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Das Problem der Linken? Sie wollen rechts überholen.

Der Kapitalismus macht die schlechtesten Eigenschaften des Menschen – Gier und Konkurrenz – zu Tugenden.
Kardinal Faulhaber (1859-1952)

Ansichten sind nun mal kein Indikator für Gewaltbereitschaft. Die freie Gesellschaft wäre faktisch bankrott, wenn schon radikale Äußerungen polizeiliche Beschattung und Vorladungen zum Staatsschutz nach sich zögen.
Udo Vetter

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag nicht schreiben. Eigentlich. Aber als ich über den Beitrag von Misik stolperte, wurde ich hellhörig. Wie kann es sein, dass ein Aushängeschild der österreichischen Linken sich so im Ton vergreift? Ich gehe davon aus, dass die Musik des »Komponisten« Misiks der Erregung geschuldet ist, die durch die Anschläge in Oslo ausgelöst wurden. Ich denke, in ein paar Tagen wird sich Misik ruhiger geben und die eine oder andere Passage relativieren. Ja, davon gehe ich aus. Deshalb wollen wir nicht auf den Beitrag als solches eingehen, sondern uns vielmehr Gedanken machen, was denn eigentlich mit einer Gesellschaft los ist, die es besser wissen müsste.

Bevor es in medias res geht, muss ich ein paar Dinge vorausschicken, die mir sehr wichtig sind. Ich gehöre keiner Partei an und lehne es auf das Schärfste ab, einer Partei zugerechnet zu werden. Genausowenig will ich in eine Schublade gezwängt werden. Ich plädiere für einen klaren Menschenverstand, erachte die Aufklärung als sinnvoll und richtig, möchte aber auch die Seele nicht gänzlich außer Acht lassen. Ich plädiere für ein Welt, in der wir ohne Zwang und Gewalt leben dürfen, in der Freiheit kein Lippenbekenntnis ist und wo jeder die Möglichkeit haben soll,  seine Talente für die Gesellschaft einzusetzen.

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Revolution oder Am 14. Juli 2011 treffen wir uns auf Diaspora*

am 14. juli 2011 sind wir auf Diaspora*
am 14. Juli 2011 sind wir auf Diaspora* - weitersagen

 »Niemand beging einen größeren Fehler als jener,
der nichts tat, weil er nur wenig tun konnte.«
Edmunde Burke (1729 – 1797)

Während ich zwischen Google+ und facebook und twitter hin und her springe, kam mir die Huffington Post in den Sinn. Ein Blog-Portal, das sich vorwiegend um qualitativ hochwertige Beiträge und Nachrichten drehte, die von freundlichen Leuten wie du und ich geschrieben und veröffentlicht wurden. Das Portal erlangte alsbald viel Aufmerksamkeit und schlussendlich konnte die Gründerin Arianne Huffington ihr Portal an AOL verkaufen. Für schlappe 315 Millionen Dollar. Tja. Wie viel davon erhielten die Blogger, die das Portal mit dem notwendigen Content füllten? Nada. Nichts.

Gewiss, in den Nutzungsbedingungen wurde hinlänglich darauf hingewiesen, dass der Blogger kein Recht auf Entschädigung oder Honorar hätte, so bald er über das Huffington Post Portal publizierte. Als Gegenleistung, so wurde einem gesagt, würde der eingestellte Beitrag von weltweit 270 Millionen Menschen gelesen. Wenn sie deinen Beitrag für lesenswert fanden. Wie dem auch sei, dieser seltsam ego-zentrierte Kommerzialismus (»mir das ganze Geld, euch der ganze Ruhm, vielleicht«) durchzieht das Web wie ein roter Faden. Schlag nach bei Zuckerbergs Facebook oder dem Google-Imperium. Ohne unserer Mithilfe würde alsbald der Rollbalken nach unten und die Lichter ausgehen.

Damit will ich nicht sagen, dass diese virtuellen Spielereien nicht auch nützliche und sinnvolle Aspekte hätten, aber diese Anhäufung von Macht und Geld kann einen schon nachdenklich stimmen. Deshalb habe ich mir gedacht, man müsste ein kleines Momentum erzeugen, dass die Bizness-Welt kurzzeitig aufschreckt. Nur ein Wermutstropfen. Nicht mehr. Aber bitter genug, um nicht vergessen zu werden.

Also. Wie wäre es, wenn wir, die Social-Media-User, am 14. Juli 2011, dem Jahrestag der Sturm auf die Bastille, mit dem die Französische Revolution eingeleitet wurde, wenn wir an diesem gewöhnlichen Donnerstag, unsere Web-Aktivitäten auf  die offene dezentrale und (im Moment jedenfalls) nicht kommerzielle Social Media Plattform DIASPORA* ALPHA richteten. Ich würde mir vorstellen, dass wir an diesem Tag weder in Facebook noch in Google+ aktiv sind – oder wenn, dann nur, um zu posten, dass man sich auf Diaspora* herumtreibe. Am 15. Juli ist der Spuk dann wieder vorbei. Nice, nicht?

Wer jetzt kein weiteres Profil auf Diaspora* anlegen möchte, der kann wenigstens so freundlich sein, diese Aktion wohlwollend auf seinen Social Media Kanälen zu posten. Das bricht niemanden eine Zacke aus der Krone und besänftigt jedes schlechte Gewissen, nicht?

Nebenbei erfahren wir, wie einfach oder schwierig es ist, einen Domino-Effekt bzw. eine kleine Lawine auszulösen. Verebbt das Momentum bereits am Start oder bahnt es sich seinen Weg? Ohne, dass ein kommerzieller Push erfolgt.

Wenn wir, also du und ich, diese vielleicht weitreichende Aktion vom Zaun brechen, können wir dann nicht sagen: Hey, wir waren am 14. Juli 2011 dabei. Yeah. Also, worauf warten wir noch? Weitersagen!