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Wenn sich die Götter über einen lustig machen und sich ins Fäustchen lachen

horoskop2017
Die Götter im Olymp haben sichtlich ihren Spaß mit mir.
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Ab in die Druckerei, Erik!

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Zwischen Idee und Buch liegen brotlose Welten. Das rettende Ufer zu erreichen ist nur wenigen vergönnt.

Die Idee zur autobiographischen fiktion kam irgendwann im April des Jahres 2002. Heute, dreizehn Jahre später, ging das Manuskript in Druck. Gut Ding braucht Weile, sozusagen. Und ein Schriftsteller, der keine Ausdauer im Gepäck hat, hat seine Berufung sowieso verfehlt und sollte fortan sein schreibendes Leben nur noch als Autor zubringen dürfen. Recht so!

Tragödie und Hoffnung und Piraterie, anno 1966

Die letzten Tage intensivst am Spielemagazin 2/2012 gearbeitet und heute zum Druck befördert (zack!). Nebenbei mal einen Folder für das von mir designte Jugendbuch 5VERSCHOLLEN entworfen und zur Durchsicht abgeschickt (bumm!). All das und noch ein paar weitere Verpflichtungen stören die Überarbeitung an Con$piracy. Trotzdem konnte ich es nicht lassen, wieder einmal mein neugieriges Näschen in allerlei Publikationen und Rezensionen zu stecken. Ein Hinweis führt zu einem anderen, der wiederum zu einem anderen führt und so weiter und so fort. Am Ende will man sich ein Buch näher ansehen, das zu seiner Zeit sehr kontroversiell gewesen sein muss. Wie dem auch sei, mit Ausnahme einer Hand voll Zitate findet sich so gut wie nichts im Web. Das Buch ist nirgends zu bekommen. Ich denke, es ist das erste Buch, das in keinen der amazon-Läden – sei es in Germanien, Britannien oder Amerikannien – aufzutreiben ist. Das ZVAB zeigt zwar drei Treffer, aber die führen ins Leere. Tja. Fast scheint es, dass diese nebulöse Unauffindbarkeit für mich einen magischen Reiz verströmt. Vermutlich ist es die Phantasie, die mir vorgaukelt, dass eine geheime Gesellschaft alles tat, um dieses Buch vom Markt zu bekommen. Gewiss, es kann auch ganz anders, ganz simpel, ganz gewöhnlich, sein, also nur marktwirtschaftliche Gründe haben (weil: der Markt und die Mehrheit irrt bekanntlich nie!)

Heute das Buch eines Historiker ersten Ranges aufgetan. Caroll Quigley publizierte bereits 1966 in seinem Buch Tragedy and Hope: A History of the World in Our Time über allerlei korrupte Machenschaften. Mit wissenschaftlich-historischer Akribie erklärt er die Welt im Lichte der Vergangenheit. Sein Buch ist interessanterweise im Internet-Archiv zu finden und kann dort in aller Ruhe durchgeblättert werden. Auch wenn ich mir vorerst nur ein paar Kapiteln zu Gemüte führen konnte, es sieht sehr danach aus, als hätte Quigley bereits zu seiner Zeit die gegenwärtige Entwicklung vorweggenommen. Bemerkenswert. Auch wenn er – in Bezug zum Beispiel auf Deutschland – hin und wieder in einen Mainstream-Historismus verfällt, der stetige Hinweis auf die weltweit agierende Hochfinanz-Priesterschaft ist es sicherlich nicht. Quigley dürfte sogar einen Schritt weitergegangen sein, in dem er die Verantwortung für vergangene Weltkriege und Wirtschaftskrisen zum größten Teil in dieser Finanz-Clique sieht. Antony C. Sutton, ebenfalls ein Historiker des alten Schlages, der sich nicht korrumpieren ließ, stellte mit seinen (selber publizierten) Büchern die historischen Überlieferungen der nahen Vergangenheit vollends in Frage.

