richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schlagwort-Archiv: kalter krieg

Donald Trump und die Korruption der Medien

dav

Wer die Zeitungen gegenwärtig aufschlägt und all die Artikel über Donald Trump liest, muss zum Schluss kommen, dass der neue US-Präsident ein narzisstischer Diktator ist, der mit seinem Größenwahn die heile Welt in den Abgrund reißen will. Die Apokalypse, so dünkt einem, muss wohl knapp bevorstehen. Wie sonst ist es zu erklären, dass die westlichen Medien allesamt in ein Horn blasen? Die Lautstärke ist übrigens beträchtlich.

Mehr von diesem Beitrag lesen

Was uns die TV-Serie Wayward Pines über die Welt verrät

wayward_poster

Haben Sie bereits von der US-TV-Serie Wayward Pines gehört? Kein geringerer als M. Night Shyamalan zeichnete für die erste Staffel (10 Episoden) verantwortlich. Ja, das ist jener Filmemacher, der vor vielen Jahren mit Filmen wie The Sixth Sense, Unbreakable und The Village für Furore sorgte. Tja, aber  der Hype hielt nicht lange an und die Flops sind heute bereits Legende (The Last Airbender, After Earth).

Wie dem auch sei, wer sich für ein unheimliches Katz-und-Maus-Spiel in einer amerikanischen Kleinstadt interessiert, in der nichts ist wie es scheint und der Protagonist (Matt Dillon) anfänglich genauso im Dunkel tappt wie der Zuseher, der ist mit der TV-Serie bestens bedient. Freilich, ein Meisterwerk darf man sich bei alledem nicht erwarten, aber die Spannung reicht, um hängen zu bleiben. Nur gegen Ende schlägt die Serie über die üblichen Genre-Klischee-Stränge und enttäuscht.

Nichtsdestotrotz würde ich die TV-Serie empfehlen. Aber schalten Sie dabei Ihr Gehirn nicht aus, nein, vielmehr verstehen Sie das Ganze als eine Parabel auf die Zeit des Kalten Krieges und des (gegenwärtig andauernden)  War on Terror. Stellen Sie sich nur mal vor, die Filmemacher und die Produzenten und das Studio hätten Eier in der Hose gehabt, die Serie hätte ein Meilenstein in der Geschichte der Mainstream-TV-Literatur werden können. Aber da niemand die Hand beißt, die ihn füttert, bleibt es Ihnen und mir überlassen, die Parabel in allen Details weiterzuspinnen.

Falls Sie nun angebissen haben, dann gucken Sie sich die Serie an und kommen dann an diese Stelle wieder zurück – denn nun beginnen die Spoiler. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Will man den Plot auf den Punkt bringen, dann ist es, dass ein (größenwahnsinniger / menschenfreundlicher ?) Wissenschaftler gesunde Menschen in der Gegenwart auswählt, diese entführt und in einen Tiefschlaf versetzt, um sie tausende Jahre später für ein neues Zivilisationsprojekt heranziehen zu können, da die Menschheit und die Zivilisation, so wie wir sie kennen – dank Umweltverschmutzung und Krankheiten -, aufgehört hat, zu existieren.

Der Wissenschaftler und sein Team sorgen in der Abgeschiedenheit Iowas dafür, dass eine Kleinstadt namens Wayward Pines, umgeben von Bergen und Zäunen, zur letzten Insel der Zivilisation im Jahr 4028 wird. Es steht viel auf dem Spiel, weshalb der Wissenschaftler und seine Helfer danach trachten, die Bewohner zu täuschen, zu beobachten und eventuelle Verfehlungen gegenüber der Gemeinschaft streng zu ahnden. Zusätzlich werden die jüngsten Bewohner in der Schule indoktriniert und darauf vorbereitet, in den kommenden Jahren eine Führungsrolle einzunehmen. Gäbe es da nicht eine Untergrundbewegung, die mittels Anschlägen die „Wahrheit“ ans Licht bringen und flüchten möchte, wäre die Kleinstadt tatsächlich der friedliche Himmel auf Erden.

