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Also gut, wer entfachte den zweiten dreißigjährigen Krieg?

Durch Zufall auf eine interessant klingende russische (!) Dokumentation gestoßen, die sich lang und breit mit Stalin und Hitler in den 1930ern und 1940ern beschäftigt. Ein ehemaliger Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienstes stellt die These auf, dass Stalin drauf und dran war, dem „kapitalistischen Westen“ ein Ende zu bereiten, da der Kommunismus nicht neben dem Kapitalismus existieren konnte. Man mag von den historischen Überlegungen halten, was man will, aber man sollte sie nicht deshalb ohne Prüfung verwerfen, nur weil sie gegenwärtig politisch nicht korrekt ist. Die Geschichtsschreibung muss vor politisch-moralischer Einflussnahme geschützt werden. Tut man es nicht, verzerrt und verdreht man die vergangenen Ereignisse bis zur Unkenntlichkeit und schafft damit Raum für wahnwitzige Gedankenspiele. Gewiss, die Historie zeigt, dass Siegermächte immer in der Lage waren, eine Zeit lang die Geschichtsschreibung zu beeinflussen. Aber wenn deren Macht erlischt, sind es wieder andere Sieger, die das Vergangene neu bewerten.

»Wir kontrollieren [in Deutschland, Juli 1946] nun 37 Zeitungen, 6 Radiostationen, 314 Lichtspielhäuser, 101 Magazine, 237 Buchverlage, 7 384 Buchhändler und Buchdrucker, und führen rund 15 Meinungs- umfragen pro Monat durch, weiters geben wir eine Zeitung mit einer Auflage von 1 500 000 und 3 Magazine heraus, wir führen die Associated Press of Germany (DANA) und leiten 20 zentrale Bücherein. Die Unternehmung ist enorm.«

Major General Robert McClure – Vater der psychologischen Kriegesführung der USA – an seinen Freund und Vizepräsidenten der Mediengruppe Time-Life Inc. C. D. Jackson.

Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit, heißt es nicht umsonst und das sollten wir nie außer Acht lassen. Übrigens war es Churchill, der die Zeit von 1914 – 1945 als Zweiten Dreißigjährigen Krieg bezeichnete. Wenn man weiß, was der erste Dreißigjährige Krieg mit Europa (und Deutschland im Speziellen) angestellt hat, ist es eine recht merk-würdige Feststellung.

Bedenklich wird es, wenn Verlage Texte berühmter Dichter und Denker im Nachhinein „politisch korrekt glätten“, ohne diese Glättung zu vermerken (Selbstzensur). Weiters muss es jedermann erlaubt sein, historische Ereignisse zu untersuchen und die Ergebnisse wertfrei zur Diskussion zu stellen. Siehe dazu Hannes Hofbauers Buch Verordnete Wahrheit, bestrafte Gesinnung. Rechtsprechung als politisches Instrument, erschienen im Promedia Verlag, 2011. Wie es sein kann, dass heutzutage Lobby- und Wähler-Gruppen „Gesetze machen“, um unliebsame Fragestellungen zu vergangenen Ereignissen per Verordnung zu verhindern, ist mir schleierhaft. Weil dieses Vorgehen nichts mehr mit Demokratie zu tun hat. Wenn das Establishment der Meinung ist, dass das Volk zu leicht zu manipulieren ist und man es deshalb vor falschen Wahrheiten schützen muss, dann kann ich nur sagen, dass etwas im Bildungssystem falsch läuft.

Ich wage einfach die These aufzustellen, dass es einer Elite nicht darum geht, kritische Bürger zu formen, sondern vielmehr das Gegenteil. Damit ist die Masse leichter manipulierbar, wenn es um Werbung und PR geht. Aus dem rebellischen Bürger wird ein angepasster Konsument. Und darum geht es ja, nicht?

Über Korruption, Konspiration und Kosmologie

Keine Sorge. Für diesmal wird es nur ein kurzer Beitrag. Weil ich an meinem Conspiracy-Buch schreibe, besser: schreiben sollte. Bis dato habe ich Daten gesammelt und Querverbindungen gezogen. Gestern jedenfalls, auf dem Weg nach Hause, fiel es mir auf und ein: Wo Korruption herrscht, herrscht auch Konspiration. Wo Konspiration herrscht, herrscht auch Korruption. Wie ich das sagen kann? Nun, wenn jemand bestochen wird, so sind zu mindest zwei Leute involviert, nämlich der eine, der gibt und der andere der nimmt. Und damit haben wir – zu mindest – zwei Leute, die alles daran setzen, diese Korruption zu verheimlichen und voilà, schon beginnen sie mit ihrer Konspiration. Banal, nicht? Trotzdem sollte man es als Bürger immer im Hinterkopf haben, wenn es um Aufdeckung von Korruptionsfällen geht. Diese werden gemeinhin als klar abgegrenztes Verbrechen der Öffentlichkeit präsentiert. Aber weil wir ja wissen, oder es wenigstens wissen sollten, dass eine Konspiration per se nicht in seiner Gesamtheit zu verstehen, geschweige denn aufzudecken ist. Aber darüber werde ich im Buch natürlich lang und breit schreiben. Ja, ja.

