richard k. breuer

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Die blinde Wut der tollwütigen Presse

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Liest man gegenwärtig als aufgeklärter und skeptischer Bürger die sogenannte Qualitätspresse bezüglich US-Präsident Donald Trump, ist es, als würde man von einem tollwütigen Hund gebissen werden. Der Schaum tropft förmlich aus den Zeitungsseiten. Bestes Beispiel dafür: der (oben angefügte) Kommentar von RAU im Der Standard vom 18./19. Februar d. J.

Ich frage mich, ob RAU die Pressekonferenz (youtube), über die er schreibt, überhaupt gesehen hat. Ich vermute, er hat einfach nur mal die internationalen Agenturmeldungen und die Op-Eds in der New York Times und Washington Post überflogen. Ansonsten muss man befürchten, dass der Autor in einer fürchterlichen Phantasiewelt lebt. Gewiss, ein Journalist der sog. Qualitätspresse lebt nun mal in seiner Bubble, in seiner Filterblase. So kommt es ihm gar nicht erst in den Sinn, dass er falsch liegen könnte, mit seinen verqueren Gedankenkonstruktionen – schreiben doch die anderen westlichen Medienhäuser in die selbe Richtung. Aber langsam dämmert es dem gewöhnlichen Bürger, dass etwas faul ist, im Staate Dänemark. Es tun sich immer wieder seltsame Widersprüche auf, die nicht erklärbar sind. Präsident Trump, so heißt es in der Presse, sei eine Gefahr für die Menschheit und müsse zum Psychiater – dabei ist er es, der ein friedliches Auskommen mit Russland und Putin anstrebt und nicht, wie Hillary Clinton, einen neuen Kalten Krieg einläuten und dabei einen Weltkrieg provozieren will. Hört man sich dann noch eine seiner Wahlkampfreden an, scheint es, als würden die Verrückten das Sagen in der Irrenanstalt haben:

[meine Übersetzung:] »In 26 Tagen werden wir diesen großartigen Bundesstaat (Florida) gewinnen und damit das Weiße Haus. Unsere Bewegung wird darangehen, das gescheiterte und korrupte – nun, wenn ich sage ‚korrupt‘, dann meine ich völlig korrupt – politische Establishment mit einer neuen Regierung ersetzen, die von euch, dem amerikanischen Volk kontrolliert ist.

Es gibt nichts, was das politische Establishment nicht tun würde – keine Lüge, die sie nicht erzählen werden, um ihr Ansehen und ihre Macht auf eure Kosten zu erhalten. Und das ist genau das, was gerade geschieht. Das Establishment in Washington und die Finanz- sowie Medienkonzerne, die dieses unterstützen, existieren nur aus einem Grund: um sich selbst zu bereichern und zu beschützen.

Das Establishment hat Billionen von Dollars in dieser Wahl zu verlieren. Hier ein Beispiel: nur ein einziges Handelsabkommen, das das Establishment durchbringen möchte und das von vielen Staaten, Konzernen und Lobbyisten kontrolliert wird, ist Billionen von Dollars wert.

Jene, die an den Hebeln der Macht in Washington sitzen, gemeinsam mit den Globalisten, sie gehen eine Partnerschaft mit Leuten ein, die nichts Gutes für euch im Sinn haben. Unsere Kampagne stellt eine existenzielle Bedrohung für sie dar, wie sie sie noch nie zuvor gesehen haben.

Das ist nicht einfach nur eine weitere Wahl für 4 Jahre. Das ist eine Wegscheide in der Geschichte unsere Zivilisation und der eingeschlagene Weg wird bestimmen, ob wir, das Volk, die Kontrolle über unsere Regierung zurückbekommen werden.«

Sie werden jetzt vielleicht einwerfen, dass der größenwahnsinnige Donald Trump ein Populist sei und deshalb alles sagen würde, um ins Oval Office zu kommen. Vielleicht spielt er auch nur allen etwas vor. Mag sein, dass es sich so oder so verhält – wer kann schon in die Seele eines Menschen blicken? – aber seine bisherigen Aussagen treffen oftmals (nicht immer) punktgenau ins Schwarze. Der Mainstream versucht davon natürlich abzulenken. Man stelle sich vor, die Masse würde aus ihrem künstlichen Tiefschlaf aufwachen und endlich einmal das Establishment zur Verantwortung ziehen. Deshalb ist Präsident Trump eine solch existenzielle Gefahr für Washington und London, deshalb werden die westlichen Medienhäuser wie tollwütige Hunde auf ihn losgelassen. Da diese den Querulant im Weißen Haus nicht zum Schweigen bringen können – dank Social Media spricht er direkt zu den Leuten auf der Straße – versucht seine Gegnerschaft ihn für verrückt zu erklären. Auf diese Weise soll der gewöhnliche Bürger davon abgehalten werden, auf den Inhalt von Donald Trumps Reden zu achten.

