richard k. breuer

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EM 2016: Finale – POR : FRA

EM-2016-Finale

Gedanken zum Finale der Europameisterschaft in Frankreich 2016

PORTUGAL : FRANKREICH 1:0 n. V.

Kurios. Nach 13 Minuten humpelte Ronaldo nach einer ungestümen Attacke von Payet den Rasen hinauf und hinunter. Der Geist war willig, aber das geschundene Fleisch schwach – eine viertel Stunde später ließ sich der wohl beste portugiesische Spieler mit Tränen in den Augen vom Feld tragen. Armer Ronaldo, dachten die einen. Guter Payet, die anderen. Ja, Christiano polarisiert die Fans – damals wie heute.

Das Finalspiel selbst war, wie zu erwarten, eine laue, öde Partie. Die Portugiesen wollten nicht, die Franzosen trauten sich nicht. Die Nervosität der Spieler – hüben wie drüben – war ihnen im Gesicht abzulesen. Viel stand auf dem Spiel. Natürlich. Das haben Finalspiele so an sich, hier geht es um das große Ganze. Der zweite Platz ist genauso gut wie der letzte. Nur der Sieg zählt. Wir wissen es. Die Spieler dito. Deshalb beginnt und endet der Kampf im Kopf der Spieler. Wer mental die Oberhand behält, trägt gewöhnlich den Pokal nach Hause – kein Wunder also, dass es an diesem Sonntag in die Verlängerung ging und alles nach einem Elfmeterschießen aussah. Doch zehn Minuten vor dem Ende der Verlängerung nimmt sich der eingewechselte Eder ein Herz und zieht zwanzig Meter vor dem Tor ab. Der scharfe Schuss passte genau in die Ecke. Torhüter Lloris – und damit auch seine Mannschaft – war geschlagen. Dabei hätte Gignac – der für den farblosen Giroud kam – in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit die Entscheidung herbeispitzeln können – aber die Stange hielt die Portugiesen – wie bereits gegen Kroatien – auch diesmal im Spiel.

Wie gesagt, über das Spiel selbst muss man nicht viele Worte verlieren. Es war kein Fußballspiel, vielmehr ein nervöses Abtasten. Dabei hätten die Franzosen nach ihrem überraschenden Sieg gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland und mit dem Heimvorteil im Rücken allen Grund gehabt, mit Verve und élan vitale das Tor zu suchen. Statt dessen versagten Nerven und Beine der sonst so überragenden Spieler des Turniers: Payet, Pogba, Giroud, Griezman.

Man stelle sich vor, die Equipe Tricolore hätte gewonnen und würde in einem Atemzug mit den beiden außergewöhnlichen Siegermannschaften der EM 1984 und der EM 1998 genannt werden. Mon Dieu! Das hätte die besondere Aura der goldenen Generation von Platini & Co sowie Zidane & Co verpuffen lassen. Die Medien und Fans hätten Vergleiche mit der glorreichen Vergangenheit gezogen. Non! Seien wir demnach froh, dass es soweit nicht gekommen ist. Es mag schlimm genug sein, dass eine durchschnittliche portugiesische Mannschaft jenen Pokal nach Hause mitnehmen durfte, der eigentlich der goldenen Generation der EM 2004 gebührt hätte. Figo, Deco, Rui Costa, Maniche, Nuno Gomes, Boswinga usw., sie waren famose Fußballer und hatten das gewisse Etwas. Gerade dieses gewisse Etwas ist dem europäischen Fußball in den letzten Jahren abhanden gekommen. Vielleicht wird die Weltmeisterschaft 2018 das Ende der europäischen Vorherrschaft am grünen Rasen einläuten. Bereits bei der WM 2014 in Brasilien ließen die Newcomer Kolumbien, Chile und Costa Rica aufhorchen, wurde Dauerbrenner Mexiko nur durch ein umstrittenes Robben-Foul aus dem Achtelfinale gekickt, spielte die französische B-Elf der Algerier den späteren Weltmeister schwindlig und zeigten die Amerikaner (wie die Ungarn), dass sie auch bereit waren, mit wehenden Fahnen ins offene belgische Offensivmesser zu laufen. Was den nichteuropäischen Teams bisher gefehlt hat, war diese besondere Abgebrühtheit. Aus Erfahrung gut, kommt einem da in den werbeverseuchten Sinn.

Die diesjährige Europameisterschaft hat jedenfalls gezeigt, dass Einzelleistung vor Mannschaftsleistung ging. Ohne Payet hätte Frankreich die Gruppenphase wohl nicht als Sieger beendet und ohne Griezmann wäre es zu keinem Finalspiel gekommen. Im Übrigen bin ich noch immer der Meinung, dass die französische (genauso wie die englische und spanische) Nationalmannschaft kein funktionierendes Team ist. Beim amtierenden Weltmeister Deutschland liefen viele Spieler ihrer Form hinterher bzw. waren mental ausgebrannt. Gleiches gilt für den letzten Europameister Spanien.

