richard k. breuer

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Die blinde Wut der tollwütigen Presse

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Liest man gegenwärtig als aufgeklärter und skeptischer Bürger die sogenannte Qualitätspresse bezüglich US-Präsident Donald Trump, ist es, als würde man von einem tollwütigen Hund gebissen werden. Der Schaum tropft förmlich aus den Zeitungsseiten. Bestes Beispiel dafür: der (oben angefügte) Kommentar von RAU im Der Standard vom 18./19. Februar d. J.

Ich frage mich, ob RAU die Pressekonferenz (youtube), über die er schreibt, überhaupt gesehen hat. Ich vermute, er hat einfach nur mal die internationalen Agenturmeldungen und die Op-Eds in der New York Times und Washington Post überflogen. Ansonsten muss man befürchten, dass der Autor in einer fürchterlichen Phantasiewelt lebt. Gewiss, ein Journalist der sog. Qualitätspresse lebt nun mal in seiner Bubble, in seiner Filterblase. So kommt es ihm gar nicht erst in den Sinn, dass er falsch liegen könnte, mit seinen verqueren Gedankenkonstruktionen – schreiben doch die anderen westlichen Medienhäuser in die selbe Richtung. Aber langsam dämmert es dem gewöhnlichen Bürger, dass etwas faul ist, im Staate Dänemark. Es tun sich immer wieder seltsame Widersprüche auf, die nicht erklärbar sind. Präsident Trump, so heißt es in der Presse, sei eine Gefahr für die Menschheit und müsse zum Psychiater – dabei ist er es, der ein friedliches Auskommen mit Russland und Putin anstrebt und nicht, wie Hillary Clinton, einen neuen Kalten Krieg einläuten und dabei einen Weltkrieg provozieren will. Hört man sich dann noch eine seiner Wahlkampfreden an, scheint es, als würden die Verrückten das Sagen in der Irrenanstalt haben:

[meine Übersetzung:] »In 26 Tagen werden wir diesen großartigen Bundesstaat (Florida) gewinnen und damit das Weiße Haus. Unsere Bewegung wird darangehen, das gescheiterte und korrupte – nun, wenn ich sage ‚korrupt‘, dann meine ich völlig korrupt – politische Establishment mit einer neuen Regierung ersetzen, die von euch, dem amerikanischen Volk kontrolliert ist.

Es gibt nichts, was das politische Establishment nicht tun würde – keine Lüge, die sie nicht erzählen werden, um ihr Ansehen und ihre Macht auf eure Kosten zu erhalten. Und das ist genau das, was gerade geschieht. Das Establishment in Washington und die Finanz- sowie Medienkonzerne, die dieses unterstützen, existieren nur aus einem Grund: um sich selbst zu bereichern und zu beschützen.

Das Establishment hat Billionen von Dollars in dieser Wahl zu verlieren. Hier ein Beispiel: nur ein einziges Handelsabkommen, das das Establishment durchbringen möchte und das von vielen Staaten, Konzernen und Lobbyisten kontrolliert wird, ist Billionen von Dollars wert.

Jene, die an den Hebeln der Macht in Washington sitzen, gemeinsam mit den Globalisten, sie gehen eine Partnerschaft mit Leuten ein, die nichts Gutes für euch im Sinn haben. Unsere Kampagne stellt eine existenzielle Bedrohung für sie dar, wie sie sie noch nie zuvor gesehen haben.

Das ist nicht einfach nur eine weitere Wahl für 4 Jahre. Das ist eine Wegscheide in der Geschichte unsere Zivilisation und der eingeschlagene Weg wird bestimmen, ob wir, das Volk, die Kontrolle über unsere Regierung zurückbekommen werden.«

Sie werden jetzt vielleicht einwerfen, dass der größenwahnsinnige Donald Trump ein Populist sei und deshalb alles sagen würde, um ins Oval Office zu kommen. Vielleicht spielt er auch nur allen etwas vor. Mag sein, dass es sich so oder so verhält – wer kann schon in die Seele eines Menschen blicken? – aber seine bisherigen Aussagen treffen oftmals (nicht immer) punktgenau ins Schwarze. Der Mainstream versucht davon natürlich abzulenken. Man stelle sich vor, die Masse würde aus ihrem künstlichen Tiefschlaf aufwachen und endlich einmal das Establishment zur Verantwortung ziehen. Deshalb ist Präsident Trump eine solch existenzielle Gefahr für Washington und London, deshalb werden die westlichen Medienhäuser wie tollwütige Hunde auf ihn losgelassen. Da diese den Querulant im Weißen Haus nicht zum Schweigen bringen können – dank Social Media spricht er direkt zu den Leuten auf der Straße – versucht seine Gegnerschaft ihn für verrückt zu erklären. Auf diese Weise soll der gewöhnliche Bürger davon abgehalten werden, auf den Inhalt von Donald Trumps Reden zu achten.

