt für außenpolitischen Druck gegenüber der Regierung
. blutige Übergriffe von „Regierungstruppen“ (Agent Provocateure)
. „Bürgerkrieg“ (Söldnerbanden)
. Washington erklärt das neue pro-US-Regime als legitime Regierung und sorgt für gute Presse. Vorhang.

Von alledem werden Sie in der Qualitätszeitung Ihrer Wahl nichts lesen.
Niemand pisst auf die Hand, die ihn füttert. Willkommen in der Realität.

Ein Dschihadist mit Namen Goldberg

Es ist nicht alles Gold, was glänzt, sozusagen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt, sozusagen.

Sehen Sie, die Welt da draußen ist nicht leicht zu verstehen. Schon gar nicht, wenn Sie auf die Mainstream-Medien angewiesen sind. Für diese ist es einfach, Erklärungen zu finden. Da die Guten, dort die Bösen – oder umgekehrt, je nach dem. Wenn es um die terroristische Bedrohung ISIS geht, dann hat das Böse, laut FBI, viele Namen:

On May 15,2014, the Secretary of State amended the designation of al-Qa’ida in lraq (AQl) as a Foreign Terrorist Organization under Section 219 of the lmmigration and Nationality Act and as a Specially Designated Global Terrorist entity under section 1(b) of Executive Order 13224 to add the alias lslamic State of lraq and the Levant (lSlL) as its primary name. The Secretary also added the following aliases to the lSlL listing:

the lslamic State of lraq and al-Sham (lSlS),
the lslamic State of lraq and Syria (lSl),
ad-Dawla al-lslamiyya fi al-‚lraq wa-sh-Sham,
Daesh,
Dawla al lslamiya, and
Al-Furqan Establishment for Media Production.
Although the group has never called itself „Al-Qaeda in lraq (AQl),“ this name had frequently been used to describe it through its history.

Wenn man also nichts von diesen Aliase weiß, dann kann man es schon mit der Angst zu tun bekommen. Da schreibt die eine Zeitung von ISIL, eine andere von ISIS und wieder eine andere von Al-Furqan oder Al-Qaida. Sehen Sie, so entstehen Konfusion und Hilflosigkeit im Leser. Und ich gehe davon aus, dass all die Jungjournalisten, die geschult wurden, Pressmeldungen (einigermaßen) fehlerfrei abzutippen, recht ahnungslos und blauäugig sind. Andererseits, es ist auch nicht ihr Job, Presseaussendungen zu hinterfragen.

Vor wenigen Tagen publizierte die australische Zeitung The Sidney Morning Herald einen interessanten Artikel: FBI says ‚Australian IS jihadist‘ is actually a Jewish American troll named Joshua Ryne Goldberg [link]. Darin heißt es, dass ein junger amerikanischer Bürger vom FBI beschuldigt wird, sich als australischer IS Dschihadist ausgegeben und Anleitungen für Sprengstoffbasteleien verschickt zu haben. Falls Sie die Details wissen möchten [beispielsweise, dass der etwa 20-jährige Joshua noch bei seinen Eltern wohnt oder dass das Internet auf seine Mutter angemeldet ist], dann lesen Sie das offizielle 34-seitige Criminal Complaint. Sie werden staunen. Warum? Weil es sich wie in ein Hollywood-Script liest. Sie können übrigens Ausschnitte der Online-Konversationen zwischen Goldberg und einem FBI-Informant, der sich als williger Terror-Vollstrecker ausgegeben hatte und begierig war, einen Anschlag auszuüben, einsehen. Hm. Scheinbar ist heutzutage im Web keiner Seele mehr zu trauen.

Jedenfalls wurde der junge Goldberg festgenommen. Er erklärte seine Trollerei damit, dass er den Anschlag in Wirklichkeit verhindern und so Ruhm und Ehre einstreichen wollte. Aha. Aber nehmen wir mal an, dass die Sache ernsthafter betrieben worden wäre. Nehmen wir an, Goldberg hätte gute Kontakte (zu Geheimdienstkreisen) und gutes Geld (von dunklen Geheimdienstkonten). Und nehmen wir an, der willige Vollstrecker wäre – gegen viel Geld – bereit gewesen, eine (ihm zugegangene) Bombe zu zünden. Halten Sie das wirklich für so absurd? Und wer würde am Ende für die blutige Tat verantwortlich gemacht werden? ISIS? IS? ISIL? Und würde die Tat nicht eine militärische Reaktion von Seiten Washingtons hervorrufen?

