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Die Höhen und Tiefen eines Autors und Verlegers oder Am Busen der Leserin

Es wird wieder einmal Zeit, die Höhen und Tiefen der Selbstverlegerei auszuloten. Bereit?

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Die viel gelesene Wiener Literatur-Bloggerin Evi T. hat heute ihre köstlich fabulierte Rezension zu »Die Liebesnacht des Dichters Tiret« online gestellt. Die sehr positive Besprechung freut den Autor natürlich ungemein. Noch mehr, wenn man weiß, dass Evi T. sich kein Blatt vor den Mund nimmt und schon mal kritische Worte für schlechte Texte, genauso wie für mäßig interessante Bücherblogs findet. Kostprobe gefällig? Im letzten Drittel dieses Beitrages komme ich darauf zurück. So nebenbei sind ihre Buchbesprechungen, die sich  überwiegend um Romances und erotische Fiction drehen, gute Beispiele, wie man sich mit Büchern auseinandersetzen soll. Mag der Inhalt vielleicht explizit oder romantisch oder (für manch einen) schlüpfrig sein, so kann man sich trotzdem ernsthaft damit beschäftigen. Nach dem Evi T. auch meine Wiener Krimicomedy Schwarzkopf empfiehlt, kann ich sagen, dass sie nicht nur einen guten, sondern auch breit gefächerten Geschmack hat 🙂

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Tiret Brouillé in der Buchhandlung Mila BeckerMila Becker führt eine hübsche Buchhandlung in Friedrichsfeld. Durch Zufall sind wir uns in Facebook über den Weg gelaufen. Freundlicherweise hat sie ihre Präsens-Allergie für den Wiener Autor hinuntergeschluckt und mit meinem historischen Kriminalstück  Brouillé begonnen. Als sie damit fertig war, kam Tiret an die Reihe. Ja, Mila Becker streut(e) mir Lob und viele Rosen und machte meine historischen Romane zu den bestverkauften Bücher ihrer Buchhandlung. Kein Wunder, wenn die Inhaberin und studierte Germanistin ihren Kunden »den Breuer« empfiehlt. Ja, so einfach kann es gehen, dass man als Autor in einem Städtchen namens Friedrichsfeld am Rhein (Napoleon soll  ist schon dort gewesen sein) für kurze Zeit im Gespräch ist. Mila Becker gibt mir hin und wieder zu verstehen, dass Kunden bereits auf Madeleine, also Band III, warten, aber mit dem E-Book nichts anfangen wollen. Tja. Papier ist Trumpf. Jedenfalls kann man an diesem Beispiel gut ersehen, dass meine Bücher sich durchaus verkaufen, wenn man sie verkaufen möchte. Falls der geneigte Leser nun die leise Absicht hegt, eines meiner Bücher im Internetz zu bestellen, nun, dann würde ich vorschlagen, die Bestellung über Mila Becker zu machen. Auf Facebook ist die Buchhandlung natürlich auch vertreten.

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Christoph Kaufmann, Gründer der E-Book-Plattform beam, war so freundlich, meine Wiener Krimicomedy Schwarzkopf in die »Auslage« zu stellen. Für die nächsten Tage wird das E-Book auf der Startseite des Shops zu sehen sein. Nun wird sich zeigen, ob sich diese Aktion in den Verkaufszahlen niederschlägt. Ich gehe natürlich davon aus, aber vielleicht überschätze ich auch das Schaufenster. Vielleicht ist es auch hier so, wie bei allen anderen Marketing-Aktionen: ein einzelne Aktion bringt so gut wie nichts. Was es braucht sind vielerlei Ausrufezeichen, die der potenzielle Kunde wahrnimmt. Hier ein Artikel, da ein Plakat, dort ein Interview. Aber solche Ausrufezeichen zu setzen und zu koordinieren ist nur den großen Verlagshäusern mit entsprechendem Budget möglich. Machen wir uns da besser nichts vor.

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Ich sagte es schon mal, dass das Literatur-Magazin hörBÜCHER meine Wiener Krimicomdedy Schwarzkopf GRANDIOS fand. Ei, solch eine Lobeshymne (PDF) ist das Brot auf der Butter. Wirklich. Weil es den kritischen Leutchen da draußen anzeigt, dass auch ein Indie-Autorenverleger durchaus Brauchbares zu Papier bringt. Generell herrscht die Meinung vor, auch hier wiederhole ich mich – weil sich die anderen wiederholen – dass Eigenverleger deshalb ihre Bücher selber veröffentlichen, weil ihre Texte von Verlagen abgelehnt wurden. Tja. Meine Bücher, die ich bis jetzt veröffentlicht habe, hat kein Verlagslektor gesehen, also kann ich nicht sagen, ob ein Verlag meine Texte genommen oder abgelehnt hätte. Am besten entscheidet jeder für sich, ob das Buch eines Indie-Autorenverlegers etwas taugt oder nicht – Publikumsverlag hin oder her.

