richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

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Anatomie eines merkwürdigen Anschlags auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin, 2016

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update: Empfehlenswertes Video eines besorgten Berliner Bürgers, der einen Rundgang am Weihnachtsmarkt macht, Tage nach dem vermeintlichen Terroranschlag mit einem Lkw. Er weist dabei auf allerlei Merkwürdigkeiten hin.

Der gewöhnliche Medienkonsument ist recht leicht an der Nase herumzuführen. Er hat keine Vorstellung, nicht die kleinste, wie oft er angelogen wird, von den Medien, von den Behörden, von den Politikern und von all den bezahlten Schaustellern auf der Straße oder im virtuellen Netz. Jeder, der sich mit der näheren Vergangenheit beschäftigt hat, ist sich im Klaren, dass nichts ist wie es uns in der Schule gelehrt wurde. Es ist nicht leicht, dem gewöhnlichen Bürger zu erklären, dass da draußen Leute am Werke sind, deren einzige Aufgabe es ist, die Geschichte eines Ereignisses in Echtzeit zu verändern. Der (vermeintliche) Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin macht da keine Ausnahme. Sieht man sich die Sache an, ohne dabei seinen Verstand einzuschalten, kann man mit der offiziellen Lesart der Medien, dem Sprachrohr der Behörden, ganz gut leben. Aber wehe, man schaltet sein Hirn ein und beginnt, in den Details zu stochern. Ehe man sich versieht, glaubt man sich im Film, im falschen Film.

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Analyse: Der um sich greifende Antisemtismus auf Twitter beim Anschlag in Nizza, 14. Juli 2016

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Ein Twitter-User mit Namen @IsraelBreaking hat sich die Mühe gemacht, am 15. Juli, also einen Tag nach dem Ereignis in Nizza, die relevanten Twitter-Meldungen nach antisemitischen Vorwürfen zu durchsuchen und diese, hübsch aufbereitet, der Welt zu präsentieren. Hier die gut lesbare Zusammenstellung.

Disclaimer
Dieser Artikel spiegelt die Meinung des Autors in Bezug auf das
Ereignis in Nizza, 14.7.2016, wider und basiert auf publiziertes Foto- und Filmmaterial, sowie öffentlich zugängliche Zeugenaussagen.

Wer sich zum ersten Mal als Skeptiker mit der näheren Historie beschäftigt, wird bald feststellen müssen, dass Kommentare und Erklärungen mit antisemtischen Vorwürfen und Gegendarstellungen durchzogen sind. Man hat den Eindruck, dass sich die letzten hundert Jahre vorrangig um ein (geheiligtes) Fleckchen Erde drehte, das die Größe von Slowenien (bzw. Niederösterreich mit Burgenland) hat. Das größte Problem für einen Skeptiker, der sich der Außenwelt vorurteilsfrei mitteilen möchte, ist dabei der sogenannte Spin der Begriffe. Jeder Begriff ist – mehr oder weniger – mit einer unterschwelligen Wahrnehmung durchsetzt, die freilich nicht auf einem Baum gewachsen, sonder vielmehr viele Jahre „gereift“ ist. Man könnte auch sagen, dass Begriffe „gesponnen“ und „geschmiedet“ werden. Wer die Oberhand über einen Begriff hat, dominiert die Diskussion. Deshalb vermeide ich beispielsweise in meinen historischen Analysen das Wort „jüdisch“ bzw. „Judentum“ wie der Teufel das Weihwasser und verwende diese nur dort punktgenau, wo sie auch bewiesenermaßen hingehören. Als deutschsprachiger Bürger hat man, so könnte man meinen, eine Erbschuld zu tragen, weshalb man äußerst vorsichtig zu Werke gehen muss, sollte ein Sachverhalt in Richtung des Ausnahmestaates im Nahen Osten zeigen. Kurz, will man nicht dem Vorwurfs des Antisemitismus ausgesetzt sein, muss man äußerst spitzfindig und pointiert seine Worte wählen, darf niemals generalisieren oder Gläubige einer Religion in einen Topf werfen (das gilt freilich generell).

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Was, wenn die Historie nur eine hübsche, aber verfälschte Geschichte ist?

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Durch Zufall bin ich auf das kontroversielle Buch History Fiction or Science? Chronology 1 des russischen Mathematikers Anatoly T. Fomenko gestoßen, das sich mit der überlieferten Historie kritisch auseinandersetzt. Zusätzlich konnte ich eine mit englischen Untertitel versehene Dokumentation auf youtube finden, die einen ersten Einblick in die Techniken und Methoden der russischen Forschergruppe gewährt. Alles in allem, eine äußerst  spannende Auseinandersetzung mit der Geschichte, so wie wir sie kennen und in der Schule gelernt haben.

