Schlagwort-Archive: information

Psst! Ich will dir nur etwas verkaufen.

ro2069b_kaffee2
Können Sie Rotkäppchen sehen?

Sie werden es wohl schon bemerkt haben, dass sich das Web immer mehr von einer Präsentations- zu einer Verkaufsplattform verwandelt hat. Als ich 2006 mein erstes Buch in einer Privatauflage veröffentlichte und eine Party schmiss, war Social Media kein Thema. Es reichte, E-Mails zu verschicken, um die Leute neugierig zu machen. Ja, damals klickten die Damen und Herren tatsächlich noch in eine Nachricht, überflogen den Inhalt und bildeten sich eine Meinung. Heute ist das nicht mehr möglich. Die digitale Quelle sprudelt reichlich und lässt einen beinahe in der Informations-, Newsletter-, Spam- und Werbeflut ertrinken. Wir dürfen bei alledem nicht vergessen, dass unser Gehirn jede Nachricht abarbeiten muss. Dummerweise verbraucht Gehirnleistung dermaßen viel Strom, dass unser „Betriebssystem“ bemüht ist, Tätigkeiten ins Unbewusste auszulagern oder gleich gänzlich abzustellen. Deshalb klicken wir viele E-Mails und Postings ungelesen weg. Der Betreff reicht aus, um zu verstehen, dass hier wieder jemand unsere Zeit oder unser Geld oder beides möchte. Die wirklich persönlichen Nachrichten, sie werden seltener und seltener.

Psst! Ich will dir nur etwas verkaufen. weiterlesen

Europa auf Crashkurs oder Ein Dokumentarfilm des Ministeriums der Wahrheit

1984_Diktatur

V. machte mich auf den Dokumentarfilm Europa auf Crashkurs (The Great European Disaster link) aufmerksam, der Sonntagnacht im ORF ausgestrahlt wurde. In der ORF-TV-Mediathek (link) habe ich mir den Film angesehen. Erschütternd. Wirklich. Weil die Beweihräucherung der Europäischen Union ohne Skrupel vorgetragen wurde. In den 193oern nannte man solch eine Medienarbeit wahrheitsgemäß Propaganda, heutzutage Public Relations. Dass solche Image-Kampagnen mit öffentlichen Geldern bestritten werden, ist eine bodenlose Unverschämtheit, meinen Sie nicht auch?

Es ist lange her, die Volksabstimmung im Juni 1994 über den Beitritt Österreichs zur EU. Ich habe mein Kreuzerl an der richtigen Stelle gemacht. Jedenfalls glaubte ich es damals. Heute – ich weiß, was ich weiß – bin ich mir nicht mehr so sicher. Meine damaligen Beweggründe, Österreich in der EU aufgenommen zu wissen, waren simpel und einleuchtend. Ich hatte nämlich die Hoffnung, dass die Europäische Union dem politischen Proporz in Österreich ein Ende bereiten würde. Zwanzig Jahre später sieht es so aus, als hätte ich (und viele andere) versucht, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Ja, jetzt haben wir nicht nur den Wiener Salat, sondern auch die Brüsseler Bredrouille.

Ehrlich gesagt, die Zukunft sieht nicht rosig aus. Egal, wie man die Sache auch dreht und wendet, der Karren steckt im Schlamm. Politisch betrachtet, zielen die hohen Herren in Brüssel darauf ab, noch mehr Macht an sich zu reißen. Das ist nun mal so. Ein Mächtiger, der Macht freiwillig abgeben würde, ist, nun ja, nicht mehr mächtig und wird – früher oder später – von einem Mächtigeren ersetzt. Kurz und gut: Die Europäische Union steuert langfristig auf eine Diktatur zu, die sich vielleicht demokratisch nennt, aber elitär handelt. Wirtschaftlich betrachtet ist Europa Teil eines globalen Wirtschaftssystems. Wenn es nach den Plänen der hohen Herren in Washington und London geht, wird es alsbald nur noch eine (westliche) Währung, eine (westliche) Über-Zentralbank geben, die alle Belange des Geld- und Finanzwesens und damit die Wirtschaft selbst „steuert“. Kurz und gut: Eine (westliche) Weltwährung steht ante portas. Militärisch betrachtet ist Europa ein Vasall Washingtons (und Deutschland noch immer besetzt). Die NATO entwickelt sich zu einer Söldnertruppe, die überall dort eingesetzt wird, wo das Machtgefüge des Establishments in Frage gestellt wird und wo Forderungen, seien sie politisch, seien sie finanziell, nicht erfüllt werden. Kurz und gut: Eine NATO-Eingreiftruppe wird auch in Ihrer Heimatstadt für „Ruhe und Ordnung“ sorgen.

Conclusio: George Orwells 1984 ist aus heutiger Sicht keine dystopische Novelle, sondern vielmehr ein Tatsachenroman. Lesen Sie das Buch, dann wissen Sie alles, was man wissen muss. Und seien Sie auf der Hut! Das Ministerium der Wahrheit hat Ihre Zeitung und Ihren TV-Sender fest im Griff. Hier eine Kurzkritik der Doku in der britischen Tageszeitung The Telegraph.

Bitte treten Sie näher, hier gibt es nichts zu sehen.

dschunibert_kosten_2014

In wenigen Tagen werden meine Bücher von der Druckerei geliefert. Das heißt, ich habe für Con$piracy ein „Werbetrommel“-Fenster von etwa 10 Tagen. Danach ist die „Neuigkeit“ ne alte Sache, die niemanden mehr hinter dem Ofen hervorholt. Das ist die Crux in der heutigen schnelllebigen Zeit. Self Publisher und Indie-Autoren, die um Aufmerksamkeit buhlen, haben sich den Markt-Gegebenheiten anzupassen. Dance to the music or else …, wenn man so will. Um ehrlich zu sein: mich nervt diese Werbetrommlerei, ja, ich würde mich am liebsten zurücklehnen und die Mundpropaganda für mich arbeiten lassen. Tja. Das hat wohl noch nie funktioniert (auch wenn man immer wieder hört, dass es Fälle gegeben haben soll). Der gewöhnliche Bürger, der heutzutage einer unmenschlichen Informationsflut ausgesetzt ist, kann gar nicht anders, als der Meute zu folgen, die wiederum nach der Pfeife des Mainstream-Apparats tanzt, der wiederum nach der Pfeife des Establishments tanzt.

Wie dem auch sei, ich wollte mit diesen Zeilen nur zum Ausdruck bringen, dass ich mir nun, wenigstens für die nächsten Tage, die Werbetrommel umgeschnallt habe. Sollte Sie die Lautstärke der Rührerei nerven, dann behalten Sie im Hinterkopf, dass die ganze Sache einem „guten Zweck“ dient, schließlich will ich Licht ins Dunkle bringen. Habe ich die Bücher unterm Dach und im Fach liegen, dann werde ich mir sicherlich getrauen, das eine oder andere (politische) Ereignis zu kommentieren. Aber es wird ein steiniger Weg, dem gewöhnlichen Bürger die Scheuklappen zu nehmen. Ein sehr steiniger.

Apropos. Haben Sie sich schon ein Exemplar gesichert? *trommelt*