Nun, in der Serie wird einem bald klar gemacht, dass es eine tatsächliche Gefahr außerhalb der Stadt gibt und die Zivilisation aufgehört hat zu existieren. Aber nehmen wir nur mal an, dem ist nicht so. Mit anderen Worten, wir befinden uns noch immer in der Gegenwart und das Ganze ist nichts anderes als ein behördliches Geheimprojekt (Black Ops). Die Aufgabe der „Kontrolleure“ würde nun darin liegen, den Einwohnern die Illusion einer großen Gefahr, die vor der Stadt lauert, zu verdeutlichen (Ja, das erinnert natürlich an The Village). Dabei könnte sogar der Wissenschaftler selbst ein Getäuschter sein.

Jedenfalls, wenn die Bürger an die Illusion einer Gefahr vor der Stadt glauben, werden sie bereit sein, alles zu tun, um diese „Gefahr“ abzuwenden. So funktioniert Massenbeeinflussung. Damals wie heute. Gestern waren es Kommunisten, die die Welt unterjochen wollten, heute sind es Terroristen, die die westliche Zivilisation in ein blutiges Chaos stürzen möchten und übermorgen sind es Gestaltwandler, die danach trachten, die Menschheit auszurotten. Der Phantasie sind bei alledem keine Grenzen gesetzt – den für gewöhnlich vertauensseligen Menschen muss nur ordentlich Angst eingejagt werden, der Rest ist ein Kinderspiel.

Und jetzt spinnen wir die Sache weiter. Also, die ganze Angelegenheit ist ein behördliches „Forschungsprojekt“ in der Größenordnung des Manhattan-Projekts*. Die Filme-Macher hätten nun Schicht für Schicht die Befehls-Struktur freilegen können, hätten zeigen können, wie geheime (und illegale) Operationen geplant, ausgeführt und geleugnet werden, hätten andeuten können, mit welchen Werkzeugen die Verantwortlichen arbeiten, um beteiligte Leute, die Bescheid wissen („in the know„) bei Stange zu halten: Manipulation, Erpressung, Militärbefehl, Bestechung, Drohung, Schmierkampagne, Mord, usw.

Bei wichtigen geheimen Projekten legen die Verantwortlichen zu mindest drei „Wahrheits“-Schichten fest. Die erste Schicht ist die offizielle Version. Nehmen wir die Ereignisse von 9/11 als Beispiel. Hier ist die erste Wahrheit jene, dass 19 muslimische Selbstmordattentäter vier Flugzeuge entführten und damit in Gebäude flogen bzw. fliegen wollten, um diese zum Einsturz zu bringen. Mit dieser „Wahrheit“ werden nun die Menschen – ob klein, ob groß – tagein tagaus von den Mainstream-Medien gefüttert, sozusagen konditioniert.

Nun gibt es aber Personen, die Fakten kennen, die der offiziellen Version widersprechen. Beispielsweise, dass zwei, der vier „entführten“ Flugzeuge gar nicht erst in der Luft waren. Oder dass alle vier Passagierflugzeuge in den Datenbanken der Fluglinien noch für eine ganze Weile als „aktiv“ gekennzeichnet waren. Oder dass die (Mobil)Telefonanrufe der Passagiere bzw. der Flugbegleiterinnen zu jener Zeit technisch nicht möglich gewesen sind oder dass die Flugzeuge noch keine Telefone im Rücken der Sitze hatten. Mit anderen Worten, die Manager, Direktoren und höheren Bereichsleiter der beiden Fluglinien, die Zugriff zu den relevanten Informationen hatten, wissen, dass die offizielle Version so nicht stimmen kann. Ähnliches trifft auch für die Verantwortlichen in den TV-Stationen zu, die bereit waren, die Flugzeuge in die „Live“-Bilder einzufügen und Anweisung zu geben, was von wem gesagt werden durfte und was nicht.

