richard k. breuer

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Märchenhafte Flüchtlingsroute oder Wenn sich vier Jihadisten mit einem Schlauchboot auf den Weg machen

Schön langsam sollten wir wissen, dass den Medienhäusern kein bisschen mehr zu trauen ist. Journalisten schreiben gegen Bezahlung, was ihnen vorgegeben wird. Die gut bezahlten Redakteure hinterfragen keine behördliche Aussendung, mag sie noch so widersprüchlich sein. Regierungsgewäsch über mehr Überwachung, mehr Polizei, weniger Bürgerrechte, mehr Zentralisierung in Brüssel, all das wird sakrosankt in den Himmel gelobt bzw. im Namen der Wählerschaft gefordert. Jeder, der einen Schreiberling in einen der Medienhäuser persönlich kennt, sollte ihn darauf aufmerksam machen, dass er mit seinem Schweigen, seiner Duldung und seiner Komplizenschaft genauso Mitschuld trägt wie Politiker und Beamte, wenn in Zukunft der Stiefel des Großen Bruder in das Gesicht unserer Kindeskinder tritt. Immer und immer wieder. Schlag nach bei Orwell.

In der ›Qualitätszeitung‹ Der Standard lesen wir folgende Geschichte:

»Österreich hat zwei mutmaßliche Jihadisten, den Algerier AH. (29) und den Pakistaner MU. (35), heute, Freitag, an französische Behörden am Flughafen Salzburg übergeben. [Die beiden] waren im Oktober 2015 als Flüchtlinge getarnt und gemeinsam mit zwei der späteren Paris-Attentäter – AM. und MM. – in den Schengenraum gereist. Das Quartett gelangte mit einem Flüchtlingsboot am 3. Oktober auf die griechischen Insel Leros. Im Gegensatz zu den zwei späteren Attentätern wurden der Algerier und der Pakistaner von der griechischen Justiz wegen falscher Dokumente festgenommen. Ende Oktober wurden  AH. und MU. jedoch freigelassen. Als sie Ende November in Österreich landeten, waren die Pariser Anschläge schon ausgeführt. Aufgrund der in Griechenland genommenen Fingerabdrücke wurden sie in einem Salzburger Flüchtlingslager am 10. Dezember festgenommen – abermals wegen falscher Dokumente.«

Der Artikel wurde von der Austria Presse  Agentur (APA) übernommen. Kein Standard-Journalist hat sich die obigen Zeilen jemals angesehen. Kein Wunder also, wenn Behörden und Politiker leichtes Spiel haben. Es braucht gerade einmal die Gehirnleistung eines Apfelstrudels, um bei der obigen Story nachdenklich zu werden.

Also! Wie kommen ein Algerier und ein Pakistani in ein Flüchtlingsboot? Wo hat das Boot abgelegt? Davon ist im Artikel nichts zu lesen. Wir können nur annehmen, dass es an der türkischen Küste war. Die griechische Insel ist etwa 40 km vom türkischen Festland entfernt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie sind AH. und MU. in die Türkei gekommen? Sie sollen sich ja als Flüchtlinge getarnt haben und müssten demnach von Syrien in die Türkei „geflüchtet“ sein. Gut. Aber wie sind sie nach Syrien gelangt? Kann man eine ISIS-All-Inclusive-Syrien-Rundreise im Reisebüro buchen? Wie kann diese Terror-Miliz Reisebüros in Pakistan und Algerien unterhalten?

Vermutlich sind die beiden Terroristen in spe in die Türkei geflogen. Und von dort dann – über versteckte Landwege – zu einem der Flüchtlingslager. Glauben Sie, das geht so einfach? Glauben Sie, die türkischen Behörden – immer in Alarmbereitschaft, immer ausforschend, immer suchend, immer schnüffelnd – sehen sich nicht die „Touristen“ an, die sich da so auf ihrem hübschen Boden tummeln? Die Medienhäuser, genauso wie Regierungen und Behörden, versuchen Sie für blöd zu verkaufen – das ist deren Geschäft. Sie können davon ausgehen, dass in Zeiten von Putschversuchen und Kurdenaufständen keine Menschenseele so einfach in die Türkei reisen, herumfahren und und wieder verschwinden kann. Jene „Flüchtlinge“, die in Schlauchboote sitzen, wurden von den türkischen Behörden natürlich ausgewählt und für die TV-Leute und Foto-Reporter in Szene gesetzt. Oder glauben Sie wirklich, dass es da einen (geheimen) Schlauchboot-Fährverkehr zwischen Griechenland und der Türkei gibt? Zwischen jenen zwei Staaten, die sich am liebsten an die Gurgel springen wollen? Pulverfass Zypern, you know!

Auf der griechischen Insel Leros werden die mit dem Schlauchboot Ankommenden unter die Lupe genommen. Siehe da, man nimmt AH. und MU. wegen falscher Dokumente fest. Bei diesem Satz müssen alles Warnlampen angehen. Die Flüchtlinge wurden demnach kontrolliert? Und nicht nur das, die griechischen Behörden stellten fest, dass die beiden mit „falschen Dokumenten“ reisten. Warum hatten sie überhaupt Dokumente mitgeführt, fragt man sich. Sie hätten doch sagen können, sie seien Syrer, oder? Das wurde uns doch laufend von den Medien gesagt, dass die Flut an Flüchtlingen jegliche Konrolle unmöglich machte? Die griechischen Behörden nahmen den beiden sogar Fingerabdrücke ab – man will es nicht für möglich halten, wie korrekt die griechischen Behörden gearbeitet haben. Demnach muss es eine europäische „Flüchtlings-Datenbank“ gegeben haben – bereits im Oktober 2015. Wo sonst hätten die österreichischen Behörden im Dezember 2015 die Fingerabdrücke von AH. und MU. finden sollen? Sie werden ja wohl kaum die griechische Botschaft in Wien angerufen und die Fingerabdrücke gefaxt haben.