Wir sehen also, wie einfach es für den Einzelnen ist, sich als fanatischer Streiter für die „gerechte Sache“ auszugeben, wie einfach es wiederum für die Behörden ist, die Verantwortlichkeit in eine bestimmte Richtung zu lenken. Für mich steht außer Frage, dass die kleineren und größeren Terror-Organisationen Washington (und Tel Aviv) in die Hände spielen. Ohne 9/11 hätte es all die militärischen Interventionen im Nahen und Fernen Osten nicht gegeben. Ohne 9/11 hätte es keinen Patriot Act, kein Homeland Security Department, keine Drohnen-Angriffe gegeben. Und Pax Americana wäre weiterhin eine leere Worthülse für conspiracy nuts gelieben. Cui bono? Wer profitiert(e) von all den blutigen und unblutigen Anschlägen?

Gemäß der offiziellen US-amerikanischen Version der Geschichte begann die Unterstützung der Mudschahidin durch die CIA erst im Laufe des Jahres 1980, also nach dem Eingreifen der sowjetischen Armee in Afghanistan am 24. Dezember 1979. Laut einem Interview Brzezińskis mit der französischen Zeitschrift „Le Nouvel Observateur“ vom Januar 1998 setzte die US-amerikanische Unterstützung der fundamentalistischen Mudschahidin dagegen schon am 3. Juli 1979 ein, also fast ein halbes Jahr vor der Invasion. Präsident Carter unterschrieb an diesem Tag die erste Direktive für eine geheime Unterstützung der Mudschahidin. Brzezinski bestätigte in seinem Interview die gleichlautende Darstellung des CIA-Präsidenten Robert Gates.[50] Brzeziński war bewusst, dass diese Aktionen das Risiko für eine militärische Intervention der Sowjets erheblich erhöhen würden.[51]

„Diese verdeckte Operation war eine hervorragende Idee. Sie bewirkte, dass die Russen in die afghanische Falle tappten […]. Am Tag, an dem die Russen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter: ‚Jetzt haben wir die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern.‘ Und tatsächlich sah sich Moskau während der folgenden zehn Jahre gezwungen, einen Krieg zu führen, den sich die Regierung nicht leisten konnte, was wiederum die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsgebiets zur Folge hatte.“

Wikipedia
[normalerweise zitiere ich ja äußerst ungern aus Wikipedia; aber hin und wieder schafft es ein aufrichtiger Geist, einen entlarvenden Absatz im „Wahrheitsportal“ zu publizieren; für gewöhnlich dauert es nicht lange, bis solch ein Absatz von bösen Geistern in die „Unkenntlichkeit“ geändert oder in die „Versenkung“ diskutiert wird;]

Wenn Experten in der Qualitätspresse analysieren

Wenn es nicht so traurig und regnerisch wäre ...

Wenn es nicht so traurig und regnerisch wäre …

In der Wochenendausgabe des rosa eingefärbten Oscar-Bronner-Qualitätsblattes ist in der Rubrik „International“ die  Analyse einer leitenden Redakteurin und – Wikipedia weiß alles – Professorin der Universität Wien zu finden. Aha. Doppelbelastung ist so belastend wohl nicht. Wie dem auch sei, der Analyse-Artikel zeigt, wohin uns die Qualitätspresse führen will. Ja, der gutgläubige Leser, der keine Idee hat, wie die politische Welt da draußen funktioniert, nickt mit dem Kopf und denkt sich seinen Teil: Assad = Regime = Gangster = Pfui.

Man lese folgenden Ausschnitt, um zu verstehen, wie Propaganda funktioniert:

Überdeutlich wurde das nach Einnahme der Luftwaffenbasis Tabqa durch den „Islamischen Staat“ im Dezember 2014, wo mindestens 120 syrische Soldaten, viele davon junge Alawiten, massakriert wurden. Es folgten Proteste und Internetkampagnen, bei denen das Regime beschuldigt wurde, die loyalen Alawiten die Rechnung bezahlen zu lassen.

