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Der Fall Claas Relotius und ein paar spekulative Gedanken dazu

Die „Affäre Relotius“ zieht weite Kreise im deutschsprachigen Medienzirkus, hat der mehrfach ausgezeichnete Journalist Claas-Hendrik Relotius für österreichische, schweizerische und deutsche Publikationen geschrieben. Sein letzter Arbeitgeber Der Spiegel musste jedenfalls die Reißleine ziehen und eingestehen, dass „sein Reporter Claas Relotius in Dutzenden Reportagen und Interviews Fakten verfälscht oder erfunden hat.“

Der gute Relotius, Jahrgang 1985, dürfte weit herumgekommen sein, in der Welt. Reiste in die USA, nach Kuba oder Albanien, machte dort „Recherche“ und schrieb seine „literarischen“ Artikel.

Der springende Punkt bei einem Skandal ist immer die Frage: „Warum explodiert die Sache gerade jetzt?“ – Seien wir ehrlich, der Mensch vergisst schnell und leicht. Hätte die Spiegel-Redaktion den guten Relotius auf das Abstellgleis gefahren, ihn und seine Artikel unter den Teppich gekehrt und leise den einen oder anderen Fehler eingeräumt, kein Hahn würde nach einer Aufarbeitung krähen und davon sprechen, dass das „Grundvertrauen“ in den Medien „erschüttert“ sei.

Nein, die Sache muss brisanter sein. Ein starker Gegenwind dürfte im deutschen Blätterwald ordentlich Laub aufgewirbelt haben. Wenn ich also eins und eins zusammenzähle, dann stellt der Typus des erfolgreichen Journalisten, der weltweit unterwegs ist, dem Tür und Tor offen stehen und zahlreiche wichtige Kontakte pflegt, ein besonderes Ziel für Geheimdienste dar.

Falls Sie noch nie etwas von Operation Mockingbird gehört haben, nun, in den 1970ern Jahre musste die CIA eingestehen, jahrelange Journalisten und Reporter in der amerikanischen Presse eingeschleust bzw. bezahlt zu haben. Freilich, manch patriotischer Schreiberling arbeitete für die CIA freiwillig und ohne Zubrot. Ja, auch das soll es gegeben haben. Jedenfalls räumte die CIA damals ein, das Programm, das darauf abzielte, die Bevölkerung in eine bestimmte politische Richtung zu lenken bzw. unangenehme Ereignisse zu verwässern, beendet zu haben. Falls Sie das glauben, glauben Sie womöglich auch, dass die Amis am Mond waren, „nur drei Wochen vor Woodstock“ – wie es Relotius einem Interviewten in den Mund legte – im gleichen Absatz werden auch noch die „brutalen Morde der Manson-Family“, die „das halbe Land erschütterte“, erwähnt. Sie können davon ausgehen, dass das eine wie das andere darauf abzielt(e), die Gesellschaft zu manipulieren – und dass die Dinge nicht so gewesen sind, wie sie lang und breit geschildert wurden und werden, liegt für mich auf der Hand. Aber das ist eine andere Geschichte.

Warum also, muss man sich fragen, hatten die Offenbarungen des ehemaligen Journalisten Udo Ulfkotte nicht für ein ähnliches Aufsehen gesorgt? So sprach Ulfkotte davon, dass er „geschmiert“, „gekauft“, sozusagen durch und durch korrupt, gewesen sei und vielen Organisationen zugearbeitet hätte. Sein Aufdeckerbuch Gekaufte Journalisten lässt kein gutes Haar an der vierten Gewalt im Staat. Seltsam, dass der vor einem Jahr verstorbene Ulfkotte von den etablierten Medien ignoriert bzw. diffamiert wurde, soll er doch „rechtspopulistische, islamfeindliche sowie verschwörungstheoretische Positionen“ vertreten haben. Auf der anderen Seite, im Falle von Relotius, zeigen sich die Redaktionen beschämt und klatschen ein Mea culpa nach dem anderen auf die Zeitungs- und Magazinseiten. Man spricht von „Aufarbeitung“ und „nie wieder“ und was sonst noch die Spin Doktoren in solch einem Fall empfehlen. Die übliche Vorgehensweise, wenn die Kacke am Dampfen ist, nicht?

