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#fbm10: ein Rückblick – lang und breit, rauf und runter, querbeet

Kurz und bündig ein paar Stichworte und ein paar Zeilen zu meinem Buchmessebesuch 2010. Ich werde mich bemühen die leeren Stellen mit virtueller Druckerschwärze zu füllen, sollte ich Zeit und Muße finden. Aber für einen ersten Eindruck sollte es dann doch reichen, oder? Vorweg ein kleiner Twitter-Dialog, der sich am 4. Oktober ereignete. Wenn Sie den Witz verstehen, dann gehören Sie mit Sicherheit zur elitären Büchermenschenclique. Ready?

eichbornverlag: Übermorgen geht die Buchmesse los … kaum zu glauben, wenn man sich dieses Video anschaut: http://youtu.be/LZtAPh6B1KM #fbm10 #eichblog

dschun: messe-clip vom @eichbornverlag erinnert an blair witch project *harhar* 

eichbornverlag: Willst du im nächsten Clip die Messehexe spielen? 😉

dschun: Besser, ich wäre der Herr der Fliegen, oder? 😉

eichbornverlag: Be careful what you wish for …

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Einführung und Verführung in die #fbm10: Der Autor der Zeilen reist zum zweiten Mal als Fachbesucher nach Frankfurt. Was hat sich zum letzten Jahr für ihn verändert und hat sich die Reise bezahlt gemacht?

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Beigbeder und ich: darüber schrieb ich bereits einen laaangen Beitrag; Sensationelles darf sich der Leser hier nicht erwarten; einfach eine zufällige Begegnung mit dem Autor von „Ein französischer Roman“. Wer Details wissen möchte, bitte sehr: blogbeitrag

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eine zweimalige Erwähnung: beim Vortrag von @leanderwattig (Gründer von der Initiative Ich mach was mit Büchern) im Forum Zukunft des Deutschen Börsenvereins wurde ich zwei Mal mit Porträtfoto und Zitat erwähnt. Neben Frédéric Beigbeder und dem „Knaur“-Kuchen stellte dies wohl einen der Höhepunkte der Buchmesse dar. Nebenbei machte Ines von neobooks ein Foto, wie ich von der Leinwand strahle.  Dorothee Werner vom Börsenverein, mit der ich facebooktechnisch verbunden bin, nickte mir anerkennend zu (und reichte mir später ein Glas Wasser). Hier die Folien der Präsentation zum Thema „Flattr, Kachingle – Freiwilliges Bezahlen als Chance für den Buchmarkt“.

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Knaur-Jause und emons Kölsch: Patricia Keßler vom Droemer Knaur Verlag lud eine auserlesene Schar Twitteristi (@hedoniker, @mietgeist, @CarstenTergast, @leanderwattig) zu Kaffee und Kuchen und kleinen Snacks; zu verdanken habe ich die Einladung wohl nur dem guten Reinhard Fendrich, wenn man so will, der auch in Deutschland eine breite Fanbasis hat, wie ich erfahren durfte. Mit Ines und Sarah und Andreas von neobooks, dem neuen Imprint von Knaur,  konnte ich mich nett unterhalten. Als Ines am Freitag vor ihrem Vortrag mit ihrer Stimme kämpfte,  reichte ich ihr zwei Halspastillen, die ich noch in der Sakkotasche hatte. So macht man sich jedenfalls mal nicht unbeliebt. Dass ich am Ende kein Kölsch bekam, hat nichts mit dem emons-Verlag und der reizenden Britta zu tun, sondern mit Monsieur B. am Piper-Stand. Die neue Buchumschlag-Gestaltung des emons-Verlag kann sich jedenfalls sehen lassen.