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Gestern 3 Exemplare Schwarzkopf an einen deutschen Barsortimenter abgeschickt. Gnädigerweise wurde die Bestellung von 1 Exemplar auf 3 erhöht, weil ich auf die wirtschaftlichen Umstände aufmerksam machte. Nun, hätte ich nicht diesen günstigen Postversand nach Deutschland über ein Wiener Antiquariat, ich würde mit diesen 3 Exemplaren nicht mal diesen 1 Euro (ja, Sie haben sich nicht verlesen) Gewinn machen. Tja. So sieht es aus, wenn ein Indie-Autorenverleger glaubt, im Konzert der Großen mitspielen zu müssen. Prekär. [update: am 21.07. flattert die Bestellung über 15 Stück ins Haus. Kein weiterer Kommentar. Danke.]

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So! Zurück zu Evi T. und ihren Gedanken zum Thema Bücherblogs. Bitte sehr, hier eine Kostprobe:

In meinem Feed-Reader befinden sich derzeit ca. 340 370 deutschsprachige Bücherblogs. Davon sind 20 die sogenannten „Lieblingsblogs“, die ich immer lese und bei denen ich oft kommentiere. 20 Blogs, die ich sehr oft lese und wo ich manchmal kommentiere. Der Rest – also ca. 330 (!) deutschsprachige Bücherblogs – ist die große schwammige Masse. Ok, da sind vielleicht nochmal 20 „gute“ dabei, die allerdings Bücher besprechen, die mich nicht interessieren. Macht noch immer eine Anzahl von über 300 Blogs, von denen viele kaum unterscheidbar sind, und zwar sowohl optisch als auch inhaltlich.

Mit ihren beiden Blog-Beiträgen How (not) to blog: Einheitsbrei sucks und How (not) to blog: Einmal geht’s noch hat sie die sonst so Wir-sind-alle-so-lieb-Lit.Blog-Szene ordentlich wachgerüttelt. Da ich die Szene nicht kenne, maße ich mir hier kein Urteil an und denke, dass Evi T. den Kern der Sache gut herausgearbeitet hat. Kurz gesagt: die Möglichkeit, öffentlich zu schreiben und gelesen zu werden, lässt viele Blogger (und Autoren und Journalisten und solche, die es werden wollen) korrumpieren. Für ein Rezensions-Exemplar vom Verlag wird schon mal eine gefälligere Benotung für ein schlechtes Buch gemacht. Warum? Es geht jetzt nicht unbedingt darum, gratis Bücher abzustauben, viel mehr ist es dieses Gefühl, ausgewählt worden zu sein und somit zu einer kleinen Gruppe zu gehören. Ja, man wird prominent. Tja. Das ist die eine Seite. Die andere ist aber, dass man zu einem willfährigen Handlanger der Publikumsverlage wird und nebenbei die breite Massenliteratur befördert. Freilich, ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden. Wer wissen möchte, welche bittersüßen Blüten so eine Einstellung bereit hält, nun, den verweise ich auf zwei hässliche Verrisse, die wohl im Besonderen dem Umstand geschuldet sind, dass ich mich getraue, meine Bücher in Eigenregie zu verlegen und nicht durch einen Verlag (»da könnte ja jeder kommen«). Hier geht man mit Rotkäppchen 2069 hart ins Gericht (»männlich-postpubertäres Stammtisch-Geschwätz«) und auf der Krimicouch scheißt man auf Schwarzkopf – sprichwörtlich.

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In Zeiten der Krisen tut es gut, wenn man kleine BuchhändlerInnen unterstützt. Also, die richtigen BuchhändlerInnen. Meine bisher gemachte Erfahrung zeigt mir, dass es in dieser Zunft solche gibt, die sich wenig Arbeit antun möchten, kaum lesen, einem Indie-Autorenverleger von oben herab behandeln und es nicht einmal der Mühe wert finden, eines meiner Bücher aufzublättern. Auf diese eingebildete Sippe, pardon, kann ich getrost verzichten und es würde mich nicht wundern, wenn diese alsbald vom Markt verschwinden. Buchhändler, die nur die bestverkäuflichen Schnelldreher promoten und bewerben, dürfen sich am Ende nicht wundern, wenn die Shopping-Tour ihrer Kunden in einer Buchhandelskette oder im Internetz endet. Bestseller verkaufen sich zwar hübsch ordentlich, aber auf der anderen Seite werden sie auch von allen anderen Shops angeboten. Wichtiger wäre es, den literarischen Spreu vom Weizen zu trennen und auch mal Perlen im literarischen Sauhaufen zu finden und anzupreisen. Ohne meinem Verlagsvertreter würde ich wohl heute noch Buchhandels-Klinken putzen (»das ist noch nicht sauber genug!«).

Und wenn man sich so umsieht, im sozialen Netzwerk, dann merkt man, dass es zwar viele Buchhandlungen gibt, die sich darin breit machen, aber deren Kommunikation äußerst bescheiden abläuft. Gewiss, das hat wohl auch damit zu tun, dass Zeit ein knappes Gut ist. Aber ich wage zu behaupten, würden sich die Buchhandlungen verstärkt mit all diese kleinen Autoren, Indie-Autorenverleger und Kleinverlagen auseinandersetzen, es würde auf fruchtbaren Boden fallen. Der süße Einheitsbrei, den Konzerne so lieben, muss jeder Einzelne mit kritischen Augen betrachten, sonst haben wir am Ende keine Literatur mehr, sondern nur noch Lesestoff.