Irgendetwas ist faul, im Staate Dänemark respektive deutschen Blätterwald. Ich habe natürlich keine blasse Ahnung, was in den Vorstandsetagen und informellen Treffen all dieser einflussreicher Herren und Damen so besprochen und beplaudert wird, wer wann welche Strippe zieht. Wie gesagt, ich tippe fürs Erste darauf, dass den Verantwortlichen beim Spiegel keine Wahl gelassen wurde.

Vielleicht, wer weiß, ist es auch unvorstellbares 4D-Schach, dem sogar ein Profi-Skeptiker auf dem Leim gehen kann. Wenn ich eines gelernt habe, in den letzten Jahren, dann ist es, dass nichts ist, wie es dem gewöhnlichen Bürger erzählt wird. In den Worten des Staatsanwalts Jim Garrison, anno 1967, der sich mit der offiziellen Version des Mordes an John F. Kennedy nicht zufrieden geben wollte – und später von Regisseur Oliver Stone auf Zelluloid verewigt werden sollte, klingt das so:

»Heute Abend werde ich Ihnen etwas über Wahrheit und über Märchen erzählen, über Gerechtigkeit und über Ungerechtigkeit. In den kommenden Monaten werden Sie erfahren, dass viele der Sachen, die Ihnen die großen Medienhäuser erzählt haben, unwahr sind. […] Als Kinder sind wir es gewohnt Märchen zu hören. Sie sind immer angenehme Geschichten, die tröstlich wirken, wenn wir sie hören, weil das Gute immer über das Böse triumphiert. Zumindest ist es so im Märchen. Märchen sind für Kinder nicht gefährlich und sind bis zu einem gewissen Punkt vielleicht sogar gut für sie. In der realen Welt jedoch, in der Sie und ich leben müssen, sind Märchen gefährlich. Sie sind gefährlich, weil sie unwahr sind. Alles, was unwahr ist, ist gefährlich. Und es ist noch gefährlicher, falls ein Märchen als Realität akzeptiert wird, einfach deshalb, weil es ein behördliches Gütesiegel hat, oder weil ehrbare Männer verkünden, dass Sie es glauben müssen, oder weil mächtige Elemente der Presse Ihnen sagen, dass das Märchen wahr sei. […] Die Bürger dieses Landes müssen nicht vor der Wahrheit beschützt werden. Dieses Land wurde nicht auf der Idee aufgebaut, dass eine Handvoll von Aristokraten – seien diese in unseren Behörden in Washington oder in den Medienhäusern in New York zu finden – entscheiden dürfen, was für die Bürger gut zu wissen wäre und was sie nicht wissen sollen. Dies ist ein totalitäres Konzept, das vermuten lässt, dass die Spitze unserer Regierungsbehörde und die Männer, die die machtvollen Medien kontrollieren eine spezielle Elite bilden, die Kraft ihrer Aristokratie und ihrer Brillanz bemächtigt sind, für das Volk zu denken. Ich persönlich würde mein Vertrauen eher in den gesunden Menschenverstand der Bürger dieses Landes legen.«

NBC / ausgestrahlt am 15. Juli 1967 [meine Übersetzung]



Der Zermürbungskrieg der Mainstream-Medien, anno 2017

Profil_ISIS
Ja, da kann man schon Kopfschmerzen bekommen. Aua.