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ein Krimi in Ehren: Autorenkollege Guido M. Breuer (weder verwandt, noch verschwägert) stellte mir seinen Verlag vor: KBV in Hillersheim in der Eifel; der kleine, aber feine Krimiverlag machte einen sympathischen Eindruck; wir pitchten unser „Wien-meets-Eifel“-Krimiprojekt. Wohlwollendes Nicken vom Geschäftsführer Ralf Kamp. Wir vereinbarten, Exposé und Probekapitel abzuliefern. Ich tauschte später mit Ralf Bücher. Ich bekam von ihm sein neues Buch „Voll ins Schwarze“, er von mir „Schwarzkopf“. Hätte ich nur wenige Stunden vorher meine Aufwartung gemacht, ich hätte vielleicht vom Verleger-Paar eine Eintrittskarte zur angesagten Knaur-Verlagsparty bekommen können.

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Hot Spotting Clique: für wenige Stunden durfte ich mich zugehörig und akzeptiert fühlen, als ich mit einer illustre Gruppe nach dem Hot Spotting Treffen, gut gelaunt, essen ging (Nr. 85 kann ich empfehlen – leider weiß ich den Namen des Lokals nicht mehr); so saßen wir – christina, wibke, leander und andreas – zusammen, aßen, plauderten und lachten und verfolgten so nebenbei, wie Klose das erste Tor gegen die Türkei machte; später marschierten wir zur Party der jungen Verlage (aber irgendwie war da keine Party, sondern nur eine studentische Zusammenrottung). Ich schätze, ich habe den Altersschnitt erheblich erhöht.

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Prinzessin Wibke: die liebe Social Media- und Kommunikations-Expertin Wibke Ladwig wurde zur Miss Bookfair gekürt und erhielt auch ein güldenes Krönchen, das gut zu ihren dunklen Haaren passte; zuvor saßen wir mit Bier und Apfelschorle auf den Stufen, vor der Halle 4, und sprachen über dies und das; ich signierte ein Exemplar Brouillé für sie und freute mich, dass sie sich freute; wer kann schon sagen, eine frisch gekürte Prinzessin unter seinen Lesern zu haben? [am Foto habe ich die gute Wibke mit „ie“ geschrieben … äh, ja, ist mir natürlich peinlich]

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Ex-Suhrkamp I: zu meiner Verteidigung darf ich sagen, dass mich Christina zu erst angesprochen hatte; sie drehte ihren Kopf zu mir und meinte, dass wir uns kennen; es brauchte wohl seine Zeit, bis mir klar wurde, wer hier vor mir stand; ehrlich, ich hätte mir nicht gedacht, dass sie sich mir gegenüber zu erkennen geben würde; meine lakonische Rückmeldung „Ich hatte eine andere Vorstellung von dir“ quittierte sie mit einem fragenden Blick, auf den ich keine Antwort wusste. Weil es gar nicht so sehr ihr (kesses) Äußeres betraf (das Porträt auf fb stimmte mit der Realität überein), sondern eben die Tatsache, dass sie sich mit mir abgab. Ein wenig erinnerte die Situation an eine schlechte High School Komödie, wo ich den dumpfbackigen Loser mimte und die gute Christina das coole Mädel. Und hätte ich nicht die letzte U-Bahn nehmen müssen, vielleicht hätte sie mich dann noch auf die DuMont-Party mitgenommen. Aber, okay, da gehen jetzt meine Wiener Pferde mit mir durch. Wieher.

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Ex-Suhrkamp II: Stefan läuft mich förmlich auf der Rolltreppe über den Haufen; freundliche Begrüßung. Als ich ihm sagte, dass ich auf dem Weg zur Knaur-Jause sei, dürfte es meiner (verlegerischen) Reputation sicherlich nicht abträglich gewesen sein; am nächsten Tag konnte ich ihn überzeugen, sich fotografieren zu lassen („book faces“); sein Lieblingswort hat er mir aber nicht verraten; mal schauen, ob er für seine Literatur-Agentur einen neuen Schätzing oder alten Thilo findet; ich würd’s ihm vergönnen. Immerhin schenkte er mir ja letztes Jahr ein paar Suhrkamp-Krimis (die mein geordnetes Verlags-Weltbild ziemlich auf den Kopf stellten).

