richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: bürger

Die Hörigkeit der klugen Leute bezüglich 9/11

Die letzten Tage ist das Gespräch auf den Anschlag vom 11. September 2001, sprich 9/11, gekommen. Kluge Leute saßen da mit mir am gemütlichen Tisch. Abitur. Studium. Technisch durchaus versiert. Liberal. Aufgeklärt. Und doch verteidigen sie mit Händen und Füßen die offizielle Version des Anschlags. Warum?

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Trump vs. Clinton – Die erste Debatte

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As seen on twitter.

Das war sie also, die erste Debatte der beiden Präsidentschaftsanwärter: Donald Trump und Hillary Clinton. Dafür bin ich um 3 Uhr früh aus dem Bett gekrochen. Ich denke, Sie werden alles Wesentliche und Unwesentliche aus den Medien erfahren. Clinton, die sich streberhaft auf diese TV-Debatte vorbereitete, machte über die 90 Minuten einen sicheren Eindruck. Es erinnerte an einen Schüler, der sich gewissenhaft für die Prüfung gelernt hat und sich deshalb keine Sorgen macht, dass er scheitern könnte. Trump hingegen wirkte wie ein überheblicher Schüler, der von sich überzeugt ist, den Lernstoff im kleinen Finger zu haben und deshalb bei manchen Fragen aufs Glatteis geriet. Aber am Ende muss man Trump zustimmen, wenn er über seine Gegnerin sagt und damit alle Politiker meint: »All Talk, No Actions!« Ja, sie reden alle heiße Luft. Geht auch gar nicht anders. Politiker reduzieren das Politische auf ein paar Schlagwörter, auf hübsch anzuhörende Slogans. Das hat mit dem Führen eines Landes nichts zu tun. Gar nichts. Aber wie sonst soll man sich und seine Partei verkaufen?

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Wo stand der Schreibtisch des Kaisers in der Hermesvilla? Über Macht, damals und heute.

update: Kaiser Franz Josef II. ist eine Mischung aus dem Franzl und Josef II. 😉

Gestern den ehemaligen kaiserlichen Wohnsitz, die Hermesvilla im Tiergarten Lainz aufgesucht und innwendig erkundet. Dabei auch Pläne und Fotos von einst betrachtet. Man bestaunt den kaiserlichen Mobiliarbombast (etwa das Schlafzimmer von Kaiserin Elisabeth) genauso wie das feinsinnige Kunstgespür des Ehepaars. Dann stand ich im Arbeitszimmer des Kaisers. Oft war er ja nicht in Lainz, aber trotzdem, wo ein Kaiser Franz Josef II. ist, da wird auch gearbeitet. Das Zimmer stand bis auf die Bilder leer. Ich wollte schon weitergehen, da erinnerte ich mich, im Vorraum eine Fotografie des Arbeitszimmers, aufgenommen um die Jahrhundertwende, gesehen zu haben. Auf dem Foto stand demnach alles auf seinem Platz – so, wie es der Kaiser einrichten ließ, so, wie es der Kaiser zu benutzen trachtete. Hier eine Skizze des Arbeitszimmers, die ich schnell mal mit dem empfehlenswerten Raumplaner von Icovia auf das virtuelle Papier brachte. Das Zimmer liegt im ersten Stock. Gegenüber vom mittig angebrachten Kamin war eine (schmale) doppelflügelige Tür auf den Laubengang, daneben zwei große Fenster. Was meinen Sie, wo der Kaiser seinen Schreibtisch aufstellen ließ?

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Der Schreibtisch stand in der rechten unteren Ecke des Zimmers, die Längsseite des Tisches geht zur Eingangstür, die Vorderseite schließt direkt an die Wand ab. Der Kaiser saß somit nicht nur mit dem Rücken zum Fenster, sondern überhaupt mit dem Rücken zum Raum. Wie ich mir die Fotografie so ansah, wurde mir mit einem Schlag bewusst, dass die Anordnung des Tisches mehr über den Kaiser aussagt als alle Biographien.