All die Journalisten und Redakteure, die längst auf Mainstream-Schiene gebracht wurden – der 90-jährige Hugo Portisch ist da leider keine Ausnahme -, können gar nicht die gegenwärtige politische Lage in den USA (und der Welt) erklären. Von einem Deep State wollen sie nichts wissen, ja sie tun gerade so, als handle es sich um eine blödsinnige Verschwörungstheorie. Dabei gäbe es zahlreiche gut dokumentierte Studien und Analysen, die zum Schluss kommen, dass die USA mehr einer (korrupten) Oligarchie als einer (demokratischen) Republik gleicht. Dass dieser Deep State für den Tod des unangenehmen John F. Kennedy verantwortlich ist, der daran dachte, mit dem Erzfeind UdSSR ins Gespräch zu kommen und die beginnende Intervention in Vietnam zu beenden, können die Journalisten natürlich nicht zugeben. Diese Medienleute glauben auch noch immer, dass es zwei Reporter der Washington Post waren – einer davon Ex-Militärgeheimdienstler – , die den Watergate-Skandal aufdecken und damit einen lästigen Richard Nixon zur Abdankung zwingen konnten – tatsächlich war es einfach nur ein subtiler Coup d’Etat des Deep State, nicht mehr, nicht weniger. Und von der (ehemaligen?) CIA-Operation Mockingbird – die Infiltration sowie Manipulation der US-Medien durch CIA-Leute – wissen heutzutage die Herren und Damen in den Redaktionen natürlich auch nichts. Gott bewahre!

Vielleicht könnte die Standard-Redaktion wenigstens das (ins Deutsche übersetzte) Transkript der Pressekonferenz abdrucken. Dann kann sich der Leser selbst einen Eindruck machen, ob es sich tatsächlich um eine dämonische Tirade handelte oder ob die Journalistenbrut einfach nur teuflische Bengel sind, die nicht gerne über ihre Sünden belehrt werden wollen:

[meine Übersetzung:] »Unglücklicherweise sprechen die Medienhäuser in Washington, New York und speziell Los Angeles, nicht für das amerikanische Volk, sondern vielmehr für spezielle Interessensgruppen und für jene, die von einem offensichtlich sehr, sehr unfairen System profitieren. Die Presse ist so unehrlich geworden, dass, wenn wir nicht darüber sprechen, wir dem amerikanischen Volk einen äußerst schlechten Dienst erweisen. Wir müssen darüber reden, um herauszufinden, was da los ist, da die Presse außer Rand und Band ist. Der Grad an Unehrlichkeit ist jenseitig.«

Übrigens, kann mir jemand sagen, warum es in Österreich noch immer eine Presseförderung gibt? Warum soll der Steuerzahler für seine Gehirnwäsche zahlen? Ziemlich unverschämt, meinen Sie nicht? Darüber gilt es später noch en detail zu befinden, aber behalten Sie die Sache mal im Hinterkopf.

Das Ende der Qualitätszeitung ist nah

Es gab eine Zeit, als der Leser eine Qualitätszeitung als Leuchtfeuer für Wahrheit und Freiheit gesehen hat. Doch diese Epoche geht nun dem Ende zu.

