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Über das freie Reden: erster Versuch eines Vlogs

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Gestern mit dem neuen Headset kurzerhand ein dreiminütiges Video eingesprochen. Es ist somit mein erster Vlog/Video-Blog. Die Idee, über ein bestimmtes Thema frei zu reden, musste ich nach den ersten Versuchen wieder fallen lassen. Zu oft fährt man einen angefangenen Satz gegen die Wand, zu oft will einem nicht der nächste Satz einfallen. Natürlich könnte man editieren, könnte man die besten Teile zusammenfügen. Aber das ist dann doch ein zu großer Aufwand für eine bescheidene Wirkung. Deshalb habe ich schnell den Text aufgeschrieben und während der Aufnahme abgelesen. Da die großen Politiker ihre Reden auch nur vom Teleprompter ablesen, dachte ich, ich muss mich dafür nicht schämen, auch wenn die Rhetorik bereits bei den alten Griechen hoch im Kurs stand.

Vermutlich ist das freie Reden über ein bestimmtes Thema ein Talent, das nur wenige besitzen. Mein Favorit diesbezüglich ist Nikolas Lloyd, ein Brite, der vor seiner Kamera über Gott und die Welt fabuliert, ohne dass er sich vorab Notizen gemacht oder das Gesagte auswendig gelernt hätte. Beeindruckend.

Morris, ein Brite, der sein Leben in Südostasien zubringt, geht noch einen Schritt weiter und zeichnet oftmals seine Gespräche (Monologe) während einer Motorroller-Ausflugsfahrt auf. Hin und wieder geht er mit seiner Smartphone-Kamera auf Märkte, um zu zeigen, wie das Leben auf der anderen Seite der Welt aussieht. Alles in allem sind auch seine Vlogs äußerst beeindruckend.

Natürlich ist das freie Reden eine Sache der Erfahrung. Mit der Zeit lernt man auch, die Nervosität abzulegen. Wer es nicht gewohnt ist, in eine Kamera zu gucken und in ein Mikrofon zu sprechen, kann sehr schnell weiche Knie bekommen. Vor allem, wenn man Probleme hat, seine Fehler in die Öffentlichkeit zu tragen. Perfektionisten und solche, die es sein wollen, werden wohl die Finger von Vlogs lassen müssen. Auf der anderen Seite ist es eine gute Therapie, sich nicht immer perfekt in Szene setzen zu müssen und einfach auch mal Fehler oder unschöne Seiten zuzulassen. Yep.

 

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Das vergangene literarische Schaffen des Herrn B.

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Nur nicht stehen bleiben!

Dreizehnundein Jahr ist es nun her. Damals küsste mich die Muse und beschenkte mich mit der Idee eines Entwicklungsromanes, der im Wiener Fin de Siècle die Höhen und Tiefen des suchenden Herzens ausloten sollte. Von da an ging es mit den Musenküssen stetig weiter. Um hierbei nicht den Überblick zu verlieren, habe ich nun relevantes Geschreibsel auf eine Zeitachse gelegt und mit Informationstext sowie Abbildungen versehen. So kann man auf einen Blick erfassen, was meine Wenigkeit über die Jahre geleistet hat. Ist es viel? Ist es wenig? Es kommt halt darauf an. Ein Jahr ist viel Zeit, gewiss, aber ein Jahr ist auch wieder schnell um. Penly beendet nun die Tiret-Saga, der Kreis innerhalb eines großen Bogens schließt sich.

Welche Menschen inspirieren dich?

„Welche Menschen inspirieren dich? (bekannt oder auch nicht)“, möchte Alexandra Künzler für ihren Zürcher Literaturblog Bücherwahnsinn von mir und zwei weiteren Autoren wissen. Die anderen, bereits von mir beantworteten Fragen sind auf ihrem Blog lang und breit nachzulesen.

Inspiration ist ja für jeden Künstler eine heikle Sache. Ohne den Musenkuss geht gar nichts. Überhaupt nichts. Jedenfalls bei mir nicht. Es soll ja kreative Genies geben, die aus dem Stegreif, aus einer gedanklichen Überlegung, zur Feder greifen und ein ganzes Buch füllen können. Vermutlich haben diese Kreativen zu ihrem Stil gefunden und vor allem zu ihrer Leserschaft. Wenn der Autor weiß, was seine Leser wünschen, ist es recht leicht, diesen Wünschen zu entsprechen. Ob diese Wunscherfüllung auch befriedigend ist, sei mal dahingestellt.

Ich schöpfe meine Erst-Inspiration vor allem aus Menschen, die ich persönlich kennen lerne bzw. persönlich kennen lernen möchte. Ich sage es frei heraus, dass es sich dahingehend um begehrenswerte Frauen handelt. Heißt es nicht, dass die (männlichen) Künstler, von Minne- zum Pop-Sänger, zur Laute bzw. Gitarre gegriffen haben, um einer Prinzessin den Hof zu machen? Ich weiß, dieses Thema ist förmlich abgelutscht, trotzdem hat es (für mich) seine Berechtigung. Wie dem auch sei, meine literarsiche Karriere, wenn man sie so nennen will, habe ich SZ. und ihrem herzhaften, wunderbaren Lachen zu verdanken. Ich wollte sie beeindrucken. Ließ mir ihre Lieblingsbücher aufschreiben und fand darin das Buch von Alessandro Baricco („Seide“), das mich regelrecht umgehauen hat. Da dachte ich mir: Okay, das kann ich auch. Und so setzte ich mich zum Schreibtisch und fing mit einer Geschichte an, die heute noch nicht beendet ist und an der weitergeschrieben wird. Wie lange? Man wird sehen.

Hier sind also die beiden Ingredienzen, die für Inspiration verantwortlich sind: einerseits eine Dame, deren Gunst ich gewinnen möchte, andererseits ein künstlerisches Werk, das mich in den Bann schlägt. Stefan Zweig und Arthur Schnitzler gehören auch dazu. Hm. Da fällt mir ein, dass ich für das Drehbuch ja „künstlich“ befruchtet wurde. SP. kam eines Tages zu mir und meinte, ich solle doch für sie ein Script für eine TV-Komödie schreiben. Zuvor legte sie mir noch „Curb your enthusiasm“ ans Herz und in den DVD-Player – und der gute Larry David inspirierte mich dann doch gehörig, wenngleich noch einige andere filmische Leckerbissen (Billy Wilder, Lubitsch, The third man, …) eine gehörige Rolle spielten. Und diese filmischen Kleinode, genannt Trailers, die darf ich auch nicht vergessen. Hier gibt es übrigens meine Lieblings-Trailer zu bestaunen: http://www.filmering.at/blog/30-tage-30-filme-tag-7.html