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Alles, was Sie über das Thema E-Book wissen müssen – Fakten und Träume

Ja, rechter Hand, das ist der eReaderBevor ich Sie mit reichlich Fakten zum Thema »E-Book« füttere, muss ich ein wenig abschweifen. Aber keine Sorge, am Ende werde ich wieder an diese Stelle zurückkommen und den Bogen schließen. Es beginnt mit einem jungen Studenten aus deutschen Landen, der von einem Buchhändler nach Leipzig mitgenommen und dort in die Verlagswelt eingeführt wird. Der junge Student versteigt sich in eine hübsch ehrgeizige Schriftsteller-Illusion, als er vielen Verlegern vorgestellt wird. Sein erstes, recht schmales Büchlein erscheint noch ohne seinem Namen auf dem Deckblatt. Jahre später, gereift und strebsam, möchte er mit einem Lustspiel die Welt der schöngeistigen Literatur im Sturm erobern. Aber jene zwei Verleger, denen er sich anvertraute, lehnen es ab, den Text zu veröffentlichen. Was für eine Zurückweisung für den jungen Studenten, der sich bereits als erfolgreicher Schriftsteller wähnt. Von dieser Demütigung wird er sich Zeit seines Lebens nicht mehr gänzlich erholen und sie wird dafür sorgen, dass er fortan ein »tiefreichendes Mißtrauen gegen diese Buchkrämer« hat. Der ambitionierte Schreiberling ist gerade einmal 24 Jahre jung und beschließt kurzerhand seine nächste Schrift bei einem heimischen Drucker selber zu publizieren. Nicht lange und es erscheint sein Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Ein Schauspiel. Da er aber gar so viele Bücher in seiner Stube liegen hat, die zu Geld gemacht werden müssen, schreibt er an Freunde: »Hört, wenn ihr mir wolltet Exemplare vom Götz verkaufen, ihr tätet mir einen Gefallen« Nennen wir das Ganze einfach Selbstverlag und Marketing, anno 1773. [die Zitate sind dem Buch Geschichte des deutschen Buchhandels von Reinhard Wittmann – 1991 C.H. Beck, München]

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Bald zwei Bücher mehr im Stall oder der Vorteil von E-Books für Kleinverleger

kritzel kritzel

Gestern mit Chrys Punzengruber im Café Eiles zusammengesessen. Geplaudert. Über Gott und die Welt. Angenehm. Weil Chrys ein kluger Kopf ist, der sich mit vielen Themen beschäftigt (Zen, Descartes, Philosophie, Psychologie) und dabei mit beiden Beinen am Boden steht und hin und wieder in seiner Band race of the bees durch die Bass-Seiten pflügt. Ein Konzert habe ich im Chelsea besucht – meinen Eindruck natürlich gebloggt.

Chrys hat zwei Bücher geschrieben. Intime Innenansichten eines Suchenden, der sich nach Los Angeles aufmacht. Autobiographisch gefärbt. Nahe an der Wahrheit und ein Stück darüber. Dem ersten Band Suppe in L.A. folgte der zweite, den ich übrigens in ein hübsches Layout kleidete: Die Suppe danach. Das dritte Buch lässt auf sich warten, weil sich Chrys nun wieder verstärkt der Musik zuwenden möchte und die Schreiberei sein lässt. Sagt er. Ich denke, irgendwann wird er wieder zum Stift greifen. Wenn einem das Verlangen zwickt, kann man den Worten im Kopf nicht entkommen.

