richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: Establishment

Donald Trump und der hasserfüllte Mainstream

white-house_steffl

Präsident Donald Trump ist gerade mal zwei Wochen im Amt und der mediale und politische Mainstream wetzt die Messer und will – im wahrsten Sinne des Wortes – Blut sehen. Man hat den Eindruck, die (links-liberale) Welt stünde am Rande des Abgrunds und die Lichter, die gerade verlöschen, würden wir in unserem Leben nie wieder brennen sehen. Edward Grey, damaliger britischer Außenminister, dem dieses Zitat in den Mund gelegt wird, sprach diese melancholisch-dunklen Worte am Vorabend des 1. Weltkrieges. In der Tat sollte er in gewisser Weise recht behalten – wer kann schon behaupten, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen? 103 Jahre ist es demnach her, als diese principsche Kettenreaktion (mit britischer Mithilfe) nicht nur gekrönte Häupter fortjagte und Monarchien von der Landkarte fegte, sondern auch und vor allem die althergebrachten und fest verankerten Werte auf den Kopf stellte. Zwei Generationen später sollte es ein weiteres Mal passieren. Aber erst mit dem (vom Establishment inszenierten) Generationenkonflikt der 1960er und 1970er wurden die Weichen für das Kommende gestellt. Das Resultat dieser brachialen Umformungen hätte eine liberale Gesellschaft bringen sollen, die sich über Grenzen, Rasse, Klasse, Nation und Kultur hinwegsetzen würde. Die Willkommenskultur der merkelschen Hauruck-Politik schlägt genauso in diese Kerbe wie die Zentralisierung und Machtkonzentration der Europäischen Union in Brüssel – am Ende, so die Vision der erleuchteten Staatsmänner, stehen die Vereinigten Staaten von Europa.

Aber irgendwie ist diese Umformung der Gesellschaft ins Stocken geraten. How come? Der Brexit war das erste Ausrufezeichen einer zornigen Bevölkerung, die sich von all den gewählten und nicht gewählten Politikern verraten und verkauft fühlt. Der überraschende Wahlsieg von Donald Trump setzte aber dem Ganzen erst die Krone auf. Political correctness? Fehlanzeige! Noch in seiner Antrittsrede sprach er davon, den Sumpf in Washington D.C. trocken zu legen und ein Präsident für das amerikanische Volk zu sein. Hört, hört! Aber was, wenn es nur leere Versprechungen sind? Schlag nach bei Barack „change“ Obama! Ich denke, wir, die aufgeklärten Bürger dieser Welt, haben wohl keine andere Chance mehr, als all unsere Münzen auf die Karte Trump zu setzen. Sollte der Trumpf nicht stechen, können wir uns auf orwellsche Zeiten für die einen, huxleysche für die anderen gefasst machen.

John F. Kennedy sprach einst in einer Rede von einem möglichen Frieden mit dem Erzfeind UdSSR. Hätte er damals den (vom Establishment inszenierten) Kalten Krieg beenden können? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wichtiger bei alledem ist aber der Umstand, dass JFK diese Möglichkeit öffentlich in Betracht zog und somit die Saat in die Köpfe der Leute pflanzte. Darum geht es am Ende. Nämlich Hoffnung und Optimismus zu verbreiten. Genau das aber will der Mainstream mit allen Mitteln verhindern. Warum nur? Was liegt ihm daran, den Teufel an die Wand zu malen? Es deutet alles darauf hin, dass die Presse nicht auf Seiten der aufgeklärten Bürger steht, sondern vielmehr dem Establishment dient. Während der Mainstream wie tollwütige Hunde über den sog. #MuslimBan der Trump-Administration herfiel, applaudierte und bejubelte man die Entscheidung der Obama-Regierung, Libyen in die Steinzeit zurückzubomben und in Syrien einen „Bürgerkrieg“ zu entfachen. Ist demnach ein zeitweiliges Einreiseverbot für Reisende aus 7 Staaten wirklich fürchterlicher und ablehnenswerter als der Einsatz todbringender Waffen (bzw. die Finanzierung und Anleitung rebellischer Terroristen) gegenüber einer unschuldigen Zivilbevölkerung?