Die beste Mannschaftsleistung gab es meiner Meinung nach von Kroatien und Italien. Hätten die Kroaten im Achtelfinale gegen Portugal nicht mit angezogener Handbremse gespielt, vielleicht würden sie nun den Pokal in Zagreb ausstellen. Und hätten die Italiener statt Zaza nur ein wenig Glück gehabt, würde ganz Italien ihren Fußballpensionisten zujubeln können. Gewiss, es ist müßig, jetzt über vergebene Elfmeter (Österreich!) oder unglückliche Stangenschüsse (Österreich!) zu sinnieren. Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht mehr zu ändern ist, wusste bereits Peter Alexander 1962 zu singen.

Diese Europameisterschaft wird man wohl alsbald vergessen. Erwähnenswerte Spiele gab es wenige. Am besten gefiel mir noch das letzte und entscheidende Gruppenspiel zwischen Albanien und Rumänien. Auf dem Papier hätte es eine müde Partie werden müssen – aber auf dem Rasen war einiges los und das Spiel ließ jedes Fußballherz höher schlagen. Sehenswert natürlich auch die übermotivierten Italiener, die den Spaniern die Grenzen ihres Ballherumgeschiebes aufzeigten. Trainer Löw dürfte so beeindruckt gewesen sein, dass er sich eine spezielle Taktik für Buffon & Co überlegte – dadurch machte er die Italiener (defensiv) stärker und die Deutschen (offensiv) schwächer. Der Schuss hätte demnach leicht nach hinten gehen können. Kurz, Löw hatte keine Eier in der Hose – auch wenn er es hin und wieder nachprüfte. Das Elfmeterschießen entwickelte sich freundlicherweise zum absoluten Thriller. Mon Dieu, was haben wir gelacht.

EM 2016: Viertelfinale 3 – GER – ITA

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Gedanken zum Viertelfinale 3 der Europameisterschaft in Frankreich 2016

DEUTSCHLAND : ITALIEN 1:1  6:5 n. E.

Das Elfmeterschießen – 18 Mal musste der Ball auf den Punkt gelegt werden – ging wohl für alle Beteiligten an die Grenze der nervlichen Belastbarkeit. Gerade die sonst so unerschütterlichen und nervenstarken Deutschen zeigten sich nicht nur im Elfmeterkrimi, sondern bereits davor, in den 120 Spielminuten, verunsichert. Der Respekt vor Italien, das noch im Freundschaftsspiel Ende März d. J. mit 4:1 vom Platz geschossen wurde, war nach deren fulminantem Sieg gegen Spanien recht groß. So groß, dass Trainer Löw von der gewohnten 4-5-1-Aufstellung abging und es mit der 3-5-2-Formation versuchte. Im Interview, nach dem Ende des Spiels, begründete er diese Umstellung als Gegenmaßnahme italienischer Offensivbewegungen. Scheinbar hatte Löw das spanische Fiasko analysiert und kam zum Schluss, dass man diese italienische Mannschaft nur mit ihren eigenen Waffen schlagen könne: In der Abwehr massiert stehen, dem Gegner wenig Raum geben und bei Ballgewinn schnell in die Offensive umschalten. Kurz und gut: Der amtierende Weltmeister mutierte von einer offensiven Ballbesitz-Kombinationsfußball- zu einer defensiven Kontermannschaft. Und weil Italien genausowenig das offensive Spiel machen wollte, gab es in den 120 Minuten nicht allzu viele Torchancen zu beklatschen. Ein müder Kick, wenn man so will, der an Polen : Portugal erinnerte. So kam der Führungs- und Ausgleichstreffer mehr zufällig und glücklich zustande. Auf der einen Seite fälschte Bonucci einen Querpass im Strafraum so unglücklich ab, dass Özil den Ball nur noch ins Tor spitzeln musste. Auf der anderen Seite übte sich der sonst so fehlerlose Boateng im eigenen Strafraum in einer Aerobic-Übung, streckte dabei seine beiden Hände in die Höhe und behinderte so einen Flankenball – Ergebnis: Piff! Elfmeter! Ausgleich!

Und so kam, was kommen musste, wenn keine Mannschaft die Entscheidung am Feld sucht: Elfmeterschießen. Es kann einen schon recht nachdenklich stimmen, dass ausgerechnet die verlässlichsten Schützen der deutschen Nationalmannschaft – Müller, Özil und Schweinsteiger – vom Punkt versagten. Auf italienischer Seite wird sich Conte in den Allerwertesten beißen, dass er noch knapp vor Abpfiff der Verlängerung Stürmer Zaza für Verteidiger Chiellini einwechselte, im Glauben, besagter Zaza würde seinen Elfmeter ohne Probleme verwandeln. Tja. Zaza schoss den Ball in den dritten Rang. Hätte er getroffen, es gäbe jetzt ein italienisches Sommermärchen.