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Erfreuliches I: @hedoniker schrieb mir kurz vor der Buchmesse, dass er Brouillé gelesen habe; wie er das Buch fand, verschwieg er und ich fragte auch nicht nach; bei der Knaur-Jause vermied ich es, ihn auf Brouillé anzusprechen, weil es ja ein Waterloo gewesen wäre, zu hören, dass es ihm vielleicht nicht gefallen hätte usw.; erst am nächsten Tag, beim Twittagessenflashmob, da rückte er mit der Wahrheit heraus, will heißen, er nickte und meinte, dass ihm das Buch gefallen habe! Ei, das hört man gern, ist er doch Gründer der XING-Gruppe „Bücher, Bücher, Bücher“. Jetzt warte ich auf die Buchbesprechung und die Telefonanrufe von Lizenz-Agenturen („Oui, isch bin interessiert an Ihre Büch über die Französische Revolution, non?“).

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Erfreuliches II: als ich mit christina, wibke, leander und andreas bei Tisch saß und meine Nr. 85 genüsslich mit Stäbchen verspeiste, kamen zwei jungen Mädels an den Tisch und sprachen mich an. Fragend sah ich zu ihnen, fragend sahen sie zu mir. Eine Verwechslung! Sie entschuldigten sich peinlich berührt. Interessanterweise kannte die gute Wibke die beiden, die keine Schülerinnen oder Studentinnen waren, sondern bereits einen Job in Verlagen inne hatten. Das war schon eine lustige Sache. Autogramm von mir wollten die zwei aber keines (vermutlich zu schüchtern), trotzdem gab ich ihnen einen Flyer mit auf den Weg. Wer weiß, in ein paar Jahren könnten sie zu meinem Zielpublikum werden. Noch dazu pries Wibke Brouillé lautstark an. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen: ich habe es geschafft. Wenigstens an diesem lauen Freitag Abend in Frankfurt.

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Erfreuliches III: Autorenkollegin @heikekoschyk (Club der 99) ist hübsch und charmant wie eh und je; beim Twittagessen am Donnerstag ließ ich es mir nicht nehmen, sie zur „Essensausgabe“ zu begleiten (Selbstbedienung) und ein wenig zu plaudern; leider war kein Fotograf zugegen. // Immer wieder eine große Freude, meinen Autorenkollegen @carstentergast (Club der 99) zu treffen und mit ihm zu scherzen – wer sagt, dass die Norddeutschen keinen Humor hätten? Wir haben uns eine kurze Messe-Auszeit gegönnt, Kaffee getrunken und über Gott und die Bücherwelt geplaudert; schön war das! //

@krimimimi33 (Club der 99) wiederum fiel mir um den Hals – wer sagt, dass die Hessen ein biederes Völkchen seien? Dass ich kurz vergessen hatte, dass sie einen kindle besaß, stieß ihr kurz säuerlich auf – weil ich ja einen Blog-Beitrag über ihre Erfahrungen machte; naja, man ist halt auch nicht mehr der Jüngste und im Kopf schwirren einem tausend Dinge herum. Übrigens lässt sie ihren (weißen) kindle auf der Rückseite von (berühmten) Autoren signieren! // @peterhellinger – Verleger mit schmalem Budget und trotzdem im Club der 99 – erkannte mich auf Anhieb und beweist, dass meine Fotos auf der Webseite noch nicht photogeshopt sind; wenn alles klappt, besucht er mich auf der Wiener Buchmesse im November. //@Marcel_Koch von lovelybooks sprach mich beim Hotspotting an und fragte, wie es denn um die „Madeleine“-Sache stünde und meinte später, dass er vielleicht einmal darüber berichten wird. //@aviess, der unter anderem das Buchcamp 2010 mitorganisierte und jenes für 2011 mitplant, war sichtlich verblüfft, als ich sagte, dass wir eine gemeinsame gute Bekannte hätten, nämlich M.D. aus A.; sollte es mir möglich sein, würde ich natürlich das Buchcamp besuchen. // Und @donbrandy (sein Name ist Programm) kam tatsächlich als Harley-Rocker im schweren Lederoutfit zur Buchmesse. Beim Twittagessenflashmob erzählte er mir, dass er aus einer Antiquariats-Familie stamme, die wisse, worauf es im Geschäft ankomme: nämlich seriös zu sein und kein falsches Spiel mit (unwissenden) Kunden treiben; dass er „Mister Bookfair“ wurde, lag irgendwie auf der Hand, gegen sein Rocker-Image konnte kein anderer punkten; und sollte ich mal Lizenz-Verhandlungen führen, dann werde ich mir erlauben, ihn als meinen Agenten vorzustellen; ich schätze, beim Feilschen kann er ein paar Prozentpunkte herausschlagen. Ja, ja. Zum Glück konnte ich ihn dazu bewegen, sich für book faces fotografieren zu lassen. Das Foto muss wirklich klasse sein. // @doncish, die gute Seele im Erik-Projekt, die mir mit detaillierten Rückmeldungen das Überarbeiten erleichtert, sie überraschte mich mit wahrer Größe. Ihr Freund und Fotograf @hel9000 war noch ein Stück größer als sie! Seine Fotos sind schon extraklasse. Vielleicht zieren sie ja mal ein Buchcover. Oder ich sage ihm, was ich will und der macht dann das Shooting. Who knows? Hier seine Seite.