Donald Trump ist gerade einmal zwei Wochen im Amt. Wäre es da nicht angebracht, mit Sinn und Verstand seine getroffenen Entscheidungen zu kritisieren? Das emotionale Geschrei in der Presse sorgt nur dafür, dass Politikern immer weniger Spielraum gegeben wird, um sich zu verständigen. Siehe die Anti-Putin-Propaganda in den westlichen Medien. In einem Gespräch mit FOX, versuchte der Journalist Trump in die Ecke zu drängen, weil dieser bereit ist, mit Putin zusammenzuarbeiten.

Journalist: „Aber Putin ist ein Mörder!“

Donald Trump: „Es gibt eine Menge Mörder. Wir haben eine Menge Mörder. Glauben Sie, unser Land ist so unschuldig?“

Präsident Trump und der ‚meltdown‘ der westlichen Mainstream Medien

cof

Fakten statt Emotionen?

Er ist nun eine Woche her, der Wahlsieg von Donald J. Trump, aber die Gemüter der ›unabhängigen‹ links-liberalen Mainstream-Medien in Europa und den USA haben sich noch immer nicht beruhigt. Bestes Beispiel mag die Kolumne des Chefredakteurs B. im KURIER vom Samstag, 12.11.sein. Als ich das abgehobene und realitätsferne Geschreibsel las, fragte ich mich, welche bewusstseinsverengenden Substanzen so Redakteure zu sich nehmen. Die Berichterstattung bzw. Meinungsmache in den Zeitungen, wenn es um Donald Trump geht, schießt dermaßen übers Ziel hinaus, dass man glauben könnte, hier handelt es sich um eine Persiflage auf die Artikel bornierter und stiefelleckender Günstlinge des Establishments. Ausgewogenheit? Fehlanzeige. Es ist, als würden die Medienleute in einer Blase sitzen, die sie von der Außenwelt abschirmt. Dabei handelt es sich bei ihnen um intelligente Menschen, die für gewöhnlich in der Lage sind, jedes Geschehnis zu reflektieren, zu relativieren und in einen Kontext einzuordnen. Doch wenn es um Donald Trump geht brennen bei den Redakteuren die Sicherungen durch und sie gebärden sich wie uneinsichtige Kinder, die nicht wahrhaben wollen, dass der Weihnachtsmann nur eine Erfindung der Kommerzkultur ist.

Mehr von diesem Beitrag lesen

US-Wahl 2016: Zwischen Erdrutschsieg, Wahlmanipulation und einem Coup d’État.

usa-truman

Die heutige Wahl in good ol‘ US of A wird Geschichte schreiben. So oder so. Falls Sie nur die heimische Presse verfolgt haben, können Sie nicht im Ansatz ermessen, was da drüben los ist. Donald Trump hat es tatsächlich geschafft, Bewegung in ein abgekartetes Polit-Spiel zu bringen und Begeisterung zu entfachen. Er hat seinen Anhängern verdeutlicht, dass man den Mainstream-Medien nicht trauen dürfe, dass Washington auf allen Ebenen korrupt sei, dass die sinnlosen Kriege der letzten Jahre 6 Billionen Dollar gekostet und mehr Unsicherheit gebracht hätten, dass die Innenbezirke der Großstädte mit Gewalt und Drogen überflutet wären, dass die Infrastruktur in einem erbärmlichen Zustand sei, dass grenzenlose Globalisierung die Bevölkerung verarmen lässt, dass es besser wäre, mit und nicht gegen Putin zu arbeiten, dass der Kampf gegen IS gewonnen werden kann und dass illegale Immigration zu Problemen führt.

Sollte also Donald Trump die Wahl nicht gewinnen, so bleiben seine Botschaften trotz allem in den Köpfen seiner Wähler hängen. Wir sprechen hier nicht von ein paar verschrobenen Leuten, die irgendwo im Trailer-Park ihre Essensmarken kassieren. Wir sprechen hier von 60 Millionen Amerikanern! Vergessen Sie nicht, dass der Präsident der USA nicht von den Wählern gewählt wird, sondern vom Electoral College, dem Wahlmännerkollegium. Rein theoretisch kann der gewählte Kandidat weniger Stimmen bekommen als sein Gegner und trotzdem ins Weiße Haus einziehen. The winner takes it all. Gewinnt ein Kandidat beispielsweise mit nur einer Stimme im Bundesstaat Kalifornien, würde er trotzdem die gesamten 55 Wahlmänner (von insgesamt 538) für sich verbuchen. Rein theoretisch würde es reichen, dass ein Kandidat die 11 wahlmännerstärksten Bundesstaaten gewinnt, um Präsident zu werden. Wir sollten deshalb bei all dem demokratischen Getöse nicht vergessen, dass die USA in erster Linie eine Republik ist, deren Augenmerk vor allem darin liegt, dass die breite Masse nicht Oberhand gegenüber der politischen und wirtschaftlichen Elite gewinnt. Das war vor 200 Jahren so. Das ist heute noch so.

