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Wie sich ein echter Bombenanschlag in der Berichterstattung anfühlen muss

Zeichnung_Fort
Ich wusste bereits in der Kindheit, worauf es ankommt.

Ich weiß, das Thema ist heikel und verärgert gutgläubige Bürger. Trotzdem muss ich es – immer und immer wieder – ans Licht zerren: Die Unterscheidung zwischen einem inszenierten und einem tatsächlichen Bombenanschlag. Zugegeben, ich bin kein Experte in der Forensik, war auch noch nie – gottlob – im Zentrum oder Peripherie einer Explosion und doch fühle ich instinktiv, ob Bilder und Töne authentisch, ob Aussagen und Erinnerungen stimmig sind. In den letzten Jahren, vermutlich seit 9/11, versuchen die Medienleute das offizielle Narrativ, also die einzig richtige Sichtweise eines (vermeintlich) blutigen Ereignisses förmlich an sich zu reißen. Widersprüche und Ungereimtheiten werden bei der Berichterstattung schlichtweg ignoriert, alternative Erklärungsversuche mit einem Lächeln beiseite geschoben, behördliche Pressemitteilungen als absolute Wahrheit verkündet. Niemand in den Medienkonzernen, der sich wirklich ernsthaft über all die vielen Details eines Anschlags (Logistik, Planung, Wahrscheinlichkeiten, Auswirkungen, Hintergründe, usw.) Gedanken machen möchte. So verkommt das (vermeintlich) blutige Ereignis zu einer klischeehaften und geglätteten Darstellung, die einem schlechten Filmscript entnommen zu sein scheint.

Um zu verstehen, was ich meine, ist es wichtig, dass Sie sich die Berichterstattung eines authentischen Bombenattentats zu Gemüte führen. Das kann äußerst unangenehm sein, ist aber notwendig. Die gemachten Erfahrungen und die erlebten Empfindungen der Opfer werden ihnen mit Sicherheit nahegehen. Manchmal möchten Sie die Details gar nicht erst hören, würden am liebsten weghören, wegsehen. Genau darin unterscheidet sich der echte Anschlag von einem inszenierten: Die authentischen Bilder von Verletzten und Toten sind für uns so fremdartig, so abstoßend, so anders. Im Gegensatz dazu, kommen uns inszenierte Bilder vertraut vor, weil wir sie beinahe täglich in TV- und Kinofilmen sehen.

Die folgende Frage mag jetzt absurd klingen, aber woher wissen Sie wirklich, dass in einem Kinofilm die Menschen nicht wirklich erschossen, nicht wirklich verwundet werden? Was, wenn ein TV-Moderator der Abendnachrichten eine kurze Szene aus Die Hard 2 einspielt und dazu verlautbart, dass es sich bei den Bildern um einen Terroranschlag am Flughafen von Washington D. C. handelte? Gut möglich, dass Sie den Unterschied sofort erkennen. Aber was ist mit Ihrem 5-jährigen Sohn? Oder Ihrer 4-jähriger Tochter? Wie erklären Sie den beiden den Unterschied? Und was meinen Sie zu diesem Foto? Fakt oder Fiktion? Die Auflösung finden Sie hier.

Also, sollten Sie sich nicht gerade in einer dunklen Stimmung befinden, dann gucken Sie sich unbedingt diesen Dokumentarfilm über das im Jahr 1980 verübte Bombenattentat auf dem Münchner Oktoberfest an. Dabei reicht es, wenn Sie sich die ersten fünf Minuten angucken. Sie werden staunen, was Sie von den Augenzeugen zu hören, welche Photographien Sie zu sehen bekommen. Ja, nichts für sensible Leute. Im Vergleich dazu, fühlt sich die Berichterstattung aus Brüssel wie ein Kindergeburtstag an. Jedenfalls hätte ich noch keine Augenzeugen gehört, die von Verbrennungen sprachen, von zerschossenen Lippen und Zähnen, von Blut, das aus der Hose lief (beim Boston Bombing kann man  Fotos von Opfern sehen, deren Hosen, aber nicht deren Beine zerfetzt waren), von unzähligen Splitterverletzungen, von herausgerissenen Innereien, von einer zusammengebrochenen Welt oder von einer (echten) jahrelangen Verarbeitung des traumatischen Geschehnisses.