In der ›Qualitätszeitung‹ SZ schlägt ein Artikel in eine ähnliche Kerbe. Darin heißt es: »Hunderttausende Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr von Griechenland aus nach Westen gelangt. Inzwischen ist die Balkanroute dicht. Bilder zeigen: Wo die Flüchtlinge unterwegs waren, herrscht nun Leere.«

Im Artikel sieht man nun eine Fotostrecke. Damals. Heute. Sehen Sie sich dieses Foto und diese Foto an. Was fällt Ihnen auf? Dieser Flüchtlingsstrom, so wird es angedeutet, soll die Strecke von Griechenland nach Slowenien zu Fuß gegangen sein. Wirklich? Das sind etwa 1400 Kilometer. In den beiden Fotos kann man Kinder sehen – davon ein kleines Dickerchen! Allesamt sind die Flüchtlinge recht casual angezogen und wirken nicht gerade entkräftet. Falls Sie jetzt fragen, wie all die Flüchtlinge sonst an die Grenze zu Slowenien gelangen hätten können, dann gibt es ja nur eine mögliche Antwort: Sie wurden dorthin gefahren. Knapp vor den jeweiligen Grenzen hat man sie aus dem Bus steigen, ein paar hundert Meter gehen und dann in den nächsten bereitgestellten Bus steigen lassen – dazwischen durften die bezahlten Fotoreporter ihre Bilder für die Presseagenturen machen. Voilà, schon war die »Flüchtlingskatastrophe« in den Köpfen der gutgläubigen Leser verankert.

Falls Sie nun wissen wollen, was es mit dem Konflikt in Syrien wirklich auf sich hat, dann lesen Sie doch einfach meine Analyse: Afghanistan 1980 vs. Syrien 2015: Der Vergleich macht Sie sicher.

Ja, nichts ist, wie es in Ihrer  Zeitung geschrieben steht! Gewöhnen Sie sich daran.

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Nur ein Brief von John Quincy Adams oder: Wer suchet, der findet

Ich nehme an, jeder Historiker, der sich mit der näheren Vergangenheit beschäftigt, kann sich noch gut an jenes Glücksgefühl erinnern, das ihn ereilte, als er ein Dokument nach langer Suche in den dunklen verstaubten Archiven endlich fand. Freilich, anno 2012 findet die Suche in seinen eigenen vier Wänden statt – eine weltweite schnelle Internetverbindung vorausgesetzt.

Gestern war es, als ich den Original-Brief von US-Präsident John Quincy Adams im Index der John B. Coleman Library der Prairie View A&M University in Texas auftat. Kurzerhand erbat ich um eine Kopie oder Abschrift, die mir nach wenigen Stunden bereits per E-Mail zugeschickt wurde. Der Inhalt des Briefes ist besser als ich erwartet hatte und deshalb freut es mich doppelt und dreifach. Somit werde ich mir erlauben, den Brief zur Gänze im Buch »Con$piracy« aufzunehmen – die Übersetzung werde ich freilich selbst vornehmen.

Das Unterfangen, alle meine Quellenangaben zu überprüfen, so dass sie wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, unterweist sich als zeitraubende Aufgabe. Trotz eines unerhörten Arbeitstempos wurde noch nicht einmal ein Viertel des Buches abgearbeitet. Trotzdem darf ich mich nicht beklagen. Das worldwide Web macht Recherche beinahe zu einem Vergnügen. Das Auffinden längst vergriffener oder verschollener Bücher oder Zeitschriften ist dabei genauso möglich, wie das virtuelle Durchblättern unbekannter wissenschaftlicher papers oder eingescannter Originaldokumente. Zuweilen ist es freilich die verzweifelte und frustrierte Suche nach der einen Nadel im überquellenden Heuhaufen. Aber welch zufriedenes, beinahe erhaben glückliches Gefühl, wenn man fündig wird oder ein Webportal findet, das unzählige wichtige Schriften und Abhandlungen in digitalisierter Form zur Verfügung stellt. Und ja, langsam verstehe ich, wenn Historiker oder Politologen oder Philosphen jahrzehntelang an einem Buch arbeiten. Aber so viel Zeit gebe ich mir nicht.

Im Zuge meiner Recherche stoße ich – zumeist ist es der Zufall, der mich führt – auf Bücher, die ich haben muss. Weil sie für mein nächstes Buchprojekt von essenzieller Bedeutung sind. Ja, im Kopf hüpft die Idee eines Buches mit dem Titel »VERBOTEN!« anständig herum. Die Idee ist reizvoll. Vermutlich, weil der Inhalt des Buches noch sehr vage ist und eher dem phantastischem Wunschdenken entspringt, der Welt eine andere Wahrheit zu zeigen.Aber wollen wir besser im Hier und Jetzt bleiben und all die offenen Buchprojekte zu einem Abschluss bringen.