All diesen Leuten „in the know“ (dazu zählen auch Politiker und Abgeordnete) muss die Behörde also „die Wahrheit“ erzählt haben, die in Wirklichkeit nur eine zweite „offizielle Version“ ist. Beispielsweise könnte man ihnen gesagt haben, dass die Angriffe mit Marschflugkörper erfolgten, die von einem „entführten“ U-Boot, das an der Atlantikküste aufgetaucht ist, abgeschossen wurden.

Was auch immer an diesem Tag geschehen bzw. nicht geschehen ist, auch nach 14 Jahren tappt der Bürger im Dunkel. Während der Gutgläubige all die Widersprüche zur offiziellen Version in den Wind schlägt, wird der Skeptiker das unangenehme Gefühl nicht mehr los, von Politikern, Behörden und Medienhäusern getäuscht worden zu sein. Aber noch unangenehmer für ihn ist die Befürchtung, dass es diese behördlich-mediale Täuschung seit vielen, sehr vielen Jahren gibt. Ja, nichts ist, wie es scheint, in Wayward Pines

update: Die bisher letzte [große Krisen- und Verschwörungsepoche] habe mit den Anschlägen auf Amerika vom 11. September 2001 begonnen. In manchen Kreisen – nicht nur bei Rechtsradikalen – ist wider alle Fakten die Idee sehr populär, die USA (respektive „die Juden“) hätten den Angriff vom 11. September selbst inszeniert.

Wo dunkle Mächte wirken
Süddeutsche Zeitung, 1. Jänner 2016

*) ehrlich gesagt, ich frage mich, was in der „Forscherstadt“ Los Alamos wirklich vor sich gegangen ist

Afghanistan 1980 vs. Syrien 2015: Der Vergleich macht Sie sicher.

Eigentlich ist es ganz einfach. Wirklich.

Eigentlich ist es ganz einfach. Wirklich.

Als am 25. Dezember 1979 sowjetische Truppen die Grenze zu Afghanistan überschritten, war ich gerade mal 11½ Jahre jung und wusste nur so viel, dass dem Ostblock nicht zu trauen ist und dass dieser die alleinige Weltherrschaft anstreben würde. Einzig die Westmächte, allen voran die USA, waren in der Lage, dieser Bedrohung zu begegnen. Ja, damals wusste ich und all die anderen gutgläubigen Bürger nichts von dem, was hinter der geopolitischen Kulisse ablief. Und weil ich befürchte, dass es heutzutage nicht anders ist, braucht es hin und wieder eine kurze und hoffentlich erhellende Aufklärungslektion.

Zuerst muss man wissen, dass der Kalte Krieg eine Erfindung Washingtons ist. Sehen Sie, die UdSSR wäre alleine nicht in der Lage gewesen, die Deutsche Wehrmacht zu schlagen – es brauchte einerseits Unmengen an Rüstungsgütern und Knowhow von Seiten der USA (Lend-Lease-Act), andererseits Spionagenachrichten (Spion Werther im OKH) und eine zweite bzw. dritte Front im Westen. Nach 1945 war die UdSSR ausgeblutet und wenn es nach General George Patton ging, hätte man die Sowjets damals aus Europa verjagen sollen. Militärisch hätte das keine große Mühe gemacht, aber Washingtons Elite dachte nicht daran, den Osten Europas zu befreien, ganz im Gegenteil. Die Gründe sind mannigfaltig, aber einer davon war, Moskau in Zukunft als allmächtigen Gegenpol und Feind darzustellen.