Für das Phänomen Trump hätte ich drei Erklärungsversuche anzubieten. Denn eines steht für mich fest: Trump wäre niemals so weit gekommen, wenn er nicht im Hintergrund die Unterstützung eines Netzwerkes genießt. Mit Netzwerk meine ich ein sehr großes, sehr einflussreiches, sehr mächtiges Netzwerk.

-) Donald Trump wurde als perfekter Gegner für Hillary Clinton ausgewählt. Sie hätte gegen gewöhnliche Kandidaten der Republikanischen Partei ziemlich schlecht ausgesehen. Ihre ganze Wahlkampagne war ausschließlich darauf fokussiert, die bessere Alternative gegenüber einem vorlauten und tölpelhaften Polit-Quereinsteiger zu sein. Ohne Trump würde Hillary Clinton keine Möglichkeit gefunden haben, von all ihren Skandalen und kriminellen Machenschaften abzulenken. Somit ist es durchaus vorstellbar, dass das Establishment diese Schlammschlacht von Anfang an geplant hatte, um am Ende Hillary Clinton als plausiblen Sieger bekanntgeben zu können.

-) Donald Trump ist genauso wie Hillary Clinton vom Establishment ausgewählt. Beide spielen ihre Rolle, beide sorgen dafür, dass die Welt zwischen dem republikanischen Elefant und dem demokratischen Esel hin- und hergerissen wird. Am Ende bleibt die heilige Kuh ungeschlachtet: FIAT-Geld, FED, Zinseszins-Schuldenfalle usw.

-) Verschwörungstheoretischer Ansatz: Donald Trump wurde vom Militärisch-industriellen Komplex ausgewählt, um gegen die CIA-Cabal vorzugehen. Ein Staatsstreich im Hinterzimmer, wenn man so will. Der Watergate-Skandal in den 1960ern war damals nichts anderes als ein Staatsstreich der CIA-Cabal, um ihre loyalen Leute in Washington einzuschleusen. Interessanter Aspekt ist, dass die junge Hillary Rodham damals als Assistentin bei den Anhörungen mitwirkte. Nebenbei bemerkt, gibt es Gerüchte, die besagen, dass Hillary bereits als Studentin als Informantin tätig war. Dass die Clintons vom CIA-Netzwerk gedeckt und beschützt werden, steht außer Frage. Oder glauben Sie wirklich, dass all die kriminellen Machenschaften der Clintons erst jetzt ans Tageslicht kommen? Die CIA-Cabal ist ein Moloch, der de facto nicht mehr überschaubar ist und niemandem Rechenschaft ablegen muss. Darin liegt die größte Gefahr. Vielleicht werden wir nun Zeuge einer Gegenbewegung, eines Counter-Watergate-Coups. Erinnern Sie sich noch an John F. Kennedy, der den CIA-Direktor Allen Dulles feuerte und daran dachte, die Agency umzukrempeln? Es endete für ihn mit einer magischen Bleikugel. Allen Dulles wurde übrigens auch in die Warren-Kommission bestellt, deren Aufgabe es war, das Attentat zu untersuchen. Ob wir diesbezüglich jemals die Wahrheit erfahren werden? Faites vos jeux.

Wo stand der Schreibtisch des Kaisers in der Hermesvilla? Über Macht, damals und heute.