In einem – akustisch leider nur sehr schwer verständlichem – Interview erzählt Quigley, dass er mit seinem Verlagshaus MacMillan schwer zu kämpfen hatte. Wobei er betonte, dass der Verlag zwischenzeitlich mehrmals den Eigentümer gewechselt hatte und diese nur noch den profitableren Büchern den Vorrang gaben. Dass ihn der Verlag mehrmals im Unklaren ließ, in Bezug auf eine Neuauflage, ärgerte ihn maßlos. [»They lied, lied, lied, lied to me!«] Der Vertrag, den Quigley mit MacMillan seinerzeit unterschrieb hätte ihm die Rechte auf die Druckplatten gegeben, falls der Verlag keine weitere Neuauflage in absehbarer Zeit geplant hätte. Und dann, erzählt Quigley, erhielt er ein Schreiben von MacMillan, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass die Druckplatten vernichtet wurden. Ja, so funktioniert das System eines Establishments. Erstaunlicherweise wurde das Buch in den frühen 197oern »raubkopiert«. Piraterie ist also keine Erfindung der Internet-Community. Eigentlich geht diese literarisch-verlegerische Räuberei ins 18. Jahrhundert zurück, als Autoren noch kämpfen mussten, um von Verlagen an den Verkaufserlösen beteiligt zu werden. Ja, damals gedachte ein Verlag die Autoren in Bezug auf Auflagenhöhe und Verkaufszahlen weitestgehend im Unklaren zu lassen und mit Almosen abzuspeisen. Goethe machte diesbezüglich ja seine lieben Erfahrungen. Heute hingegen trommeln sich die großen Verlage an die Brust und verkünden lauthals, dass sie die Hüter von Demokratie und der Garant von Meinungsfreiheit sind. Der Leser möchte es mir an dieser Stelle nachsehen, wenn ich kurz in mein Fäustchen lache.

Was zu tun befiehlt die Eitelkeit oder Der Ansporn eines Verlegers

Gut, gut. Es wird Zeit. Zeit, die nahe Zukunft verlegerisch durchzudenken und dem (einzigen) Autor in meinem Verlage klar zu machen, dass es wieder ernst wird. Um zu guter Letzt nicht wieder in eine perfektionistische Endlosschleife zu gelangen (»vielleicht sollte ich den Text des 7. Kapitels doch noch mal überarbeiten?!«), ist es am besten, wenn man der Öffentlichkeit mit stolz geschwellter Brust gegenübertritt und großspurig die nächsten Publikationen hinausposaunt. Damit mache ich mir den notwendig Druck. Ja, der innere Schweinehund und der überängstliche Perfektionist sind ein gefährliches Gespann, wenn es um nahe Veröffentlichungstermine geht. So. Wie geht es also weiter?

Vorablesen?
Vorablesen?

Con$piracy ¦ Zu aller erst, denke ich, wird es Zeit, die konspirativen Machenschaften, die es da in dieser, unserer Welt gibt, auf den Punkt zu bringen. Der Clou, wenn man so will, ist, dass ich den Text noch nicht offiziell publiziere, sondern vorerst nur in einer sogenannten ARC, einer Advance Reader’s Copy, einer Vorab-Lese-Exemplar-Version anbiete. In US Verlagen ist es scheinbar Gang und Gäbe, treuen Lesern solche Exemplare schon mal vorab zukommen zu lassen. Grund genug, es auch zu versuchen, nicht? Freilich werde ich mir erlauben, einen Kostenersatz zu veranschlagen, somit ist gewährleistet, dass nicht jeder, pardon, Schlurf aufzeigt und um eine Kopie bittet. Natürlich wird der Text in der üblichen Form als Taschenbuch (A5) erscheinen, die Letztkorrektur ist aber noch ausständig. Und wer weiß, vielleicht ist das Feedback zum Text so fruchtbar, dass ich die Ärmel aufstricke und am Manuskript weiter arbeite. Alles möglich. Bis dato haben sich rund 10 Leutchen gefunden, die bereit sind, meine ersten Gehversuche im populären Sachbuchbereich zu unterstützen. Wer zu den Vorab-Lesern gehören und zwanzig €uro loswerden möchte, bitte bei mir anklopfen. Der voraussichtliche Erscheinungstermin dürfte bereits im Juni sein.