Überlegen Sie mal, wie Generaldirektoren oder Manager oder der Präsident der Vereinigten Staaten ihre Schreib- und Arbeitstische aufstellen? Sie sind für gewöhnlich so arrangiert, dass der Besucher, der Eintritt, vor Ehrfurcht erstarrt – das heißt, der Tisch steht zentral im Raum und blickt zur Eingangstür. Die Anordnung lässt keinen Zweifel zu: Hier sitzt ein Mensch, der Macht hat und sie ausübt. Warum also ließ der mächtigste Mann einer europäischen Großmacht seinen Tisch in eine Ecke stellen?

Die Antwort liegt darin, dass ein Generaldirektor, ein Manager, ein Präsident, sie alle, nur für eine geraume Weile eine Machtposition innehalten. Ein Kaiser ist, wenn man so will, als Kaiser geboren und wird von niemandem in seine Machtposition gebracht. Gott allein ist es, der über ihm steht. Niemand sonst. Falls Sie das jetzt erschreckt, dann befürchte ich, dass Sie bereits zu sehr dem liberalen Demokratiegeschwätz ausgesetzt waren. Der springende Punkt bei alledem ist nämlich jener, dass Könige und Kaiser seit jeher für ein Gleichgewicht zwischen Adel und Bürger- bzw. Bauerntum zu sorgen hatten. Graf Mirabeau, Enfant terrible der politischen Umwälzung des späten 18. Jahrhunderts, schrieb in einem Brief, datiert mit 16. August 1788:

»Was meine private Anschauung angeht, so will ich sie Ihnen – für Sie persönlich – rund heraussagen: Krieg den Privilegierten und den Privilegien, da haben Sie meine Losung. Die Privilegien sind nützlich gegen die Könige; aber sie sind verabscheuenswert gegen die Nationen, und niemals wird unsre Nation öffentlichen Geist haben, solange sie nicht von ihnen befreit ist; da haben Sie den Grund, warum wir bleiben müssen, was ich persönlich in hohem Grade bin: monarchisch. Ah, gestehen wir’s doch ehrlich, was wäre eine Republik, die aus all den Aristokratien zusammengesetzt wäre, die an uns nagen? Der Hort der allerrührigsten Tyrannei

Setzen Sie dem Wort Aristokratie das Wort Geld hinzu und schon ist es eine akkurate Bestandsaufnahme der letzten Jahrhunderte. Mit anderen Worten, all diese Revolutionen, die im Namen des Volkes Kaiser und Könige vom Thron fegten, haben am Ende nicht dem Bauern, nicht dem Bürger das versprochene Erdenglück gebracht. Im Gegenteil. Die Geldaristokratie herrscht mit absoluter Strenge und Graumsamkeit. Diese Tyrannei kennt keine Gnade.

Falls Sie jetzt die Augen rollen und meinen, ich würde nur Blödsinn schreiben, weil jedes Kind weiß, dass die westliche Welt eine friedliebende Demokratie ist, tja, dann sollten Sie sich den Vortrag von Prof. Martin Gilens, Princeton University, angucken, in dem er seine Studie Testing Theories of American Politics: Elites, Interest Groups, and Average Citizens präsentiert und zum Schluss kommt, dass „unsere Gesellschaft nur eine Demokratie auf dem Papier ist“ [„our society is a democracy in name only.“] und dass der Durchschnittsbürger keinen politischen Einfluss hat:

»When the preferences of economic elites and the stands of organized interest groups are controlled for, the preferences of the average American appear to have only a minuscule, near-zero, statistically non-significant impact upon public policy.« [S. 575]
 .
Sollten Sie also das nächste Mal den amerikanischen Präsidenten im Oval Office – oder den Manager des Jahres – hinter seinem Schreibtisch sitzen sehen, denken Sie an die Hermesvilla und Kaiser Franz Josef II., denken Sie daran, dass die einen von Geldaristokraten in die Machtposition gehievt wurden und nur so lange dort verweilen dürfen, wie es die Fürsten Mammons wollen, während die anderen nur vor Gott und ihrem Gewissen Zeugnis ablegen mussten. Faites vos jeux.

