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Das Credo der Französischen Revolution von 1789: „All Lives Matter“

Heute, vor 231 Jahren, wurde vom Pariser Volk bekanntlich die Bastille gestürmt. Wobei, zu Erstürmen war da eigentlich nichts, die dicken Mauern, von einem tiefen Graben geschützt, hätten von den wenigen im Inneren stationierten Invaliden und Schweizern gut verteidigt werden können, so man es denn vor gehabt hätte. Aber der alte Gouverneur, ängstlich bemüht kein Blutbad anzurichten, versuchte, mit den Angreifern zu verhandeln. Doch diese wollten von einer Kapitulation, das heißt, freies Geleit der Besatzung, nichts wissen. Der Mob hatte Blut geleckt und wollte Blut sehen. So kam es, dass der alte Gouverneur die Zugbrücke herunterließ und auf Gnade hoffte, die ihm freilich nicht gewährt wurde. Die wütende Menge schnitt ihm auf den Stufen zum Rathaus die Kehle durch und pflanzte seinen Kopf auf eine Pike.

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Nur ein Versuch, den gegenwärtigen Wahnsinn zu entschlüsseln #theorie #ShipOfFools

Fragen Sie sich auch manchmal, was da gerade vor sich geht, in der Welt? In den Einbahnstraßen-Medien finden wir keine Antwort. Wir werden mit einem süffisanten Schulterzucken abgespeist: „Es gibt hier nichts zu verstehen, gehen Sie zum nächsten Event weiter!“ Aber was, wenn es Zusammenhänge gibt, wenn es Gruppierungen gibt, die Möglichkeiten haben, Krisen medial und politisch in Szene zu setzen, sie auszuschlachten, um eine Agenda, ein Ziel zu verfolgen?

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Das Einläuten der letzten Runde der Tiret-Saga: Penly

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Im Wonnemonat Mai wird nun der vierte und letzte Band der Tiret-Saga PENLY: Fragment eines Blutbades am Vorabend der Revolution erscheinen. Wie im Untertitel bereits angedeutet, geht es auf den etwa 350 Seiten recht blutig zur Sache, was aber nicht heißen soll, dass der feine Humor, neben dem Rätselhaften, zu kurz kommt. Der Leser darf sich in jedem Fall auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und einen würdigen Abschluss der Saga freuen, die 2008 ihren Anfang nahm.

Vorbestellungen für die Kleinauflage im Taschenbuchformat werden natürlich gerne entgegen genommen, schließlich muss ja die Butter irgendwie auf das vertrocknete Brot kommen, nicht wahr? Für meine treue Leserschaft werde ich sicherlich das eine oder andere verlockende Angebot mit anderen Titeln schnüren, beispielsweise hat sich die autobiographische Fiktion Der Fetisch des Erik van der Rohe (link) leider noch nicht so herumgesprochen, wie ich es mir gerne erwartet hätte. Das wird sich hoffentlich bald ändern, weil es kaum Vergleichbares im literarischen Kommerzbetrieb gibt.

In diesem Sinne.

 

Als der Himmel voller Bücher hing

Gestern, vor 8 Jahren, ist die Buchpräsentation zu Die Liebesnacht des Dichters Tiret im Wiener MQ über die Bühne gegangen. Der kleine Filmclip lässt das Geschehen Revue passieren. Damals war ich noch recht naiv in den verlegerischen Schlagabtausch gegangen; ja, ich dachte, es gäbe  Chancengleichheit, weil, heißt es nicht, der freie Markt ist für alle da? Aber je mehr ich in das kapitalistische Drumherum drang, desto klarer wurde mir die Aussichtslosigkeit all der ambitionierten Davids, die sich gegen die marktmächtigen Goliaths zu stemmen versuchen. Talente, Gaben und Tugenden sind keine umsatzsteigernden Eigenschaften. Auch der junge Goethe musste das zu Beginn seiner Karriere feststellen, als er auf einen Berg selbst publizierter Götz-Bücher saß und seinen Freunden Brandbriefe schrieb: „Hört, wenn ihr mir wollet Exemplare von Götz verkaufen, ihr tätet mir einen Gefallen.“ [Siehe Seite 176]

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Oui, der Kreis schließt sich in Penly.

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Die letzte Woche habe ich mich mit aller Ernsthaftigkeit an die Überarbeitung von Band IV der revolutionären Tiret-Saga PENLY: Fragment eines Blutbades gemacht. Etwa zur Hälfte  vorgedrungen, musste ich überrascht feststellen, dass sich darin amüsante Bonmots finden, an die ich mich gar nicht mehr erinnern konnte. Freilich, der eine oder andere unglückliche Fauxpas ist aus dem Nebel der Wörter aufgetaucht. Aber dafür sind Überarbeitungen schließlich gemacht. Wie dem auch sei, es geht ganz gut voran. Die nächsten Kapiteln werden mich dann doch mehr in Anspruch nehmen, versuche ich doch tatsächlich einen blutigen Konflikt mittels eines literarischen „Split-Screens“ umzusetzen. Ich hoffe, es funktioniert. Der Leser, so die Idee, sollte in die Lage versetzt werden, die verschiedenen Blickwinkel eines Gefechtes einzunehmen um so besser zu verstehen, was da „verdammt noch mal“ vor sich geht bzw. gegangen ist. Das klingt jetzt alles vielleicht ein wenig holprig, aber wenn man es liest, versteht man sofort, worum es mir geht. Nicht von ungefähr zitiere ich hier Eingangs einen gewissen Sam Peckinpah, Enfant terrible Hollywoods, der mit dem Spätwestern The Wild Bunch imdb das „Todesballett“ in aller Ausführlichkeit zelebrierte. Im Jahr 1969 war das freilich äußerst kontrovers. Heutzutage lockt es freilich kaum noch einen Pazifisten hinter seinem Webforum hervor. Auf mich haben die Peckinpah-Filme jedenfalls einen starken Eindruck hinterlassen. So experimentierte ich bereits in meiner Jugend und ersten literarischen Blütezeit mit – unzulänglichen – Mitteln, das Gesehene in Wort und Schrift zu fassen. Ich bemerkte bereits damals, dass es nicht gerade einfach ist, eine bildhafte Action auf eine oder mehrere Papierseiten zu pressen. Viele, viele Jahre später, als ich an Tiret arbeitete, sagte ich mir dann, dass es gar nicht möglich sei, eine gute Action zu schreiben. Mit Penly hingegen hoffe ich, mich Lügen zu strafen. Sie sehen, ich bin der Wahrheit verpflichtet. Sort of.