Im „unabhängigen“ Wochenmagazin Österreichs, dem Profil, stolperte ich über einen Artikel bezüglich Gegenwart und Zukunft der Terrormiliz Islamischer Staat, kurz IS oder ISIS oder ISIL oder weiß der Teufel, welche Namen da immer wieder genannt werden. Da nun die irakische Stadt Mossul vom IS und dem „Führer aller Gläubigen“ Al-Baghdadi befreit ist, stellt sich nun die Profil-Redaktion die Frage, wie es wohl mit der Terrormiliz weitergehen würde. Dazu wird natürlich ein Experte eingeladen, der auf die üblichen Fragen die üblichen Antworten gibt. Nichts Neues unter der Sonne, mit Ausnahme vielleicht, dass der OSZE-Beauftragte die Integration von Muslimen in der westlichen Gesellschaft sowie die Beseitigung rechtsfreier Räume (kurz „No-Go-Zonen“) in den Vordergrund der „Terrorbekämpfung“ rücken möchte. Aha. Wer hätte das gedacht? Da frage ich mich leise, ob diese Problemstellen nicht schon längst hätten zur Sprache gebracht werden müssen. Damals, in den 1970ern, als die Industrie nach (billigen) Mitarbeitern dürstete, um damit die Gewerkschaften unter Druck setzen zu können. Heutzutage ist es ja nicht anders, gerade im boomenden Deutschland, auch dort verlangt die Industrie billige(re) Arbeitskräfte, um bei der globalisierten Lohnsklaverei nicht den Anschluss zu verlieren. Die Nebenkosten dieser Wirtschafts- und Willkommensstrategie – seien sie finanziell, seien sie kulturell – dürfen die Bürger stemmen. Natürlich. Das ist ja die Essenz des neoliberalen Kapitalismus: Profite werden privatisiert, Verluste verstaatlicht. Nur damit das klar ist.

Zurück zur Terrormiliz. Für mich unbegreiflich, wie Journalisten und Redakteure ihre Gehirne ausschalten, wenn es darum geht, bunte Fabeln sachlich und nüchtern zwischen die Seiten zu kleistern. Da wäre ich gerne mal bei einer redaktionellen Sitzung dabei. Gibt es da Alkohol? Lassen sich die klugen Leute volllaufen, bevor sie sich an die „Schreibmaschine“ setzen und die Agenturmeldungen ohne Sinn und Verstand, sozusagen ungeprüft, aufs virtuelle Papier tippen? Oder sind diese erfahrenen Journos so abgebrüht, dass sie mit einem zynischen Achselzucken über alle Merkwürdigkeiten einer Story hinwegsehen? Gut möglich, dass sie sich gegenseitig anerkennend auf die Schulter klopfen, wenn sie wieder einmal ihre Seiten mit hochtrabendem Blabla gefüllt haben. Oder schmeißen gar ne Party. Yeah.

Der Mainstream verliert an Glaubwürdigkeit. Im Besonderen bei der jüngeren Generation, die sich im Internet schlau macht. Das ist den Mächtigen ein Dorn im Auge. Viel Geld wird in die Hand genommen, um einerseits neue Gesetze zu verlangen, die das Internet reglementieren (kurz: zensurieren) sollen, andererseits um alternative Info-Seiten zu kaufen bzw. zu infiltrieren bzw. zu diskreditieren. Es ist ein Zermürbungskrieg, der da in aller Heimlichkeit abläuft. Die Cabal, die Mächtigen, sie wissen, dass sie mit ihrer gefüllten Kriegskasse Politiker korrumpieren und unangenehme Wahrheitssucher mit 30 Silberlingen auf den Pfad der Verdunkelung bringen können. Vor allem ist es ein Kampf um die Gehirne der Kinder und Jugendlichen. Dabei ist die Konditionierung und Formung ganzer Generationen in Kindergärten, Schulen und Universitäten eine längst gut eingespielte, gut funktionierende Strategie – nur das noch in den Kinderschuhen stehende Internet (zusammen mit dem Smartphone) verhindert die totale Auslöschung der eigenen Vernunft.