Ich verzichte auf die Auflistung all der amerikanischen Interventionen in souveränen Ländern zwischen 1945 und 1979, das würde den Rahmen sprengen. Historischer Fakt ist, dass Washingtons politische Elite im Ausland nach Belieben schalten und walten konnten – dank eines Mainstream-Apparates, der das Narrativ »Osten=böse und Westen=gut« bis zum Erbrechen in die Köpfe der Bürger verankerte: Da wurden demokratisch gewählte Regierungen abgesetzt, Revolutionen geschürt, Diktatoren eingesetzt, Regimegegner umgebracht, souveräne Staaten destabilisiert, Terrorbanden unterstützt und Kriege vom Zaun gebrochen. Die Begründung Washingtons war immer die gleiche: Fällt ein Land dem Kommunismus anheim, folgt das nächste und so fort. Diese Dominotheorie war nichts anderes als der Persilschein für größenwahnsinnige Schlüsselspieler in Washington.

Würden Sie heute einen Journalisten oder Politiker fragen, was in Afghanistan 1979/1980 geschehen ist, werden Sie für gewöhnlich das Mainstream-Narrativ hören: Die UdSSR wollte sich widerrechtlich Afghanistan aneignen. Aber warum wollte sie das? Weil die Kommunisten nach der Weltherrschaft strebten, heißt es dann. Klingt gut, ist aber falsch. Als die sowjetischen Truppen die Grenze zu Afghanistan überschritten, taten sie es, um der demokratisch gewählten (!) Regierung in Kabul zu helfen. Vor wem musste die Regierung und die Bürger geschützt werden? Vor muslimischen Terrorgruppen, die mit blutigen Übergriffen das Land ins Chaos stürzen wollten. Und hier zeigt sich eine erste frappante Ähnlichkeit zur gegenwärtigen Lage in Syrien: Auch dort versuchen muslimische Truppenverbände mittels Blut und Schwert die Regierung zu entmachten.

Die zweite frappante Ähnlichkeit ist, dass Moskau den beiden bedrängten Regierungen zu Hilfe geeilt ist und Washington dies in beiden Fällen scharf kritisiert hat. Damals, während des Kalten Krieges, konnte die westliche Presse ohne Probleme alle Welt davon überzeugen, dass es die Sowjetunion war, die völkerrechtswidrig in ein souveränes Land einmarschiert ist und es besetzt hält. Deshalb machte es für alle Sinn, dass Washington als Antwort auf diese Handlung Moskau wirtschaftlich, politisch und sportlich boykottierte.

Die dritte frappante Ähnlichkeit ist der Umstand, dass diese muslimischen Terrorgruppen nicht der Hölle entstiegen sind, sondern gezielt nach Afghanistan bzw. Syrien eingeschleust wurden. Diese „Gotteskrieger“ waren schlicht und einfach Söldner, die von Seiten Washingtons (und dessen Verbündeten) ausgebildet, indoktriniert, angeleitet und in die jeweiligen Zielländer eingeschleust wurden. Osama bin Laden war einer von vielen Kontaktpersonen, die Söldner anwarben und finanzierten – im Auftrag von Washington (und dessen Verbündeten). Falls Sie nun den Kopf schütteln und meinen, ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank, dann hören Sie, was Zbigniew Brzezinski, der damalige Berater von Präsident Jimmy Carter, zu sagen hat:

nouvel observateur: »Der ehemalige Direktor des CIA, Robert Gates, sagt in seinem Buch, dass die USA die Mudschahedin in Afghanistan bereits sechs Monate vor der sowjetischen Invasion unterstützten. Zu dieser Zeit waren Sie der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Jimmy Carter und haben damit eine wesentliche Rolle in dieser Angelegenheit gespielt. Können Sie die Aussage von Robert Gates bestätigen?«
zbigniew brzezinski: »Ja. In der offiziellen Version des CIA begann die Unterstützung der Mudschahedins im Laufe des Jahres 1980, also nach dem die sowjetische Armee am 24. Dezember 1979 einmarschiert ist. Aber die Wirklichkeit, die bis jetzt geheimgehalten wurde, ist gänzlich anders: Es war am 3. Juli 1979, als Präsident Carter die erste Direktive für verdeckte Hilfsleistungen gab, die Gegnern des pro-sowjetischen Regimes in Kabul zugute kamen. An diesem Tag habe ich dem Präsidenten eine Notiz zukommen lassen, in der ich ihm erklärte, dass durch diese Hilfe die Sowjets dazu verleitet werden, eine militärische Intervention durchzuführen.«