Die erste erstaunliche Entdeckung ist der Umstand, dass die Chronologie der antiken und mittelalterlichen Ereignisse – also die Datierung – erst ernsthaft im 16. Jahrhundert in Angriff genommen wurde. Am Anfang stand der Begründer der ‚modernen Chronologie als Wissenschaft‘: Iosephus Iustus Scaliger (1540-1609). Sein Werk wurde später von einem Jesuit namens Dionysius Petavius (1583-1652) abgeschlossen. Den beiden ist es also vornehmlich zu verdanken, dass sie Ordnung ins Chaos der Menschheitsgeschichte brachten. Erstaunlich, finden Sie nicht? Die Chronologie entstand in einer Epoche ohne Internet, ohne Scanner, ohne Telefon, ohne Fax, ohne Telegramm, ohne Xerox-Kopiergeräte! Das Reisen zu den Bibliotheken musste in jenen Tagen eine zeitraubende und teure Angelegenheit gewesen sein. Bedenken Sie, dass all die relevanten Bücher, Skripten, Textrollen und Folianten Originale oder die Abschriften von Originale waren. Versuchen Sie sich doch das jetzt einmal bildlich vorzustellen, die Nachforschungen, die Reisen, die Durchsicht der Kataloge – so es diese gab – in den Bibliotheken der Klöster in verschiedenen Ländern, die Übersetzung und Durchsicht antiker Schriften, die Einordnung, die Klassifizierung, die Systematik (die erst gefunden werden musste) der Datierung relevanter Ereignisse usw. Ist solch ein Mammutprojekt in einem Menschenleben überhaupt möglich?

Natürlich wurde die Scaliger-Petavius-Chronologie in späteren Jahren immer wieder ergänzt und korrigiert – im Großen und Ganzen aber basiert unsere Menschheitsgeschichte auf deren Werke. Was, wenn sich nun herausstellte, dass dieses fehler- und lückenhaft ist? Was, wenn sich herausstellte, dass es Widersprüche gibt, die mit herkömmlichen Überlegungen nicht gelöst werden können? Was, wenn für die Kirche relevante (biblische) Ereignisse in die weltliche Chronik eingefügt worden sind? Was, wenn in der Chronologie Ereignisse, Fürsten und Dynastien über die Zeit scheinbar mehrmals vorkommen? Was, wenn die Antike so antik nicht ist? Was, wenn es das finstere Mittelalter so nicht gab? Was, wenn Jesus Christus am Ende des 12. Jahrhunderts gekreuzigt wurde? Starker Tobak, nicht?

Fortsetzung folgt.

Helfen oder nicht helfen, das ist hier die Frage

Daß wir die Übel, die wir haben, lieber Ertragen als zu unbekannten fliehn.

Daß wir die Übel, die wir haben, lieber Ertragen als zu unbekannten fliehn.

Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Sterben: schlafen;

[…]

Daß wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewußtsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;

Hamlet: Prinz von Dänemark
William Shakespeare 
übers. v. W. v. Schlegel

Haben Sie vielleicht den KURIER vom Sonntag durchgeblättert? Auch diesmal geht es wieder vorrangig um das Thema „Flüchtlinge„. Plakativ und subtil lässt man den Leser wissen, dass er den „Flüchtlingen“ zu helfen hat. Gut. Gleichzeitig aber wird er mit Fotos konfrontiert, die ein unbewusstes Unbehagen in ihm, im Leser, auslösen: Beispielsweise eine Ansammlung fremder Menschen auf einem Bahnhof (besser: auf Geleisen), wartend, hoffend, auf einen Zug, der sie in eine bessere Zukunft bringen soll. Ein Schlauchboot mit Männern, irgendwo am Meer – im Hintergrund ein Kreuzfahrtschiff (Sie dürfen sich jetzt fragen, warum es die Presseagenturen vermeiden, Fotos von Flüchtlingen in Booten gemeinsam mit Yachten reicher Privatiers abzubilden). Dann eine militärisch aussehende Landkarte von Europa, die „Flüchtlings-Armeen“ und ihre „Angriffsbemühungen“ zeigt. Und zu guter Letzt erfährt der Leser auch noch von einem vereitelten Massaker: in einem französischen Zug wollte ein „mutmaßlicher“ muslimischer Afrikaner – stilecht mit einer Kalaschnikow – ein Blutbad anrichten, konnte aber noch im letzten Moment von zwei Amerikanern bewusstlos geschlagen werden. Aha.