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Der Standard, Album A3, 11.Februar 2017

 

Dank dem allwissenden und nicht so leicht vergessen könnenden Internet vermutet der aufgeklärte Bürger, dass hinter dem gedruckten Zeitungspapier eine Redaktion steht, die von einem Management ausgesucht und ausgewählt wurde, um eine ‚von oben‘ vorgegebene politisch-wirtschaftliche Richtung (Agenda) umzusetzen. Mit anderen Worten, eine Zeitung (besser: Medienkonzern) wird niemals bereit sein, sich mit einer unangenehmen Wahrheit auseinanderzusetzen, die der Agenda widersprechen könnte. Vielmehr wird die Redaktion alles tun, um den Leser in seiner Unwissenheit (besser: konditionierten Wissensblase) gefangen zu halten. Was wir Qualitätsjournalismus nennen, ist heutzutage nur eine intelligentere Ausprägung der Propaganda, deren Aufgabe es ist, die breite Masse zu formen und zu führen. Diesbezüglich ist es Aufschlussreich, das Buch Propaganda von Edward Bernays, Sigmund Freuds Neffe, zu kennen. Darin macht sich der in den USA lebende Bernays bereits in den 1920er Jahren Gedanken darüber, wie eine gebildete Elite die öffentliche Meinung steuern könne und müsse:

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Wenn Der Standard über den Irakkrieg von 1991 schreibt

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In der Wochenendausgabe der Qualitätscanaille Der Standard ist die zweiseitige „Analyse“ von G. H. über Saddam Husseins Irrtum zu lesen. Alles, was der naive Leser über den  Irakkrieg von 1991 wissen muss, wird ihm hier in einem hochwertigen Wortbrei dargeboten. Man ist versucht an Winston Smith zu denken, als er im Ministerium der Wahrheit ein vergangenes Ereignis so verändert, dass dieses wieder in das von den Kontrolleuren vorgegebene politische Geschichtsbild passt.

Gut möglich, dass der Artikel auch nur eine Glanzleistung subtilster Satire war. Denn wie sonst ist es möglich, dass die Autorin die größte Public Relations-Operation der damaligen Zeit, die sogenannte Brutkastenlüge, mit keinem einzigen Wort erwähnt?

Oder die von den alliierten Streitkräften verschossene Uranmunition, die noch Jahre später für eine strahlende Zukunft in der Bevölkerung sorgte?

Oder die Auswirkungen der UN-Sanktionen, die vermutlich einer halben Million Kinder das Leben gekostet haben dürften und dass dieser „Preis“ für die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright gerechtfertigt war?

Oder dass das Öl-für-Lebensmittel-Programm zum größten Korruptionsskandal in der Geschichte der Vereinten Nationen der UN mutierte?

Oder dass die Kriegsberichterstatter zum ersten Mal in der Geschichte der „freien“ Presse nur noch berichten durften, was die Pressestelle der US-Streitkräfte offiziell verlautbarte?

Oder dass Saddam Hussein wenige Tage vor der Invasion die US-Botschafterin über seine Absichten, Kuwait zu annektieren, in Kenntnis setzte, worauf diese meinte, dass „Washington keine Standpunkte gegenüber innerarabische Grenzstreitigkeiten habe“?

Oder dass Kuwait nur deshalb nicht eine irakische Provinz wurde, weil um 1900 der Kapitän eines britischen Kanonenbootes den dortigen Scheich dazu überreden konnte, „sein“ Land unter die Oberhoheit Großbritanniens zu stellen?

Oder dass die irakische Regierung 1963 öffentlich bekannt gab, ein legitimes Anrecht auf Kuwait zu haben – um nur wenig später von Mitgliedern der Baath-Partei gestürzt zu werden, freilich mit Unterstützung Washingtons und Londons?

All die oben erwähnten Fakten sind weder geheim noch schwer zu ermitteln – ja, sie finden sich sogar in Wikipedia und das will etwas heißen. Man muss also davon ausgehen, dass die Autorin und der verantwortliche Ressortleiter mit Absicht die (für die Sittenwächter) unangenehmen Informationen unter den Teppich gekehrt haben – an Faulheit oder Inkompetenz der Beteiligten will ich nicht glauben.

O’Brien und die Parteifunktionäre sind jedenfalls zufrieden.

Die Angst all der Streeruwitze vor Donald Trump

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Im Feuilleton Österreichs führender Qualitätszeitung (O-Ton der Webseite) Der Standard habe ich den langen Essay der Schriftstellerin Marlene Streeruwitz mit dem Titel Die Stunde der Wahrheit des Geldes gelesen. Es geht darin – wie man unschwer auf dem großflächigen Foto, das dem Artikel vorangestellt ist, sehen kann – um Donald Trump, einer der republikanischen Anwärter für den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf.