Vincent Jauvert, Les Revelations d’un ancien conseiller de Carter
Nouvel Observateur No. 1732 vom. 15.01.1998

Verstehen Sie vielleicht jetzt, warum dieser Kriegerhaufen Islamische Staat (IS/ISIS) bis jetzt nicht in die Knie gezwungen werden konnte? Weil er bis dato von Seiten Washingtons (und dessen Verbündeten) gehegt und gepflegt wurde, d.h., die willigen Männer werden ausgebildet, indoktriniert, bezahlt und ausgerüstet.

At least three years of US efforts to train rebels to overthrow the Syrian government has produced, as General Lloyd Austin, Commander of US Central Command, testified last month, “four or five” trained and vetted “moderates” in Syria. The $500 million appropriated for this purpose has disappeared.
Ron Paul

The CIA began a covert operation in 2013 to arm, fund and train a moderate opposition to Assad. Over that time, the CIA has trained an estimated 10,000 fighters, although the number still fighting with so-called moderate forces is unclear.
Associated Press

Immerhin stellt sich nun das US-Finanzministerium (!) die Frage, woher diese Terror-Milizen all diese nagelneuen Toyota-Trucks haben. Das Unternehmen Toyota weist alle Spekulationen zurück und meint, man habe eine „wir verkaufen an keine Terroristen“-Politik. Aha. Die Frage bleibt also offen. Weiters muss man sich auch fragen, woher diese Banden ihr Benzin für all diese Autos beziehen und wie sie es logistisch verteilen. In einer recht kahlen Landschaft wäre es recht auffällig, mit Tanklastwagen herumzufahren – vor allem in Zeiten der Satelliten- und Luftraumüberwachung.

zerohedge: The scholars, who have previously given evidence before the UK Parliamentary Foreign Affairs Select Committee, further report that despite large convoys transporting IS oil through Syria, Iraq and Turkey, “allied US air-raids do not target the truck lorries out of fear of provoking a backlash from locals” (although killing up to a thousand Syrian civilians is apparently fine). As a result, “the transport operations are being run efficiently, taking place most of times in broad daylight”.

paper: ISIS EXPORT GATEWAY TO GLOBAL CRUDE OIL MARKETS

George KIOURKTSOGLOU &Dr Alec D COUTROUBIS
University of Greenwich, London
Kein Wunder also, dass die ersten sowjetischen Luftschläge gegen IS-Ziele erfolgreich ausfielen. Im Gegensatz dazu blieb die US-Luftwaffe, die völkerrechtswidrig und damit illegal in Syrien herumbombt, recht harmlos – vermutlich, weil Pentagon primär den „gemäßigten“ Rebellen Luftunterstützung gewährt und somit den Weg unabsichtlich absichtlich für ISIS freiräumt.
.
Übrigens waren es nicht die Mudschaheddin, sondern vielmehr deren vom Pentagon zur Verfügung gestellte Ausrüstung, die die Sowjettruppen in den 1980ern aus Afghanistan vertrieben, beispielsweise: Kommunikationseinrichtungen, präzise Scharfschützengewehre mit großer Reichweite, Panzerabwehrraketen, (US-Marine-)satellitengestützte Zieleinrichtungen für Mörser, das effektive Flugabwehrraktensystem Stinger, sowie Zeitzünder und tonnenweise C-4 Plastiksprengstoff für Sabotageaktionen. Hätte damals die sowjetische Luftwaffe ungehindert ihre Search-and-Destroy-Missionen gegen die feindlichen Nachschubwege fliegen können, wäre der „Krieg“ in Afghanistan bald zu Ende gegangen. Aber dank der amerikanischen Stinger-Flugabwehrrakete, die ein Mann „idiotensicher“ vom Boden aus abfeuern konnte, mussten die Missionen eingeschränkt bzw. aufgegeben werden. Dass die Terrortruppen in Syrien ebenfalls mit Stinger-Raketen ausgerüstet worden seien, behauptete bereits 2012 ein russischer General.
.
Mit anderen Worten, der von Washington initiierte Regimewechsel in souveränen Ländern erfolgt immer nach dem gleichen Schnittmuster – siehe auch Libyen und Ukraine:

