Schlagwort-Archive: konflikt

Der Schlagabtausch in der zweiten Reihe: Die Debatte zwischen Pence und Harris #USA

Das war sie also, die einzige Debatte (transcript) der Vizepräsidenten vor der Wahl in den USA im Jahr 2020. Die Position eines Vizepräsidenten ist eine sehr undankbare – herrlich humorvoll in der HBO-Serie VEEP in Szene gesetzt: man spielt immerfort die zweite Geige, tut so, als würde es einem das gar nichts ausmachen, politisch abgemeldet zu sein und gleichzeitig hat man der Welt zu zeigen, dass man für das wichtigste Amt bereit ist, sollte der Fall der Fälle eintreten. Wenn alles in geordneten Bahnen verläuft (im Gegensatz zur „magischen“ Flugbahn eines Projektils, das Lyndon B. Johnson in das Oval Office und John F. Kennedy ins Grab beförderte), erinnert sich später niemand mehr an den Vizepräsidenten. Aber im Jahr 2020 ist alles anders. Ist es?

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Denkverbote #2: Der inszenierte Terror

Denkverbote-2

Seit 2001 werden die Bürger der westlichen Länder immer öfter mit Terroranschlägen konfrontiert. Während Medien den Schrecken zelebrieren und die Angst in der Bevölkerung schüren, nützen Politiker und Funktionäre den Schockzustand dazu, um unpopuläre Maßnahmen durch- und umzusetzen. Auf diese Weise können neue Konflikte entfacht, Kriege weitergeführt, Zivilisten überwacht, Verdächtige interniert und der immerwährende Ausnahmezustand ausgerufen werden. Mit jedem vermeintlichen Anschlag, mit jeder hasserfüllten Schlagzeile, mit jedem Angst machenden TV-Bericht rückt die westliche Welt Orwells Oceania ein Stück näher.

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Wenn die journalistische Welt aus den Fugen gerät #Syrien

Salzburger Nachrichten
Propaganda 2.0: Bitte das Sickbag bereithalten. Danke.

Zugegeben, der Leitartikel in den Salzburger Nachrichten ist bald eine Woche alt, aber nichtsdestotrotz ein Paradebeispiel, wie Propaganda in einer sogenannten Qualitätszeitung aussehen kann. Eigentlich ist es erschreckend, dass solch ein manipulierendes Machwerk kein Einzelfall ist, ganz im Gegenteil. Es ist, als würden all die Redakteure der freien und unabhängigen Blätter auf Zuruf förmlich mit Schaum vor dem Mund in die Tasten hauen. Zwar geben sie sich nach außen hin als Pazifisten und verdammen Kriege und Konflikte, aber wenn man sie von der Leine lässt, kann es ihnen nicht blutig genug gehen und sie stöhnen leidenschaftlich auf, wenn endlich Marschflugkörper auf den Weg geschickt werden, um „Despoten“ zu bestrafen.

Es ist alles blanke Heuchelei. Wenn man alt genug ist, kennt man diese propagandistischen Spielchen, die da in Texten verpackt werden, schon in- und auswendig. Immer die gleiche Leier. Immer die gleichen Phrasen. Immer die gleichen „Lösungen“. Wie diese „Lösungen“ aussehen, kann man heute in Libyen, Afghanistan oder Irak bewundern. Würden die Redakteure ihre Kinder beispielsweise nach Tripolis schicken? Sozusagen als Geste des guten Willens. Immerhin haben sie, die Redakteure, alle im Chor händeringend nach einer No-Fly-Zone geschrie(b)en, um den „verrückten Diktator“ Gaddafi endlich das Handwerk zu legen und Infrastruktureinrichtungen in Trümmer. Dank all dieser „pazifistischen“ Schreiberlinge können nun Stammeskrieger, Söldner, „private“ Sicherheitsleute, Kriminelle und selbsternannten Gotteskrieger ihren blutigen Kampf auf libyschen Boden austragen. Gleichzeitig dient das chaotische Libyen als Knotenpunkt für internationale Waffen- und Söldnerschiebereien. Das Ziel des libyschen Verteilungszentrums: Syrien und all die Staaten, die auf der schwarzen Liste stehen.