update: Kaiser Franz Josef II. ist eine Mischung aus dem Franzl und Josef II. 😉

Gestern den ehemaligen kaiserlichen Wohnsitz, die Hermesvilla im Tiergarten Lainz aufgesucht und innwendig erkundet. Dabei auch Pläne und Fotos von einst betrachtet. Man bestaunt den kaiserlichen Mobiliarbombast (etwa das Schlafzimmer von Kaiserin Elisabeth) genauso wie das feinsinnige Kunstgespür des Ehepaars. Dann stand ich im Arbeitszimmer des Kaisers. Oft war er ja nicht in Lainz, aber trotzdem, wo ein Kaiser Franz Josef II. ist, da wird auch gearbeitet. Das Zimmer stand bis auf die Bilder leer. Ich wollte schon weitergehen, da erinnerte ich mich, im Vorraum eine Fotografie des Arbeitszimmers, aufgenommen um die Jahrhundertwende, gesehen zu haben. Auf dem Foto stand demnach alles auf seinem Platz – so, wie es der Kaiser einrichten ließ, so, wie es der Kaiser zu benutzen trachtete. Hier eine Skizze des Arbeitszimmers, die ich schnell mal mit dem empfehlenswerten Raumplaner von Icovia auf das virtuelle Papier brachte. Das Zimmer liegt im ersten Stock. Gegenüber vom mittig angebrachten Kamin war eine (schmale) doppelflügelige Tür auf den Laubengang, daneben zwei große Fenster. Was meinen Sie, wo der Kaiser seinen Schreibtisch aufstellen ließ?

Hermesvilla_Schreibtisch

Der Schreibtisch stand in der rechten unteren Ecke des Zimmers, die Längsseite des Tisches geht zur Eingangstür, die Vorderseite schließt direkt an die Wand ab. Der Kaiser saß somit nicht nur mit dem Rücken zum Fenster, sondern überhaupt mit dem Rücken zum Raum. Wie ich mir die Fotografie so ansah, wurde mir mit einem Schlag bewusst, dass die Anordnung des Tisches mehr über den Kaiser aussagt als alle Biographien.

Überlegen Sie mal, wie Generaldirektoren oder Manager oder der Präsident der Vereinigten Staaten ihre Schreib- und Arbeitstische aufstellen? Sie sind für gewöhnlich so arrangiert, dass der Besucher, der Eintritt, vor Ehrfurcht erstarrt – das heißt, der Tisch steht zentral im Raum und blickt zur Eingangstür. Die Anordnung lässt keinen Zweifel zu: Hier sitzt ein Mensch, der Macht hat und sie ausübt. Warum also ließ der mächtigste Mann einer europäischen Großmacht seinen Tisch in eine Ecke stellen?

Die Antwort liegt darin, dass ein Generaldirektor, ein Manager, ein Präsident, sie alle, nur für eine geraume Weile eine Machtposition innehalten. Ein Kaiser ist, wenn man so will, als Kaiser geboren und wird von niemandem in seine Machtposition gebracht. Gott allein ist es, der über ihm steht. Niemand sonst. Falls Sie das jetzt erschreckt, dann befürchte ich, dass Sie bereits zu sehr dem liberalen Demokratiegeschwätz ausgesetzt waren. Der springende Punkt bei alledem ist nämlich jener, dass Könige und Kaiser seit jeher für ein Gleichgewicht zwischen Adel und Bürger- bzw. Bauerntum zu sorgen hatten. Graf Mirabeau, Enfant terrible der politischen Umwälzung des späten 18. Jahrhunderts, schrieb in einem Brief, datiert mit 16. August 1788:

»Was meine private Anschauung angeht, so will ich sie Ihnen – für Sie persönlich – rund heraussagen: Krieg den Privilegierten und den Privilegien, da haben Sie meine Losung. Die Privilegien sind nützlich gegen die Könige; aber sie sind verabscheuenswert gegen die Nationen, und niemals wird unsre Nation öffentlichen Geist haben, solange sie nicht von ihnen befreit ist; da haben Sie den Grund, warum wir bleiben müssen, was ich persönlich in hohem Grade bin: monarchisch. Ah, gestehen wir’s doch ehrlich, was wäre eine Republik, die aus all den Aristokratien zusammengesetzt wäre, die an uns nagen? Der Hort der allerrührigsten Tyrannei

Setzen Sie dem Wort Aristokratie das Wort Geld hinzu und schon ist es eine akkurate Bestandsaufnahme der letzten Jahrhunderte. Mit anderen Worten, all diese Revolutionen, die im Namen des Volkes Kaiser und Könige vom Thron fegten, haben am Ende nicht dem Bauern, nicht dem Bürger das versprochene Erdenglück gebracht. Im Gegenteil. Die Geldaristokratie herrscht mit absoluter Strenge und Graumsamkeit. Diese Tyrannei kennt keine Gnade.

