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Bezahl mich oder Ein Märchen ohne Hoffnung als E-Book

Dirne: Geh, ein Sechserl für’n Hausmeister gib mir wenigstens!
Soldat: Ha! … Glaubst, ich bin deine Wurzen … Servus! Leocadia …
Dirne: Strizzi! Falott!
Er ist verschwunden.
Dialog entnommen: Reigen
Arthur Schnitzler

So! Mein 1oseitige Text Der blaue Smaragd – ein Märchen ohne Hoffnung ist nun gratis erhältlich. Gratis? So gut wie. Als Bezahlung reicht mir ein Posting in einem der vielen Sozialen Netzwerke. Also facebook, twitter, xing und wie sie alle heißen. Dadurch wird der Text viral verbreitet. Vielleicht. Da sich das Märchen kritisch mit der gegenwärtigen Konsumgesellschaft auseinandersetzt, ist es auch für Kinder und Jugendliche bestens geeignet. Auch wenn meine Erfahrung in einer Schulklasse, nun ja, zeigt, dass es nicht so einfach ist, die jüngeren Generationen wachzurütteln. Aber ein Versuch ist es allemal wert, oder? Hier der Link, der auf die relevante Seite führt, auf die hingewiesen werden sollte, im Posting oder Tweet: https://1668cc.wordpress.com/smaragd oder kurz  http://wp.me/P48Ii-1BO

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Pay with a tweet?

Auf die Idee, mit einem Posting zu »bezahlen«, hat mich der Kommentar von Michael gebracht, der auf das Service von ‚Innovative Thunder‘ verwies, die ursprünglich ihr eigenes Buch oh my god what happened and what should i do damit promoten und viral verbreiten wollten (ich habe es mir mit einem Tweet herungergeladen und kurz reingeblättert – es richtet sich vor allem an Marketing und Werbe-Leute und hat durchaus anregende Ideen zu bieten). Hier der Link zum Service, wo man einen Button für seine Webseite erstellt: www.paywithatweet.com

Bitte sehr, bitte gleich: ein Märchen ohne Hoffnung

Wer mit einem sozialen Netzwerk nichts am Hut hat oder meint, er möchte nicht für die Katze im Sack bezahlen, voilà, hier ist das E-Book (PDF) zum herunterladen. Wenn man eines lernt, im Web2.0-Universum: versuche nicht, die Leute zu etwas zu zwingen. Das funktioniert nicht. Das heißt aber nicht, dass man sich dann zum Bettler und Bittsteller verdrehen muss. Nope. Take it or leave it, heißt das Motto des Spiels. Ob man dieses Spiel jemals gewinnen wird können? Hey, König Midas hat auch alles in Gold verwandelt, was er angegriffen hat, oder?

Du möchtest den Text mit Illustrationen verhübschen?

Falls du Ideen hast, den Text mit Grafiken, Illustrationen oder Zeichnungen zu verhübschen, tät mich das sehr freuen. Am besten, du kommentierst hier und verweist mit einem Link auf deine grafischen Ergüsse. Ich überlege mir einstweilen, wie man die Bilder mit dem Text kombinieren kann.

Wie das System funktioniert: Wachau, die Bahn und eine Pumpe

In den beiden „Die Presse“-Artikel von Hermann Knoflacher (link), Professor emeritus am Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der Technischen Universität Wien und Wilfried Posch (link), der bis 2008 Leiter der Lehrkanzel für Städtebau an der Universität für Gestaltung Linz. Mitglied des Österreichischen Nationalkomitees Icomos, geht es um die Einstellung der Wachaubahn und die Ersatzbedienung mit Autobussen. Die beiden Verfasser sprechen sich gegen die Einstellung der Bahn aus. Das ist gut so.

 

Wachau
Burg Dürnstein in der Wachau (Wikipedia)

Wenn man mich einmal fragen wird, wie es dazu kommen hat können, dass ein (Wirtschafts- und Gesellschafts-)System unsere kleine Welt auf den Kopf hat stellen können, dann ist die Antwort nicht leicht. Vielleicht hilft uns die Diskussion um die Wachaubahn, zu verstehen, wie das System funktioniert.

Die Bahn wurde vor Jahren vom Bund, also dem Staat Österreich, an das Land Niederösterreich „verkauft“ bzw. übergeben. Das Land Niederösterreich hat also den Rechenstift angesetzt und bemerkt, dass die „Nebenbahn“ unrentabel ist und beschlossen, diese still zu legen. An ihrer Stelle werden nun Post-Busse eingesetzt. Das klingt vernünftig, für einen wirtschaftlich denkenden Menschen, weil das Unrentable durch weniger Unrentables ersetzt wird.

Die Frage, die wir uns allesamt stellen müssen – früher oder später: Was wollen wir uns leisten? Aber weil diese Frage nicht und nicht gestellt wird, weil man sich vor den Antworten fürchtet, tut jeder, was er tun muss: er wirtschaftet nach bestem Gewissen.

Wir leben in einer Welt, in der das Zählbare, das Quantifizierbare über dem Nicht-Zählbaren, wie Qualität oder Seelenheil, gestellt wird. Eine Statistik, eine Auswertung, ein Zahlenspiel wird immer einem Bauchgefühl überlegen sein. Noch gibt es moralische, ethische Grenzen, die auch die größten Zahlenspieler nicht zu übertreten wagen (z.B. Abschaffung der Pflegeheime, die per se hohe Kosten verursachen), andererseits, in Stein gemeißelt sind diese Grenzen auch wieder nicht.

Das System, in dem wir leben, reißt und zerrt und fordert, so lange, bis es bekommt, was es will. Aber unersätlich, wie es ist, will es mehr, mehr, mehr. Es ist der „Blutpumpe“ von Verdun zu vergleichen, deren Idee ein gewisser Herr von Falkenhayn hatte. Auch er betrieb ein Zahlenspiel. Nicht mehr. Mit dieser zynischen Bemerkung soll nur gezeigt werden, in welche Richtung gewisse Rechenkünste gehen können. Und immer wird es heißen: ich musste so handeln, es blieb mir nichts anderes über, die Umstände (das System) verlangten es. Damals wie heute.

So lange wir uns also in einem System befinden, das fast zur Gänze aus einer Zahlenspielerei von Münzen besteht, so lange werden wir nicht frei sein. Ja, ja.

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