Also. Wie soll sich da jetzt einer auskennen? Da wir eine christliche Erziehung (!) genossen haben, wollen wir helfen. Gleichzeitig haben wir aber das Gefühl, damit unser eigenes Grab zu schaufeln. Der Mainstream ist bei alledem nicht hilfreich. Ganz im Gegenteil. Er schürt die Zwänge, er schürt die Ängste. So bleibt der gewöhnliche Bürger ein Zerrissener. Punktum. Der Hausverstand genauso wie die heimatlich-gesellschaftliche Verbundenheit wurden längst diskreditiert. Am Ende sind wir nur noch eine feige Masse, die mit wenig Aufwand von Presseleuten und Politikern geknetet und in eine bestimmte Form gebracht werden kann. Geht einmal die „mütterliche Welt„, in der man sich geschützt gewusst hatte, verloren, erleiden wir, so Prof. Horst E. Richter, eine „Umzugs-Depression„. Sollten Sie also bemerken, dass Sie an einer depressiven Verstimmung leiden, dann hat es weniger mit Ihnen als mit den äußeren Umständen zu tun. Ich gehe davon aus, dass die Pharma-Industrie, im Gegensatz zum gewöhnlichen Bürger, eine blühende Zukunft haben wird.

Wie dem auch sei, es gilt, die folgenden Fragen zu stellen:

  • Wer hat die Lebensgrundlage der Menschen in den Krisenregionen zerstört? Waren es nicht Angriffskriege der westlichen Mächte, sei es in Libyen, Syrien, Irak, Afghanistan usw., die ein funktionierendes Gemeinwesen zerbombt haben?
  • Wer hat die bestehenden staatlichen Strukturen in den gegenwärtigen „Krisenregionen“ durch Revolutionen und Putschversuche zerstört? Waren es nicht westliche Mächte, die hier ihre Hände im Spiel hatten?
  • Trägt die Globalisierung nicht dazu bei, dass die heimatliche Wirtschaft in den Krisenregionen unrentabel gemacht wird und auf diese Weise verschwindet? Ohne Wirtschaft: keine Arbeit: keine Zukunft.
  • Wer sind diese „Schlepperbanden“? Sind diesen „Banden“ nicht vielmehr ein international organisiertes Verbrechernetzwerk, das Verbindungen in die höchsten politischen Kreise hat?
  • Wie können Flüchtlinge ihre „Reise“ bezahlen? Woher nehmen sie die Dollars, die dafür nötig sind? Wie werden die „Schlepper“ bezahlt? Wer verdient wie viel bei alledem?
  • Wie ist es zu erklären, dass Tausende von Flüchtlinge in der Türkei auf ihr Boot „warten“ dürfen, ohne befürchten zu müssen, von den türkischen Behörden festgenommen zu werden?
  • Ist es möglich, dass im Hintergrund Kräfte am Werk sind, die darauf abzielen, Europa zu destabilisieren?

9/11 oder Was würde Columbo sagen?

Fire Commissioner O’Hagan says he does not like to think
what would happen if a plane crashed in the World Trade Center.

What are your Chances of Surviving a High-Rise Fire?
New York Magazine
27. Mai 1974

Cover of the New York Magazine 1974 May 27

New York Magazine 27. Mai 1974

Bevor wir in medias res gehen sei mir noch ein kleines psychologisches Spielchen erlaubt, um Ihre Sinne zu schärfen. Bereit? Okay. Nehmen wir an, ich würde an dieser Stelle posten, dass ich vor wenigen Wochen durch Zufall in Jack Bronkowitz gelaufen bin. Jack ist Filmproduzent in Hollywood und Berlin und ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt und ihm die ins Englische übersetzte Synopsis von Schwarzkopf, meiner absurden Wiener Krimicomedy, in die Hand gedrückt. Tage später läutete das Telefon und der Assistent von Jack unterbreitete mir ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte. Ich bin demnach ein gemachter Mann. Yep.

Glauben Sie mir das? Ich gehe davon aus, dass sie Zweifel haben. Gewiss. Es sei denn, Sie gehören zu jenem Menschenschlag, der davon ausgeht, dass jeder die Wahrheit sagt – oder wenigstens die besten Absichten hat. Wenn Sie demnach die Skepsis packt, werden Sie google anwerfen und meinen Sachverhalt prüfen. Aha. Merken Sie, worauf ich hinaus möchte, mit diesem kleinen Psycho-Spielchen? Was wäre für Sie ein stichfester  B e w e i s  meiner Behauptung? Jeder kann sagen und schreiben, dass es sich so verhalten hat. Beweise auf den Tisch, heißt es dann nicht umsonst. Gut. Ich kann Ihnen leider das Bronkowitz-Paper nicht zukommen lassen. Es gilt ja ein gewisses Maß an Vertrauen in diesem Bizness, nicht? Also gut. Wie zuvor gesagt, Sie tippen die Keywords in google ein und schauen sich mal an, was da so ausgeworfen wird. Jetzt können Sie sich gleich mal die Frage beantworten: Wann würde ich ein unwahrscheinliches Ereignis als wahr bzw. als gegeben akzeptieren?