All die Journalisten und Redakteure, die längst auf Mainstream-Schiene gebracht wurden – der 90-jährige Hugo Portisch ist da leider keine Ausnahme -, können gar nicht die gegenwärtige politische Lage in den USA (und der Welt) erklären. Von einem Deep State wollen sie nichts wissen, ja sie tun gerade so, als handle es sich um eine blödsinnige Verschwörungstheorie. Dabei gäbe es zahlreiche gut dokumentierte Studien und Analysen, die zum Schluss kommen, dass die USA mehr einer (korrupten) Oligarchie als einer (demokratischen) Republik gleicht. Dass dieser Deep State für den Tod des unangenehmen John F. Kennedy verantwortlich ist, der daran dachte, mit dem Erzfeind UdSSR ins Gespräch zu kommen und die beginnende Intervention in Vietnam zu beenden, können die Journalisten natürlich nicht zugeben. Diese Medienleute glauben auch noch immer, dass es zwei Reporter der Washington Post waren – einer davon Ex-Militärgeheimdienstler – , die den Watergate-Skandal aufdecken und damit einen lästigen Richard Nixon zur Abdankung zwingen konnten – tatsächlich war es einfach nur ein subtiler Coup d’Etat des Deep State, nicht mehr, nicht weniger. Und von der (ehemaligen?) CIA-Operation Mockingbird – die Infiltration sowie Manipulation der US-Medien durch CIA-Leute – wissen heutzutage die Herren und Damen in den Redaktionen natürlich auch nichts. Gott bewahre!

Vielleicht könnte die Standard-Redaktion wenigstens das (ins Deutsche übersetzte) Transkript der Pressekonferenz abdrucken. Dann kann sich der Leser selbst einen Eindruck machen, ob es sich tatsächlich um eine dämonische Tirade handelte oder ob die Journalistenbrut einfach nur teuflische Bengel sind, die nicht gerne über ihre Sünden belehrt werden wollen:

[meine Übersetzung:] »Unglücklicherweise sprechen die Medienhäuser in Washington, New York und speziell Los Angeles, nicht für das amerikanische Volk, sondern vielmehr für spezielle Interessensgruppen und für jene, die von einem offensichtlich sehr, sehr unfairen System profitieren. Die Presse ist so unehrlich geworden, dass, wenn wir nicht darüber sprechen, wir dem amerikanischen Volk einen äußerst schlechten Dienst erweisen. Wir müssen darüber reden, um herauszufinden, was da los ist, da die Presse außer Rand und Band ist. Der Grad an Unehrlichkeit ist jenseitig.«

Übrigens, kann mir jemand sagen, warum es in Österreich noch immer eine Presseförderung gibt? Warum soll der Steuerzahler für seine Gehirnwäsche zahlen? Ziemlich unverschämt, meinen Sie nicht? Darüber gilt es später noch en detail zu befinden, aber behalten Sie die Sache mal im Hinterkopf.

Wie Propaganda funktioniert am Beispiel von jetzt.de

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Im News-Portal jetzt.de, das für junge Leute gedacht ist, gibt es ein lehrreiches Propaganda-Stück unter folgendem Titel zu lesen: Tausch: American Dream gegen München-Neuperlach Der Cop, der vor Trump nach München fliehen will [link]