George Orwell hat es in seinem Buch 1984 längst vorweggenommen, wie die Zukunft der Menschheit aussehen wird. Das hat nichts mit dem „Überwachungsstaat“ oder dergleichen zu tun. Vielmehr geht es darum, dass die Partei, die Mächtigen, in der Lage sind, den Verstand des Menschen zu manipulieren, ohne dass der Mensch es bemerken würde, kurz Doublethink. So wird „2+2=5“, wenn es die Partei wünscht und niemand, der den Fehler bemerken würde. Nicht unähnlich verhält es sich ja mit der offiziellen Version von 9/11, die klar ersichtlich die Gesetze der Physik negiert und niemand in der breiten Masse und dem Mainstream, dem es auffallen und zur Sprache bringen würde.

So. Und jetzt stellen Sie sich vor, ein religiöser Anführer würde mit einer kleinen Schar getreuer Kämpfer in Wien „einmarschieren“ und auf der Kanzel im Stephansdom das Kalifat ausrufen. Drei Jahre lang wird Wien von diesem Anführer und seinen Getreuen, die gerne auf offenen Pritschenwagen durch die Gegend fahren, beherrscht. Erst als die ganze Stadt sowie der Stephansdom in Schutt und Trümmer liegt, gelingt es den Militärs die Gotteskrieger zu besiegen. Man muss jetzt nicht viel vom Kriegshandwerk verstehen, da reicht der gesunde Menschenverstand vollkommen aus, dass diese ganze Geschichte einfach nur zum Himmel stinkt und so nicht stimmen kann. Würde sie stimmen, müssten sich die Regierungsverantwortlichen im Westen in die Hosen machen, aus Angst, dass ein paar Gotteskrieger gleich mal ne Stadt besetzen.

Die Lösung dieses Puzzles ist ganz einfach. Hier geht es nicht um ein paar Gotteskrieger, sondern um ein gut ausgebildetes und bestens ausgerüstetes Söldnerheer, das mit Hilfe des Pentagons (Black Ops / geheime illegale Operationen) auch Luftunterstützung genießt und vom Himmel versorgt werden kann. Der „Anführer“ Bagdhadi ist nur ein Schauspieler, der als böser Junge herhalten soll (Osama bin Laden 2.0), während im Hintergrund die Militärs ordentliche Schlachten abliefern, in Divisionsstärke (etwa 10.000 Mann), inklusive mechanisierter Einheiten, wie Panzer, Schützenwagen, Artillerie, usw. Siehe Aleppo.

Ein paar Fanatiker, in schwarzen (!)* Tüchern gekleidet, die mit ihren Kalaschnikows auf japanischen Pritschenwagen quer durch die Wüste fahren, sollen wirklich eine Gefahr für das Militär darstellen? Glauben Sie das jetzt wirklich? Diese Bilder sind nur für die gutgläubigen TV-Zuschauer gemacht. Die tatsächliche internationale Streitmacht wird nicht gezeigt. Zu professionell. Zu gut ausgerüstet. Zu gut angeleitet. Nope. Da könnte vielleicht jemand hellhörig werden. Das wollen die Mächtigen nicht. Verstehen Sie jetzt wie das Spiel gespielt wird?

Da Präsident Donald Trump nun endlich die finanzielle Unterstützung der „Rebellen“ in Syrien (und damit auch jene im Irak), die Obama eingefädelt hatte, aufkündigt, ist die Sache gegessen. Söldner kämpfen nun mal nicht für Luft und Liebe oder dem wahren und einzigen Gott, die wollen Dollars sehen. Kein Geld, kein Krieg. So einfach ist das. Mal schauen, was dem Deep State so einfällt, um wieder Öl ins Feuer zu gießen. Chaos und globale Konflikte sind deren Elixier und die Mainstreamleute klatschen dazu begeistert in die Hände. Vermutlich völlig besoffen.

*) Die erste Regel des Kriegshandwerks heißt, vom Feind nicht gesehen zu werden. Zu Beginn des 1. Weltkriegs merkten die französischen Infanteriesoldaten ziemlich schnell, dass es gar keine gute Idee war, mit roten Hosen in die Schlacht zu ziehen.