MadeleineAnatomie einer Tragödie (Band III der Tiret-Saga) ¦ Ja, das längst druckfertige Buch hat eine Weile im Schatten gewartet. Grund war der Selbstversuch, herauszufinden, ob es möglich ist, ein Buch über Crowd-Funding zu finanzieren. Wie der geneigte und treue Leser weiß, suchte ich 99 abenteuerlustige Club-Mitglieder für Madeleine. Bei etwa 60 Mitgliedern hat es sich eingependelt. Wobei ich gestehen muss, diesbezüglich keinerlei Ambitionen an den Tag gelegt zu haben. Keine Bettelei, keine nervtötenden E-Mail-Aussendungen, keine tränenreichen Aufrufe oder befeuernde Trommelein. Ich wollte sehen, ob sich eine Eigendynamik einstellt und wenn ja, wie diese abläuft (»Da musst du dabei sein!«). Die Erkenntnisse aus dieser Versuchs-Anordnung werde ich natürlich später einmal lang und breit ausführen. Als erstes Conclusio würde ich sagen, dass die Dinge trotz Social Media und Web nicht einfacher geworden sind, was wiederum daran liegen könnte, dass viele, ja, sehr viele Unglückliche ihr Glück im virtuellen Eiertanz versuchen. Voraussichtlicher Publikationstermin für Madeleine kann freilich nur der 14. Juli sein. Jedenfalls für die Club-Mitglieder. Offiziell werde ich wohl im September mit Madeleine herausrücken.

Der Fetisch des Erik van der Roheeine autobiographische Fiktion ¦ Wahrlich, der gute Erik liegt schon seit 2003 in der Lade. Immer wieder aus der Lade geholt, immer wieder in die Lade gegeben. Dann und wann mit Eifer und Energie am Manuskript herumgetan, jedenfalls so lange, bis die Lust im Keller war und ich mich anderen Texten widmete. Aber damit soll nun endgültig Schluss sein. Die Lesung im Ragnarhof hat mich davon überzeugt, dass die Qualität des Textes durchaus nicht übel ist – jedenfalls wenn man(n) das Glück hat, den weiblichen Part von einer talentierten und hübschen Schauspielerin vorgelesen zu bekommen. Die Idee, einen kurzen Clip zu drehen, spukt natürlich im Kopf herum. Schön. Aber bevor ich den Faden verliere, muss noch angemerkt werden, dass ein paar Korrekturen am Text notwendig sind. Die enormen Kürzungen haben gezeigt, dass ein zuvor wesentliches Kapitel nun nicht mehr so wesentlich ist, was wiederum zu Verständnisschwierigkeiten führt. Tja. Zu den gegenwärtigen rund 310 Seiten werden wohl noch 40 Seiten dazukommen. Vorsichtig geschätzt. Aber immer noch akzeptabel, wenn man sich vor Augen führt, dass das Konvolut einst über 600 Seiten aufwies. Ja, wenn ich mal schreibe, dann gibt es kein Halten. Wirklich. Jetzt ist die Frage, wann denn das Buch erscheinen wird. Wieder vorsichtig geschätzt würde ich sagen: Oktober. Vielleicht früher. Vielleicht später. Die Auskopplung Die Erotik des Erik van der Rohe belasse ich vorerst nur als E-Book.