Falls Sie jetzt die Augen rollen und meinen, ich würde nur Blödsinn schreiben, weil jedes Kind weiß, dass die westliche Welt eine friedliebende Demokratie ist, tja, dann sollten Sie sich den Vortrag von Prof. Martin Gilens, Princeton University, angucken, in dem er seine Studie Testing Theories of American Politics: Elites, Interest Groups, and Average Citizens präsentiert und zum Schluss kommt, dass „unsere Gesellschaft nur eine Demokratie auf dem Papier ist“ [„our society is a democracy in name only.“] und dass der Durchschnittsbürger keinen politischen Einfluss hat:

»When the preferences of economic elites and the stands of organized interest groups are controlled for, the preferences of the average American appear to have only a minuscule, near-zero, statistically non-significant impact upon public policy.« [S. 575]
 .
Sollten Sie also das nächste Mal den amerikanischen Präsidenten im Oval Office – oder den Manager des Jahres – hinter seinem Schreibtisch sitzen sehen, denken Sie an die Hermesvilla und Kaiser Franz Josef II., denken Sie daran, dass die einen von Geldaristokraten in die Machtposition gehievt wurden und nur so lange dort verweilen dürfen, wie es die Fürsten Mammons wollen, während die anderen nur vor Gott und ihrem Gewissen Zeugnis ablegen mussten. Faites vos jeux.

 

Märchenhafte Flüchtlingsroute oder Wenn sich vier Jihadisten mit einem Schlauchboot auf den Weg machen

Schön langsam sollten wir wissen, dass den Medienhäusern kein bisschen mehr zu trauen ist. Journalisten schreiben gegen Bezahlung, was ihnen vorgegeben wird. Die gut bezahlten Redakteure hinterfragen keine behördliche Aussendung, mag sie noch so widersprüchlich sein. Regierungsgewäsch über mehr Überwachung, mehr Polizei, weniger Bürgerrechte, mehr Zentralisierung in Brüssel, all das wird sakrosankt in den Himmel gelobt bzw. im Namen der Wählerschaft gefordert. Jeder, der einen Schreiberling in einen der Medienhäuser persönlich kennt, sollte ihn darauf aufmerksam machen, dass er mit seinem Schweigen, seiner Duldung und seiner Komplizenschaft genauso Mitschuld trägt wie Politiker und Beamte, wenn in Zukunft der Stiefel des Großen Bruder in das Gesicht unserer Kindeskinder tritt. Immer und immer wieder. Schlag nach bei Orwell.

In der ›Qualitätszeitung‹ Der Standard lesen wir folgende Geschichte:

»Österreich hat zwei mutmaßliche Jihadisten, den Algerier AH. (29) und den Pakistaner MU. (35), heute, Freitag, an französische Behörden am Flughafen Salzburg übergeben. [Die beiden] waren im Oktober 2015 als Flüchtlinge getarnt und gemeinsam mit zwei der späteren Paris-Attentäter – AM. und MM. – in den Schengenraum gereist. Das Quartett gelangte mit einem Flüchtlingsboot am 3. Oktober auf die griechischen Insel Leros. Im Gegensatz zu den zwei späteren Attentätern wurden der Algerier und der Pakistaner von der griechischen Justiz wegen falscher Dokumente festgenommen. Ende Oktober wurden  AH. und MU. jedoch freigelassen. Als sie Ende November in Österreich landeten, waren die Pariser Anschläge schon ausgeführt. Aufgrund der in Griechenland genommenen Fingerabdrücke wurden sie in einem Salzburger Flüchtlingslager am 10. Dezember festgenommen – abermals wegen falscher Dokumente.«

Der Artikel wurde von der Austria Presse  Agentur (APA) übernommen. Kein Standard-Journalist hat sich die obigen Zeilen jemals angesehen. Kein Wunder also, wenn Behörden und Politiker leichtes Spiel haben. Es braucht gerade einmal die Gehirnleistung eines Apfelstrudels, um bei der obigen Story nachdenklich zu werden.

Also! Wie kommen ein Algerier und ein Pakistani in ein Flüchtlingsboot? Wo hat das Boot abgelegt? Davon ist im Artikel nichts zu lesen. Wir können nur annehmen, dass es an der türkischen Küste war. Die griechische Insel ist etwa 40 km vom türkischen Festland entfernt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie sind AH. und MU. in die Türkei gekommen? Sie sollen sich ja als Flüchtlinge getarnt haben und müssten demnach von Syrien in die Türkei „geflüchtet“ sein. Gut. Aber wie sind sie nach Syrien gelangt? Kann man eine ISIS-All-Inclusive-Syrien-Rundreise im Reisebüro buchen? Wie kann diese Terror-Miliz Reisebüros in Pakistan und Algerien unterhalten?