. geheime Hilfe von Regierungsgegner (Geld, Kontakte, Netzwerk, NGOs …)
. Negative Presse für die Regierung (undemokratisch, despotisch, gefährlich, …)
. Positive Presse für Regierungsgegner (freiheitsliebend, mutig, Underdog, pro-westlich, …)
. Massendemonstrationen und Streiks werden initiiert und durch die Presse aufgebauscht

Tritt die Regierung friedlich ab, sprechen wir von einer Color-Spring-Revolution.
Falls nicht, geht es weiter im Programm:

. Eskalation durch Gewaltanwendung von „Polizeikräften“ (Agent Provocateure)
. Washington sorgt für außenpolitischen Druck gegenüber der Regierung
. blutige Übergriffe von „Regierungstruppen“ (Agent Provocateure)
. „Bürgerkrieg“ (Söldnerbanden)
. Washington erklärt das neue pro-US-Regime als legitime Regierung und sorgt für gute Presse. Vorhang.

Von alledem werden Sie in der Qualitätszeitung Ihrer Wahl nichts lesen.
Niemand pisst auf die Hand, die ihn füttert. Willkommen in der Realität.

Sind Sie verwirrt? Ja? Dann bin ich beruhigt.

Confused_1938

Wir leben in einer seltsam-merkwürdigen Epoche, finden Sie nicht auch? Da fallen (malaysische) Flugzeuge vom Himmel, der Ölpreis sinkt und sinkt und sinkt (dabei erinnert man sich dunkel, dass viele Experten noch vor wenigen Jahren davor gewarnt hatten, dass der Peak bei den Erdölfördermengen schon bald erreicht werden und die steigenden Preise zu einem Kollaps führen würden), muslimisch-rebellische Despoten-Regime verbreiten in Afrika, Afghanistan und dem Nahen Osten Angst und Schrecken, vermummte Terroristen metzeln sich professionell-comicös durch Paris, westliche Staatsoberhäupter haben über Russland einen Wirtschaftsboykott verhängt (aber marschieren wenig später Hand in Hand, sozusagen im Gleichschritt, um eine französische Satire-Zeitung vor dem Bankrott zu retten), in der Ukraine tobt Krieg (aber keiner dürfte es noch bemerkt haben), die Schweiz entkoppelt ihren Franken vom Euro (Kredite in CHF jemand?), in einem Hollywood-Film von Sony wird die Ermordung des ewigen Präsidenten Nordkoreas persifliert, woraufhin nordkoreanische IT-Militärs (häh?) das Netzwerk des japanischen Konzerns hacken (und dies in Washington als Angriff auf die USA gesehen wird), die Bewegung PEGIDA und ihre Ableger sorgen in der „Lügenpresse“ (Unwort des Jahres) für Furore, pardon, Furor, der Mainstream will die Freiheit im Internet verteidigt wissen (gegen Bürger, die sich ernsthaft Gedanken über die Geschehnisse in dieser Welt machen), Ankara und Tel Aviv beflegeln sich, eine hochrangige Beamtin des US-Außenministeriums (ihre Vorfahren lebten im russischen Zarenreich) mischt im Ukraine-Konflikt mit und verflucht dabei die Führungsriege der EU, die den US-Kurs nicht schnell genug umsetzt („f*ck the EU“), ein attraktiver Mann, der eine unattraktive Frau mit Bart verkörpert, wird Gewinner des EU-Song-Contests und ziert für eine Weile die Werbeplakate eines italienischen (!) Bankkonzerns …