Rotkäppchen 2069B ¦ Ach, das Rotkäppchen, das gäb’s ja auch noch. Schon seit längerem längst druckfertig, aber als Taschenbuch bis dato eher ein Stiefkind meines Verlagsprogramms, tue ich mir schwer, es zu positionieren. Als E-Book macht es hingegen eine passable Figur. Eventuell werde ich eine Kleinstauflage drucken, um zu sehen, wie die neue Version (nicht mehr im Drehbuchstil, sondern romanhafter) angenommen wird. Veröffentlichen könnte ich das Taschenbuch natürlich jederzeit, aber besser, ich warte noch ein wenig zu. Warum?  Keine Ahnung. Ein verlegerisches Bauchgefühl, wenn man so will.

Azadeh ¦ Penly ¦ 88/6 ¦ Eigentlich sind alle 3 Texte – soweit – fertig. Aber es fehlt die Überarbeitung. Und bei 88/6 wollte ich eigentlich noch ein absurdes Finale schreiben, aber die Lust hat sich in Luft aufgelöst und jetzt habe ich nur ein schmales Bändchen, das als schriftstellerisches Experiment anzusehen ist. Freilich, durchaus nicht uninteressant. Und wer weiß, vielleicht werde ich später einmal, in einem anderen Text, auf das Experiment zurückgreifen. Wer weiß denn schon, was die Zukunft bringt, nicht? Penly? Sollte eigentlich im Winter 2012 erscheinen. So das ehrgeizige Ziel. Damit wäre die Tiret-Saga um den (vorläufig) letzten Band reicher und ich könnte mir dann endlich, endlich, überlegen, wie es mit der Saga weitergeht. Wenigstens, denke ich, sollte die Generalständeversammlung abgehalten und die Bastille gestürmt werden. Aber da will ich mich besser nicht aus dem Fenster lehnen. Zwar hat sich die Höhe zwischenzeitlich verringert (vom 8. Stock in den 5. Stock), aber für höhenängstliche Tagträumer ist es noch immer ein gewagtes Unterfangen. Und Azadeh? Ach, meine kleine Azadeh …

Literarische und gestalterische Früchte in 9 Jahren (3)

literarische Früchte - angesetzt und tlw. geerntet in 9 Jahre

Zu guter Letzt dürfen in einem Rückblick die Früchte des langwierigen Tuns nicht fehlen. Oft hat man ja den Eindruck, man hätte den ganzen langen lieben Tag nur vor sich hingeträumt und in die Luftschlösser gestarrt. Deshalb ist es immer wieder notwendig, das Geleistete aus dem Archiv zu holen und auf die Bühne zu stellen. Wenigstens für einen Blog-Beitrag, der sich mit dem literarischen, verlegerischen und gestalterischen Gestern beschäftigt. Wer die letzten beiden Einträge zum selbigen Thema verpasst hat, bitte sehr: Teil 1 und Teil 2

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2 Jahre mit E-Books im Verlagsgepäck

Im Februar 2010 stürzte ich mich auf die neue Veröffentlichungsmöglichkeit und bastelte in mühseliger Handarbeit ein E-Book. Gewiss, ein PDF lag in der Lade, respektive auf der Harddisk, aber wer möchte schon ein stinknormales PDF lesen? Amazon hingegen lockte mit famosen Aussichten im virtuellen Buchbereich, dank eines brauchbaren digitalen Lesegeräts (kindle), drahtlose Shopanbindung inklusive! Die Zahlen überschlugen sich. Vorerst nur in den USA. Trotzdem wollte ich als Autor und Verleger dabei sein. Und bin dabei. Einer der ersten deutschsprachigen Autoren, die ihre Bücher bei amazon.com anboten (»German Edition«). Aber die Suchmöglichkeiten nach deutschen E-Books war bescheiden und die deutschsprachigen Kunden zierten sich, trotzdem ging die eine oder andere Kopie über den Ladentisch. Man ist ja immer wieder erstaunt, dass wildfremde Leutchen Münzen auf den virtuellen Tresen legen und sich mit einem meiner Bücher eindecken – ohne dass ich lächelnd daneben stehe oder mit einem scharf durchdringenden Blick ungeduldig auf den Kaufabschluss warte.

Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

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