twittagessen #fbm10
twittagessen #fbm10 – foto von demipress

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Idee I: flattr oder kachingle, das muss ich jetzt mal für mich ausprobieren. Nach dem Vortrag von Leander Wattig will ich wissen, was in der „Spender-Szene“ so abgeht und wie ich meine Credits verteile und ob ich überhaupt wahrgenommen werde. Das Wichtigste in der Web2.0-SocialMedia-Melange: mitmachen, ausprobieren, tun!
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Idee II: ich werde mich bemühen, für ein zukünftiges Buchprojekt zu einem Wiener Beigbeder-Stil zu finden; das kann dauern, ist aber im Hinterkopf; eventuell ein zeitgemäßes Buch über die (in sich abgeschlossene) Verlagsszene und wie es einem ergeht, wenn man kein Visum hat und draußen bleiben muss („Wilmaaaa!“).

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wenn schon DKZ, dann richtig: die sympathisch junge Sandra Vogel und ihr @piepmatz_verlag sind ein wunderbares Gespann; sie bietet unter anderem gegen Bezahlung die Veröffentlichung eines Buches an; Druck-Kosten-Zuschuss-Verlag hört sich für viele nach Abzocke an, aber nachdem ich mit ihr eingehend geplaudert habe, kann ich nur sagen: wenn jemand es tun möchte, dann mit ihr. Warum? Weil in ihrem Preismodell neben dem Druck auch Marketingmaßnahmen (Flyer, Plakate, Lesungen usw. …), Lektorat, aber auch professionelles Layout und Covergestaltung inkludiert sind (sie verdient ihr Brot mit Grafik-Arbeiten). Niemand sollte sich aber deshalb erwarten, tausende Bücher verkaufen zu können (das schaffen nicht mal kleinere oder mittlere Verlage), aber am Ende des Tages sollte der Autor ein hübsch professionell gemachtes Buch in der Hand halten, das noch seine Kinder und Kindeskinder erfreuen wird (oder wenigstens werden sie sich nicht genieren müssen, jedenfalls nicht für die Aufmachung: „Cool. Opa postet im PBook, wie er Sex mit Oma hatte. Abgefahren!“). Hier die Webseite.

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Fettnäpfchen: dass ich @heikeschmidt vom UTB-Verlag beim Twittagessen nicht zuordnen konnte, war mir sehr peinlich – da sie mich mit Namen ansprach (oder hatte sie einen Souffleur?) Carsten und DonBrandy @hedoniker  (wie er mir gerade versicherte) lachten sich jedenfalls einen Wolf, wie ich peinlich berührt um Worte rang. Tja. Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass ich die gute Heike erst wenige Tage vor der Buchmesse virtuell kennen lernte. Am Freitag Abend, kurz vor Messe-Schluss, bin ich ihr dann noch schnell hinterher gelaufen und habe mich artig von ihr verabschiedet.  Wirkt das jetzt mildernd?

