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Die Wahrheit ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von Einem zum Anderen …

Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen!
Glauben Sie nicht alles, was in der Zeitung steht. Und ein Foto macht noch keine Wahrheit. Finden Sie den Fehler!

Also. Sie blättern die Zeitung durch, lesen die eine oder andere Schlagzeile, sehen sich das eine oder andere Foto an und nicken gedanklich. Am Ende des Tages bleiben von all den aufgenommenen Informationen nur noch vage Gedankenfetzen übrig. Es ist eine Collage aus halben Schlagzeilen und vielen Bildern. Möchten Sie also eine Gesellschaft manipulieren, müssen Sie nur darauf achten, eine simple Gleichung mit einem passenden Bild zu versehen. Das wiederholen Sie, bis der gewünschte Effekt eintritt. Beispielsweise können Sie einen „größenwahnsinnigen Diktator“ in einer „größenwahnsinnigen Situation“ oder einen „lächerlichen Wahrheitssucher“ in einer „lächerlichen Pose“ oder einen „beliebten Politiker“ in einer „jubelnden Menge“ zeigen. Genauso gut ist es möglich, ein ganzes Land als „chaotisch“, „revolutionär“ oder „freiheitsliebend“ darzustellen. Wie gesagt, wichtig ist, dass diese „Information“ flächendeckend in den Medien präsentiert wird. Der Bürger wird diese „Fakten“ immer im Hinterkopf haben – ob er will oder nicht. Beispiele gefällig?

USA? Die Guten!
UdSSR/Russland? Die Bösen!
NATO? Die Guten!
Warschauer Pakt? Die Bösen!
CIA? Die Guten!
KGB? Die Bösen!
Obama? Gut!
Putin? Böse!
Griechenland? Schulden!
Deutschland? Melkkuh!
Griechische Regierung? Rotzbuben!
NASA? Apollo Mondlandung!
JFK? Oswald!
9/11? Osama bin Laden!
Terrorist? Muslimischer Fanatiker!
Krieg? Notwendiges Übel!
Verschwörungstheoretiker? Dummkopf!
Ihre Zeitung? Frei und unabhängig!

Und so weiter und so fort. Möchten Sie nun diese von der Mehrheit der Bevölkerung verinnerlichte „Wahrheit“ in Frage stellen, schwimmen Sie gegen den Strom und verlieren ihre letzten Haare. Schlussendlich wird der Wahrheitssucher auf der Strecke bleiben. Einerseits kann er nichts endgültig beweisen – dazu bräuchte er juristische, politische und polizeiliche Handlungsvollmachten und die hat er nun mal nicht – andererseits kann sein Gegenüber jede sachlich geführte Diskussion mit der Killer-Phrase beenden: „Können alle Medien so falsch liegen? Ist es überhaupt möglich, die Wahrheit so lange unter Verschluss zu halten?“

Ich könnte jetzt lang und breit über die Manipulation der Mainstream-Medien, die sich in wenigen Händen befinden, erzählen. Über „Verschwörungstheorien“, die sich dann doch als wahr herausstellten. Aber das wird Sie auch nicht hinter dem Monitor hervor locken. Besser, ich stelle Ihnen eine Aufgabe. Hier ist der Trailer zum Film Apollo 18 – „Blair  Witch Project“ im Weltraum, wenn man so will. Nehmen wir an, ich würde Ihnen sagen, dass diese Bilder im Trailer allesamt authentisch sind und tatsächlich am Mond gedreht wurden, können Sie mir nun Beweise liefern, die mich eines Besseren belehren? Viel Spaß.

Was Sie schon immer über die 1930er Jahre wissen wollten … Teil 1

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„Falls Sie wissen möchten, worum es in einem Krieg ging, sehen Sie sich die Friedensbedingungen an“, schrieb Henry Noel Brailsford in seinem Buch ‚After the Peace‘, erschienen im Verlag Thomas Seltzer, New York 1922.

Wer sich auch immer als Mitteleuropäer mit den 1930er-Jahren beschäftigt, läuft Gefahr, von Sittenwächtern in die Ecke gestellt und ausgeschimpft zu werden. Fragen Sie mich nicht, warum das so ist. Scheinbar ist diese Wunde, die das Schicksal geschlagen hat, noch immer nicht verheilt. Wie dem auch sei, ich dachte mir, ich zitiere einen Absatz, der mir interessant scheint. Die Interpretation überlasse ich dem geneigten Leser, der geneigten Leserin.

Im Jahre 1935**) aber, in dem in Österreich nur mehr 89.000 Menschen geboren wurden, während 92.000 starben, verwandelte sich der Geburtenüberschuß in einen T o t e n ü b e r s c h u ß, was seit dem Weltkrieg noch in keinem Kulturstaat der Erde vorgekommen war. Von Österreichs Nachbarstaaten ist die gleichzeitige außerordentliche Entwicklung im Deutschen Reich am bemerkenswertesten, wo um 30% mehr Kinder geboren wurden als im Jahr 1933***).