Wenn ein oder zwei andere, private Webseiten über dieses Ereignis berichten? Wenn es zwanzig sind? Hundert? Oder richten Sie Ihr Augenmerk auf   o f f i z i e l l e   Webseiten? Also Webseiten von Medien-Unternehmen und öffentlicher Stellen. Würde also http://www.orf.at – in Österreich eine der meistbesuchten News-Seiten, erstellt vom Öffentlich Rechtlichen Rundfunk Österreichs – würde also orf.at über meinen Deal berichten, Sie würden mir gratulieren, nicht? Oder es gäbe eine Erwähnung im Spiegel Online. Dann wäre meine unwahrscheinliche Story doch hieb- und stichfest, oder? Warum sollte man diesen Unternehmungen nicht trauen? Man kann ja nicht jede Meldung skeptisch und mit Argusaugen betrachten. Kann man nicht? Hm. Vielleicht sollte man es aber.

Zurück zu Beweisen, die nichts beweisen. Eine Meldung wurde von anderer Stelle bestätigt. Punkt. Sie gehen davon aus, dass diese Stelle ihren Job ordentlich macht. Will heißen, sie wägt die Fakten ab und entscheidet dann, die Meldung zu bringen. Was, wenn der Redakteur  oder die Belegschaft mit anderen, wichtigeren Dingen beschäftigt ist? Zum Beispiel die neue Praktikantin übers Knie zu legen? Wissen wir denn, wer welche Meldungen bearbeitet, in einer Redaktion? Kann es nicht auch der Azubi sein, der normalerweise die Brötchen und den Kaffee holt? Oder wäre es nicht denkbar, dass die Meldung automatisiert generiert wird? Durch einen News-Feed? Die Presse-Agenturen bereiten ja die Meldungen bereits hübsch vor. Copy & Paste war gestern. Direkt einstellen ist heutiger. Der Azubi kann dann gerne ein paar Sätze oder Floskeln einfügen.

Kommen wir nun zu 9/11. Sie wissen noch, oder? Freilich. Es hat sich in unser Gedächtnis eingebrannt. Flugzeug. Twin Towers. Bumm. Entsetzen. Flugzeug. Twin Towers. Bumm. Entsetzen. Bangen. Es nicht begreifen wollen. Einsturz des Südturms. Man zwickt sich. Entsetzen². Einsturz des Nordturms. Man zwickt sich erneut. Möchte sich eine Ohrfeige geben. Entsetzen³. Tja. Dann sitzt man vor dem TV und versucht zu begreifen.

New York Magazine May 27 1974 Illustration High-Rise FireWissen Sie, was wirklich geschehen ist, am 9. September 2001? Niemand weiß es. Obwohl wir der Meinung sind, wir haben es alle gesehen. Gemeinsam. Als wären wir vor Ort gewesen. Diese Bilder haben sich so in unser Bewusstsein eingebrannt, dass dieses Ereignis Teil unseres kollektiven Gedächtnisses geworden ist. Aber Bilder und Töne allein machen noch keinen Sinn. Und da wird es jetzt natürlich spannend. Wir, als teilnahmslose Voyeure bzw. Beobachter, müssen das Geschehen einordnen, müssen einen Kontext zum Erlebten herstellen. Nur dann können wir beruhigt zu Bett gehen. Wer möchte schon Schlafpillen einwerfen? Eben!

Wenn Sie wissen wollen, was wirklich geschah, nun, dann sollten Sie die Fakten von der Story unbedingt trennen. Aber das ist dann nicht gerade befriedigend, weil sie dann vor einem Trümmerhaufen stehen – im wahrsten Sinne des Wortes – der keinen rechten Sinn ergibt. Aber sollten Sie Fakten und Story trennen, dann darf ich Ihnen gratulieren. Well done! Nur so kommen wir der Wahrheit – so es überhaupt eine geben kann – näher.

