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Die einigende Kraft von Trumps „polarisierender“ Botschaft, 4. Juli 2020 #USA

Donald Trumps Rede zum amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli 2020 hat in Medienkreisen die Wogen hochgehen lassen. Seltsam. Hört man sich die Rede im Wortlaut an – hier das Transkript im Original und in deutscher Übersetzung – so komme ich persönlich nicht zu der Meinung (wie beispielsweise die Redaktion der österreichischen Tageszeitung Der Standard oder all die anderen „liberalen“ Blätter), dass diese eine „düstere, polarisierende Botschaft“ gewesen wäre. Überhaupt lesen sich die „objektiven“ Berichte in den Qualitätsmedien wie hässlich verzerrte Pamphlete, die nur das eine Ziel haben, nämlich dem Leser (und potenziellen Wähler der kommenden Wahl im November) klar zu machen, dass der gegenwärtige Präsident der USA unfähig sei und das Land „spalten“ möchte. Die „objektiven“ Berichte greifen Zitate der Rede auf und interpretieren sie (seit 2016) auf eine einzige Art und Weise: Orange man bad.

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Du bist nur ein kleiner Schlurf oder: Das Spiel der Mächtigen im Konspirationstheater

Ich habe mir die letzten Tage und Wochen viele Gedanken gemacht über mein zu schreibendes populäre Non-Fiction Buch: Verschwörungstheoretische Anleitung für den kritischen Bürger. Die Idee ist, das Buch ohne ISBN und nur in einer kleinen Auflage drucken zu lassen. Ich werde es freilich der öster. und deutschen Nationalbank abliefern, wie es sich gehört, evtl. eine Hand voll  Exemplare der Wiener Bücherei abtreten. Immerhin geht es ja darum, Leser zu erreichen, die noch nicht völlig vom gegenwärtigen System zombiefiziert sind.

Jeder, der die Zeit und Energie hat, den einen oder andere Sachverhalt zu prüfen – mit dem Internet geht das äußerst effizient (Fallstricke!) – der wird vermutlich aus meinen Aufzeichnungen nicht viel Neues erfahren. Mir geht es um all jene Menschen, die spüren, dass es noch eine andere Wahrheit (vielmehr: Wahrheiten) geben muss, als jene, die uns tagtäglich von Medien und Politikern und Geschäftsleuten vorgekaut wird. Das Schlimme ist aber, dass es eine breite Masse gibt, die willfährig dem Flötenspiel der Mächtigen hinter drein schlurft und gar nicht bemerkt, dass ihr schon das Wasser bis zum Halse steht. Blub. Und dieser Sumpf (wie man die opportunistischen Abgeordneten im Konvent, während der Französischen Revolution nannte) hat die Angewohnheit, Partei für die Mächtigen zu ergreifen, ohne dass es dem Einzelnen sonderlich auffallen würde. Darum ist es heutzutage so schwierig, eine Masse zu mobilisieren, die bereit ist, nicht nur Fragen an die Obrigkeit zu stellen, sondern auch Antworten einzufordern.

Damit will ich es eigentlich gut sein lassen. Hm. Nein, eines noch. Im obigen Video hört man den US-Präsidenten Jimmy Carter – gemeinhin als Erdnussfarmer tituliert (tatsächlich beschäftigte er sich in seiner Navy-Aussbildung u.a. mit Nuklear-Reaktoren in U-Booten), prangerte in einer Rede an die Nation zum Thema Energiekrise das selbstsüchtige Konsumverhalten seiner Mitbürger an:

„In einer Nation, die einmal Stolz war, auf ihre Arbeit, ihren starken Familien und Gemeinden und ihrem Glauben in Gott, zu viele von uns tendieren nun dazu, Maßlosigkeit und Konsum an erste Stelle zu reihen. Was einen Menschen ausmacht ist nicht mehr länger dadurch definiert, was einer tut, sondern was einer besitzt.“ In a nation that was proud of hard work, strong families, close-knit communities and our faith in God, too many of us now tend to worship self-indulgence and consumption. Human identity is no longer defined by what one does but by what one owns.

Rund zwanzig Jahre später rät der damalige US-Präsident Bush jr., dass die Bevölkerung nach den traumatischen Ereignissen um 9/11  am besten shoppen gehe.

Wir sehen, in den letzten Jahrzehnten hat sich einiges verändert. Das sollte uns hin und wieder zu denken geben, oder? Die Puzzlestücke werde ich gerne für Sie zusammensetzen. Be prepared!