Es sieht ganz danach aus, als würde Oscar Bronners Journal Stimmung gegen Trump machen wollen. Das ist ein gutes Zeichen und spricht für The Donald. Unbedingt.

Die Autorin, die in Wien, Berlin, London und New York lebt, versucht in ihrem Essay Trump mit der üblichen Anschwärzung bzw. Anbräunung zu diffamieren. So stellt sie gedankliche Querverbindungen auf – von der FPÖ eines Haiders und Straches bis hin zum „Führer“, der in der „Wochenschau großer Gesten und gebrüllter Sätze bedurft“. Aha. Im Vorbeigehen erwähnt sie dabei, dass das „Lueger-Denkmal weiter ohne Infragestellung vor sich hinprangen kann“. Zu guter Letzt führt sie noch die Abwertung der Migranten bzw. Flüchtlinge an, die sich für einen Hungerlohn von Kapitalisten wie Trump ausbeuten lassen. Die „Menge johlt“. Die „Hetzrufe aus der Beislecke“ werden nun durch die Postings in „virtuellen Stammtischen“ ersetzt. Tja. Gegen solch eine linkische Darstellung der „Wahrheit“ ist kein rechtes Unkraut gewachsen.

Ich frage mich, welchen Eindruck dieser Essay auf einen unwissenden Leser macht. Hält er es wirklich für möglich, dass Trump mittels einer „reaktionären Comedyrevolution“ die USA in einen „Comedy-Faschismus“ führt? Vielleicht ist es der Autorin noch nicht aufgefallen, aber „Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist längst keine echte Demokratie mehr. Es ist eine Schein-Demokratie hinter der sich eine „Oligarchie mit grenzenloser Korruption“ (Jimmy Carter) verbirgt. Barack Obama – wie all die anderen Präsidenten der letzten Jahrzehnte – ist nur eine Marionette der Elite und aus ihrem Geld „geschnitzt“. Jene Elite, diese ominösen 1 %, für die es „nur noch darum geht, die anderen 99 Prozent in Unsicherheit zu wiegen und damit zur Disposition zu haben“. Apropos Unsicherheit. Dass Streeruwitz die Anschläge von Paris im gleichen Atemzug mit 9/11 und Boston erwähnt, zeigt, wie einfach es mittlerweile für die Medienleute und Politiker geworden ist, mittels des Trauma-Schlüsselworts der westlichen Gesellschaft (9/11) im Bürger den gewünschten Angst-Sorge-Effekt auszulösen. Nebenbei bemerkt, gibt es bei all den Anschlägen der letzten Jahre unzählige Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten, die bis dato weder die Behörden noch die Medien bekümmern.

„An den Universitäten in den USA ist eine neue Diskussion über politische Korrektheit begonnen worden“, schreibt die Autorin und vergisst zu erwähnen, dass es der kulturelle Marxismus war und ist, der die Studenten zu den meinungsunfreiesten Bürgern ihres Landes gemacht hat. Aber für die Autorin ist die gegenwärtige Uni-Diskussion ein „Prozess der Demokratisierung“. Der springenden Punkt bei alledem ist freilich, dass jene Gruppe, die die politische Korrektheit vorgibt, auch den intellektuellen Diskurs mittels der orwellschen Thoughtpolice dominiert. Versuchen Sie doch nur mal die Frage aufzuwerfen, ob eine behördlich festgesetzte Quotenregelung für Gruppe X nicht diskriminierend gegenüber Gruppe Y ist. Oder ob es unwidersprochen hingenommen werden soll, dass sich eine Minderheit, dank Opferrolle und Schuldzuweisung, in eine günstigere gesellschaftliche Position bringen kann. Haben wir es da nicht mit einem „Alle Tiere sind gleich, nur manche sind gleicher“-Mantra zu tun? Ich gehe davon aus, dass die „Diskussion“mit der Diskreditierung des Fragestellers eröffnet und damit auch gleichzeitig beendet wird.