Wenn Sie hingegen von der Story zu den Fakten überleiten, dann können Sie an dieser Stelle aufhören, auch nur einen weiteren Gedanken an einer möglichen Wahrheitsfindung zu verschwenden. Es wird Ihnen nicht gelingen. Kennen Sie Inspector Columbo? Eine wunderbare Serie, die mehr Kammerschauspiel, denn Detektivgeschichte war. Der running Gag war, dass der intelligente Verbrecher der Meinung war, er wäre dem schusseligen Inspector haushoch überlegen. Am Ende musste aber jeder der Mörder einsehen, dass er Columbo unterschätzt hatte. Tja. Dumm gelaufen. Jedenfalls, nehmen wir an, Sie würden nicht von Anfang an wissen, wer der Mörder ist. Würden Sie dann nicht den Inspector für einen konspirativen Sonderling halten, weil er einem unbescholtenen Bürger, der ja ein Alibi vorweisen kann (das natürlich nicht so wasserdicht ist, wie es den Anschein hat, aber das wissen wir ja noch nicht), auf die Pelle rückt? Und geht aus den polizeilichen Untersuchungen nicht klar hervor, dass eine Straßenbande das Verbrechen verübt hat? Warum also schnüffelt Columbo noch immer an einem so gut wie abgeschlossenen Fall? Ist das nicht lächerlich? Einfältig?

Die große Stärke von Columbo ist, dass er die Story der anderen aufnimmt, mit ihr spielt, sie weiterführt, verfremdet und neu zusammensetzt. Während die Schulterzucker von der Story ausgehen und die Fakten in die richtige Richtung biegen, macht es Columbo umgekehrt. Er nimmt sich die Fakten und biegt die Story in die richtige Richtung. Vielleicht wäre es an dieser Stelle nötig, anzumerken, dass weder Columbo noch der Verbrecher zu den Guten gehören. Jeder hat eine Agenda. Jeder hat ein Motiv, das zu tun, was er eben tut. Das kann gut, das kann schlecht sein, wie auch immer, aber man sollte es in jedem Fall im Hinterkopf behalten, weil: Niemand ist völlig frei und losgelöst von allen irdischen Zwängen. Was aber nicht heißen soll, dass man nicht Partei für jemanden ergreifen kann. Aber wenn Sie es tun, bedenken Sie, dass Sie damit der Wahrheit schon wieder einen Schritt hinterher sind. So ist das eben.

Würden wir also Columbo nach 9/11 fragen, was würde er in sein kleines Notizbuch kritzeln (abgesehen von der Einkaufsliste für seine Frau)? Was könnte man als Fakt und was als Beiwerk der (patriotischen) Story ansehen? Wer sich eingehend mit den Fakten auseinandersetzen möchte, dem kann ich diesen Blog stevenwarran sehr ans Herz legen. Ich bin erst vor wenigen Tagen durch Zufall auf diesen gestoßen und habe viel Zeit darauf zugebracht. Beeindruckend, mit welcher Akribie und Detailverliebtheit der Verfasser zu Werke geht. Er schreckt auch nicht vor persönlichen Anschuldigungen zurück und nennt Namen oder stellt Listen ins Netz, die irrtümlich vom FBI geleakt sind. Gewiss, auch stevenwarran ist kein Kind von Traurigkeit. Davon können wir ausgehen. Und auch er wird nicht alles richtig einordnen können. Aber er versucht es wenigstens. Das ist ihm hoch anzurechnen. Sein Job müssten eigentlich die Medien-Vertreter, die Journalisten, die Reporter, die News-Macher tun. Aber keiner fühlt sich bemüßigt, auch nur einen Finger krumm zu machen. Das ärgert mich. Und dann wundern sich die Manager in den Medienhäusern, dass die Leute nicht bereit sind, für diese News etwas zu bezahlen. Haha. Selten so gelacht.

In wenigen Monaten jährt sich 9/11 zum 10. Mal. Wir dürfen davon ausgehen, dass die offizielle Story, die Narration, wieder gedehnt und aufgeblasen wird, um den Blick auf die Fakten zu verhüllen. Dann wird wieder nur um den heißen Brei gefeiert. Apropos heißer Scheiß. Haben Sie eigentlich gehört, dass US Verteidigungsminister Rumsfeld einen Tag vor 9/11 in einer Pressekonferenz einräumen musste, dass rund USD 2,3 Billionen (also 2300 Milliarden!) in den Büchern des Pentagon nicht mehr auffindbar bzw. die Ausgaben nicht nachvollziehbar seien?

Für 2300 Milliarden Dollar, also, da erzähle ich Ihnen eine Story, die glaubt sogar ein pubertierender Junge, dem die ganze Welt am Allerwertesten geht. Period! Und jetzt wachen Sie verdammt noch mal auf. Okay?