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So. Und jetzt noch schnell die Losung des Tages in die weite Welt posaunt: ich bin auf Google+ zu finden. Wer möchte, kann mich gerne einzirkeln. Meine Facebook-Aktivitäten werde ich in den kommenden Wochen sicherlich reduzieren. Ich bin nämlich auf eine eklatante Einsicht gestoßen: das private Facebook-Profil sollte tatsächlich nur für private persönliche Kontakte herhalten, nicht für potenzielle Buchleser. Für zweitere gibt es nämlich die FAN-Pages auf Facebook, wo man mit dem Autor interagieren kann – im Moment habe ich eine Fan-Page für Schwarzkopf und eine für Erik. Ich schätze, es wird nun eine dritte, hochoffizielle Autoren-Fanpage hinzukommen. Nebenbei treibe ich mich auf Twitter, Diaspora* und XING herum und neuerdings, wie eingangs erwähnt, auf Google+. Sollte ich Sie also aus meiner Facebook-Freundesliste entfernen, bitte nehmen Sie es nicht persönlich, aber Entschlackungskuren im Social Media Bereich sind manchmal nötig. Wie gesagt, ich mache ja den Laden noch nicht dicht. Und, um ehrlich zu sein, Sie werden es vermutlich gar nicht bemerken, wenn ich nicht mehr da bin, weil Sie gar nicht gewusst haben, dass ich überhaupt da war. Ja, so funktioniert Social Media anno 2011.

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P.S.: Wer sich jetzt fragt, was das alles mit dem Busen der Leserin zu tun hat, tja, der hat wohl die Rezi nicht gelesen.

Geld machen in Zeiten von iTunes und iBooks

Gestern auf die aussagekräftige Infografik von David McCandless gestoßen*), der sich mit den Einnahmen von Musikern auseinandersetzt. Angefangen von selbst publizierten CD-Alben bis hin zu iTunes-Track-Downloads. Um auf das monatliche Existenzminimum von USD 1.160,- oder rund EUR 812,- zu kommen, müsste also unser Musiker rund 150 CD-Alben verkaufen (Verkaufspreis USD 9,90) oder 3.871 CD-Alben, falls er einen „low-end“-Plattenvertrag hat (was auch immer das heißen soll) oder rund 1500 MP3-Downloads eines Musikstückes zum Preis von $ 0,99 bzw. 2000 iTunes-MP3-Downloads erzielen (Apple möchte natürlich einen Anteil vom Verkaufserlös). Falls die Musik gestreamt wird, also vergleichbar einer Ausstrahlung im (digitalen) Radio, dann erhält der Künstler, naja, gerade mal nicht nichts. Je nach Streaming-Dienst müsste der Song zwischen 900.000 Mal und 4 Millionen Mal im Monat gehört werden, um auf die USD 1.160, – zu kommen. Alles klar? Hier gibt es übrigens eine hübsche Aufstellung, welcher Shop wie viel bezahlt.

Ist die Musikbranche mit der Verlagsbranche zu vergleichen? Durchaus. Freilich, Streaming-Dienste gibt es (noch) nicht, können wir also getrost außen vor lassen. Aber sonst zeichnet sich ein ähnliches Bild. Am profitabelsten ist es immer, sein selber produziertes Buch an den Mann oder die Frau zu bringen, ohne dass jemand dazwischen geschaltet wird und die Hand aufhält. Jeder Künstler kann ein Lied davon singen (auch wenn er Schriftsteller ist), dass diese lukrative Einnahme-Quelle alsbald ausgeschöpft ist und Freunde, Bekannte und Ex-Kollegen einen Bogen um einen machen, wenn sie befürchten, in ein Verkaufsgespräch hineingezogen zu werden. Dank des Internets gibt es zwar eine theoretische Möglichkeit beinahe unendlich viele potenziellen Käufer anzusprechen, aber die Realität sieht natürlich nüchtern aus. Oder würden Sie mir ein Buch abkaufen, nur weil Sie durch Zufall auf diesen Eintrag gestoßen sind? Nope.

Niemand kauft gerne die Katze im Sack. Nicht von einem Fremden. Nicht zu einem Preis, der schwerlich nachvollziehbar ist (meine Bücher könnten innen wie außen völliger Mist sein und ich lache mir ins Fäustchen, wenn ein dummer Kerl ne Bestellung abgibt). Gut, dass es Social Media gibt, kann man jetzt einwerfen. Bitte werfen Sie! Aber die sozial virtuelle VerknüpfungsverZUCKERungsmaschine  bildet ja nur die Wirklichkeit in einem kleineren, überschaubareren Maßstab ab. Will heißen: Nur weil ich Sie in facebook kenne, heißt es nicht, dass wir uns wirklich kennen. Ein Kommentar auf meiner Pinwand macht uns noch nicht zu guten Freunden. Umgekehrt genauso. Warum sollte ich also von Ihnen etwas kaufen? Warum sollten Sie von mir etwas kaufen? Eben. Gibt ja keinen Grund, oder?