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Enttäuschungen: es wäre schon eine feine Sache gewesen, so eine „Ausflugsfahrt“ zur #fbm10 mit jungen Verlagsmenschen aus Österreich. Leider gab es für die günstige Busreise keine Interessenten, weshalb ich dann doch kurzfristig die Österreichischen Bundesbahnen um ein Ticket bemühen musste. Und hätte ich mich nicht beim Datum geirrt und somit doppelt buchen müssen, die Reise wäre mir gar nicht mal so teuer gekommen. Dass ich mich bei den jungen Verlagsmenschen auch als Reporter andienen wollte, sei kurz erwähnt. Aber mein „Stellengesuch“ wurde  ignoriert. Na, vielleicht hab ich dann doch schon zu viele graue Haare, um noch als jung zu gelten. Das nächste Mal werde ich mich wohl einer Verjüngungskur unterziehen müssen („Wie alt simma denn, Bürscherl?“).

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Teresa aus Shanghai: schon einmal von einer chinesischen Literatur-Community gehört? Ja, die gibt es. Und sie weist eine beachtliche Mitgliederzahl auf. Nebenbei wurde ein interessantes Geschäftsmodell umgesetzt, das Gewinn abwirft. Ich habe mit Teresa ausgiebig geplaudert. Ein wenig beschämt, dass ihr Englisch fließender war als meines. Trotzdem verstanden wir uns auf Anhieb. Dass sie ihre Hausaufgaben machte, merkte man. Immerhin wusste sie von Bookrix. Dafür konnte ich sie mit neobooks überraschen. Interessiert lauschte sie meinen Erklärungen. Dass die chinesische Community noch in diesem Monat einen eReader auf den Markt bringt, sei noch rasch erwähnt. Ich werde darüber ausführlicher berichten. Teresa ist ganz erpicht darauf, zu erfahren, was ich über ihre Community denn so schreibe. Als ich ihr sagte, dass ich nur in deutsch blogge, meinte sie, das sei kein Problem, sie werde schon jemanden finden, der es ihr übersetzt. Ja, das glaube ich ihr gleich. Warum? Weil diese Literatur-Community einem chinesischen Konzern gehört, der unter anderem im Wettgeschäft tätig ist. Ich schätze, da spielt Geld keine all zu große Rolle. Und wer weiß, vielleicht steigen auch mal die europäischen Wettanbieter ins Literaturgeschäft ein. Ich würde mich freuen. Why? Frischer Wind, you know!

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#fbm10 und ein erster Blick von Wien nach Frankfurt

update (in eigener Sache): ich packe ein Exemplar „Schwarzkopf“ und „Brouillé“ in den Koffer. Wer also wissen will, wie die Bücher des Herrn Eigenverleger so gemacht sind, voilà, einfach bei mir anklopfen. Und meine ungarische Druckerei Prime Rate ist am Mittwoch vor Ort – falls jemand Kontakt zu ihnen herstellen möchte. Ich kann die Druckerei jedenfalls nur wärmstens empfehlen. Ja, ja.

Vor einem Jahr war ich das erste Mal auf der Frankfurter Buchmesse (hier der Artikel, den ich auch auf freitag.de postete und der immerhin die Aufmerksamkeit eines gewissen Jakob Augstein erregte). Damals wie heute eine spontane Entscheidung. Freilich, ohne der guten AS., die mir eine hübsche Unterkunft im Taunus gewährt(e), würde ich mir diese teure Strapaze nicht auf mich nehmen. Andererseits, wer in der Verlagsbranche ein wenig auf sich hält, ist von Mittwoch bis Freitag wenigstens einen Tag vor Ort. Am Wochenende strömt dann bekanntlich der lesehunrige Publikumspöbel durch die Hallen. Meiner Seel, für eine zart besaitete kreative Seele sind die Massen und das Gedränge ein Graus. Nein, nein, am Wochenende verlässt man das überquellende Schiff (so man es kann).