Das Spiel hat jedenfalls gezeigt, dass der amtierende Weltmeister keine unbesiegbare Ballbesitz-Maschine ist, die ihre in Ehrfurcht erstarrten Gegner zu Tode kombiniert – vor allem dann nicht, wenn Trainer Löw seinen Spielern ein neues taktisches Kleid aufzwingt. Apropos. Erinnert es nicht an (einen verzweifelten) Marcel Koller, der im letzten Spiel gegen Island ebenfalls mit der 3-5-2-Formation das Unmögliche möglich machen wollte? Theoretisch hätte es den Deutschen wie den Österreichern ergehen können, wäre Italien – wie auch immer – in Führung gegangen. Aber der Erfolg gibt einem Trainer im Nachhinein natürlich immer recht – weil am Ende niemand weiß, ob die Deutschen jetzt wegen oder trotz dieser Umstellung ins Halbfinale eingezogen sind. Unbestreitbar ist jedoch der Umstand, dass Trainer Löw verunsichert wirkte und dass diese Verunsicherung auch auf die Spieler übergegangen sein dürfte – der Nimbus der spielerischen Unbesiegbarkeit verpuffte jedenfalls im Nervenkrimi von Bordeaux.

EM 2016: Gedanken vor den Viertelfinalspielen

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Gedanken zum Viertelfinale der Europameisterschaft in Frankreich 2016

POLEN : PORTUGAL
WALES : BELGIEN
DEUTSCHLAND : ITALIEN
FRANKREICH : ISLAND

Das sind sie also, die 8 besten Nationalmannschaften Europas. Durch den neuen Modus – 24 statt bisher 16 Teilnehmer – schafften es drei Underdogs ins Rampenlicht des Viertelfinales. Allen voran Island, das mit England eines der großen Fußballnationen eliminierte und sich nun daran macht, ausgerechnet Gastgeber Frankreich ein Bein zu stellen. Die Niederlage der Engländer hat enorme Wellen geschlagen. Trainer Roy Hodgson (Jahresgage: 5 Millionen Euro) nahm freiwillig den Hut – er wusste, dass man in der Heimat sowieso seinen Kopf gefordert hätte – und schert sich deshalb nicht mehr um die Sintflut, die er mitverschuldet hatte. Auf der gestrigen Pressekonferenz murrte er gleich zu Beginn ins Mikrofon: »I don’t really know, what I am doing here.« Am Ende dieser verkorksten Europameisterschaft müssen nun die englischen Nationalspieler die Krot fressen und sich mit dem wütenden Medienmob auseinandersetzen, der nicht gerade dafür bekannt ist, blamable Niederlagen – seien sie sportlich, seien sie politisch – zu verzeihen. Die englischen Fans wiederum pendeln zwischen phlegmatischem Schulterzucken und cholerischer Zerstörungswut. Während die einen es längst aufgegeben haben, vor einem Turnier Hoffnung auf ein gutes Ergebnis zu hegen, wetzen die anderen nach dem Ausscheiden die Messer und fordern einen radikalen Einschnitt in allen Bereichen des geldgierigen und seelenlosen Kommerzfußballs. Nur wenige Engländer können sich damit abfinden, dass das Geburtsland des Fußballs, mit der teuersten Liga in der Geschichte des Sports, auf nationaler Ebene nur noch eine Randfigur darstellt. Die Erinnerungen an den Weltmeistertitel von 1966 verblassen mit jeder weiteren fußballerischen Enttäuschung und werden doch immer und immer wieder aus dem hintersten Winkel des gesellschaftlichen Bewusstseins geholt, abgestaubt und auf ein verklärend sentimentales Podest gestellt. Die Parallelen zu Österreich sind unverkennbar. Auch wir zehren von der Erinnerung an das Wunderteam der 1930er Jahre, das für kurze Zeit die Fußballwelt auf den Kopf stellen und die Masse begeistern konnte. Der Einzelne sehnt sich bekanntlich, in der Gruppe oder Sippe oder Nation aufzugehen und Großes zu leisten und Sport, wenn man so will, ist die Fortsetzung des nationalen Kräftevergleichs mit fairen und friedlichen Mitteln. Gut möglich, dass die Sittenwächter deshalb bestrebt sind, dem Fußball das nationalistische auszutreiben. Der Erfolg der homogenen isländischen Mannschaft ist natürlich für die Prediger des multikulturellen und entwurzelten Einheitsmenschengebräu ein Schlag ins Gesicht. Sollte das kleine Island auch noch gegen die französische Kolonialmannschaft gewinnen, würden die politischen Folgen unabsehbar sein – jedenfalls für Island. So könnte der Druck der europäischen Gemeinschaft auf die isländische Regierung erhöht werden, mehr Asylsuchende im Land und in der Nationalmannschaft aufzunehmen. Im letzten Jahr wurden 159 der 171 Asylanträge abgelehnt.