Welcome, Mr. President Donald J. Trump

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Michigan und New Hampshire zählen noch immer. Gesehen in der New York Times.

Für den eiligen Leser: Der Wahlausgang ist das Beste, was der Welt passieren konnte. Period!

Das war eine Wahlnacht, am 8. November. So schnell wird sie wohl keiner vergessen, der sie durchlebt hat. Höhen und Tiefen. Hoffnung und Bangen. Auf der einen, auf der anderen Seite. Aber je länger die Nacht wurde, um so stiller und nachdenklicher wurden all die Experten in ihren teuren TV-Studios. Am Ende, als klar ersichtlich wurde, dass Donald Trump der neu gewählte Präsident der USA werden würde, brachen alle Dämme. Es war ein Anblick, den kein Skeptiker jemals vergessen wird können. All die „objektiven“ Medienleute – hüben wie drüben – waren im Schockzustand. Manch eine, manch einer der Profis rang mit Worten und Tränen. Man kann es nicht glauben, man kann es nicht fassen. Diese Wahl hat die politische genauso wie die kulturelle und mediale Welt auf den Kopf gestellt. Niemand kann im Moment ermessen, welche Schockwellen durch die USA, durch die ganze Welt gehen.

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US-Wahl 2016: Hoffnung oder Schrecken?

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Thomas Jefferson, Gründervater der USA, wusste es bereits vor über 200 Jahren, dass den Zeitungen respektive Mainstreammedien nicht zu trauen ist. Dank der Trump-Bewegung – man muss sich die Begeisterung ansehen, die seine Auftritte bei den vielen Wahlkundgebungen (rallys) auslösen – ist diese Botschaft endgültig bei einem nicht unerheblichen Teil der amerikanischen Bevölkerung angekommen. Die Medienleute, so Trump, sind die unehrlichsten Leute (»the dishonest people«), die er je erlebt hat und wer die Berichterstattung der letzten Wochen im Mainstream verfolgt hat, kann diese Behauptung als Tatsache festmachen. Deshalb gilt: Vergessen Sie, was Sie im Mainstream über Donald Trump gelesen, gehört oder gesehen haben.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, diesen Wahlkampf und Herausforderer Donald Trump zu deuten. Bei Hillary Clinton liegt alles klar auf der Hand, da muss man kein Hellseher sein. Sie wird den wirtschaftlichen und geopolitischen Status Quo aufrecht erhalten, wird den Kalten Krieg mit Russland und China verschärfen, wird das amerikanische Wall-Street-Dollar-Imperium ausweiten und die grenzenlose Globalisierung ins Extreme steigern. Wie heißt es so trefflich bei Trump: »She wants open borders, there goes your country«. Die Clintons sind die Marionetten des Establishments, das nur ein Ziel hat: Die Auflösung der Nationen, der Nationalitäten, der Kulturen und die Anhäufung von Schulden, mit dem Ziel, eine einzige Weltrepublik aus allen Nationen der Welt zu bilden. Klingt das für Sie zu weit hergeholt? Falls ja, dann sollten Sie mal mit offenen Augen durch die Welt gehen. Werfen Sie doch mal einen Blick nach Griechenland, nach Libyen, nach Syrien oder in die Ukraine. Das ist die Zukunft unter einer Präsidentschaft von Hillary Clinton: mehr »Bürgerkriege«, mehr »Glaubenskriege«, mehr »Wirtschaftskrisen«, mehr Chaos, weniger Kulturen, weniger Freiheit, weniger Sicherheit. Es ist nun mal das Rezept des Establishments die Homogenität, den Zusammenhalt einer Nation zu zerstören. Wenn es nicht mit wirtschaftlich-politischen Mitteln gelingt, dann muss Terror und Krieg herhalten. Glauben Sie wirklich, es gibt in Syrien einen Bürgerkrieg und dass diese ISIS/IS-Hampelmänner aus dem Nichts einer Koalition der mächtigsten Militärstreitkräfte, die die Welt jemals gesehen hat, Paroli bieten kann? Glauben Sie wirklich, dass ein Konvoi von hunderten von neuen Toyota-Pickups auf einer Wüstenstraße unentdeckt bliebe? In Zeiten der totalen Überwachung? Haben Sie schon mal gehört, dass eine Kampftruppe nur einen kleinen Teil einer schlagkräftigen Armee ausmacht? Es braucht Logistik, Nachschub, Verpflegung, Unterkunft, Aufklärung, Medizin, Mechaniker, Funker, usw. Auf all den Fotos, die die Medien publizieren sieht man nur diese sogenannten IS-Gotteskrieger in ihren schwarzen Ninja-Kleidern (mit Sneakers) und posieren entspannt mit ihren Kalaschnikows vor der Kamera. Sehen so Soldaten des 21. Jahrhunderts aus? Oder sind es eher Statisten? Warum, glauben Sie, zahlte das Pentagon einer britischen PR-Firma 500 Millionen Dollar und schickte deren Mitarbeiter in den Irak? Warum drehte man dort in aller Heimlichkeit Al-Qaida-Propagandafilme und verteilte diese?