Aber von all diesem virtuellem Firlefanz mal abgesehen, ist die digitale Revolution nicht auch ein Segen? Weil es mir als Verkäufer die Möglichkeit einräumt, unendlich viele Werke bereitzustellen, ohne finanzielle Vorlage leisten zu müssen (man beachte, was Verlage primär groß macht: Ihre Geldmittel, die wiederum zum größten Teil geborgt sind – würde  man mir morgen einen Kredit von 10 Millionen Euro einräumen, ich gehe davon aus, dass ich für eine geraume Zeit im Orchester mitspielen würde können; kleiner Seitenhieb: Wie soll ein Kleinverlag mit geringem Budget da jemals mithalten?); durch die Bereitstellung eines theoretisch unendlichen Angebots, gibt es keinen Engpass mehr. Das ist gut. Das ist schlecht. Weil der Mensch zwar ein Herdentier ist, aber innerhalb der Herde dann doch seinen ur-eigenen Platz sucht. Wie dem auch sei, die leichte Bezugsmöglichkeit spricht für das digitale Werk. Und niemand, der dem Kunden sagt „Tut mir Leid, das ist nicht lieferbar!“ oder „Das würde dann wohl drei Wochen dauern, bis es kommt …“ oder „Die Versandkosten würde beinahe so viel ausmachen, wie das Buch kostet!“ – Das sind Argumente, die für die großen Publikumsverlage mit all ihrer logistischen Macht sprechen, nicht für den Kleinverleger oder Eigenverleger, der knapp kalkulieren muss.

Wenn wir von Künstlern sprechen, dann hören wir oft und oft, dass sie eine Fan-Community benötigen. Aha. Gut. Ich denke, das wissen wir alle, oder? Schwieriger ist die Frage zu beantworten, wie man zu einer kommt? Und in einer Epoche der viralen Demenz ist die Trennlinie zwischen informieren/unterhalten und anbiedern/auf die Nerven gehen ziemlich schmal. Und noch mehr, wenn man sich im Social Media Bereich herumtreibt. MySpace sollte ja jedem Musiker (und Künstler) eine Warnung sein – dort konnte man „Bands“ von seiner Pinwand aussperren. Warum? Weil diese nur noch auf sich und ihre Gigs sehr lautmalerisch aufmerksam machten. Am Ende war es nur noch eine Spam-Maschine, die blinkte und brüllte. Entsetzlich. Sollte es einmal ein Künstler oder eine Band geschafft haben, als Spam-Kanone abgetan zu werden, dann ist es besser, man erschafft sich neu. In der virutellen Social-Media-Welt wird man schneller in ne Schublade gesteckt, als man ein Posting beantworten kann.

Im Übrigen will ich jetzt FanBridge ausprobieren (Scheiße, ist das wieder kompliziert). Voerst mal die Ausprobier-Gratis-Version. Es ist eine Seite, auf der jeder Künstler seine Fans „sammeln“ kann. Noch bin ich mir nicht sicher, ob es für mich den Zweck erfüllt. Die Leutchen werden ja immer skeptischer, wenn es darum geht, sich in eine Liste einzutragen. Auch das sollte man in Betracht ziehen.

Wie dem auch sei, ein Künstler, der sich selber vermarktet, braucht Reputation und Aufmerksamkeit wie einen Bissen Brot. Woher soll X. wissen, dass es da einen kreativen Typ gibt, der gute Qualität abliefert? Deshalb sind offizielle Rückmeldungen (jeder kann sie lesen, nicht nur der Künstler) von anderen so wichtig. Ja, um X. zu „beweisen“, dass man „nicht schon wieder einer von den abertausenden Möchtegern-Künstlern“ ist, die allesamt nichts können und nichts sind, braucht es andere, die für ihn in die Bresche springen. Tja. Aber offizielles Feedback bei seinen „Fans“ oder „Freunden“ einzuholen, sie sozusagen einzufordern, fällt unter die Rubrik: „nervig“ und wird vermutlich alsbald gerichtlich untersagt werden.

So bleibt nur in kleinen Dosen auf sich aufmerksam zu machen, um seine Werke und Goodies zu vermarkten. Das Megaphon können wir getrost in der Lade liegen lassen – das Marktschreierische ist vulgär und verträgt sich nicht mit einer fragil musischen Schöpfungskraft. Das Vulgäre (dazu würde auch das Geld zählen) müssen andere für den Künstler erledigen.  Und wenn es niemanden gibt, der das für den Künstler tut? Hm. Darüber müsste ich jetzt nachdenken, was es bedeuten könnte. Schätze mal, nichts Gutes.

*) also, gestolpert bin ich nicht, natürlich haben mich Julia Graff und Wiebke Wiechell in einem Posting der facebook-Gruppe Onliner in Verlagen darauf gebracht!