Letztes Jahr hatte ich keinen sonderlichen Plan. Wer noch nie mit eigenen Augen (und eigenen Beinen) das Messegelände erkundet hat, der weiß nicht, von welchen  überborderden Ausmaßen hier die Rede ist. Ja, die Buchmesse in Frankfurt kann einen schon erschlagen. Da ist Leipzig klarer strukturiert und übersichtlicher – aber sie ist auch keine Fachbesuchermesse, sondern eine Publikumsmesse. Frankfurt zuckt da nur mit der Schulter: take it or leave it, wird einem da ständig unter die Nase gerieben; jedenfalls, letztes Jahr, ich war ein Verlorener und irrte kopflos in den Hallen und am Gelände herum – fand ich schließlich Zuflucht in Halle 4.0 – ja, dort fühlte ich mich zu Hause. Warum? Weil sich hier alles um die Dienstleistungen für Verlage und Buchhandel drehte. Ich sprach mit Druckereien, mit Veredelern und wurde nicht nur ernst genommen, sondern hie und da auf ein Gläschen oder einen Kaffee eingeladen. Immerhin war ich damals auf der Suche nach einer Druckerei – und hätte ich das nötige Kleingeld, ich würde Bücher machen, die man so noch nicht gesehen hat. Prinzipiell ist alles machbar (Geruchslack? Yep!), wenn man es bezahlen kann. Ach, Halle 4.0 war ein wenig wie das verlegerische Schlaraffenland. Und dass sich hier nicht die Massen tummelten freute mich auch sehr. Hier konnte man wieder atmen, zur Ruhe kommen. Die Uhren tickten hier anders, im Gegensatz zu den Hallen mit den renommierten Verlagen, wo ein dichtes Gedränge herrschte.

Letztes Jahr also zwei Tage gebraucht, um mich aus einer schieren Fassungslosigkeit zu lösen. Der Freitag – letzter Tag für mich – war dann schon eine angenehme Angelegenheit. So, als wäre ich ein alter Fuchs, der weiß, wie und wo der Hase läuft. Ja, so schnell kann es gehen. Vor einem Jahr begann ich eigentlich der Frankfurter Buchmesse wegen ernsthaft zu twittern. Erst dadurch lernte ich den einen oder anderen aus der germanischen Verlagsbranche kennen. Und das Twittagessen förderte nicht nur den Austausch, sondern auch das Kennenlernen. Dieses Jahr werde ich wieder an beiden Twittagessen teilnehmen und es tut gut, zu wissen, dass man viele schon persönlich kennt. So macht eine Buchmesse Freude. Ja, man fühlt sich einer großen Familie zugehörig. Wenigstens für ein paar Tage im Jahr.

Übrigens, am Donnerstag, von 12.00 bis 13.00 hält Leander Wattig im Forum Zukunft  [4.0 D 1352] einen Vortrag „Flattr, Kachingle & Co“, in dem ich (scheinbar) auch Erwähnung finden werde. Nein, ich weiß nicht, was er über mich sagen wird, aber ich klopf mir trotzdem mal auf die Schulter. Und wenn ich damit fertig bin, gebe ich Autogramme. Ist das jetzt abgehoben? Hey, wir sind auf der Frankfurter Buchmesse, Baby! Take it or leave it!

P.S.: am trifft sich übrigens am Freitag, ab 17:30 beim Hotspotting in der Halle 4.2 P451 – Social Media goes Frankfurt, sozusagen. Wer mich also in einer ungezwungenen Atmosphäre treffen möchte *hicks*, ist dort goldrichtig!

P.S.S: ich würde ja gerne zeitnah von der Messe berichten, aber WLAN gibt’s dort nur für die Aussteller und wenn ich keinen becircen kann, mich hie und da ins WLAN zu lassen („Bitte, Bitte …“), wird es wohl meine Eindrücke erst nach der Messe geben.

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