Und weil wir der Meinung sind, dass wir so gut wie alles zu wissen glauben, für den habe ich diesen entlarvenden TED-Beitrag von Beau Lotto (heißt der Kerl wirklich so?) gefunden, der sich mit optischen Illusionen beschäftigt und ein paar Beispiele dem Publikum vorstellt. Seine Resümee:

Niemand kann die Natur als objektiver Beobachter sehen. Wir sind durch eine Ökologie definiert, die notwendigerweise relativ, historisch und empirisch ist. No one is an outside observer of nature. We are defined by our ecology. Ecology is necessarily relative, historical and empirical.

Du bist nur ein kleiner Schlurf oder: Das Spiel der Mächtigen im Konspirationstheater

Ich habe mir die letzten Tage und Wochen viele Gedanken gemacht über mein zu schreibendes populäre Non-Fiction Buch: Verschwörungstheoretische Anleitung für den kritischen Bürger. Die Idee ist, das Buch ohne ISBN und nur in einer kleinen Auflage drucken zu lassen. Ich werde es freilich der öster. und deutschen Nationalbank abliefern, wie es sich gehört, evtl. eine Hand voll  Exemplare der Wiener Bücherei abtreten. Immerhin geht es ja darum, Leser zu erreichen, die noch nicht völlig vom gegenwärtigen System zombiefiziert sind.

Jeder, der die Zeit und Energie hat, den einen oder andere Sachverhalt zu prüfen – mit dem Internet geht das äußerst effizient (Fallstricke!) – der wird vermutlich aus meinen Aufzeichnungen nicht viel Neues erfahren. Mir geht es um all jene Menschen, die spüren, dass es noch eine andere Wahrheit (vielmehr: Wahrheiten) geben muss, als jene, die uns tagtäglich von Medien und Politikern und Geschäftsleuten vorgekaut wird. Das Schlimme ist aber, dass es eine breite Masse gibt, die willfährig dem Flötenspiel der Mächtigen hinter drein schlurft und gar nicht bemerkt, dass ihr schon das Wasser bis zum Halse steht. Blub. Und dieser Sumpf (wie man die opportunistischen Abgeordneten im Konvent, während der Französischen Revolution nannte) hat die Angewohnheit, Partei für die Mächtigen zu ergreifen, ohne dass es dem Einzelnen sonderlich auffallen würde. Darum ist es heutzutage so schwierig, eine Masse zu mobilisieren, die bereit ist, nicht nur Fragen an die Obrigkeit zu stellen, sondern auch Antworten einzufordern.

Damit will ich es eigentlich gut sein lassen. Hm. Nein, eines noch. Im obigen Video hört man den US-Präsidenten Jimmy Carter – gemeinhin als Erdnussfarmer tituliert (tatsächlich beschäftigte er sich in seiner Navy-Aussbildung u.a. mit Nuklear-Reaktoren in U-Booten), prangerte in einer Rede an die Nation zum Thema Energiekrise das selbstsüchtige Konsumverhalten seiner Mitbürger an:

„In einer Nation, die einmal Stolz war, auf ihre Arbeit, ihren starken Familien und Gemeinden und ihrem Glauben in Gott, zu viele von uns tendieren nun dazu, Maßlosigkeit und Konsum an erste Stelle zu reihen. Was einen Menschen ausmacht ist nicht mehr länger dadurch definiert, was einer tut, sondern was einer besitzt.“ In a nation that was proud of hard work, strong families, close-knit communities and our faith in God, too many of us now tend to worship self-indulgence and consumption. Human identity is no longer defined by what one does but by what one owns.

Rund zwanzig Jahre später rät der damalige US-Präsident Bush jr., dass die Bevölkerung nach den traumatischen Ereignissen um 9/11  am besten shoppen gehe.

Wir sehen, in den letzten Jahrzehnten hat sich einiges verändert. Das sollte uns hin und wieder zu denken geben, oder? Die Puzzlestücke werde ich gerne für Sie zusammensetzen. Be prepared!