Zurück zum Artikel, wo es Eingangs heißt: „Während der Mindestlohn im Jahr 1968 bei zehn Dollar lag, werden heute 7,25 Dollar in der Stunde bezahlt.“ Wie es zu dieser Verschlechterung des Mindestlohns kommen konnte, erfährt der Leser nicht. Weil die Antwort bei all den Steeruwitze Unbehagen auslösen könnte. Sehen Sie, als in den 1960ern und frühen 1970ern Jahren die Wirtschaft boomte, kamen schlaue und gut bezahlte und bestens vernetzte Denkfabriksmitarbeiter weltweit auf die Idee, Arbeiter aus dem Ausland in das Inland „hereinzuholen“ und die Frauen für die Arbeitswelt zu „rekrutieren“. Politiker und Fachleute und Medienhäuser waren sich einig: Die Wirtschaft benötige dringend mehr Arbeitskräfte. Freilich nur für die Dauer des Aufschwungs. Man prägte den Begriff „Gastarbeiter“ und definierte ihn als einen Arbeiter, der für eine Weile im Inland beschäftigt ist und dann, wenn die Arbeit getan ist, wieder „nach Hause geht“. Der Trick bestand darin, dass die Wirtschaftskapitäne mit den neuen Arbeitskräften nun ein probates Druckmittel in den folgenden Gehaltsverhandlungen hatten. Am Ende bewahrheitete sich die Befürchtung der alten Arbeiter, nämlich dass die neuen ihnen früher oder später den (angemessen bezahlten) Job wegnehmen würden (es sei denn, sie würden zu ähnlichen Bedingungen wie diese arbeiten). Nun, in den 1970ern Jahre war es für den Arbeiter noch möglich, seine Familie gut durchzubringen. Heutzutage ist das nicht mehr möglich. Um es auf den spitzfindigen Punkt zu bringen, könnte man sagen, dass der gutgläubige Mann der Arbeiterklasse vonthe intelligent few aufs Glatteis geführt worden ist. Und jetzt, wo er vor einem Scherbenhaufen seiner Existenz steht, zu recht verzweifelt ist, weil ihn Medien, Politik und Wirtschaft als überflüssig erachten, mahnt Frau Streeruwitz vor der Gefahr, die solch eine massenhafte Verzweiflung auslösen könnte. Sie erwähnt es nicht, aber zwischen den Zeilen schreit es einen förmlich an: Deutschland 1933!

Es ist dieser zynisch herbeifabulierte Umkehrschluss, der die Opfer zu zukünftigen Tätern stempelt, während die tatsächlichen System-Verbrecher unbehelligt ihr gutbürgerliches Dasein in Management-Etagen, Denkfabriks-Salons und Redaktions-Stuben fristen dürfen. All diese Steeruwitze sind nur das Produkt einer gut geölten Propaganda-Maschine, die versucht, die Hände der Täter in Unschuld zu waschen und jene, die frei von Schuld sind, in Blut zu tauchen. Donald Trump mag nicht die beste Wahl sein, aber er zeigt, dass er sich (noch) nicht dem kulturellen Marxismus beugt, ja, dass er für die politische Korrektheit, die eine Minderheit vorgibt, nur ein müdes Lächeln übrig hat. Das erzürnt freilich die Wächter der politischen Korrektheit und sie versuchen alles in ihrer Macht stehende zu tun, um diesen „Komödianten“ zu Fall zu bringen. Es steht zu befürchten, dass es ihnen gelingen wird. Dann wird mit Hillary Clinton zum ersten Mal ein Frau ins Oval Office einziehen. Ich schätze, Frau Steeruwitz würde das begrüßen. Einen Vorgeschmack auf den Humor von Hillary Clinton haben wir bereits erhalten, damals, als sie als Außenministerin die Ermordung von Muammar al-Gaddafi mit einem Lachen quittierte: „We came, we saw, he died …

Lustig, nicht?

 

 

Die Furcht vor dem Flüchtling oder Masse und OhnMacht

Ein Thema, keine Lösung

Ja, hier ist der Westen.

Die sogenannte Flüchtlingskrise ist in aller Munde. Die Qualitätszeitung Der Standard hat seine Wochenendausgabe primär diesem Thema gewidmet. Recht optimistisch berichtet man über Flüchtlinge und die Flüchtlingshilfe der Österreicher. Natürlich. Wer hilft, darf sich moralisch zu den Guten zählen und stolz darauf sein. Wer möchte nicht zu den good guys gehören? Trotzdem gilt es, den Hausverstand einzuschalten. Wir haben es nämlich seit Jahren und Jahrzehnten mit Presseleuten und Politikern zu tun, die den wichtigsten Fragen ausweichen oder diese einfach ignorieren. „Augen zu und durch“, heißt deren Devise, die für gewöhnlich von Unfähigkeit oder von Verrat spricht. Scheinbar sollen die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

. Wer gilt als Flüchtling?