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Der Preis eines E-Books, geadelte Piraten und trotzige Verlage

Natürlich hat jeder Hersteller eines Produkts das gute Recht, einen beliebigen Preis festzusetzen. Der Markt, so heißt es, würde schon dafür sorgen, dass der fairste Preis ermittelt und verlangt wird. Tja. Das war wohl zu einer Zeit, als noch niemand wusste, dass es mal digitale Produkte geben würde, die prinzipiell unendlich vervielfältigbar sind, ohne dass es zu weiteren Herstellungskosten kommt. De facto bedeutet dies, dass  jedes digitale Produkt, sei es E-Book, sei es ein MP3-Musikstück oder ein MPEG-Film oder ein JPG-Foto, immer und zu jeder Zeit verfügbar sein müsste. Es kann demnach keinen Engpass in der Produktion geben. Wenn man den Sachverhalt weiterspinnt, kommt man zum Schluss, dass jedes digitale Produkt ein unendliches Überangebot darstellt und somit der marktkonforme Preis eigentlich gegen 0,- streben müsste.

Ja, das müsste er, gäbe es da nicht eine Besonderheit zu berücksichtigen: das Urheberrecht. Dadurch wird Text, Musik, Bild und Film geschützt. Aber wenn man es sich so überlegt, dann ist das Erstaunliche, dass der Urheber sein geistiges Erzeugnis nur einem Verwerter vertraglich überantwortet, der wiederum dieses Erzeugnis gegen Geld verkaufen kann. Gut. Das war schon immer so. Aber wäre es nicht vorstellbar, dass der Urheber mehreren Verwertern das Recht einräumt, sein geistiges Erzeugnis zu verkaufen? Dann würde vielleicht ein Buch, ein Musik-Album von zwei oder drei Verlagen angeboten werden, die  in direkter Konkurrenz treten müssten und erst dann wäre ein fairer Wettbewerb gegeben. Aber im gegenwärtigen System gibt es keine Konkurrenz und damit haben wir es mit einer Monopolstellung zu tun, was in einem kapitalistischen System verhindert werden muss. Ich denke, das steht schon in der Bibel. Yep.

Gut. Wollen wir uns zum springenden Kern begeben. Immer öfter fällt mir auf der US-Seite von amazon auf, dass die kindle-E-Books ein wenig teurer als die gedruckten Taschenbücher sind. Seltsam nicht? Aber aus Unternehmersicht natürlich verständlich: die auf Lager liegenden Bücher verschlingt Kosten, das eingesetzte Schuld-Kapital verursacht natürlich Zinsen  – Woher kommt es eigentlich, dass jemand Zinsen verlangen darf? Jedes Buch, das nicht verkauft wird, ist ein Verlust. Würde also der Kunde ein E-Book dem Taschenbuch vorziehen, so würde es bedeuten, dass im Kaufpreis des E-Books auch die Kosten für das nicht verkaufte Taschenbuch eingerechnet werden müssten. Das ist natürlich Theorie. Dachte ich bis heute.

Finde den Fehler!

Im Web bin ich gestern auf ein Buch gestoßen, das mich zu interessieren begann: Ein populäres Sachbuch, wie es nur die Amerikaner schreiben können. Also klickte ich mich auf amazon.com ein. Huh. Was musste ich feststellen? Der vom Verlag festgelegte Ladenpreis für das digitiale E-Book orientierte sich am Hardcover-Preis und beträgt schlappe $ 27,- während das Taschenbuch auf $ 18,- kommt. Zwar ist amazon so freundlich, den Preis des Verlages zu reduzieren (der Verlag erhält trotzdem den Rabatt vom veranschlagten Listenpreis), interessanterweise ist die Reduktion für das Hard-Cover größer als für das E-Book. So kostet nun das Hardcover $ 17,82 während das E-Book $ 21,06 und das Taschenbuch $ 12,24 zu Buche stehen.