Assad-Gangster werden zur Belastung fürs Regime
Gudrun Harrer
Der Standard, International, S. 9

Soweit ich weiß, gibt es bei einem Massaker auch Täter. Jene, die das blutige Gemetzel zu verantworten haben. Soldaten an einen militärisch wichtigen Stützpunkt zu stationieren scheint mir dagegen als „Anklagepunkt“ recht dürftig.

Und überhaupt. Im Artikel ist viel von Korruption und Amtsmissbrauch zu lesen. „Shabiha“, lernen wir, sind »ursprünglich Schmuggler und Gangster aus der Familie, die ihre Nähe zur Macht ausnützten, um ungestraft ihren kriminellen Machenschaften nachkommen zu können.« Der Satz könnte auch für die amerikanische Politik der letzten hundert Jahre stehen. Beispielsweise lasse man einen hoch dekorierten US-Soldaten zu Wort kommen, der in den 1930er Jahren schreibt:

[meine Übersetzung:] Es gibt keinen Trick im Gangstergeschäft, den die Militärbande nicht kennen würde. Sie hat ihre ›Denunzianten‹ (um auf Feinde zu zeigen), ihre ›Muskelprotze‹ (um Feinde zu vernichten), ihre ›Gehirnakrobaten‹ (um Kriegsvorbereitungen zu planen) und einen ›Big Boss‹ (super-nationalistischer Kapitalismus). Es mag seltsam scheinen, dass ein Militarist solche Vergleiche anstellt. Aber Ehrlichkeit verpflichtet mich dazu. Ich verbrachte 33 Jahre und 4 Monate im aktiven Dienst als ein Mitglied der schlagkräftigsten Streitkraft des Landes, dem Marine Corps. Ich diente in allen Offiziersdienstgraden – vom Leutnant bis hin zum Generalmajor. Und während dieser Jahre verbrachte ich die meiste Zeit damit ein erstklassiger Muskelprotz für Big Business, für Wall Street und für die Bankiers zu sein. Kurz, ich war ein Gangster im Auftrag des Kapitalismus.

America’s Armed Forces: ›In Time of Peace‹
Major General Smedley D. Butler,
The Army, Common Sense, Vol. 4, No. 11 im November 1935,

Man könnte natürlich auch auf den Umstand hinweisen, dass diese Terror-Rebellen-Fraktion „Islamischer Staat“ von westlicher Seite unterstützt wird. Glauben Sie nicht? Ja, ich weiß, das klingt zu verschwörungstheoretisch, aber es ist nun mal ein Fakt, dass Washington sehr daran gelegen ist, das „Regime“ Assad durch ein anderes – loyales – Regime zu ersetzen. Schlag nach bei Libyen und Gaddafi. Same Shit, different Smell.

Mit anderen Worten, Washington bezahlt Söldner, steckt reguläre Soldaten in „Rebellenkleidung“, bildet die „Milizen“ vor Ort aus und „verliert“ Waffenlieferungen, die „unglücklicherweise“ in die Hände der Rebellen/IS/Terror-Gruppen fallen. Ja, blowback and shit happens. Deshalb sollten Redakteure (und Uni-Professoren), die für ein Qualitätsblatt schreiben, ein wenig die Geschichte der letzten Jahrzehnte studieren. Es ist gegenwärtig kein Geheimnis mehr, dass Washington Ende der 1970er-Jahre die „Bin-Laden-Gotteskrieger“ nach Afghanistan eingeschleust hat, um dort für Terror und Destabilisierung zu sorgen. Es ist der immer gleiche perfide Plan, der nach immer den gleichen blutigen Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Jeder, der sich auch nur ein bisschen mit dem „modernen Imperialismus“ beschäftigt, sollte erkennen, welches Spiel da von Washington gespielt wird. Dabei geht es hier nur um die Spitze des Eisbergs und trotzdem will diese niemand in den Redaktionen sehen bzw. gesehen haben. Beinahe bin ich versucht zu sagen, das geschieht vorsätzlich. Falls es nichts mit Vorsatz zu tun hat, dann ist es Inkompetenz. Faites vos jeux.