Wales? Wird unter die belgischen Räder kommen. Eine Überraschung halte ich für ausgeschlossen. Könnte ich mich irren? Natürlich. Gegen welche starken Gegner hat Wales gleich noch mal gespielt? Russland? Haha. Slowakei? Haha. Nordirland? Haha. England? Hahaha. Sie sehen, die Waliser wissen noch nicht mal, was im Viertelfinale auf sie zukommen wird, wenn sie meinen, sie hätten bisher überzeugenden Fußball gespielt. Hahaha.

Polen? Hm. Gegen Deutschland, den amtierender Weltmeister, haben sie eine taktisch und kämpferisch überzeugende Partie abgeliefert. Gegen die Schweiz – ein zäher Brocken – haben sie sich schlussendlich im Elfmeterschießen durchgesetzt und Nervenstärke bewiesen. Sie werden Portugal sicherlich fordern – gewinnen werden sie nicht.

Frankreich? Ich sehen dunkle Wolken am Horizont auftauchen. Die erste Hälfte gegen Irland hat gezeigt, dass die Equipe von Trainer Deschamps mit einfachen, freilich kräfteraubenden Mitteln, unter Druck gesetzt und damit aus dem Spiel genommen werden kann. So wird wohl am Ende das Nervenkostüm der Franzosen über Sieg oder Niederlage entscheiden – und wenn wir eines wissen, dann gibt es bei ihnen nur Extreme. Läuft es gut, walzen sie jeden Gegner nieder. Läuft jedoch nichts zusammen, bricht die Mannschaft auseinander und reibt sich in Schuldzuweisungen auf. Siehe Weltmeisterschaft 2002, als Frankreich als amtierender Weltmeister sang-, klang- und torlos in der Gruppenphase ausschied. Oder Europameisterschaft 2008. Oder Weltmeisterschaft 2010 und der Aufstand der rebellischen Spieler gegen Trainer Domenech – das scheint lange her zu sein und doch finden sich noch drei Spieler im jetzigen Kader, die diese Blamage miterleben mussten. Kurz und gut, eine Niederlage gegen Island ist für die Grande Nation unvorstellbar. Ah, mon Dieu, man möchte sich erst gar nicht vorstellen, was der Mob alles kurz und klein schlagen wird, wenn Frankreich gegen Island ausscheidet.

Belgien? Sollten sie gegen Bale & Co wirklich straucheln? Ist es vorstellbar? Zugegeben, gegen sattelfeste Schweden, die recht konventionell zu Werke gingen, taten sie sich schwer, ein Tor aus dem Spiel zu machen – so musste ein Tausendguldenschuss die Entscheidung herbeiführen. Die belgische Mannschaft zählt mit Sicherheit zu den besten, wenn der Gegner Räume lässt und in der Defensive ungeordnet steht – sollten die Belgier demnach in einem Spiel in Führung gehen, hat die gegnerische Mannschaft so gut wie verloren – siehe Irland, siehe Ungarn. Auf der anderen Seite, wie bereits erwähnt, haben die Belgier große Probleme ihr Offensivspiel gegen eine geordnete und disziplinierte Defensive ins Laufen zu bringen – siehe Italien, siehe Schweden. Sollte es also Gareth Bale ein weiteres Mal mittels einer Einzelaktion gelingen, die Waliser in Führung zu bringen, ist eine Überraschung durchaus möglich. Vorstellbar ist es freilich nicht.

Portugal? Wenn die Mannschaft weiterhin so trocken und lustlos – aber diszipliniert und ergebnisorientiert – ihre Spiele abspult wie gegen Kroatien, dann ist der Finaleinzug sicher.Technisch und spielerisch zählten die Portugiesen zum Besten, was der Fußball zu bieten hatte, aber Disziplin und Defensivbemühungen führten ein Schattendasein im von vielen Egos getriebenen Offensivspiel. Mit Trainer Santos hat sich das geändert. Nun sind sich Ronaldo & Co nicht zu schade, die einschläferndste Partie dieser EM abzuliefern, um ein starkes Kroatien aus dem Bewerb zu werfen. Sollte das Halbfinale Portugal : Belgien heißen – was recht wahrscheinlich ist – wird Schlafwagenfußball eine neue Dimension erreichen. Warum ich nicht an einen Schlagabtausch glaube? Sehen Sie sich die beiden Superpärchen beider Mannschaften an: Ronaldo & Nani – Hazard & De Bruyne! Jeder dieser vier Spieler, so man ihm Platz und Raum gewährt, kann ein Match entscheiden. Ungarn hat versucht, das Spiel offen zu halten (Danke, dafür!), und geriet unter die Räder. Kroatien hat es gegen Portugal gar nicht erst versucht – obwohl es das Spielermaterial dazu gehabt hätte. Der Respekt vor Ronaldo & Co war wohl doch zu groß. Kurz und gut: Mit Portugal und Ronaldo ist diesmal zu rechnen. Punktum.