 

Wer suchet im Web, der findet Shills und Dummschwätzer

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Bevor ich die Analyse zum (vermeintlichen) Terroranschlag in Nizza, 14. Juli 2016, auf den springenden Punkt bringe, vorweg ein paar Gedanken, die mich in den letzten Tagen beschäftigt haben und die ich an dieser Stelle dem geschätzten Leser näherbringen möchte.

Will man einen Event wie Nizza oder München oder 9/11 analysieren, muss einem bereits im Vorfeld klar sein, dass es für einen gewöhnlichen Bürger nicht möglich ist, das tatsächliche Szenario aus der Flut an (Miss-)Informationen herauszulesen. Man kann nur Widersprüche und Ungereimtheiten in der offiziellen Version feststellen und auf diese aufmerksam machen. Natürlich ist jeder eingeladen, Spekulationen anzustellen, aber damit stößt man den gutgläubigen Medienkonsumenten vor den Kopf und jeder Mensch wird mit allen Mitteln versuchen, an seinem (konditionierten) Weltbild festzuhalten – egal wie eindeutig und greifbar die Widersprüche auch sein mögen. In der Theorie sollte es möglich sein, all diese Konsumenten, die wie eine blökende Schafherde den täglichen Schlagzeilen hinterherlaufen, wachzurütteln. Leider haben wir es im Internet aber nicht nur mit diesen gutgläubigen und vom lechtsrinken Weg abgekommenen Medienkonsumenten zu tun, sondern auch mit sogenannten Shills, bezahlten Claqueuren, die auf »Zuruf« jede ernsthafte und sachlich geführte Diskussion zu zerstören bzw. zu verwässern trachten.

Das Internet, so frei und unabhängig es für viele auch scheinen mag, ist in Wirklichkeit durchzogen mit Shills, freien Mitarbeitern von PR-Agenturen, behördlichen Überwachungsorganen, ahnungslosen und besserwisserischen Medienleuten, religiös-rassistischen Fanatikern, Dummschwätzern, naiven Social Media Berühmtheiten, Herzschmerz-Hysterikern, bezahlten Agents Provocateurs und so weiter und so fort.

Glen Greenwald hat einen langen Artikel verfasst, der über die Infiltrierung des Internets durch verdeckte Agent(urmitarbeiter)en erzählt und wie diese gezielt eingesetzt werden, um zu manipulieren und zu täuschen. Der Kommentar eines Lesers gehört zu jenen humorvollen Weisheiten, die man nur noch in den anonymen Weiten des Webs finden kann. Ja, gerade die süffisantesten, sarkastischsten und zynischsten Wortmeldungen, die zeigen, dass der Verfasser wissen dürfte, was Sache ist, lassen mich nicht nur Tränen lachen, nein, sie geben mir auch die wohlige Gewissheit, dass noch nichts verloren ist.

Reading these comments is fascinating. We have an intersection of

1 People trying to get out the truth or find it
2 Paranoid lunatics basking in justifications for their paranoid world view
3 Government agents posing as 1 and 2
4 Anarchists posing as 3
5 Government agents posing as 4
6 The rest of us
7 Lunatics and government agents posing as the rest of us

If the effort is to neutralize the internet as a force to mitigate government power, the strategy is working. How can it not? Truffers, pseudo-truffers, lunatics, pseudo-lunatics, anarchists, pseudo-anarchists. The MSM is owned by the government, now so is the internet. Next we will find out that Greenwald is a CIA agent, who’s actually a double agent working for Putin, who is working for the Chinese. Then we’ll find out that the CIA spread that rumor and falsified the information to derange Greenwald.

Who wants pizza?

 

Die #bpwahl16 als Worträtsel

Sechs Kandidaten standen zur Wahl für das Amt des Bundespräsidenten. Die (Aus)Wahl ist für einen politikverdrossenen Bürger eine rechte Qual. Deshalb dachte ich mir, ich mach mir ein Worträtsel, wo jeder nach Gusto die entsprechenden Wortpaare bilden und einem Kandidaten zuordnen kann. Viel Vergnügen.

Schaf – Maurer – Gleich
Berufs – Flieger – Frei
Narr – Wolf – Im
Über – Funktionär – Macher
Hof – Pelz