Je suis …

Jesuischarliehaarper

Es war im September 2009, als sich Schauspieler Charlie Sheen erdreistete, die offizielle Version zu den Ereignissen um 9/11 öffentlich in Frage zu stellen, in dem er einen Videoclip mit dem bezeichnenden Titel »twenty minutes with the President« [youtube] publizierte. Seine Fragen beschäftigten sich mit dem collapse von WTC 7 genauso wie mit der standing down order von NORAD und den Bildern der Überwachungskameras des Pentagons und vieles mehr. Seine Fragen sind übrigens in keinster Weise absurd oder lächerlich oder verrückt oder dumm und trotzdem hat der Mainstream – damals wie heute – keine Freude an populären truthseekers / Wahrheitssuchern. Ich frage mich, warum nur? Haben Sie dafür eine plausible Erklärung?

Sieht man sich all die »Terror-Anschläge« an, die seit 9/11 die westliche Welt erschüttert haben, dann müssen einem früher oder später die vielen Ungereimtheiten in den offiziellen Darstellungen auffallen. Die größte aller Ungereimtheiten ist, dass der Mainstream jede offizielle Erklärung – sei sie noch so absurd, lächerlich, unlogisch und an den Haaren herbeigezogen – abnickt und bestätigt.

Apropos. Wissen Sie eigentlich, was in den letzten Tagen in Paris wirklich vorgefallen ist? Ach ja. Muslime – Massaker – Dschihad – Meinungsfreiheit – Syrien – Jemen. Das ist alles, was vom Mainstream übrig bleibt. Mehr braucht es auch nicht, um den nächsten Krieg loszutreten und die Bürgerrechte einzuschränken. Jedenfalls nicht für die politische Elite in Washington, Tel Aviv, London und Paris. Steuern wir nun auf einen Kampf der Kulturen zu, dem berühmt berüchtigten clash of civilization? Dass diese Überlegung, wenn man so will, in den Denkfabriken Washingtons vor gar nicht langer Zeit zum ersten Mal gedacht wurde, sollte jeden Bürger, der Orwell gelesen hat, stutzig machen. Noch mehr, wenn man weiß, dass die ersten muslimischen Gotteskrieger in den 1970ern von Washington bezahlt, ausgerüstet, ausgebildet und indoktriniert wurden. Deren Aufgabe war es, ein damals prosperierendes Afghanistan in einen blutigen Terror-Sumpf zu ziehen. Damit ist ein Stein ins Rollen gekommen, der über die Jahre vom Mainstream und der politischen Elite zu einer Lawine hochstilisiert werden konnte, um jene Agenda voranzutreiben, die Orwell der Partei in 1984 zuschreibt:

War is peace.
Freedom is slavery.
Ignorance is strength.

Krieg ist Frieden.
Freiheit ist Sklaverei.
Unwissenheit ist Stärke.

Ja, es ist erschreckend, mitansehen zu müssen, wie leicht die breite Masse auf Spur gebracht werden kann und wie leicht es dadurch der politischen Elite gemacht wird, ihre Ziele zu verfolgen. Den Politikern kann ich hier keinen Vorwurf machen, Sie spielen ihr Spiel, sind abhängig von Lobby-Gruppen, Strippenziehern und Parteifunktionären. Aber der Mainstream, all diese freien und unabhängigen Zeitungen und Zeitschriften, all diese TV-Sender – seien sie öffentlich oder privat -, ja, dieser Mainstream hat gar nicht erst die Absicht, die Wahrheit ans Licht zu bringen oder wenigstens auf die faulen Äpfel in unserem Garten hinzuweisen. Ganz im Gegenteil. Die Frage ist, warum ist das so? Haben Sie dafür eine Erklärung? Vielleicht hatte sie der stellvertretende Direktor der Kriminalpolizei in Limoges, Helric Fredou, der an der Aufklärung der Pariser Anschlagsserie mitarbeitete und sich überraschend Mittwoch Nacht im Büro sein Leben genommen haben soll [link]. Tja. [update: bezüglich des Medien-Blackouts siehe Artikel in der Asia Times]