Deutschland? Ist bisher noch nicht ernsthaft gefordert worden. Freilich, das Spiel gegen Polen hat gezeigt, dass auch der amtierende Weltmeister unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen werden kann. Müller, Götze und Özil sind noch nicht in Form, Kimmich und Mustafi müssen sich beweisen und der rekonvaleszente Schweinsteiger scheint mehr Maskottchen als spielerische Stütze zu sein. Trotzdem ist Deutschland ein Anwärter auf den Finaleinzug – taktische Ausrichtung, Disziplin und Kämpferherz sowie die Qualität einzelner Spieler stellen jeden Gegner vor größte Probleme. Auf den spitzfindigen Punkt gebracht: Die Angst in den Köpfen der gegnerischen Spieler und Trainer ist der zwölfte Mann der deutschen Mannschaft. Bestes Beispiel dafür ist die Selbstaufgabe der Slowaken bereits nach Anpfiff des Achtelfinalspiels gegen Deutschland. Die Frage aller Fragen lautet demnach: Wer hat (keine) Angst vor the national Meister?

Italien? Die wundersame Heilung eines Todgeweihten. Längst abgeschrieben, hat die italienische Mannschaft in den letzten Spielen gezeigt, was in ihr steckt – und das ist eine ganze Menge. Mit ihren Siegen gegen Belgien, Spanien und Schweden haben sie ein lautes Ausrufezeichen gesetzt, das auch Löw und seine Spieler nicht überhören konnten. Ausgerechnet Italien!, wird sich der deutsche Fan denken und all die schmerzlichen Niederlagen, die sich längst im kollektiven Bewusstsein eingebrannt haben, ziehen wie ein Film vor dem geistigen Auge vorüber. Ausgerechnet Italien hat bei dieser EM mit Antonio Conte einen Trainerfuchs auf der Bank sitzen, der sein deutsches Gegenüber locker in die Tasche steckt – nicht nur, dass Conte besser gekleidet ist und sich in der Öffentlichkeit zu benehmen weiß, auch ist er Ausdruck gelebter Fußballleidenschaft. Seine taktischen Vorgaben gegen die beiden Schwergewichte Belgien und Spanien waren nicht nur erfolgreich, sie beeindruckten auf ganzer Linie. Können die Italiener ihren Erfolgslauf fortsetzen, auch gegen den amtierenden Weltmeister? Definitiv. Die Azurris müssen nur achtgeben, nicht übermotiviert zu Werke zu gehen und zu viel zu wollen. Bezüglich der Taktikvorgabe gehe ich davon aus, dass Conte ähnlich verfahren wird, wie im Match gegen Spanien: Da die Deutschen ihre Stärke ebenfalls im Ballbesitz-Kombinationsspiel haben, müssen die Passwege zugestellt, die ballführenden Spieler unter Druck gesetzt und bei Ballgewinn schnell in das Offensivspiel umgeschaltet werden. Diese Taktikvorgabe ist freilich kräfteraubend und fordert ein Höchstmaß an Konzentration – gegen Spanien reichten die Kräfte für etwa 70 Minuten und deshalb verwundert es nicht, dass in der letzten Viertelstunde des Spiels die Spanier zu den größten Torchancen kamen. In Sachen Kondition haben die Deutschen deshalb einen klaren Vorteil – während sie gegen die Slowaken eine Form von beweglichem Stehfußball praktizierten, mussten sich die Italiener gegen die Spanier die Hacken ablaufen. Ein Sieg gegen Deutschland, so viel ist mal sicher, wäre für ganz Italien der Anfang eines SommermärchensCredi alle fiabe e vivrai fiabe, trovando quella scritta solo per te.

EM 2016: Spieltag 16 – Achtelfinale

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Spieltag 16 der Europameisterschaft in Frankreich 2016
Achtelfinale

