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Kartoffelchips in Zeiten des aufgeklärten Konsumismus

Vor über 25 Jahren gestaltete sich einer der monatlichen Höhepunkt auf solche Weise, dass ich mein säuerlich erspartes Taschengeld in die Hose steckte, in einen Lebensmittelladen stolziert und dort zwischen zwei Kartofellchips mit Paprikageschmack immer zur teuren deutschen Marke griff, während ich die österreichische links liegen ließ. Der Geschmack machte den Unterschied aus. Dann griff ich mir einen Liter Orangensaft im Tetrapack – wenn ich gerade in großzügiger Stimmung war, dann konnte es auch schon mal ein exklusiver Saft in der Flasche sein – bezahlte an der Kasse und ging nach Hause. Dort wartete schon ein Clever & Smart Heft (damals gar nicht leicht zu bekommen in einem ehemaligen Arbeiterbezirk) auf mich. Ich machte es mir gemütlich, lümmelte am Bett, las das Comic, aß Kartoffelchips und trank dazu Orangensaft. Ja, das war eine glückliche Zeit, damals.

Vor wenigen Stunden stand ich in einem Lebensmittelladen der gehobeneren Kategorie. Ich besah mir die Regale mit Kartoffelchips. Wie lange bin ich wohl davor gestanden? Wie lange habe ich mal das ein, dann das andere Säckchen in die Hand genommen, umgedreht und gelesen, was denn da so für Weichspüler, pardon, Geschmackszusatzstoffe verwendet wurden. Ich verglich die Preise. Ich verglich die Verpackungen. Da gibt es die Eigenmarkenprodukte, die günstig zu haben sind. Ihre Verpackung schreit es förmlich hinaus: ICH BIN BILLIG! Dann gibt es die Mittelständler. Nicht mehr billig, aber noch nicht schweineteuer. Ja, und dann kommen die Exklusiven, deren Verpackung entweder scheinbar schlicht oder gläzend grell designt sind. Sie protzen mit „Aufklebern“, die besagen, wie „gesund“ diese Kartoffelchips nicht sind. Eine Reihe, wenn ich mich recht entsinne, gibt vor, dass ihre Kartoffel von Hand frittiert wurden. Hm. Wollen wir das glauben?

Jedenfalls versuchte ich im Kopf eine optimale Lösung mit den folgenden Kriterien zu finden:

– Zusatzstoffe, die nicht einem Chemielabor entsprungen sind,
– ein Preis, der für Herz und Hirn vertretbar ist,
– eine gutes Gefühl, ökologisch richtig gehandelt zu haben (inländische Kartoffeln).

Ich habe mich wirklich bemüht, eine optimale Lösung zu finden. Aber ich fand sie nicht. Ich hätte natürlich frei nach Mundl Sackbauer sagen können „Is eh wurscht“ und mir die Packung um € 2,49 / 150 g nehmen können. Aber dann stand da auch noch ausgeschildert, was das Kilo gekostet hätte und da fragte ich mich dann, ob man den Kauf von industriell gefertigten Kartoffelchips unterstützen soll, die mit Apothekerpreise aufwarten, während man weiß, dass es kleine Kartoffelbauern nicht leicht haben, über die Runden zu kommen. Tja.

Wie man es auch dreht und wendet, manchmal beneide ich ja jene Leutchen, die sich keine Gedanken über die Umwelt und ihre Gesundheit machen. So wie der Raucher, der zwar weiß, dass jede Zigarette ziemlich hässliche Sachen mit seinem Körper anstellt und trotzdem genüsslich an jedem Glimmstengel zieht. Beinahe bin ich versucht zu sagen, dass die reflektierten und nachdenklichen Menschen heutzutage die großen Verlierer sind. Es ist, als würde man auf einer Party der einzige nüchterne Kerl sein. Während sich um einen herum die besoffene Meute wie die Tiere aufführen, steht man daneben, nippt an seinem Glas Wasser und schielt nachdenklich zu den Alkoholika. Der einzige Trost, wenn man so will, ist jener, dass man weiß, dass man am nächsten Morgen selig und zufrieden aus dem Bett steigen wird, während die anderen vermutlich glauben, jemand würde ihnen mit einem Hammer auf den Schädel schlagen. Aber wehe, es gibt am nächsten Tag Föhn. Aua.

Bezahl mich oder Ein Märchen ohne Hoffnung als E-Book

Dirne: Geh, ein Sechserl für’n Hausmeister gib mir wenigstens!
Soldat: Ha! … Glaubst, ich bin deine Wurzen … Servus! Leocadia …
Dirne: Strizzi! Falott!
Er ist verschwunden.
Dialog entnommen: Reigen
Arthur Schnitzler

So! Mein 1oseitige Text Der blaue Smaragd – ein Märchen ohne Hoffnung ist nun gratis erhältlich. Gratis? So gut wie. Als Bezahlung reicht mir ein Posting in einem der vielen Sozialen Netzwerke. Also facebook, twitter, xing und wie sie alle heißen. Dadurch wird der Text viral verbreitet. Vielleicht. Da sich das Märchen kritisch mit der gegenwärtigen Konsumgesellschaft auseinandersetzt, ist es auch für Kinder und Jugendliche bestens geeignet. Auch wenn meine Erfahrung in einer Schulklasse, nun ja, zeigt, dass es nicht so einfach ist, die jüngeren Generationen wachzurütteln. Aber ein Versuch ist es allemal wert, oder? Hier der Link, der auf die relevante Seite führt, auf die hingewiesen werden sollte, im Posting oder Tweet: https://1668cc.wordpress.com/smaragd oder kurz  http://wp.me/P48Ii-1BO

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Pay with a tweet?

Auf die Idee, mit einem Posting zu »bezahlen«, hat mich der Kommentar von Michael gebracht, der auf das Service von ‚Innovative Thunder‘ verwies, die ursprünglich ihr eigenes Buch oh my god what happened and what should i do damit promoten und viral verbreiten wollten (ich habe es mir mit einem Tweet herungergeladen und kurz reingeblättert – es richtet sich vor allem an Marketing und Werbe-Leute und hat durchaus anregende Ideen zu bieten). Hier der Link zum Service, wo man einen Button für seine Webseite erstellt: www.paywithatweet.com

Bitte sehr, bitte gleich: ein Märchen ohne Hoffnung

Wer mit einem sozialen Netzwerk nichts am Hut hat oder meint, er möchte nicht für die Katze im Sack bezahlen, voilà, hier ist das E-Book (PDF) zum herunterladen. Wenn man eines lernt, im Web2.0-Universum: versuche nicht, die Leute zu etwas zu zwingen. Das funktioniert nicht. Das heißt aber nicht, dass man sich dann zum Bettler und Bittsteller verdrehen muss. Nope. Take it or leave it, heißt das Motto des Spiels. Ob man dieses Spiel jemals gewinnen wird können? Hey, König Midas hat auch alles in Gold verwandelt, was er angegriffen hat, oder?

Du möchtest den Text mit Illustrationen verhübschen?

Falls du Ideen hast, den Text mit Grafiken, Illustrationen oder Zeichnungen zu verhübschen, tät mich das sehr freuen. Am besten, du kommentierst hier und verweist mit einem Link auf deine grafischen Ergüsse. Ich überlege mir einstweilen, wie man die Bilder mit dem Text kombinieren kann.