Harry Potter goes Selbstverlag oder Der Schuss ins Verlegerknie

Kindle Digital Publishing is a dangerous thing. That’s why it’s so good.
Thomas Keir

Ehrlich gesagt, ich habe mit Harald Töpfer vulgo Harry Potter nicht viel am lesenden Hut. Gewiss, die Filme musste man wohl gesehen haben (musste man wirklich?), deshalb kann ich wenigstens sagen, eine kleine Ahnung von diesem Aschenputtel-Märchen Pottermore zu haben. Mehr aber auch nicht.

Viel wesentlicher ist da natürlich für einen Selbstverleger und Indie-Autor die Mär, dass man es mit seinem Text zu Ruhm und Reichtum schaffen könnte. Ein Zuschuss-Verlag aus Österreich hat mir mal ein Angebot gemacht, um eines meiner Bücher zu publizieren. Um den horrenden Preis zu rechtfertigen wurde natürlich eine gewisse J. K. Rowling zitiert. Natürlich. Das ist dann wohl der teuerste Lottoschein der Geschichte. Mein Tipp (den gibt es gratis!): man mache es sich selber. Hm. Sollte das jetzt zweideutig klingen, keine Sorge, wir sind hier jungendfrei unterwegs und ich darf des Lesers Gedanken als abwegig abtun. So. Merkwürdigerweise fällt mir da jetzt Emma Watson ein und ich muss gestehen, ihre kurzen Haare sind ein absolutes no way. Ihren Style-Berater würde ich feuern. Oder an einen Drachen verfüttern.

Zurück zu der Prinzessin auf der Geldmaschine. Die Autorin und ihre Crew haben entschieden, die Harry-Potter-Bücher als E-Book nur über ihre Webseite Pottermore anzubieten. Aha. Rowling soll sich die dafür notwendigen Rechte gesichert haben. Hm. Kommt mir jetzt ein wenig seltsam vor. Wie soll das vor sich gegangen sein? Wenn du ein unbekannter Autor bist, mit viel Hoffnung im Gepäck, und einem Verlag dein Manuskript präsentierst, kannst du im Normalfall nicht zum Feilschen anfangen. Es sei denn, die Leute vom Verlag verstehen ihr Handwerk nicht, waren schlampig, faul, nachlässig oder – das wär natürlich auch ein Desaster – hätten es damals nicht für möglich gehalten, dass ein elektronisches Buch Profit abwerfen könnte. Wie man es auch dreht und wendet, schlau werde ich aus der ganzen Potter-Chose sowieso nicht. Und es würde mich nicht wundern, wenn sich später einmal herausstellte, dass alles ganz anders war. Ich schreibe es jetzt mal schnell auf, damit ich dann sagen kann: ich hab es schon im Juni 2011 geschrieben. Möglich wäre, dass der Verlag sehr wohl die Rechte hat, aber sich offiziell aus dem Spiel heraushält (und natürlich kräftig mitkassiert – immerhin muss weder amazon, noch Apple noch sonst ein E-Book-Shop mitfinanziert werden). Wir werden es wohl am besten an der Bepreisung der E-Books sehen. Würde Rowling nur für sich sein, müsste der Preis der E-Books etwa die Hälfte vom offiziellen Buchpreis ausmachen. Alles andere riecht mir nach unklaren Verhältnissen.

Ja, die Geldmaschine darf nicht zum Erliegen kommen. Es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass die E-Books der Serie gerade dann das Licht der Welt erblicken, wenn es im Kinosaal noch einmal rund geht. Der letzte Teil steht am Programm – vermutlich ein guter Grund, für viele Harry-Fans, noch einmal die Bücher zu lesen. Aus Marketing-Sicht ein perfekter Zeitpunkt, um jetzt die E-Books zu lancieren. Chapeau. Dass sich die Potter-E-Books wie warme Semmeln verkaufen werden, also, dazu brauche ich keine Kristallkugel, um das vorherzusagen. Dass die Bücher auch DRM-free daherkommen werden, dürfte die Manager in den großen Publikumsverlage ziemlich anpissen (mein Tipp: Hose wechseln!) – als „Kopier-Schutz“ wird das gekaufte Buch mit den Daten des Käufers mit eine Art Wasserzeichen versehen. Bravo. Welches Potter-Fan möchte nicht seine persönliche Kopie haben? Auch das ist wiederum Beifall wert. *bitte klatschen*

Kommen wir jetzt zum Schuss ins Verlegerknie. Also. Die Verlage haben erkannt, dass sie mit Effekthascherei Unsummen verdienen können. Der Celebrity-Kult wurde zwar vom TV und Kino erfunden, aber warum sollte das gedruckte Wort nicht auf den Zug aufspringen? Eben. Also gab und gibt es all diese voyeuristischen Autobiographien oder Enthüllungsbücher, die dies und das behaupten. Der (finanzielle) Wert eines „literarischen“ Buches fokussiert sich nun zum größten Teil auf den bereits eingeführten und gut bekannten Autor. Und schließlich gibt es noch den Hype, der Gold vom Himmel regnen lässt, wenn man es geschickt anstellt: Alchemist, Potter, Brown, Biss, Jakobsweg, Nassgebiete, Deutschlandabschaffung usw. Die kaufmännischen Talente (DKT, nicht?) in den Verlagshäusern jubelten. Die Marschroute wurde wie folgt festgelegt: Unmengen von Titeln in überschaubaren (und kostengünstigen) Auflagen produzieren und gucken, welches sich davon als potenzieller Hype durchsetzen könnte. Ist das Buch gefunden, wird auf Teufel komm raus das Werbebudget gesprengt, während die anderen Tapeten-Titeln sang- und klanglos aus den Regalen verschwinden (weil ja bereits die nächsten neuen Titeln angekündigt werden).