ITALIEN : SPANIEN 2:0
ENGLAND : ISLAND 1:2

Hola! Das war mal ein Spieltag ganz nach meinem Geschmack. Faszinierend, dass die beiden Favoriten in den zwei Achtelfinalspielen – Spanien und England – auf eine ähnliche blamable Art und Weise in die Niederlage trabten. Beide Mannschaften wirkten müde, träge, unkonzentriert – im Vergleich dazu zeigten ihre Gegner einen unbändigen Kampfeswillen, der wiederum enorme Kräfte frei werden ließ. Ja, diese Spannkraft ist es, die über Sieg und Niederlage eines Spiels, vielleicht sogar des Turniers, entscheidet. Spielstarke Mannschaften, die nicht in der Lage sind, sich gegen einen motivierten und auf den Punkt angespannten Gegner aufzubäumen und dagegenzuhalten, brechen auseinander. Für die Experten im britischen TV – Ian Wright, Lee Dixon und Peter Crouch – war das Spiel der englischen Mannschaft beschämend, blamabel, einfach nur peinlich (›embarassing‹) und die Spieler selbst einfach nur starr vor Angst (›petrified‹). Immer wieder mokierten sie sich über (den nun zurückgetretenen) Trainer Roy Hodgson, der noch in den letzten Freundschaftsspielen vor der Endrunde der Europameisterschaft mit neuen Systemen und Taktikvorgaben die Spieler verunsicherte. Peter Crouch meinte, dass die englischen Spieler – professionelle Fußballer der teuersten Liga – mit dem Druck nicht hätten umgehen können. Auf BBC stellte Alan Shearer fest, dass Trainer Hodgson – freundlich formuliert – keinen Plan hatte, die Liste seiner Fehler lang seien und es hoffnungslos (mit ihm) wäre.

Wahrlich, die Engländer enttäuschten auf ganzer Linie. Die Isländer hingegen, sie blühten förmlich auf, ja, sie dominierten das Spiel. Der Ausgleich – nur wenige Minuten nach dem Führungstreffer der Engländer – war eine Kopie jenes Treffers, den die Österreicher im letzten Gruppenspiel hinnehmen mussten: Weiter Einwurf in den Strafraum, Kopfballverlängerung und ein Isländer, der den Ball über die Linie drückte. Das zweite und entscheidende Tor war eine wunderbar gespielte one-touche-Kombination am Strafraum mit gefühlvollem Abschluss. Joe Hart und seine Vorderleute sahen bei diesem Gegentreffer äußerst schlecht aus. Der vermeintliche Underdog spielt nun im Viertelfinale gegen Frankreich. Schätze, die Franzosen werden sich warm anziehen müssen.

Für die Engländer beginnt nun ein weiteres Mal die Suche nach einem Trainer, der in der Lage ist, aus einem ungeschliffenen Diamanten ein siegreiches Kunstwerk zu machen. Hodgson formte jedenfalls in den letzten Jahren kein Team, keine Mannschaft – er stellte vielmehr die hochkarätigsten Spieler auf den Platz, zwängte Wayne Rooney in eine neue Position und hoffte, dass deren Qualität allein ausreichen würde, um zu bestehen. Die überragende Bilanz in der EM-Qualifikation (alle Spiele gewonnen!) täuschte Mann und Maus – und so marschierten 23 Einzelspieler mit von Stolz geschwellter Brust ins Turnier und schließlich ins fußballerische Verderben. Gegen die eingeschworene, hoch motivierte und mit einem gameplan ausgestattete Mannschaft aus dem hohen Norden setzte es für die Engländern eine fürchterliche Schlappe, deren Nachwirkung sicherlich noch Jahre später zu spüren sein wird. Kurz, das Waterloo Färöer der Three Lions.

Die Spanier sind in einer ähnlich unangenehmen Lage wie die Engländer. Sie haben ausgezeichnete Spieler, die ihre Brötchen in den besten Ligen verdienen und trotzdem verpuffte dieser spielerische Vorteil in den letzten beiden Fußballturnieren. Die goldene Generation rund um Puyol, Xavi, Iniesta, Alonso, Torres und Villa hat in der Vergangenheit alle Titel geholt, die sie nur holen konnte. Aber die Zeit bleibt nicht stehen und die goldene Generation verblasst langsam vor unser aller Augen. Es wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als einen Kahlschlag zu machen und von vorne zu beginnen. Halbherzige Lösungen – wir Österreicher wissen es am besten – wirken zwar kurzfristig, aber auf lange Sicht gesehen führen sie geradewegs ins Desaster.

Das gestrige Spiel der italienischen Mannschaft hat wiederum gezeigt, was ein ambitionierter und mutiger Trainer aus Spielern jeden Alters herausholen kann. Was die Azzurri in den letzten Begegnungen zeigten, war herzerfrischender Fußball. Es ist eine Freude, diesen Spielern beim Rackern und Kämpfen, beim Schießen und Stochern, beim Laufen und Stoppen, beim Jubeln und Jauchzen zuzuschauen. Gestern überraschten sie alle Welt mit einem druckvollen Angriffsspiel. Die Spanier – zu behäbig und viel zu vorsichtig – wussten sich über das ganze Spiel nicht zu helfen und erst in der letzten Viertelstunde – als die Kondition und Konzentration der Italiener nachließen – kamen sie zu ernsthaften Torchancen. Ein verdienter Sieg der Italiener. Die vorgegebene Taktik dürfte wohl auch gegen Deutschland zur Anwendung kommen – zielt sie darauf ab, das Ballbesitzspiel bereits in der gegnerischen Hälfte mittels Pressing zu stören und bei Ballgewinn mit schnell vorgetragenen Vorstößen die Unordnung in der Hintermannschaft kaltblütig auszunützen. Deutschland, wie wir gesehen haben, spielt immer dann am besten, wenn die Spielmacher und Taktgeber das Mittelfeld beherrschen, die Verteidiger hoch stehen und so ein Kombinationsspiel vor dem gegnerischen Strafraum aufziehen können. Auf den Punkt gebracht: Deutschland spielt spanischer als die Spanier. Trainer Löw wird sich also etwas einfallen lassen müssen, gegen diese erstarkten Italiener, die Blut geleckt haben und damit auf mentaler Ebene den Deutschen überlegen sind. Wenn die Mannschaft einen Gegner im Turnier zu fürchten hat, dann ist es Italien – vielleicht auch das neue Santos-Portugal. Alle anderen sollten sie locker in die Tasche stecken.