Von alledem lesen Sie in den Blättern nichts. Nada. Besser, sagt sich die Pressemeute, ein paar Bomben zu viel abwerfen als eine zu wenig – es wird schon die bösen Jungs treffen. Der Zweite Weltkrieg gibt leider all diesen falschen Predigern ihren Heiligenschein und Politikern die Legitimierung, ganze Städte (und deren Bevölkerung) in Schutt und Asche feuerzubomben, weil, ja, weil das Regime unvorstellbare Gräuel begehen und begangen hat. Gibt und gab es Opfer unter den Zivilisten, zucken die geheiligten Textfabrikateure die Schulter und murmeln: „Die Leute sind mitschuldig, weil … ich mein, sie hätten ja etwas dagegen tun können!“

Es ist wahrlich ein starkes Stück, dass ein Chefredakteur und Familienvater, irgendwo im friedlichen Österreich, in seinem klimatisierten Büro sitzt und eine weitere „Strafe“ für den „Giftgasmörder“ verlangt, ja, geradezu darum bettelt. Die Auswirkungen solcher „Strafaktionen“, wir sollten es doch längst wissen, spüren immer nur die Unschuldigsten. Ich meine, wie verblendet und verbohrt muss man sein, um immer in die gleiche blutige Kerbe zu schreiben? Als wäre die Antwort auf Gewalt noch mehr, viel, viel mehr Gewalt anzuwenden.

Warum, frage ich mich, stellen sich all diese klugen Reporter und Redakteure dümmer als ein Stück Brot? Warum hinterfragen sie nicht den Sachverhalt? Warum prüfen sie nicht nach, welche „Gräuel“ von welcher Seite begangen wurden und begangen werden? Warum blenden sie sogenannte False Flag Aktionen aus? Und gab es nicht schon mal unter Obamas Regierungszeit einen Giftgasangriff, der Assad in die Schuhe geschoben werden sollte? Über die Terrormiliz IS, die gerne mal Köpfe abhackt und Ungläubige auf den Scheiterhaufen wirft – auch eine Form der Propaganda, wenn man so will -, ist im Artikel beispielsweise nichts zu lesen. Statt dessen ist von „gemäßigten Rebellen“ die Rede, die Washington „halbherzig“ unterstützt. Ich frage mich, auf welchem Planeten der gute Mann die letzten Jahre zugebracht haben muss, um so einen Blödsinn zu schreiben. Ist es nicht traurig, dass es eine deutsche Satire-Sendung braucht, um mit schwarzem Humor die von der Presse ausgeblendete Realität ins Wohnzimmer zu zurückzuholen?

Ich versuche zum Abschluss die so „vertrackt“ gewordene Situtation in Syrien auf den springend Punkt zu bringen:

Washington (Deep State) und Tel Aviv wollen Assad stürzen, um Syrien zu schwächen, aufzubrechen und zu balkanisieren (Kurdenstaat im Norden). Das hat u.a. geopolitische (Iran, Russland, Israel) als auch wirtschaftliche (Pipeline, Wasserquellen auf den syrischen Golanhöhen) Gründe. Um einen sogenannten Regimechange durchzuführen, wird das immergleiche Rezept angwendet: dank der Propaganda in westlichen Medien wird das legitime Staatsoberhaupt diskreditiert und ein „Volksaufstand“ TV-gerecht in Szene gesetzt, der sich kurze Zeit später zum „Bürgerkrieg“ ausweitet; im Hintergrund werden Söldnerheere mit modernster Ausrüstung in das Land geschleust um den Kampf gegen das loyale Militär (und gegen die Zivilisten) aufzunehmen. Falls notwendig, bombardiert man das Land in die Steinzeit. Am Ende wird das unliebsame Staatsoberhaupt gestürzt, mit einem pro-westlichen Diktator ersetzt, der wiederum kurzerhand im ersten Chaos die Gegnerschaft ausmerzt und das Volk drangsaliert, aber von den westlichen Medien als neuer Heilsbringer hofiert wird.

So war es 1953 im Iran – damals ging es um „britisches“ Erdöl; so war es 1954 in Guatemala – da ging es um „amerikanische“ Bananen; so war es 2011 in Libyen. Die Liste amerikanischer (Deep State) Einflussnahme in souveräne Staaten ist lang, sehr lang. Ich denke, es wäre an der Zeit, die schreibende Zunft, die einerseits fürstlich andererseits hungerlöhnlich für ihre gedankliche „Quacksalberei“ bezahlt wird, an den Ohren und zur Verantwortung zu ziehen. Denn früher oder später, wenn wir dieser Propaganda nicht einhalten gebieten, kann es sein, dass einem hier, auf der Insel der Seligen, die Bomben und Marschflugkörper um die Ohren fliegen, nur weil die Presstitutes in nah und fern eine Strafaktion für das (zukünftige) Strache-Hofer-Regime in Austria verlangen.