Wenn Ihnen also eine Fotografin erzählt, dass sie ganz in der Nähe der Explosion gestanden sei, nur wenige Meter entfernt, und dabei völlig unverletzt blieb, möchten Sie es glauben? Und dass sie die Wucht der Explosion nicht einmal von den Füßen geholt hatte? Deshalb konnte Sie dann auch jene Hand voll Fotos machen, die in den Medien weltweit herumgereicht und gezeigt wurden – immer und immer wieder – und als »Beweis« gelten, dass ein Anschlag am Flughafen von Brüssel stattgefunden hatte. Authentisch, my ass.

 

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Je suis … encore

Jesuischarlie2016

Ein Jahr ist das Ereignis rund um den Anschlag auf das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo alt und noch immer sind viele Fragen unbeantwortet. Präsident Hollande nutzte jedenfalls den Jahrestag um schärfere Gesetze anzukündigen und eine Gedenktafel für die Opfer „schwerbewaffneter Islamisten“ zu enthüllen. Interessanterweise fehlt hier Kommissar Helric Fredou, der sich in seinem Büro mit seiner Dienstwaffe das Leben genommen haben soll, nach dem er die Familie eines der Opfer der Anschläge besuchte. Depression und Burn-Out waren die Ursachen des Suizids, liest man. Jetzt mal Hand aufs Herz: Glauben Sie das wirklich? Und weil es so un-glaublich ist, haben die großen und kleinen Medienhäuser das gemacht, was sie am besten können: Ein unerklärliches Ereignis unter den Teppich kehren und so tun, als gäbe es hier nichts zu sehen. Man muss schon in der Asia Times nachblättern, um etwas über dieses mainstream news blackout zu erfahren. Da passt es ganz gut, wenn ein CDU-Politiker die Mainstream-Medien in Bezug auf die Berichterstattung über die Vorfälle zur Silvesternacht in Köln als  Schweigekartell bezeichnet.

Ebenfalls unter den Teppich gekehrt wurde der kryptische Kommentar des türkischen Präsidenten Erdogan, der meinte, dass die Täter des Anschlags französische Bürger seien und man es Muslime in die Schuhe schieben wolle. Der Bürgermeister von Ankara ging einen Schritt weiter und erklärte, dass hinter den Anschlägen der israelische Geheimdienst Mossad stehen würde, um die westliche Welt gegen den Islam aufzubringen.

Auch wenn viele Aussagen und Kommentare und Überlegungen zu all den traumatischen Ereignissen der letzten Jahr im ersten Augenblick haltlos und absurd und konspirativ scheinen, so gehören sie trotzdem gehört und zur Diskussion gestellt. Unangenehme Informationen und Fakten in den Wind zu schlagen sowie behördliche Erklärungen als heilig und unantastbar hinzustellen, nur um ja keine Wellen zu schlagen, ist eine mediale Politik, die früher oder später den Verantwortlichen auf den Kopf fallen wird – siehe Köln, anno 2016.

Ich möchte mir wünschen, dass der eine oder andere Bürger in Zukunft den Medien und den Behörden mit mehr Skepsis begegnet und der Maxime von Literaturnobelpreisträger Harold Pinter folgt:

Als Bürger muss ich fragen: Was ist wahr? Was ist falsch?

Hier noch zwei meiner damaligen Blog-Beiträge, die sich mit den Anschlägen in Paris auseinandersetzen.

gebloggt Freitag, 16. Jänner 2015:
Inszenierte Terror-Anschläge – Eine Einführung

gebloggt Montag, 12. Jänner 2015:
Je suis …