Es gilt, gerade nach dem US-Wahlkampf, zwischen Fakt und Fiktion zu unterscheiden und Fake-News im Mainstream zu entlarven. Nach dem überraschenden Sieg von Donald Trump versuchen die westlichen Mainstream-Medien Öl ins Feuer zu gießen und die Anti-Trump-Stimmung vor allem bei jungen und noch unerfahrenen Menschen weiter zu entfachen und diese zum Protest aufzurufen. Der vorliegende Artikel in jetzt.de ist als klassisches Propaganda-Werk einzustufen. Hier geht es nur um das Bauchgefühl eines einzelnen Bürgers und trotzdem wird es auf die Stimmung in ganz Nordamerika umgelegt. Würde man das auch mit dem Bauchgefühl eines Trump-Wählers machen? Wäre es nicht an der Zeit, endlich einmal jene Amerikaner vor die Kamera zu holen, die deshalb Trump wählten, weil sie mit dem politischen und wirtschaftlichen Status Quo unzufrieden sind? In diesem Artikel erzählt eine junge Schwarze, warum sie ihre Stimme Trump gab. Und bedenken Sie, dass 2008 eine Vielzahl der Trump-Wähler Barack Obama das Vertrauen aussprach. Übrigens, wenn richtig gezählt wurde, dann gewann Trump von 3137 Counties (Wahlsprengel) mehr als 2700.

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Scheiterhaufen und Shitstorm, Mittelalter und Cyperspace: Die Verdrehung des Faktischen von Herrn Nuhr

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Der Kabarettist, Autor und Moderator Dieter Nuhr fabuliert in einem FAZ-Essay über die gegenwärtigen hexenprozessähnlichen Zustände in den Social Media Kanälen. Sein Aufsatz beginnt wie folgt:

Ich habe mit einem Twitter- und Facebook-Post – „Meine Familie hat demokratisch abgestimmt: Der Hauskredit wird nicht zurückgezahlt. Ein Sieg des Volkswillens!“ – satirisch-ironisch darauf hingewiesen, dass man den Bruch eines Kreditvertrages nicht durch demokratische Abstimmung legitimieren kann.

Sodann erfolgt sein Versuch, diese satirisch-ironisch gemeinte Erkenntnis, über die man natürlich gerne diskutieren dürfe, als selbstverständlich (Wahrheit) zu erklären. Aber eine Diskussion schien nicht mehr möglich.

Was allerdings im Internet im Anschluss an mein Posting passierte, hatte nichts mit einer Diskussion zu tun. Ein sogenannter Shitstorm, ein neues und nur im Internet vorzufindendes meteorologisches Phänomen, zog auf. Für den digital Unbedarften sei erklärt: Ein Shitstorm ist ein Massenauflauf, der zum Ziel hat, den Andersmeinenden durch massenhaften Bewurf mit verbalen Exkrementen mundtot zu machen.

Die moderne Hexenverfolgung, die in der Verkleidung eines Shitstorms daherkommt, lässt Nuhr nachdenklich werden. Fein. Aber die Sache hat einen Fehler. Der Autor von Büchern wie „Der Ratgeber für alles“ oder „Das Geheimnis des perfekten Tages“ hat entweder keine Ahnung von den wirklichen Dingen da draußen oder er hat eine Ahnung, schreibt aber nur das, was die Auftraggeber wünschen. Die erste Frage, die man sich stellen sollte, ist jene, warum ein Kabarettist und volkspopulistischer Sachbuchautor über solch ein ernsthaftes Thema schreiben darf. Nicht etwa in einem Provinzblatt, nope, sondern in der renommierten FAZ.

Falls Sie der Meinung sind, dass die vergangene und gegenwärtige Welt so ist, wie sie Ihnen in der Presse, in den Geschichtsbüchern oder in den TV-News präsentiert wird, wenn Sie der Meinung sind, dass die von Ihnen legitimierte Obrigkeit niemals lügt, dann können Sie an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören. Es hätte keinen Sinn. Nicht für Sie. Nicht für mich. Sie können davon ausgehen, dass Herr Nuhr nicht mehr weiterlesen würde.

Gehen Sie davon aus, dass es Kräfte im Hintergrund gibt, die an vielen Fäden ziehen.

Seit ich in der Politik bin, haben sich mir immer wieder Männer anvertraut. Einige der größten Unternehmer der Vereinigten Staaten haben vor etwas Angst. Sie wissen, das es da irgendwo eine Macht gibt, die so organisiert, so subtil, so wachsam, so verzahnt, so vollständig, so durchdringend ist, dass sie besser nur flüstern, wenn sie darüber sprechen. [meine Übersetzung von:] Since I have entered politics, I have chiefly had men’s views confided to me privately. Some of the biggest men in the United States, in the field of commerce and manufacture are afraid of something. They know there is a power somewhere so organized, so subtle, so watchful, so interlocked, so complete, so pervasive, that they better not speak above their breath when they speak in condemnation of it.