Wie heißt es so schön im Englischen: What goes around, comes around.

*

P.S.: Übrigens, können Sie sich noch daran erinnern, dass die Presse monatelange eine heimliche Verbindung zwischen Putin und Trump vermutet, behauptet und manchmal sogar bestätigt hat? Man ging sogar so weit, Moskau zu bezichtigen, die amerikanische Präsidentenwahl „gehackt“ zu haben, um Trump zum Sieg zu verhelfen. Es gab auch Stimmen, die meinten, Trump würde wegen indiskreter Videos bzw. Schuldenberge von Moskau erpresst. An anderer Stelle hieß es, dass Trump seine milliardenschweren Geschäftsdeals in Russland nicht aufs Spiel setzen möchte. Aber nun liest man, dass es zwischen Russland und den USA zu einem neuerlichen Kalten Krieg kommen könne, der sich vielleicht schon in Syrien zu einem Weltenbrand entwickeln werde. Wie passt das jetzt mit der Moskau-Marionette Trump zusammen? Wenn Sie mich fragen, dann leben die Damen und Herren in den Redaktionsräumen in einer bunten Bubble und schreiben traumwandelnd über Ereignisse, von denen sie nicht das geringste verstehen. Aber sie sind sicherlich mit ganzem Herzen dabei, wenn es um Bonuszahlungen und Auszeichnungen geht.

Präsident Trump und der ‚meltdown‘ der westlichen Mainstream Medien

cof
Fakten statt Emotionen?

Er ist nun eine Woche her, der Wahlsieg von Donald J. Trump, aber die Gemüter der ›unabhängigen‹ links-liberalen Mainstream-Medien in Europa und den USA haben sich noch immer nicht beruhigt. Bestes Beispiel mag die Kolumne des Chefredakteurs B. im KURIER vom Samstag, 12.11.sein. Als ich das abgehobene und realitätsferne Geschreibsel las, fragte ich mich, welche bewusstseinsverengenden Substanzen so Redakteure zu sich nehmen. Die Berichterstattung bzw. Meinungsmache in den Zeitungen, wenn es um Donald Trump geht, schießt dermaßen übers Ziel hinaus, dass man glauben könnte, hier handelt es sich um eine Persiflage auf die Artikel bornierter und stiefelleckender Günstlinge des Establishments. Ausgewogenheit? Fehlanzeige. Es ist, als würden die Medienleute in einer Blase sitzen, die sie von der Außenwelt abschirmt. Dabei handelt es sich bei ihnen um intelligente Menschen, die für gewöhnlich in der Lage sind, jedes Geschehnis zu reflektieren, zu relativieren und in einen Kontext einzuordnen. Doch wenn es um Donald Trump geht brennen bei den Redakteuren die Sicherungen durch und sie gebärden sich wie uneinsichtige Kinder, die nicht wahrhaben wollen, dass der Weihnachtsmann nur eine Erfindung der Kommerzkultur ist.

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Wenn die NZZ Propaganda betreibt …

Pinter_Wahrheit
Pinteresk

Eine unbedingte Lese-Empfehlung, für alle jene, die wissen wollen, wie eine Schweizer Qualitätszeitung im Ukraine- und Syrien-Konflikt eine doch recht einseitige Kriegspropaganda betreibt. Sie können davon ausgehen, dass es eine ähnlich einseitige Berichterstattung auch in deutschen und österreichischen Qualitätsmedien gibt. Die Studie beginnt mit folgender Einleitung:

»Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) ist die führende Schweizer Tageszeitung für internationale Themen. Doch wie objektiv und kritisch berichtet die NZZ über geopolitische Konflikte? Um dies zu überprüfen, wurden während je eines Monats alle NZZ-Berichte zur Ukraine-Krise  und zum Syrienkrieg analysiert und anhand des Modells von Professor Anne Morelli auf Muster von Kriegspropaganda hin ausgewertet.«

»Die Resultate sind eindeutig: Die NZZ verbreitet in ihren Berichten überwiegend Propaganda der Konfliktpartei USA/NATO. Gastkommentare und Meinungsbeiträge geben nahezu durchgehend die Sicht dieser Konfliktpartei wieder, während Propaganda ausschließlich auf der Gegenseite verortet wird. Die verwendeten Drittquellen sind unausgewogen und teilweise nicht überprüfbar. Insgesamt muss von einer einseitigen, selektiv-unkritischen und wenig objektiven Berichterstattung durch die NZZ gesprochen werden. Verschiedene Erklärungsversuche für diesen Befund werden diskutiert.«

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