Meiner Seel, das wird ein Spiel!

EM 2016: Spieltag 13 – Entscheidung GruppeE und F

EM-2016-Spieltag13

Spieltag 13 der Europameisterschaft in Frankreich 2016
Entscheidung Gruppe E und F

ITALIEN : IRLAND 0:1
SCHWEDEN : BELGIEN 0:1

ISLAND : ÖSTERREICH 1:2
UNGARN : PORTUGAL 3:3

Tja. Das war es also, mit der EM-Teilnahme der österreichischen Nationalmannschaft. Es ist schon verblüffend, dass es Trainer Marcel Koller von Beginn an mit einer defensiven Aufstellung versuchte. Ich hatte nach dem Spiel gegen Portugal einen ähnlichen Vorschlag gemacht – und darf mir zugutehalten, dass meine Überlegung vermutlich zielführender gewesen wäre. Während Koller jeden verfügbaren Defensivspieler auf den Platz stellte und die (noch nie gespielte) Formation 3-4-3 vorgab (die auf dem Platz eher wie eine 3-7-0 daherkam), wäre ich bei der bisher üblichen 4-2-3-1 geblieben, hätte aber Arnautovic in die Spitze gegeben, Alaba auf links gestellt und Schöpf als Junuzovic-Ersatz vorgesehen. Wie man in der ersten Hälfte gesehen hat, ist das Team nicht in der Lage, die Vorgaben einer neuer Formation zu erfüllen. Als Koller in der zweiten Hälfte wieder zur üblichen Aufstellung zurückkehrte, konnte man sofort erkennen, dass sich die Spieler wohler fühlten und damit auch ballsicherer wurden. Alles in allem hat mich die zweite Hälfte des Spiels gegen Island einigermaßen versöhnt, hat man – endlich, endlich – gesehen, dass die österreichische Nationalmannschaft sehr wohl in der Lage ist, auf internationalem Niveau Fußball zu spielen. In den anderen 5 Hälften wirkte das Spiel der Österreicher oftmals wie ein Monty Python Sketch: völlig surreal.

Koller hatte also die richtige Eingebung: Mittels Defensivtaktik und Aufbietung aller Defensivspieler soll wieder zur gewohnten Sicherheit zurückgefunden werden; ist das Selbstbewusstsein der Spieler einigermaßen im grünen Bereich angelangt, würde man die Offensivkräfte einwechseln und auf Angriff setzen. Aber wie so oft, wenn man die Lösung für ein großes Problem gefunden hat, übertreibt man in der Umsetzung. Natürlich kann ich im Nachhinein überlegen schreiben, dass der Lösungsansatz richtig, die Umsetzung jedoch falsch war – wäre beispielsweise Arnautovic nicht weggerutscht, hätte Dragovic den Elfer gemacht, hätte der Schiedsrichter das Foul im Strafraum gepfiffen, wäre der Schuss von Schöpf nicht abgewehrt worden, ich müsste den Hut vor Koller ziehen. Aber Tatsache ist, dass es nicht Wagemut war, der Koller veranlasste, die neue Defensivformation zu wählen, sondern Verzweiflung und Angst.

So rächt es sich, dass man es in Freundschaftsspielen verabsäumt hatte, neue Aufstellungsvarianten auszuprobieren. Andererseits braucht jedes Team eine Reihe von Spielen in einer fixen Aufstellung, um Vertrauen und Sicherheit zu gewinnen. Ein Dilemma, wenn man so will. Kann ich die Defensivtaktik Kollers gut nachvollziehen, so ist mir absolut unverständlich, warum er ein spanisches Offensivmittelfeldspiel mit Arnautovic, Alaba und Sabitzer aufziehen wollte. Dazu braucht es nicht nur ein grandioses Spielverständnis, sondern neben Disziplin auch eine gehörige Portion Spielerintelligenz. Dass diese Taktik nur in die Hose gehen kann, war eigentlich abzusehen – zumal Alaba in all seinen Spielen immer nur aus dem Rückraum agierte, nie an vorderster Front, zumal Arnautovic das Tempo aus dem Angriffsspiel generell herausnimmt und zumal Sabitzer – wollen wir es freundlich sagen – die internationale Klasse fehlt.