Wie auch immer man zur Preispolitik der großen Publikumsverlage stehen möchte, es zeigt eine verbohrte Haltung, die man vielleicht auch als Trotz deuten kann: „Ihr wollt E-Books? Okay, meinetwegen, die sollt ihr haben. Aber dafür zahlt ihr ordentlich! Und jetzt trollt euch!“

Kein Wunder also, wenn sich die kritischen Stimmen der kindle-Benutzer mehren. Sie kauften sich den E-Reader im Glauben, die digitalen Bücher wären günstiger als die gedruckten. Tja. Sieht nicht so aus. Und jetzt kommen die Indie-Autoren, die ihre E-Books um 99 Cent anbieten. Etabliertere Autoren vielleicht um ein paar Dollar mehr. Gut möglich, dass Verlage alsbald feststellen müssen, dass ihnen die profitable Monopolstellung auf Dauer nicht mehr helfen wird. Zum Einen gibt es kostengünstigste Alternativen durch die vorher genannten Indie-Autoren und Kleinverlage  (primär gilt es natürlich im belletristischen Bereich, nicht unbedingt im Fach/Sachbuch-Bereich), zum anderen gibt es das E-Book vielleicht um billig Geld, da draußen irgendwo. Billig Geld? Umsonst. Dass nennt man dann Piraterie. Ja, das ist hässlich. Aber es gab mal eine Zeit, da wurden Piraten von der Krone geadelt – oder gehängt. Somit muss es einen Unterschiede gegeben haben, zwischen den Gehängten und den Geadelten, nicht wahr? Ach ja, je nach dem, welches Handelsschiff aufgebracht und versenkt wurde. Hm. Ein Glück, dass wir jetzt in aufgeklärten Zeiten leben.

Ein ebook veröffentlichen oder Anleitung zum Glücklichsein

Hallo Richard, ich habe gelesen, du hast jetzt ein ebook rausgegeben. Über wen und wie veröffentlichst du das. Applestore? Und welche Files sind dafür notwendig. Oder Programme, um ein bestehendes Word oder PDF umzuwandeln. Oder wird das vom ebook-Vertreiber gemacht? Danke und liebe Grüße, EB.

Da sicherlich nicht nur EB. mit diesen Fragen hadert, sondern es viele da draußen gibt, die auf den ebook-Zug aufspringen wollen, liste ich kurzerhand mal meine Beiträge auf, die sich mit diesem Thema beschäftigen und die dringlichsten Fragen beantworten. Bitte sehr. Ansonsten kann man gerne meinen Blog mit der Kategorie about ebook durchsehen, da sollte dann mein Leidensweg ganz gut wiedergegeben werden 😉

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Nägel mit Köpfe: bitte ein ebook – beschäftigt sich mit der Frage, wie man zu einem ebook kommt und ob man es verschenken oder verkaufen soll und wenn ja, in welchen shops.

Ich mache mir ein ebook und dann gehört mir die ganze Welt – kritische Auseinandersetzung mit dem ebook-Hype.

Printverlag ko! ebook ok? – ist der Printverlag tot? Und werde ich mit ebooks Millionär?

Wie man ebooks verkauft – was man beachten soll, wenn man seine ebooks verhökern will.

Warum wir an ebooks glauben und trotzdem nicht satt werden – kritische Auseinandersetzung mit dem ebook-Hype.

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Rotkäppchen 2069 als ebook

So! Gestern hat mir Miriam von @bookwire bestätigt, dass das ebook Rotkäppchen 2069 neben dem Apple ibookstore nun auch in den anderen gängigen deutschen ebook shops gelandet ist. Wunderbar. Hier mal eine Auswahl der shops, die allesamt das Format epub mit der ISBN 9783950249897 anbieten:

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  • seit längerem auch hier zu beziehen:
  • amazon.com (kindle)
  • beam.de (epub, pdf, mobipocket)

 

Demnächst werden auch die anderen ebooks – also Tiret, Brouillé, Schwarzkopf und Madeleine – angeboten werden. Weiters überlege ich, gemeinfreie Texte (der Autor muss seit 70 Jahren tot sein), die in gedruckter Form nicht mehr lieferbar sind, aber für mein Dafürhalten gelesen werden sollen, als ebook anzubieten. Man darf gespannt sein.