Vermutlich sind die beiden Terroristen in spe in die Türkei geflogen. Und von dort dann – über versteckte Landwege – zu einem der Flüchtlingslager. Glauben Sie, das geht so einfach? Glauben Sie, die türkischen Behörden – immer in Alarmbereitschaft, immer ausforschend, immer suchend, immer schnüffelnd – sehen sich nicht die „Touristen“ an, die sich da so auf ihrem hübschen Boden tummeln? Die Medienhäuser, genauso wie Regierungen und Behörden, versuchen Sie für blöd zu verkaufen – das ist deren Geschäft. Sie können davon ausgehen, dass in Zeiten von Putschversuchen und Kurdenaufständen keine Menschenseele so einfach in die Türkei reisen, herumfahren und und wieder verschwinden kann. Jene „Flüchtlinge“, die in Schlauchboote sitzen, wurden von den türkischen Behörden natürlich ausgewählt und für die TV-Leute und Foto-Reporter in Szene gesetzt. Oder glauben Sie wirklich, dass es da einen (geheimen) Schlauchboot-Fährverkehr zwischen Griechenland und der Türkei gibt? Zwischen jenen zwei Staaten, die sich am liebsten an die Gurgel springen wollen? Pulverfass Zypern, you know!

Auf der griechischen Insel Leros werden die mit dem Schlauchboot Ankommenden unter die Lupe genommen. Siehe da, man nimmt AH. und MU. wegen falscher Dokumente fest. Bei diesem Satz müssen alles Warnlampen angehen. Die Flüchtlinge wurden demnach kontrolliert? Und nicht nur das, die griechischen Behörden stellten fest, dass die beiden mit „falschen Dokumenten“ reisten. Warum hatten sie überhaupt Dokumente mitgeführt, fragt man sich. Sie hätten doch sagen können, sie seien Syrer, oder? Das wurde uns doch laufend von den Medien gesagt, dass die Flut an Flüchtlingen jegliche Konrolle unmöglich machte? Die griechischen Behörden nahmen den beiden sogar Fingerabdrücke ab – man will es nicht für möglich halten, wie korrekt die griechischen Behörden gearbeitet haben. Demnach muss es eine europäische „Flüchtlings-Datenbank“ gegeben haben – bereits im Oktober 2015. Wo sonst hätten die österreichischen Behörden im Dezember 2015 die Fingerabdrücke von AH. und MU. finden sollen? Sie werden ja wohl kaum die griechische Botschaft in Wien angerufen und die Fingerabdrücke gefaxt haben.

In der ›Qualitätszeitung‹ SZ schlägt ein Artikel in eine ähnliche Kerbe. Darin heißt es: »Hunderttausende Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr von Griechenland aus nach Westen gelangt. Inzwischen ist die Balkanroute dicht. Bilder zeigen: Wo die Flüchtlinge unterwegs waren, herrscht nun Leere.«

Im Artikel sieht man nun eine Fotostrecke. Damals. Heute. Sehen Sie sich dieses Foto und diese Foto an. Was fällt Ihnen auf? Dieser Flüchtlingsstrom, so wird es angedeutet, soll die Strecke von Griechenland nach Slowenien zu Fuß gegangen sein. Wirklich? Das sind etwa 1400 Kilometer. In den beiden Fotos kann man Kinder sehen – davon ein kleines Dickerchen! Allesamt sind die Flüchtlinge recht casual angezogen und wirken nicht gerade entkräftet. Falls Sie jetzt fragen, wie all die Flüchtlinge sonst an die Grenze zu Slowenien gelangen hätten können, dann gibt es ja nur eine mögliche Antwort: Sie wurden dorthin gefahren. Knapp vor den jeweiligen Grenzen hat man sie aus dem Bus steigen, ein paar hundert Meter gehen und dann in den nächsten bereitgestellten Bus steigen lassen – dazwischen durften die bezahlten Fotoreporter ihre Bilder für die Presseagenturen machen. Voilà, schon war die »Flüchtlingskatastrophe« in den Köpfen der gutgläubigen Leser verankert.

Falls Sie nun wissen wollen, was es mit dem Konflikt in Syrien wirklich auf sich hat, dann lesen Sie doch einfach meine Analyse: Afghanistan 1980 vs. Syrien 2015: Der Vergleich macht Sie sicher.

Ja, nichts ist, wie es in Ihrer  Zeitung geschrieben steht! Gewöhnen Sie sich daran.