**) Statistische Nachrichten, XIV. Jg., Nr. 3, Wien 1936
***) Wirtschaft und Statistik, XVI. Jg., Nr. 9, Berlin 1936

entnommen der Seite 36 in:

Bevölkerungs-Spiegel Österreichs
Lebenswichtige Ergebnisse der Volkszählung 1934
veranschaulicht von Oskar Gelinek
Carl Ueberreuters Verlag in Wien, IX., 1936 (2. Auflage)

Eine kleine Geschichte über einen verlorenen Personalausweis

PinterAn einem recht kalten Vormittag sitzen Sie ein wenig gelangweilt zu Hause und zappen im TV. Da tauchen Nachrichten über einen perfiden Terroranschlag, nicht unweit Ihrer Wohnung, auf. Gespannt verfolgen Sie die Ereignisse. Huh. Ein Massaker. Brutal. Blutig. Brachial. So etwas kennen Sie nur aus Filmen. Hollywood. Natürlich. Aber hier, die Nachrichtenkanäle überschlagen sich förmlich, ist es pure ungeschminkte und vor allem ungeschönte Realität. Bäche von Blut sollen fließen oder geflossen sein. Mit jedem Bild, mit jedem Interview, werden Sie mehr und mehr in die unglaubliche Story hineingezogen. Und die Frage aller Fragen, wer hinter dieser abscheulichen Tat steckt, ist noch nicht beantwortet. Erste Gerüchte tauchen auf, aber sie verlieren sich wieder. Sie blicken auf die Uhr. Es wird Zeit, sich fertig zu machen. Die (Teilzeit-)Arbeit ruft. Zu Mittag werden Sie in einem gehobenen Restaurant die Tische abräumen und für Sauberkeit sorgen. Der Job ist okay, sagen Sie. Immerhin, Sie haben einen Job. Anderen geht es nicht so gut.

Sie kommen gerade aus dem Badezimmer, als ihr Telefon läutet. Ihre gute Freundin X. ist am anderen Ende der Leitung und scheint verwirrt zu sein. Sie redet so schnell, dass Sie nur Wortfetzen heraushören können. Es scheint mit dem Anschlag zu tun zu haben. Und mit Ihnen. Zuerst können Sie nicht glauben, was Sie da hören. Und obwohl die Zeit drängt, machen Sie X. den Gefallen und gehen zum TV. Warten. Und tatsächlich, es dauert nicht lange, da zeigt man ein Foto von Ihnen. Sie sind es, der dieses Massaker veranstaltet haben soll. Es braucht eine Weile, bis Sie begreifen, was nicht zu begreifen ist. Wie kann man Sie nur dieser Tat bezichtigen?

X. erzählt Ihnen, dass die Behörden den Personalausweis des Täters im Fluchtauto gefunden hätten. Sie stolpern in die Garderobe und suchen Ihren Ausweis in der Brieftasche. Nichts. Mit Herzklopfen und Schweißperlen auf der Stirn wühlen Sie in Ihren Taschen, in den Laden und Kommoden. Nichts. X. rät Ihnen, sofort die Polizei anzurufen und diesen die Sache zu erklären. Ausweise, sagt sie, würden ja viele gestohlen werden. Und welcher Profi, ergänzt sie, würde seinen richtigen Ausweis bei solch einem Anschlag in der Tasche haben? Man weiß doch, dass diese Verbrecher nicht nur gestohlene Autos, sondern auch gestohlene Ausweise verwenden, nicht wahr? Und dieser Anschlag, fügt X. noch hinzu, wurde sicherlich von einem Profi begangen, das war kein Stümper, stimmt’s? Sie bejahen zitternd, beenden das Gespräch, wählen die Nummer der Polizei und versuchen dem Wachhabenden im Kommissariat den Sachverhalt darzulegen. Dieser beruhigt Sie und gibt Ihnen zu verstehen, dass alles in Ordnung sei und man eine Polizeistreife zu Ihnen schicken würde. Eine Formalität. Nichts weiter. Und die Sache mit der Presse – Ihr Bild ist ja immerhin in allen Nachrichten? Darum werde man sich sofort kümmern. Sie legen das Telefon weg und gehen angespannt und nervös im Kreis. Was werden die Kollegen sagen? Der Chef? Wird man Sie feuern, weil sich die Gäste im Restaurant vor Ihnen, einem vermeintlichen Verbrecher, fürchten könnten? Sie stellen sich zum Fenster und blicken auf die Straße. Minutenlang grübeln Sie darüber nach, wo Sie den Ausweis verloren haben könnten. Oder hatte man ihn gar gestohlen? Wurden Sie nicht vorgestern in der Metro unsanft angerempelt? Oder war es jemand im Restaurant? Ihre Brieftasche liegt ja dort für gewöhnlich im Spind. Da wäre es nicht schwierig, den Ausweis an sich zu nehmen. Aber warum sollte das jemand tun? Was hätte das für einen Sinn?