Eine äußerst fruchtbare Marketing-Strategie. Für die großen Publikumsverlage. Und eigentlich will ein kaufmännisches Talent ein gewinnbringendes System nicht ändern. Wozu? Dumm, wenn die Änderung von außen kommt und man nun entsetzt feststellen muss, dass man die Geister, die man rief, nicht mehr los wird. Geister? Nun, Celebritys und Möchtegern-Berühmtheiten sind bekannt. Das ist nun mal so. Sie haben ihre Fan-Gemeinde. Das ist nun mal so. Wenn also der Star, das Idol bekannt gibt, seine Memoiren als E-Book zu publizieren und man könne es auf seiner Webseite gegen Einwurf kleiner Münzen herunterladen, welches populäre Medium würde diese Info nicht veröffentlichen? Und damit ist schon die Schlacht so gut wie gewonnen. Hier sehen wir also, was es mit den Geistern auf sich hat. Die Publikumsverlage schürten und befeuerten das Verlangen nach voyeuristischer Entblößungsliteratur berühmter Leutchen. Jetzt können diese Leutchen also hergehen, und dank der Selbstveröffentlichung von E-Books großes Geld machen. Der Verlag hat das Nachsehen. Tja. Dumm gelaufen.

Wir dürfen jetzt nicht glauben, dass ein Rockstar eine Ahnung hat, wie man E-Book korrekt schreibt. Aber sein Manager könnte eine kleine Agentur beauftragen, ein E-Book-Package mit allem Drum und Dran zu machen. Webseite, Facebook, youtube, twitter usw. – ist heute kein großes Ding. Hat man im Handumdrehen und kostet nicht die Welt. Schwupp, schon ist der Rockstar mit seinem E-Book auf allen Kanälen zu Hause. That’s easy, folks!

Dadurch, dass sich die Verlage über die Jahre von ihrer Qualitätskontrolle verabschiedet haben, nur noch ihr Augenmerk auf gehypte und umsatzstarke Inhalte richteten, legten sie den Grundstein für das Kommende. Und in diesem Zukunftsszenario haben große Publikumsverlage keinen Platz. Nun, das stimmt freilich so nicht. Aber sie werden wohl die Pole Position abgeben müssen. Das gedruckte Buch wird wohl noch auf längere Sicht in der Hand der Verlage bleiben, da sie die für den Vertrieb nötigen Strukturen besitzen. Aber jeder berühmte Möchtegern-Autor hat nun eine Alternative zum gedruckten Buch und zum Publikumsverlag: das elektronische Buch und der Selbstverlag. Und man stelle sich vor, es gäbe einen Hype um eines dieser E-Books. Der Autor wird die Rechte für das gedruckte Buch teuer, sehr teuer an einen Publikumsverlag verkaufen können. Ja, ich höre bereits das Zähneknirschen der kaufmännischen Talente.

Fluch und Segen von ebooks oder Der literarische Schweinehaufen

John Kennedy Toole committed suicide at the age of 31,
in part because he failed to see his works published
The Death of the Book
Susanism Blog

Seit gestern, 20. April 2011, können nun auch kindle ebooks über amazon.de gekauft und gelesen werden. Seit längerem war es ja möglich, deutschsprachige kindle.ebooks über amazon.com und amazon.co.uk zu beziehen. Ich war vor einem Jahr dabei, habe aus der Not eine Tugend gemacht und meine Bücher auch in den USA angeboten. Wer also ein kindle Lesegerät hatte, musste sich mit den wenigen deutschen Büchern begnügen, die dort vorrätig, also von den wenigen Verlagen eingestellt waren.

Inwieweit nun mehr kindle Lesegeräte verkauft werden, bleibt die große, wohl entscheidende Frage. Je mehr Lesegeräte, desto mehr ebook-Umsatz, desto lukrativer für viele große und mittlere Verlage ins Geschäft einzusteigen bzw. das Volumen an elektronischen Büchern zu erhöhen. Aber schon jetzt werden die Print-Bestseller – gegenwärtige wie vergangene (erinnert sich noch jemand an einen gewissen Dan Brown, ha?) – natürlich angeboten und in die Auslage gestellt. Kein Wunder also, dass hier zugegriffen wird. Die Regel: Was der Kunde kennt, kauft er auch, trifft im Besonderen in der Buchbranche zu. In der deutschsprachigen Buchbranche, sollte man anfügen.