Wissen Sie es? Ich meine Osama bin Laden, Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi waren einst auch auf der Flucht. Würden diese nun als Flüchtlinge gelten? Und falls nicht, warum nicht? Wer entscheidet das? Und wie können wir – ohne Grenzkontrollen – diese Unterscheidung überhaupt treffen? Falls wir keine Grenzkontrollen einführen wollen, wann ist das Flüchtlings-Zielland-Boot „voll“? Und falls die Gefahr im Heimatland der Flüchtlinge gebannt ist, würden die Flüchtlinge wieder zurückkehren? Falls nicht, kann das so schwer zerrüttete Heimatland dann überhaupt wieder aufgebaut und sicher gemacht werden? Man sehe sich die Demokratisierung Libyens als Musterbeispiel an: chaotisch-blutige Zustände wohin man schaut. Am Ende bringen verarmte Gesellschaften, die ihre Söhne nicht mehr ernähren können, nur eines hervor: Söldner. Schlag nach bei der Schweizer Nation während der Renaissance.

. Masse und Macht

Literaturnobelpreisträger Elias Canetti hatte sich in jungen Jahren intensiv mit den Gefahren von großen Menschenansammlungen beschäftigt. Würde Canetti heutzutage den u.a. Absatz veröffentlichen, würde er dann nicht von der politisch korrekten Clique der Verhetzung für schuldig befunden werden?

Einzig in der Masse, diesem von „Affekten“ geleiteten Gebilde, verliere der Mensch seine Furcht vor der Berührung, könne es zu einem Zustand der „Entladung“ kommen, zu dem Moment, an dem alle „ihre Verschiedenheiten loswerden und sich als gleiche fühlen“. Der Verlust jeder Individualität werde dabei als befreiender Akt betrachtet, da der Einzelne nicht mehr alleine der chaotischen Welt gegenüber stehe. Jetzt, da sich alle gleich fühlten, sei die Furcht vor dem Fremden innerhalb der Masse zwar aufgehoben, doch das Andersartige der Welt da draußen werde der Masse umso deutlicher bewusst. Das Andersartige gefährde das „Überleben“ der Masse, da es Alternativen zu dem Zustand der Gleichheit aufzeige. Und so sei die auffälligste Eigenschaft einer Masse die „Zerstörungssucht“. Um ihr eigenes Überleben zu sichern, wolle sie das Andere vernichten.

Wiki-Eintrag

. Fakt und Fiktion

Was, wenn in Zukunft negative Ereignisse stattfinden, die dem politischen und medialen Optimismus widersprechen? Werden diese negativen Ereignisse medial ignoriert und politisch abgeschwächt? Wie gehen Politiker und Medienleute mit den Opfern um? Werden am Ende die Opfer zu Tätern gemacht? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf – in einem politisch korrekten Sinne?

. Eier in der Hose

Im Der Standard-Kommentar von RAU heißt es:

Wenn tausende Syrer oder Iraker neu hinzukommen, wird man diesmal von Anfang an klar sagen müssen: Hier ist es anders, hier gelten die Werte der Aufklärung und der Moderne. Hier geben einander Frauen und Männer die Hand, hier sind arrangierte Ehen nicht in Ordnung. Hier steht der Clan nicht über dem Recht. Hier ist der Westen.

Da stellt sich für mich die Frage, ob sich Journalist RAU getraut, ohne Polizeischutz, einer Gruppe junger Männer unbekannter Herkunft persönlich zu erklären, dass „hier der Westen“ sei. Ist denn der europäische Mann nicht längst „ruhig gestellt“ worden? Ist Zivilcourage nicht bereits zu einem Fremdwort geworden?

. Demokratischer Wille?

Darf sich die Mehrheit eines Volkes für ihr (kulturelles) Überleben aussprechen? Oder ist die Sorge um das eigene (kulturelle) Wohlbefinden politisch inakzeptabel? Am Ende wird man sich fragen müssen, was eine Nation, was ein Volk, was eine Kultur überhaupt ausmacht und welche Gesellschaft der Eine oder Andere seinen Kindern vererben möchte.