Kurz und gut, wir wissen, was eine Clinton-Präsidentschaft bringt. Doch Donald Trump ist ein Fragezeichen. Macht er am Ende seine Wahlversprechungen wahr? Würde er wirklich den Sumpf in Washington trockenlegen wollen? Würde er tatsächlich mit der Korruption aufräumen? Würde er wirklich all die vielen in- und ausländische Lobbyisten hochkant aus dem Vorzimmer der Macht hinauswerfen? Würde er die sinnlosen Kriege beenden? Würde er Jobs schaffen können? Würde er die Interessen Amerikas (und seiner Bürger) an die erste Stelle stellen? Würde er die Globalisierungsbestrebungen (NAFTA, TPP) bremsen, vielleicht sogar aushebeln? Würde er Bildung für jedermann erschwinglich machen, im Besonderen für blacks and hispanics? Würde er die inneren Stadtbezirke, die mit Drogen und Gewalt überschwemmt werden, tatsächlich sicherer machen können? Kann Donald Trump den amerikanischen Bürgern wieder Hoffnung und Sinn geben?

Sieht man sich seine Wahlkundgebungen an, muss man unweigerlich den Hut vor Trump ziehen. Er hat es verstanden, einen großen Teil der niedergeschlagenen und phlegmatischen Bevölkerung aufzuwecken und ihnen Mut zu machen. Das ist meines Erachtens der wichtigste Antrieb einer funktionierenden politischen Bewegung: Optimismus, der aus dem Inneren schöpft.Eine Bevölkerung, die an sich glaubt, die der festen Überzeugung ist, man könne es gemeinsam (!) schaffen, die bereit ist, unter die Vergangenheit einen Strich drunter zu setzen, ist nicht aufzuhalten. Oder würden Sie mehrere Stunden geduldig in einer Warteschlange stehen, um ihre Stimme abzugeben und darüber auch noch begeistert berichten?

Aber erinnern wir uns an Barack Obamas Wahlkampf 2008. Gab es da nicht auch eine große Begeisterung in der Bevölkerung? Wurde er nicht bereits im Vorfeld mit Vorschusslorbeeren bedacht? Versprühte er nicht ebenfalls einen großen Optimismus? Und dann? Nach seinem Erdrutschsieg, nach seinem Einzug ins Weiße Haus, wurde bald jedermann klar, dass sich nichts ändern würde. Zwei Amtsperioden und 8 Jahre später schreibt die New York Post, dass sich „Hoffnung und der Wunsch nach Änderung“ in „Angst und Schrecken“ verwandelt hätten und das Land mehr denn je gespalten sei: Obama’s ‘hope and change’ has given us ‘fear and loathing’. In einer weiteren Enttäuschung würde wohl die größte Gefahr für die amerikanische Bevölkerung und für die Welt liegen. Gewinnt Hillary Clinton, kann die Trump-Bewegung in Opposition gehen und den friedlichen Kampf gegen das korrupte Washington aufnehmen – das gibt Hoffnung und Sinn. Gewinnt hingegen Trump und lässt wenig später den Kahn absaufen, ist die Luft und die Hoffnung für die nächsten Jahrzehnte wohl endgültig draußen und die breite Bevölkerung verkommt zu einem Sozialfall.