Endlich sehen Sie eine Polizeistreife in die Straße einbiegen. Aber nicht nur das, nein, eine ganze Wagenkolonne folgt diesem einen Auto. Busse und Spezialtransporter der Polizei halten vor ihrem Wohnhaus. Sie schlucken. Wozu dieser Aufwand? Aus den Bussen und Transportern steigen schwerbewaffnete Sonderkommandos. Man sieht, wie ein Offizier Anweisungen gibt. Die ganze Straße wird abgeriegelt. Scharfschützen verschwinden in den gegenüberliegenden Häusern. Sie greifen ein weiteres Mal zu Ihrem Mobiltelefon. Wollen das Missverständnis aufklären – dieses Aufgebot kann ja unmöglich für Sie bestimmt sein. Aber, merkwürdig, Sie haben keinen Empfang mehr. Sie schalten das Telefon aus, wieder ein. Nichts. Was nun? Sollen Sie das Fenster öffnen und der Polizei zu verstehen geben, dass Sie unbewaffnet und ungefährlich seien? Sie sehen die Scharfschützen, wie Sie sich auf den Dächern in Position gebracht haben. Sicherheitshalber gehen Sie vom Fenster weg und in den Vorraum. Sie öffnen die Eingangstür und überlegen, auf den Gang zu treten. Da ist es die Stimme des Ihnen so bekannten Nachrichtensprechers, die Sie aus den Überlegungen reißt. Man habe, so hören Sie aus dem TV, den bewaffneten Täter in einer Wohnhausanlage gestellt und ihn ausschalten können. Sie sind erleichtert. Hat man also den richtigen Verbrecher doch noch gefunden. Mit erhobenen Händen – man weiß ja nie – gehen Sie aus Ihrer Wohnung und bleiben beim Treppenabsatz stehen. Sie hören die schweren Schritte der Spezialeinheit im Stiegenhaus, sehen bereits die ersten Helme im unteren Stockwerk. Und dann, dann durchzuckt es Sie wie einen Blitz, diese endlose Dunkelheit.

Ein arabischer Frühling macht noch keinen Sommer

ein erster Entwurf

Gestern im Museum für Volkskunde Wien die Podiumsdiskussion* über den arabischen Frühling besucht und feststellen müssen, dass die renommierten Experten gefährlich an der Mainstream-Oberfläche schwimmen und beinahe fahrlässig mit Fakten und Wahrheiten umgehen. Dass der ausgewiesene Nahostexperte Lüders kein einziges Mal die Einflussnahme der USA und ihrer Verbündeten auf den arabischen Frühling erwähnt und noch mehr die NATO-Rebellion in Libyen befürwortet stimmt mich nachdenklich. Erst sein skeptischer Blick in Bezug auf die sich zuspitzende Lage gegenüber dem Iran und auf eine generelle Israelfreundliche Politik der Westmächte konnte mich wieder milder stimmen.

Alles in allem eine sehr enttäuschende Diskussion, die mir anzeigt, dass es immer wichtiger wird, die einen oder anderen Fakten einer interessierten Leserschaft näherzubringen – deshalb meine Anstrengung, dieses konspirative Buch so bald wie möglich zu veröffentlichen. Nur einen kleinen Ansatzpunkt, den man gemeinhin in den Mainstream-Medien in Bezug auf Libyen nicht erwähnt, will ich noch schnell anführen:

  • gemäß dem UN Arab Human Development Report 2005 (link) war der Fauenanteil in höheren Berufen in Libyen am höchsten in der arabischen Welt.  Libyen war das einzige arabische Land, das ein Protkoll zur UN Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women (CEDAW) unterzeichnete, das jedem Individuum garantiert, Klage beim United Nations Committee on the Elimination of Discrimination against Women einreichen zu dürfen. Dass sich der Lebensstandard in Libyen durchaus mit der westlichen Welt vergleichen ließe, ist vielleicht auch erwähnenswert. Es gäbe noch mehr zu sagen, aber für mich klingt es nicht nach einem islamisch fundamentalistischen Regime, das seine Bürger ausbeutete und knechtete. Trotzdem wurde aus humanitären Gründen Libyen in die Steinzeit zurückgebombt. Somit ist der Weg frei für religiöse Hardliner, die der USA wieder eine Militärbasis und Frankreich/England viel Öl zum Geschenk machen werden müssen. Immerhin gilt es jetzt, Libyen aufzubauen. Das kostet Geld. Viel Geld. Enjoy the ride.

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* Gudrun Harrer/ DER STANDARD moderiert eine Podiumsdiskussion mit Michael Lüders, Stephan Procházka (Arabist), Cengiz Günay (Politikwissenschafter) und Helmut Krieger (Soziologe).