Woodrow Wilson
28. Präsident der USA (1913 bis 1921)
The New Freedom: A Call for the Emancipation of the Generous Energies of a People, New York and Garden City, 1913.

Wenn Sie ebenfalls davon ausgehen, dass es diese Macht gegeben hat und noch immer gibt, dann werden Sie vergangene und gegenwärtige Ereignisse besser einordnen können. Viele Geschehnisse, die sonst keinen rechten Sinn machen würden, erklären sich wie von selbst.

Also, kommen wir zurück zum Thema. Herr Nuhr geht davon aus, dass die Hexenverfolgung eine Angelegenheit der „pöbelnden Masse“ gewesen sei. Doch warum war sie es nicht vorher und nicht nachher? Gut, die Aufklärung, werden Sie jetzt sagen. Aber wir müssen nur das 20. Jahrhundert kurz vor unsere Augen ablaufen lassen, dann sollten wir erkennen, dass diese Aufklärung nicht dazu geführt hat, Verfolgung von politischen oder religiösen Andersseienden zu verhindern. Ganz im Gegenteil. Der sogenannte War on Terror ist m. E. nach auch nichts anderes als eine Hexenverfolgung. Dazu müsste man sich natürlich mit diesem Sachverhalt abseits des Mainstream auseinandersetzen.

Tatsächlich gab es in Amerika – abgesehen von 9/11 – mehr Opfer, die in Toiletten ertrunken als durch internationalen Terrorismus umgekommen sind. [meine Übersetzung von:] Indeed, outside of 2001, fewer people have died in America from international terrorism than have drowned in toilets.

Six Rather Unusual Propositions about Terrorism
John Mueller Department of Political Science, Ohio State University
in: Terrorism and Political Violence, Vol. 17, Issue 4/2005, S. 487ff.

Jetzt werden Sie vielleicht entgegenhalten, dass es immer wieder zu Aufdeckungen und Verhaftungen kommt. Ja, richtig. Die Details können Sie sich hier ansehen: Terror Trials by the Numbers. Sie werden bemerken, dass der allergrößte Teil der „Terroristen“ durch Spitzel (Informanten) verraten oder in eine Falle gelockt worden ist. Die „Hexenjäger“ von damals und die Informanten von heute hatten und haben einen finanziellen Anreiz, einen Schuldigen zu präsentieren. In beiden Fällen, damals wie heute, werden diese „Hexenjagden“ von ganz oben nicht nur sanktioniert, sondern sogar gefordert und gefördert. This War on Terror is bogus, schrieb der britische Umweltminister Michael Meacher 2003 im Guardian und wurde für diese korrekte Feststellung von Toni Blair gefeuert. Genauso wurden im England von 1645 Parlamentarier ausgestoßen, die sich gegen die Hexenverfolgung aussprechen hätten können.

Also, was meinen Sie, wie sich die Sache mit dem Terrorismus verhält? Ist es die pöbelnde Masse, die Blut sehen will? Ist es die pöbelnde Masse, die einen Kerl zum Gericht schleift und seine Todesstrafe verlangt? Ist es die pöbelnde Masse, die mehr Sicherheit und weniger Freiheit möchte? Wie kommt es, dass die beiden obskuren Begriffe „Terrorist“ und „Terrorismus“ unauslöschlich in unsere Köpfe eingebrannt sind? Wie kommt es, dass unsere Ängste gegenüber Terrorismus stetig genährt werden?

Gehen wir einmal davon aus, dass in fünfhundert Jahren eine aufgeklärte Gesellschaft Rückschau halten wird. Die zukünftigen Historiker werden unsere Epoche mit dem „dunklen Mittelalter“ vergleichen und feststellen, dass damals, also heute, die „pöbelnde Masse“ unschuldige Menschen des Terrorismus bezichtigte und die Höchststrafe für deren „Verbrechen“ forderte. Würden Sie, als Zeitzeuge, diese Erklärung für wahr oder falsch halten?

Der Punkt ist, dass all diese Nuhrs und FAZ-Damen und -Herren Ihnen erklären wollen, dass die größte Gefahr von der anonym pöbelnden Masse ausgeht. Niemals wird auch nur die Überlegung angestellt, ob die Masse nicht auch manipuliert, gelenkt und geführt wird. Klingt es zu weit hergeholt? Nicht für den damaligen Propagandisten der ersten Stunde (heutzutage würde man ihn als Marketing-Guru und Spin-Doktor bezeichnen) und Doppelneffen Sigmund Freuds: Edward Bernays. Er schrieb bereits 1928 in den USA:

Unsere muss eine Herrschafts-Demokratie sein, administriert von der gebildeten Minderheit, die weiß, wie man die Massen kontrolliert und führt. [übersetzt von:] Ours must be a leadership democracy administered by the intelligent minority who know how to regiment and guide the masses.