Sollte aber Trump gewinnen und der Welt zeigen, dass er bereit ist, seine Versprechungen wahr zu machen, dann, ja, dann wäre es an der Zeit, darüber nachzudenken, in die Vereinigten Staaten auszuwandern und dort an einer schönen neuen Welt mitzuarbeiten, während in Europa die Lichter ausgehen und man im Hintergrund Hans Mosers Sperrstund is hört.

More to come!

Der Gulag der Illusionen

Liberty_Grimm

Der Mensch, wie es Friedrich Melchior Baron von Grimm (1723-1807) so spitzfindig auf den Punkt bringt, ist weder für Freiheit noch für Wahrheit gemacht. Trotzdem gibt es immer wieder kluge und weitsichtige Apostel, die das Mantra der Freiheit predigen. Aber seien wir mal ehrlich: Wer kann von sich behaupten, frei zu sein? Ja, welchen Unterschied macht es, von einem tyrannischen Herrscher gezwungen zu sein, in einer Fabrik zu arbeiten oder von einem Arbeitsmarktservice? In beiden Fällen werden Zuwiderhandlungen bestraft. Freiheit für den Einzelnen gibt es es nur dann, wenn dieser seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten und Recht sprechen kann. Ansonsten wird der Einzelne zum Spielball der Mächtigen, deren „tyrannisches“ System einfach nur darin besteht, Gesetze festzulegen, die Abhängigkeiten erzeugen und juristische sowie polizeiliche Maßnahmen gegen Gesetzesbrecher vorsehen.

Ein marxistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert, soll der sowjetische Dissident Alexander Solschenitzyn  gesagt haben. Machen wir aber nicht den Fehler, zu glauben, dieses „marxistische System“ hätte sich mit dem Niedergang der UdSSR in den 1990er Jahren in Luft aufgelöst. Nein, nein. Dieses globale System der Machterhaltung besteht fort und ist mit Sicherheit nicht tot zu kriegen. Nur die Hülle, der Schein, die Illusion werden den gegenwärtigen Befindlichkeiten angepasst.

Jede Regierung, wo ein Bürger so unmäßig reich werden kann, verrät ein verborgenes Verbrechen, das Untersuchung verdient, soll Montesquieu (1689-1755) einst gesagt haben. Von diesen Untersuchungen ist nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil. Die Beteiligten – unterwürfige Gesellen genauso wie herrschaftliche Meister – verdrehen und relativieren jedes hochrangige Verbrechen, werfen Schlamm und Kot auf jeden, der sich erdreistet, Betrug und Korruption eines internationalen Netzwerks sichtbar zu machen und bringen all jene zur Strecke, die eine Gefahr für die Freiheit der Obrigkeit darstellen.

Wenn es also beispielsweise heißt, dass nur „gewisse BBC-Verantwortliche unteren und mittleren Ranges vom Gebaren [!] des Fernsehstars Jimmy Savile gewusst“ hätten, dann können Sie davon ausgehen, dass das Gegenteil richtig ist. Die Liste all der hochrangigen Verbrechen, die unter den Teppich gekehrt werden, ist enorm – und niemand, der sich bemüßigt fühlen würde, dem Einhalt zu gebieten. Und wissen Sie warum? Weil der Einzelne in einer Abhängigkeit gefangen ist. Der Mensch ist tatsächlich weder für Freiheit noch für Wahrheit gemacht – nicht weil es die Natur, sondern ein von Menschenhand geschaffenes System so vorgesehen hat. Willkommen im Gulag der Illusionen.