Was mich immer wieder stutzig macht, bei alledem, ist der Umstand, dass die Journalisten – manche um viele Jahre jünger als ich – ohne mit der Wimper zu zucken wissen, was Sache und was Wahrheit ist. Ich habe über drei Jahre damit verbracht, Nachforschungen anzustellen, um dem einen oder anderen geschichtlich-politischen Ereignis auf den Grund zu gehen, und das Einzige, was ich mit absoluter Sicherheit sagen kann, ist, dass ich der Wahrheit nur im Ansatz nahe gekommen bin. Wie ist es also möglich, dass eine Zeitung, sei sie in Wien, sei sie in New York, die Wahrheit kennt? Diesbezüglich schreibt der deutsche Geschichtsphilosoph und Kulturhistoriker Oswald Spengler im Jahr 1922:

Was ist Wahrheit? Für die Menge das, was man ständig liest und hört. Mag ein armer Tropf irgendwo sitzen und Gründe sammeln, um „die Wahrheit“ festzustellen es bleibt seine Wahrheit. Die andre, die öffentliche des Augenblicks, auf die es in der Tatsachenwelt der Wirkungen und Erfolge allein ankommt, ist heute ein Produkt der Presse. Was sie will, ist wahr. Ihre Befehlshaber erzeugen, verwandeln, vertauschen Wahrheiten. Drei Wochen Pressearbeit, und alle Welt hat die Wahrheit erkannt.

Oswald Spengler
Der Untergang des Abendlandes – Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte
Zweiter Band: Welthistorische Perspektiven,  S. 579
C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München 1922

 

Betrachtet man all diese Ereignisse der letzten Zeit in einem „illuminierten“ Licht, dann dünkt mir, dass da etwas im Busch liegt. Gut möglich, dass es vorerst nur darum geht, die Meinungsfreiheit im Internet unter Kontrolle zu bringen. Political correctness und speech codes werden Stück für Stück gesetzlich verankert – all das geschieht freilich im Namen der Rechtmäßigkeit, gilt es doch dem Hass und der Hetze einen Riegel vorzuschieben. So könnte es geschehen, dass Sie verhaftet werden, weil Sie auf Ihrem Weblog oder auf Ihrer facebook-Seite die Meinung vertreten, der Anschlag von letzter Woche rieche verdächtig nach einer false flag Operation ausländischer Geheimdienste. Oder Sie scherzen „I feel like Charlie Coulibaly„. Glauben Sie nicht? Sollten Sie aber.

*

P.S.: In Bezug auf die westlichen Angriffe gegen Moskau bin ich mir noch nicht im Klaren. Möchte Washington und London wieder den Kalten Krieg vom Zaun brechen? Geht es darum, jene geopolitische Ordnung herzustellen, die Orwell in seinem Roman 1984 vorausgeahnt hatte: Oceania, Eurasia, Eastasia? Washington (bzw. jene, die Washington kontrollieren) scheinen jedenfalls Moskau unter Putin in die Knie zwingen zu wollen. Deshalb der fallende Ölpreis, deshalb der Boykott, deshalb die Schmierkampagnen des westlichen Mainstreams. Oder hat alles nur mit Syrien zu tun? Mit Iran? Da Moskau mit diesen beiden Ländern eng verbunden ist, steht es einer möglichen westlichen Militär-Intervention im Wege. Tel Aviv macht bekanntlich keinen Hehl daraus, gegen Iran Krieg führen zu wollen. Und in Syrien tauchen immer wieder (muslimische) Rebellenfraktionen auf, gut ausgerüstet und instruiert, deren Ziel es sein dürfte, nach dem Zusammenbruch der syrischen Streitkräfte eine pro-westliche Regierung einzusetzen.