Wenn man sich die Sache in den USA besieht, so stellt man fest, dass die Leutchen (scheinbar) keine Vorurteile gegenüber unbekannten Autoren und Eigenverleger haben. Auch der (günstige) Preis spielt eine wesentliche Rolle, während hierzulande man eher die Nase rümpft, falls man ein ebook um billig Geld angeboten bekommt. Die US-Boys und Girls scannen die ebooks im Bereich von rund 99 Cent durch und kaufen interessant klingende Titel. Man hat den Eindruck, dass der eine oder andere sich einen Volltreffer erhofft, über einen Autor stolpert, der in späterer Folge groß rauskommen wird. Ohne Statistiken zu kennen, würde ich sagen, in den USA zeichnet sich ein Trend ab: nämlich die Suche nach den Perlen im literarischen Schweinehaufen. Dass diese Suche auch ziemlich schmutzig werden kann, tja, das sollte man nicht verschweigen. Denn wo harsche Kritiker sind, da sind auch Autoren, die ihre Werke in Schutz nehmen. Eine Schlammschlacht, zwischen Blog-Rezensenten und Autorverlegerin, wie man es sich nur wünschen kann: link – wobei, vielleicht ist es auch nur wieder eine perfekte Demonstration von Guerilla-Marketing, who knows?

Der Autorverleger im deutschsprachigen Literaturland hat es nicht leicht. Das ebook wird an der Sache nichts ändern, im Gegenteil, es wird nur noch schwieriger, sich zu behaupten und sich einen Namen zu machen. Je mehr Autoren und solche, die es werden wollen, auf den Markt drängen, in dem sie über die verschiedenen Plattformen ihre ebooks anbieten, desto mehr Schrott (man verzeihe mir diesen brachialen Ausdruck – jedes Geschreibsel hat seinen Wert, wirklich – aber um nicht über die Wertevorstellungen diskutieren zu müssen, nehmen wir für diesen Blogbeitrag einfach an, dass es auch Bücher gibt, die einfach nur schlecht bis zum Erbrechen sind usw. und so fort), also, zurück, zum literarischen Schrott, der in den Webshops gehäuft zu finden sein wird. Viele werden ihre ebooks günstig anbieten, vielleicht sogar gratis. Auch hier wird sich wieder das Bestseller-Phänomen zeigen: eine Minderheit, eine Hand voll Autoren, wird mit ihren publizierten Büchern Aufmerksamkeit erregen – zum Beispiel, weil das ebook auf amazon in den Verkaufscharts ganz oben steht. Deshalb zieht das natürlich weitere Käufer an und so dreht sich die hübsche und lukrative Spirale nach oben – und schließlich kommt dann der Verlagsvertrag und alle zerreißen sich die Mäuler, wie einfach und leicht es nun ist, mit selbst produzierten ebooks reich und berühmt zu werden. Ja, ja.

Wie lange es dauern wird, bis die Leserschaft von ihrem hohen Ross heruntersteigt und Texte nach ihren ureigenen, sehr persönlichen Kriterien beurteilt, nun, das steht in den Sternen. Publikumsverlage werden alles daransetzen, um ihre Rolle als qualitative Filteranstalt in die Köpfe der Käufer zu hämmern. Verlage agieren, wie jedes Unternehmen, das Profit machen muss, in erster Linie nach ökonomischen Gesichtspunkten. Viele Bücher werden gemacht, weil man in den Führungsetagen davon ausgeht, dass sie sich (besser) verkaufen. Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber das muss sein. Genauso, wie die Werbung durch ständiges Wiederholen eine Wahrheit in die Ohren des Konsumenten plärrt, genauso muss ich gegen die Windmühlen des Status Quo ankämpfen. Gewiss, nicht uneigennützig. Jede Revolution macht den Unterdrückten und Gepeinigten ein unerhörtes Versprechen – ohne diesem Versprechen würde es wohl zu keiner Revolution kommen. Mit anderen Worten, es sind zumeist die Unzufriedenen, die eine Entwicklung vorantreiben, die einen gegenwärtigen Zustand in Frage stellen.

Aber wie jede Revolution ihre Kinder frisst, so ist es bei dieser nicht anders. In Anlehnung an das eingangs erwähnte Zitat, dass ein gewisser John Kennedy Toole (ich kannte den Autor nicht – laut Wiki erhielt er postum den Pulitzer Prize) sich unter anderem das Leben nahm, weil eines seiner Manuskripte nicht verlegt wurde, so könnte man in ein paar Jahren das Zitat wie folgt ändern:

John Kennedy Toole committed suicide at the age of 31,
in part because he failed to make a fortune
by selling his self published ebooks.

Extrablatt: Wiki und der Selbstverlag

Bevor heute Abend also das letzte Spiel der EM 2008 zwischen Deutschland und Spanien über die Wiener Fußball-Bühne geht, noch schnell ein paar Anmerkungen in eigener Sache. Hm. Ja, eigentlich ist ein Blog zu meist eine Angelegenheit in eigener Sache.