Propaganda
Edward Bernays
Horace Liveright, New York 1928, S.114

Also, was heißt das jetzt, werden Sie fragen. Nun, für mich steht fest, dass sich die Kräfte im Hintergrund immer wieder Handlanger versichern, die in ihrem Sinne ein Thema vorantreiben. Herr Nuhr und die FAZ prangern die Anonymität im Internet und da vor allem im Social Media Universum an. Es gehe Herrn Nuhr um die „Haftbarkeit des Einzelnen“. Und da er nicht „der König des Internets“ sei, fehle es ihm auch an „Macht“, die „pöbelnden“ Meinungsäußerungen zu verhindern. Für mich riecht die ganze Chose für eine Aufwärmübung in Bezug auf Kontrolle des Internets. Erst gestern erfuhr ich, dass facebook ernst macht, mit der „Echtnamen“-Politik. Nebenbei impliziert der Autor, dass demokratische Abstimmungen nur zu bestimmten Themen erlaubt sein dürfen. Über Verträge, so Nuhr, dürfe nicht abgestimmt werden. Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, wollte ich auf diese völlig falsche Behauptung eingehen, aber es reicht der Gedankenanstoß, dass verbindende Verträge von Regierungen einfach negiert wurden und werden, wenn es nicht in ihr realpolitisches Konzept passt. Stichwort: Israel und die Rückgabe der besetzten Gebiete. Die demokratische Macht der Abstimmung zu relativieren, hilft nicht Herrn Nuhr, sondern nur den Herrn an den Schalthebeln.

Sehen Sie, der Artikel impliziert, dass der Autor der Leidtragende einer modernen Hexenverfolgung war. Stimmt das? Nope. Jeder, der sich in einer renommierten Tageszeitung lang und breit erklären darf, der dafür – davon gehe ich aus – honoriert wird, kann nicht als Persona non grata gelten. Im Gegensatz dazu gibt es eine Reihe von bekannten und unbekannten Leuten, die es wagten, vom vorgegebenen Mainstream-Weg abzukommen. Diesen erging und ergeht es nicht sonderlich gut. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Du kannst (rein theoretisch) mit einem Tweet oder facebook-Kommentar die Pferde scheu machen, das heißt, du musst dich dann für ein paar Tage mit einer überquellenden Inbox abkämpfen. Nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei. Gefährlich würde es nur dann sein, wenn die sogenannten Systemwächter auf den Plan gerufen und aktiv werden. Diese haben Möglichkeiten, dein Leben zur Hölle zu machen. Und weil sie auf der „politisch korrekten“ Seite sind, hast du keine Chance, dich zu verteidigen. Und hier schließt sich wieder der Kreis. Im Vorwort des Buches mit dem Titel An historical essay concerning witchcraft schreibt der Engländer Francis Hutchinson (1661-1739) im Jahr 1720:

How many miserable Creatures have been hang’d or burnt as Witches and Wizzards in other Countries, and former Ages? In our own Nation, even since the Reformation, above a hundred and forty have been executed, if my Book hath any Truth in it, very much upon the Account of one ill translated Text of Scripture. If the same Nontions were to prevail again, (and Superstition is never far off) no Man’s Life would be safe in his own House; for the fantastick Doctrines that support the vulgar Opinions of Witchcraft, rob us of all the Defences that God and Nature have plac’d for our Security against false Accusations. For in other Cases, when wicked or mistaken People charge us with Crimes of which we are not guilty, we clear our selves by shewing, that at that time we were at home, or in some other Place, about our honest Business: But in Prosecutions for Witchcraft, that most natural and just Defence is a mere Jest;

Mit anderen Worten, werden Sie heute fälschlicherweise bezichtigt, ein Nationalsozialist, Antisemit, Geschichtsfälscher, Hassprediger, Terrorist usw. zu sein, haben Sie keine Möglichkeit, diesen Vorwurf zu entkräften. Ja, sind Sie einmal der Hexerei angeklagt, damals wie heute, ist die natürlichste und gerechteste Verteidigung nichts als ein Scherz.