Der Führungstreffer der Isländer – ein Fehler im österreichischen Stellungsspiel – erinnerte frappant an jenen der Ungarn! Die erste Hälfte war jedenfalls zum Vergessen. Die Umstellung in der zweiten Halbzeit – Janko und Schöpf ersetzten mit Ilsanker und Prödl zwei Defensivkräfte – zurück zum gewohnten 4-2-3-1 mit Alaba neben Baumgartlinger im Zentrum und Schöpf als Spielmacher, ließ das Team wieder zur gewohnten Stärke zurückkehren. Plötzlich machten sie – vor allem über links – Druck, plötzlich gelangen die eingespielten Passkombinationen, plötzlich erwachte das verloren geglaubte Selbstbewusstsein, plötzlich merkte man als Außenstehender, dass ein Ruck durch die Mannschaft ging und all das beflügelte die Hoffnung, die man nach der grauenhaften ersten Halbzeit längst begraben hatte.

So wie es aussieht, werden sich Alaba & Co an dieser zweiten Halbzeit aufrichten können. Die Qualifikation zur WM 2018 steht bekanntlich vor der Tür. Dass sich die zwei Schwergewichte in unserer Gruppe – Irland und Wales – in das Achtelfinale gespielt und damit viel Selbstbewusstsein abgeholt haben, dürfte die Ausgangslage unseres Teams nicht gerade verbessern. Sei es wie es sei. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Ach ja, bevor ich es vergesse: Natürlich sollte es Konsequenzen für das Versagen der Mannschaft geben. Wer auch immer den Job für die psychologische Betreuung der Mannschaft inne hatte, gehörte an die Luft gesetzt. Sofort!

Ungarn? Ein Fußballwunder! Bei dem Spiel gegen Portugal blieb einem der Mund vor Staunen offen. Gewiss, die Ungarn konnten befreit das Leder treten – waren sie bereits fix für das Achtelfinale qualifiziert, während die Portugiesen zumindest ein Unentschieden benötigten und bei einer Niederlage die Heimreise hätten antreten müssen. Da können die Nerven schon flattern. Sieht man sich die erste Stunde der Begegnung an, dann erkennt man sofort, dass die Ungarn die Seiten gut zustellten. Im Gegensatz zu den Österreichern, die die größten Probleme mit dem portugiesischem Flankenspiel hatten, ließen die Ungarn  nur selten Hereingaben von den Seiten zu. Den Ungarn gelang es immer wieder, den Ball laufen zu lassen und mit gutem Kombinationsspiel Offensivaktionen einzuleiten; die Portugiesen waren deshalb gezwungen, mehr für die Absicherung zu tun, weshalb sie weniger Beine für ihre Angriffsbemühungen zur Verfügung hatten. Auch waren die Ungarn im schnellen Offensivspiel gefährlich – ein Stangenschuss unterstreicht es. Gut möglich also, dass sie im Achtelfinale die Belgiern ärgern werden – so das ungarische Nervenkostüm hält. Vergessen wir aber auch nicht, dass es die Belgier sind, die in dieser Begegnung unter dem größtmöglichen Druck stehen. Der geheime Favorit soll gegen einen 40-jährigen Torhüter in Jogginghose straucheln? Unvorstellbar! Ja, das dachten sich 8 Millionen Österreicher auch.

Portugal? Es kann nur noch besser werden. Nach der blamablen Leistung in einer der schwächsten Gruppen dieser EM, könnte nun Ronaldo & Co zeigen, was sie wirklich drauf haben. Ihr Achtelfinalgegner Kroatien ist dummerweise mit allen Wässcherchen der Spielkunst gewaschen. Sollten die Portugiesen diese schwere Hürde nehmen, dann stehen sie wohl im Finale und keiner lacht mehr über den vergebenen Elfmeter von Ronaldo. Ja, so absurd kann Fußball sein.

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Belgien tat sich im Spiel gegen die Schweden recht schwer. Seltsam. Weil das Team rund um Ibrahimovic wohl zu den schwächsten dieser EM gehörte. In zwei Spielen gaben sie keinen einzigen (!) Schuss auf das gegnerische Tor ab. Möchte man nicht glauben, aber die Statistik lügt nicht. Mit dieser beschaulichen Leistung werden die Belgier gegen die Ungarn wohl keinen Stich machen. Spannung ist demnach am Rasen, nicht auf dem Papier, garantiert.

Italien? Irland? Man wird sehen, wie sich die beiden Betonmischer im Achtelfinale aus der offensiven Affäre ziehen werden. Ihre Gegner, Spanien und Frankreich, sollten vielleicht ein Abrissunternehmen anheuern, ansonsten wird es mit dem Tore schießen sehr, sehr schwer.