Gestern, im ORF2, wurde wieder einmal Extrablatt von Billy Wilder ausgestrahlt. Der Film ist wahrlich ein Juwel und liegt dem Broadway-Bühnenstück „The Frontpage“ von Ben Hecht zu Grunde. Ja, von diesen Leuten kann man noch einiges lernen. Da braucht es keine „Schule der Dichtung“. Und wie soll Ben Hecht, der zuvor Reporter gewesen war, nach Hollywood gelockt worden sein? Sein guter Freund Herman J. Mankiewicz (der ältere Bruder von Joseph L. Mankiewicz), der gerade in Hollywood als Drehbuchautor reüssierte, telegrafierte ihm:

„Millions are to be grabbed out here and your only competition is idiots. Don’t let this get around.“ [imdb]
Hier sind Millionen zu machen, und deine einzigen Konkurrenten sind Idioten. Lass dir das nicht entgehen. [wiki]

Die Übersetzung hab ich Wikipedia entnommen. Und weil wir schon dabei sind, habe ich mir erlaubt, meine Kurzbio in Wikipedia einzustellen. Wenn man sich mal an die Formatierungen und Regeln gewöhnt hat, geht es eigentlich ganz einfach. Vielleicht habe ich gerade ein neues Geschäftsmodell entdeckt: Kurzbio für Künstler in Wikipedia textlich aufbereiten, erfassen und pflegen. Noch dazu, wo diese Einträge von Suchmaschinen generell nach oben gereiht werden. Kann ich also nur jedermann und jederfrau empfehlen, wenn er oder sie im Web gefunden werden möchte und der Welt da draußen etwas mitzuteilen hat. Noch dazu haben die Artikel einen „objektiveren Status“, als die eigene WebSite.

update: „Hallo Dschun, Aktionen zur Selbstdarstellungwerden in der Wikipedia gar nicht gerne gesehen. Solche Aktionen wie der über Dich angelegte Artikel Richard K. Breuer und das angedachte Geschäftsmodell Kurzbios für Künstler in Wikipedia textlich aufbereiten [1] haben in der Wikipedia keine Chance. Für den Artikel wurde ein Löschantrag gestellt [2]. Beachte bitte Wikipedia:Eigendarstellung. Gruß“ —Kuebi 11:54, 29. Jun. 2008 (CEST)“

Die Relevanzkriterien für Autoren in Wikipedia, per 29. Juni 2008:

Schriftsteller und Sachbuchautoren

Autoren gelten als relevant, wenn sie als Hauptautor mindestens 4 Bücher auf dem regulären Buchmarkt oder mit einer angemessenen Verbreitung[1] in wissenschaftlichen Bibliotheken veröffentlicht haben oder historische Bedeutung aufweisen. Schriftsteller im Sinne von Verfassern Schöner Literatur bzw. Belletristik gelten bereits bei 2 Büchern als relevant.

Ein Autor mit weniger Veröffentlichungen kann relevant sein, wenn er andere Relevanzkriterien erfüllt, diese Punkte müssen aber im Artikel abgehandelt werden. Bei einer geringeren Zahl von Veröffentlichungen oder sonstigen Zweifelsfällen soll besondere Bedeutung oder Bekanntheit durch renommierte Quellen nachgewiesen werden. (Beispiel: Eintrag in einem anerkannten redaktionell betreuten Nachschlagewerk (Enzyklopädie, Lexikon etc.) oder vergleichbar renommierten Quellen wie Perlentaucher.) Auch eine Auszeichnung mit einem renommierten Literaturpreis kann die Relevanz begründen. Die Herausgabe eines Standardwerkes erzeugt ebenfalls Relevanz. Als Standardwerk gilt ein Werk, das in reputablen externen Quellen als solches bezeichnet wird. Der Begriff „Hauptautor“ darf nicht eng interpretiert werden. Oft verfügt ein Autor allein nicht über das nötige Spezialwissen. Dann ist ein Autorenkollektiv nötig. In diesem Fall gelten mehrere Autoren als Hauptautoren des Buches.

In allen Fällen sind Bücher ausgenommen, die in Selbst-, Pseudo- oder Druckkostenzuschuss-Verlagen erschienen sind. Wissenschaftliche Verlage mit redaktioneller Auswahl gelten nicht als Druckkostenzuschussverlage.

Schlapperlot. Es hilft nix. Als Selbstverleger bist du eine Nulpe. Jeder geht davon aus, dass ein selbstverlegtes Buch nicht die Qualitätsstandards (?) eines „normalen Verlages“ erreicht – derweil agieren „normale Verlage“ nach wirtschaftlichen, nicht literarischen Gesichtspunkten. Ist das noch niemandem aufgefallen? Apropos Selbstverlag. In der NZZ gibt es einen interessanten Artikel darüber: neue Optionen im britischen Verlagswesen. Dabei kommt dem Selbstverlag wohl auch in Zukunft eine größere Rolle zu. Gut so.

Nebenbei erfährt man, dass im britischen TV eine „Casting“-Show für Manuskripte unbekannter Autoren mit Erfolg gelaufen ist. 46.000 Manuskripte sollen beim Sender eingegangen sein. Davon wurden dann nicht nur einer, sondern vier Autoren von einem renommierten Verlag unter Vertrag genommen. Das Verhältnis war demnach 1 angenommenes Manuskript auf 11.500 abgelehnte. Okay, ein Lottogewinn ist vermutlich um die Spur unwahrscheinlicher.